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Tage in Weiß

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Tage in Weiß — Inhalt

Mit existenzieller Tiefe und literarischer Lakonie erzählt Rainer Jund Geschichten, die uns alle betreffen. Weil sie uns zeigen, was wir sind: ein Wunder, verletzlich, ein Mensch.
Eine aparte Kunsthistorikerin und ihr Mann auf Hochzeitsreise in Florenz. Zwischen dem größten Glück und der Katastrophe geht etwas verloren – die Selbstverständlichkeit des Lebens. Eine abrupte Gehirnblutung ändert für die Frau alles. Immer an ihrer Seite ein Klinik-Arzt, der in der Unfassbarkeit seines Alltags alles erlebt: Momente der Empathie, das bloße Funktionieren im Notfall, als er einem kleinen Jungen nach einer Mandel-OP das Leben rettet, die Zartheit des Abschieds einer alten Frau von ihrem geliebten Ehemann und das Wunder der Geburt.

„Rainer Jund findet eine Sprache für das, was uns im Innersten ausmacht. Literarisch, wahrhaftig und unglaublich bewegend.“ Kristof Magnusson

€ 20,00 [D], € 20,60 [A]
Erschienen am 02.09.2019
240 Seiten, Hardcover
EAN 978-3-492-05878-0
€ 18,99 [D], € 18,99 [A]
Erschienen am 02.09.2019
208 Seiten, WMEPUB
EAN 978-3-492-99518-4
Rainer Jund

Über Rainer Jund

Biografie

Rainer Jund, geboren 1965, studierte Medizin und Wissenschaftsmarketing. Nach seiner Ausbildung an der Universitätsklinik München praktiziert er heute als HNO-Arzt. In den letzten Jahren näherte er sich seinem Beruf zunehmend auch erzählerisch. Er lebt mit seiner Frau, ebenfalls...

Interview mit Rainer Jund zu seinem Buch, seinem Blick auf den Menschen und dazu, was Medizin und Literatur verbindet:

 

Herr Jund, neben der Schriftstellerei arbeiten Sie hauptberuflich seit vielen Jahren als Arzt. Was brachte Sie dazu, darüber ein literarisches Buch zu schreiben?

Die Beziehung zu vielen Patienten und deren Geschichten war bei mir mit der Unterschrift unter einem Arztbrief nicht besiegelt. Ich wollte mehr erforschen, die Flächen dahinter illuminieren und die Besonderheit, die Dichte und auch die Poesie beschreiben, die die Medizin ausmacht. Und damit uns Menschen ausmacht, denn Medizin handelt in erster Linie vom Menschen und dessen Fragilität. Die Sehnsüchte und die Auflehnung lassen sich für mich nur literarisch bewältigen. Aufhören zu schreiben, würde für mich auch bedeuten, mit dem Hinhören aufzuhören, die Entdeckung zu stoppen.

 

Das bedeutet, die Geschichten Ihrer Erzählungen sind alle wirklich so passiert?

Keine der Geschichten ist auf einem bodenlosen Loch – aus dem Nichts – konstruiert, alle könnten sich medizinisch und soziologisch exakt so ereignet haben. Sie hätten so geschehen können und es gibt noch unendlich viele andere. Spielt es dann eine Rolle, ob die Figuren und ihre Hoffnung, ihre Erlösung oder ihr Leid, auf dem Papier identisch mit realen Begebenheiten in der Klinik waren? Es war eher ein Mikroskopieren: Ich habe versucht, die Wirklichkeit, egal wie sie gewesen ist, in verschiedenen Vergrößerungen zu durchleuchten.

 

Was macht das Krankenhaus als Handlungsort so spannend? Was erfährt man dort über die menschliche Existenz, das man andernorts nicht erfährt?

Nirgendwo ist die existenzielle Dichte höher als in der Medizin. Die Notwendigkeit, nach einem Sinn und Grund zu fragen - obwohl man vor Stunden noch gedankenverloren ein Eis essen war - bricht über uns mit kalter Unbarmherzigkeit herein. Wie reagieren die Betroffenen, die Liebenden, die Heiler darauf? Welche Möglichkeiten lässt uns das von uns geschaffene System und wo verletzen wir uns an unsichtbaren, rauen Wänden, die dort gemauert sind? Für Beobachtungen, die wir auf drei, vier Seiten in der Klinik machen können, bräuchten wir andernorts Jahre.

 

Die Figuren in Ihren Erzählungen erleben sehr unterschiedliche Situationen: Momente der Heilung, der Empathie, Momente des Verlusts und Notfälle – wie verändert sich als Arzt der Blick auf den Menschen?

Der Blick ist am Anfang unbedarft und neugierig, voller Motivation, das zu lernen, was man zur Erfüllung seiner Aufgaben braucht. Schnell lernt man zu fokussieren, nimmt einen millimetergroßen anatomischen Bezirk des Menschen in den Blick, und erst später das große Ganze. Überwindet man die ersten Erfolge, die Technik, die Routine, wird der Horizont frei. Demut und Respekt tauchen auf.

 

Und ist die Literatur besonders geeignet, diesem neuen Blick Ausdruck zu verleihen?

Wir ahnen, dass unser Wissen immer unvollendet bleiben wird. Das ist der Grund, warum das Träumen, das Lesen und das Schreiben so wichtig sind. Es sind die effektivsten Formen, die wir gefunden haben, von dem vorübergehenden Schauspiel, in dem auch der Tod eine Hauptrolle einnimmt, den Blick abzuwenden und in schöne, liebevolle Welten zu sehen. Die unbedingte Hingabe an das Leben, der bedingungslose Wunsch, untersuchen und helfen zu wollen - übrigens ureigene ärztliche Ideale - lassen sich literarisch ordentlich beschreiben. Nur mit Hilfe literarischer Formen kann ich die Figuren aus den Geschichten reanimieren und ihnen ermöglichen, mit dem Leser weiterzuleben und einen Teil der Rätsel, die das Dasein für uns birgt, zu entschlüsseln.

 

„Wir sind alle Patienten“ heißt es zu Beginn Ihres Buches, und man spürt beim Lesen eine unheimliche Nähe zu den Figuren. Gleichzeitig agieren einige Ärzte immer wieder sehr distanziert. Wie wichtig waren Ihnen in der literarischen Bearbeitung der Umgang mit Empathie und Nüchternheit?

Empathie ist der wichtigste Inhalt. Es ist die zentrale Substanz des Labors, in dem der Erzähler sitzt und seine Figuren analysiert. Aber sie hat eine Halbwertzeit! Mit zunehmender Professionalisierung stellt sich eine Rollendistanz ein, die es erlaubt, effizient mit Menschen zu arbeiten. Es gibt kein Problem, das man nicht auch schnell beschreiben könnte. Zusammenhänge lassen sich in Zahlen fassen. Auch die Risiken, selbst zum Teilnehmer in einer solchen Geschichte zu werden. Die Sprache in den Texten soll zwischen Nüchternheit und Anteilnahme hin und her führen, auch Unzufriedenheit erzeugen. Als Leser kommt man mit dem Zuhören gar nicht mehr nach, obwohl man umso mehr erlebt, je mehr man zuhört. Und dann wird es möglich, auch das Zärtliche zu erkennen, durch die knisternde Schicht aus Bedürfnissen und Ängsten hindurchzuspähen und das verletzliche Wunder zu sehen. 

Pressestimmen
Iserlohner Kreisanzeiger

„Ohne Pathos, nachdenklich, ehrlich, menschlich. (…) Ein Buch, das zu Tränen rühren kann.“

Westdeutsche Allgemeine

„Rasant und faktenreich erzählt.“

buchszene.de

„Ein unvergessliches Plädoyer für Mitgefühl und Liebe.“

Süddeutsche Zeitung

„Die Erzählung ist wie ein Herzmonitor."

Sächsische Zeitung

„Hier hat jemand lange nachgedacht, Erlebtes essenziell komprimiert, zu Literatur werden lassen und sich intensiv mit Sprache beschäftigt. Kein Wort ist zufällig an seinen Platz geraten.“

Abendzeitung München

„Rainer Jund beweist, dass Mediziner nicht nur trockene Arztberichte verfassen, sondern auch eine mitreißend-gefühlvolle Sprache entwickeln können.“

carpegusta.de

„Mit den Augen eines jungen Arztes lässt Rainer Jund seine Leser in eine Welt blicken, die voller wundersamer Ereignisse und Momente ist.“

Münchner Merkur

„Eine berührende Erzählung über den Alltag eines Arztes“

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