Sieh mich an

Sieh mich an

Roman

Hardcover
E-Book

€ 20,00 inkl. MwSt.

Der erste Tag vom Ende des Lebens - emotional, klug, zum Heulen komisch

Man kann ja nicht einfach sterben, wenn die Dinge noch ungeklärt sind. Das denkt Katharina, seit sie vor Kurzem das Etwas in ihrer Brust entdeckt hat. Niemand weiß davon, und das ist auch gut so. Denn an diesem Wochenende soll ein letztes Mal alles wie immer sein. Und so entrollt sich das Chaos eines ganz normalen Freitags vor ihr. Während sie aber einen abgetrennten Daumen versorgt, ihren brennenden Trockner löscht und sich auf den emotional nicht unbedenklichen Besuch eines Studienfreundes vorbereitet, beginnt ihr Vorsatz zu bröckeln, und sie stellt sich große Fragen: Ist alles so geworden, wie sie wollte? Ihre Musik, ihre Kinder, die Ehe mit dem in letzter Zeit viel zu abwesenden Costas? Als der Tag fast zu Ende ist, beschließt sie, endlich ihr Geheimnis mit jemandem zu teilen, den sie liebt. – Die Heldin in Mareike Krügels rasantem, klugem Roman gehört ganz sicher zu den einnehmendsten Frauengestalten in der deutschen Gegenwartsliteratur.

  • € 20,00 [D], € 20,60 [A]
  • Erschienen am 01.08.2017
  • 256 Seiten, Hardcover mit Schutzumschlag
  • ISBN: 978-3-492-05855-1
 
 

Leseprobe zu »Sieh mich an«

Ich will nicht sterben, und ich will auch nicht durch diese Tür gehen. Schultüren sind der Eingang zur Hölle. Aber es hilft nichts, meine Tochter braucht mich.

Die Tür ist schwer und öffnet sich nach außen. Sofort schlägt mir der Geruch entgegen, den diese Schule wie alle anderen hat, die ich kenne, abgesehen von der Musikschule, in der ich arbeite, dort riecht es nach Staub und Kolophonium. Von Schulgeruch wird mir übel. Das ist eine psychosomatische Reaktion, die sich mit den Jahren einfach nicht abnutzt. Ich habe Helli bereits unzählige Male abgeholt, und immer noch rebelliert [...]

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Mareike Krügel

Mareike Krügel

Mareike Krügel, 1977 in Kiel geboren, studierte am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig. Seit 2003 hat sie vier Romane veröffentlicht. Sie lebt bei Schleswig. Mareike Krügel erhielt zahlreiche Stipendien, u.a. in der Villa Decius in Krakau, und ist Mitglied im PEN Deutschland. Im Jahr 2003 bekam mehr ...

0 Themenspecial Veröffentlicht am 01.08.2017 von Piper Verlag

Sieh mich an

Der erste Tag vom Ende des Lebens - emotional, klug, zum Heulen komisch. Mareike Krügels grandioser, facettenreicher Roman »Sieh mich an«.

Veranstaltungen

Lesung und Gespräch: Am Dienstag, 23. Januar 2018 in Essen
Mareike Krügel liest aus »Sieh mich an« in Essen
Zeit: 19:30 Uhr
Ort: Medienforum des Bistums Essen, 45127 Essen
Lesung und Gespräch: Am Sonntag, 28. Januar 2018 in Hamburg
Mareike Krügel liest aus »Sieh mich an« in Hamburg

Die Autorin liest beim »LiteraturBrunch« in Hamburg

Zeit: 11:30 Uhr
Ort: Tangostudio La Yumba, Kastanienallee 9 , 20359 Hamburg
Lesung und Gespräch: Am Dienstag, 30. Januar 2018 in Alsfeld
Mareike Krügel liest aus »Sieh mich an« in Alsfeld
Zeit: 20:00 Uhr
Ort: Marctcafé, 36304 Alsfeld

Rezensionen und Pressestimmen

NDR


»Das NDR Buch des Monats August.«   

Heilbronner Stimme


»›Sieh mich an‹ ist eine mutig erzählte Geschichte über zerplatzte Träume und die erdrückende Realität.«   

Brigitte "Bücher Spezial"


»Ein rasanter Roman mit furiosem Showdown, der den PR-Rummel verdient hat.«   

Kölnische Rundschau


»Wie Katharina - die heimlich Listen schreibt, um das Leben zu strukturieren, aber auch um Pläne und Hoffnungen zu Papier zu bringen - sich schließlich all ihren Ängsten stellt, liest sich großartig.«    

lizzynet.de


»Ein Roman wie eine ganze Schatztruhe!«   

Siegener Zeitung


»›Sieh mich an‹ ist ein lebenskluger und warmherziger Roman (…).«   

Freundin


»›Sieh mich an‹ ist ein tragisch-komisches Meisterwerk.«   

Hamburger Abendblatt


»Lesens- und hörenswert!«   

Hamburger Morgenpost


»Mareike Krügel hat eine kunstvolle Geschichte gesponnen, in der man sich als Leser schnell verfängt.«   

Die ZEIT Hamburg


»Ein intelligenter Roman, der leicht und humorvoll daherkommt, aber eine kämpferische Frage aufwirft: Was ist von der Forderung an moderne Frauen zu halten, Karriere und Kinder unter einen Hut zu kriegen und dabei stets glücklich und zufrieden zu sein?«   

Westfalenpost


»Mareike Krügels Roman ›Sieh mich an‹ besticht durch sein Tempo. Der Leser begleitet Katharina gerade mal einen Tag und erlebt jede Sekunde mit. Die Sympathie der starken Frau, die uns an ihren Gefühlen teilhaben lässt und der wir immer näher kommen, zieht uns in einen unbeschreiblichen Bann.«    

schonhalbelf.de


»›Sieh mich an‹ ist für mich die perfekte Mischung aus Unterhaltung und Tiefgang, Humor und Drama, Spaß und Ernsthaftigkeit – und ein Roman, den ich mit bestem Gewissen empfehlen kann.«   

Frankfurter Neue Presse


»Krügel gelingt es mit dieser Alltags-und Finale-Fragen-Doppelstrategie, den Spagat zu halten zwischen Tiefsinn und Heiterkeit, zwischen Katastrophe und absurd überdrehter Stand-Up-Comedy. Beste Unterhaltungsliteratur, zum Innehalten und zum Lachen zugleich.«   

Mittelbadische Presse


»Bei diesem Roman gibt es kein Entrinnen, von der ersten Seite an entwickelt das Buch eine Sogwirkung, klug, tiefgründig und dabei auch komisch nimmt Katharina mit durch die Strömungen und Wirbel auf dem Fluss ihres Lebens.«   

Westdeutsche Allgemeine


»Mit aufgeweckter, einfühlsamer und zugleich witziger Sprache, ist ›Sieh mich an‹, ein absolutes Sommerlesevergnügen.«   

Freie Presse


»Mareike Krügel ist ein großer Wurf gelungen mit diesem Buch, dessen eigentliche Handlung sich lediglich über 48 Stunden erstreckt. Und doch fängt dieses Buch ein ganzes Leben ein, von dem man hofft, dass es noch ganz lange dauern wird.«   

Deutschlandfunk Kultur Lesart


»Mareike Krügel ist mit ›Sieh mich an‹ neu auf der Belletristik-Bestenliste des Spiegels vertreten. Zu Recht, denn der Roman beschreibt eine grundlegende Frage, die sich viele Menschen stellen. Und das, obwohl er von gerade einmal zwei Tagen im Leben einer Frau erzählt.«   

Rheinische Post


»Mareike Krügel hat einen überaus kurzweiligen und trotz Brustkrebs-Themas auch witzigen Roman über das Leben, die Liebe und Familie geschrieben, der sich gut als Urlaubslektüre eignet.«   

rp-online.de


»Mareike Krügel hat einen überaus kurzweiligen und trotz des Brustkrebs-Themas auch witzigen Roman über das Leben, die Liebe und Familie geschrieben, der sich gut als Urlaubslektüre eignet.«   

Lübecker Nachrichten


»Die Autorin frönt dem Faible für die Theatralik des Alltags und einer Form der Überalltäglichkeit, die das Schicksal ins Surreale kippt. Das spitzt die Schriftstellerin so gnadenlos wie genüsslich zu, irgendwo zwischen sardonischer Belustigung und wachsender Verzweiflung.«   

Sächsische Zeitung


»Nordisch kühl, sachlich und teils urkomisch ist nicht nur der Ton des Buchs, sondern auch der Blick aufs Leben –- alles davon fein abgestimmt und im rechten Maß dosiert.«   

Kölner Stadt-Anzeiger


»›Sieh mich an‹ ist ein mutiges Buch. Hier spricht eine Frau aus, was viele Mütter nicht einmal zu denken wagen. Dass sie an ihrem Muttersein verzweifeln. Dass sie ihre Kinder am liebsten manchmal schlagen würden. Dass sie ein Leben leben, das so weit entfernt ist von ihren Jugendträumen wie die Erde vom Mond.«   

Kieler Nachrichten


»Zwischen innerem Monolog und äußerem Erleben entwickelt Mareike Krügel über einen einzigen Tag ein sehr zeittypisches Frauenportrait.«   

hr1.de


»Der Roman ist klug, bewegend und voller Liebe.«   

Hamburger Abendblatt


»In Mareike Krügels erstaunlichem neuen Roman geht es um alles. Um den Tod, aber mehr noch um das Leben.«   

NDR »Klassik à la carte«


»Ein Buch wie eine Achterbahnfahrt: schnell, erschütternd, lustig.«    

Brigitte


»Ein rasanter Roman mit furiosem Showdown.«   

NEON


»Die Hauptfigur Katharina ist genau im richtigen Maß normal und sympathisch verschroben, so wie jeder gerne wäre.«   

myself


»Ein schlicht ehrliches Buch, das man nur so inhaliert – mit guttuender Ironie an den richtigen Stellen.«   

54° Nord


»Der vierte Roman der Kielerin Mareike Krügel bewegt von der ersten Seite an.«   

Emotion


»Krügel schreibt mit Gefühl, schwarzem Humor und Wucht.«   

BuchMarkt


»Ein schöner Gegenwartsroman, nicht ohne Humor.«   

Flow


»Ein kluges Buch, rasant, gefühlvoll und mit einer erleichternden Portion Witz erzählt.«   

Münchner Feuilleton


»(…) Eine Story voller Sprengkraft. (…) ›Sieh mich an‹ fasziniert durch seinen Erzählton.«   

Kommentare zum Buch
1. Es ist was es ist
ele am 28.09.2017 - 21:48:48

Ein ganz normales Wochenende im Leben von Katharina, das übliche Chaos nur etwas ist anders. Das „Etwas" sitzt in ihrer Brust und tut alles was es nicht tun soll. Es ist was es ist. Aber es ist nicht seine Aufgabe, Hoffnung zu machen. Katharina entdeckt einen Knoten in ihrer Brust. Ein letztes Wochenende soll es so sein wie immer. Bevor sie ihr Geheimnis bekundet. Doch an diesem Wochenende geht alles drunter und drüber. Ihre Tochter hat Nasenbluten und muss von der Schule abgeholt werden. Ein Verkehrsunfall bei spiegelglatter Fahrbahn. Im Nachbargarten mäht sich der Nachbar den eigenen Daumen ab und muss notärztlich versorgt werden, der Wäschetrockner brennt, Kilian ein Studienfreund hat sich angemeldet um das Wochenende bei ihr zu verbringen, außerdem ist in ihrer Ehe mit Costas nicht mehr alles in Ordnung. Dazu die alltäglichen Probleme mit ihrer Tochter Helli, die ein ADHS-Problem hat. Ihre Schwester Sissi verlangt ihre Aufmerksamkeit, ihr Sohn Alex hat eine Freundin und Pink und Floyd sind auch noch plötzlich verschwunden. Kann Katharina in diesem Chaos den Überblick bewahren? Und plötzlich stellt sie ihr ganzes Leben in Frage, ihre Mutter ist zudem viel zu früh an dieser schrecklichen Krankheit verstorben. Selbst meint die Protagonistin an einer Stelle: „Ich bin zu müde für Hoffen und Bangen. Die bestürzende Geschichte ist im personalen Erzählstil aus der Sicht Katharinas verfasst. Der Roman ist in einer wunderschönen Sprache geschrieben und hat mich zutiefst berührt. Große Themen, lustig und zugleich traurig werden angesprochen. Ich habe mich immer gefragt: „Wie kann diese Frau das alles schaffen, was würde ich an ihrer Stelle tun? Ich finde die Geschehnisse auch nicht übertrieben, denn aus eigener Erfahrung ist mir klar, dass es solche Tage gibt an denen man denkt: „ Die ganze Welt hat sich gegen mich verschworen, was kommt denn noch alles?“ Ich konnte mich sehr gut in die Protagonistin hinein fühlen, wenn sie z.B. Gänsehaut und Tränen in den Augen bei bestimmten Liedtexten bekommt. Es sind viele Wahrheiten und Lebensweisheiten im Buch enthalten, wie z.B. „Die Geschichten meiner Mutter haben mich nie interessiert und jetzt, da ich sie hören will, ist sie nicht mehr da.“ Oder: „Eltern lieben blind drauflos aber Geschwister sehen einen wie man wirklich ist.“ Der Roman ist eigentlich nicht wirklich spannend, trotzdem fiel es mir schwer, das Buch aus der Hand zu legen. Und habe es fast in einem Stück durchgelesen. Am Ende hätte ich mir gewünscht, zu erfahren wie es mit Katharina weitergeht und ob sie die Krankheit besiegen kann. Trotz des traurigen Hintergrunds – ein Wohlfühlbuch, Sprache und Stil tun der Seele unendlich gut. Ein toller Frauenroman! Absolute Leseempfehlung 

2. Temporeicher, tiefgründiger Roman über den alltäglichen Wahnsinn - trotz aller Übertreibungen sehr authentisch
Lena am 09.08.2017 - 18:10:48

Katharina ist ungefähr 40 Jahre alt, verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt an einem Ort an der Ostsee. Ihr Mann Costas hat nach seiner Arbeitslosigkeit eine Anstellung als Architekt in Berlin gefunden und ist deshalb nur am Wochenende zu Hause. Den Alltag mit all seinen Tücken muss Katha allein bewältigen. Eine besondere Herausforderung stellt ihre 11-jährige Tochter dar, die unter ADHS leidet und gerade in die Pubertät kommt. Katha schenkt Helli ihre gesamte Aufmerksamkeit, weshalb sie es kaum schafft, den Haushalt zu bewältigen, zumindest stundenweise ein Zubrot als Musikpädagogin zu verdienen, geschweige denn Zeit für sich selbst hat, um einfach nur hinzusitzen oder die Anrufe ihrer Schwester entgegen zunehmen.   "Sieh mich an" schildert einen einzigen Tag in Kathas Leben. Es ist ein Freitag im Winter und das erste Wochenende, an dem Costas nicht nach Hause kommt, da er sich verpflichtet fühlt, zu einer betriebsinternen Weihnachtsfeier zu gehen. Katha nutzt die Gelegenheit, ihren Studienfreund Kilian wiederzusehen, den sie seit Jahren nicht getroffen hat und der an diesem Wochenende in der Gegend ist.   Der Tag beginnt schon denkbar schlecht, als Katha von Hellis Schule gebeten wird, ihre Tochter - mal wieder - wegen Nasenbluten abzuholen. Es folgen ein abgefahrener Seitenspiegel am Auto, ein Trockner, der in Flammen aufgeht und der transsexuelle Nachbar, der sich bei der Reparatur seines Rasenmähers den Daumen abtrennt. In dem ganzen Chaos muss Katha zudem jederzeit mit dem nächsten Ausraster ihrer überdrehten Tochter rechnen.   Scheinbar unberührt - oder einfach schon daran gewöhnt - gehen die Stunden für Katha voran, bis sie am Abend endlich Kilian am Bahnhof abholen kann. Was Katha eigentlich belastet, ist "das Etwas", das sie Tage zuvor in ihrer Brust ertastet hat und dessen gynäkologische Abklärung sie aufgrund ihrer erblichen Vorbelastung vor sich herschiebt.   "Das Etwas sitzt in meiner linken Brust und tut alles, was es nicht tun soll: Es wird nicht kleiner, ist nicht beweglich und schmerzt nicht. Es ist, was es ist. Aber es ist schließlich auch nicht seine Aufgabe, mir Hoffnung zu machen."   Mit Katha möchte man wahrlich nicht tauschen und so ist es bewundernswert, dass sie diese Abfolge an unvorhergesehene Ereignissen mit scheinbar stoischer Gelassenheit erträgt, als gehörten diese zu einem normalen Familienalltag. Tatsächlich hegt sie allerdings Selbstmordgedanken, wobei nicht ganz klar ist, wie ernst es ihr mit einem Abgang, der möglichst schonend für die Hinterbliebenen sein soll, tatsächlich ist.   "Sieh mich an" ist ein tragikomischer Roman über eine Frau, die als Studentin noch so viel vorhatte, aber dann zu früh in die Mutterrolle rutschte und mit zwei Kindern keine Zeit mehr für ihre Dissertation und eine Anstellung als Musikwissenschaftlerin hatte. Die ADHS-Erkrankung ihrer Tochter wurde zu spät erkannt und ihr Ehemann glänzt durch permanente Abwesenheit, weshalb auch er im Alltag keine Hilfe ist. Für ihn ist Katha "nur" Hausfrau, die Stunden der musikalischen Früherziehung, die sie an der Musikschule gibt, erkennt sie ja selbst nicht als berufliche Tätigkeit an. Katha funktioniert nur noch und nur die Liebe zur klassischen Musik und der turbulente Alltag lenken sie ab, damit sie sich nicht mehr Sorgen um ihre Gesundheit machen muss.   Das Thema Brustkrebs bleibt bis zum Ende des Roman eher im Hintergrund, so dass die amüsanten, wenn auch zum Teil bestürzenden Szenen, überwiegen und der Roman insgesamt sehr temporeich und humorvoll zu lesen ist. Als Leser taucht man direkt in die Gedankenwelt von Katha und ihren To-do-Listen ein und nimmt kaum wahr, dass es sich tatsächlich nur um einen Tag im Leben von Katha gehandelt hat und ist geradezu froh, dass man selbst ein so vergleichsweise eintöniges Leben führt. Am Ende kann Katha ihre Emotionen aber nicht mehr kontrollieren, sie sieht derart pessimistisch in die Zukunft und da ist es plötzlich doch ihr Ehemann, bei dem sie Halt sucht. "Sieh mich an" ist ein außergewöhnlich geschriebener, tiefgründiger Roman, bei der die Handlung trotz aller Übertreibungen nichts an ihrer Authentizität verliert und der sich mit der Frage beschäftigt, wie viel von der eigenen Individualität im täglichen Wahnsinn noch übrig bleibt.

3. starke Frau, die trotz einer folgenschweren Entdeckung versucht, ihren alltäglichen Wahnsinn zu bewältigen
Christine am 04.08.2017 - 08:54:06

Mareike Krügel traut sich mit einer unglaublich klugen Mischung aus Humor, Leichtigkeit und Tiefgründigkeit an ein beklemmendes Thema.

4. Berührend und komisch zugleich
liselotterie am 03.08.2017 - 11:51:46

Dieses Buch lockte mich zunächst mit dem Cover - »Oh, ein Fuchs!« Die Leseprobe gefiel mir, und das Buch »verschlang« ich an einem Tag. Ein Tag wie ein Jahr ... Denn auch die Handlung des Romans umfasst nur einen einzigen Tag im Leben von Katharina. Sie ist Anfang 40, Hausfrau, Mutter mit kleinem Nebenjob, der sie glücklich macht, aber weit entfernt ist, was sie sich als junge Frau mit abgeschlossenem Studium der Musikwissenschaften erträumte. Mit ihrem Mann führt sie seit gut einem Jahr eine Wochenendehe. Alles klingt ganz normal, banal, langweilig, solche Leben werden in unserem Land tausendfach gelebt. Doch seit zwei Wochen weiß nur Katharina, dass ein »Etwas« da ist, das sie in ihrer Brust ertastet hat und das da nicht hingehört. Gedanken um Sinn des Lebens und das, was nach dem Sterben bleibt, beschäftigen sie.   Rückblick, Bestandsaufnahme, Vorausschau und immer wieder ihre heimlich geführten Listen. Das alles beschäftigt Katharina und wird doch immer wieder unterbrochen von dem ganz alltäglichen Chaos und Wahnsinn, der ihr Leben bestimmt. Der Autorin ist eine wundervolle Gratwanderung gelungen zwischen ernsthaften, teilweise fast philosophischen Gedanken und schreiend komischen Situationen. Katharinas Leben ist alles andere als banal und langweilig. Ein pflegeleichter, angepasster Siebzehnjähriger mit Goldkehlchen und eine pummelige, chaotische Elfjährige mit ADHS - unterschiedlicher könnten Kinder nicht sein. Dazu die beiden Nachbarn, die einmal Nachbarinnen waren, ein alter WG-Freund, abenteuerlustige Ratten und Haushaltsgeräte mit Mord- bzw.- Selbstmordabsichten ... Und schließlich das Meer und tatsächlich der Fuchs vom Buchcover. Letzterer ist für mich eine Metapher, denn er lebt sein Leben, ohne dass Katharina sich für ihn verantwortlich fühlen muss. Andere loslassen, zu sich selbst finden, das gelingt ihr im Laufe des Tages immer besser. Dem Ende zu gewinnt die Geschichte an Tiefe, was wohl am Meer liegt, dem Katharina sich endlich wieder zuwendet, auch wenn sie es quasi vor der Haustür hat.   Mir gefällt die Figur der Katharina so gut, weil ich mich an ganz vielen Stellen mit ihr identifizieren kann. Ihr Wunsch nach Perfektion, der oft genug im Chaos endet, die alten, begrabenen Träume, die Wochenendehe, die Flirt-Resistenz. Aber auch die Spontanität, der Mut, aus- und aufzubrechen. Am Ende ist nicht alles gut, aber trotzdem macht mich die Geschichte glücklich. Denn »Glück ist das Gefühl, auf dem richtigen Weg zu sein.« (Jo Jansen)   Fazit: Leseempfehlung!

5. Krüger, Sieh mich an
Beate Heitmeyer am 01.08.2017 - 20:12:48

Diese Leseprobe ist faszinierend! Morgen kaufe ich das Buch. Ich bin Buchhändlerin und selbst vor 5 Jahren an Brustkrebs erkrankt . Ich verstehe jeden einzelnen von Katharinas Gedanken. Aber ich lebe und fühle mich gut, gelte als geheilt... Und ich liebe Schumann und Heine. Und die Ostsee. Freue mich auf morgen, dann lese ich das Buch zuende. Beate Heitmeyer

6. Manchmal ist ein Tag länger als ein Jahr
Katina Gremler am 01.08.2017 - 16:46:11

Püntklich zum VÖ-Datum habe ich das Buch heute ausgelesen und bin fast schon traurig, dass es zu Ende ist. Danke an vorablesen.de und den Piper Verlag für das Rezensionsexemplar.     Zur Autorin:   Mareike Krügel überzeugt mich mit ihrer klugen Sprache, den Wortwitz und auch besonders der Dramatik, die diese Geschichte auch noch nach dem lesen hinterlässt. Wunderbar. Eines meiner liebsten Bücher in 2017! Ehrlich, ich habe von ihr vorher noch nie was gelesen, das hole ich jetzt nach.   Um was geht es:   Die Geschichte beginnt damit das Katharina Theodoroulakis, (sie ist mit dem Griechen Costa verheiratet), ihre Tochter Helli aus der Schule abholen muss. Und so begleiten wir Katharina und Helli durch einen Tag voller Chaos, Glück, guten Freunden und einer angstmachenden Entdeckung.   Das Buch ist so gegliedert, das es nur einen Tag aus dem Leben von Katharina und ihren Freunden und Verwandten erzählt. Sie gibt uns immer Rückblicke auf das frühere Leben von ihr. Das macht das ganze Buch würzig. Dazu das Chaos um sie herum und man genau weiß, sowas kann einem in 24 Stunden wirklich passieren. 24 Stunden sind lang, manchmal auch zu kurz. Manchmal der purer Wahnsinn, manche Stunden können einen Angst machen und manche sehr fröhlich. Manchmal geht was kaputt und manchmal kann man etwas reparieren oder operieren, ganz wie man es nimmt.   Ganz viel Situationskomik und viel klassische Musik, die mich dazu veranlasst meine alten CD´s mal wieder rauszukramen und beim Lesen leise Musik zu hören, machen für mich dieses Buch zu einem neuen Lieblingsbuch. Wie immer, ist ein Buch aus dem Piper Verlag wunderbar verarbeitet. Was ich hier ebenfalls sehr zu schätzen weiß, ist wie leicht dieses Buch an Gewicht ist. Fast als hätte man nur einen Reader in der Hand und dennoch die ganze Bandbreite von umblättern, Bücherduft und Lesebändchen. Ich liebe Lesebändchen, danke das ihr eines dabei war. :-)   Mein Fazit:   Empfehlenswert zum selber lesen und auch zum verschenken. Ein Buch das nachhaltig spürbar ist. Ein Buch, wo man sich denkt: Katharina entschleunige mal. Mach langsam. Und man das für sich selber auch möchte. Entschleunigen. Langsam lesen. Dieses Buch genießen, denn das ist es, ein wahrer Genuss unter den Sommerbüchern 2017. Danke dafür! 

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