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Olympia

Der achte Rath-Roman

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Olympia — Inhalt

„Die TV-Serie ›Babylon Berlin‹ mag gutes Fernsehen sein. Volker Kutschers Romane aber sind großes Kino.“ taz

Berlin, Sommer 1936.
Inmitten der Olympiabegeisterung muss Gereon Rath verdeckt einen Todesfall im olympischen Dorf aufklären. Die Machthaber befürchten, dass Kommunisten die Spiele sabotieren. Rath hat seine Zweifel und ermittelt eher lustlos, zumal er private Probleme hat: Er ist Gastgeber amerikanischer Olympiatouristen, und seine Ehefrau Charly hat die gemeinsame Wohnung unter Protest verlassen. Dann findet er im olympischen Dorf einen Mitarbeiter mit kommunistischer Vergangenheit, der auch am Tatort war. Während der Verdächtige brutalen Verhören der SS ausgesetzt ist, geschieht ein zweiter Mord. Rath ermittelt fieberhaft, um weitere Todesfälle zu verhindern, und ahnt nicht, dass sein eigenes Todesurteil längst gefällt ist. Spannung pur!


€ 24,00 [D], € 24,70 [A]
Erschienen am 02.11.2020
544 Seiten, Hardcover mit Schutzumschlag
EAN 978-3-492-07059-1
€ 19,99 [D], € 19,99 [A]
Erschienen am 02.11.2020
556 Seiten, WMEPUB
EAN 978-3-492-99733-1

Leseprobe zu „Olympia“

Prolog

Donnerstag, 29. April 1937 

Überall in dieser Stadt dampfte es aus der Erde, aus jedem Kanaldeckel, aus jedem Gully, aus jedem Brunnen. Am gewaltigsten aber dampfte es vor dem Hotel Rose, dessen Balkone direkt zum Kochbrunnenplatz hinauswiesen. Selbst im Innenhof des Grandhotels, das wie die meisten Wiesbadener Häuser einmal bessere Zeiten gesehen hatte, krochen Dampf und Nebel aus der Unterwelt.

Der Lieferwagen des Dotzheimer Weingutes Jacoby rollte geradewegs über die Dampfwolke und hielt vor dem Kellereingang. Der Sommelier stand schon am [...]

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Prolog

Donnerstag, 29. April 1937 

Überall in dieser Stadt dampfte es aus der Erde, aus jedem Kanaldeckel, aus jedem Gully, aus jedem Brunnen. Am gewaltigsten aber dampfte es vor dem Hotel Rose, dessen Balkone direkt zum Kochbrunnenplatz hinauswiesen. Selbst im Innenhof des Grandhotels, das wie die meisten Wiesbadener Häuser einmal bessere Zeiten gesehen hatte, krochen Dampf und Nebel aus der Unterwelt.

Der Lieferwagen des Dotzheimer Weingutes Jacoby rollte geradewegs über die Dampfwolke und hielt vor dem Kellereingang. Der Sommelier stand schon am Treppenaufgang, die berufsbedingt elegante Erscheinung in direktem Widerspruch zu seinem Gesichtsausdruck.

„Na endlich, da sind Sie ja, wurde auch Zeit! Der Riesling geht uns schon aus, sollen unsere Gäste verdursten? Nu machen Se mal Tempo!“

Der Mann am Steuer des Lieferwagens zündete sich in aller Ruhe eine Zigarette an. Wortlos schwang er sich vom Fahrersitz, ging um den Wagen herum und öffnete die Hecktür.

Er kannte den Sommelier des Hotels Rose nun schon eine Weile und wusste, wie er ihn behandeln musste: das Geschimpfe gar nicht erst beachten. Mit den Gastronomen und Weinhändlern, mit denen er täglich zu tun hatte, konnte er umgehen, sonst kannte er in dieser Stadt kaum jemanden – seinen Hauswart, seinen Chef, ein paar Kollegen. Das war’s, keine Freunde, kein Stammtisch, nicht mal eine Liebschaft. Einen wie ihn nannte man wohl einen Einzelgänger.

Manchmal fragte er sich, ob das nicht immer schon so gewesen war, oder erst seit jenem Tag, als er sich, wenige Wochen nach der Olympiade, die sein ganzes Leben verändert hatte, beim alten Jacoby bewarb.

Heinrich Jacoby hatte hinter seinem Schreibtisch gesessen wie ein argwöhnischer Uhu und ihn über den Rand seiner Brillengläser gemustert.

»Kessler heißen Sie also …«

„Kessler. Jawohl. Wilhelm Kessler.“

„Geboren in Neuwied?“

„Jawohl.“

„Junggeselle.“

„Jawohl.“

»Sind schon für die Firma Wittkamp gefahren, sehe ich …«

„Jawohl. Im Raum Köln.“

„Und gedient haben Sie auch.“

„Jawohl.“

„Nichts für ungut, aber das hört man Ihnen heute noch an, Herr Kessler. Jawohl!“

Ein Lachen und einen Handschlag später hatte sein neues Leben begonnen. Es war nicht das Leben, das er sich ausgesucht hätte, aber wer konnte das schon, zumal in diesen Zeiten? Er konnte froh sein, dass er überhaupt noch eines hatte.

Er streifte die abgewetzten Lederhandschuhe über und stemmte die ersten zwei Kisten Dotzheimer Judenkirch, schleppte wortlos Kiste für Kiste in den Weinkeller, während der Sommelier auf dem Hof stand und überflüssige Befehle erteilte. Endlich war die letzte Weinkiste ausgeladen, die letzte für das Hotel Rose, die letzte für heute. Er ließ sich den Lieferschein quittieren und stieg zurück in den Wagen.

Es war spät geworden. Grundsätzlich machte ihm das nichts aus, einen pünktlichen Feierabend hatte man in diesem Beruf ohnehin nie. Wenn er es dann allerdings nicht einmal mehr zur Abendvorstellung schaffte, haderte er doch mit seinem Schicksal. Ab und an ein Spielfilm, das war der einzige Luxus, den er sich erlaubte, seit er in dieser verschlafenen Stadt sein zurückgezogenes Leben lebte. Um für anderthalb Stunden wenigstens das Gefühl zu haben dazuzugehören, zu den Menschen, die mit ihm im dunklen Saal saßen, auch wenn er das nicht tat.

Das war der Preis, den er zahlte für sein Überleben: kein Leben mehr zu haben, jedenfalls kein glückliches. Aber hatte er das überhaupt jemals gehabt? Er hatte eine Frau gehabt, eine Frau, mit der er sogar Kinder hatte haben wollen, doch war es bei dem Wunsch geblieben. Und das einzige, was ihn sein trostloses Dasein ertragen ließ, war die Hoffnung, sie eines Tages wiederzusehen. Manchmal wurde die Sehnsucht nach seinem alten Leben, obwohl es alles andere als perfekt gewesen war, so groß, dass er es kaum ertragen konnte.

Doch das war vorbei, damit hatte er sich abzufinden. Selbst wenn die Zeiten sich wieder zum Besseren wenden sollten, würden sie nie wieder so werden, wie sie einmal gewesen waren.

Er fuhr den Lieferwagen ohne Umwege ins Wiesbadener Westend und parkte unter der Straßenlaterne vor seinem Haus. Er öffnete die Hecktür und wunderte sich, wie vertraut ihm der Mann, dessen Gestalt sich in der Fensterscheibe spiegelte, inzwischen war. Manchesterhosen, Lederjacke, Schirmmütze und Schnauz, nicht einmal seine eigene Mutter hätte ihn erkannt.

Er holte eine Flasche Riesling für den Abend aus dem Wagen. Kein Mensch mehr auf der Straße. Er ging durch die Toreinfahrt und überquerte den Hof. Allein das Dudeln eines Radios begleitete seinen Weg das Treppenhaus hinauf. So war das meistens hier, und wenn er doch mal jemandem begegnete, interessierte der sich nicht groß für ihn. Was auf Gegenseitigkeit beruhte, die meisten seiner Nachbarn hier im Hinterhaus kannte er bis heute nicht. Oben unterm Dach hatte er seine Ruhe, so hoch stieg sonst niemand.

Die Wohnungstür war nicht verriegelt. Nichts Neues, schon einige Male hatte er morgens vergessen abzuschließen, dennoch machte ihn die unverschlossene Tür nervös. Jedesmal.

Er glaubte nicht, dass sie ihn aufgestöbert hatten, so einfach war das nicht, dennoch nahm er die Weinflasche in seine Rechte und umfasste mit festem Griff ihren Hals. Sollten sie ihn tatsächlich gefunden haben, würde er sich wehren, ganz gleich wie aussichtslos es sein mochte. Wenn ihn sein Leben eines gelehrt hatte, dann dies: Auch auf verlorenem Posten sollte man kämpfen.

Behutsam öffnete er die Tür und horchte, lauschte auf jedes Geräusch, doch alles, was er hörte, waren das Radio unten im Haus und das kaum wahrnehmbare Knarren der Türangeln. Auf leisen Sohlen betrat er die Wohnung, eine Diele ächzte unter seinem Schritt.

Er blieb stehen und erstarrte, denn mitten im Raum saß jemand.

Es dauerte eine Weile, bis er merkte, dass der Mann, der da im Sessel kauerte, sich nicht mehr regte. Sondern mit aufgerissenen Augen in die Dunkelheit starrte, den Kopf seltsam schief. Beinahe als habe er sich zum Musikhören dorthin gesetzt und sein Ohr zum Plattenspieler geneigt, um zu lauschen. Doch es lief keine Musik. Und der Mann konnte auch nichts mehr hören.

Auf dem senfgelben Sessel, dem einzigen gemütlichen Möbelstück im ganzen Raum, saß eine Leiche. Ein Mann, den er noch nie zuvor gesehen hatte. Hager, vielleicht Mitte vierzig, in einen unauffälligen grauen Anzug gekleidet.

Als er sich fragte, wer zum Teufel das sein mochte und wie er in seine Wohnung gelangt war, hörte er ein Geräusch und fuhr herum, bereit, jeden Angriff abzuwehren. Zur Not eben mit einer Weinflasche, und wenn es das Letzte sein sollte, was er in seinem Leben noch tun würde.

Eine tiefe, warme Frauenstimme kam aus dem Dunkel.

„Nicht! Tun Sie mir nichts!“

Eine Stimme, die er kannte. Eine Stimme aus seinem alten Leben. Keine von denen, die er befürchtet hatte und deretwegen er eine Weinflasche in der erhobenen Hand hielt.

Dennoch gab es keinen Zweifel: Die Vergangenheit hatte ihn eingeholt.


Erster Teil – Citius

Samstag, 25. Juli, bis Montag, 3. August 1936
 

Da die in Deutschland stattfindende Olympiade dazu dienen soll und kann, Deutschlands Ansehen in der Welt zu heben und das bestehende Mißtrauen in die Staatsführung zu beseitigen, darf der Erfolg, den die Olympiade für Deutschland damit verspricht, nicht durch irgendwelche Maßnahmen aufs Spiel gesetzt werden, die nicht zur Abwehr gleichzeitig auftauchender Gefahren unbedingt erforderlich sind.

Interne Stellungnahme zu Den Vorschlägen des Sicherheitshauptamtes des Reichsführers SS betreffend Maßnahmen polizeilicher und propagandistischer Art gelegentlich der Olympiade 1936


1

Vor Haus Zittau, gleich neben der Schwimmhalle, knatterte das Sternenbanner im Wind. Die Fahne machte das einzige Geräusch weit und breit, das Dorf lag wie tot in der Mittagssonne; niemand war unterwegs. Was für ein Unterschied zu gestern Abend, als sich die Menschen auf dem schmalen Weg zwischen den schlichten Walmdachhäusern dicht an dicht drängten, während die Fahne zu den Tönen der amerikanischen Nationalhymne den Mast hinaufgeklettert war.

Fritze klaubte das Foto aus der Brusttasche, das er aus der Zeitung ausgeschnitten und fein säuberlich auf Pappe geklebt hatte. Heimlich, denn sein Pflegevater durfte davon nichts wissen. Für Wilhelm, wie Fritze Herrn Rademann nennen musste, obwohl ihm eigentlich gar nicht danach war, gehörten die Negersportler nämlich von der Olympiade ausgeschlossen. „Das sind doch Tiere“, hatte er gesagt, „was soll das für einen Sinn haben? Man lässt einen Menschen ja auch nicht gegen ein Pferd um die Wette rennen.“

Für Fritze war Jesse Owens kein Tier, sondern der größte Sportler des Planeten. Schlicht und einfach der schnellste Mann der Welt. Er hatte die selbstgebastelte Autogrammkarte gestern schon in der Tasche gehabt, bereit, sie jederzeit hervorzuholen, jedoch hatte das Schicksal es nicht gut mit ihm gemeint. Bei der Zuteilung der Busse hatte man ihn hinten zum allerletzten geschickt, Owens aber hatte im ersten gesessen und war auch einer der Ersten, die ausstiegen. Fritze, mit zwei Koffern und dem Mantel irgendeines Schwimmers beladen, hatte keine Chance gehabt. So waren sie vom Empfangsgebäude die Dorfaue hinaufmarschiert zu den Unterkünften, über zweihundert amerikanische Athleten, alle in blauen Anzügen und mit Strohhüten auf dem Kopf, flankiert von den weißen Uniformen des Jugendehrendienstes, angeführt vom deutschen Empfangskomitee, Jesse Owens ziemlich weit vorne, Fritze mit seinem Schwimmer ziemlich weit hinten. Gleich nach der Hymne waren die Athleten, denen man die Müdigkeit nach der langen Reise ansah, in ihren Unterkünften verschwunden. Fast wie eine Schulklasse, die gerade in der Jugendherberge angekommen ist und sich um die besten Betten streitet. Fritze hatte sich gemerkt, in welches Haus Owens gegangen war. Haus Bautzen.

Sachsenstraße, so nannten sie diesen Abschnitt hier, den Abschnitt zwischen Schwimmhalle und Speisehaus, weil die amerikanischen Athletenunterkünfte allesamt die Namen sächsischer Städte trugen.

Er konnte es immer noch nicht ganz fassen: Olympische Spiele in Berlin, und er mittendrin. Er, Friedrich Thormann, Sohn einer Mutter, die ihn verstoßen, und eines Vaters, der ihn nie gekannt hatte und von dem man nicht einmal wusste, wie er hieß und ob er überhaupt noch lebte. Fritze Thormann, der die meisten Jahre seines jungen Lebens auf der Straße und in Waisenhäusern verbracht hatte. Der vor wenigen Jahren noch vor den Berliner Bahnhöfen Passanten angeschnorrt und in aufgebrochenen Laubenpieperhütten geschlafen hatte, um irgendwie über die Runden zu kommen. Und nun gehörte er dazu, war mittendrin in Olympia, jedenfalls mitten im Olympischen Dorf, und trug voller Stolz die Uniform des Jugendehrendienstes: weiße Kniestrümpfe, weiße Shorts und eine weiße Jacke, auf dem Kopf ein weißes Schiffchen und auf der linken Brusttasche die olympischen Ringe.

Nur die Besten waren ausgewählt worden. Dass er mit Abstand der sportlichste seiner HJ-Schar war, hatte sicherlich geholfen, wichtiger aber waren seine Sprachkenntnisse, das Französische, das er mit Charly, das Englische, das er mit Gereon gepaukt hatte, um aufs Gymnasium gehen zu dürfen. Dafür war er ihnen dankbar, aber noch mehr, das spürte er, war er dem Führer zu Dank verpflichtet. Dafür, dass einer wie Fritze Thormann es in diesem Land überhaupt so weit bringen konnte. Vom Straßenjungen bis zum Jugendehrendienst.

Seit dem Beginn der Großen Ferien waren sie nun schon hier, und die ersten Mannschaften waren kurz danach eingezogen, doch erst seit gestern Abend, seit die grauen Wehrmachtsbusse mit den Amerikanern vorgefahren waren, hatte das Olympische Dorf seinen Namen auch verdient. Im Ehrendienst hatten sie schon seit Tagen von nichts anderem gesprochen. Ohne die Amis – mit Stars wie Jesse Owens, Glenn Hardin, Earle Meadows, Forrest Towns oder Eleanor Holm – wären die Olympischen Spiele keine richtigen Olympischen Spiele gewesen, da waren sich alle einig. Dabei hatte es lange so ausgesehen, als würden die Amerikaner gar nicht kommen. Noch vor einem Jahr hatte in den Zeitungen gestanden, dass sie die Spiele in Berlin wegen der jüdischen Greuelpropaganda in den amerikanischen Zeitungen boykottieren könnten. Doch schließlich hatte der Führer die amerikanischen Funktionäre überzeugen können, dass Deutschland ein normales Land war wie jedes andere auch und nicht das Ungeheuer, das die ausländische Lügenpresse so gerne aus ihm machte.

Fritze schaute sich um. Das Haus, in dem Jesse Owens gestern Abend verschwunden war, lag still und verschlafen vor ihm. Kein Mensch zu sehen. Er fühlte sich nicht ganz wohl in seiner Haut, denn eigentlich sollte er bei den anderen sein, beim gemeinsamen Essen, bei dem sie auch nie Ruhe hatten, weil sich immer mal wieder einer der Athleten mit einem Auftrag meldete. Heute jedoch hatte Fritze sich unerlaubt entfernt und kam sich vor wie ein Deserteur. Sein knurrender Magen aber war ein Preis, den er für ein Autogramm von Owens zu zahlen bereit war.

Er ging um das schlichte einstöckige Walmdachhaus herum. Auf der Terrasse saß niemand, die hölzernen Liegestühle waren leer, auf einem lag noch ein blaues Handtuch, sonst nichts. Fritze ging hinüber zur Terrassentür und klopfte kurz entschlossen gegen das Glas. Schon bei der ersten Berührung seiner Fingerknöchel schwang die Tür nach innen. Er zuckte zurück, dann steckte er seinen Kopf durch den Spalt und lugte hinein. Ein großer Raum, menschenleer, an der Wand prangte eine Ansicht der Stadt Bautzen, eingerahmt von Frauen in Tracht. Evangelische Wendinnen beim Kirchgang, stand darüber. Die Schlafräume lagen gleich hinter dem Gemeinschaftsraum, rechts und links des langen Gangs, der bis vorne zur Haustür reichte – die Athletenunterkünfte waren alle nach demselben Prinzip gebaut. Fritze machte einen Schritt hinein. Sollte er es wirklich wagen? An die Tür zur nächsten Schlafkammer klopfen? Nein, er kam sich schon jetzt vor wie ein Eindringling, höchste Zeit umzukehren. Er wollte durch die Terrassentür wieder hinaus, da ließ ihn eine tiefe Stimme einfrieren.

„What the heck are you doing here, boy?“

Fritze fühlte sich ertappt. Es stand ihm nicht zu, sich in den Athletenhäusern herumzutreiben, außer wenn ein Auftrag dies nötig machte. Doch er hatte keinen Auftrag, niemand hatte ihn gerufen. In der Tür zum Gemeinschaftsraum stand ein Mann, der schwärzer war als alle Neger, die Fritze jemals gesehen hatte. Er trug den blauen Trainingsanzug der amerikanischen Olympioniken mit dem rot-weißen USA-Schriftzug quer über der Brust und musterte den Eindringling mit misstrauischem Blick.

Fritze nahm Haltung an, so wie sie es beim Jugendehrendienst gelernt hatten. So wie er es schon bei der HJ gelernt hatte.

»I’m sorry, Sir, I am looking for Mister Owens …«

„Mister Owens? He ain’t here.“

Fritze räusperte sich, weil er das Gefühl hatte, seine Stimme sei ihm abhandengekommen. „Do you know where to find him?“

Der Schwarze schaute ihn an und sagte lange nichts. Eine Ewigkeit, wie es Fritze schien.

„You are kind of an errand boy, aren’t you?“

„Yes, Sir, Jugendehrendienst, Sir! At your service!“

Der Schwarze zeigte auf seine Trainingsanzugsbrust. „You are here to serve me?“

„Yes, Sir.“

Die Mundwinkel des Sportlers zogen sich in die Breite. „That’s great: White boy serves a black man! I think I like it here.“

Fritze wusste nicht, was er sagen sollte, er wusste nicht, ob der Mann sich über ihn lustig machte oder es ernst meinte.

„So how about fetching me something?“

„Sir?“

„May you get me a hamburger. And a Coke.“

Einen Hamburger? Fritze war irritiert. Meinte der vielleicht ein Frankfurter Würstchen und hatte die Städte durcheinandergebracht? Und das andere? Wollte der wirklich Kokain? Was dachten die in Amerika denn, wie es in Berlin zuging?

„I’m sorry, Sir, I’m afraid I don’t understand.“

„A burger. Never heard?“

Fritze zuckte die Achseln. „I’m sorry.“

„It’s beef in a bread roll with onions, and a slice of tomato. And I’m sure you can get Coca-Cola in our lunchroom over there. I already had one yesterday.“

»Coca-Cola, of course, Sir. And a … burger.«

„Just say you want this for Mister Albritton and they should give it to you.“

„Der Hochspringer!“

„Pardon?“

»I mean, you are David Albritton. The … the high jumper.« Gestern erst hatte Fritze den Artikel Amerikas schwarze Kämpfer im Tageblatt gelesen. Er stand vor dem Weltrekordhalter im Hochsprung.

„You know me?“

„I read about you in the newspaper.“

„So I’m already famous in Germany? Do you want an autograph, boy?“

„Sure“, sagte Fritze, obwohl er von Albritton nicht einmal ein Foto hatte. Aber vielleicht hatte der ja Autogrammkarten. Manche Sportler hatten das. Max Schmeling hatte das.

»You will get my autograph after bringing me my food. And maybe …« Er zwinkerte verschwörerisch. „… maybe Jesse will be back and give you an autograph, too.“

„That would be very kind, Sir.“

Albritton lachte. „Of course. It is. And now hurry up, I’m hungry.“

Fritze spürte eine gewisse Erleichterung, als er wieder auf der Dorfstraße stand. Der schwarze Sportler hatte ihn eingeschüchtert. Obwohl er sicher war, dass der Mann sich auch einen Spaß mit ihm erlaubt hatte. Wahrscheinlich war er es in seiner Heimat wirklich nicht gewohnt, von einem Weißen bedient zu werden. Überhaupt bedient zu werden. Fritze hatte keine Ahnung, wie so ein Sportlerleben in Amerika aussah.

Haus Berlin, das zentrale Speisehaus, lag nur wenige Schritte von den amerikanischen Unterkünften entfernt. Es sah einladend aus, hell und modern, mit großen Fenstern. Hier hatte jede Nation ihren eigenen Speisesaal mit eigener Küche. Der Saal der Amerikaner trug die Nummer zwölf und lag im Erdgeschoss, direkt am Ende der Sachsenstraße. Als Fritze die Tür öffnete, fühlte er sich längst nicht mehr so unbehaglich wie vorhin, nun hatte er eine Aufgabe. Und als Belohnung winkte ein Autogramm, vielleicht sogar zwei. Die anderen Jungen würden neidisch sein. Obwohl sie nicht offen darüber sprachen und sich unter den Augen ihrer Vorgesetzten lieber über die deutschen Medaillenhoffnungen unterhielten, waren die amerikanischen Negersportler für die meisten Kameraden im Jugendehrendienst die eigentlichen Helden.

Vor der Essensausgabe, einer ganzen Batterie von Durchreichen, die wie Postschalter aussahen, warteten drei, vier Kellner auf ihre Bestellungen. Fritze stellte sich geduldig hinten an, es war beinah wie auf dem Postamt.

„Was will denn der Jugendehrendienst hier?“, fragte der Mann hinter dem Tresen, der ganz in Weiß gekleidet war und eine Kochmütze trug. „Das hier ist unser Reich, hier serviert nur der Lloyd!“

»Mister Albritton schickt mich. Auf eine Coca-Cola und einen … Hämbörger.« Obwohl Fritze sich ein bisschen albern vorkam, sprach er das Wort genauso aus, wie er es von dem Amerikaner gehört hatte. Der Mann an der Essensausgabe schien zu wissen, was es zu bedeuten hatte.

„Steht zwar nicht auf dem Speiseplan, lässt sich aber machen“, sagte er. „Wir braten gerne auch Extrawürste. Oder -börger.“ Er drehte sich um und rief die Bestellung nach hinten. Dann wandte er sich wieder dem Jungen zu. „Wird ’nen kleinen Moment dauern. Willste so lang warten? Musst nur aufpassen, dass du unseren Stewards nicht im Weg stehst.“

Fritze stellte sich ein wenig abseits an die Wand und schaute sich um. Ein gutes Dutzend langer Tafeln, akkurat in zwei Reihen aufgestellt, an den meisten saßen Männer und aßen. Weiße Männer vor weißen Tischdecken. Fritze fragte sich, wo die Negersportler sein mochten, von denen es bei den Amis doch so viele gab. Ob die alle trainierten? Und später aßen? Vielleicht durften Schwarze ja nicht zusammen mit Weißen an einem Tisch sitzen. Oder wollten es nicht.

Ein lautes Scheppern riss ihn aus seinen Gedanken. An einem der Tische musste ein Teller zu Boden gegangen sein. Ein dicker Mann im dunklen Zweireiher, der neben all den schlanken Sportlern und blauen Trainingsanzügen wie ein Fremdkörper wirkte, war aufgestanden. Es sah aus, als wolle er eine Rede halten, doch das tat er nicht. Er stand einfach da und stierte in die Ferne, als könne er dort etwas sehen, was sonst niemand sah. Die Männer ringsum schauten ihn an, als erwarteten sie eine Ansprache oder etwas in der Art, doch der dicke Mann sagte keinen Ton, er starrte lediglich mit großen Augen geradeaus. Sein Gesicht war blaurot angelaufen, mit der einen Hand krallte er sich am Tischtuch fest, mit der anderen griff er sich an die Brust, irgendwo zwischen Herz und Hals. Sein Tischnachbar, ein blonder Athlet, sprang auf und machte Anstalten, dem Dicken auf den Rücken zu klopfen, als gelte es, einen Bissen zu lösen, der dem Mann im Halse steckengeblieben war.

Doch bevor es dazu kam, erbrach sich der Unglückliche in einem großen Schwall quer über den Tisch, über Teller, Gläser, Servietten und die Trainingsanzüge der in seiner Reichweite Sitzenden, die reflexartig beiseite sprangen. Der Dicke schien davon nichts mitzubekommen, immer noch stierte er die Wand an, dann ließ er das Tischtuch los und kippte wie ein gefällter Baum nach vorne auf den besudelten Tisch, warf dabei noch ein paar Gläser und Flaschen um und blieb reglos liegen. Noch einmal klirrte es laut, als zwei, drei Gläser über die Tischkante rollten und auf dem Boden zerschellten, dann war es still wie in einer Kirche. Alle Umstehenden schauten entsetzt und ohne einen Ton zu sagen auf den leblosen, massigen Körper, der zwischen all den Schüsseln und Platten lag. Dann, mit einem Mal, fingen alle an zu tuscheln und schienen ratlos, was zu tun sei, nur der Blonde beugte sich zu dem Dicken hinab.

„Scheiße“, entfuhr es dem Steward, der neben Fritze an der Essensausgabe stand. Er stellte die Gemüseplatten, die er gerade aufgenommen hatte, wieder ab und ging so schnell er konnte zum Tisch hinüber. Fritze folgte ihm, er hatte das Gefühl, helfen zu müssen, obwohl er keine Ahnung hatte wie. Inzwischen hatten der hilfsbereite Blonde und ein anderer Athlet den leblosen Körper vom Tisch gehoben und behutsam auf den Boden gelegt, der Blonde beugte sich über den Dicken und versuchte, ihn mittels Ohrfeigen wieder wachzubekommen, doch das Gesicht, das nach der blauroten Färbung wenige Sekunden zuvor nun erschreckend bleich wirkte, blieb ohne jede Regung. Der Blonde suchte an der Halsschlagader nach dem Puls und machte ein besorgtes Gesicht, fing schließlich an, mit beiden Händen gegen den Brustkorb zu drücken, hielt dem Dicken die Nase zu und begann mit der Mund-zu-Mund-Beatmung.

„We need a doctor“, rief er, als er den Brustkorb wieder bearbeitete, „we need a fucking doctor here!“

Die Kellner, von denen inzwischen ein halbes Dutzend um den Tisch herumstanden wie die Ölgötzen, reagierten nicht, vielleicht war ihr Englisch nicht gut genug oder sie standen einfach auf der Leitung, also rannte Fritze los. Er wusste wohin, der Sanitätsdienst des Olympischen Dorfes hatte auch hier im Haus ein kleines Büro samt Behandlungszimmer. Er klopfte an die Tür und stürmte ohne abzuwarten hinein. Hinter dem Schreibtisch saß ein weißbekittelter Mann, der ihm mit hochgezogenen Augenbrauen entgegenblickte.

„Heil Hitler, Sanitätsrat, ein Notfall in Speisesaal zwölf, bitte kommen Sie schnell!“

„Heil Hitler, mein Junge. Nu mal langsam mit den jungen Pferden. Was ist denn passiert?“

„Keine Ahnung. Da ist einer zusammengebrochen, bitte machen Sie schnell. Ich glaube, der stirbt!“

Mit einem Mal kam Bewegung in den Arzt, er stand auf und folgte dem Jungen in den Speisesaal. Der Blonde im Trainingsanzug war immer noch mit Wiederbelebungsversuchen beschäftigt, doch der Dicke regte sich nicht, sein Gesicht schien eher noch bleicher geworden zu sein. Fritze hatte schon einige Leichen in seinem Leben gesehen, und noch bevor der Doktor sich niederbeugte, war er sicher, dass da nichts mehr zu machen war.

„Hilmar Schmidt“, stellte sich der Arzt vor. „I am a doctor.“

Die Umstehenden machten bereitwillig Platz, auch der blonde Ersthelfer. Alle schauten den Mann im weißen Kittel an, als sei er eine Art Zauberer und könne alles wieder gut machen. Doch Doktor Schmidt war kein Zauberer. Er fühlte den Puls, unternahm noch einige Wiederbelebungsversuche, die Fritze allerdings eher halbherzig erschienen, dann schaute er zu den Männern auf, die um ihn herumstanden.

„I am very sorry. But this man can’t be helped, he is dead. I’m afraid he had a heart attack.“

Die Sportler schauten betroffen zu Boden oder unterhielten sich flüsternd, die Stewards schienen nicht so recht zu wissen, ob sie weiter servieren sollten oder ob das pietätlos war. Einer fing schließlich an, die Scherben aufzufegen, ein anderer räumte das vollgekotzte Geschirr ab, Teller, Schüsseln, Flaschen, Gläser und was sonst noch so auf dem Tisch stand. Als alles abgeräumt war, ersetzten zwei Stewards die schmutzige Tischdecke durch eine blütenweiße neue. Alles sah wieder picobello aus, einzig der tote Mann störte das makellose Bild. Die ersten Sportler verließen den Saal. Tuschelnd, achselzuckend. Andere standen ratlos um die Leiche herum.

Auch Fritze kam sich überflüssig vor, er ging zur Essensausgabe. Er wusste nicht, ob die in der Küche etwas von dem Zwischenfall mitbekommen hatten, die Arbeit jedenfalls hatten sie nicht eingestellt: In der Durchreiche stand eine große braune Papiertüte, daneben eine kleine Flasche mit einer braunen Flüssigkeit. Fritze nahm beides an sich. Die Tüte war warm, die Flasche eiskalt.

Er machte sich auf den Weg zum Ausgang, da rief ihn eine Stimme zurück.

„Hey, Junge! Einen Moment noch!“

Es war der Doktor, der sich ihm mit flatterndem Kittel näherte. Es wirkte, als müsse er sich um einen weiteren Notfall kümmern, doch legte er Fritze lediglich die Hand auf die Schulter.

„Einen Moment, Junge“, sagte er. „Ich muss noch kurz mit dir reden.“

„Mit Verlaub, Sanitätsrat, ich habe einen Botengang auszuführen. Das Essen wird kalt.“

„Keine Sorge, es dauert nicht lange.“ Der Doktor räusperte sich. „Es war gut, dass du mich sofort geholt hast. Nicht deine Schuld, dass da nichts mehr zu machen war, das geht manchmal ganz schnell.“

„Jawohl, Sanitätsrat.“

„Ich bin Oberarzt, kein Sanitätsrat.“

„Jawohl, Oberarzt!“

„Doktor reicht. Wie heißt du denn, Junge?“

„Thormann, Friedrich, Oberrottenführer der Hitlerjugend, für die Zeit der Olympischen Spiele zum Jugendehrendienst abkommandiert.“

„Soso, Oberrottenführer Thormann, hast du denn mitbekommen, was da drüben passiert ist?“

„Jawohl. Der Herr hat sich an die Brust gefasst, ist blau angelaufen, hat sich übergeben und ist dann umgekippt.“

„Hört sich nach einem Herzanfall an.“

„Das wissen Sie doch schon. Haben Sie doch eben allen gesagt.“

„Oh, du kannst Englisch.“

„Of course.“

„Nun, Oberrottenführer Thormann, so eine Diagnose ist immer nur vorläufig. Erst die Obduktion bringt Gewissheit. Aber die Menschen erwarten von einem Arzt natürlich, dass man ihnen etwas sagt. Gerade in so einer Situation.“

Fritze nickte. „Verstehe.“

„Eigentlich rechnet man als Mediziner im Olympischen Dorf mit anderen Einsätzen. Mit Sportverletzungen und dergleichen.“ Der Oberarzt schüttelte den Kopf. „Aber eigentlich sollen herzkranke Funktionäre auch nicht bei den Athleten essen.“

Fritze nickte noch einmal und wollte sich auf den Weg machen, doch der Doktor hielt ihn zurück. „Einen Moment noch, Thormann“, sagte er und schaute ihn mit ernsten Augen an. „Du bist dir doch darüber im Klaren, dass du niemandem erzählen darfst, was du gerade gesehen hast?“

Fritze schaute den Oberarzt verwundert an.

„Was hier geschehen ist“, fuhr der fort, „ist bedauerlich, aber nicht zu ändern. Ein Unglück, wie es jederzeit überall auf der Welt passieren kann. Vermutlich waren die Strapazen der langen Reise letzten Endes zuviel für den armen Mann. Aber das darf keinen Schatten auf das Olympische Dorf werfen, das verstehst du doch, oder? Hätte der Mann sein Mittagessen mit den anderen Funktionären eingenommen, wäre er im Adlon oder im Esplanade gestorben und nicht hier.“

Fritze nickte, obwohl er sich nicht ganz sicher war, ob er verstand.

„Also hör gut zu: Ich werde den zuständigen Stellen Bericht erstatten und die Todesursache untersuchen lassen. Aber du erzählst niemandem davon, nicht deinen Kameraden, nicht deinen Freunden, nicht einmal deinen Vorgesetzten, auch nicht deinen Eltern. Hast du das verstanden, Oberrottenführer Thormann? Niemandem!“

»Ja … Jawohl, Oberarzt!« Fritzes Antwort kam zögerlicher, als er beabsichtigt hatte.

„Ehrenwort?“

„Ehrenwort.“

Endlich ließ der Doktor seine Schulter los und ging wieder zurück zu dem toten dicken Mann. Fritze öffnete die gläserne Tür mit den Ellenbogen und trat hinaus an die frische Luft, in der Linken die warme Papiertüte, in der Rechten die kalte Colaflasche. Ob er für seinen Botengang ein Autogramm bekommen würde, vielleicht sogar zwei, das war ihm mit einem Mal herzlich egal.

Volker Kutscher

Über Volker Kutscher

Biografie

Volker Kutscher, geboren 1962, arbeitete nach dem Studium der Germanistik, Philosophie und Geschichte zunächst als Tageszeitungsredakteur und Drehbuchautor, bevor er seinen ersten Kriminalroman schrieb. Heute lebt er als freier Autor in Köln. Mit dem Roman „Der nasse Fisch“ (2007), dem Auftakt...

Veranstaltung
Lesung und Gespräch
Donnerstag, 11. Februar 2021 in Berlin
Zeit:19:30 Uhr
Ort:Hotel Morgenland,
12205 Berlin
Eine Veranstaltung der Buchhandlung Wollschläger.
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Lesung und Gespräch
Donnerstag, 04. März 2021 in Halle
Zeit:19:00 Uhr
Ort:Literaturhaus,
06108 Halle
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Lesung und Gespräch
Mittwoch, 24. März 2021 in Krefeld
Zeit:19:30 Uhr
Ort:Jüdische Gemeinde Krefeld,
47799 Krefeld
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Donnerstag, 25. März 2021 in Overath
Zeit:20:00 Uhr
Ort:Kulturbahnhof,
51491 Overath
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Lesung und Gespräch
Dienstag, 04. Mai 2021 in Zürich
Zeit:20:00 Uhr
Ort:Kaufleuten,
CH 8001 Zürich
Moderation: Corina Freudiger
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Donnerstag, 06. Mai 2021 in Bremerhaven
Zeit:20:00 Uhr
Ort:Capitol,
27576 Bremerhaven
In Kooperation mit Radio Bremen Moderation: Hilke Theessen
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Lesung und Gespräch
Mittwoch, 16. Juni 2021 in Oldenburg
Zeit:20:00 Uhr
Ort:Kulturetage,
26122 Oldenburg
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Medien zu „Olympia“
Pressestimmen
Goslarsche Zeitung

„Kutscher gelingt es mit seinem dichten Erzählstil, dem Leser die Widersprüche des Alltags, die Menschen 1936 in Deutschland ertragen mussten, wirklich nahe zu bringen.“

Kölner Stadt-Anzeiger

„›Olympia‹ ist spannend, facettenreich und gut recherchiert.“

NZZ am Sonntag

„›Olympia‹ erweckt das Berlin von 1936 atmosphärisch und detailreich zum Leben.“

P.M. History

„Der achte Gereon-Rath-Roman spielt 1936 in Berlin und ist der bislang düsterste und heftigste. Schriftstellerisch vorzüglich und dicht erzählt – doch das quirlige ›Babylon Berlin‹ ist längst einer üblen Diktatur gewichen.“

histo-couch.de

„Gereon Raths achter Fall ›Olympia‹ ist nach dem spannenden ›Marlow‹ ein weiterer hoch-spannender Roman, der seinen Vorgängern in nichts nachsteht und dem Leser die beklemmende Atmosphäre der Stadt vor, während und nach den Olympischen Spielen 1936 sehr nahebringt. Der Autor zeigt sich in Bestform und aufgrund des kaum zu ertragenden Cliffhangers kann man den nächsten Band kaum erwarten. Besonders lesenswert.“

Bielefelder

„›Olympia‹ ist wahrscheinlich Kutschers bester Rath.“

Radio Mülheim

„Eine Story, die gleichermaßen historisch-interessierte Leser als auch Krimifans begeistern wird. Ein fürwahr spannendes Lesevergnügen.“

buecherrezensionen.org

„Detailliert und dicht, unterhaltsam, aber ohne Effekthascherei, so zieht er den Leser weiter, und ebenso stimmig schreitet die Handlung bis zum höchst spannenden Ende Schritt für Schritt voran, wobei alle Figuren, Handlungselemente und Motive ineinandergreifen wie die Zahnrädchen einer komplexen Maschine.“

Delmenhorster Kreisblatt

„Literatur als großes (Kopf-)Kino!“

Kölner Stadt-Anzeiger

„›Olympia‹ hat alles, was ein gutes Buch ausmacht: ein genau gezeichnetes Setting, gut ausgearbeitete Charaktere, einen spannenden Plot vor detailliert recherchiertem Hintergrund, ein bisschen Liebe, Humor und das alles sprachlich schön verpackt.“

ARD „Druckfrisch“

„Wie eigenständig, packend und – bitte um Entschuldigung für das schmutzige Wort – liebevoll ein Serienkrimi erzählt werden kann, beweist Volker Kutscher mit seinem achten Gereon-Rath-Roman.“

Handelsblatt

„(Volker Kutscher) schafft es seit dem ersten Band (…) die Figur seines Kommissars mit allen Zweifeln und Brüchen so lebensnah zu schildern, wie das kaum einem Krimiautor gelingt.“

Handelsblatt

„(Volker Kutscher) zeichnet perfekt recherchiert und detailliert ein Tableau Berlins in den 1930er-Jahren und lässt sich dafür Zeit. Abgehackte Szenen oder Dialoge gibt es bei ihm nicht. Dazu kommt seine wohltuend ausgefeilte, wunderbar zu lesende und niemals platte Sprache.“

Der Tagesspiegel

„Jede Regung, jeden Zweifel, jede Anflug von Angst kann man lesend miterleben. Das macht ›Olympia‹ zu einem der packendsten Gereon- Rath-Romane, zum Glück nicht zum letzten.“

Luxemburger Tageblatt (LUX)

„Kutscher versteht es, in leisen Tönen die Gewissenskonflikte seines Protagonisten vorzustellen.“

neues deutschland

„Kutscher versteht es, in leisen Tönen die Gewissenskonflikte seines Protagonisten darzustellen.“

Spiegel Bestseller

„›Olympia‹ ist der bislang überzeugendste Roman Kutschers.“

Borkumer Zeitung

„Das ist für Freunde des Kriminalromans und für historisch Interessierte gleichermaßen interessant, weil die Geschichte spannend erzählt wird und die Details zur Zeitgeschichte gut recherchiert sind. Außerdem ist es ein Lehrstück zum Missbrauch der olympischen Idee durch die Politik. Dass ideologische Verblendung nicht unbedingt der Wahrheitsfindung dient, wird ebenfalls überzeugend thematisiert.“

DOSB Presse

„Eine lehrreiche Kriminalgeschichte der Berliner Spiele von 1936.“

buchrezensionen-online.de

„Ein erneutes Meisterwerk der Spannungsliteratur mit faszinierendem Zeit- und Lokalkolorit insbesondere hinsichtlich der Olympiade 1936.“

St. Pölten Konkret (A)

„Eine Lesefreude für Krimifans, die eine Abwechslung zum nächsten Schweden-Krimi suchen.“

Aachener Zeitung

„Wieder ist es ein spannender Kriminalfall – dieses Mal spielt das Geschehen im Jahr 1936, und es geht zunächst um einen mysteriösen Todesfall im Olympischen Dorf. Wieder ist es aber auch eine atmosphärisch dichte Darstellung des Alltags und desTerrors in den ersten Jahren der NS-Diktatur.“

literaturkritik.de

„Es gelingt Volker Kutscher in ›Olympia‹ beeindruckend, die für viele Menschen immer bedrohlicher werdende Stimmung in einem Deutschland einzufangen, das sich für einen Monat im Sommer 1936 das Mäntelchen der Weltoffenheit und Völkerverständigung umgehängt hat.“

Saarbrücker Zeitung

„Spannung pur!“

Arte „Journal“

„In dem neuen Band ›Olympia‹, der am 2. November erschienen ist, verbindet der Autor wieder Zeitgeschichte und eine fiktive Kriminalhandlung zu einem düsteren, atmosphärisch dichten Roman.“

glarean-magazin.ch (CH)

„Und ganz im Gegensatz zu Tykwers fürchterlich überzogenem Mainstream-Machwerk ›Babylon Berlin‹, in dem Exzesse und ein Bilderrausch ungeahnten Ausmaßes das eigentliche (und viel spannendere) Geschehen vollkommen in den Hintergrund treten lassen, ist die Vorlage zwar leiser und unaufgeregter, weniger farbenprächtig, dafür aber ungleich spannender und durch die leisen Töne umso eindringlicher.“

ARD „Druckfrisch“

„Atmosphärisch dicht, spannungs- und temporeich schildert Volker Kutscher in ›Olympia‹ den Alltag und das Leben in einer Diktatur, die mit perfekt inszenierter Propaganda von den Menschen nach und nach Besitz ergreift.“

Kölner Stadt-Anzeiger

„Für ›Olympia‹ hat sich Kutscher einen spektakulären Schluss einfallen lassen.“

Luzerner Zeitung (CH)

„Auch dieser Krimi von Kutscher ist punkto Dichte und Umfang anspruchsvoll. Doch Erzählweise und historische Hintergründe packen.“

Kronen Zeitung (A)

„Kutscher gelingt es abermals, einen spannenden Krimi-Plot und ein bedrückendes Stimmungsbild der damaligen Zeit zu einem fesselnden Leseerlebnis zu vereinen.“

Wilhelmshavener Zeitung

„Ein erneutes Meisterwerk der Spannungsliteratur mit faszinierendem Zeit- und Lokalkolorit“

Ibbenbürener Volkszeitung

„Der eigentliche Kriminalfall wird geschickt im Hintergrund weitergestrickt, sodass der Leser bei der Auflösung am Ende doch überrascht werden dürfte, obwohl er die Entwicklung sicher hätte vorausahnen können, wenn er sich nicht so gekonnt aufs Glatteis hätte lotsen lassen.“

Weser Kurier

„Wie immer gleichzeitig Krimi und detailgenaues Gesellschaftsporträt der Zeit zwischen den Weltkriegen“

Altmühl-Bote

„Düster, beklemmend und brutal. Die vermutlich spannendste Geschichtsstunde des Jahres.“

Express Köln

„›Olympia‹ ist einer der stärksten Krimis der Rath-Reihe.“

Südkurier

„Spannender kann Geschichte nicht erzählt werden.“

Hamburger Abendblatt

„Wie üblich, hat Kutscher wieder akribisch recherchiert und seinen fiktiven Fall in ein historisch absolut stimmiges Setting eingebettet.“

Freundin

„Komplex, packend, für Fans ein Muss.“

Fuldaer Zeitung

„Das spannende, nachdenklich machende und doch unterhaltsame Buch ist eine großartige Abwechslung von der TV-Serie ›Babylon Berlin‹.“

radioeins rbb „Die Deutschlandpremiere im Radio“

„Kutscher gelingt auch in seinem neuen Roman die Verbindung von spannender Krimi-Handlung und Gesellschaftsportrait.“

Märkische Oderzeitung

„Ein Kriminalroman mit eindrucksvollen Szenen, den man geradezu als Film vor sich sieht.“

rbb Inforadio „Quergelesen“

„›Olympia‹ ist wieder bis in die kleinsten Kleinigkeiten genau recherchiert. Ein beklemmender und packender Ritt.“

kulturexpresso.de

„Wer aufregende Krimis mit viel Kolorit mag, kommt an Volker Kutscher nicht vorbei.“

Berliner Zeitung

„Dass er eine Atmosphäre zu evozieren vermag, in der manche damals noch die Hoffnung hegten, der totalen nationalsozialistischen Durchdringung der Gesellschaft etwas entgegensetzen zu können, eine Atmosphäre, die besonders während der Olympischen Spiele in der Luft lag und erst mit den radikalen Maßnahmen der Folgejahre vollkommen zerschlagen wurde, ist die große Leistung des Romans.“

literaturweltblog.com

„Empfehlenswert. Ein spannender, historischer Kriminalroman während der Olympischen Spiele 1936 in Berlin.“

Oberösterreichische Nachrichten (A)

„Kutschers große Stärke, die ihn von anderen Verfassern historischer Krimis abhebt, ist, dass er keine Nazi-Krimis schreibt, sondern Romane, die in der NS-Zeit spielen.“

Nürnberger Nachrichten

„Die Mischung aus historischem Gerüst, atmosphärischem Lokalkolorit, sympathischem Ermittlerpaar und ein Gespür für Spannung sind das Erfolgsgeheimnis Kutschers. Wer in Geschichte in der Schule nicht aufgepasst hat, der kann mit diesen acht Büchern viel an Wissen nachholen.“

Stern

„Volker Kutscher schreibt in ›Olympia‹, dem achten Gereon-Rath-Fall, detailversessen spannend.“

Hörzu

„Auch der achte Band von Kutschers Historienkrimireihe ist wieder packend und exzellent recherchiert.“

Westdeutsche Allgemeine:

„Einmal mehr gelingt es Kutscher, das persönliche Schicksal seiner Figuren geschickt mit der politischen und gesellschaftlichen Entwicklung zu verweben.“

Neue Presse

„Die Geschichte ist spannend geschrieben und lässt am Schluss eine Reihe offener Enden, die Volker Kutscher sicher im neunten Teil (also im Jahr 1937) aufnehmen wird. Wir bleiben dabei.“

Südwest Presse

„Dieser achte Rath-Roman lässt sich auch ohne Vorwissen lesen. Kutscher informiert elegant über Hintergründe und Personal. Der ›Olympia‹-Plot funktioniert für sich.“

dpa-Meldung

„Allein schon die Frage, wie Kutscher die Reihe nach dem dramatischen Finale von ›Olympia‹ fortsetzen will, birgt viel Spannung in sich.“

Märkische Allgemeine

„Kutscher schafft es auch im achten Band seiner Rath-Reihe, den Fall, die politischen Umstände und die persönlichen Probleme des Paares Charly und Gereon Rath meisterhaft zu verweben.“

rbb infoRadio „Kultur“

„Beklemmend, düster und gleichzeitig ein Pageturner“

Deutschlandfunk Kultur „Buchkritik“

„Wie schon in den bisherigen Rath-Romanen geht es Kutscher vor allem darum, dem Alltag in einer Diktatur nachzuspüren, und er tut das in einer langsamen und atmosphärisch dichten Prosa, in der jedes Detail stimmt und der Autor immer ganz nah bei seinen Figuren ist.“

Bayern 5 „Kulturnachrichten“

„Sehr verwickelte aber atmosphärisch dichte Geschichte mit einem Cliffhanger als Schluss, der die Frage aufwirft ob es überhaupt weitergeht mit der Reihe.“

Berliner Morgenpost

„Schneller, höher, blutiger“

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