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Silent Scream – Wie lange kannst du schweigen?Silent Scream – Wie lange kannst du schweigen?Silent Scream – Wie lange kannst du schweigen?

Silent Scream – Wie lange kannst du schweigen?

Kriminalroman

Paperback
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Silent Scream – Wie lange kannst du schweigen? — Inhalt

Eisig glitzert der Frost auf der tiefschwarzen Erde des Black Country, als die Geräte der forensischen Archäologen den Fund menschlicher Überreste anzeigen und Detective Kim Stone den Befehl zur Grabung erteilt. Nur wenige Schritte entfernt, aber im Nebel doch kaum sichtbar, liegt das verlassene Gebäude des Kinderheims. Eine der ehemaligen Angestellten ist bereits tot, und auch das Leben der verbliebenen hängt am seidenen Faden. Kim ist überzeugt, dass die Lösung des Falls im lehmigen Boden begraben liegt, doch um ihm auf den Grund zu kommen, muss sie sich den Dämonen ihrer eigenen Kindheit stellen. Und noch ahnt sie nicht, was sich in Crestwood zugetragen hat und mit wem sie sich anlegt …

€ 14,99 [D], € 15,50 [A]
Erschienen am 01.03.2016
Übersetzt von: Elvira Willems
464 Seiten, Klappenbroschur
EAN 978-3-492-06034-9
€ 10,00 [D], € 10,30 [A]
Erscheint am 01.08.2019
Übersetzt von: Elvira Willems
464 Seiten, Broschur
EAN 978-3-492-31102-1
€ 12,99 [D], € 12,99 [A]
Erschienen am 01.03.2016
Übersetzt von: Elvira Willems
464 Seiten, WMEPUB
EAN 978-3-492-97278-9
»Angela Marsons ist ein anspruchsvoller Plot gelungen. Durch Überraschungen und falsche Fährten erzeugt sie einiges an Dynamik, macht mit etlichen Aspekten im Hinblick auf die Opfer aber auch nachdenklich.« (Andreas Kurth)
krimi-couch.de

Leseprobe zu »Silent Scream – Wie lange kannst du schweigen?«

Prolog


Rowley Regis, Black Country
2004
Fünf Gestalten bildeten ein Pentagramm um einen frischen Erdhügel. Sie allein wussten, dass es ein Grab war.
Unter Schnee und Eis die gefrorene Erde aufzugraben war gewesen, als wollte man Stein behauen, doch sie hatten sich abgewechselt. Alle.
Eine Grube für einen Erwachsenen hätte länger gedauert.
Von Hand zu Hand war die Schaufel gewandert. Einige hatten zögerlich zugepackt, vorsichtig. Andere selbstbewusster. Niemand hatte sich geweigert und niemand ein Wort gesprochen.
Sie wussten, dass ein unschuldiges Leben [...]

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Prolog


Rowley Regis, Black Country
2004
Fünf Gestalten bildeten ein Pentagramm um einen frischen Erdhügel. Sie allein wussten, dass es ein Grab war.
Unter Schnee und Eis die gefrorene Erde aufzugraben war gewesen, als wollte man Stein behauen, doch sie hatten sich abgewechselt. Alle.
Eine Grube für einen Erwachsenen hätte länger gedauert.
Von Hand zu Hand war die Schaufel gewandert. Einige hatten zögerlich zugepackt, vorsichtig. Andere selbstbewusster. Niemand hatte sich geweigert und niemand ein Wort gesprochen.
Sie wussten, dass ein unschuldiges Leben geraubt worden war, doch sie hatten einen Pakt geschlossen. Ihre Geheimnisse würden begraben sein.
Fünf Köpfe neigten sich zur Erde, hatten den Leichnam unter der Erde vor Augen, auf der schon frisches Eis glitzerte.
Als die ersten Schneeflocken auf das Grab fielen, fuhr ein Schauder durch die Gruppe.
Die fünf Gestalten wandten sich ab, und ihre Fußabdrücke zeichneten einen Stern in den frischen, mürben Schnee.
Es war vollbracht.

 

 

Kapitel 1


Black Country
Heute
Teresa Wyatt hatte das unerklärliche Gefühl, dass diese Nacht ihre letzte sein würde.
Sie schaltete den Fernseher aus, und im Haus wurde es still. Doch es war nicht die gewohnte Stille, die sich jeden Abend herabsenkte, wenn sie und ihr Haus langsam zur Ruhe kamen und die Schlafenszeit heranrückte.
Sie wusste nicht recht, was sie von den Spätnachrichten noch erwartet hatte. Es war bereits in den Lokalnachrichten gewesen. Vielleicht hatte sie auf ein Wunder gehofft, einen Aufschub in letzter Minute.
Seit dem allerersten Antrag vor zwei Jahren fühlte sie sich wie eine Gefängnisinsassin im Todestrakt. In Abständen kamen die Wachmänner und führten sie zum elektrischen Stuhl, und dann brachte das Schicksal sie zurück in ihre sichere Zelle. Doch diesmal war es endgültig. Teresa wusste, dass es keine weiteren Einwände geben würde, keine weiteren Verzögerungen.
Hatten die anderen die Nachrichten gesehen? Hatten sie dasselbe Gefühl wie sie? Gestanden sie sich ein, dass ihr vorherrschendes Gefühl nicht Reue war sondern Selbsterhaltungstrieb?
Wäre sie ein netterer Mensch gewesen, wäre tief unter ihrer Sorge um sich selbst ein wenig Gewissen begraben gewesen. Doch da war nichts.
Hätte sie nicht mitgemacht, sie wäre ruiniert gewesen, redete sie sich ein. Der Name Teresa Wyatt wäre nur noch mit Abscheu ausgesprochen worden statt mit dem Respekt, den sie jetzt genoss.
Teresa hatte keinen Zweifel, dass die Beschwerde ernst genommen worden wäre. Die Quelle war zwar nicht unbedingt vertrauenswürdig gewesen, aber glaubwürdig. Doch sie war für immer zum Schweigen gebracht worden – und das würde sie niemals bereuen.
Dennoch hatte in den Jahren seit Crestwood ab und zu ihr Magen gekrampft, beim Anblick eines ähnlichen Gangs, einer ähnlichen Haarfarbe oder Neigung des Kopfes.
Teresa stand auf und versuchte, die Melancholie abzuschütteln, die wie ein Schatten über ihr lag. Sie ging in die Küche und räumte den Teller und das Weinglas in die Geschirrspülmaschine.
Kein Hund, der noch raus musste, und keine Katze, die rein wollte. Nur die gewohnte abendliche Überprüfung, ob alle Türen fest verschlossen und verriegelt waren.
Wieder überkam sie ein Gefühl, dass das völlig sinnlos war, dass nichts die Vergangenheit abhalten konnte. Sie schob den Gedanken beiseite. Es gab nichts zu fürchten. Sie hatten einen Pakt geschlossen, und der hat zehn Jahre lang gehalten. Sie fünf allein kannten die Wahrheit.
Sie war zu nervös, um gleich einzuschlafen, doch sie hatte für sieben Uhr eine Versammlung des Lehrkörpers einberufen, zu der sie unmöglich zu spät kommen durfte.
Also ging sie ins Bad, drehte das Wasser auf und gab großzügig Lavendel-Schaumbad hinein. Der Duft verbreitete sich augenblicklich im Raum. Nach dem Glas Wein sollte ein schönes langes Bad eigentlich ausreichen, um in den Schlaf zu finden.
Als sie in die Wanne stieg, lagen der Morgenmantel und ihr Satinpyjama ordentlich gefaltet auf dem Wäschekorb.
Sie schloss die Augen und überließ sich ganz dem warmen Wasser. Sie lächelte in sich hinein, die Nervosität wich allmählich. Vielleicht war sie nur ein bisschen überempfindlich.
Teresa hatte das Gefühl, dass ihr Leben in zwei Abschnitte geteilt war. Zum einen die siebenunddreißig Jahre V. C., wie sie ihr Leben Vor Crestwood nannte. Verzauberte Jahre. Sie war Single gewesen und ehrgeizig und hatte ihre eigenen Entscheidungen getroffen. Sie hatte niemandem Rechenschaft ablegen müssen.
Doch die Jahre seither waren anders. Ein Schatten der Angst folgte ihr bei jedem Schritt, bestimmte ihre Handlungen und beeinflusste ihre Entscheidungen.
Irgendwo hatte sie gelesen, das Gewissen wäre nicht mehr als die Angst, erwischt zu werden. Und sie war ehrlich genug, um zuzugeben, dass das auf sie absolut zutraf.
Doch ihr gemeinsames Geheimnis war sicher. Es musste so sein.
Plötzlich hörte sie, wie eine Glasscheibe zu Bruch ging. Doch das Geräusch drang nicht von weit weg an ihr Ohr. Es kam von ihrer Küchentür.
Teresa lag vollkommen reglos und spitzte die Ohren. Das Bersten der Scheibe hatte sicher sonst niemanden aufgeschreckt. Das nächste Einfamilienhaus stand sechzig Meter die Straße hoch, hinter einer sechs Meter hohen Zypressenhecke verborgen.
Um sie herum verdichtete sich die Stille des Hauses. Die Ruhe, die dem lauten Klirren folgte, hatte etwas Bedrohliches.
Vielleicht war es bloß ein Akt sinnloser Zerstörungswut. Vielleicht hatten ein paar Schüler von Saint Joseph's ihre Adresse herausbekommen. Bei Gott, sie hoffte es.
Das Blut rauschte donnernd durch ihre Adern und pochte in ihren Schläfen. Sie schluckte, um das taube Gefühl in den Ohren zu vertreiben.
Ihr Körper reagierte auf den vagen Eindruck, nicht mehr allein im Haus zu sein. Sie richtete sich in eine sitzende Position auf. Laut schwappte das Badewasser um sie herum. Ihre Hand fand auf dem glatten Wannenrand keinen Halt, und sie rutschte mit der rechten Seite wieder ins Wasser.
Ein Knarren am Fuß der Treppe machte jede Hoffnung auf sinnlose Zerstörungswut zunichte.
Teresa wusste, dass sie keine Zeit mehr hatte. In einem Paralleluniversum reagierten ihre Muskeln auf die herannahende Bedrohung, doch in dieser Welt hier legte das Unausweichliche ihren Körper ebenso lahm wie ihren Geist. Sie wusste, dass sie sich nirgendwo verstecken konnte.
Beim Knarren der Treppenstufen schloss sie kurz die Augen und zwang sich, ganz ruhig zu verharren. Die Konfrontation mit den Ängsten, die sie schon so lange quälten, hatte auch etwas Befreiendes.
Als sie spürte, wie von der Tür her kühle Luft ins Bad wehte, schlug sie die Augen auf.
Eine Gestalt trat ein, schwarz und gesichtslos wie ein Schatten. Arbeitshose, dickes schwarzes Fleece, darüber ein langer Mantel. Eine wollene Sturmhaube über dem Gesicht. Aber warum ich? Teresas Gedanken rasten. Ich bin gewiss nicht das schwächste Glied.
Sie schüttelte den Kopf. »Ich habe nichts verraten.« Ihre Worte waren kaum hörbar. Alle Sinne fuhren herunter, während ihr Körper sich schon auf den Tod einstellte.
Die schwarze Gestalt machte zwei Schritte auf sie zu. Vergeblich suchte Teresa nach einem Hinweis. Dabei konnte es doch nur einer von den anderen vieren sein.
Teresa spürte, dass zwischen ihren Beinen Urin in das duftende Badewasser rann. Ihr Körper verriet sie.
»Ich schwöre ... ich habe nichts ...«
Ihre Worte verloren sich, als sie erneut versuchte, ihren Oberkörper in eine aufrechte Position zu hieven. Von dem schäumenden Badezusatz war die Wanne glitschig.
Sie atmete in kurzen, raspelnden Stößen, während sie fieberhaft überlegte, wie sie am besten um ihr Leben flehen sollte. Nein, sie wollte nicht sterben. Es war nicht die Zeit. Sie war noch nicht so weit. Sie hatte noch viel vor.
Plötzlich hatte sie das Bild vor Augen, wie Wasser in ihre Lungenflügel drang und sie füllte wie Partyballons.
Flehentlich streckte sie die Hände aus und fand endlich ihre Stimme wieder. »Bitte ... bitte ... nicht ... ich will nicht sterben.«
Die Gestalt beugte sich über die Badewanne und legte ihr eine behandschuhte Hand auf jede Brust. Teresa spürte, wie sie mit viel Kraft unter Wasser gedrückt wurde, und kämpfte dagegen an. Sie musste sich unbedingt erklären, doch die Hände drückten mit immer mehr Kraft. Wieder versuchte sie sich aus ihrer hilflosen Position aufzusetzen, doch es war hoffnungslos. Schwerkraft und brutale Gewalt machten jeden Versuch, sich zur Wehr zu setzen, zunichte.
Als das Wasser ihr Gesicht rahmte, öffnete sie den Mund, und ein leiser Schluchzer entfuhr ihren Lippen. Sie versuchte es ein allerletztes Mal. »Ich schwöre ...«
Die Worte wurden abrupt abgeschnitten, und Teresa sah, wie Luftbläschen aus ihrer Nase drangen und an die Wasseroberfläche stiegen. Die Haare schwammen ihr ums Gesicht.
Die Gestalt waberte oberhalb des Wassers.
Teresas Körper reagierte jetzt auf den Sauerstoffmangel, und sie versuchte, die aufsteigende Panik zu bezwingen. Sie fuchtelte mit den Armen, und eine Hand rutschte kurz von ihrem Brustbein ab. Es gelang ihr, den Kopf aus dem Wasser zu heben und von Nahem einen Blick in die kalten, stechenden Augen zu erhaschen. Als sie erkannte, wer es war, verschlug es ihr ganz den Atem.
Die kurzen Sekunden der Verwirrung reichten ihrem Angreifer, um nachzufassen, und schon wurde sie wieder von zwei Händen unter Wasser gedrückt und dort festgehalten.
Teresas Kopf war voller Unglaube, selbst als ihr Bewusstsein schwand.
Ihre Mitverschwörer konnten sich beim besten Willen nicht vorstellen, wen sie zu fürchten hatten.

 

 


Kapitel 2


Kim Stone ging um die Kawasaki Ninja herum, um die Lautstärke ihres iPods zu regulieren. Die Lautsprecher tanzten zu den Klängen des Sommers aus Vivaldis Vier Jahreszeiten, die jetzt auf ihre Lieblingsstelle zusteuerten, das Finale, das Gewitter.
Sie legte die Ratsche auf die Werkbank, wischte sich an einem Lappen die Hände ab und richtete den Blick auf die Triumph Thunderbird, die sie seit sieben Monaten restaurierte. Warum war sie heute Abend nicht recht bei der Sache?
Sie schaute auf ihre Uhr. Kurz vor elf. Ihr Team würde um diese Zeit wahrscheinlich aus dem Dog wanken. Sie rührte zwar keinen Alkohol an, doch wenn sie das Gefühl hatte, sie hatte es verdient, begleitete sie ihre Leute auch in den Pub.
Sie griff wieder zu der Ratsche und ließ sich auf dem Kniepolster nieder, das neben der Triumph lag.
Für sie gab es heute keinen Grund zum Feiern.
Das entsetzte Gesicht von Laura Yates schwebte ihr vor Augen, als sie in die Eingeweide des Motorrads langte und das hintere Ende der Kurbelwelle ertastete. Sie setzte die Nuss auf die Mutter und ratschte los.
Drei Schuldsprüche wegen Vergewaltigung würden Terence Hunt sehr lange in den Bau schicken.
»Aber nicht lange genug«, sagte Kim zu sich selbst.
Denn es gab ein viertes Opfer.
Sie zog noch einmal an der Ratsche, doch die Mutter wollte sich einfach nicht festdrehen lassen. Lager, Zahnrad, Sicherungsscheibe und Rotor hatte sie bereits zusammengesetzt. Die Mutter war das letzte Puzzlestück, und das verdammte Ding ließ sich einfach nicht gegen die Sicherungsscheibe anziehen.
Kim starrte auf die Mutter und beschwor sie stumm, sich endlich vom Fleck zu rühren, in ihrem eigenen Interesse. Immer noch nichts. Sie konzentrierte ihre ganze Wut auf den Hebel der Ratsche und drückte noch einmal mit aller Kraft. Das Gewinde brach, und die Mutter drehte frei.
»Verdammt!«, fuhr sie auf und schleuderte das Werkzeug durch die Garage.
Zitternd hatte Laura Yates im Zeugenstand von ihrem Martyrium berichtet: Sie war hinter eine Kirche gezerrt und zweieinhalb Stunden lang vergewaltigt worden. Die Anwesenden im Gerichtssaal hatten mit eigenen Augen gesehen, wie schwer ihr das Hinsetzen fiel. Drei Monate nach der Vergewaltigung.
Die Neunzehnjährige hatte auf der Besuchergalerie gesessen, als die Schuldsprüche verlesen wurden. Und als ihr Fall dran war, fielen die zwei Worte, die ihr Leben für immer verändern würden.
Nicht schuldig.
Und warum? Nur weil die junge Frau Alkohol getrunken hatte, zwei Drinks. Vergesst die elf Stiche, die vom Rücken eine Spur über den Körper nach vorn zogen, die gebrochene Rippe und das blaue Auge. Sie muss scharf darauf gewesen sein, schließlich hatte sie an dem Abend zwei verdammte Drinks gehabt.
Kim merkte, dass ihre Hände vor Wut angefangen hatten zu zittern.
Ihr Team fand, drei von vier wäre gar nicht schlecht. Das war es auch nicht. Aber es war nicht gut genug. Nicht für Kim.
Sie bückte sich, um den Schaden am Motorrad zu begutachten. Es hatte fast sechs Wochen gedauert, um diese verdammten Schrauben aufzutreiben.
Sie senkte die Nuss in Position und drehte sie noch einmal mit Daumen und Zeigefinger, da fing ihr Handy an zu klingeln. Sie ließ die Mutter fallen und sprang auf. Ein Anruf so kurz vor Mitternacht verhieß nichts Gutes.
»DI Stone.«
»Wir haben eine Leiche, Madam.«
Natürlich. Was hätte es auch sonst sein sollen?
»Wo?«
»Hagley Road, Stourbridge.«
Kim kannte die Gegend an der Grenze zum Nachbarrevier West Mercia.
»Sollen wir DS Bryant anrufen, Madam?«
Kim zuckte zusammen. Sie fand es schrecklich, mit Madam angesprochen zu werden. Mit vierunddreißig fühlte sie sich dafür einfach noch nicht alt genug.
Vor ihrem geistigen Auge sah sie, wie ihr Kollege vor dem Dog in ein Taxi stolperte.
»Nein, ich glaube, das mache ich allein«, sagte sie und beendete das Gespräch.
Kim schaltete den iPod aus und verharrte zwei Sekunden. Sie wusste, dass sie Laura Yates' vorwurfsvollen Blick abschütteln musste – ob real oder eingebildet, sie hatte ihn gesehen. Und er wollte ihr nicht aus dem Kopf.
Sie wusste, dass das Rechtssystem, an das sie glaubte, gegenüber jemandem versagt hatte, den es doch eigentlich schützen sollte. Sie hatte Laura Yates überredet, ihr und dem System, das sie repräsentierte, zu vertrauen, und Kim wurde das Gefühl nicht los, dass Laura im Stich gelassen worden war. Und zwar von dem System und von ihr.

 

 

Kapitel 3


Vier Minuten, nachdem sie den Anruf erhalten hatte, lenkte Kim den zehn Jahre alten Golf GTI aus der Einfahrt, den sie nur fuhr, wenn die Straßen vereist waren oder es aufgrund der Uhrzeit unsozial wäre, den donnernden Motor der Ninja anzuwerfen.
Die zerrissene, mit Öl, Schmierfett und Staub verdreckte Jeans hatte sie durch eine schwarze Leinenhose und ein schlichtes weißes T-Shirt ersetzt, und ihre Füße steckten jetzt in schwarzen Lacklederstiefeln mit flachen Absätzen. Ihr kurzes schwarzes Haar erforderte wenig Aufwand. Einmal rasch mit den Fingern durch, und fertig war sie.
Ihr Klient würde sich nicht daran stören.
Sie kurvte zum Ende der Straße. Das Fahrgefühl des Autos war ihr fremd. Es war zwar klein, doch Kim musste sich extrem auf den Abstand zu den geparkten Fahrzeugen konzentrieren. Das ganze Blech um sie herum kam ihr recht sperrig vor.
Gut anderthalb Kilometer vor dem Ziel fand der Brandgeruch den Weg durch die Lüftung ins Wageninnere. Je näher sie kam, desto stärker wurde er. Aus achthundert Metern Entfernung konnte sie eine schräg aufsteigende Rauchsäule erkennen, die über die Clent Hills zog. Ein paar hundert Meter weiter, und Kim wusste, dass sie direkt darauf zusteuerte.
Als zweitgrößte Einheit nach der Metropolitan Police war die West Midlands Police für fast zwei Komma sechs Millionen Bürger zuständig.
Das Black Country im Norden und Westen von Birmingham hatte sich im viktorianischen Zeitalter zu einer der am stärksten industrialisierten Regionen des Landes entwickelt. Der Name stammte von den überirdisch auftretenden Kohlevorkommen, die das Erdreich in weiten Teilen schwarz färbten. Die neunzig Meter dicke Schicht aus Erz und Kohle war die dickste in ganz Großbritannien.
Jetzt waren die Arbeitslosenraten in der Gegend die dritthöchsten im ganzen Land. Die Kleinkriminalität nahm stetig zu, genau wie antisoziales Verhalten.
Der Tatort lag direkt an der Hauptstraße, die Stourbridge und Hagley miteinander verband – eine Ecke, in der normalerweise nicht viele Gesetzesverstöße zu verzeichnen waren. Die Häuser nah an der Straße waren neue, großzügige Einfamilienheime mit blendend weißen römischen Säulen und bleiverglasten Fenstern. Ein Stück weiter die Straße runter lagen die Häuser weiter auseinander und waren beträchtlich älter.
Kim fuhr bis vor die Absperrung und parkte zwischen zwei Feuerwehrfahrzeugen. Wortlos hielt sie dem Beamten, der den Zugang bewachte, ihren Dienstausweis hin. Er nickte und hob das Absperrband, damit sie sich drunter durch ducken konnte.
»Was ist passiert?«, fragte sie den ersten Feuerwehrmann, dem sie über den Weg lief.
Er zeigte auf die Überreste der ersten Zypresse am Rand des Grundstücks. »Das Feuer hat da angefangen und ist von einem Baum zum nächsten übergesprungen, bevor wir hier waren.«
Kim bemerkte, dass von den dreizehn Zypressen, die die Grundstücksgrenze markierten, nur die beiden dicht am Haus nichts abbekommen hatten.
»Sie haben die Leiche gefunden?«
Er zeigte auf einen Feuerwehrmann, der auf dem Boden saß und mit einem Polizisten sprach. »Fast alle Nachbarn waren draußen, um sich das Spektakel anzusehen, aber dieses Haus blieb dunkel. Die Nachbarn versicherten uns, dass der schwarze Range Rover der Besitzerin gehörte und dass sie allein lebte.«
Kim nickte und ging zu dem Feuerwehrmann, der auf dem Boden saß. Er war blass, und sie sah, dass seine rechte Hand leicht zitterte. Eine Leiche zu finden war kein Vergnügen, egal wie gut man ausgebildet war.
»Haben Sie im Haus etwas angefasst?«, fragte sie.
Er überlegte eine Sekunde und schüttelte den Kopf. »Die Badezimmertür stand offen, aber ich bin nicht reingegangen.«
An der Haustür blieb Kim stehen, um sich aus dem Pappkarton links davon blaue Plastiküberzüge für ihre Schuhe zu fischen.
Sie ging, zwei Stufen auf einmal nehmend, die Treppe hinauf und betrat das Badezimmer. Augenblicklich fiel ihr Blick auf Keats, den Rechtsmediziner, eine zwergenhafte Gestalt mit vollkommen kahlem Schädel, betont durch einen Schnauzer und einen Bart, der unterm Kinn spitz zulief. Er hatte die Ehre gehabt, sie vor acht Jahren durch ihre erste Autopsie zu leiten.
»Hey, Detective«, sagte er und schaute an ihr vorbei. »Wo ist Bryant?«
»Himmel noch mal, wir sind doch nicht an der Hüfte zusammengewachsen.«
»Nein, aber Sie sind wie ein chinesisches Gericht. Schweinefleisch süßsauer ... aber ohne Bryant sind Sie nur sauer ...«
»Was glauben Sie, wie sehr ich nachts um diese Zeit zu Späßen aufgelegt bin?«
»Ihr Sinn für Humor ist, wenn ich ehrlich bin, auch sonst nicht besonders ausgeprägt.«
Oh, das hätte sie ihm zu gern heimgezahlt. Wenn sie gewollt hätte, hätte sie eine Bemerkung darüber fallen lassen können, dass die Bügelfalten in seiner schwarzen Hose nicht ganz gerade waren. Sie könnte ihn auch darauf hinweisen, dass sein Hemdkragen ein wenig abgewetzt war. Sie könnte sogar den kleinen Blutfleck hinten auf seinem Mantel erwähnen. Doch im Augenblick lag ein nackter Leichnam zwischen ihnen und verlangte ihre volle Aufmerksamkeit.
Langsam, um nicht auf den nassen Fließen auszurutschen, näherte sich Kim der Badewanne.
Die Leiche der Frau war teils untergetaucht. Ihre Augen standen offen, und ihr blondgefärbtes Haar fächerte sich im Wasser auf und rahmte ihr Gesicht.
Der tote Körper schwamm, und die Brustwarzen ragten aus dem Wasser.
Kim schätzte die Frau auf Mitte bis Ende vierzig, aber sie hatte sich gut gehalten. Ihre Oberarme waren gebräunt, doch schlaffes Fleisch hing im Wasser. Die Zehennägel waren in einem hellen Pink lackiert und ihre Beine glattrasiert.
Das viele Wasser auf dem Boden deutete darauf hin, dass die Frau um ihr Leben gekämpft hatte.
Kim hörte Schritte die Treppe heraufdonnern.
»Detective Inspector Stone, was für eine nette Überraschung.«
Kim stöhnte, als sie die Stimme erkannte und die vor Sarkasmus triefenden Worte hörte.
»Detective Inspector Wharton, das Vergnügen ist ganz auf meiner Seite.«
Die beiden hatten ein paarmal zusammengearbeitet, und Kim hatte nie ein Hehl aus ihrer Geringschätzung gemacht. Er war Berufsbeamter, und er hatte es einzig und allein darauf angelegt, so schnell wie möglich die Karriereleiter zu erklimmen. Die Aufklärung eines Falles interessierte ihn nicht, er hatte nur die Lorbeeren im Blick, die er dabei erringen konnte.
Entsprechend demütigend hatte er es aufgenommen, als sie vor ihm zur DI aufgestiegen war. Ihre frühe Beförderung hatte ihn veranlasst, sich zum Revier West Mercia versetzen zu lassen – eine kleinere Einheit, wo die Konkurrenz nicht so groß war.
»Was machen Sie hier? Ich denke, Sie werden feststellen, dass der Fall in die Zuständigkeit von West Mercia fällt.«
»Und ich denke, Sie werden feststellen, dass der Tatort direkt auf der Grenze liegt und ich zuerst davon erfahren habe.«
Unbewusst war sie vor die Badewanne getreten, um das Opfer davor zu schützen, dass noch mehr neugierige Blicke über den nackten Körper strichen.
»Das ist mein Fall, Stone.«
Kim verschränkte die Arme. »Ich weiche nicht vom Fleck, Tom.« Sie neigte den Kopf. »Wir könnten natürlich zusammen ermitteln. Ich war zuerst hier, also obliegt mir die Leitung.«
Sein schmales, hündisches Gesicht lief knallrot an. Er würde sich ihr erst unterordnen, wenn er sich eigenhändig mit einem rostigen Löffel die Augäpfel rausgeschält hatte.
Sie musterte ihn von Kopf bis Fuß. »Und meine erste Anweisung wäre die, den Tatort nur in entsprechender Schutzkleidung zu betreten.«
Er senkte den Blick auf ihre Füße und dann auf seine eigenen, ungeschützten Schuhe. Blinder Eifer schadet nur, dachte sie bei sich.
Sie senkte die Stimme. »Machen Sie das hier nicht zu einem Weitpisswettbewerb, Tom.«
Er bedachte sie mit einem verächtlichen Blick, drehte sich um und stürmte aus dem Bad.
Kim wandte sich wieder der Leiche zu.
»Den würden Sie eh gewinnen«, sagte Keats leise.
»Wie bitte?«
Seine Augen funkelten vor Vergnügen. »Den Pisswettbewerb.«
Kim nickte. Das sowieso.
»Können wir sie schon rausholen?«
»Nur noch zwei Nahaufnahmen vom Brustbein.«
Während er sprach, richtete ein Kriminaltechniker eine Kamera mit einem Objektiv so lang wie ein Auspuff auf die Brust der Frau.
Kim beugte sich vor und entdeckte zwei Prellungen über den Brüsten.
»Runtergedrückt?«
»Ich glaube schon. Erste Untersuchungen haben keine weiteren Verletzungen ergeben. Nach der Autopsie kann ich Ihnen mehr sagen.«
»Eine vage Einschätzung, wie lange es her ist?«
Kim konnte nichts entdecken, was auf eine Lebertemperaturmessung hindeutete, also hatte er die Körpertemperatur wohl rektal gemessen, bevor sie gekommen war.
Sie wusste, dass die Körpertemperatur in der ersten Stunde um anderthalb Grad Celsius sank. Normalerweise fiel sie danach jede Stunde um weitere ein bis anderthalb Grad. Sie wusste auch, dass dieser Wert von vielen anderen Faktoren mitbestimmt wurde. Nicht zuletzt davon, dass das Opfer nackt war und in mittlerweile abgekühltem Badewasser lag.
Er zuckte die Achseln. »Genauere Berechnungen führe ich später durch, aber ich würde sagen, nicht mehr als etwa zwei Stunden.«
»Wann können Sie ...«
»Ich habe eine Sechsundneunzigjährige, die verschied, nachdem sie in ihrem Lehnstuhl eingeschlafen war, und einen sechsundzwanzigjährigen Mann, der noch die Nadel im Arm hat.«
»Also nichts Dringendes?«
Er schaute auf seine Uhr. »Mittag?«
»Acht«, hielt sie dagegen.
»Zehn, und keine Minute früher«, brummte er. »Ich bin ein Mensch und muss ab und zu auch schlafen.«
»Perfekt«, sagte sie. Es war genau die Zeit, die sie im Sinn gehabt hatte. So hatte sie vorher noch die Gelegenheit, ihr Team zu briefen und jemanden zu beauftragen, an der Obduktion teilzunehmen.
Wieder waren auf der Treppe Schritte zu hören. Unter mühsamem Schnaufen kam jemand hoch.
»Sergeant Travis«, sagte sie, ohne sich umzudrehen. »Wie steht's?«
»Die Kollegen durchkämmen die Gegend. Der Beamte, der zuerst am Tatort war, hat ein paar Nachbarn zusammengetrommelt, aber die haben erst etwas mitbekommen, als die Feuerwehr angerückt ist. Der Notruf kam von einem Autofahrer, der hier durchfuhr.«
Kim drehte sich um und nickte. Der Beamte, der als Erster hier gewesen war, hatte gute Arbeit geleistet, indem er den Tatort für die Kriminaltechniker gesichert und potenzielle Zeugen befragt hatte, doch die Häuser standen ein Stück von der Straße weg und weit auseinander. Nicht gerade ein Mekka für neugierige Nachbarn.
»Fahren Sie fort«, sagte sie.
»Ins Haus gekommen ist der Täter durch eine eingeschlagene Glasscheibe in der Hintertür, und der Feuerwehrmann hat ausgesagt, dass die Haustür unverschlossen war.«
»Hmmm ... interessant.«
Sie nickte zum Dank und ging die Treppe hinunter.
Ein Kriminaltechniker nahm den Flur unter die Lupe, ein anderer suchte die Hintertür nach Fingerabdrücken ab. Auf dem Frühstückstresen stand eine Designer-Handtasche. Kim hatte keine Ahnung, was die goldene Schließe mit dem Monogramm bedeutete. Sie benutzte keine Handtaschen, aber das Ding sah teuer aus.
Ein dritter Techniker kam aus dem Esszimmer nebenan. Mit einem Nicken wies er auf die Tasche. »Nichts entwendet. Kreditkarten und Bargeld unberührt.«
Mit einem Nicken verließ Kim das Haus. In der Tür befreite sie sich von den Schuhüberzügen und stopfte sie in den dafür vorgesehenen Karton. Sämtliche Schutzkleidung würde später vom Tatort entfernt und auf Spuren untersucht werden.
Sie trat unter der Absperrung durch. Die Besatzung eines Löschfahrzeugs hielt noch Wache, um sicher zu gehen, dass der Brand wirklich bezwungen war. Feuer war klug, und ein einziges unbemerktes Stück glühender Asche konnte das ganze Gelände in Minuten in Flammen aufgehen lassen.
Sie blieb am Auto stehen und ließ den Blick über die Szene schweifen.
Teresa Wyatt hatte allein gelebt. Nichts schien gestohlen oder auch nur angefasst worden zu sein.
Der Mörder hätte den Tatort in dem sicheren Wissen, dass man die Leiche frühestens am nächsten Morgen entdecken würde, unbemerkt verlassen können, doch er hatte einen Brand gelegt, um die Aufmerksamkeit der Polizei auf die Tat zu lenken.
Jetzt musste Kim nur noch herausfinden, warum.

Angela Marsons

Über Angela Marsons

Biografie

Angela Marsons ist im Black Country, einer von Bergbau und Industrie geprägten Region Englands, geboren und aufgewachsen. Mit ihrer Partnerin lebt sie auch heute noch dort. Sie arbeitete lange Jahre in der Sicherheitsbranche, schreibt seit ihrer Jugend und veröffentliche mehrere erfolgreiche...

Medien zu »Silent Scream – Wie lange kannst du schweigen?«


Weitere Titel der Serie »Kim-Stone-Reihe«

Detective Inspector Kim Stone, West Midlands Police. Vierunddreißig, tough, schlagfertig, kompromisslos. Nicht immer freundlich, nicht immer fair, nicht immer regelkonform.

Pressestimmen

krimi-couch.de

»Angela Marsons ist ein anspruchsvoller Plot gelungen. Durch Überraschungen und falsche Fährten erzeugt sie einiges an Dynamik, macht mit etlichen Aspekten im Hinblick auf die Opfer aber auch nachdenklich.« (Andreas Kurth)

eschborner-stadtmagazin.de

»Der erste Thriller der Reihe um DI Kim Stone ist vielversprechend und macht Lust, mehr über Kim Stone zu erfahren.«

Kreiszeitung Böblinger Bote

»Die Autorin hat die Fährten gut gelegt, der Plot ist spannend und glaubwürdig, die Personen interessant gezeichnet. Das Krimi-Genre liegt den Briten eben.«

Rhein-Neckar-Zeitung

»Detective Kim Stone hat das Zeug, die neue Lieblingsermittlerin vieler Krimifans zu werden.«

Schweizer Buchhandel (CH)

»Sehr spannend gemachter Krimi, der den berühmten Sog - rund um eine toughe Ermittlerin - entwickelt.«

General-Anzeiger

»harter Stoff, der davon profitiert, dass Marsons in der Region aufgewachsen ist, in der die Serie spielt.«

Für Sie

»Angela Marsons verbindet Gegensätze zur abgründig-dramatischen Story. Nach der letzten Seite muss man erst mal tief Luft holen!«

General-Anzeiger

»Das Debüt ist ein rasanter Krimi, der seine Leser/innen von Anfang an hart anpackt und thrillermäßig durch eine atemlos machende Handlung treibt (...) Besser geht's kaum!«

Westfälische Nachrichten

»Ein düsterer, geheimnisvoller und richtig spannender Debütroman mit einer leidenschaftlichen und ehrgeizigen (...) Ermittlerin.«

Sächsische Zeitung

»die Kriminalistin Kim Stone rückt gleich mit ihrem ersten Fall an die vorderste Front der literarischen Ermittlerinnen englischer Sprache.«

Hellweger Anzeiger

»Ein Thriller mit Prädikat: sehr spannend.«

Der Evangelische Buchberater

»Ein spannender Roman mit einer starken Frau als Hauptdarstellerin.«

News

»Ein spannender, bedrückender Fall, ein sympathisches Ermittlerpaar.«

KRIMI - Das Magazin

»Ein packendes, abgründiges Debüt mit einer ungewöhnlichen Ermittlerin.«

Kommentare zum Buch

Ein gelungenes Krimi-Debüt mit charakterstarken Figuren und einer interessanten Story
Nisnis am 18.05.2016

Forensische Archäologen entdecken in der Nähe eines ehemaligen, verlassenen Kinderheims menschliche Überreste. Die 34 jährige Detectiv Kim Stone erteilt umgehend den Befehl zur Grabung und muss bald erfahren, dass es Menschen gibt, die diese Grabung verhindern wollen. Umso mehr dort gefunden wird, umso sicherer ist sich Kim, dass ein Geheimnis im lehmigen Boden von Crestwoods begraben liegt. Gleich bei ihrem ersten Fall hat sie es mit drei Mordfällen zu tun, die in Verbindung mit dem Kinderheim zu stehen scheinen. Da Kim selbst in einem Heim aufgewachsen ist, folgt sie bald nicht nur den Spuren der Ermordeten, sondern auch denen Ihrer eigenen Kindheit.   Die Autorin:   Angela Marsons ist im Black Country, einer von Bergbau und Industrie geprägten Region Englands, geboren und aufgewachsen. Mit ihrer Partnerin lebt sie auch heute noch dort. Sie arbeitete lange Jahre in der Sicherheitsbranche, schreibt seit ihrer Jugend und veröffentliche mehrere erfolgreiche Kurzgeschichten. Mit »Silent Scream« legte Angela Marsons ihr beeindruckendes Krimidebüt vor, "Evil Games" ist der zweite Band dieser Krimireihe.   Reflektionen:   Silent Scream, der Debüt- Roman von Angela Marsons, hat mich absolut fasziniert. Keinerlei Längen, charakterstarke Figuren, eine sehr spannende und interessante Handlung und ein Schreibstil der einen regelrecht durch die Seiten preschen lässt. Kaum angefangen, konnte ich mich nicht mehr von dieser Geschichte losreißen.   Kim ist überzeugter Single und sie liebt es an ihrem Motorrad zu schrauben. Sie tut kaum das, was man von ihr erwartet. Zunächst ist mir ihr Charakter fremd und ihr Verhalten gibt mir Rätsel auf. Geschickt führt die Autorin den Leser erst nach und nach in Kims Leben ein, und dann endlich, verstehe ich ihr ungewöhnliches Verhalten. Ich bin berührt als ich von ihrem wahren Schicksal erfahre, dass sehr geschickt mit in die Handlung verflochten ist. Die grausigen Dinge die Kim durch ihre eigene Mutter erleben musste, sind zutiefst beklemmend.   Das Zusammenspiel des Polizeiteams ist authentisch dargestellt und hin und wieder kommt man um ein humorvolles Schmunzeln nicht herum. Die Autorin hat zudem ihre Recherche-Hausaufgaben mit Note Eins erledigt und so darf man als Leser kompetente Informationen zur Forensiker in perfekt eingearbeiteter Form genießen, die die Mordfälle unglaublich interessant dastehen lassen.   Für ein Debüt finde ich die tiefen Verstrickungen der Mordfälle mit den Figuren eine wahre Glanzleistung. Zahlreiche spannende Wendungen haben mich überrascht und bis zuletzt konnte ich mich nicht auf einen Täter festlegen.   Mein Fazit:   Silent Scream ist ein glanzvolles Debüt und ich kann es kaum abwarten, das neue Werk der Autorin „Evil Games“ lesen zu dürfen. Somit ist klar, hier gibt es eine eindeutige Leseempfehlung von mir und ich garantiere euch spannenden Lesegenuss.

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