Romeo oder Julia

Romeo oder Julia

Roman

Hardcover
E-Book

€ 22,00 inkl. MwSt.

»Deutsche Literatur kann auch mal großartig sein.« DLR Kultur zu Apollokalypse

 

Kurt Prinzhorn ist zu einem Schriftstellertreffen nach Innsbruck eingeladen, wo ihm Merkwürdiges widerfährt: Jemand muss während seiner Abwesenheit ein ausgiebiges Schaumbad in der Wanne seines Hotelzimmers genommen und dort bewusst Spuren hinterlassen haben. Die Chipkartenschließanlage der Tür zeigt jedoch kein fremdes Eindringen an. Als nächstes verschwindet der Schlüsselbund des zunehmend ratlosen Autors. Während einer Moskau-Reise wenige Tage später kommt es zu neuen Unerklärlichkeiten, und auch in Madrid, wo Prinzhorn einer früheren Geliebten wiederbegegnet, reißt die Kette seltsamer Geschehnisse nicht ab – bis ihm durch Zufall das Puzzle der Erinnerung zu einem Bild zusammenfällt, das ihn weit in die eigene Biographie zurückführt. Am nächsten Morgen klingelt die Polizei an der Tür seiner Berliner Wohnung, denn unter dem Fenster von Prinzhorns Zimmer in Madrid wurde eine tote Frau gefunden.

 

  • € 22,00 [D], € 22,70 [A]
  • Erschienen am 01.09.2017
  • 272 Seiten, Hardcover mit Schutzumschlag
  • ISBN: 978-3-8270-1358-3
 
 

Leseprobe zu »Romeo oder Julia«

Leseprobe aus Romeo oder Julia:

 

*

Am 16. September 2005 ereignete sich in einem Hotel in Tirol nahe Innsbruck ein ungewöhnlich seltsamer Vorfall. Die Umstände seines Zustandekommens wie auch die Prozeduren seines Fortgangs schienen so an den Haaren herbeigezogen, dass die beiden Polizisten, die schließlich gerufen wurden, um einem möglichen Versicherungsfall vorzuarbeiten, aus ihrem Misstrauen hinsichtlich meiner Aussagen kein Hehl machten.

Einer der beiden, der auf der Couch in meinem Hotelzimmer Platz genommen hatte, legte während meiner Schilderung des Vorfalls die Beine auf den [...]

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Gerhard Falkner

Gerhard Falkner

Gerhard Falkner, geboren 1951, zählt zu den bedeutendsten Dichtern der Gegenwart. Er veröffentlichte zahlreiche Gedichtbände, u.a. »Hölderlin Reparatur«, für den er 2009 den Peter-Huchel-Preis erhielt, und zuletzt den Gedichtband »Ignatien« (2014), mit Bildern von Yves Netzhammer. Für seine Novelle mehr ...

1 News Veröffentlicht am 12.09.2017 von Piper Verlag

Gerhard Falkner auf Shortlist für den Deutschen Buchpreis 2017

Der Berlin Verlag freut sich, dass Gerhard Falkner mit »Romeo oder Julia« auf der Shortlist zum Deutschen Buchpreis 2017 steht. Der Gewinner wird auf der Buchmesse Frankfurt bekanntgegeben.
1 News Veröffentlicht am 16.08.2017 von Piper Verlag

Preiwuß und Falkner auf Longlist für den Deutschen Buchpreis 2017

Der Berlin Verlag freut sich, dass Kerstin Preiwuß mit »Nach Onkalo« und Gerhard Falkner mit »Romeo oder Julia« auf der Longlist zum Deutschen Buchpreis 2017 stehen.

Veranstaltungen

Lesung und Gespräch: Am Mittwoch, 27. September 2017 in München
Gerhard Falkner liest aus »Romeo oder Julia« - Die Shortlist des Deutschen Buchpreises 2017 in München
Zeit: 19:30 Uhr
Ort: Literaturhaus München, Salvatorplatz 1 , 80333 München
Lesung: Am Montag, 13. November 2017 in Schwabach
Gerhard Falkner liest aus »Romeo oder Julia« in Schwabach

Im Rahmen der LesArt Schwabach

 

Zeit: 20:00 Uhr
Ort: Stadtmuseum, Museumsstraße 1 , 91126 Schwabach

Rezensionen und Pressestimmen

kulturexpresso.de


»Das ist furchterregend lustig, eine Selbstdemontage von Shakespearschem Ausmaß, ein laberiger Schelmenroman, den man nicht aus der Hand gibt, bis endlich die Pointe aus dem Sack hüpft.«   

Der Tagesspiegel


»Ein virtuoses Vexierspiel mit literarischen Anspielungen und versteckten Zitaten aus Erzählungen der russischen Meister Gogol und Tschechow. (…). An vielen Stellen blitzt hier der Esprit des Polemikers Falkner auf.«   

Mittelbayerische Zeitung


»Falkners beeindruckende Sprachgewalt: Pointiert, detailverliebt und nie schwülstig.«   

Kommentare zum Buch
1. Innsbruck - Moskau
wal.li am 08.09.2017 - 11:21:19

Innsbruck, Moskau, Madrid und Berlin - das sind die Stationen, an denen sich der Schriftsteller Kurt Prinzhorn im Verlauf der Handlung aufhält. Während eines Autorentreffens in Innsbruck wird in seinem Hotelzimmer eingebrochen. Prinzhorn zeigt die Sache an, doch so recht glaubt man ihm nicht. Wer sollte bei einem Einbruch nichts von Wert stehlen, dafür aber lange schwarze Haare in der Badewanne zurücklassen. Erst später stellt sich heraus, dass doch einige Dinge abhanden gekommen sind. Dennoch ergibt das Ganze keinen Sinn und Prinzhorn konzentriert sich auf das Beisammensein mit den anderen Autoren. Doch immer wieder fühlt er sich beobachtet.   Eine urig-unheimliche Geschichte entspinnt sich zwischen Kurt Prinzhorn und dem unbekannten Täter oder der Täterin. Wie ein dunkler Schatten umweht die vermeintliche Bedrohung das reale Leben des Autors. So ganz geht es ihm nie aus den Gedanken, auch wenn er mit völlig anderen Lebenswirklichkeiten beschäftigt ist. Es nagt an ihm, wer kann etwas gegen ihn haben? Es muss jemand sein, der vieles über ihn weiß, der seine Wege ebenso kennt wie seine Pläne. Wird das Gefühl des Beobachtetwerdens etwa zur Obsession? Spielt es sich in seinen Gedanken ab oder ist es wahr? Heischt er nach Aufmerksamkeit oder bedarf er tatsächlich des Schutzes von Freunden? Kann er sich noch alleine auf die Straße wagen? Vielleicht sollte er es einfach auf eine Konfrontation ankommen lassen.   So recht wird nicht unbedingt klar, was Gerhard Falkner mit seinem Kabinettstückchen bezweckt. Aber die Phantasie des Lesers wird auf jeden Fall angeregt. Wie würde man sich selbst fühlen, wenn man sein Hotelzimmer betritt, es verändert vorfindet und alle bestreiten trotz offensichtlicher Anzeichen, dass ein Fremder das Zimmer betreten haben kann. Wie wäre es, wenn man anfängt, sich bei jedem zweiten Schritt umzudrehen, weil man befürchtet verfolgt oder beobachtet zu werden, wenn man immer mehr nach hinten lauscht? Kann man dann noch im wirklichen Leben sein, kann man das Unheimliche für eine Weile vergessen? Oder geht es nicht darum, geht es mehr um das Leben im hier und jetzt? Muss man sich durch etwas stören lassen, das eigentlich eher eine Kleinigkeit zu sein scheint? Sicher werden Handlung und Erzählweise auf jeden Leser anders wirken und unterschiedliche Gedanken auslösen, doch unbeeindruckt wird vermutlich keiner bleiben.

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