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Spinnenglut

Elemental Assassin 11

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Spinnenglut — Inhalt

Eine neuartige Droge macht die Straßen von Ashland unsicher. Bekannt ist sie unter dem Namen „Burn“, der die verheerende Auswirkungen der Droge auf ihre Konsumenten beschreibt. Die Elementarmagierin Gin Blanco hat eigentlich nichts mit Drogen am Hut. Doch als ihre Freunde von rücksichtslosen Drogendealern bedroht werden und ihre Schwester, die als Polizistin arbeitet, fast an dem Fall verzweifelt, schreitet Gin ein. Und sie wird keine Gnade kennen – denn wer sich mit der Auftragskillerin Gin anlegt, muss mit dem Tod rechnen ...

€ 14,00 [D], € 14,40 [A]
Erschienen am 04.12.2018
Übersetzt von: Vanessa Lamatsch
432 Seiten, Broschur
EAN 978-3-492-28151-5
€ 11,99 [D], € 11,99 [A]
Erschienen am 04.12.2018
Übersetzt von: Vanessa Lamatsch
432 Seiten, WMEPUB
EAN 978-3-492-99248-0

Leseprobe zu „Spinnenglut“

1

„Da hat doch jemand bald Geburtstag.“

Die Stimme in meinem Ohr rumpelte unglaublich sexy, tief und leise, trotzdem verzog ich das Gesicht.

„Erinnere mich nicht daran“, grummelte ich. „Dieses spezielle Datum versuche ich jetzt schon seit ein paar Wochen zu verdrängen.“

Mit einem Rucksack in der einen und meinem Handy in der anderen Hand blieb ich im Türrahmen stehen, um die Collegestudenten aus dem Raum in den Flur strömen zu lassen. Sie eilten auf den Ausgang zu, zusammen mit dem Professor – alle getrieben von dem Wunsch, die heiligen Hallen der [...]

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1

„Da hat doch jemand bald Geburtstag.“

Die Stimme in meinem Ohr rumpelte unglaublich sexy, tief und leise, trotzdem verzog ich das Gesicht.

„Erinnere mich nicht daran“, grummelte ich. „Dieses spezielle Datum versuche ich jetzt schon seit ein paar Wochen zu verdrängen.“

Mit einem Rucksack in der einen und meinem Handy in der anderen Hand blieb ich im Türrahmen stehen, um die Collegestudenten aus dem Raum in den Flur strömen zu lassen. Sie eilten auf den Ausgang zu, zusammen mit dem Professor – alle getrieben von dem Wunsch, die heiligen Hallen der Gelehrsamkeit so schnell wie möglich zu verlassen. Doch ich blieb, wo ich war, bis das fröhliche Geplapper verklungen war und ich mein Gespräch wieder aufnehmen konnte.

„Was ist so schlimm daran, einunddreißig zu werden?“, fragte Owen.

Obwohl Owen mich nicht sehen konnte – schließlich telefonierten wir ja –, zuckte ich mit den Achseln, während ich den Hörsaal verließ, dann schlenderte ich den Flur entlang.

»Auf den ersten Blick gar nichts. Einfach nur ein weiterer Tag und eine weitere Zahl. Ich werde mich vorher, währenddessen und hinterher genau gleich fühlen. Aber diese Zeit des Jahres … um meinen Geburtstag herum scheinen immer schlimme Dinge zu geschehen.«

„Oh.“ Die Stimme meines Geliebten wechselte in einem Augenblick von neckend und erotisch zu ruhig und ernst. Sonst sagte er nichts. Er wusste genau, was ich mit schlimme Dinge meinte: Meine Mutter und meine Schwester waren ermordet worden. Und ich hatte geglaubt, dass auch Bria, meine kleine Schwester, getötet worden war. Fletcher Lane, mein Mentor, war zu Tode gefoltert worden.

»Ich … ich will einfach nichts beschreien, indem ich über meinen Geburtstag rede«, sagte ich. „Und an die Überraschungsparty, die Finn plant, will ich nicht einmal denken.“

Schweigen.

„Was für eine Party?“, fragte Owen schließlich, ungefähr drei Sekunden zu spät, um glaubhaft zu wirken.

„Die Immer-Party.“

„Was?“, fragte er wieder, diesmal ehrlich verwirrt.

„Die Immer-Party. Die Party, die Finn immer für mich plant. Die Party, von der ich ihm immer erzähle, dass ich lieber darauf verzichten würde. Die Party, mit der der hinterhältige Mistkerl mich immer überrascht, wann immer ich denke, ich wäre endlich sicher vor ihm und seinen Machenschaften.“

Finnegan Lane, mein Ziehbruder, fand, dass Geburtstage eine Zeit der Freude, des Feierns und der Aufregung sein sollten, mit Kuchen, Geschenken und jeder Menge Gästen, die sich in dunklen Räumen versteckten und nur darauf warteten, dass das Licht angeschaltet wurde. Ich hatte kein Problem mit dem Kuchen und den Geschenken, aber Leute, die schreiend in meine Richtung stürmten, sorgten grundsätzlich dafür, dass ich nach meinen Steinsilber-Messern griff.

Ich besaß nun einmal die Instinkte einer Profikillerin.

„Er schafft es immer, dich mit einer Party zu überraschen?“, fragte Owen. „Jedes Jahr wieder? Das kann ich kaum glauben.“

„Na ja, ich bin den hinterhältigen Tricks des Finnegan Lane offensichtlich nicht gewachsen. Vor drei Jahren hat er die Party eine Woche vor meinem Geburtstag geschmissen. Vor zwei Jahren hat er bis drei Wochen nach meinem Geburtstag gewartet.“

Letztes Jahr war das einzige Mal in den vergangenen zehn Jahren gewesen, dass Finn keine Party organisiert hatte, da Fletcher um diese Zeit herum ermordet worden war. Keinem von uns war damals nach feiern zumute gewesen.

Ich schob mich um einen Hausmeister herum, der gerade den Linoleumboden wischte. Die Sonne, die durch die Fenster fiel, ließ die glatte Oberfläche glänzen wie einen neuen Penny, doch je länger ich die feuchten Streifen anstarrte, desto dunkler wurden sie, bis sie in stumpfem Rostrot leuchteten und wie eine andere Flüssigkeit aussahen. Blut. Fletchers Blut, das über die blauen und pinken Schweinespuren auf dem Boden des Pork Pit floss …

„Gin?“, fragte Owen. „Bist du noch dran?“

Ich schüttelte den Kopf, um die unerwünschten Erinnerungen loszuwerden. „Tut mir leid, ich bin immer noch in einem der Gebäude. Der Empfang hier ist schrecklich. Warte eine Sekunde, dann gehe ich nach draußen.“

Ich erreichte das Ende des Flurs und schob mich durch die Schwingtüren auf einen der Plätze des Ashland Community College. Steingebäude umringten die grasbewachsene Freifläche, und ein paar Ahornbäume ragten aus der Erde. Ihre rot und orange gesprenkelten Blätter ließen Schattenflecken über den Boden tanzen. Nach der stark klimatisierten Luft im Gebäude fühlte sich die feuchte Hitze des Septemberabends an, als würde sich eine angenehme, warme Decke um meinen Körper legen. Ich hob mein Gesicht zur Sonne, um das Gefühl zu genießen, bevor ich ganz in die unvermeidliche, feuchtwarme Hitze hinaustrat.

Studenten bewegten sich auf dem Platz hin und her und starrten auf ihre Handys, während sie zu anderen Gebäuden gingen oder den gepflasterten Wegen folgten, die über den Campus zu den Parkplätzen führten. Es war inzwischen nach sieben Uhr und die letzten Kurse waren vorbei, also machten sich alle bereit, den Abend irgendwo anders zu verbringen: in der Bibliothek, um zu lernen; bei Mom und Dad zu Hause, um Wäsche zu waschen; oder in einer nahe gelegenen Bar, um ihre überarbeiteten Hirnzellen in genug Alkohol einzulegen, damit sie alles vergaßen, was sie heute gelernt hatten.

Ich blieb lange genug stehen, um meinen Rucksack – mit Stiften, Blöcken und der Ausgabe von James Bond, man lebt nur zweimal von Ian Fleming – höher auf die Schulter zu ziehen. Das Buch stand auf der Lektüreliste des Spionagethriller-Kurses, den ich belegt hatte. Ich lernte gerne dazu, also war ich eine Art Dauerstudentin am College und schrieb mich jedes Semester für ein oder zwei Kurse ein. Als ich jünger gewesen war, hatten mir die Uni-Kurse geholfen, die Zeit zwischen zwei Aufträgen als Profikillerin – als die Spinne – totzuschlagen. Jetzt hingegen halfen mir die Kurse, die Zeit zwischen den Mordversuchen totzuschlagen, die auf mich verübt wurden: Eben weil ich die Spinne war. Seltsam, wie sich mein Leben doch im letzten Jahr verändert hatte.

„Gin?“, fragte Owen wieder. „Bist du noch da?“

Ich schlenderte in Richtung des Parkplatzes, auf dem mein Auto stand. „Auf alle Fälle flehe ich Finn jedes Jahr verzweifelt an, die Party zu vergessen, und jedes Jahr ignoriert er mich komplett.“

„Willst du, dass ich mal mit ihm rede?“

Ich schnaubte. „Du kannst es versuchen, aber er wird nicht auf dich hören.“

Owen lachte. „Yeah. Wahrscheinlich nicht.“

„Versuch einfach nur, ihn ein wenig einzubremsen, okay? Ich brauche keine Riesenparty mit Luftschlangen und Ballons und so Zeug. Ein nettes, kleines Abendessen mit dir, Finn und Bria wäre toll.“

„Luftschlangen und Ballons? Klingt, als würde er wirklich keine Mühen scheuen“, zog Owen mich auf.

„Du hast ja keine Ahnung.“ Wieder brummte ich unwillig. „Diese Partys?“

»Ja …?«

»Bei einer gab es einen ganzen Streichelzoo. Für eine andere hat Finn eine Hüpfburg gemietet. Hat sie auf dem Rasen vor Fletchers Haus aufbauen lassen. Ich bin eines Tages von der Arbeit heimgekommen und … Überraschung!«

Wieder lachte Owen über meinen bissigen Tonfall. „Ich werde sehen, was ich tun kann.“

Wir fingen an, uns über andere Dinge zu unterhalten. Ich ließ seine Stimme über mich hinweggleiten und genoss das tiefe, vertraute Rumpeln seiner Worte. Trotzdem konzentrierte ich mich die ganze Zeit über auf meine Umgebung, suchte den Platz mit meinen Augen ab, spähte in Türrahmen und schob mich vorsichtig um jede Ecke, für den Fall, dass dahinter jemand auf der Lauer lag. Ein Vampir, der seine Fangzähne fletschte, in Vorfreude darauf, sie in mir zu vergraben. Eine Riesin, die ihre Fäuste ballte, getrieben von dem Gedanken, ihre Finger um meinen Hals zu schließen und mich zu erwürgen. Ein Zwerg, der seine Schultern lockerte, bereit, sich auf mich zu stürzen und meinen Schädel auf dem Boden zu zerschlagen. Eine Feuermagierin mit Flammen in der Hand, um mich mit ihrer Magie zu rösten.

Dass bis jetzt niemand versucht hatte, mich im College zu töten, bedeutete nicht, dass nicht irgendwann ein unternehmungslustiger Narr auf diese Idee kommen konnte. Sie versuchten es zumindest fast an allen anderen Orten, an die ich ging. So viele Leute hatten inzwischen versucht, mich in meinem Barbecue-Restaurant – dem Pork Pit – umzubringen, dass ich gar nicht mehr zählen konnte, wie viele stattdessen ihren Tod durch meine Hand gefunden hatten.

Die Leute bemühten sich, mich auszuschalten, seitdem ich Mab Monroe im Winter umgebracht hatte, die Herrin der Unterwelt von Ashland. Nach Mabs Tod war der Weg frei für einen neuen Verbrecherkönig oder eine neue Verbrecherkönigin in der Stadt … und viele Leute sahen meine Ermordung, die Ermordung der Spinne, als Sprungbrett zum Thron.

Und ich? Nun, zuerst hatte ich einfach nur versucht, unauffällig zu bleiben und die ganzen Mordanschläge zu überleben. Aber langsam machten mich die Typen wirklich sauer. Man sollte meinen, ich hätte genug zwielichtige Gestalten getötet, dass die anderen endlich die Botschaft verstanden und mich in Ruhe ließen, aber anscheinend waren in Ashland nicht gerade viele Hirnzellen verteilt worden. Schockierend, ich weiß.

Doch ich schaffte es zum Parkplatz, ohne dass jemand schreiend oder brüllend aus dem Schatten sprang und versuchte, mich zu erschießen, zu erstechen, zu Tode zu prügeln oder mit Magie umzubringen. Trotzdem blieb ich wachsam, während ich zu meinem Auto ging, denn ich befand mich ganz in der Nähe von Southtown, dem gefährlichen Teil von Ashland – dem Zuhause von Gangmitgliedern, Nutten, ihren Zuhältern und vom Glück verlassenen Obdachlosen. Und das waren noch die netteren Gestalten. Sie würden nicht lange darüber nachdenken, mich umzubringen, weil ich die Spinne war. Sie hätten mich nur zu gern wegen meines Handys, der Autoschlüssel und des Inhalts meiner Brieftasche getötet.

Ich hielt am Ende des Weges an und ließ meinen Blick über den Parkplatz vor mir gleiten. Wie die meisten Orte so nah an Southtown wirkte die Gegend auch hier ein wenig heruntergekommen. Gezackte Risse zogen sich über den Asphalt und öffneten sich zu tiefen Schlaglöchern, wohingegen die weißen Linien der Parkplätze so verblasst waren, dass man sie kaum noch erkennen konnte. Fast-Food-Tüten, ausgetretene Zigaretten und riesige Getränkebecher ergossen sich in Sturzbächen aus den Mülleimern. Die stetige Brise trieb den Müll über den Asphalt, begleitet vom leisen Klirren zerbrochener Bierflaschen.

Verschiedenste Gang-Symbole und Graffiti-Tags waren auf die Betonbarrieren gesprayt, die den Parkplatz von der Baugrube daneben abtrennten. Die Worte Vaughn Constructions prangten auf einem Metallschild an dem Maschendrahtzaun, der sich hinter den Barrieren entlangzog, auch wenn irgendein Sprayer das V in ein riesiges, rotes Herz verwandelt hatte. Ich schrieb mir ein gedankliches Memo, Finn herausfinden zu lassen, was Charlotte Vaughn hier bauen wollte. Oder vielleicht würde ich Charlotte einfach mal abends einen Besuch abstatten und sie selbst fragen.

Ich konnte niemanden entdecken, doch statt weiterzugehen, hielt ich meine Position und rief meine Magie. Die Gefühle, Handlungen und Absichten von Menschen sinken in jeden Stein ein, den es in der Umgebung gibt. Und als Steinelementar konnte ich all diese emotionalen Vibrationen hören und deuten. Wenn zum Beispiel jemand mit einer Pistole in der Hand hinter einer dieser Betonbarrieren lauern würde, bereit, aufzuspringen und mich zu erschießen, sobald ich in Reichweite kam … Dann würde mir der Beton das zumurmeln, genau wie der Mann vielleicht leise vor sich hinmurmeln würde, während er ungeduldig darauf wartete, dass ich endlich auftauchte.

Doch der Beton und der Asphalt grummelten nur genervt vor sich hin, wegen all der Sprühfarben, der Risse und Schlaglöcher, die ihre Oberfläche verunstalteten. Niemand war hier, um einen Mordanschlag auf mich zu verüben. Gut. Vielleicht würde ich tatsächlich mal einen Tag durchstehen, an dem ich nicht um mein Leben kämpfen musste.

Ich hörte Owen zu und schlenderte, immer noch auf der Hut, über den Parkplatz, doch mein silberner Aston Martin stand genau dort, wo ich ihn geparkt hatte. Ich hatte mir das Auto vor ein paar Wochen auf Finns Drängen hin gekauft. Er hatte darauf bestanden, dass ich meinen eigenen Aston bekam, da ich für gewöhnlich dafür sorgte, dass seine Autos verkratzt, verbeult, mit Blut besudelt und generell zerstört wurden.

Ich sah mich ein letztes Mal um, wobei ich immer noch halb damit rechnete, dass irgendein Idiot zwischen zwei Autos heraussprang, etwas schrie und mich mit einer Waffe angriff. Doch ich war allein hier, daher konzentrierte ich mich wieder auf mein Gespräch mit Owen.

„Also, was steht für heute auf dem Programm?“, fragte ich.

„Nun“, meinte er. „Ich dachte, wir könnten einfach zu Hause bleiben und uns einen ruhigen Abend gönnen. Du, ich, ein nettes Abendessen und vielleicht ein paar schöne Stunden fernsehen in meinem Schlafzimmer.“

„Fernsehen? Ernsthaft?“

„Na ja, wenn du darauf bestehst, können wir den Fernseh-Teil des Abends auch überspringen“, murmelte Owen heiser.

Obwohl er mich nicht sehen konnte, lächelte ich. „Lass uns das machen.“

Er lachte. Wir unterhielten uns weiter, während ich meine Schlüssel aus der Jeanstasche zog und die Autotür aufschloss …

„Was glaubst du, wo du hingehst?“

Die harschen Worte und der selbstgefällige Tonfall, in dem sie gesprochen wurden, sorgten dafür, dass ich innehielt und über die Schulter zurücksah. Während ich mich mit Owen unterhalten hatte, hatten drei Kerle Anfang zwanzig den Parkplatz betreten. Sie alle trugen Jeans, Polohemden und Turnschuhe. Ein Mädchen im selben Alter eilte vor ihnen her, die Arme vor der Brust verschränkt und den Kopf gesenkt. Die junge Frau wurde mit jedem Schritt schneller, versuchte, den Kerlen zu entkommen.

Ihr Rucksack hüpfte auf ihrer rechten Schulter. Daran glänzte eine große Anstecknadel in Form eines Schweins, das einen Teller voller Essen hielt, gebildet aus blauen und pinkfarbenen Glitzersteinen. Ich runzelte die Stirn. Ich kannte diese Anstecknadel. Das war eine Nachbildung des Neonschildes, das vor dem Pork Pit hing. Sophia Deveraux, unsere Chefköchin, hatte eine ganze Schachtel von diesen Schweine-Nadeln bestellt und sie an die Angestellten des Restaurants verteilt.

Ich konzentrierte mich auf das Mädchen und stellte fest, dass ich es ebenfalls kannte. Langes, gelocktes, schwarzes Haar, haselnussbraune Augen, bronzefarbene Haut, hübsches Gesicht. Catalina Vasquez. Sie arbeitete im Pit als Kellnerin und belegte nebenher Kurse am College, genau wie ich.

Und es sah so aus, als hätte sie Ärger, genau wie ich, an den meisten Tagen.

Catalina eilte weiter. Sie bewegte sich so schnell, wie sie konnte, ohne wirklich zu rennen, aber die Kerle hatten nicht vor, sie so leicht entkommen zu lassen. Einer hob den Arm und packte ihren Rucksack, riss ihn ihr von der Schulter und ließ ihn zu Boden fallen. Bücher, Blöcke, Stifte und mehr ergossen sich aus der Tasche. Catalina verzog das Gesicht, doch sie machte keinerlei Anstalten, sich vorzulehnen, um die Sachen aufzusammeln. Stattdessen wich sie nicht von der Stelle, die Hände zu Fäusten geballt, als wollte sie sich auf die Kerle stürzen und sie ordentlich verprügeln.

Ich lehnte mich gegen mein Auto und beobachtete, wie sich alles weiterentwickelte.

„Hör mal, Troy, ich habe es dir schon gesagt. Ich stehe nicht auf Drogen. Ich nehme sie nicht, ich kaufe sie nicht, ich verkaufe sie nicht und ich gehe todsicher nicht mit Typen aus, die das tun“, sagte Catalina.

Troy, der Kerl, der den Rucksack gepackt hatte, trat vor. Er war vielleicht einen Meter achtzig groß, mit schmutzig blondem Haar, braunen Augen, bulligem Körperbau und fiesem Lächeln. Bei diesem Anblick verzogen sich auch meine eigenen Lippen zu einem Lächeln – das um einiges fieser war als seines.

„Ach, komm schon, Cat“, schnurrte Troy, als er näher an sie herantrat. „Sei doch nicht so. Wir waren mal befreundet. Wir waren mal viel mehr. Ich erinnere mich daran, wie gut wir zusammen waren. Du nicht?“

Troy hob die Hand, als wollte er sich eine von Catalinas Locken um den Finger wickeln, doch sie schlug seine Hand zur Seite, bevor er sie berühren konnte.

„Das war vor langer Zeit“, blaffte sie. „Bevor ich es besser wusste.“

Troys Augen wurden schmal. „Weißt du, wegen unserer Vorgeschichte wollte ich eigentlich nett zu dir sein. Aber das kannst du jetzt vergessen.“

Er schnippte mit den Fingern. Einer der anderen Kerle trat vor, öffnete den Reißverschluss seines schwarzen Rucksacks und zog eine Handvoll kleiner Plastiktütchen mit Pillen heraus. Er gab sie Troy, der sie hochhob, damit Catalina sie sehen konnte.

„Alles, was du tun musst, ist, diese Pillen mit in dieses Barbecue-Restaurant nehmen, in dem du arbeitest, und sie an die Kellner und Gäste verteilen“, sagte Troy. „Verteil sie auch hier auf dem Campus. Sieh sie als Gratisproben.“

Er gluckste amüsiert, genau wie die anderen zwei Kerle.

Catalina biss die Zähne zusammen und starrte Troy böse an, ihre braunen Augen waren fast schwarz vor Wut. „Ich verticke deine Drogen nicht. Vergiss es. Finde jemand anderen, der dieses Gift für dich verkauft.“

Troy streckte ein zweites Mal die Hand nach ihr aus, doch Catalina schlug seine Finger auch diesmal zur Seite. Troy schoss nach vorne und die beiden anderen Männer traten hinter ihn, sodass sie Catalina gemeinsam gegen den Maschendrahtzaun auf dieser Seite des Parkplatzes drängten. Die beiden Lakaien von Troy wirkten etwas älter als er – und es waren Vampire, das ließ sich aus dem Aufblitzen der Fangzähne in ihrem Mund schließen, als sie Catalina anzüglich angrinsten.

„Du ziehst aus dem Viertel weg und schon hältst du dich für etwas Besseres. Aber jetzt sitzt du nicht mehr auf dem hohen Ross, nicht wahr?“, höhnte Troy. „Schließlich sind wir zu dritt und du bist allein.“

Catalina sah kalt von einem Kerl zum anderen, ohne sich ihre Furcht im Mindesten anmerken zu lassen. Eindrucksvoll. Das Mädchen war tougher, als sie im Restaurant wirkte.

„Eigentlich würde ich sagen, dass ich es nur mit zwei Kerlen zu tun habe“, gab Catalina zurück und deutete mit dem Kinn auf die Vampire. „Soweit ich mich erinnere, machst du dir die Hände nicht schmutzig, Troy.“

Röte kroch an Troys Hals hinauf und breitete sich über seine Wangen aus. „Nun, du weißt alles über Schmutz, oder nicht? Du tust ja den ganzen Tag nichts anderes, als hinter anderen Leute herzuputzen.“

Catalina wurde steif, antwortete aber nicht.

„Weißt du, wenn du nicht mitspielen willst, lässt du mir nicht viele Möglichkeiten“, sagte Troy. »Ich kann dich nicht einfach herumlaufen lassen, nachdem du mir einen Korb gegeben hast. Das würde einigen Leuten die falsche Botschaft vermitteln. Letzte Chance, Cat. Nimm die Pillen – sonst …«

Die beiden Vampire schlichen sich ein wenig näher an sie heran, lächelten noch breiter und zeigten dabei noch mehr Zähne. Es war vollkommen klar, was Troy sagen wollte: Verkauf meine Drogen oder du wirst ausgesaugt.

Catalina schob das Kinn vor und starrte Troy böse an. Sie würde nicht nachgeben, egal, was geschah. Ich bewunderte sie dafür – wirklich, das tat ich –, aber es war gleichzeitig auch ziemlich dämlich von ihr. Sie hätte die Pillen einfach nehmen und später in die Toilette spülen sollen. Oh, ich wusste, dass Catalina nicht in die Geschäfte von Troy und seinen Schlägern verwickelt werden wollte, doch dafür war es schon zu spät. Die Sache würde für irgendjemanden schlecht ausgehen.

Wie schön, dass ich auf genau solche Situationen spezialisiert war.

„Gin?“, fragte Owen.

Mir wurde bewusst, dass er mir eine Frage gestellt hatte, und das wahrscheinlich nicht zum ersten Mal, also konzentrierte ich mich wieder auf seine Stimme. „Tut mir leid, Owen. Ich muss weg.“

„Stimmt etwas nicht?“

„Nö. Ich habe nur ein wenig Müll entdeckt, der entsorgt werden muss. Ich bin bald bei dir.“

Damit legten wir auf. Ich schob mein Handy in die Hosentasche, öffnete die Autotür und warf meine Tasche auf den Beifahrersitz. Dann schlug ich die Tür wieder zu.

Der scharfe Knall hallte über den Parkplatz und die drei Kerle drehten sich um, um mich anzustarren. Catalina versuchte, sich langsam zurückzuziehen, doch die beiden Vamps bemerkten ihre verstohlene Bewegung und bauten sich vor ihr auf, sodass sie, mit dem Maschendrahtzaun in ihrem Rücken, gefangen war. Ich stieß mich von meinem Wagen ab, stopfte die Hände in die Hosentaschen und schlenderte in ihre Richtung.

Catalina erkannte mich, ihre Chefin, natürlich sofort. Sie stieß ein leises Keuchen aus, ihr Gesicht wurde bleich und sie fing an, den Kopf in einer Nein-nein-nein-Geste zu schütteln. Allerdings war ich mir nicht sicher, ob sie mich warnen wollte oder ob sie sich Sorgen machte, was ich den drei Kerlen antun würde, die sie belästigten.

Doch Troy bemerkte ihre Reaktion nicht. Stattdessen glitt sein Blick an mir vorbei zu meinem Auto. Als ihm klar wurde, dass ich einen Aston Martin fuhr, erschien ein gieriges Grinsen auf seinem Gesicht.

„Hey, hey, hey, heißer Feger“, rief er. „Auf der Suche nach ein wenig Action? Willst du mal so richtig punkten? Es dir gut gehen lassen?“

Ich erwiderte sein Lächeln, wobei ich fast so viele Zähne zeigte wie die Vampire hinter ihm. „Etwas in der Art, Süßer.“

Hinter Troy schüttelte Catalina weiter den Kopf. Sie öffnete den Mund, doch einer der Vamps rüttelte am Drahtzaun hinter ihr – ein klarer Befehl, den Mund zu halten. Doch es gab auch keinen Grund, ihren Atem auf diese Narren zu verschwenden. Besonders nicht, um ihnen zu erzählen, mit wem sie sich gerade anlegten. Außerdem hätte Troy ihre Warnung sowieso in den Wind geschlagen. Er war vollkommen auf mich – seine potenzielle Kundin – konzentriert. Ich konnte förmlich die Dollarzeichen in seinen Augen sehen, als er abschätzte, wie viel er mir wohl verkaufen konnte.

„Nun, dann bist du genau richtig, Süße. Denn ich habe die perfekte Sache für dich.“

Er streckte mir eine der Tüten entgegen, die er Catalina hatte geben wollen, und ich nahm sie ihm ab. Unter dem durchsichtigen Plastik lag eine einzelne Pille. Sie war so tiefrot, dass sie aussah wie ein Tropfen geronnenen Blutes. Ich drehte die Tüte um und stellte fest, dass eine Rune in die Oberfläche der Droge gestanzt war: eine Krone, aus deren Mitte sich eine einzelne Flamme erhob, das Symbol für die rohe Macht der Zerstörung.

Trotz der blutigen Farbe und der Rune sah die Pille allerdings eher aus wie eine Vitamintablette als wie eine heftige Droge. Doch ich wusste sehr gut, wie das Aussehen täuschen konnte. Die meisten Leute fanden nicht, dass ich aussah wie eine gefährliche Profikillerin – bis mein Messer sich in ihre Eingeweide bohrte.

„Was ist das?“, fragte ich.

Troy grinste noch breiter. »Das ist das Neueste, Coolste auf dem Markt, Baby. Es wird deine Welt erschüttern. Nein, vergiss das – es wird sie in Flammen aufgehen lassen.«

Die beiden Vamps kicherten über seine jämmerlichen Sprüche. Catalina verdrehte die Augen. Genau das hätte ich auch gern getan, doch stattdessen beschloss ich, die Farce bis zum Ende mitzuspielen.

Ich schob die Plastiktüte mit der Pille in eine Tasche meiner Jeans. Nicht, dass ich vorhatte, dieses Ding zu schlucken, aber meine Schwester Bria würde sich zweifellos dafür interessieren. Detective Bria Coolidge, die zu den wenigen aufrechten Polizisten von Ashland gehörte, hatte tatsächlich ein Interesse daran, Drogenhändler zu jagen. Ich half ihr, wann immer ich konnte, obwohl mein eigenes Leben aus Mord und Verbrechen bestand.

„Jetzt, wo du die Ware gesehen hast, lass uns über den Preis reden, Baby“, flötete Troy. „Normalerweise kostet ein solcher Trip fünfzig pro Pille.“

Ich zog erstaunt die Augenbrauen hoch. „Fünfzig Dollar für eine Pille? Das muss ja wirklich ein wilder Ritt sein.“

„Oh, das ist es“, sagte Troy. „Glaub mir, das ist es. Aber wenn du gerade nicht so viel Bargeld dabeihast, kein Problem. Ich bin mir sicher, wir können eine andere Art der Bezahlung finden.“

Seine braunen Augen huschten über meinen Körper, musterten meine schwarzen Stiefel, die dunkelblaue Jeans und das enge, dunkelgrüne Tanktop, das unter meiner Lederjacke zu sehen war. Hinter ihm taten die zwei Vamps dasselbe, wobei sie sich die Lippen leckten, als wäre ich eine Flasche Schnaps, die sie gleich kreisen lassen wollten.

Oh, sie würden alle etwas von Gin Blanco abbekommen. Nur nicht so, wie sie dachten.

Ich ließ meine Zähne aufblitzen, doch das war kein süßes Lächeln mehr. „Wenn du mich noch einmal Baby nennst, wirst du das nächste halbe Jahr deine Nahrung nur noch durch einen Strohhalm aufnehmen können.“

Catalina schnappte nach Luft, doch in Troys fleischigem Gesicht zeigte sich einfach nur Verwirrung. Als ihm endlich aufging, dass ich ihm gedroht hatte, verengten sich seine braunen Augen zu Schlitzen.

„Das sind ziemlich große Worte aus dem Mund einer so kleinen Frau“, blaffte er. „Du solltest respektvoller sein. Denk daran, mit wem du redest.“

„Oh? Und wer sollte das sein?“

Er warf sich selbstgefällig in die Brust. „Vor dir steht Troy Mannis.“

„Nie von dir gehört.“

Er blinzelte und seine Schultern sackten nach unten. Meine Worte hatten sein Ego in sich zusammenfallen lassen, als hätte ich einen Ballon mit einer Nadel angestochen. Doch dann wallte Wut in ihm auf. „Nun, das solltest du aber“, sagte er mit einem leisen Knurren. „Weil ich diesen Campus beherrsche. Und wenn du hier punkten willst, kommst du nicht an mir vorbei. Du hast keine Wahl. Niemand hier hat eine Wahl.“

„Oh, man hat immer eine Wahl“, sagte ich gedehnt. „Ich könnte einfach durch dich hindurchgehen und nichts zurücklassen als blutige Schlieren auf dem Asphalt.“

Troy warf den Kopf in den Nacken und lachte. Genau wie die zwei Vampire, die sich vom Zaun entfernt hatten und jetzt rechts und links neben ihm standen. Hinter ihnen beobachtete Catalina mich wachsam. Sie hatte die Gerüchte gehört, dass ich die Spinne war, genau wie jeder, der im Pork Pit arbeitete. Nun, gleich würde sie sehen, dass das Gerede auf Tatsachen beruhte.

„Du musst bereits etwas eingeworfen haben und ziemlich high sein, wenn du so redest“, meinte Troy. „Vielleicht weißt du nicht, wer ich bin, Baby, aber die Leute, für die ich arbeite, willst du bestimmt nicht wütend machen.“

Diesmal war mein Lächeln etwas ehrlicher. „Tatsächlich liebe ich es, Leute wütend zu machen. Wichtige Leute, reiche Leute, gefährliche Leute. Ich pisse allen gleichermaßen ans Bein. Weißt du, warum?“

„Warum?“ Er stellte die unvermeidliche Frage.

„Für je größer und zäher sie sich halten, desto mehr bluten sie. Genau wie du es gleich tun wirst.“

Troy öffnete den Mund, doch ich war das Reden leid, also gab ich ihm keine Chance, mich noch mal zu beleidigen. Stattdessen riss ich meine Faust hoch und rammte sie ihm gegen die Kehle.

Troys Augen traten vor Überraschung fast aus ihren Höhlen, er würgte und rang um Luft. Die Tütchen mit den Pillen fielen ihm aus der Hand und er stach wieder und wieder mit dem Finger in meine Richtung in die Luft. Es war eine klare Tötet-das-Miststück-jetzt-sofort-Geste für seine Kumpels. Die Vampire griffen mich an, doch ich war auf sie vorbereitet.

Der Vamp, der rechts von mir stand, war schneller. Er griff nach meinem Hals, wahrscheinlich um meinen Kopf zur Seite zu zerren und seine Reißzähne in meiner Kehle zu vergraben. Doch ich sprang nach vorne und drehte mich, sodass er gegen meine Seite prallte. Dann packte ich mir seinen rechten Arm und warf ihn über meine Schulter. Sein Kopf knallte auf den Parkplatz, und er stöhnte vor Schmerz. Er rollte sich herum, doch ich trat ihm in die Rippen. Der Vampir fing an, trocken zu würgen. Allzu bald würde der Kerl nicht wieder aufstehen.

Eine Hand schloss sich von hinten um meine Hüfte, als der zweite Vampir mich an sich heran riss. Ich ließ es zu, dann setzte ich seinen eigenen Schwung ein, um ihm meinen Ellbogen in den Bauch zu rammen. Während er nach Luft schnappte, stieß ich ihm meinen Stiefelabsatz in den Fuß, dann schnappte ich mir seinen Arm und schmiss ihn ebenfalls über meine Schulter. Der Vamp landete oben auf seinem Kumpel, sodass dessen Kopf gleich noch mal auf den Boden knallte. Im Anschluss trat ich auch dem zweiten Kerl noch ordentlich in die Rippen, nur damit er dieselben Schmerzen erleben durfte wie sein Freund.

Als die anderen beiden keuchten und röchelten, wandte ich mich von Neuem Troy zu. Er hatte es endlich geschafft, wieder genug Luft zu kriegen, nur um etwas extrem Dämliches zu tun: ein Klappmesser aus seiner Hosentasche zu ziehen.

Ich lachte. „Ein Klappmesser? Ernsthaft? Hat dein Boss nicht genug Geld, dir eine Knarre zu kaufen?“

Troy knurrte und schlug mit der Waffe nach mir. Ich ließ ihn gewähren, wich seinen wilden Angriffen aber mühelos aus.

„Halt still, du Miststück!“, brüllte er.

Ich grinste wieder. „Hey, du musst einfach nur fragen, Süßer.“

Ich blieb still stehen. Troy stürzte sich wieder auf mich. Und dieses Mal schlug ich ihm die Klinge aus der Hand, um ihn dann genauso über die Schulter zu werfen wie seine beiden Kumpel. Und zum dritten Mal ließ ich einen ordentlichen Tritt folgen, diesmal in den Bauch. Als ich mit ihnen fertig war, lagen die drei Kerle als ein einziger stöhnender, keuchender Haufen auf dem Asphalt.

Ich wanderte um sie herum und überlegte, ob ich sie noch ein wenig treten sollte, aber Catalina machte einen Schritt nach vorne und hob eine Hand.

„Gin“, sagte sie. „Tu es nicht. Bitte.“

Ich blickte zu ihr, dann wieder zu Troy und seinen Freunden. Und ich dachte nach.

Hätten diese Missgeburten mir in der Gasse hinter dem Pork Pit aufgelauert, hätte ich eines meiner Messer gezogen und die Sache zu Ende gebracht. Aber ich stand am helllichten Tag auf einem Parkplatz, mit Catalina neben mir, die jeden meiner Schnitte und Stiche bezeugen würde. Wann immer es möglich war, bemühte ich mich, keine unschuldigen Zuschauer zu traumatisieren. Außerdem waren Troy und seine drogendealenden Freunde es nicht wert, mir die Kleidung blutig zu machen.

Also nickte ich knapp. Catalina seufzte erleichtert auf.

Troy stöhnte wieder und rollte sich von seinen zwei Freunden herunter. Er machte Anstalten, aufzustehen, doch ich stellte ihm meinen Stiefel in den Nacken. Nicht hart genug, um seine Luftröhre zu zerquetschen, aber schon mit genug Druck, um seine Aufmerksamkeit zu erregen. Er riss seine braunen Augen weit auf und starrte zu mir hoch. Schmerz und Wut verdunkelten seinen Blick.

„Ich glaube, wir haben damit klargestellt, dass du nicht der Prinz dieses speziellen Königreichs bist“, sagte ich. »Ich dagegen bin auf jeden Fall die Königin unter den Miststücken hier. Und wenn ich dich noch mal dabei erwischen sollte, wie du Drogen verkaufst oder jemanden belästigst – egal wen –, dann wird dir die Lektion von heute im Rückblick vorkommen wie eine angenehme Fußmassage. Hast du verstanden?«

„Wer auch immer du sein magst, du wirst dafür bezahlen“, knurrte Troy, bevor sein zorniger Blick zu Catalina huschte. „Und du auch, Cat. Das verspreche ich euch beiden.“

Catalina stieß einen weiteren Seufzer aus, auch wenn das Geräusch diesmal eher traurig klang als erleichtert.

Ich nahm meinen Fuß von Troys Kehle und lehnte mich vor, damit er sehen konnte, dass meine grauen Augen noch kälter und härter waren als der Asphalt um uns herum. „Mein Name ist Gin“, knurrte ich. „Wie der Schnaps. Ich bin mir sicher, den Rest kannst du herausfinden. Du hältst dich für einen harten Typ. Nun, komm und finde mich, dann werden wir das überprüfen.“

Mit einem Knurren packte er meinen Knöchel, also trat ich ihn noch mal, diesmal aber härter. Danach konnte er nur noch keuchend den Asphalt küssen, wobei er sich schwer bemühen musste, nicht zu kotzen.

In dem Wissen, dass meine Arbeit hier getan war, grinste ich.




2


Aus dem Augenwinkel heraus sah ich eine Bewegung, was mich daran erinnerte, dass ich nicht allein mit meinen Angreifern war.

Vorsichtig näherte ich mich Catalina, die sich von dem Maschendrahtzaun entfernt hatte und auf Troy herunterstarrte. Gefühle blitzten in ihren haselnussbraunen Augen auf, ihre Lippen waren zusammengepresst. Sie wirkte fast bedauernd, auch wenn ich keine Ahnung hatte, wieso sie in Bezug auf Troy so empfinden sollte.

„Bist du okay?“, fragte ich.

Statt mir zu antworten, schob Catalina sich an mir vorbei und eilte zu der Stelle, wo ihr Rucksack auf dem gesprungenen Asphalt lag. Sie schaufelte die herausgefallenen Stifte, Bücher und anderen Gegenstände zurück in die Tasche, so schnell sie konnte. Das konnte ich ihr nicht übel nehmen. An ihrer Stelle hätte ich auch so schnell wie möglich von mir weggewollt. Ihre eiligen, abgehackten Bewegungen ließen die Pork-Pit-Anstecknadel in Form des Schweins an der Seite ihres Rucksackes glitzern wie eine Comicfigur, die mich auslachte.

Catalina war so sehr damit beschäftigt, ihre Sachen einzusammeln, dass sie gar nicht bemerkte, dass auch ihr Geldbeutel herausgefallen war. Ich ging in die Hocke, hob das Lederetui vom Boden und öffnete es.

Catalina Vasquez. Einundzwanzig Jahre. Einen Meter sechzig groß. Lebte in einem Apartment in der Lighting Bug Lane 1369.

Ich stieß einen Pfiff aus. „Lighting Bug Lane? Das ist ein wirklich gutes Viertel. Besonders für eine Collegestudentin.“

Catalina riss mir den Geldbeutel aus der Hand und stopfte ihn in den Rucksack. „Vergiss es einfach, okay? Vergiss, dass du mich gesehen hast, vergiss Troy. Und ich werde all das vergessen.“

Sie machte eine Geste in Richtung der drei Kerle, die immer noch stöhnend auf dem Boden lagen.

Catalina warf sich den Rucksack über die Schulter und sprang auf die Beine. Ich tat dasselbe, stopfte meine Hände in die Jackentaschen und versuchte, möglichst harmlos auszusehen – soweit mir das eben möglich war –, schließlich hatte ich gerade drei größere, stärkere Kerle ausgeschaltet, ohne auch nur ins Schwitzen zu kommen.

„Ich habe deine Hilfe nicht gebraucht, Gin. Ich bin ganz prima allein klargekommen.“

„Genau“, stimmte ich zu. „Für jemanden, der kurz davor stand, von einem zwielichtigen Drogendealer und seinen Kumpeln ordentlich verdroschen zu werden.“

Wut flackerte in ihren Augen auf. „Ich wäre mit Troy fertiggeworden. Bin ich bisher auch immer.“

„Also kennst du ihn.“

Sie nickte abgehackt.

»Hör mal, wenn du in irgendwelchen Schwierigkeiten steckst …«

„Vergiss es“, blaffte Catalina. „Ich stecke nicht in Schwierigkeiten. Ich gehöre nicht zu deinen Wohltätigkeitsfällen und ich brauche deine Hilfe nicht.“

Ihr harscher Tonfall ließ mich eine Augenbraue hochziehen. Im Pork Pit war Catalina immer optimistisch, ruhig, fröhlich und gut gelaunt. In all den Monaten, die sie jetzt für mich arbeitete, hatte ich noch nie gehört, dass sie die Stimme erhob, nicht mal, wenn ein Kunde sich beschwerte, ein Kind sein Getränk über den gesamten Tisch kippte oder jemand ein lausiges Trinkgeld gab. Aber jetzt starrte sie mich so böse an, als wäre sie von mir bedroht worden, nicht von Troy und seinen Freunden.

Catalina musste meinen fragenden Gesichtsausdruck gesehen haben, weil sie sich den Nasenrücken massierte und dann die Hand wieder senkte. „Hör mal, tut mir leid, dass ich dich angeschrien habe. Danke, dass du mir geholfen hast. Ich weiß das wirklich zu schätzen. Ehrlich. Aber das hier ist nichts. Okay? Wir sehen uns morgen bei der Arbeit.“

„Klar.“

Catalina bemühte sich, mich anzulächeln, doch das Ergebnis sah eher jämmerlich aus. Sie packte ihren Rucksack fester, wirbelte herum und stapfte über den Parkplatz. Zuerst dachte ich, sie würde in einen verrosteten, heruntergekommenen Truck einsteigen, der definitiv schon bessere Tage gesehen hatte, aber Catalina ging daran vorbei und öffnete stattdessen die Tür von einem sehr netten, neuen Mercedes – ein Auto, das ein wenig zu schick war für eine Kellnerin.

Ich zahlte meinen Angestellten gute Gehälter, aber so gut dann auch wieder nicht. Und die Straße, in der sie lebte, lag in einem der besseren Vororte, in der Nähe von Northtown, dem Teil von Ashland, in dem die Elite lebte, die Reichen, die Mächtigen, die mit den sozialen Verbindungen und die magisch Begabten. Wieso also wurde sie von einem Drogendealer belästigt? Besonders von einem, der sie kannte? Denn Troy hatte nicht beiläufig oder oberflächlich mit Catalina gesprochen. Nach dem, was er gesagt hatte, waren sie einmal Freunde gewesen – und mehr.

Ich hatte Catalina bisher nie groß beachtet. Ich hatte in den letzten paar Monaten einfach zu viel anderes zu tun gehabt, um groß über sie nachzudenken. Zu viele Leute hatten versucht, mich umzubringen, und ich hatte zu vielen neuen Feinden Stellung beziehen müssen. Catalina war einfach nur ein Mädchen, das für mich arbeitete, auch wenn sie eine tolle Angestellte war und länger durchgehalten hatte als die meisten anderen Kellnerinnen. Doch jetzt interessierte ich mich sehr für sie. Denn wenn Troy wollte, dass sie seine Drogen verkaufte, dann steckte sie bereits bis zum Hals in Schwierigkeiten. Und wenn dieser Kerl oder derjenige, für den er arbeitete, wirklich glaubte, ich würde zulassen, dass in meinem Restaurant gedealt wurde, nun, dann wollte ich ihnen nur zu gerne zeigen, wie sie sich irrten – und wie ich mit Bedrohungen meines Ladens umging.

Catalina legte den Rückwärtsgang ein, parkte aus und raste so schnell vom Parkplatz, wie es bei all den Sprüngen und Schlaglöchern eben möglich war, ohne ihr Auto zu beschädigen. Ich merkte mir ihr Kennzeichen, damit ich es später an Finn weitergeben konnte.

Ich wusste nicht, was bei Catalina Vasquez los war, aber ich würde es herausfinden.

 

Ich stieg in mein eigenes Auto, startete den Motor und ließ Troy und seine beiden wimmernden Freunde hinter mir. Ich rollte vom Parkplatz, dann fuhr ich durch die Straßen rund um das College und bog immer wieder zufällig ab, ohne den Rückspiegel aus den Augen zu lassen. Die Tatsache, dass ich niemanden bei Troy gesehen hatte, bedeutete noch lange nicht, dass sich nicht Freunde von ihm im Schatten versteckt hatten. Und ich wollte nicht, dass jemand mir zu meinem Ziel folgte.

Doch es verfolgte mich niemand, also bog ich ein letztes Mal ab, verließ die Innenstadt und fuhr in das viel hübschere, wenn auch nicht ungefährlichere Viertel Northtown. Mein Aston Martin mochte am College ziemlich viel Aufsehen erregen, doch hier wirkte er fast schäbig, verglichen mit all den Audis, BMWs und Bentleys, die an mir vorbeisausten. Und die Anwesen, zu denen diese Autos abbogen, waren noch eindrucksvoller, mit riesigen Herrenhäusern, glänzenden Schwimmbädern und gepflegten Rasenflächen, die sich endlos weit erstreckten.

Ich fuhr durch ein offen stehendes Eisentor und parkte vor einem der kleineren, bescheideneren und geschmackvolleren Herrenhäuser in dieser Gegend. Mit einem kurzen Rundblick versicherte ich mich, dass niemand herumlungerte, also stieg ich aus, öffnete die Villa mit meinen Schlüsseln und ging hinein.

Dicke Teppiche lagen auf dem Parkettboden und in den Ecken standen Skulpturen aus Metall, die dem weitläufigen Haus viel persönlichen Charme verliehen. Da aus dem unteren Wohnzimmer Lärm und flackerndes Licht drangen, wandte ich mich zunächst in diese Richtung.

Zwei Mädchen im College-Alter, gekleidet in Yoga-Hosen und T-Shirts, lungerten auf dem Sofa herum, teilten sich einen Eimer Käse-Popcorn und schauten auf dem Flachbildfernseher an der Wand irgendeine romantische Komödie. Eines der Mädchen war richtig schön, mit tiefschwarzem Haar, blauen Augen und schlankem Körper. Das andere war ebenfalls atemberaubend, mit krausem, blondem Haar, dunklen Augen und einer kupferfarbenen Haut, die sie ihrer Cherokee-Abstammung verdankte.

Eva Grayson war Owens kleine Schwester und Violet Fox ihre beste Freundin. Die beiden Mädchen waren fast immer zusammen. Gerade sah es so aus, als hätten sie sich für einen Fernsehabend eingerichtet, wenn man sich die Eimer mit Popcorn, die offenen Tüten mit M&Ms und den Stapel DVDs auf dem Couchtisch ansah.

„Und, lieben sie sich schon?“, fragte ich und lehnte mich in den offenen Türrahmen.

„Nö“, meinte Eva, ohne den Blick vom Fernseher abzuwenden. „Wir sind noch in der Ich-hasse-dich-fühle-mich-aber-gleichzeitig-seltsam-von-dir-angezogen-Phase.“

„Ah“, sagte ich, „den Teil mag ich am liebsten.“

Die Dielen hinter mir knirschten und ein paar warme, starke Arme schlangen sich um meine Taille. „Ich auch“, murmelte eine heisere Stimme in mein Ohr.

Owen drückte mir einen zärtlichen Kuss auf den Hals. Ich ließ mich gegen seinen Körper sinken und atmete tief ein, sodass sein vielschichtiger, leicht metallischer Duft mich erfüllte. Er küsste die andere Seite meines Halses und brachte mich damit zum Zittern. Ich drehte mich um und sah in seine violetten Augen. Trotz seiner leicht schief stehenden Nase und der dünnen, weißen Narbe, die sich über sein Kinn zog, hielt ich Owen Grayson für den attraktivsten Mann, den ich je gesehen hatte. Ich strich die schwarze Locke zurück, die ihm in die Stirn gefallen war, dann stellte ich mich auf die Zehenspitzen und antwortete auf seine sanften Liebkosungen mit sehr viel direkteren, leidenschaftlicheren Küssen.

Eva verdrehte die Augen. „Igitt. Geht ins Schlafzimmer, Leute. Wir haben auf dem Bildschirm schon genug Action.“

Sie warf eine Handvoll Popcorn nach uns und Violet machte es ihr kichernd nach. Lachend lösten Owen und ich uns voneinander.

„Keine Sorge“, sagte Owen, während er sich über die Rückenlehne der Couch beugte und seiner Schwester durchs Haar wuschelte. „Wir werden dich nicht dazu zwingen, noch mehr schreckliche, öffentliche Zuneigungsbekundungen mit anzusehen. Aber hat mir nicht irgendjemand erzählt, dass morgen ein Test in Chemie ansteht?“

Sie schlug seine Hand zur Seite, rümpfte die Nase und warf einen bösen Blick auf ein dickes Buch, das unter einer der M&M-Tüten lag. „Vielleicht. Deswegen veranstalten Violet und ich ja diesen Fernsehabend. Damit wir entspannt sind, bevor wir lernen.“

„Okay.“ Owen zog das Wort in die Länge. „Lass mich wissen, wie gut das funktioniert.“

Er wuschelte Eva ein letztes Mal durchs Haar, bevor er mir anzüglich zuzwinkerte. Dann ging er rückwärts den Flur entlang zu seinem Schlafzimmer und forderte mich mit gekrümmten Fingern auf, ihm zu folgen. Ich wollte mich schon grinsend in Bewegung setzen, als mir noch etwas einfiel.

Ich wandte mich wieder an die Mädchen. „Ihr kennt doch Catalina aus dem Restaurant, richtig? Sie belegt auch Kurse am College.“

Eva zuckte mit den Achseln, aber Violet nickte.

„Ja, ich kenne Catalina“, sagte sie. „Sie ist meine Partnerin in englischer Literatur. Wir machen zusammen ein Referat über Mythologie.“

„Hat sie je etwas von einem Kerl namens Troy erzählt?“

„Troy?“, fragte Violet. „Meinst du Troy Mannis?“

Ich nickte.

»Sicher. Er ist ihr Ex. Die beiden sind miteinander ausgegangen … damals, bevor Catalinas Mom gestorben ist.«

Ich runzelte die Stirn. „Ihre Mom ist gestorben?“

Violet schob sich die Brille mit dem schwarzen Rand höher auf die Nase. „Ja, vielleicht irgendwann letztes Jahr? Ich glaube, das war, bevor sie im Pork Pit angefangen hat. Ihre Mom wurde von einem betrunkenen Autofahrer überfahren. Mehr weiß ich eigentlich nicht. Catalina erzählt nicht viel über sich.“

Nun, das war mehr, als ich bisher über Catalina gewusst hatte. Ich würde Finn dazu bringen, tiefer zu graben und den Rest herauszufinden.

„Wieso fragst du?“ Violet verzog besorgt das Gesicht. „Steckt sie irgendwie in Schwierigkeiten?“

Auf ihrer Unterlippe kauend, starrte Eva mich ebenfalls an. Auch in ihren blauen Augen spiegelte sich die Sorge. Obwohl Owen und ich versuchten, das Schlimmste von ihnen fernzuhalten, wussten beide Mädchen genau, was ich als Spinne tat und welche Probleme ich mit Ashlands Unterweltbossen hatte. Trotzdem gab es keinen Grund, ihnen mit den Geschehnissen am College den Abend zu versauen.

„Nö“, sagte ich und wedelte wegwerfend mit der Hand. „Catalina hat mir bei etwas geholfen, also dachte ich, ich sollte mich für den Gefallen bei ihr revanchieren, indem ich ihr einen zusätzlichen bezahlten Urlaubstag spendiere oder irgendwas.“

Beide Mädchen entspannten sich bei meiner Lüge. Auf dem Fernsehbildschirm murmelte sich das Pärchen in irgendeinem schicken Restaurant flirtend Beleidigungen zu.

„Nun, ich lasse euch mal weiter euren Film schauen“, sagte ich und wackelte mit den Augenbrauen in die Richtung, in der Owen verschwunden war. „Besonders, da ich heute mein eigenes heißes Date habe.“

Eva und Violet lachten, bewarfen mich wieder mit Popcorn und jagten mich so aus dem Wohnzimmer.

Ich ging den Flur entlang, an Owens Büro mit der Waffensammlung an der Wand vorbei und in sein Schlafzimmer. Ich öffnete die Tür, betrat den Raum und keuchte vor Überraschung auf.

Dutzende entzündete Kerzen erfüllten den Raum mit warmem, goldenem Licht. Die schmalen weißen Wachsstangen standen auf jeder verfügbaren Oberfläche, von der Kommode über den Nachttisch zu dem Schreibtisch in der Ecke. Noch mehr Kerzen flackerten im angrenzenden Bad, als betrachteten sie dort ihre Reflexion in den Spiegeln. Angenehmer Vanilleduft stieg mir in die Nase. Mondlicht drang durch die offenen Vorhänge und verstärkte noch die sanfte, romantische Atmosphäre. Genau wie die silberne Platte mit Schokolade und der Champagner, der in einem Kühler neben dem Bett stand. Sanfte Jazzmusik lief leise im Hintergrund.

Es war schon eine Menge nötig, um mich zu überraschen, doch Owen schaffte es immer wieder. Er trat aus dem Schatten an der Wand und streckte mir seine Hand entgegen. Ich nahm sie, genoss das Gefühl seiner warmen Finger an meinen und ließ mich von ihm tiefer in den Raum hineinführen.

Ich nickte in Richtung der Kerzen, der Schokolade und des Champagners. „Das ist ein bisschen mehr als nur abendessen und ein bisschen fernsehen.“

Er grinste und zog mich in seine Arme. Seine violetten Augen glitzerten. „Ich weiß, aber ich wollte heute Abend etwas Besonderes. Einfach so. Du kannst es auch als Teil deiner Geburtstagsüberraschung sehen, wenn du willst, auch wenn ich dafür ein paar Tage zu früh dran bin.“

Ich keuchte, schlug die Hände aufs Herz und sah mich mit gespieltem Entsetzen um. „Bitte, bitte sag mir, dass Finn sich nicht in deinem begehbaren Schrank versteckt und nur darauf wartet, schreiend auf mich zuzuspringen.“

Owen lachte, ein tiefes Rumpeln in seiner Brust. „Vertrau mir. Finn ist nicht hier. Heute Abend gibt es nur dich und mich.“

Ich schlang ihm die Arme um den Hals. „Und genau so mag ich es.“

„Ich auch“, flüsterte er.

Owens Lippen fanden meine und ich vergaß alles außer ihm.

Jennifer Estep

Über Jennifer Estep

Biografie

Jennifer Estep ist SPIEGEL-Bestsellerautorin und lebt in Tennessee. Sie schloss ihr Studium mit einem Bachelor in Englischer Literatur und Journalismus und einem Master in Professional Communications ab. Bei Piper erscheinen ihre Young-Adult-Serien um die „Mythos Academy“, „Mythos Academy Colorado“...

Pressestimmen
Fantasia 757e

„Estep erzählt ihre Geschichte nicht nur spannend, sondern auch mit einem coolen Humor.“

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