15 neue Gerichtsfälle von Ferdinand von Schirach

Eine junge Frau wird jahrelang von ihrem Ehemann brutal misshandelt – bis er eines Tages erschlagen wird. Ein Internatsschüler wird im Namen der Illuminaten fast zu Tode gefoltert. Das Spiel eines Pärchens gerät außer Kontrolle. Doch wie kam es dazu? Nach seinem Erfolgsdebüt »Verbrechen« legt Ferdinand von Schirach einen neuen Erzählband vor, der 15 literarisch aufbereitete Gerichtsfälle versammelt. Leise, aber sehr bestimmt stellt der Berliner Strafverteidiger die Frage nach Schuld und Unschuld, nach Gut und Böse.

  • € 8,99 [D], € 9,30 [A]
  • Erschienen am 01.03.2012
  • 208 Seiten, Broschur
  • ISBN: 978-3-492-27377-0
 
 

Leseprobe zu »Schuld«

Volksfest


Der erste August war selbst für diese Jahreszeit
zu heiß. Die Kleinstadt feierte ihr sechshundertjähriges
Bestehen, es roch nach gebrannten Mandeln
und Zuckerwatte, und der Bratdunst von
fettigem Fleisch setzte sich in den Haaren fest. Es
gab alle Stände, die es immer auf Jahrmärkten
gibt: Es war ein Karussell aufgestellt worden, man
konnte Autoscooter fahren und mit Luftgewehren
schießen. Die Älteren sprachen von »Kaiserwetter
« und »Hundstagen«, sie trugen helle Hosen
und offene Hemden.


Es waren ordentliche Männer mit ordentlichen
Berufen: Versicherungsvertreter, Autohausbesitzer,
Ha [...]

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Ferdinand von Schirach

Ferdinand von Schirach

Der SPIEGEL nannte ihn einen »großartigen Erzähler«, die NEW YORK TIMES einen »außergewöhnlichen Stilisten«, der INDEPENDENT verglich ihn mit Kafka und Kleist, der DAILY TELEGRAPH schrieb, er sei »eine der markantesten Stimmen der europäischen Literatur«. Ferdinand von Schirachs Erzählungsbände mehr ...

Medien zu »Schuld«



Rezensionen und Pressestimmen

Der Standard (A)


»Selten hat man in den letzten Jahren ein derart intensives Buch gelesen.«   

Abendzeitung


»Wie er es auf kaum mehr als zehn Seiten schafft, ganze Lebensläufe plastisch auszumachen, ist nicht nur extrem spannend, sondern große erzählerische Kunst.«   

Bild


»Das packendste Buch des Jahres!«   

Die Welt


»Es sind kleine Meisterwerke darunter von enormer sprachlicher Präzision und Darstellungskraft. [...] Sie lesen sich, als würde man den Schritten eines Unheils lauschen, das unaufhaltsam vorwärts drängt.«   

Die Zeit


»In ›Verbrechen‹ glaubte man noch diverse Handlungsoptionen seiner Protagonisten zu entdecken. In ›Schuld‹ nicht mehr. ›Schuld‹ ist radikaler, die Geschichten sind schlanker, sie sind überwältigend kalte Versuchsanordnungen.«   

Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung


»Große Erzählkunst. Die Tatsache, dass er es versteht, einen schon nach wenigen Sätzen für oder gegen Figuren einzunehmen, nur um diesen Eindruck in einem weiteren Schritt wieder zu untergraben, beweist nicht seine ›Nähe zu Realität‹, sondern seine Erzählkunst. Zu jeder guten Geschichte gehört, dass man sie für ›wahr‹ halten darf. Schirach ist ein Meister darin, uns dies glauben zu machen. (…) ›Schuld‹ ist ein großes Buch.«   

Frankfurter Allgemeine Zeitung


»Der Berliner Strafverteidiger Ferdinand von Schirach setzt seine im letzten Herbst mit ›Verbreche‹n fulminant begonnene literarische Karriere mit ›Schuld‹ nahtlos fort. Seine knappen, auf den Punkt erzählten Stories beziehen ihre Wucht aus der Berufserfahrung des Autors, ihre Intensität hingegen aus seinem schnörkellosen Stil – und der Erkenntnis, dass das Gesetz niemandem die moralische Verantwortung abnimmt, bisweilen am wenigsten dem, der es vertritt.«   

Uwe Wittstock, Die Welt


Es sind kleine Meisterwerke darunter von enormer sprachlicher Präzision und Darstellungskraft.   

Welt am Sonntag


»Beim Lesen dieser Geschichten hatte man Glückserlebnisse wie sonst nur bei der Lektüre von Fitzgerald oder Capote, da sitzt jedes Wort, da ist alles an seinem Platz, Poesie durch Klarheit, im Leserkopf entsteht ein soghafter - man kann es nicht anders sagen – Film.«   

Benjamin von Stuckrad-Barre, Welt am Sonntag


Da sitzt jedes Wort, da ist alles an seinem Platz, Poesie durch Klarheit.   

Kommentare zum Buch
1. Schuld
Rhein Ortrun am 13.11.2013 - 23:00:46

Ein grosses Buch, aus dem Leben. Man kann kalte Füsse bekommen. Klare Sätze zu so verschlungenen Biographien. Ich leite ein Hospiz in Hermannstadt/ Rumänien. Keine Verbrechen geben die Geschichten unserer Patienten her, aber ebensolche Schicksale wo auch fast immer die grosse Einsamkeit das Zünglein an der Waage ist. Man liesst das Buch, man hört die Geschichten, Menschen verlieren ihre Belanglosigkeit. Ich bin beeindruckt!! Danke für diese Bücher Herr von Schirach, Ortrun Rhein

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