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Steinroller

Steinroller

Der Steinzeit-Kommissar

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Steinroller — Inhalt

Ein ziemlich platt gedrückter Mensch liegt im Gras. Zertreten von einem Mammut? Sieht nicht so aus. Ermordet? Schon eher. Der erste Fall für den jungen Kommissar Steinroller hat es in sich. Zum Glück hat ihn irgendein Darwinistischer Zufall mit ziemlich viel Grips ausgestattet. In einer Welt, in der Konflikte immer noch mit der Keule ausgetragen werden, eher ein Problem. Aber nützlich, wenn man eine Frau liebt, die Intelligenz erotisch findet. Und wenn man herausfinden will, wer den eigenen Stamm bedroht. Auf der Jagd nach dem Täter macht Kommissar Steinroller seinem Namen alle Ehre und vollbringt nebenbei eine historische Tat: die Aufklärung des ersten Mordfalls der Menschheitsgeschichte.

€ 9,99 [D], € 9,99 [A]
Erschienen am 02.05.2016
240 Seiten, WMEPUB
EAN 978-3-492-97338-0

Leseprobe zu »Steinroller«

Wenn ein nackter toter Jäger, den man im Sumpfgras findet, ganz fürchterlich zerquetscht aussieht, ist meistens nur ein wütendes Mammut über ihn hinweggetrampelt. Vor allem kam das bei Neumond vor, wenn man das Mammut nicht rechtzeitig kommen sah.

Da in der Nacht zuvor aber Vollmond gewesen war und der junge Jäger vom Kopf bis zu den Zehenspitzen seltsam hässlich aufgeplatzt dalag, obwohl nicht ein einziger Mammutabdruck zu sehen war, wurde Steinroller skeptisch.

Er kroch aus der gegenüberliegenden Höhle, wo er wieder an seinen Wandbildern gemalt hatte, [...]

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Wenn ein nackter toter Jäger, den man im Sumpfgras findet, ganz fürchterlich zerquetscht aussieht, ist meistens nur ein wütendes Mammut über ihn hinweggetrampelt. Vor allem kam das bei Neumond vor, wenn man das Mammut nicht rechtzeitig kommen sah.

Da in der Nacht zuvor aber Vollmond gewesen war und der junge Jäger vom Kopf bis zu den Zehenspitzen seltsam hässlich aufgeplatzt dalag, obwohl nicht ein einziger Mammutabdruck zu sehen war, wurde Steinroller skeptisch.

Er kroch aus der gegenüberliegenden Höhle, wo er wieder an seinen Wandbildern gemalt hatte, wischte sich die Ockerfarbe von den Fingern und schlich durch die hüfthohen Gräser und Farne zu dem Toten hinüber.

Er sah es schon von Weitem. Die Leiche war Taamu, sein älterer Vetter, der beste Höhlenbärjäger der Sippe. Steinroller war mit ihm aufgewachsen und hatte ihn immer für seinen Mut bewundert. Taamu hatte zwar leider schon von Natur aus einen ziemlich flachen Schädel, nur noch ein Ohr und jede Menge Narben, weil das Höhlenbärfangen kein Honigschlecken war, aber so platt hatte man sein Gesicht noch nie gesehen. Auch sein lebloser Körper war nur noch eine Hand breit hoch, als wäre ein Hartholzbaum auf ihn gefallen. Doch Hartholzbäume gab es in der ganzen Gegend nicht.

Steinroller – der eigentlich Kamu hieß, aber keiner nannte ihn so – schob sich die Haare aus dem Gesicht, hob kritisch die dicken Augenbrauen, schnupperte eine Weile intensiv über dem Toten und sog durch seine großen Nasenlöcher die warme Luft ein. Die Leiche roch nur ein kleines bisschen nach Blut. Kein Wunder, denn das war offenbar schon lange geronnen. Nur die Gedärme stanken. Und auch sonst war einiges auffallend. Der Umhang aus Wolfsfell, den sein Vetter immer trug, war nirgendwo zu sehen. Auf seiner haarigen Brust lag auch nicht der Lederbeutel mit dem Feuerstein, den Taamu wie jeder in der Sippe immer um den Hals tragen musste. Irgendetwas stimmte hier nicht.

Er war plötzlich sicher, dass Taamu heimtückisch ermordet worden war. Heimtückisch bedeutete in seiner Sippe, dass sich sein Mörder nicht zu der Tat bekennen wollte. Und so etwas hatte es seit Generationen nicht gegeben.

Natürlich kam es immer wieder vor, dass ein Jäger einen anderen im Streit erschlug. Normalerweise nahm man einen großen Stein in die Hand und brachte die Auseinandersetzung ordentlich zu Ende. Waffen waren dabei tabu, denn der Speer oder das Steinmesser sollten nur mit den Tieren des Waldes in Berührung kommen. Ein eingeschlagener Schädel dagegen war immer eine saubere Sache. Höflicherweise fütterte der Überlebende dann noch einen Winter lang die Frau und die Kinder des Getöteten durch, aber auch nicht viel länger, denn die Frau konnte sich ja leicht wieder einen anderen Jäger zur Paarung suchen.

Nachdenklich kehrte Steinroller ins Lager zurück.

Traurigkeit stieg in ihm hoch. Gleichzeitig beschwor der große Schmerz, Taamu verloren zu haben, etwas Kämpferisches in ihm herauf.

Seine haarige Verwandtschaft saß am Feuer und lutschte von den Frauen zubereitete Biberknochen aus. Stumm und eilig ging er durch den Matsch an ihnen vorbei, erleichtert darüber, dass sie ihn nicht weiter beachteten. Wegen seiner Höhlenmalerei hielten sie ihn ohnehin nicht für normal, und er genoss in gewisser Weise Narrenfreiheit. Wirklichen Respekt hatte er sich nur einmal erworben, als er der Beste im Steinerollen geworden war, mit einer strategischen Bestleistung, die bisher keiner der Kraftprotze da draußen übertroffen hatte.

Nur Weichhaar schaute vom Feuer lächelnd zu ihm herüber. Sie war gerade dabei, einige der Biberknochen mit einem Stein zu zertrümmern, um spitze Nadeln daraus zu gewinnen. Sie hatte die Methode selbst erfunden. Steinroller bewunderte sie dafür. Sie war anders als die anderen, und das gefiel ihm. Er lächelte zurück.

Der Alte saß wegen seines Rheumas mit dem Rücken an einem großen wärmenden Stein, den man vorher für ihn im Feuer erhitzt hatte. Als Ältester und Anführer der Sippe konnte er sich solche Extrawünsche leisten.

»Na, Schmierfink. Schwänzt du wieder das Biberessen ?«

»Ich habe eine Entdeckung gemacht, die ich dir mitteilen möchte.«

Felsschmetterer, wie sein Vater für alle nur hieß, knurrte düster und forderte seinen Sohn mit einer unwilligen Geste auf, zu sprechen. Seine große, scharfkantige Steinkeule lehnte jederzeit griffbereit hinter ihm am heißen Stein.

Steinroller setzte sich auf den harten Boden und begann zu schildern, wie er Taamu gefunden und was er sonst noch an dem Toten beobachtet hatte.

Sein Vater verzog keine Miene, während er seine erste Frage stellte. Er war zwar klein, aber trotzdem breitschultrig und muskulös wie ein Wisent, so wie auch sein bärtiges Gesicht und die langen Haare zu einem zerzausten Rind passten.

»Was heißt das – es war kein Blut im Gras ?«

»Was immer ihn auch plattgemacht hat – es ist nicht da geschehen, wo er lag. Sonst müsste ja alles voller Blut gewesen sein. Und Mammutabdrücke.«

»Du Schlauberger. Vielleicht ist er irgendwo anders unter ein Mammut geraten und konnte dann noch bis zum Sumpf laufen.«

»Der konnte nicht mal mehr kriechen.«

Felsschmetterer knurrte. »Warum sollte mich das kümmern ? Es gibt noch andere gute Bärenjäger bei uns.«

»Ist dir auch egal, dass sein Beutel mit dem Feuerstein fehlt ?«, fragte Steinroller und fügte listig hinzu: »Ich weiß nämlich auch, dass nicht nur ein Feuerstein darin eingewickelt war.«

»Was ?« Der Alte schien plötzlich alarmiert und beugte sich vor. »Woher weißt du das ?«

»Von Taamu selbst. Du hast ihm einen weißen Stein gegeben, der Zauberkraft gegen die Bären haben soll.«

»Wie konnte er ein solches Geheimnis verraten ?«, schnaubte Felsschmetterer und sah seinen Sohn wütend an.

Steinroller hielt dem Blick stand. »Weil er stolz darauf war. Und deshalb glaube ich auch, dass jemand ihn umgebracht hat, weil er den Zauber selbst haben wollte. Aber was hat Taamu nur so furchtbar entstellt, frage ich mich ? Ich habe derart Brutales noch nie gesehen.« Er machte eine Pause und fragte dann: »Willst du den Toten sehen ?«

»Lieber nicht«, sagte Felsschmetterer. »Ich vertraue dir voll und ganz.«

Er dachte einen Augenblick nach. Als er weitersprach, wirkte er plötzlich sachlicher. Wie alle Sippenführer vermochte er sich jederzeit auf neue Situationen einzustellen.

»Also gut … Wenn es wirklich Mord wäre, dann … So was kann ich momentan gar nicht brauchen. Wir sind sowieso nur noch so wenige und vermehren uns nicht genug. Ich will nicht, dass wir irgendwann aussterben. Du zum Beispiel hast ja nicht mal eine Frau.«

Steinroller wehrte sich sofort.

»Ich habe schon einige ausprobiert, aber auf Dauer wollen sie alle nur einen Jäger.«

Er hatte sich schon oft mit den Mädchen der Sippe gepaart, aber allein schon die plumpe Bereitwilligkeit, mit der sie beim Wolfssprung grunzend ihre Fellschurze zur Seite schoben und sich im Gehölz vor ihm hinknieten, machte ihn unzufrieden. Das konnte doch nicht alles sein. Außerdem endete jede Paarung damit, dass die Mädchen ihn anschließend zu überreden versuchten, doch mit den anderen zur Jagd zu gehen. Es war immer dasselbe.

»Kannst du ihnen das verdenken ? Wer braucht schon einen Höhlenmaler ?«, antwortete sein Vater höhnisch. »Sie wollen Fleisch.«

Steinroller war traurig darüber, dass ihm niemand Bewunderung dafür schenken wollte, was er Tag für Tag an den Wänden der Höhle schuf. Er hatte sich vor einiger Zeit entscheiden müssen – mit den anderen zur Jagd gehen oder Kunst schaffen. Die Entscheidung war ihm leichtgefallen.

»Ich weiß, dass du ein kluger Kopf bist, Sohn«, lenkte sein Vater ein. »Aber nennen wir die Sache ruhig beim Namen. Zum Rentierjagen bist du zu unsportlich, und dein Schwanz ist auch nicht gerade der längste. Du könntest also nie mein Nachfolger werden. Warum versuchst du nicht rauszukriegen, woran Taamu gestorben ist, wenn das wirklich so geheimnisvoll ist, wie du sagst ?«

Steinrollers Herz machte einen Sprung. Das würde ihm gefallen, weil es etwas Sinnvolles war. Und eine intellektuelle Herausforderung für sein schon ziemlich großes Steinzeitgehirn.

»Du meinst, ich darf den Mord selbstständig aufklären ?«

»Schnüffel ein bisschen in der Gegend rum und frag dich durch. Ich mag nicht, wenn meine Mannschaft plattgemacht wird. «

»Gut. Habe ich auch einen offiziellen Titel ? Den werde ich brauchen, wenn ich an den Lagerfeuern die Leute befrage. Ich habe keine Lust, dass mir die Jäger einen überziehen, nur weil sie mich für zu neugierig halten.«

»Ich ernenne dich zum Besserwisser«, sagte sein Vater. »Davor haben alle Respekt. Außerdem schenke ich dir eine Frau, damit auch dieses Thema endlich erledigt ist und du standesgemäß loslegen kannst.«

Steinroller hatte geahnt, dass noch irgendein saurer Apfel vor seine Füße fallen würde.

»An wen hast du gedacht ?«, fragte er vorsichtig.

»Du kriegst Weichhaar. Die ist hübsch, aber leider auch schlau. Ich weiß nicht, was wir sonst mit ihr machen sollten.«

Für Steinroller war das eine gute Nachricht. Weichhaar und er mochten sich, weil sie beide als Außenseiter galten. Weichhaar hatte nicht nur weiche, sondern vor allem leicht gekringelte braune Haare, was relativ selten war, denn die meisten seiner Sippe waren blond oder schwarz mit filzigen Strähnen. Sie war etwa so alt wie er. Und sie fiel bei den anderen immer wieder unangenehm auf, weil sie jeden Tag im Fluss badete und kein bisschen stank.

Bevor sein Vater es sich anders überlegen konnte, sagte Steinroller: »Einverstanden. Ich nehme sie.« Dann fiel ihm noch etwas ein. »Außerdem brauche ich noch einen persönlichen Helfer, der mir zur Verfügung steht.«

»Der beste Helfer ist zwar meiner Meinung nach eine hübsche große Keule, aber meinetwegen … Nimm dir Otterfang dazu, der ist groß und stark.«

Das war keine schlechte Idee, auch wenn Steinroller nicht mochte, dass sein Vater die Notwendigkeit einer funktionierenden Exekutive in seiner Sippe nicht begriff und so grob daherredete. Immerhin war der Flussfischer Puku Otterfang ein grundanständiger Kerl, ein Hüne, der am liebsten Frösche verschlang, aber auch ein gutes Herz hatte. Wegen seiner Größe hatten die meisten Angst vor ihm. Außerdem besaß er die besten Augen von allen und war ein brillanter Spurenleser.

»Dann wäre ich jetzt komplett«, sagte Steinroller zufrieden.

Sein Vater griff nach einem Lederbeutel, in dem sich Wasser befand, und schüttete sich den gesamten Inhalt mit Schwung in den Mund. Seine Barthaare tropften, während er schluckte. Als er mit dem Trinken fertig war, sagte er: »Gut. Wie wär’s, wenn du dich jetzt erst mal um Weichhaar kümmerst ? Sag Otterfang, er soll euch die Höhle am Wald herrichten. Ich will, dass Weichhaar so schnell wie möglich Junge kriegt.«

»Ich gebe mein Bestes«, versprach Steinroller. Doch in Wirklichkeit war er fest entschlossen, sich sogleich wieder dem Toten zuzuwenden. Hier mussten noch jede Menge Spuren gesichert werden.

So viel war klar: Mit seiner neuen Tätigkeit würde jetzt viel Arbeit auf ihn zukommen. Plötzlich gefiel ihm nicht mehr, dass er nur den Titel eines Besserwissers haben sollte. Was war das schon, ein Besserwisser ? Jeder Steinaxt-Hauer kam sich ebenfalls als Besserwisser vor.

Sprachbegabt wie er war, dachte er sich schnell eine wohlklingende Bezeichnung aus. Es war die eindrucksvolle Kombination von zwei doppelten Konsonanten, die ihm spontan gefiel und die immer Eindruck machte.

Er wandte sich noch einmal selbstbewusst an seinen Vater.

»Könnte ich nicht auch Kommissar heißen ?«, fragte er forsch. »Das klingt mehr nach Obrigkeit …« Er verbesserte sich. »Nach deiner allgegenwärtigen Macht, meine ich.«

»Was du nur immer für Worte erfindest …«, sagte sein Vater, nicht ohne Bewunderung in der Stimme. Dann dachte er kurz nach. »Aber du könntest recht haben. ›Kommissar Steinroller‹ – da denkt man doch gleich viel mehr an einen Mann von Bedeutung und Klugheit.«

»Während Otterfang Assistent heißen könnte«, setzte Steinroller nach.

»Auch das«, sagte sein Vater, der Sache bereits überdrüssig.

»Danke«, sagte Steinroller. »Dann werde ich jetzt mal anfangen.«

Martin Lassberg

Über Martin Lassberg

Biografie

Martin Lassberg lebt im Inntal und ist als Journalist leidenschaftlicher Sammler und Jäger von außergewöhnlichen Geschichten. Auf seinen zahlreichen Reisen hat der promovierte Literaturwissenschaftler immer wieder den Ursprüngen der Menschheit und der alten Kulturen nachgeforscht. Einmal im Jahr...

Pressestimmen

Lingener Tagespost

»Ebenso amüsant wie spannend.«

OÖ Nachrichten

»Lässige Urlaubslektüre«

General-Anzeiger

»Herrlich schräg, herrlich lesenswert.«

WDR 5

»In seinem locker und leicht geschriebenen Roman mixt Lassberg einen anregenden Cocktail zusammen aus Zutaten aus verschiedenen Welten.«

Die Presse am Sonntag (A)

»Wächst einem dank des liebenswürdigen Personals und Lassbergs verschmitzten Bemerkungen über die Menschheit an sich ans Herz.«

BÜCHER Magazin

»›Steinroller‹ ist eine der Überraschungen des Sommers. Keine Frage: Das Debüt schreit nach einer zweiten Reise in die Steinzeit.«

Kommentare zum Buch

Großartig!
MyBookChaos am 04.06.2017

MEINUNG: Dieses Buch ist einfach von vorne bis hinten nur großartig! Angefangen beim Cover, über die Charaktere, den Humor, bis hin zur spannenden Geschichte.   Protagonist dieser Geschichte ist Kamu, der aber von allen nur Steinroller genannt wird, weil er so gut wie kein anderer Steine rollen kann. Er ist ein Künstler unter den Steinzeitmenschen, denn anstatt zu jagen, verbringt er seine Zeit lieber damit, Höhlenwände anzumalen. Von Einigen dafür verschmäht, ist er mit seinem Leben glücklich, bis er eines Tages eine Leiche findet. Das wäre nun nichts weiter aufregendes, doch ist die Leiche platt wie eine Flunder, zudem handelt es sich auch noch um Taamu, einen Vetter von Steinroller. Diesem wird schnell klar, dass hier ein Mord stattgefunden haben muss. Auch dieses ist erstmal nichts besonderes bei den Steinzeitmenschen, doch ein im Geheimen verübter Mord ist hochgradig verachtenswert! So wird Steinroller dann kurzerhand durch seinen Vater Felsschmetterer, den Anführer der Sippe, zum Kommissar ernannt, bekommt Otterfang als Assistenten zugeteilt und weil es sich doch mit einer Frau besser lebt, bekommt er auch noch eine gratis dazu, nämlich Weichhaar und los geht es mit CSI in der Steinzeit.   Die Charaktere sind einfach nur wunderbar. Alle ein bisschen schrullig und skurril und ausgestattet mit Eigenschaften und Marotten, die von unserer jetzigen Zeit übertragen wurde. Weichhaar zum Beispiel, die Frau von Steinroller hat ein Fable für Handtaschen, hat eine Pinzette aus Knochen gebaut, um sich damit die Augenbrauen zu zupfen und kommt überhaupt mit Allerlei Erfindungen daher. Taschenmesser und Gesellschaftsspiele braucht frau ja auch. Weiterhin geht sie gerne auf Märkte und kauft und ertauscht da, was ihr unter die Finger kommt. Sicherlich werden hier (und auch durchgängig im ganzen Buch) so einige Klischees bedient, doch ist dieses so überzeugend und sympatisch gemacht, dass es einfach nur lustig ist. Weichhaar und Steinroller passen ganz wunderbar zusammen, da sie beide ein bisschen die Underdogs der Steinzeitmenschen sind. Steinroller malt ja lieber, als auf Jagd zu gehen und Weichhaar ist sehr auf ihre körperliche Hygiene und ihr Aussehen bedacht, was bei den anderen Steinzeitfrauen jetzt nicht unbedingt auf großes Verständnis stößt. Otterfang, Steinrollers Assistent, ist eher von der einfachen Sorte und ein bisschen langsamer in den oberen Regionen. doch steht er Steinroller zu jeder Zeit zur Seite und gibt der Ermittlung sogar an der einen oder anderen Stelle einen entscheidenden Dreh. Doch nicht nur das Ermittlertrio ist wunderbar gezeichnet, sondern auch die Nebencharaktere. Sei es nun Pilu, der Modedesigner, Felsenschmetterer, der Macho, wie er im Buche steht, Bluemenblatt die Vegetarierin oder die Schwiegerkröte. Alle sind liebenswert und herrlich lustig.   Die Morduntersuchung ist großartig beschrieben und ausgedacht. Natürlich braucht man da erstmal Proben, die von Otterfang oral untersucht werden. Er hat halt sehr ausgeprägte Geschmacksnerven. Und so entwickelt sich dann bald eine Geschichte, die tief in die Sippe von Steinroller hineinreicht, so dass er bald niemandem mehr so wirklich trauen kann. Sicherlich steht hier in erster Linie der Humor im Vordergrund, doch trotz dieses Humors und der durchaus vorhandenen Absurditäten ist das Buch sehr spannend! Erst am Schluss wird wirklich klar, wer wieso und warum da mit drin hängt.   Die Parallelen zur heutigen Zeit haben mir besonders gut gefallen, so dass es gar nicht anders möglich war, als laut loszulachen. Die Dialoge sind ein Traum und spiegeln auch wunderbar die geistige Entwicklung der einzelnen Charaktere wieder.   FAZIT: Eine tolle Geschichte, die mal in einer ganz anderen Zeit spielt. Unbedingt lesenswert! Ich hoffe, dass das nicht Kommissar Steinrollers letzter Mordfall war!

Unterhaltsam
jisbon am 24.09.2016

"Steinroller" ist ein sehr unterhaltsamer Krimi. Es geht um den titelgebenden Höhlenmaler Steinroller, der eines Tages auf eine Leiche stößt, die scheinbar heimtückisch ermordet wurde. Niemand bekennt sich zur Tat und es war auch keine gewöhnliche Auseinandersetzung zwischen Angehörigen der Sippe. Zudem gibt es noch einige Umstände, die den Protagonisten stutzig machen... und deshalb beauftragt ihn sein Vater, der Älteste, damit, den Mord aufzuklären. Steinroller ernennt sich kurzerhand zum ersten Kommissar der Menschheit und beginnt, mit Hilfe seiner neuen Frau und seines Assistenten mit der Spurensuche. Die Ermittlungen selbst sind dabei ganz interessant dargestellt, aber dadurch, dass die Geschichte in der Steinzeit spielt, sind die Methoden und die Technik natürlich eingeschränkt. Dem Autor sind hierbei aber kreative Wege eingefallen, um moderne Errungenschaften oder ein passendes Äquivalent in die Geschichte einzuarbeiten. So ist der Assistent des Kommissars nicht nur ein begabter Spurenleser, sondern aufgrund seines großartigen Geschmackssinnes auch eine Art Forensik-Team und Weichhaar, Steinrollers Frau, erfindet einige sehr nützliche Utensilien, beispielsweise die Pinzette. Gepaart mit Steinrollers hohem Intellekt gelingt es den dreien recht gut, dem Mörder auf die Schliche zu kommen; obwohl die Geschichte sehr humorvoll ist und mich auch mehrfach zum Lachen gebracht hat, fand ich den Fall doch interessant und stellenweise durchaus spannend, gerade, weil der Täter aus der unmittelbaren Nähe der Charaktere kommen muss.   Ich kann nicht beurteilen, ob der Autor die Steinzeit vollkommen authentisch dargestellt hat, da ich mich mit dieser Zeit nicht wirklich auskenne, aber für mich war sie überzeugend. Stellenweise kam sie mir überzeichnet vor und einiges ist definitiv anachronistisch, beispielsweise das Spiel 'Jäger ärgere dich nicht', aber all das hat gut zum Buch und zum humorvollen Unterton der Geschichte gepasst und ich fand die Darstellung der Kulisse und des Lebens der Steinzeitmenschen glaubwürdig. Auf jeden Fall macht das Buch neugierig auf ein wenig Recherche über die genauen Lebensumstände der damaligen Zeit. Die Charaktere selbst sind ganz gut ausgearbeitet, obwohl auch sie ein wenig überspitzt und auch klischeehaft dargestellt sind. Steinroller und sein kleines Team sind dabei ziemlich sympathisch und mir hat gefallen, dass sie sich bei der Ermittlungsarbeit ergänzt haben und dass sie alle drei für die Aufklärung des Falles nötig waren.   FAZIT: "Steinroller" ist ein Krimi, der sehr gut unterhält und bei dem die Mischung aus Krimi und Humor auf jeden Fall gelungen ist. Die Figuren sind zwar alle ein wenig überzeichnet , aber das unterstreicht den humorvollen Charakter der Geschichte noch und ich bin schon gespannt, ob der Steinzeitkommissar weitere Fälle lösen wird - auch wenn die Sippe wohl bald aussterben wird, wenn dort weiter lustig gemordet wird...

Braucht wirklich kein (Steinzeit-)Mensch, aber hat man es erst einmal gelesen, will man es wirklich nicht mehr missen!
Floh am 19.05.2016

OMG! Was geht mir nach diesem Buch alles durch den Kopf?... Von Aha, bis Sowas-braucht-kein-(Steinzeit-)Mensch, über Nicht-zu-fassen, bis hin zu Total-abgedreht und abgefahren ist hier wirklich alles dabei. Wenn man mal ehrlich ist, und sich das Cover, den Klapptext und vor allem den Titel „Steinroller – Der Steinzeitkrimi“ ansieht, dürfte ja bereits alles klar sein: Dieses Buch ist eine absolute Neuheit!!! Wer mal was ganz Neues und noch nie dagewesenes sucht, der sollte sich mit Martin Lassbergs „Steinroller“ unbedingt betraut machen. Ein Leseerlebnis, was sich schlecht in urteilende Worte fassen lässt… Dieser Krimi ist soooo überflüssig, aber auch wieder so skurril abgefahren komisch und sonderbar, dass ich ihn doch aus meinem Leseschatz nicht missen möchte. Puuuuh, keine leichte Sache dieses urige und abgedrehte Werk nun zu besternen. Es stellt schließlich den Ursprung aller Kriminalermittlungen und Techniken dar. Dank dem Team um Steinroller, Weichhaar und Otterfang… Hat was von Fred Feuerstein, Der Schuh des Manitu und Monty Python! Abgefahren komisch, auf ganzer Linie. Voller skurriler Ideen und Bilder im Kopf. Entdeckt und erstöbert im Piper Verlag (https://www.piper.de/) Inhalt: "Köpfchen oder Keule? Ein ziemlich platt gedrückter Mensch liegt im Gras. Zertreten von einem Mammut? Sieht nicht so aus. Ermordet? Schon eher. Der erste Fall für den jungen Kommissar Steinroller hat es in sich. Zum Glück hat ihn irgendein Darwinistischer Zufall mit ziemlich viel Grips ausgestattet. In einer Welt, in der Konflikte immer noch mit der Keule ausgetragen werden, eher ein Problem. Aber nützlich, wenn man eine Frau liebt, die Intelligenz erotisch findet. Und wenn man herausfinden will, wer den eigenen Stamm bedroht. Auf der Jagd nach dem Täter macht Kommissar Steinroller seinem Namen alle Ehre und vollbringt nebenbei eine historische Tat: die Aufklärung des ersten Mordfalls der Menschheitsgeschichte."   Schreibstil: Was soll ich bloß zu diesem ganz besonderen Schreibstil des Autors Martin Lassberg noch sagen? Ich habe bisher wirklich noch nie so ein plattes, überflüssiges und abgefahrenes Buch in meinem Leben gelesen. Ob der Autor schriftstellerisches Talent hat? Weiß ich nicht! Muss er hier auch nicht unbedingt, denn so wie die Neandertaler und Steinzeitmenschen (uuuaaaaah, unsere Ur-urahnen und damit nahen Verwandten) nun mal einst waren, bildet dieses Krimierlebnis eine plumpe und flache Basis. Ein Steinzeit-Fundament, auf dem jede Menge Humor, Ironie, Wortwitz, bildhafte Sprache, witzige Paarungspraktiken und erste Ermittlungsstrategien und Werkzeugerfindungen vorherrschen. Martin Lassberg versteht es für Humor und Lacher zu Sorgen. Mal ehrlich, wer hätte gedacht, dass die erste Pinzette der Welt aus Knöchelchen erschaffen wurde um die Augenbrauen der Steinzeitfrauen zu zupfen, die sonst so dick wie Antilopenschwänze wären? Oder dass ein fingerhutähnlicher Köcher aus Frettchenleder als Stängelschützer der Vorreiter des heutigen Kondoms ist? Oder dass eine Geschmacksprobe von Blut und Spuren an Fellen und Kleidern mit der Zunge getestet der erste DANA-Test ist? All diese Momente machen diesen Krimi trotz aller Nichtnotwendigkeit zu einem MUST-READ. Anspruchslos, kurzweilig, unterhaltsam und definitiv total neuartig! Das zeichnet den Schreibstil von Martin Lassberg aus, der hier wirklich mal was ganz abwegiges und sonderbares für den Buchmarkt geschaffen hat. Aus der dritten Perspektive erzählt führt er uns gekonnt in das Steinzeitleben mit allen Vorzügen und Nachteilen ein. Sesshaft, oder doch lieber Normadisch? Wie wird man zu einer höheren Spezies? Was kann man lernen? Was muss unbedingt erfunden werden? Wild, haarig, animalisch, kultiviert und lernwillig, so sind Steinroller, Weichhaar und Otterfang im Team. Und ganz wichtig: Der Mord an Taamu muss aufgeklärt werden. Doch Felsschmetterer, der Oberhaupt der Sippe und Steinrollers Vater, rückt immer näher in den Fokus etwas zu verheimlichen… Dadurch wird dieser Krimi sogar auch ein bisschen spannend, wo er sonst einfach nur lustig und abgefahren-informativ ist. Autor Martin Lassberg besitzt einen besonderen Humor, labt sich an Sarkasmus, Ironie und Zweideutigkeit, er schreibt schonungslos, offen und nimmt kein Blatt vor dem Mund, er verrät nur so viel wie nötig, aber so wenig wie möglich um die Phantasie der Leser anzuregen und so für Kopfkino zu sorgen. Er besitzt eine ganz einzigartige Note, an die man sich zunächst gewöhnen sollte, um das ganze Programm seiner Ideen und seines Brainstorming genießen und erleben zu können.   Charaktere: Hier frage ich mich wirklich: Wo hat der Autor diese Urzeit-Personen im wirklichen Leben vielleicht schon mal gesehen? Wer hat ihn inspiriert und wo bitteschön bekommt man den Input für solche abgedrehten und einmaligen Charakterstudien? Mensch wie Tier verschwimmen hier zu einem Pool aus Facetten, Merkmalen, Kuriositäten und echt herzhaften Ideen. Ein wahres Schauspiel sich in die Höhle der Steinzeitmenschen zu setzten, mit ihnen Mammuts zu jagen, Feuer zu entfachen oder besonders mit dem Team Steinroller zu ermitteln. OMG, was für eine verdrehte und irrsinnig witzige Mischung an Macken und Schrullen. Die Charaktere sind natürlich ebenso vielschichtig wie die entsprechenden Story der Urzeit. Besonders witzig und lieb gewonnen habe ich natürlich Steinroller, seine erfinderische Frau Weichhaar und den treuen und großen Otterfang. Auffallend ist hier, dass all die Charaktere irgendwie so gar nicht „normal“ sind und allein aus ihren Personen heraus schon für viel Humor und Witz sorgen. Dem Autor bleiben in diesem Buch mit seinen knapp 220 Seiten nur wenige Zeilen um sich gänzlich an den Figuren und Hauptdarstellern auszulassen, denn es gilt ja noch den sonderbaren Mord zu lösen… So speziell ausgearbeitete und besondere Persönlichkeiten sind mir selten in einem Roman gebündelt begegnet. Herzhaft. Hach, was habe ich gefrönt. Toll. Steinroller: Steinroller ist der Sohn vom Sippenoberhaupt Felsschmetterer. Steinroller ist ein Künstler und widmet sich der Höhlenmalerei. Doch niemand würdigt seine Künste. Allein ist er auch. Kein Jäger = keine Frau. So einfach ist das. Doch dann wirbelt ein sonderbarer Todesfall die Sippe auf und Felsschmetterer ernennt seinen Sohn zum Kommissar (so hat er wenigstens eine sinnvolle Aufgabe). Gleichzeitig spricht er ihm Weichhaar zur Frau (was Steinroller nur zu sehr erfreut) und bietet ihn mit Otterfang sogar einen Assistenten. Nun liegt es an Steinroller den Fall zu lösen. Doch Steinroller nimmt diese Aufgabe wirklich ernst und führt so manches Verdecktes ans Höhlenlicht… Otterfang: Groß, plump, liebt Krebsschwänze, Salzbarsche und hat ein gewissenhaftes und gütiges Herz. Ein großer Bär, der einschüchternd wirkt und der mit seiner Zunge die ersten DANN-Tests durchführen kann. So ermittelt er beispielsweise, dass die Spuren an einem Wolfspelz kein Blut, sondern Mäusedreck sind. Um genau zu sein Mäusedreck einer Feldmaus, mittleren Größe… Weichhaar: Eine Frau von Steinzeit-Welt. Sie wirbelt Steinrollers Leben richtig auf. Zudem beherrscht sie nicht nur den „Wolfssprung“, sondern zeigt Steinroller noch ganz andere Bettstatt-Künste. Außerdem hat Weichhaar viele Handtaschen, denkt logisch, hat Erfindergeist und nutzt eine Pinzette aus Vogelknöchelchen um sich ihre antilopenschwanzartigen Augenbrauen zu zupfen. Ist sie nicht klasse?     Schauplätze: Die einzelnen Schauplätze sind so abwechslungsreich wie jede einzelne zeile in dem Buch. Tja, die Steinzeit mit Kopfkino hautnah. Höhlen, Felder, Berge, Neandertal, Geröllhalden, Benutztläden, Fellhütten, Lendenschutz-Ateliers… Hier lernt der Leser die Steinzeit wirklich kennen. Mir boten sich Bilder aus Fred Feuerstein, Der Schuh des Manitu mit Bully Herbig und Monty Python. Aberwitzig und wunderbar skizziert. Großartig!   Meinung: Beim Schreiben meiner Rezension merke ich nun doch, wie begeistert ich auf einer besonderen Art doch bin. Beim Lesen der knapp 220 Seiten habe ich jedoch oft gedacht: Wer braucht so ein Buch? Was soll das? Nee oder? OMG und Zum Glück hat das Buch nur 220 Seiten….etc. Aber irgendwie ist es soooo goldig, herzlich, amüsant, ideenreich und so sonderbar abgefahren, dass es schon wieder irgendwie gut ist. Es scheint mir wirklich nicht schwer diesen „Krimi“ zu bewerten. Ich lobe hier einfach den Mut des Autors, seine sprudelnden Ideen und seinen bildhaften Stil. Ob ein Leser diese Skurillität und abgedrehte Story erleben möchte, muss er für sich selbst entscheiden. Ich habe auf jeden Fall mehrmals herzlich gelacht, den Kopf schütteln müssen und ausgiebig geschmunzelt! Man braucht dieses Buch wirklich nicht, doch wenn man es einmal erlebt hatte, will man es doch nicht mehr missen. Und hey: Es ist der Ursprung allen weiteren modernen Ermittlungen! Ein Meilenstein in der Steinzeitgeschichte, ein Pionierstück!!! Es ist wichtig unsere Wurzeln zu verstehen! Hier bekommt man eine vage Ahnung davon mit Humor und Witz garniert!   Cover / Buch: Das Buch ist hochwertig und sehr schön verarbeitet. Ein toller Blickfang ist natürlich das Coverbild: Das runde Mammut mit den Stoßzähnen und dem vielsagendem Blick. Hat dieses Urzeitwesen etwa den Höhlenbär-Bezwinger Taamu ermordet und geplättet? Obwohl kein Vollmond war????   Der Autor: „Martin Lassberg lebt im Inntal und ist als Journalist leidenschaftlicher Sammler und Jäger von außergewöhnlichen Geschichten. Auf seinen zahlreichen Reisen hat der promovierte Literaturwissenschaftler immer wieder den Ursprüngen der Menschheit und der alten Kulturen nachgeforscht. Einmal im Jahr ernährt er sich vier Wochen lang von einer Steinzeit-Diät, deren Grundzüge er bei den Ojibwa-Indianern in Kanada erlernt hat.“   Fazit: Eine glasklare Leseempfehlung für jeden Unterhaltungs- und Krimifan, der auch mal die andere Art von Täter und Opfer mag. Skurril, humorig und sehr abgefahren. Hat was von Fred Feuerstein, Monty Python und Der Schuh des Manitu mit Bully Herbig. Ein Buch, was niemand wirklich braucht, aber das man nach dem Lesen irgendwie doch geliebt hat…. 3 Sterne gibt es mit Tendenz nach unten und nach oben (was das wohl heißen mag????)

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