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Schrottplatz der gebrochenen Herzen

Schrottplatz der gebrochenen Herzen

Storys

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Schrottplatz der gebrochenen Herzen — Inhalt

Padgett Powell und Harry Rowohlt brechen Herzen

Sie begehren auf gegen vorgestanzte Lebensmuster. Sie provozieren, irritieren, stören. Sie trinken und lügen. Sie setzen alles aufs Spiel. Padgett Powells Figuren eint der tägliche Kampf gegen den Absturz, gegen Wahnsinn und Delirium. Ein Mann, der auf einer Mauer patrouillierend den Schrottplatz gebrochener Herzen bewacht; ein zwölfjähriger Knirps, der der reifen, gelangweilten Mrs Hollingworth unziemliche Avancen macht; der Dachdecker Wayne, der Frau und Kinder verlässt und sich im weiten amerikanischen Süden zu verlieren droht. »Das Leben ist Flaute«, heißt es in einer Story, doch nichts stimmt weniger für Powells trotzige Helden. Das Leben ist Aufruhr, und niemand könnte besser davon erzählen, rotzig, neurotisch, abgrundtief komisch, als Padgett Powell.

€ 9,99 [D], € 9,99 [A]
Erschienen am 12.11.2013
Übersetzer: Harry Rowohlt
224 Seiten, WMEPUB
ISBN 978-3-8270-7684-7
»Kaum jemand schreibt so virtuos und komisch über den ganz alltäglichen Irrsinn wie der US-Amerikaner Padgett Powell - außer vielleicht Harry Rowohlt, und der ist glücklicherweise kongenialer Übersetzer der Storys.«
Psychologies

Leseprobe zu »Schrottplatz der gebrochenen Herzen«

Gib mir Süßes, sonst gibt’s Saures

Auf dem Weg zum Lebensmittelladen, den sie zu Fuß
erreichen konnte, was sie oft feierte, indem sie Cowboystiefel
aus Echsenhaut und andere Kleidungsstücke anlegte,
die für einen täglichen Ausflug, um Nahrung für
eine Familie zu kaufen, übertrieben waren, rezitierte
Mrs Hollingsworth: »Er liebt mich, er liebt mich nicht.
Ich liebe ihn, ich liebe ihn nicht – «, bis sie von einem
Jungen hinter einem Palisadenzaun direkt am Bürgersteig
unterbrochen wurde.
»Wovon sprechen Sie da?« Dies kam gleichmütig
von einem runden sommersprossigen [...]

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Gib mir Süßes, sonst gibt’s Saures

Auf dem Weg zum Lebensmittelladen, den sie zu Fuß
erreichen konnte, was sie oft feierte, indem sie Cowboystiefel
aus Echsenhaut und andere Kleidungsstücke anlegte,
die für einen täglichen Ausflug, um Nahrung für
eine Familie zu kaufen, übertrieben waren, rezitierte
Mrs Hollingsworth: »Er liebt mich, er liebt mich nicht.
Ich liebe ihn, ich liebe ihn nicht – «, bis sie von einem
Jungen hinter einem Palisadenzaun direkt am Bürgersteig
unterbrochen wurde.
»Wovon sprechen Sie da?« Dies kam gleichmütig
von einem runden sommersprossigen Gesicht knapp
über den angespitzten Palisaden, was insgesamt kurz
an einen nicht ausgehöhlten und geschnitzten, von innen
nicht erleuchteten Kürbis gemahnte, der mit ihr
redete.
»Vom Süden«, sagte Mrs Hollingsworth zum Kürbisgesicht,
in welchem sie, nicht so ganz behaglich,
ein Porträt der Unschuld vermutete. Tatsächlich war
der Junge ein Porträt der Unverschämtheit und hatte
nicht »Wovon sprechen Sie da?« sagen wollen, sondern:
»Heda, wie wär’s mit Muschi?« Er hatte sie seit
Wochen beobachtet, wie sie kostümiert einkaufen ging,
und er hatte wunderprächtigen zwölf Jahre alten Bedarf.
»Vom Süden?«, fragte er. »Was ist das?«
»Das hier«, sagte Mrs Hollingsworth und zeigte
mit dem Arm auf Bäume und Luft und Häuser
und schmachtende Geschichte und Langeweile und
Korruption und Gemeinheit und Wilderer und das
Marschland und ritterliche Menschlichkeit und Menschen,
die mit Geld umgehen können, und Menschen,
die keinen Schimmer haben, und Heldentum und entlaufene
Haustiere ringsum.
»Haben Sie den Verstand verloren?«, fragte der Junge.
Mrs Hollingsworth, der diese Aussage stichhaltiger
schien, sagte: »Werd erwachsen«, und ging weiter.
Der Junge ward dort in wütig früher Schwellung
hinterlassen, sich selbst in den Hintern tretend, weil er
das Objekt seiner Begierden, im Wachen wie im Schlafen,
beleidigt hatte. Auf der Rückseite seines T-Shirts,
die Mrs Hollingsworth nicht gesehen hatte, stand
JUST BLOW ME, vorgeblich Werbung für Bubblegum.
Er war klug genug gewesen, seinen Eltern das Hemd
nicht zu zeigen, und wusste fast, was der Spruch bedeutete.
Den Mund und das WO hatte er kapiert, aber
das BLOW nahm er wörtlich. Er hatte vorgehabt, Mrs
Hollingsworth um Muschi zu bitten und ihr dann den
Rücken zuzukehren. Es hätte funktioniert, war er überzeugt.
Der Junge konnte nicht ahnen, dass es wahrscheinlich
funktioniert hätte. Mrs Hollingsworth hatte drei
Kinder, eins älter als ihr Verehrer, war seit fünfzehn
Jahren glücklich verheiratet, eine gute Mutter und
Ehefrau und darüber fuchsteufelswild. Vor kurzem hatte
sie einem Geschäftsfreund ihres Mannes, der nicht in
der Stadt weilte und ihr die Unterhaltung des Freundes
an seiner Stelle aufgetragen hatte, woraufhin dieser im
Auto vor dem Restaurant, in welches sie ihn ausgeführt
hatte, ihr auf den Nacken küsste, gesagt: »Woher wollen
Sie wissen, ob ich nicht sowieso das stadtbekannte
Flittchen bin?« Was der Geschäftsfreund über sie und
ihre Vorlieben dachte, falls er etwas dachte, ist unbekannt;
er küsste weiter ihren Nacken, von dem sie mehr
darbot, auch bestrebt, ihn durch Anwinkeln des Kopfes
straff und hübsch zu machen.
Was Mrs Hollingsworth dachte, war: Ich könnte
das stadtbekannte Flittchen sein. Der Geschäftsfreund
war, faktisch, nicht die erste Entlastung, die sie von der
glücklichen Ehe gehabt hatte, aber sie hatte nicht mit
dem Gedanken gespielt, derlei im großen Stil aufzuziehen.
Gespielt hätte sie mit dem Gedanken an diesen
kleinen klugscheißerischen Kürbiskopf, diesen Lolito.
Es war wahnsinnig komisch, sie war wahnsinnig komisch,
es war perfekt. Aber der Kürbiskopf hatte seine
Karten nicht gezeigt.
Als Mrs Hollingsworth den Jungen das nächste Mal
sah, stand er vor ihrer Haustür, hinter sich einen neu
aussehenden Lawn-Boy-Rasenmäher in der Farbe einer
Heuschrecke. Durch die Fischaugenlinse des Spions
sah der Junge obszön älter aus, die Sommersprossen so
groß wie Regenspritzer auf Beton, und der Mäher verströmte
ein sanftgrünes Licht, das spektral war.
Sie öffnete die Tür und sagte, neutral: »Ja?«, und sah
vom Jungen zum Mäher und zum Jungen zurück und
dann den Jungen von oben bis unten an.
»Was?«, sagte er. »Meine Shorts?« Er sah auf seine
Shorts hinunter, eine lange Hose mit abgeschnittenen
Hosenbeinen, die Säume lachhaft zerfetzt. Dann sah
sie, dass die verbliebenen Hosenbeine nochmal nach
oben zerschnitten waren, wodurch sie so etwas Rüschiges
bekamen, wie das Dach einer zweisitzigen Kutsche
mit Fransensaum. Aus dieser Rüschigkeit hingen seine
dünnen Beine wie Strippen heraus. Mrs Hollingsworth
lachte und sagte: »Nein, nicht deine Shorts.«
»Worübern dann?«
»Worüber was?«
»Worüber lachen Sie denn dann?«
»Ich lache gar nicht.«
»Haben aber gelacht.«
Wieder lachte Mrs Hollingsworth.
»Sehen Sie?«
Sie lachte noch ein bisschen.
»Verdammt.«
»Was?«
»Worüber was«, sagte er, machte sie offenbar nach.
»Verdammt was?«
»Nur verdammt.«
»Okay. Das ist besser.«
Der Junge richtete sich auf, als wolle er gewisse
Punkte zusammenfassen, die er gerade geklärt hatte.
»Wollen Sie Ihren Rasen gemäht?« Als er dies sagte,
fiel ihm ein Hagel profaner Wörter und Bilder ins
Hirn. Wollen Sie eine Kirsche obendrauf? Wollen Sie
Nüsse obendrauf ? Wollen Sie Ihre Nüsse geraspelt?
Wollen Sie sich die Titten wegsprengen lassen? »Wollen
Sie Ihren Rasen gemäht?«, sagte er wieder, seltsamerweise
fast atemlos.
»Nein«, sagte Mrs Hollingsworth. »Aber du kannst
ihn trotzdem mähen.«
Dann schloss sie die Tür und entschied, dass das der
Test für diesen kleinen Schlingel sein sollte: Wenn er
den Rasen ohne weiteres Trara, ohne Preis, ohne Bedingungen,
ohne Versprechen mähte, sollte er als wichtiges
kleines Foul im glücklichen fairen Spiel ihrer sie so
fuchsteufelswild stimmenden Tage angesehen werden.
Durch den fischäugigen Spion beobachtete Mrs
Hollingsworth, wie er sich an seinen Lawn-Boy wandte.
Er atmete tief ein und warf einen Blick auf den
Himmel, bevor er die Maschine mit dem Fuß sicherte
und an der Schnur zog. Das Ding sprang sofort an.
Er nahm den Griff und drückte mit den Oberschenkeln
dagegen, stand da, ohne sich zu bewegen, und
schien kurz über dem Griff zu verwelken, bevor er einen
Riesenschritt tat. Er marschierte mit der Maschine
schneller über den Rasen, als sie je einen Rasenmäher
hatte Rasen mähen sehen. Er flog über den Rasen, versprühte
Stöcke und Ameisenhäufchen und, dachte sie,
irgendein Tierspielzeug in Flakfeuerstößen von Flugmüll,
der sich um seine Nasenlöcher sammelte. Er war
ein niedliches kleines Ding.
Als sie ihn in den Hintergarten ließ und er nicht
sprach oder sie auch nur ansah, bestätigte Mrs Hollingsworth
ihren Verdacht, dass das Kind in einer sexuellen
Mission unterwegs war. Es war kühn und verängstigt.
»Ich mache die Limonade«, sagte sie.
Er sagte: »Jag.«
Nicht »mache uns Limonade«, nicht »Möchtest du
Limonade oder irgendwas?«. Die Limonade. Sie war
erregt von dieser kleinen dramatischen Ironie. Auch
dem Jungen war nicht unklar, dass etwas nicht so ganz
stimmte. »Jag« war so nah an »Ja, gnädige Frau« wie
noch nie in seinem Leben.
Als er den Blitzkrieg im Hintergarten beendet hatte,
setzte er sich auf das zweisitzige Rudergerät der Kinder,
und Mrs Hollingsworth erschien mit einem Tablett.
Darauf waren ein handbemalter Krug, Gläser und
als Garnierung lose Zitronen – unpraktisch, aber für
Mrs Hollingsworths Sinn für Kitsch in Stillleben unwiderstehlich.
Sie bemerkte, wie unerwachsen der Junge
aussah, da er saß, wo ihre eigenen Kinder saßen, obwohl
er offensichtlich von erwachsenen Belangen in
Anspruch genommen wurde. Sie fragte sich zum ersten
Mal, warum er nicht, wie ihre Kinder, in der Schule
war.
Sie stellte das Tablett auf den einen Sitz der Hollywoodschaukel,
locker mit den Turngeräten der Kinder
verbunden, obschon ohne jeden Zweifel für Erwachsene
gedacht und eigentlich eine Laube mit zwei schaukelnden
Bänken. Ihr Plan bestand darin, sich zu zweit
gegenüber der Limonade auf eine der Bänke zu setzen
und das Kind ordentlich zu bedienen, bis es zur zufälligen
Berührung kam oder bis der Junge mit etwas herausplatzte,
womit er möglicherweise herausplatzen
mochte, und so der Wahnsinn seines frühen Bedarfs
und ihrer späten Erschlaffung in Bewegung gesetzt
wurde.
Bevor etwas hiervon bewirkt war, hörten sie das Geknatze
eines Polizeisprechfunks, und Mrs Hollingsworth
sah, über dem Tor des Holzzauns, durch das sie
den Jungen eingelassen hatte, Mütze und Gesicht eines
Polizisten. Er sagte, in einem absurd tiefstimmigen Ton
der Autorität: »Was geht hier vor?«
»Wir trinken Limonade im Schatten, Herr Wachtmeister«, gelang es Mrs Hollingsworth, die mit ihren
Betonungen – erfolglos, wie sie wusste – versuchte, den
Polizisten zu beleidigen.
»Wer?«, sagte er.
»Geht Sie gar – « Mrs Hollingsworth bemerkte, dass
der Junge weg war. In einem dezimierten Batzen Erde
neben der Hollywoodschaukel war ein tiefer, verzerrter
Turnschuhsohlenabdruck, der in die Richtung des
hinteren Zauns wies. Sie konnte sich einen verschwommenen
Fleck aus Kaleschendachfransensaum und dünnen
Beinen vorstellen, der über ihren gut einen Meter
achtzig hohen Redwood-Zaun setzt. Diese Vorstellung
machte sie unerklärlich, unmäßig stolz auf ihren kleinen
Schützling, obwohl sie dieser ziemlich schlichten
Zuneigung für Sorglosigkeit, oder was es auch sein
mochte, was einen Jungen bewog, der Autorität zu entfliehen,
noch dazu so, dass die Autorität – in diesem Fall
sie selbst – es mochte, nicht traute. Außerdem musste
sie einfach, als der Polizist recht unverschämt durch das
Tor hereinkam, Sex mit Bullen denken. Er kam heran,
eine glanzbeschuhte, auffällige, lärmende marineblaue
Sammlung von Vorschriften und Verfahrensweisen.
»Blick auf den Rasenmäher werfen, Ma’am?«
Mrs Hollingsworth gab ihm die Erlaubnis, auf die
er nicht wartete, mit einem Winken der Hand. Sie beachtete
Dinge, die zu beachten sie eigentlich keine Zeit
hatte, ohne dem Beamten den Eindruck zu vermitteln,
dass sie bescheuert war. Es war ihr egal, es war schließlich
die Polizei. Der Junge hatte recht. Sie dachte an
»Dinge«. Wie ihr neuerdings die Idee zu gefallen begann,
sie könnte den Verstand verlieren. Das war der
herkömmliche Ausdruck dafür, nicht ihrer. Sie spielte
mit der Idee, sich selbst einzubüßen. Sie wollte nicht,
dass ihr Verstand abhob und verschwand, wie das ganze
Haus, das aus einem persönlichen Kansas nach Oz davontrudelt;
sie wollte, dass das kleine Schiff mit Dingen,
das als sie angesehen wurde, das sie als sie selbst
ansah, sich aus der Vertäuung löste und davontrieb und
nur ein weniges vom Kurs ab halste, ein kielloses Ruderboot,
etwa 45 Grad zur Strömung, in sanftem, nicht
bedrohlichem Hochwasser. Der Beamte sagte ihr, indem
er vor ihr stand und trippelte, als müsste er weg
oder mal klein, dass der Rasenmäher von einem Jungen
zu Fuß in einem Haushaltswarenladen acht Straßen
weiter gestohlen worden war.
»Holen Sie Ihren Gips, Herr Wachtmeister.«
»Ma’am?«
»Hier ist sein Fußabdruck.«
»Die in Rede stehende Person, die mutmaßlich das
Vergehen begangen hat, war mit einem Kleidungsstück
der Gattung T-Shirt bekleidet, auf welches eine
obszöne … äh, Redensart gedruckt war. Oder Bemerkung.
« Diese Rede machte Mrs Hollingsworth den Beamten
auf eine Weise lieb, die sie überraschte, aber sie
fing sich. Wenn sie unmoralische Zuneigung zu einem
Lolito fassen sollte, so war sie doch nicht bereit, Sergeant
García entgegenzukommen. Sie hatte keine Ahnung,
was das mit dem obszönen T-Shirt sollte. Der
Junge hatte ein sauberes weißes Hemd angehabt. Das
war das einzige Wahre, was sie dem Beamten über den
Jungen berichtete.
»Der mutmaßliche Übeltäter, Herr Wachtmeister,
hatte dunkle Haut, war aber nicht schwarz oder hispanisch
und schien nicht allzu intelligent zu sein, obwohl
ich nicht so weit gehen würde, ihn als geistig, äh, herausgefordert
zu bezeichnen.« Der Beamte schrieb Sachen
in ein spiralgeheftetes Notizbuch im Taschenformat.
»Er hatte eine ätzend lange Hose an.«
»Was?«
»Eine ätzend lange Hose.«
»Können Sie diese Hose beschreiben?«
»Ätzend.«
»Oh.«
Die Bee Gees spielten, füllten den Garten. Sie hatte
sie aufgelegt und einen Lautsprecher in ein Fenster
zum hinteren Garten gestellt, für die Limonadenpause.
Selbst sie wusste, dass sie entsetzlich altmodisch waren,
dass der Junge sie entweder nach modernen Maßstäben
drittklassig finden würde oder nicht einmal wusste,
was Disco war, und das war Teil des Plans gewesen:
auf den Jungen angenehm, aber alles andere als auf der
Höhe der Zeit zu wirken. Es würde ihm einen gewissen
Mut machen, vielleicht den Mut des Mitleids oder
der Barmherzigkeit. Als sie jetzt so dasaß, dachte sie, sie
könnte den Beamten so eben und eben wahrnehmbar
tanzen sehen, wie er das Beweisstück für das Verbrechen
des Verehrers aus dem Garten zog. Und sie saß so
da, sie selbst nicht unglücklich in einer Flut harmoni-
sierter Dusseligkeit, die nicht einmal ein Teenager dulden
sollte. Das Ruderboot ihrer selbst löste sich, vielleicht,
Zoll um Zoll, aus seiner Vertäuung.

Padgett Powell

Über Padgett Powell

Biografie

Padgett Powell wurde 1952 in Gainesville, Florida, geboren, wo er auch heute noch lebt. Bekannt wurde er durch Veröffentlichungen in THE NEW YORKER, ESQUIRE und HARPER'S MAGAZINE. Powell erhielt etliche Auszeichnungen: den Prix de Rome der American Academy of Arts and Letters, den Whiting Writers'...

Pressestimmen

Psychologies

»Kaum jemand schreibt so virtuos und komisch über den ganz alltäglichen Irrsinn wie der US-Amerikaner Padgett Powell - außer vielleicht Harry Rowohlt, und der ist glücklicherweise kongenialer Übersetzer der Storys.«

Bücher

»Padgett Powells Kurzgeschichten sind alles andere als brav, sie sind bizarr, surreal und meist in einem derben Ton erzählt. Als Leser braucht man eine weltoffene Haltung, muss Fäkalsprache vertragen und bereit sein, sich dem Absurden zu stellen. Gelingt das, kann man Freude an den Außenseitern haben und die Exkurse in heruntergekommene Motels und schäbige Kneipen Floridas genießen.«

sf-magazin.de

»Das Leben ist Aufruhr, und niemand könnte besser davon erzählen, rotzig, neurotisch, abgrundtief komisch, als Padgett Powell.«

suedostschweiz.ch (dpa)

»Als Meister der Wortschöpfung findet Padgett Powell selbst den Ausdruck, der das Wesen seiner Geschichten wohl am treffendsten beschreibt: "Kuddelmuddelpotenzial". Sein "Schrottplatz der gebrochenen Herzen" ist grandios.«

Süddeutsche Zeitung

»Es darf gestaunt, geschmunzelt, es sollen einzelne Passagen wieder und wieder gelesen werden, nur um es am Ende doch nicht zu begreifen. Aber der Weg ist das Ziel und auch das kann Spaß machen.«

WDR 5 "Scala"

»Powell hat jüngst mit seinem "Roman in Fragen" triumphiert. Dieser Erzählband beweist, dass eines keine Frage mehr ist. Hinter großen Namen wie William Faulkner, Flannery O'Connor oder Walker Percy darf sich auch Padgett Powell in die Reihe bedeutender Südstaatenautoren einreihen. Für seine rotzige, kreative Sprache hätte er im Deutschen keinen besseren Übersetzer als Harry Rowohlt finden können.«

SonntagsZeitung

»Ein Glück, dass dieses wilde Lesevergnügen endlich auf Deutsch erscheint - in seiner poetischen Derbheit kongenial übersetzt von Harry Rowohlt.«

Freundin

»Es braucht ein bisschen, bis man sich an den ungewöhnlichen Erzählstil von Padgett Powell gewöhnt hat. [...]. Doch dann machen die Storys, die er in der Sammlung "Schrottplatz der gebrochenen Herzen" zusammengetragen hat, richtig Spaß. Powells Figuren sind skurril und scheinen es darauf anzulegen, direkt in die Katastrophe hineinzuschlittern. Sie lügen, betrinken sich und verführen Minderjährige. Das Identifikationspotenzial ist also gleich null - trotzdem will man unbedingt wissen, wie es mit ihnen weitergeht.«

sonntag (HAZ)

»Powell reißt einen mit seiner lakonischen und von keinem Geringeren als Harry Rowohlt ins Deutsche übersetzten Sprache förmlich mit in seinen Abgrund voller Alltagsabsurditäten.«

NDR Kultur

»Powell beherrscht Formspiele, er ist ein Meister des Stils und der Sprache; das beweisen auch seine Short Stories. "Aliens of Affection" heißt dieser Erzählband im Original, der jetzt mit fünfzehn Jahren Verspätung ins Deutsche übersetzt wurde, wieder von "Holy Harry". Es fielen einem ja auch wenige ein, die mit dieser oft aberwitzig-abgedrehten und bis auf die Knochen verkürzten Sprache etwas anfangen könnten.«

Deutschlandradio Kultur

»Man muss sich schon einlassen auf die schräge Fantasie dieses Autors, um wertzuschätzen, was er da treibt. Wenn es in einer anderen Story mal heißt "Mit diesen Sinnfickern bin ich durch", dann darf man das wörtlich nehmen. Harry Rowohlt hat Powells Geschichten kongenial-derb übersetzt.«

Kommentare zum Buch

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