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Südwand

Vom Free-Solo-Kletterer zum Profibergsteiger

Mit einem Vorwort von Reinhold Messner

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Südwand — Inhalt

Am 29. April 2007 bricht Hansjörg Auer allein in die Dolomiten auf. Nur seine Eltern und einer seiner Brüder ahnen, was er an diesem Tag vorhat: die Durchsteigung der 1200 Meter langen Route »Weg durch den Fisch« in der Marmolada-Südwand – free solo, ohne Seilsicherung. Andere Kletterer beobachten, wie ihm sein Vorhaben gelingt, und über Nacht wird Auer zum Shootingstar der Szene. Freimütig spricht er nun über den plötzlichen Ruhm, über seinen Weg zum professionellen Bergsteiger sowie über Verzicht und medialen Druck. Er erzählt von seiner Kindheit auf dem Bauernhof. Wie er seine Magersucht überwand und nach Verletzungen lernte, wieder aufzustehen. Was es bedeutet, einen Freund am Berg zu verlieren, kurz vor dem Ziel umzukehren und mit seiner Meinung öffentlich anzuecken. Ein kluges Buch über Vernunft und Leidenschaft im Alpinismus und die Kunst der natürlichen Linie.

Erschienen am 02.11.2017
272 Seiten, Hardcover mit Schutzumschlag
ISBN 978-3-89029-480-3
Erschienen am 02.11.2017
272 Seiten, WMEPUB
ISBN 978-3-492-97759-3

Leseprobe zu »Südwand«

Starkes Storytelling
Die Frage, ob der traditionelle Alpinismus überlebt oder nicht, hängt weniger davon ab, ob und wie schnell klassische Bergtouren gelingen, als vielmehr von der Fähigkeit der jungen Generation von Bergsteigern, sich und ihre starken Erlebnisse auch auszudrücken. Der Alpinismus ist inzwischen eine globale Erscheinung, es wird auch viel besser geklettert als früher, und jede Disziplin, in die sich das Klettern und Bergsteigen aufgesplittet hat, hat ihre Spezialisten und Tabubrecher.
Es wird gleichzeitig aber immer schwieriger, [...]

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Starkes Storytelling
Die Frage, ob der traditionelle Alpinismus überlebt oder nicht, hängt weniger davon ab, ob und wie schnell klassische Bergtouren gelingen, als vielmehr von der Fähigkeit der jungen Generation von Bergsteigern, sich und ihre starken Erlebnisse auch auszudrücken. Der Alpinismus ist inzwischen eine globale Erscheinung, es wird auch viel besser geklettert als früher, und jede Disziplin, in die sich das Klettern und Bergsteigen aufgesplittet hat, hat ihre Spezialisten und Tabubrecher.
Es wird gleichzeitig aber immer schwieriger, wirkungsvolle Geschichten zu erzählen. Nicht etwa, weil alles gesagt wäre, nein, weil mit der Urbanisierung der Gebirge ihre Geheimnisse schwinden. Hansjörg Auer hingegen kommt immer wieder zurück von Bergen, die kaum jemand kennt – Kunyang Chhish, Nilgiri, Gimmigela, Shipton Spire, Kristallwand, Neacolas, Blåmann, Cerro Laguna, Jebel Misht –, und beschwört mit seinen Berichten die Launen der Natur. Wie ein Zauberer. Wenn er solo in den »Fisch« an der Marmolada d’Ombretta einsteigt, weiß er nicht nur, was er kann, er ist dabei für sich und danach für die Forterzählung der Kletterkunst verantwortlich.
Die alpine Geschichte ist die Summe aller am Berg erlebten Geschichten. Die daraus gefilterte Alpingeschichte bewegt Gesellschaft und Szene seit zwei Jahrhunderten. Eine erfundene Geschichte? Auch, zuerst wird erlebt, dann erzählt, in der Szene wird darüber diskutiert und analysiert, zuletzt setzen sich Bilder der Bergwelt durch, die die Menschenwelt erschüttern.
Der traditionelle Alpinismus, wie ihn uns Hansjörg Auer vorlebt, ist heute von den berühmten Bergen weggerückt in jene Wildnisareale, in denen Pistenbergsteiger und Speedkletterer nicht anzutreffen sind. Er ist mit seinen Partnern immer dort unterwegs, wo die vielen anderen nicht hingehen. Eigenverantwortung und Kreativität sind es, die ihn neben seinem Instinkt für die Wildnis und seinem Können die Herausforderungen der Jetztzeit finden lassen. Sein Spielfeld ist erstaunlich groß und lässt die verblüffendste Vielfalt von Klettereien zu. Mit seinen sachlichen Erzählungen darüber nimmt er uns Leser mit in immer menschenfeindlichere Welten, in denen die alpine Geschichte weitergesponnen wird. Seine Touren sind kein Fantasieprodukt, und doch leben sie in unseren Köpfen fort durch seine Erzählungen, die Teil unserer gemeinsamen Geschichte werden.
Es ist eine Tatsache, dass ein Großteil der Kletterer heute an künstlichen Wänden und markierten Routen steigt – ein großartiger Sport –, an den Seven Summits und Achttausendern werden Pisten gebaut, um Gruppenreisenden auf das Dach der Welt zu helfen – kostspieliger Tourismus –, solange aber Typen wie Hansjörg Auer Gefahren und Schwierigkeiten in absoluter Exposition aufsuchen und offen darüber berichten, bleibt der traditionelle Alpinismus lebendig und spannend zugleich. Eine endgültige Definition dazu gibt es nicht, sie entsteht allein in unserer kollektiven Vorstellungskraft – dank gelebter und erzählter Storys.

Reinhold Messner,
im Sommer 2017


Leidenschaft
Im Alter von sechs Jahren stand ich auf meinem ersten 3000 Meter hohen Berg. Ein ganz gewöhnlicher Wanderberg bei Umhausen, dem Ort, wo ich aufgewachsen bin. Drei Jahre später vermerke ich in meinem Tourenheft den Hemrachkogel. Zusammen mit meinen Brüdern Jakob, Matthias und meinem Vater sind wir wohl nicht über den Normalweg auf den Gipfel gekommen, denn in den letzten zwei Zeilen heißt es, dass wir auch ein bisschen klettern mussten. Zwei Ausrufezeichen beenden den kurzen und nüchternen Eintrag. Ich bin mir auch sicher, dass mein Vater uns damals den Strahlkogel, die höchste Erhebung von Umhausen, gezeigt hat. Nach allen Seiten fällt dieser Gipfel steil ab. Nach Norden ein kleines Eisfeld und eine steile, brüchige, gut 400 Meter hohe Wand. Damals war ich weit entfernt davon, sie klettern zu können, dennoch blickte ich zu ihr hinüber mit einer Sehnsucht, die mich über viele Jahre nicht mehr losgelassen hat.
Wenn ich heute diese Nordwand sehe, denke ich immer an die Stunden zurück, die ich damit verbracht habe, sie im Winter, im Sommer, allein oder zusammen mit meinen Freunden zu klettern. Es sind schöne Erinnerungen an damals und die ersten ans extreme Bergsteigen. Wir waren sehr motiviert und haben die Strahlkogel-Nordwand als Sprungbrett gesehen für die großen Herausforderungen, die großen Berge. Ich kann mich noch genau an das erste Mal erinnern. Es war im Sommer 2000. Mein Bruder Matthias war 18, ich gerade mal 16. Am späten Nachmittag sind wir mit Zelt und Schlafsack durch das Larstigtal aufgestiegen und haben am letzten grünen Fleck unser kleines Lager aufgebaut. Wir waren viel zu nervös, um den schönen Sonnenuntergang zu genießen. Früh gingen wir schlafen, und ebenso früh sind wir aufgestanden. Um sechs Uhr waren wir bereits am Einstieg und irgendwie enttäuscht, als wir schon kurz nach acht Uhr auf dem Gipfel waren. Wir hatten so viel von dieser Wand erwartet, waren überzeugt, wir müssten uns über viele Seillängen hinweg sichern, und hatten uns auf einen langen Tag im brüchigen Fels der schattigen Wand eingestellt.
Da sie meinem Bruder und mir im ersten Moment nicht sehr viel zurückgab, habe ich erst viele Jahre später den Wert dieser Wand, dieses Berges und des damit verbundenen Abenteuers für mich schätzen gelernt. Viele andere Wände lagen da schon hinter mir, viele großartige Tage, viele Überraschungen, aber auch einige Rückschläge und eine Tragödie. Die positiven Erfahrungen sollten jene von der ersten Durchsteigung der Strahlkogel-Nordwand noch übertreffen, aber auch die negativen werden mich mein ganzes Leben lang begleiten.
Heute steige ich immer wieder hinauf über unsere direkte Nordwandroute, sei es nach Neuschnee an einem kurzen Tag im November oder bei Firn und dem Duft der ersten Blumen am hinteren Talboden des Larstigtals im Mai. Und ich denke darüber nach, wie es gewesen wäre, wenn unser Vater nicht mit uns Buben an jenem Tag auf den Hemrachkogel geklettert wäre.

Nilgiri Süd
Damals, als niemand ahnen konnte, was die Zukunft bringen würde, und auch sonst nicht viel los war, sind wir mit dem Fahrrad gekommen. Und zwar zum Klettergarten Engelswand, der am nächsten gelegenen Klettermöglichkeit in unserer Gegend. Froh, die Schulprobleme für die nächsten Stunden hinter mir zu lassen, warf ich den Rucksack zu Boden, zog mir den grauen Klettergurt an und legte das Seil aus. Gerry Fiegl aus Umhausen, einer meiner ersten Kletterpartner und Freund aus der Trainingsgruppe des Alpenvereins, reichte mir die Kletterschuhe, und los ging’s. Meist habe ich mit der ersten Seillänge begonnen. Nicht, weil ich besser klettern konnte, sondern wohl eher, weil ich vier Jahre älter war. Wir sind immer in dieselben Routen eingestiegen. So konnten wir vergleichen, uns gegenseitig pushen und viel mehr voneinander lernen.
Einmal pro Woche waren Gerry und ich beim Klettertraining in der Halle in Tumpen. Und war einmal einer von uns verhindert, so sahen wir uns doch fast jeden Tag in der Früh, wenn wir zusammen mit dem Bus nach Imst zur Schule fuhren. Er ins Unterstufen-Gymnasium und ich zur Handelsakademie. Es gab also immer genug Möglichkeiten, sich zum Klettern zu verabreden. Zwei Jahre später wechselte Gerry dann auf eine weiterführende Schule nach Innsbruck. Unser Kontakt wurde lockerer, er verbrachte die meiste Zeit im Internat. Nur an den Wochenenden kam er wieder ins Ötztal, und auch wenn er inzwischen manche anderen Interessen hatte, war Gerry doch immer wieder dabei, wenn ich zusammen mit anderen Ötztaler Kletterern unterwegs war. Ich erinnere mich noch genau an ein verlängertes Wochenende im Tessin oder an Ausflüge in die Dolomiten.
Deshalb freute es mich auch, dass ich nach meiner Free-Solo-Begehung der Route »Weg durch den Fisch« die Möglichkeit hatte, Gerry als Testimonial bei einer Outdoorfirma unterzubringen. Er wollte nie wirklich Profikletterer werden, dennoch war er froh, dass er neben seinem Studium der Meteorologie in Innsbruck und all den anderen Ausbildungen, die er absolviert hatte, damit die Chance bekam, sich die Ausrüstung leisten und seine Freizeit noch intensiver für den Klettersport nutzen zu können.
Schnell hatte Gerry sein Können gesteigert, und zusammen sind wir in den folgenden Jahren viele neue Routen geklettert. Ganz besonders erinnere ich mich an die erste freie Begehung der »Colpo di Coda« an der Marmolata oder unsere Erstbegehung »Coco Jambo« gleich rechts von der »Don Quixote«. Aber auch im Ötztal waren wir sehr aktiv, sei es im Eis oder im brüchigen Fels der Kristallwand. Irgendwie hat Gerry sich immer die Zeit genommen, und an Motivation hat es ohnehin nie gefehlt. Und jedes Mal, wenn wir den Tag bei einem Bier, Kaffee oder aber auch einem kurzen Gespräch vor unseren geparkten Autos ausklingen ließen, redeten wir davon, irgendwann zusammen etwas Großes zu unternehmen. Im Herbst 2015 war es dann endlich so weit, und als unser gemeinsamer Freund Alex Blümel, Bergführer und Alpinist aus Mötz in Tirol, auch mit im Boot war, konnte die Expedition zum Nilgiri Süd starten.
Der Berg
Die Zahl der unbestiegenen Gipfel und Wände ist zum Glück nach wie vor beträchtlich größer als die Anzahl der Berge, auf denen bereits Spuren hinterlassen worden sind. Das trifft auch auf den Nilgiri Süd und dessen Südwand zu. Das Massiv des Nilgiri erstreckt sich im Himalaja über knapp fünf Kilometer auf einer Nord-Süd-Achse. Zwischen den Achttausender-Kolossen Dhaulagiri und Annapurna erheben sich der Süd-, der Zentral- und der Nordgipfel satte 4000 Meter über das Kali-Gandaki-Tal, das tiefste Durchbruchstal der Welt – steil, von wilden Schluchten umgeben, formschön die abschließenden Gipfel. Der am häufigsten bestiegene Gipfel ist der nördlichste. Das liegt wohl auch daran, dass er mit 7061 Metern als Einziger die für viele so wichtige 7000er-Grenze überschreitet. Zudem ist er, technisch gesehen, der am einfachsten erreichbare Gipfel. Eine ideale Kombination also. In Richtung Süden blickend, fällt einem der Zentralgipfel kaum auf – eine mehr oder weniger kleine Schneekuppe, bevor ein zackiger und steiler Grat sich zum Südgipfel hinaufschwingt. Gleich danach fällt die fast senkrechte, etwa 1500 Meter hohe Südwand hinunter in die Miristi-Khola-Schlucht.
Wegen seiner Schartenhöhe von mehr als 600 Metern gilt der Südgipfel als ein eigenständiger Berg. Zum ersten Mal wurde er von einer japanischen Expedition unter der Führung von Kazao Mitsui bestiegen. Über die Rückseite haben sie es probiert und nach einigen Versuchen auch geschafft. Eine Ersteigung der Südseite des Berges wurde bereits von fünf Expeditionen versucht. Japaner, Tschechen und Slowenen waren dort, alle jedoch ohne Erfolg.
Thulobugin
Etwas verspätet verlassen wir Kathmandu. Von dem verheerenden Erdbeben vom April 2015 ist Gott sei Dank nicht mehr viel zu erkennen. Es scheint, dass die Einwohner Nepals die Katastrophe einigermaßen verdaut haben, auch wenn die Häuser in den Bergen, wo das Epizentrum des Bebens war, noch lange nicht alle wiederaufgebaut werden konnten.
Mit einem Lastwagen fahren wir bis Lete. Hier ist die Straße zu Ende, und über eine Hängebrücke gelangen wir auf die andere Seite des Mustang Khola. Das Wasser des Flusses ist sehr schwarz durch den hohen Sedimentgehalt, abgeschürft von den Bergflanken des Mustang und des Dhaulagiri. Über Jahrhunderte verlief hier eine der wichtigsten Routen für den Transport von Salz und Reis, bis die Straße immer weiter ausgebaut wurde und Lastwagen für den Weitertransport sorgten. In dem kleinen Dorf Deurali verteilen wir unsere mitgebrachten Kleidungsstücke. Fast bei jeder Expedition versende ich per Air Cargo zumindest ein großes Gepäckstück mit alten, in Europa nicht mehr gebrauchten Dingen. Beinahe ehrfürchtig und mit großem Dank nehmen die Menschen die Sachen entgegen. Dieses ganz spezielle Leuchten der Kinderaugen rufe ich mir immer wieder während einer Expedition in Erinnerung, besonders wenn mich irgendwelche Kleinigkeiten aufregen. Wie Balsam legt es sich dann auf mein erhitztes Gemüt und mahnt mich, dass mein ständiges auf das Klettern fixiertes Tun nicht zum Wichtigsten auf dieser Welt zählt.
Sehr steil geht es am darauffolgenden Morgen in Richtung Thulobugin-Pass. Nach einer neuerlichen Nacht auf etwa halber Strecke erreichen wir endlich den höchsten Punkt. Total in Nebel gehüllt, sehe ich die ersten Träger kommen. Sie leisten Unglaubliches. Viele sind mit mehr als 30 Kilo auf dem Rücken und mit äußerst schlechtem und desolatem Schuhwerk unterwegs, doch immer haben sie ein Lächeln auf den Lippen. Die Tropfen an den Rändern ihrer Kopfbedeckungen haben sich mittlerweile schon in Eiskristalle verwandelt. Eine kurze Rast auf knapp 4500 Meter Höhe, und bergab sollten wir bald das Nilgiri-Basislager erreichen. Vorsichtshalber setzen Alex und ich uns an die Spitze des Zuges, um einen schönen Platz ausfindig zu machen, bevor alle Träger da sind.
Strategisch gesehen, ist der Ort des Basislagers sehr bedeutsam für den weiteren Verlauf einer Expedition. Es gibt viele Dinge zu berücksichtigen, wie Wind, Wasserversorgung und vor allem die Sichtbarkeit des zu ersteigenden Berges. Bei schwierigen Klettereien an den steilen Wänden der hohen Berge ist es sehr wichtig, dass man die Wand tagtäglich vom Camp aus einsehen kann. Schon früh am Morgen, wenn man aus dem Zelt kriecht, wandert der Blick hinauf und sucht nach den Schneefahnen, frischen Lawinen, abgebrochenen Séracs und frischen Felsausbrüchen. Ein großer Berg ist ständig in Bewegung, er schläft nie. Immer passiert etwas, oder es lässt sich etwas beobachten.
Wir erreichen ein kleines Plateau im steilen Gras- und Felsgelände. Zusammengetragene Steine und abgeschabte Flächen deuten darauf hin, dass es hier sein muss. Ich blicke zu Alex hinüber, schaue an seinem Gesicht vorbei und suche die Südwand des Nilgiri. Ich kann sie nicht sehen. Es braucht keine Worte, wir sind uns einig, dass wir noch etwas höher hinaufmüssen. An den letzten Grasflächen, dort, wo die Moräne des Gletschers beginnt, sollten wir einen Platz suchen. Letztlich können wir nur die Hälfte unserer Träger von unserer Idee überzeugen. Auch für Serku, unseren Guide, ist es unmöglich, alle Träger zum Weitermachen zu bewegen. Wir geben denen, die bei uns bleiben, viel Trinkgeld und sind froh, dass zumindest sie zu uns stehen.
Weitere zwei Tage vergehen, bis wir unser Basislager einigermaßen in Schuss haben. Es kostet viele Stunden, die Plätze für all unsere Zelte aus dem harten Moränengrund herauszugraben. Weitere Transportgänge sind nötig hinunter zu dem kleinen Plateau, wo die Hälfte der Träger unsere Ausrüstung zurückgelassen hat.

Hansjörg Auer

Über Hansjörg Auer

Biografie

Hansjörg Auer, 1984 geboren, ist ausgebildeter Lehrer für Mathematik und Sport. Er begann 1996 mit dem Sportklettern und ist seit 2009 Profibergsteiger. Ihm gelangen mehrere Erstbegehungen und berühmte Routen, u.a. in den Dolomiten, in Patagonien, im Yosemite Valley, Karakorum und Himalaja. Zudem...

Medien zu »Südwand«

Pressestimmen

Kleine Zeitung (A)

»Hansjörg Auer ist ein Magier unter den Alpinisten: Sein Buch ist eine ehrlich-leidenschaftliche Bilanz seines Schaffens. Und ein gutes Stück Alpinliteratur.«

Bezirksblätter Imst (A)

»Das Buch von Hansjörg Auer gewährt tiefe Einblicke.«

Rundschau Ausgabe Landeck (A)

»Spannende Biographie von Bergsteiger Hansjörg Auer.«

Allmountain

»Beim Erstlingswerk des ausgebildeten Mathematiklehrers darf man sich auf viel Spannung, aber auch auf kluge und geradlinige Gedanken zum Zustand des Alpinismus freuen.«

Österreichische Alpenzeitung

»Spannend aufgebaut, flüssig zu lesen!«

Panorama

»Ein Lese-Erlebnis!«

Bergauf

»Ein kluges Buch über Vernunft und Leidenschaft im Alpinismus und die Kunst der natürlichen Linie.«

ALPIN

»Spannend, berührend, lesenswert!«

Reinhold Messner

»Sein Klettern ist so selbstverständlich wie der Fisch im Wasser, der Vogel in der Luft.«

Alpenverein Magazin

»Er schreibt ungewöhnlich offen und authentisch in diesem Buch. (...) Lesens- und empfehlenswert.«

Inhaltsangabe

Vorwort von Reinhold Messner: Starkes Storytelling
Leidenschaft 
Nilgiri Süd 
Lautlos 
Wasser ist lebendig 
Allein sein 
Free-Solo-Revolution 
Zurück 
Baffin Island 
»Der Letzte der Fallschirmspringer« 
Kunyang Chhish 
»Fisch« ohne Verfallsdatum 
Masherbrum 
Gravur
Nilgiri Süd – Was bleibt 

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