Pirasol

Pirasol

Roman

Hardcover
E-Book

€ 20,00 inkl. MwSt.

Der Besuch der alten Damen

Zwei alte Damen leben in der Papierfabrikantenvilla »Pirasol«: Die scheue Gwendolin ist 84 Jahre alt, Witwe und Alleinerbin des Hauses, Thea ist fünfzehn Jahre jünger und verfolgt einen eigenen Plan. Als man den vom Vater verstoßenen und seit drei Jahrzehnten verschollenen Sohn Gwendolins in der Stadt gesehen haben will, versucht Thea, ihren Einfluss zu sichern und vollends das Regiment im Haus zu übernehmen. Für Gwendolin der Auslöser, sich zu erinnern: an eine Berliner Kindheit während der Zeit des Nationalsozialismus, an den Verlust der Eltern und das eigene Überleben, an einen neuen Anfang mit dem despotischen Papierkönig Willem, einen Brandanschlag und schließlich an die Verbannung des gemeinsamen Kindes. Am Ende lernt Gwendolin, allen Widrigkeiten etwas entgegenzusetzen – sich selbst.

  • € 20,00 [D], € 20,60 [A]
  • Erschienen am 01.08.2017
  • 288 Seiten, Hardcover mit Schutzumschlag
  • ISBN: 978-3-8270-1341-5
 
 

Leseprobe zu »Pirasol«

1

Pass auf das Haus auf, sagt sie.

Der Junge kommt zurück. Der Junge, fragt die andere und schluckt, begreift es in der Kehle, wo sonst die Angst sitzt und das Schweigen.

Ja, kaut die, die Thea heißt und Zähne hat wie Schilde. Das ist so sicher wie der Tod, der Junge ist wieder in der Stadt.

Wie der Tod, sagst du?

Wie der Tod.  

 

2

Den Tod hat Gwendolin erkannt, der Tod beginnt sein Leben dann, wenn man vor die Gräber der anderen gerät. Dann geht das Sterben los, ein für alle Mal, und die Falten im Gesicht sind nichts als Friedhofswege, über die man geht, um vor Willems Grab zu [...]

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Susan Kreller

Susan Kreller

Susan Kreller, geboren 1977 in Plauen, studierte Germanistik und Anglistik und promovierte über englischsprachige Kinderlyrik. Einer breiteren Öffentlichkeit wurde sie 2012 mit dem Jugendbuch »Elefanten sieht man nicht« bekannt. Sie erhielt unter anderem das Kranichsteiner mehr ...

Veranstaltungen

Lesung: Am Freitag, 10. November 2017 in Wittstock
Susan Kreller liest aus »Pirasol« in Wittstock im Rahmen von »Literarischer Bilderbogen«
Zeit: 19:30 Uhr
Ort: Bibliothek im Kontor, Kettenstraße 24-26 , 16909 Wittstock
Lesung und Gespräch: Am Dienstag, 14. November 2017 in Sterrebeek - Belgien
Susan Kreller liest aus »Pirasol« in
Zeit: 19:30 Uhr
Ort: Buchhandlung Buchfink, Nieuwstraat 2 Sterrebeek - Belgien
Lesung und Gespräch: Am Mittwoch, 29. November 2017 in Berlin
Susan Kreller liest aus »Pirasol« in Berlin
Zeit: 19:00 Uhr
Ort: "Puttensaal" - Stadtbibliothek am Luisenbad, Travemünder Straße 2 , 13357 Berlin

Rezensionen und Pressestimmen

TV Star (CH)


»Leicht und tief zugleich.«   

FAZ


»Die Zeit, ein Tableau: In Susan Krellers meisterlichem Roman ›Pirasol‹ geht eine Achtzigjährige endlich auf die Barrikaden.«    

Neue Westfälische


»Susan Krellers Schreibstil ist knapp und präzise. Nie lässt sie sich dazu verleiten, seitenlange, detaillierte Beschreibungen abzuliefern.(…). Auch für die seltenen liebevollen Momente findet Kreller in ›Pirasol‹ passgenaue, unverbrauchte Worte. (…). Virtuos balanciert Kreller zwischen den Zeitebenen.«   

Kommentare zum Buch
1. Erschreckernd und Erschütternd
Arietta am 08.09.2017 - 16:07:22

  Zur Autorin: Es ist mein erstes Buch von Susan Kreller, das ich von ihr gelesen habe. Ein beeindruckender Roman, der sich durch ihren speziellen und eigenen Sprachstil hervorhebt, er ist stellenweise schon poetisch. Die Worte perlen ihr flüssig aus der Feder, ihr Erzählstil fordert einem beim Lesen heraus und ist gewöhnungsbedürftig. Aber von Seite zu Seite wurde der Spannungsbogen besser. Die Personen und deren Charaktere sind gut herausgearbeitet. Es geht um Schuldgefühle, Unterdrückung, Sadismus und Vergebung. Eine Geschichte mit sehr viel Tiefgang.   Zum Inhalt: Sehr gut sind die beiden alten Damen Thea, die jünger als die 84 Jährige Witwe Gwendolin ist, die langsam zu Leben erwacht und sich zur Wehr setzt. Willem, ihr verstorbener Mann unter dem sie jahrelang litt, der sie seelisch misshandelte, genauso wie ihren gemeinsamen Jungen. Er hielt sie klein, allein durch seine frostigen Blicke, die man förmlich spüren konnte. Es fröstelte einem beim Lesen. Thea, die sie sich nach dem Tode in ihre Villa Pirasol holte, ist aus dem gleichen Holz geschnitzt wie ihr verstorbener Ehemann. Ich glaube, hätte Gwendolin geahnt, was sie sich mit Thea ins Haus holte, hätte sie es gelassen. Thea ist wie ein Parasit, eine Zecke die sich festgebissen hat, Gwendolin fängt an, sich zu wehren, lehnt sich gegen sie auf, möchte sie aus der Villa haben, um sich von ihrem Regiment und Einfluss zu befreien. Wenn man gemeinsam mit Gwendolin in ihre Kinder-und Jugendzeit abtaucht, lernt man zu verstehen. Da ist die Zeit des Naziregimes, der zweite Weltkrieg, der Vater von den Nazis verhaftet und ins Lager verschleppt, die Mutter seit der Bombennacht vermisst, die Zeit nach dem Krieg, Hunger und Elend. Als sie den Papierfabrikanten Willem Suhr kennenlernt, ihn heiratet, da beginnt so richtig die ganze Tragödie. Ihr Mann ein Despot, der sie erniedrigt und seinen Jungen verachtet. Das alles lastet ihr auf der Seele.....

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