Neuschweinstein - Mit zwölf Chinesen durch Europa

Neuschweinstein - Mit zwölf Chinesen durch Europa

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€ 15,00 inkl. MwSt.

Mit Chinesen quer durch Europa

Immer mehr Chinesen zieht es in den Ferien nach Europa. Doch was denken sie wirklich über uns und unsere Heimat? Christoph Rehage hat einen Plan: Er will sich unerkannt in eine Reisegruppe einschleichen, um mehr über unsere fernöstlichen Besucher zu erfahren. Sein Vorteil: Er spricht fließend Mandarin. Und so reist er bald mit einem bunten Trupp chinesischer Touristen quer durch Europa. Zur Erkundungstour gehören kulturelle Pflichtstationen wie Schloss Neuschwanstein, Florenz und Paris, aber auch heimliche Lieblingsziele wie Einkaufszentren und Luxusboutiquen.

Mit zwölf Chinesen und einem slowenischen Busfahrer begibt sich der China-Kenner Christoph Rehage auf Europareise – immer darauf bedacht, das nationale Ansehen Chinas zu wahren, wie es der Vertrag der Reiseagentur verlangt. Anfangs misstrauisch beäugt, wird er schnell zu einem unentbehrlichen Mitglied der Gruppe, das gern zu Rate gezogen wird, wenn es um Fragen zur europäischen Kultur und Lebensart geht. Er lernt, wie man sich vor Taschendieben schützt, und ist als inoffizieller Internetbeauftragter für die Bestellung von Werkzeugkoffern und Messern verantwortlich.

Der kluge und zugleich witzige Reisebericht beschreibt, warum Chinesen die Sissi-Filmen lieben, fast ausnahmslos in chinesischen Restaurants gespeist wird und der Reisegruppe Feuerwerkmachen strengstens verboten ist. Christoph Rehage erklärt nicht nur die Faszination von Kuckucksuhren und deutschem Babymilchpulver, sondern ermöglicht interessante Einblicke in eine uns manchmal noch fremde Kultur.

  • € 15,00 [D], € 15,50 [A]
  • Erschienen am 17.10.2016
  • 272 Seiten, Klappenbroschur
  • ISBN: 978-3-89029-435-3
 
 

Leseprobe zu »Neuschweinstein - Mit zwölf Chinesen durch Europa«

»Ah!«, machte Tianjiao und atmete tief ein, »die frische Luft!«
Ich blickte mich um: Es war fünf Uhr morgens im Februar, wir standen vor dem Münchner Flughafen, inmitten von Taxis und Bussen, die alle ihre Motoren laufen ließen. Ich sah Abgaswölkchen, die sich über dem Beton in der Kälte auflösten. Die Luft war alles andere als frisch, aber Tianjiao strahlte. Sie kam ja auch aus Beijing.

Ein paar Wochen zuvor war ich in Chinas Hauptstadt geflogen, um eine Reisegruppe zu finden und mit ihr durch Europa zu fahren. Die Idee dazu war in München entstanden, an einem sonnigen Wintertag. Ich [...]

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Christoph Rehage

Christoph Rehage

Christoph Rehage, Jahrgang 1981, verbrachte nach seinem Abitur ein Jahr in Paris, wo er unter anderem als Pommesmann bei McDonald’s und als Sicherheitsmann im Louvre arbeitete. Nach einer spontanen Wanderung durch Europa begann er, in München Sinologie zu studieren und verbrachte zwei Studienjahre mehr ...

1 Buchblog Veröffentlicht am 06.12.2016 von Piper Verlag / Christoph Rehage

Von der Idee zum Buch

Reiseautor Christoph Rehage erzählt, wie die Idee zu seinem Buch »Neuschweinstein. Mit zwölf Chinesen durch Europa« entstanden ist.

Rezensionen und Pressestimmen

Schaufenster (Die Presse) (A)


»Harte Arbeit mit vielen Buskilometern, Verkaufsvorführungen, Abspeisungen und Sights wie Neuschweinstein.«   

Süddeutsche Zeitung


»Sein Buch ›Neuschweinstein‹ ist auch ein Bericht über das China-Bild der Europäer geworden, (...) eine Geschichte ohne viel Schnörkel und Spektakel, ohne episches Drachenfeuer.«   

Heilbronner Stimme


»Locker, leicht, witzig und klug.«   

Buch Aktuell Taschenbuch


»In seinem neuen, amüsanten Buch beschreibt er die Begeisterung der chinesischen Touristen für Kuckucksuhren sowie Babypulver und liefert interessante Einblicke in eine - aus westlicher Perspektive - fremde Kutur.«   

VdB Magazin


»Man kann den Autor mit Fug und Recht als China-Kenner bezeichnen. (...) Man bekommt einen guten Eindruck über die chinesische Denk- und Handlungsweise und vor allem über den Eindruck, den wir Europäer auf die Chinesen machen. Leise lässt er dabei manchmal auch ein wenig Systemkritik anklingen. Aller chinesischer Zensur zum Trotz.«   

Kommentare zum Buch
1. Eine sehr empfehlenswerte Lektüre für jeden chinesischen Grenzgänger - 5 Sterne!
fustein am 16.11.2016 - 14:55:03

Das müsste das Buch sein, das er vor paar Monaten in seinen Youtube-Videos mehrmals erwähnte, und das er unter großem Zeitdruck abzuliefern hatte. Christoph Rehage ist auch ein bekannter Blogger unter Millionen chinesischen Publikum aus ganzer Welt, Europa, Amerika, Australien, Taiwan, Hongkong, Japan etc. und schließlich auch direkt aus dem Festland China, letzteres allerdings risikobehaftet erklommen über die fürchterliche chinesische GreatFirewall. Dort versteht man ihn aber sehr gut. Seine kritischen Beobachtungen und ironischen Bemerkungen wurden euphorisch gelobt und geliebt unter chinesischen Regimekritikern, wie hysterisch geschimpft von den Regimeunterstützern, aber allesamt "begeistert" von. Er hat bereits fast 500 Selfis-Videos unterschiedlicher Längen seit Anfang 2015(?) im Internet veröffentlicht, die man sich jeder Zeit z.B. in Youtube anschauen kann. Es geht um aktuelle Themen, meistens politisch und gesellschaftskritisch. Auch dort sprach er fließend chinesisch und nahm regelmäßig teil an Feedbacks nach jedem Video. Sehr kommunikativ. Es ist also kein Wunder, dass nun dieses wunderbare (太棒了) Buch folgt. Das Buch hat mir sofort gefallen, einem deutschen Leser aus China. Alter Lei liebt China. Umgekehrt nicht so, da diese Great FireWall als eine geistliche Grenze zwischen China und Europa liegt und Welten trennt. Alter Lei ist ein Grenzgänger und möchte m.E. gerne weiter so bleiben, geographisch wie geistlich. Er kann ja unglaublich gut chinesisch. Es ist nicht einfach heutzutage, bei so vielen Ereignissen in/um/mit China, leider meistens negativ geprägt, eine resistente Liebe zu dem Land aus Fernost zu finden und diese zu pflegen. Christoph Rehage tut das, unbeirrt, aus welchen Gründen auch immer. Es ist wieder ein gelungenes Werk von Christoph Rehage. Die verwendete Sprache ist nicht nur sehr lustig und ideenreich, sondern auch präzise, in der Satzformulierung und bei der Wortwahl. Die Spannung wird progressiv aufgebaut, mit vielen netten Überraschungen. Die Blickwinkel werden häufig und schnell gewechselt. Kontrastvolle Beschreibungen und humorvolle Schilderungen bieten dem Leser viele Gelegenheiten zu Schmunzeln oder auch Seufzen. Dabei ist die Ironie aber keinesfalls mit Überheblichkeit zu verwechseln. Solange diese dünne Trennung gelingt, so kann jeder seinen Spaß daran finden, mit oder ohne Transuranhaltigkeiten;-) Die Figuren sind lebhaft, Dialoge aufschlussreich. So wird ein Reisebericht langsam zum Roman, und zwar einen reiseführerischen und romantischen.   Fast zu perfekt ist die Reisegruppe zusammengesetzt, aus einem unglaublich aufgeklärten und überlegenen Reiseführer, der ehemaligen Busfahrerin, Kunststudentin, dem RiesenCheckJunge, Schweizeruhrträger oder Parteimitglieder usw. Eine ideale gesellschaftliche Zusammensetzung für das Buch. Aber darum geht es ja nicht. Da müssten ja auch nicht die wahren Personen und Geschichten sein, wenn ich es einfach so behaupten darf. Wichtig ist das Verständnis beider Seiten, die Deutschen/Europäer auf der einen und die Chinesen auf der anderen Seite. Man möchte sich doch gegenseitig besser verstehen und sicherlich irgendwann näher zusammenkommen. An diesem Verbindungspunkt fühlt sich Christoph Rehage angesprochen, Verständigungsarbeit zu leisten. Unermüdlich. Großartig! Bloß ob so einem ideevollen Buch bald auch seine chinesische Übersetzung folgt und dem chinesischen Lesern im Festland zugänglich wird, was sehr wünschenswert ist, da bin ich mir nicht sicher. Denn in Neuschweinstein sind unvermeidbar viele kritischen Beobachtungen historischer wie gegenwärtiger Widersprüche in China enthalten, die jenseits der Mauer nicht gern gesehen sind. Da müsste Christoph Rehage wahrscheinlich auch hier, wie so oft im Buch, wieder sagen: mei-ban-fa (da kann man nichts machen) und weiter Geduld üben.

2. Sehr witzig
Steffi Kohl am 17.10.2016 - 13:43:18

Nach den Japanern zieht es nun auch immer mehr Chinesen im Urlaub nach Europa. Doch wie sehen sie unsere Heimat, was denken sie wirklich über uns? Christoph Rehage hörte bei einem Spaziergang in München plötzlich Stimmen in einer Sprache, die er gut kennt: Mandarin. Eine Gruppe Chinesen war unterwegs und sie posierten überall für Fotos. Rehage, der schon einige Jahre in China gelebt hat, arbeitet für eine Reiseagentur und hat also einen Plan, ein neues Buchprojekt. Er will als normaler Tourist unerkannt mit einer chinesischen Reisegruppe durch Europa touren, er will ein Reisebuch schreiben: über das Verhalten chinesischer Reisegruppen in Europa. Er reist nach China, bucht eine Reise nach Europa und kehrt dann mit einer Reisegruppe dorthin zurück. Und so tourt er schon bald mit einer Gruppe von 12 chinesischen Touristen und einem slowenischen Busfahrer quer durch Europa. Zunächst beäugen ihn die Mitreisenden misstrauisch, denn er scheint nicht wirklich in diese Gruppe zu passen. Das ändert sich aber; schnell wird er zu einem unentbehrlichen Gruppenmitglied. Er ist immer dann besonders gefragt, wenn es um Themen der europäischen Kultur geht.   So wie es der Vertrag der Reiseagentur verlangt, ist der Autor Immer darauf bedacht, das nationale Ansehen Chinas zu wahren. Dabei tritt er immer wieder (wenn auch sehr charmant) in diverse Fettnäpfchen.   Nach der Reise fällt es Rehage schwer, sich von seiner Gruppe zu trennen. Er beschließt, seine ehemaligen Reisegefährten in China zu besuchen, um noch mehr zu erfahren. Christoph Rehage hat ein sehr unterhaltsames Buch geschrieben. Er gibt uns interessante Einblicke in eine fremde Kultur, dabei schildert er die Schrullen der Chinesen humorvoll, aber immer mit Respekt für diese begeisterungsfähigen, sympathischen Menschen. Er bedient alle gängigen Klischees (Selfies, Shopping z.B.) Das Cover hat mir gut gefallen. einfach gestaltet - aber treffend. Ebenso der Titel.      

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