Die Stille des Verbrechens

Ein Mann bekommt zu Weihnachten statt Gefängnis neue Zähne. Ein Junge wird im Namen der Illuminaten fast zu Tode gefoltert. Die neun Biedermänner einer Blaskapelle zerstören das Leben eines Mädchens und keiner von ihnen muss dafür büßen … Neue Fälle aus der Praxis des Strafverteidigers von Schirach – die der Autor von Schirach in große Literatur verwandelt hat. Mit bohrender Intensität und in seiner unvergleichlichen lyrisch-knappen Sprache stellt er leise, aber bestimmt die Frage nach Gut und Böse, Schuld und Unschuld und nach der moralischen Verantwortung eines jeden Einzelnen von uns.

  • € 17,95 [D], € 18,50 [A]
  • Erschienen am 01.08.2010
  • 208 Seiten, Hardcover
  • ISBN: 978-3-492-05422-5
 
 

Leseprobe zu »Schuld«

Volksfest


Der erste August war selbst für diese Jahreszeit
zu heiß. Die Kleinstadt feierte ihr sechshundertjähriges
Bestehen, es roch nach gebrannten Mandeln
und Zuckerwatte, und der Bratdunst von
fettigem Fleisch setzte sich in den Haaren fest. Es
gab alle Stände, die es immer auf Jahrmärkten
gibt: Es war ein Karussell aufgestellt worden, man
konnte Autoscooter fahren und mit Luftgewehren
schießen. Die Älteren sprachen von »Kaiserwetter
« und »Hundstagen«, sie trugen helle Hosen
und offene Hemden.


Es waren ordentliche Männer mit ordentlichen
Berufen: Versicherungsvertreter, Autohausbesitzer,
Ha [...]

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Ferdinand von Schirach

Ferdinand von Schirach

Der SPIEGEL nannte ihn einen »großartigen Erzähler«, die NEW YORK TIMES einen »außergewöhnlichen Stilisten«, der INDEPENDENT verglich ihn mit Kafka und Kleist, der DAILY TELEGRAPH schrieb, er sei »eine der markantesten Stimmen der europäischen Literatur«. Ferdinand von Schirachs Erzählungsbände mehr ...

0 Buchblog Veröffentlicht am 18.11.2015 von Piper Verlag

Ferdinand von Schirach international

Ferdinand von Schirachs Bücher sind vielfach übersetzt worden. Hier finden Sie eine Liste aller internationaler Ausgaben.

Medien zu »Schuld«

Rezensionen und Pressestimmen

Der Standard (A)


»Selten hat man in den letzten Jahren ein derart intensives Buch gelesen.«   

Abendzeitung


»Wie er es auf kaum mehr als zehn Seiten schafft, ganze Lebensläufe plastisch auszumachen, ist nicht nur extrem spannend, sondern große erzählerische Kunst.«   

Bild


»Das packendste Buch des Jahres!«   

Die Welt


»Es sind kleine Meisterwerke darunter von enormer sprachlicher Präzision und Darstellungskraft. [...] Sie lesen sich, als würde man den Schritten eines Unheils lauschen, das unaufhaltsam vorwärts drängt.«   

Die Zeit


»In ›Verbrechen‹ glaubte man noch diverse Handlungsoptionen seiner Protagonisten zu entdecken. In ›Schuld‹ nicht mehr. ›Schuld‹ ist radikaler, die Geschichten sind schlanker, sie sind überwältigend kalte Versuchsanordnungen.«   

Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung


»Große Erzählkunst. Die Tatsache, dass er es versteht, einen schon nach wenigen Sätzen für oder gegen Figuren einzunehmen, nur um diesen Eindruck in einem weiteren Schritt wieder zu untergraben, beweist nicht seine ›Nähe zu Realität‹, sondern seine Erzählkunst. Zu jeder guten Geschichte gehört, dass man sie für ›wahr‹ halten darf. Schirach ist ein Meister darin, uns dies glauben zu machen. (…) ›Schuld‹ ist ein großes Buch.«   

Frankfurter Allgemeine Zeitung


»Der Berliner Strafverteidiger Ferdinand von Schirach setzt seine im letzten Herbst mit ›Verbreche‹n fulminant begonnene literarische Karriere mit ›Schuld‹ nahtlos fort. Seine knappen, auf den Punkt erzählten Stories beziehen ihre Wucht aus der Berufserfahrung des Autors, ihre Intensität hingegen aus seinem schnörkellosen Stil – und der Erkenntnis, dass das Gesetz niemandem die moralische Verantwortung abnimmt, bisweilen am wenigsten dem, der es vertritt.«   

Welt am Sonntag


»Beim Lesen dieser Geschichten hatte man Glückserlebnisse wie sonst nur bei der Lektüre von Fitzgerald oder Capote, da sitzt jedes Wort, da ist alles an seinem Platz, Poesie durch Klarheit, im Leserkopf entsteht ein soghafter - man kann es nicht anders sagen – Film.«   

Kommentare zum Buch
1. Schuld
Rhein Ortrun am 13.11.2013 - 23:00:46

Ein grosses Buch, aus dem Leben. Man kann kalte Füsse bekommen. Klare Sätze zu so verschlungenen Biographien. Ich leite ein Hospiz in Hermannstadt/ Rumänien. Keine Verbrechen geben die Geschichten unserer Patienten her, aber ebensolche Schicksale wo auch fast immer die grosse Einsamkeit das Zünglein an der Waage ist. Man liesst das Buch, man hört die Geschichten, Menschen verlieren ihre Belanglosigkeit. Ich bin beeindruckt!! Danke für diese Bücher Herr von Schirach, Ortrun Rhein

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