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Seine Heiligkeit

Seine Heiligkeit

Die geheimen Briefe aus dem Schreibtisch von Papst Benedikt XVI.

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Seine Heiligkeit — Inhalt

Der Informant wählte einen gut katholischen Decknamen: Als Maria spielte er dem italienischen Starjournalisten Gianluigi Nuzzi dann aber höchst unchristliche Dokumente und Briefe zu. Es geht um Geld, Einfluss und Macht. „Die heikelsten Themen der Kirche, direkt vom Schreibtisch des Kirchenoberhauptes, werden in einem journalistischen Enthüllungsbericht rekonstruiert, der bis in die privaten Wohnräume von Papst Ratzinger vordringt“ (Corriere della Sera).Nuzzi zeigt aber nicht nur in einen dicht recherchierten Bericht, wie die Monsignori mit harten Bandagen kämpfen, sondern vor allem auch, wie der Vatikan Politik macht. Das betrifft auch und besonders das Heimatland des Papstes, Deutschland. In seinem Enthüllungsbuch „Seine Heiligkeit“ deckt er auf, wie der Papst intern über Bundeskanzlerin Merkel herzieht, weil sie ihn  vorsichtig kritisiert, wie er mit kircheninternen Gegnern (oder wen er dafür hält) verfährt. In der deutschen Ausgabe werden speziell zu Deutschland neue Tatsachen aufgedeckt, und neue Dokumente veröffentlicht.

Noch immer ist der Papst einer der mächtigsten Männer der Welt, dessen Nachrichtendienst, so heißt es, nur von der CIA übertroffen wird. Wie er, einer der letzten absoluten Monarchen, von niemandem kontrolliert und immer hinter bislang streng verschlossenen Türen, mit diesen Informationen umgeht, wie der Vatikan heimlich Einfluss nimmt auf die Politik weltweit – das deckt Nuzzi auf.

€ 9,99 [D], € 9,99 [A]
Erschienen am 12.09.2012
Übersetzer: Enrico Heinemann, Walter Koegler, Christiane Landgrebe, Antje Peter, Rita Seuß
416 Seiten, WMEPUB
ISBN 978-3-492-95988-9
»Das Buch, das die Vatileaks-Affäre entfachte: Starjournalist Gianluigi Nuzzi enthüllt verschwiegene Tatsachen aus dem Innersten des Vatikans.«
Das Magazin 2000plus

Leseprobe zu »Seine Heiligkeit«

Die Verliese des Vatikans

 

Vorwort zur deutschsprachigen Ausgabe

 

Ettore Gotti Tedeschi, der Präsident der Vatikanbank IOR mit Nähe zum Opus Dei, stieg aus dem Flugzeug, das uns nach Rom gebracht hatte. Einen Augenblick hielt er auf der Treppe inne und drehte sich zu mir um. Von unten herauf, mit leicht schräg gelegtem Kopf und spöttisch lächelnden Lippen, blickte er mich herausfordernd an. Seine Worte waren kaum zu verstehen: »Sehen Sie«, zischte er so leise, dass die anderen ihn nicht hörten, »so sehr glauben wir im Vatikan an Transparenz: Als wir [...]

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Die Verliese des Vatikans

 

Vorwort zur deutschsprachigen Ausgabe

 

Ettore Gotti Tedeschi, der Präsident der Vatikanbank IOR mit Nähe zum Opus Dei, stieg aus dem Flugzeug, das uns nach Rom gebracht hatte. Einen Augenblick hielt er auf der Treppe inne und drehte sich zu mir um. Von unten herauf, mit leicht schräg gelegtem Kopf und spöttisch lächelnden Lippen, blickte er mich herausfordernd an. Seine Worte waren kaum zu verstehen: »Sehen Sie«, zischte er so leise, dass die anderen ihn nicht hörten, »so sehr glauben wir im Vatikan an Transparenz: Als wir Geldwäsche zum Straftatbestand machten, haben wir gleich ausgediente Gefängniszellen unter der Gendarmerie ausgebaut. Wenn jetzt jemand verhaftet wird, können wir ihn dort unterbringen.« Gotti Tedeschi blickte mich zufrieden in der Überzeugung an, seine Behauptung mit einem unwiderlegbaren Argument belegt zu haben. Er merkte gar nicht, dass er nur sehr viel Naivität bewies: Im Vatikan gibt es kein Gefängnis. Nach Festnahmen oder Verhaftungen nimmt die Gendarmerie die Personalien auf, führt erste Ermittlungen durch und überstellt Verdächtige getreu internationalen Abkommen den italienischen Strafverfolgungsbehörden. Der Ausbau ehemaliger Zellen folgt also einer präzisen Logik: Offenbar will der Vatikan die Voraussetzung schaffen, um Personen, die wegen schwerer Finanzdelikte wie Geldwäsche festgenommen werden, selbst in Gewahrsam zu halten. Ein Schelm, wer Schlechtes dabei denkt: Vielleicht soll ja verhindert werden, dass sich mutmaßliche Geldwäscher den tausend Fragen der italienischen Richter stellen müssen, die immer zu viel wissen wollen. Aber wir täuschten uns beide. Als einige Wochen später tatsächlich jemand in einer Zelle landete, war es nicht etwa ein Geldwäscher, sondern eine Person aus der kleinen päpstlichen Familie: der 46-jährige Paolo Gabriele, Kammerdiener des Papstes, ein bis dahin unbescholtener Christ und Katholik. Gabriele war seit 2006 immer in der Nähe des Papstes gewesen und hatte sich um seine kleinsten Bedürfnisse, Belange und Wünsche gekümmert. Er unterstützte ihn von morgens bis abends im Alltag, servierte an seinem Tisch, begleitete ihn auf Reisen in alle Welt und hielt sich im Papamobil neben ihm ständig zu seiner Verfügung. Seine Verhaftung verdankte er dem Vorwurf, er habe mir jene unveröffentlichten brisanten Dokumente zugespielt, die ich im vorliegenden Buch verarbeitet habe. Mittlerweile kann ich mich dazu äußern, weil bekannt ist, dass Paolo Gabriele ein Informant für dieses Buch war. Gabriele hat in einem Interview mit mir, das am 3. September 2012 von dem italienischen Fernsehsender »La7« augestrahlt wurde, darüber berichtet und seine Motive und Beweggründe dargelegt. Bei meinen Recherchen hatte ich nicht vorhergesehen, dass der Vatikan so weit gehen würde, jemanden festzunehmen, nur weil er Journalisten mit Informationen versorgt hatte. Die Vatikanstadt ist nicht irgendein Staat. Im Vatikan wird nicht verhaftet: In seiner kleinen Gemeinschaft, die auf 44 Quadratkilometern lebt, werden keine Straftaten begangen. Ob dem tatsächlich so ist, interessiert nicht: Wichtig ist vielmehr, dass Gefängniszellen dort nicht benötigt werden. Sollte doch jemals eine Straftat vorkommen, steht die italienische Justiz bereit, sich der Verdächtigen anzunehmen. Das galt zumindest bis vor Kurzem, da es ja nicht einmal Zellen zur Unterbringung Festgenommener gab. Einzige Ausnahmen sind Personen, die Diebstähle in Museen begehen, sowie Exzentriker oder Unruhestifter, die die Aufmerksamkeit der Medien suchen und den immer im Fokus stehenden Petersplatz als Bühne für irgendwelche Proteste nutzen wollen. In solchen Fällen springt sofort der Sicherheitsapparat an, um den Papst gegen unliebsame Begegnungen abzuschirmen. Domenico Giani, der Leiter des Gendarmeriekorps, verfasst dann einen Bericht für den Privatsekretär des Papstes: so zum Beispiel auch am 25. Oktober 2011. Am Vortag hatte Benedikt XVI. auf dem Petersplatz die Eucharistie zu einer Heiligsprechung gefeiert. Derweil erklomm ein Unbekannter über ein Gerüst nahe der Loggia delle Dame den rechten Säulengang und drohte mit Selbstmord. Ein Ausnahmefall. Gianis Gendarmerie nahm den Mann fest und erstattete sofort der Vatikanzentrale Bericht:

 

Der Mann, ein gewisser Iulian Jugărean, rumänischer Staatsbürger, ungefähr 43 Jahre, war bereits wegen ähnlicher Aktionen auffällig geworden. Nach eigenem Bekunden führt er sie auf Anweisungen des Herrn durch, um gegen Terrorismus und für Frieden auf Erden zu kämpfen. Er behauptete, er habe einen Brief an den Papst verfasst, verlangte eine sofortige Antwort und drohte, sich in die Tiefe zu stürzen. Über die vatikanische Gesundheitsbehörde habe ich Unterstützung durch einen Psychologen angefordert, auch wenn der Protestler trotz seiner wirren Äußerungen niemals zu toben begann.1 […] Inzwischen ging die Feier zu Ende. Als der Heilige Vater in die Basilika zurückkehrte, machte ich den Unbekannten, mit dem ich auf Englisch redete und verhandelte, darauf aufmerksam, dass sein öffentlicher Auftritt jetzt beendet sei, falls er es auf einen solchen abgesehen habe: Da sich der Papst entferne, finde er keine Beachtung mehr. Der Mann trug eine italienische Bibel bei sich, aus der er zuvor einige Seiten verbrannt und dabei wirre Sätze geredet hatte. Als er die Lage erfasste, warf er die Bibel auf den Platz hinab, kletterte gewandt über die Brüstung auf die Terrasse und stellte sich seiner Festnahme. Ohne Widerstand zu leisten, ließ sich Jugărean vom Kommando in dessen Büros abführen. Dort wurde er erkennungsdienstlich fotografiert, einer Leibesvisitation unterzogen und vernommen. 2 […] Nach seiner Aussage war er am Sonntagmorgen um 10.20 Uhr allein zum Vatikan gekommen. Nachdem er sich der Personenkontrolle durch die Polizei unterzogen hatte, gelangte er auf die Piazza del Sant’ Uffizio […] In einem günstigen Augenblick stieg er auf das Gerüst und kletterte mühelos nach oben. Der Betreffende, der sich als Christ bezeichnete, gab an, er sei arbeitslos und nehme weder Drogen noch Psychopharmaka. Er räumte ein, dass er mit demselben Vorsatz bereits zu Generalaudienzen des Papstes erschienen sei, aber wegen der ständigen Polizeipräsenz nie die Möglichkeit gehabt habe, auf dem Gerüst nach oben zu klettern. Er bestätigte die zuvor angegebenen Motive seiner Aktion und fügte hinzu, dass er etwas gegen Muslime habe, weil diese bei Selbstmordattentaten Christen töteten.3

 

Der Rumäne wurde der italienischen Polizei übergeben – mit beschlagnahmten persönlichen Gegenständen und verschiedenen Protokollen, die die Gendarmerie im Vatikan erstellt hatte. Als Jugărean wieder auf italienischem Boden war, ordnete der Untersuchungsrichter seine sofortige Freilassung an: Bei dieser Tat sehe das Gesetz »eine solche Strafe nicht vor«4, so Gianis Bericht an den Sekretär des Papstes. Allerdings verfügte der Richter eine »Zwangseinweisung zur ärztlichen Behandlung, um ihn anschließend der Einwanderungsbehörde zur eventuellen Abschiebung zu überstellen«. Auch wenn der Zwischenfall als Bagatelle gelten kann, sind Einzelheiten wichtig. Im Vatikan ist Sicherheit von zentraler Bedeutung, zum Schutz des Papstes wie zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung. Ein Bericht zu dem Vorfall ging direkt an den päpstlichen Privatsekretär Georg Gänswein, damit er Benedikt XVI. dazu gegebenenfalls Rede und Antwort stehen konnte. Deutlich geworden ist, dass sich die Gendarmerie rigide an die Abkommen mit dem italienischen Staat darüber hielt, wie bei Festnahmen oder Verhaftungen und Überstellungen zu verfahren ist. Bei Gabriele galt hingegen ein anderes Protokoll. Er wurde für fast zwei Monate in Isolationshaft gehalten und hatte nur kurze Kontakte zu seiner Frau und den italienischen Anwälten, die auf dem Hoheitsgebiet des Heiligen Stuhls tätig werden dürfen. Diese Juristen äußerten sich nie in einem Interview und gaben auch keine öffentliche Erklärung ab. Auf Fragen, wie es Gabriele gehe, was gegen ihn vorliege und welche Beweise es gegen ihn gebe, verwiesen sie an Pater Lombardi vom Presseamt des Heiligen Stuhls. Als Sprecher vertritt Lombardi so den Richter, den Staatsanwalt, die Verteidiger des Angeklagten und die geschädigte Partei, also den Vatikan, in Ermittlungen, von denen bis heute nichts bekannt ist und bei denen latent und potenziell zwischen den Parteien Interessenkonflikte herrschen. Gezielt lancierte Indiskretionen aus den heiligen Hallen brachten Gabriele in Misskredit (so sollen bei ihm zu Hause Unterlagen in Briefumschlägen aufgetaucht sein, die an befreundete Journalisten adressiert waren). Diese Gerüchte wurden gleich am nächsten Tag von Pater Lombardi dementiert. Gabriele wurde am 21. Juli 2012 aus der Haft entlassen. Hier stellen sich wohl einige Fragen. Die erste: War Gabrieles unverzügliche Verhaftung wirklich notwendig? Immerhin verstieß sie gegen das ungeschriebene Gesetz, dass man sich im Vatikan auf die Religion stützt und keine Handschellen braucht. Am Heiligen Stuhl ist noch nie ein Mitarbeiter oder leitender Angestellter verhaftet worden. Im Gegenteil: Ausländische Untersuchungsrichter, die den Staat der Vatikanstadt um die Festnahme eines seiner Bürger ersuchten, stießen dort stets auf ein klares Nein. Erinnert sei an den Haftbefehl von 1987 gegen Paul Casimir Marcinkus und einige Mitarbeiter im Zusammenhang mit dem Zusammenbruch des Banco Ambrosiano von Roberto Calvi, dem Bankier, der – mit späteren Hinweisen auf ein Tötungsdelikt – unter der Londoner Blackfriars Bridge erhängt aufgefunden worden war. Damals verwies der Heilige Stuhl auf das Konkordat, den Staatskirchenvertrag zwischen Italien und dem Vatikan, wonach Mitarbeiter zentraler Behörden gegenüber der italienischen Justiz eine Art Superimmunität genössen. Die Polizei kam nur bis zur Porta Sant’Anna. Und noch eine weitere Frage stellt sich: Wozu dient es, wenn man einen bislang unbescholtenen und strenggläubigen Katholiken in Einzelhaft nimmt und von seinen liebsten Angehörigen trennt? Gabriele, so hieß es, finde Trost im Gebet. Niemand verlangt für diese Inhaftierung Rechenschaft. Aber ist es moralisch vertretbar, einen Mann fast zwei Monate in Isolationshaft zu halten, nur weil er im Verdacht steht, Fotokopien an Journalisten weitergegeben zu haben? Wäre dies in der Bundesrepublik Deutschland möglich? Könnte man, so es einen gäbe, den Kammerdiener des Bundespräsidenten so einfach verhaften? In Italien wäre dies unmöglich. Dort liegen die Hürden für eine Inhaftierung so hoch, dass selbst mutmaßliche Diebe, die vorbestraft sind oder sogar auf frischer Tat ertappt wurden, nicht einmal eine Nacht im Gefängnis verbringen müssen. Auch wenn es um Unterlagen geht, die auf dem Schreibtisch des Papstes gelegen hatten, wird Gabriele kein Verrat von Staatsgeheimnissen vorgeworfen. Beschuldigt wird er vielmehr des Diebstahls in einem besonders schweren Fall. Das ist in einem anderen Zusammenhang wichtig: Als im Februar 2012 die ersten Dokumente an die Öffentlichkeit gelangten, veröffentlichte Pater Lombardi im Radio Vatikan mit einem Paukenschlag eine Erklärung: »Die amerikanische Regierung hat Wikileaks erlebt«, so verkündete er, »nun hat auch der Vatikan seine ›Leaks‹, seine Lecks, durch die Dokumente an die Öffentlichkeit kommen, die Verwirrung stiften und den Vatikan, die ›Regierung der Kirche‹, aber im weiteren Sinn auch die Kirche selbst in ein schlechtes Licht rücken sollen. Daher sind ruhiges Blut und ein gesunder Menschenverstand gefragt.« Aufgrund des Vergleichs, den Pater Lombardi zwischen dieser unerlaubten Weitergabe von Dokumenten und Wikileaks zog, wurde die Affäre spontan »Vatileaks« getauft. Allerdings trennen den Inhalt dieses Buchs und Julian Assanges Geheimpapiere Welten. Seine Heiligkeit ist eine investigative Publikation, in der ich in vielen Jahren gesammelte schriftliche Materialien verarbeitet habe. Eingeflossen sind zudem die wichtigsten Ergebnisse von Gesprächen, die ich mit Dutzenden von Personen in Europa, Lateinamerika und Ländern wie Syrien oder den Philippinen führte. Dieses Buch baut auf unveröffentlichten Unterlagen aus vielfältigen Quellen, auf Gesprächen und Nachforschungen in zahlreichen Archiven auf. Es geht nicht um die Veröffentlichung Tausender hochgeheimer Dokumente im Internet, deretwegen sich Assange verantworten soll, weil er damit angeblich die Sicherheit der Vereinigten Staaten in Gefahr gebracht hat. In Seine Heiligkeit werden auch keine Militärgeheimnisse des Vatikans verraten, schon deshalb nicht, weil es dort keine bedeutenden Waffensysteme gibt. Stattdessen behandelt das Buch leidvolle Geschichten, Skandale, Eigeninteressen, Seilschaften, Machtspiele und Korruption sowie versuchte und erfolgreiche Einmischungen in die Politik und Wirtschaft von Ländern wie Spanien, Italien oder Deutschland. Die gravierenden hier offengelegten Fakten haben viele Reaktionen ausgelöst, die ausgewertet und nach Gruppen unterteilt behandelt werden müssen. Gegen die italienische Originalfassung dieses Buchs wurde vielfältige Kritik aus dem Vatikan laut. Mir wurde ein »krimineller Akt« vorgeworfen, weil ich mit der Offenlegung delikater und streng vertraulicher Angelegenheiten gegen die gebotene Diskretion verstoßen hätte. Allerdings sind Fakten, die zwischenstaatliche Beziehungen, Korruptionsvorwürfe, mangelnde Transparenz und Interessen in einer Religionsgemeinschaft betreffen, die über eine Milliarde Gläubige zählt, von allgemeinem öffentlichem Belang. Interessanter empfinde ich allerdings die Reaktionen außerhalb des Vatikans und Italiens. Einige Kardinäle, Episkopate und Bischöfe sowie sehr viele katholische Gläubige haben den Sinn meiner Arbeit vollauf verstanden: Es geht nicht um Verurteilungen und vernichtende Kritik, sondern darum, Verhältnisse aufzuzeigen, die ein unerträgliches Maß an Heimlichkeit, Kumpanei und Undurchsichtigkeit widerspiegeln. André Vingt-Trois, der diskrete Erzbischof von Paris und seit geraumer Zeit Vorsitzender der Französischen Bischofskonferenz, meldete schwerwiegende Zweifel an, dass die inneren Abläufe und Regularien der römischen Kurie noch zeitgemäß seien. Er hält die Pensionierung des amtierenden Kardinalstaatssekretärs des Vatikans, Tarcisio Bertone, aus Altersgründen für absehbar: »Tatsächlich ist die Organisation der Kurie viele Jahrhunderte alt«, so seine Worte. »Und sie ist gewiss nicht umfassend an die gegenwärtige Funktion der Kirche angepasst. Als Paul VI. nach dem [Zweiten Vatikanischen] Konzil neue Projekte auf den Weg bringen wollte, musste er ad hoc Organe schaffen. So hat auch Benedikt XVI. den Päpstlichen Rat zur Förderung der Neuevangelisierung gegründet. All das ermöglicht zwar ein Weitermachen, reformiert aber nicht das Gesamtsystem.« Das Scheitern erscheint unabwendbar: »Heute funktionieren alle Dikasterien für sich. Die Kommunikation zwischen ihnen findet bisweilen schleppend oder überhaupt nicht statt, falls sie nicht über Gespräche zwischen einzelnen Kardinälen verläuft.« Was fehlt? »Eine Verfeinerung und Koordinierung der Abläufe ist gewiss notwendig. Aber in jedem Pontifikat machen sich wiederkehrende Stimmen dafür stark, dass der neue Papst die Kurie endlich reformiert und dafür sorgt, dass sie funktioniert. Man sieht, dass dies nicht so einfach ist […]« In Frankreich wiesen katholische Zeitungen wie La Croix darauf hin, dass in die Missstände, die in diesem Buch angeprangert werden, nur italienische Kardinäle involviert seien, nach dem Motto: »Na ja, die Italiener …« Dabei hoben sie zugleich hervor, dass im Konsistorium ein Ungleichgewicht zugunsten der Zahl italienischer Kardinäle herrsche. Stand das Vorhaben Benedikts XVI., dieses zu verkleinern, Bertones Bestreben entgegen, seinen Einfluss im nächsten Konklave zu mehren? Möglich ist dies schon. Der Kardinal von Paris ist sicher keine vereinzelte Stimme. Auch aus dem deutschen Episkopat zeigen inoffizielle Klagen, dass Roms Zentralmacht Bauchschmerzen bereitet. Sogar die Nuntiaturen beklagen Roms direktes Eingreifen, wie das fast kurios zu nennende Schreiben des Nuntius in Deutschland Erzbischof Jean-Claude Périsset belegt. Es wird in der deutschsprachigen Ausgabe (S. 292 und 334) erstmals veröffentlicht. Dies erinnert einmal mehr an den Leitgedanken meines Buchs: Die heiligen Hallen Roms und die Kirche sind zwei völlig verschiedene Welten, die vielleicht schon so lange auseinanderdriften, dass sie nicht mehr zusammenzubringen sind.

 

Zu diesem Buch

 

Der geheime Besuch

 

Benedikt XVI. verlässt den Apostolischen Palast in einem verdunkelten Wagen, ohne Insignien, ohne Begleitschutz und ohne den Sicherheitsdienst des Vatikans zu informieren. Es ist ein Nachmittag in den ersten Januartagen 2012. Etwas ist anders als sonst. Der Papst bemerkt es nicht, aber er wird verfolgt. Die ganze Strecke über, vom Petersplatz bis zur Via Aurelia Antica, in unmittelbarer Nähe der Villa Doria Pamphilj, lässt ein Mann, vielleicht 100 Meter entfernt, den Wagen nicht aus den Augen – ein Angestellter des Vatikans, einer der engsten Mitarbeiter einflussreicher Kardinäle. Beide Männer stehen vor Entscheidungen, die die Zukunft der Kirche betreffen, so sehr sie sich auch in ihrem Amt, Charakter und Bildungsstand voneinander unterscheiden. Joseph Ratzinger ist betrübt über die Spannungen innerhalb der römischen Kurie. Das Kardinalskollegium wirkt seit den letzten Konsistorien zunehmend gespalten. Und der Papst ist sich völlig darüber im Klaren, dass es kein Zurück mehr gäbe, wenn er das labile Bündnis mit Kardinalstaatssekretär Tarcisio Bertone zur Disposition stellte, und sei es auch nur als eine ferne Möglichkeit. Unser Mann aber steht vor einer noch schwierigeren Entscheidung. Er muss klären, ob er die Mission der Wahrheit, zu der er sich seit dem Tod Karol Wojtyłas bekennt, zu Ende bringen soll – ganz im Einklang mit dem Diktum seines Nachfolgers Benedikt XVI.: »Die Wahrheit kostet Leiden in einer Welt, in der die Lüge Macht hat.« Das aber bedeutet nichts anderes, als die Wahrheit über die heiligen Hallen öffentlich zu machen, damit die Händler aus dem Tempel vertrieben werden können. Es handelt sich um eine Entscheidung, die – wie sie auch ausfällt – das Leben dieses Mannes für immer verändern wird. Er steht zu seinen Prinzipien, und er hat im Laufe der Zeit alle Folgen durchgespielt, die sein Handeln nach sich ziehen könnte. Auch die Möglichkeit, enttarnt zu werden und die eigene Zukunft aufs Spiel zu setzen. Instinktiv ist er dem Papst in einem der seltenen Momente gefolgt, in denen er den Vatikan inkognito verlässt. Nicht so sehr, um das Ziel zu erfahren, das der Wagen ansteuert. Sondern um – wenn auch aus der Distanz und nur in Gedanken – einen geheimen Moment mit jenem Mann zu teilen, der die Kirche auf Erden leitet. Und um eine Entscheidung zu treffen. Der schwarze Wagen passiert das Tor eines Nonnenklosters. Es handelt sich um die Casa di Procura, die römische Vertretung der Schönstattbewegung, eines Säkularinstituts aus Deutschland. Ratzinger ist im Begriff, eine der wenigen Freundschaften zu pflegen, die ihm verblieben sind, seit er den Stuhl Petri bestiegen hat, lässt man seine Beziehungen zu Kardinälen und anderen geistlichen Würdenträgern außer Acht. Erwartet wird er von einer betagten deutschen Ordensschwester, Birgit Wansing, einst seine zuverlässige Sekretärin, mit der er Erinnerungen austauscht, der er gern zuhört und deren große Wertschätzung er genießt. Abgesehen von seinem Bruder Georg, dem deutschen Bankdirektor Thaddäus Kühnel und seiner ehemaligen Haushälterin, der ihm treu ergebenen Musikprofessorin Ingrid Stampa, gibt es nicht viele, die sich einer solchen Zuwendung erfreuen. Schon das zeigt, wie tief die Abneigung des Papstes gegenüber den Strukturen der Macht ist. Außerhalb der Klostermauern drängt die einsame Entscheidung unseren Mann zu einem Spaziergang; er ist ganz in Gedanken versunken. Soll er absolutes Stillschweigen bewahren, blinden Gehorsam üben, unter allen Umständen, auch angesichts von Unrecht und Amtsmissbrauch? Darf er das Vertrauen, das ihm seit geraumer Zeit von sämtlichen Kurienmitgliedern entgegengebracht wird, angefangen beim Papst über den Staatssekretär bis hin zu den wichtigsten Kardinälen, derart enttäuschen? Soll er die Lüge, das Verschweigen und die Fehlinformationen, mit denen die Machenschaften, Intrigen und Geheimnisse im Vatikan verschleiert werden, weiterhin decken? Oder soll er das Schweigen brechen? Dass Sie heute dieses Buch lesen, bedeutet, dass der Mann, der an jenem Nachmittag außerhalb der Klostermauern blieb, seinen Weg zu Ende gegangen ist. Zweifel und Ängste überwindend, kam er zu der Überzeugung, »gut und recht« zu handeln. Zufrieden warf er einen letzten Blick über die Mauern der Casa di Procura, um dann entschiedener als zuvor voranzuschreiten. Er hat sich entschlossen, der Welt davon zu berichten, was im Vatikan vor sich geht. »In gewissen Momenten des Lebens«, so erklärte er mir wenige Tage später, »ist man entweder ein Mann, oder man ist es eben nicht. Der Unterschied? Es ist nur eine Frage des Mutes, die Dinge, die man weiß und für richtig hält, auch auszusprechen und zu tun. Mein Mut besteht darin, die delikatesten Angelegenheiten der Kirche publik zu machen. Gewisse Geheimnisse der Öffentlichkeit zu enthüllen, kleine und große Geschichten, die das Bronzeportal gewöhnlich nicht passieren. Nur so fühle ich mich frei – befreit von dem unerträglichen Gefühl der Komplizenschaft mit all jenen, die schweigen, obwohl sie Bescheid wissen.« Kurze Zeit später kommt der Mann nochmals zu einem der sicheren Treffpunkte, die wir für die Übergabe von Akten, USB-Sticks oder anderen Datenträgern ausgesucht haben. Es ist die letzte Übergabe. Mit ihr findet die freiwillige Mission, die im April 2005, am Rande der Begräbnisfeierlichkeiten für Johannes Paul II., eher zufällig begann, ihren Abschluss. In den ersten Jahren war das geheime Archiv, das auf diese Weise entstand, noch völlig unstrukturiert. Der Mann sammelte alle möglichen Dokumente, Rundschreiben, Briefe sowie Kontoauszüge aus dem Vatikan und studierte sie nachts in seinem privaten Arbeitszimmer, neugierigen Blicken entzogen. Nach vielen Fragen, auf die er keine Antworten fand, nach Überraschungen, bitteren Erkenntnissen und Zweifeln, begann er schließlich bewusster auszuwählen, gezielter, planvoller. Das Unbehagen, das er empfand, veranlasste ihn mit der Zeit auch zu kritischen Äußerungen. Er schloss sich mit ähnlich denkenden Menschen zusammen, die im Vatikan leben und arbeiten. So entstand eine kleine Gruppe, deren Mitglieder zwar ganz unterschiedliche Funktionen und Ämter in der Kurie innehaben, aber durch denselben Entschluss vereint sind: zu dokumentieren, zu verstehen und Zeugnis abzulegen. Zu diesem Zweck sammelten sie Dokumente, die auch interne Vorgänge, heikle Diskussionen und Intrigen innerhalb der Kirche ans Licht bringen.

 

Der Schreibtisch Benedikts XVI.

 

All diese Papiere sind durch einen ebenso faszinierenden wie nahezu unglaublichen Umstand miteinander verbunden: Sie stammen aus dem Büro eines der mächtigsten und einflussreichsten Männer der Welt. Was Sie hier zu lesen bekommen, sind geheime Dokumente, die Benedikt XVI. und seine beiden absolut loyalen Privatsekretäre, Georg Gänswein und Alfred Xuereb, in den schwierigsten Momenten des gegenwärtigen Pontifikats erhalten haben. Sie gingen aus dem Staatssekretariat, den Nuntiaturen, von einzelnen Kardinälen aus aller Herren Länder ein und landeten auf den Schreibtischen der Privatsekretäre und im persönlichen Arbeitszimmer des Heiligen Vaters, im dritten Stock des Apostolischen Palastes am Petersplatz. Schon auf den ersten Blick offenbaren die Dokumente eines: Noch heute werden in der Kurie vielfach bewusst Tatsachen verschwiegen. Immer noch herrscht der Wille, keinen Vorfall öffentlich zu machen und alles im Keim zu ersticken, was das Verhältnis zwischen Normalsterblichen, Gläubigen wie Nichtgläubigen, und den Dienern Gottes belasten, was Fragen aufwerfen und Zweifel wecken könnte. Die Worte Jesu, wie sie der Evangelist Matthäus überliefert, sind ebenso klar und aktuell wie uneingelöst: »Was ich euch im Dunkeln sage, davon redet am hellen Tag, und was man euch ins Ohr flüstert, das verkündet von den Dächern.« Worte der Hoffnung, mit denen ich bereits mein Buch Vatikan AG über die finanziellen Machenschaften des Vatikans während des Pontifikats Karol Wojtyłas eingeleitet habe, die durch das unerschöpfliche Archiv von Renato Dardozzi ans Licht gekommen sind. Unter dem gegenwärtigen Papst scheint sich die Situation nicht verändert zu haben. Und noch eine Wahrheit wird durch die Dokumente ans Licht gebracht: Anders als immer wieder behauptet, ist Benedikt XVI. keineswegs nur ein theologischer Dogmatiker, der mit den Problemen der römischen Kurie und der Kirche insgesamt nichts zu tun haben möchte. Das Bild eines Papstes, der sich allein dem Studium der heiligen Texte und den Aspekten der Glaubenslehre widmet, entspricht nicht der Wirklichkeit. Joseph Ratzinger ist und bleibt zwar ein kultivierter und sehr feinsinniger Wissenschaftler, ist aber auch ein Seelsorger, der die neuralgischen Punkte des täglichen Lebens bis ins Detail kennt und durchaus versucht, Veränderungen herbeizuführen. Dabei stellen sich ihm immer wieder Hindernisse in den Weg. Sie reichen von den großen strittigen Fragen unserer Zeit über den Umgang mit Skandalen innerhalb der Kirche bis hin zu den Verfolgungen, denen Christen in verschiedenen Teilen der Welt noch heute ausgesetzt sind. Benedikt XVI. ist ein sensibler und tatkräftiger Papst. Er ist erfüllt vom Wunsch nach Licht und Wahrheit, aber – nach Ansicht des Verfassers – zugleich unweigerlich ein Gefangener von Kompromissen und jener »Staatsräson«, die jeden Veränderungswillen lähmt. Ratzinger fordert ein ständiges »Aggiornamento«, eine Reform aller Angelegenheiten, die die Kirche am meisten belasten. Zum Teil greift er daher zu drastischen Maßnahmen, versucht aber gleichzeitig, zwischen den verschiedenen Stimmen, die in der katholischen Kirche von Bedeutung sind, zu vermitteln. Die Privatgemächer Benedikts XVI. sind Schauplatz einer Regierungstätigkeit, die die ganze Welt umspannt. Ein schlichtes Büro, mit einem einfachen Bücherregal, tiefen kleinen Sesseln, dem Holzschreibtisch, zwei Festnetztelefonen. Kein Handy. Das ist das Arbeitszimmer Joseph Ratzingers, des 265. Papstes in der Geschichte der Kirche. Mehr gibt es dort nicht. Keine Hightechanlagen, wie sie im Weißen Haus zu finden sind. Nicht einmal eine ausgeklügelte Alarmanlage. Und dennoch ist das Büro des Heiligen Vaters die Schaltstelle einer Weltmacht. Das pulsierende Herz der Kirche, ein Zimmer, unzugänglich für die rund eine Milliarde Katholiken auf der ganzen Welt. Hier erteilt der Papst seinen Privatsekretären, die die heikelsten Dokumente herausfiltern, Anweisungen. Hier trifft er schwerwiegende Entscheidungen. Was Sie in diesem Buch lesen werden, sind die Geheimdokumente Benedikts XVI. Hunderte von Dokumenten, die ein Licht werfen auf die missliche Lage, in der sich die Kirche Tag für Tag befindet, zwischen verschütteten Wahrheiten, überwundenen Notlagen, anhaltenden Problemen und eifersüchtig gehüteten Geheimnissen. Geheimnisse waren es freilich nur bis zu dem Augenblick, als unser Mann, der das Profil Joseph Ratzingers an jenem Januarnachmittag einen Moment lang im Spiel von Licht und Schatten erspähte, endgültig zu der Überzeugung gelangte, die Dokumente an die Öffentlichkeit bringen zu müssen – ungeachtet der Folgen, die dies für ihn persönlich haben würde. Sie lesen dieses Buch, weil weder der Heilige Stuhl noch sonst jemand die Veröffentlichung verhindert hat. Nur deshalb haben wir die Möglichkeit, Dossiers, Informationen und Schriftstücke abzudrucken und zu kommentieren. Zum ersten Mal in der Geschichte verlassen solche Dokumente die Kurie. Wir alle haben nun Zugang zu den heiligen Hallen – nicht mehr nur zu den Wunderwerken der Sixtinischen Kapelle und den Schätzen der Vatikanischen Museen, nicht mehr nur zur Lehre der Kirche, sondern zum Schreibtisch Benedikts XVI., zu finanziellen Machenschaften und Affären, zu den Verschwörungen, auf die durch die Dokumente aus den päpstlichen Privatgemächern ein grelles Licht fällt. Mein Dank gilt schon jetzt jenem mutigen Mann, dem ich über viele Monate hinweg immer wieder begegnet bin und ohne den dieses Buch nie entstanden wäre.

Gianluigi Nuzzi

Über Gianluigi Nuzzi

Biografie

Gianluigi Nuzzi, geboren 1969, gelang bereits einmal ein journalistischer Scoop mit dem Bestseller »Vatikanbank AG«, in dem er die finanziellen Machenschaften der Vatikanbank enthüllte.

Pressestimmen

Das Magazin 2000plus

»Das Buch, das die Vatileaks-Affäre entfachte: Starjournalist Gianluigi Nuzzi enthüllt verschwiegene Tatsachen aus dem Innersten des Vatikans.«

BÜCHER

»(...) spannender Schmöker.«

Inhaltsangabe

Inhalt

Die Verliese des Vatikans: Vorwort zur deutschsprachigen Ausgabe

Zu diesem Buch Der geheime Besuch ■ Der Schreibtisch Benedikts XVI.

»Maria« – der Informant In den Privatgemächern Benedikts XVI. ■ Das Tor zum Vatikan öffnet sich ■ Das Treffen mit dem Informanten ■ Hitzige Debatten als Konsequenz

Boffos geheime Briefe an den Papst Methode Boffo, Copyright Vatikan ■ Boffo an den Papst: »Eure Heiligkeit, hier sind die Schuldigen« ■ Boffo und das Schandmal Homosexualität ■ Der Papst will es wissen ■ Boffo an Bagnasco: »Die Verwicklung ist zu groß«

Korruption in den heiligen Hallen Bertone entlässt den Prälaten, der im Vatikan Ordnung schaffen soll ■ 550 000 Euro für die Krippe ■ Die Verschwörung gegen den Wandel ■ Der »Verschwörer« Simeon: Schützling Bertones, Geronzis und Bisignanis ■ Letzter Appell an Ratzinger ■ Zu Viganòs Verteidigung: Purpurträger und die Haushälterin des Papstes ■ Die Rundumverteidigung des Vatikans ■ Bankrott der amerikanischen Diözesen

Die fröhliche Geldmaschine Die Krise der Spendengelder und das Konto des Papstes ■ Bruno Vespa: 10 000 Euro und die Bitte um eine Audienz ■ Die Trüffel kommt ■ Millionen für die Stiftung des Papstes ■ Die unrühmlichen Geschäfte des IOR

Die Einmischung in die Angelegenheiten Italiens Immobiliensteuer: Tremonti und Bertoni schmieden einen Plan ■ Der Fall Ruby in den Akten des Papstes ■ Das geheime Abendessen mit Napolitano ■ Die Empfehlung Gianni Nettas, die Geheimagenten und das Papamobil

Vatikanische Geheimagenten, Mission Italien Beschattungen im Stadtteil Parioli ■ Die Ratschläge an Benedikt XVI. zum Fall Emanuela Orlandi ■ Kugeln Kaliber 22 ■ Ein kleiner Napoleon im Vatikan ■ Dem Staatssekretariat ein Schnippchen geschlagen ■ Kampf um eine Fahne im Vatikan

Tarcisio Bertone: Ehrgeiz an der Macht »Heiligkeit, im Zentrum der Kirche regiert das Durcheinander« ■ Eine Enzyklika muss verfasst werden, doch Bertone hat andere Dinge im Kopf ■ »Bertone muss weg« ■ Der Krieg um den finanziellen Träger der Katholischen Universität ■ Heilung im Namen Seiner Heiligkeit ■ San Raffaele: Auftritt Corrado Passera ■ »Padre Georg, Sie sind der Einzige, der erfahren wird, wer ich bin« ■ Die Jesuiten, der schwarze Papst und die Macht des Geldes

Comunione e Liberazione, Legionäre Christi und Piusbrüder: die Atolle des Imperiums 199 Julián Carrón, der Leiter von Comunione e Liberazione, in Mailand: »Die Kurie unterstützt die Linke« ■ Der Papst nach 30 Jahren wieder beim Meeting von Comunione e Liberazione ■ Die bekannten und verschwiegenen Geheimnisse von Marcial Maciel ■ Die Legionäre: der Geheimbericht an Benedikt XVI. ■ Die Aufhebung der Exkommunikation der Lefebvre-Bischöfe ■ Benedikts gegen Merkel gerichtete Note ■ Deutschland, mon amour ■ Gottesdienst von Frauen

Pornografie bringt die Kirche in Verlegenheit: der Weltbild-Skandal

Schach dem Papst Der Reichtum: vom christlichen Westen zum noch nicht christianisierten Osten ■ »Italien vom Konkurs bedroht, greifen Sie ein, Ratzinger« ■ Der Kardinal: »China erklärt uns den Krieg« ■ Japan: »Gewalt und Korruption sind Teil der christlichen Welt«

Vatileaks, Terrorismus und Morde Die ETA-Terroristen bitten den Vatikan um Hilfe ■ Ecuador: Mord im Kloster ■ Jagd auf den syrischen Monsignore ■ New York, Bertone und die entführten Schweden ■ »Polen ist schlimmer als Kuba und der Sudan« ■ Washington, die Gemeinschaft Sant’Egidio, Abtreibung und Homo-Ehe ■ Der Ajatollah möchte Benedikt XVI. treffen

Dank

Anhang Die geheimen Dokumente Benedikts XVI. als Faksimile ■ Die geheimen Dokumente in deutscher Übersetzung ■ Anmerkungen

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