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Kühe anstarren verboten!

Von Alligator bis Zecke: Wie man sich bei Begegnungen mit Tieren richtig verhält

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Kühe anstarren verboten! — Inhalt

Tot stellen und auf keinen Fall füttern!

Wie verhält man sich Auge in Auge mit einem Elch? Kann man mit Erdnussbutter Mäuse fangen? Und sind Klapperschlangen wirklich tödlich? Soll man sich groß oder lieber klein machen, laut singen oder auf den nächsten Baum flüchten? Wenn Sie schon immer wissen wollten, wie man sich bei einem Zusammenstoß mit Wildschweinen im Wald, bei einer Waschbäreninvasion im Vorgarten oder einer Ameisenstraße in der Küche korrekt verhält, dann brauchen Sie unbedingt dieses Buch! Humorvoll und praxisnah hat die Outdoor-Expertin und Journalistin Rachel Levin in diesem liebevoll durchillustrierten Band das nötige Know-how zusammengetragen, um für Begegnungen mit Grizzlys und Wölfen, Schafen und Krähen, Läusen und Bettwanzen bestens gewappnet zu sein.

€ 20,00 [D], € 20,60 [A]
Erschienen am 04.09.2018
Übersetzt von: Ebba D. Drolshagen
144 Seiten, Broschur
EAN 978-3-89029-505-3

Leseprobe zu »Kühe anstarren verboten!«

Große Tiere, kleine Tiere, überall gibt’s wilde Tiere

An einem diesigen Wintertag war ich in den verschneiten Wäldern um Breckenridge, Colorado, auf Langlaufskiern unterwegs, als ich – zum Glück – aufsah. Direkt vor mir, keine fünf Meter entfernt, tauchte ein alter, weiser bärtiger Riese auf. Er schien einer Roald-Dahl-Geschichte entsprungen.

Das gigantische Geschöpf stand reglos zwischen den Tannen und sah mich unverwandt an, ich starrte zurück. Ebenso instinktiv wie schwachsinnig zog ich mein Smartphone heraus, um ein Foto zu machen. Doch dann [...]

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Große Tiere, kleine Tiere, überall gibt’s wilde Tiere

An einem diesigen Wintertag war ich in den verschneiten Wäldern um Breckenridge, Colorado, auf Langlaufskiern unterwegs, als ich – zum Glück – aufsah. Direkt vor mir, keine fünf Meter entfernt, tauchte ein alter, weiser bärtiger Riese auf. Er schien einer Roald-Dahl-Geschichte entsprungen.

Das gigantische Geschöpf stand reglos zwischen den Tannen und sah mich unverwandt an, ich starrte zurück. Ebenso instinktiv wie schwachsinnig zog ich mein Smartphone heraus, um ein Foto zu machen. Doch dann meldeten sich andere, erheblich ältere Instinkte: Moment mal! Das ist kein Kuschelriese – das ist ein leibhaftiger Elch. Wie soll man sich verhalten, wenn ein Elch so nah vor einem steht? Ich hatte keine Ahnung. Und tat natürlich, was man bei Elchen keinesfalls tun sollte: Ich drehte mich um und fuhr davon.

»Komm bitte nicht hinterher«, bat ich noch laut in seine Richtung.

»Ein Elch folgt dir nicht«, sagte mir mein Mann, als ich später mit einem Bier in der Hand sicher auf dem Sofa saß. »Er greift dich an.«

Mich angreifen?! Aber er wirkte so ruhig. So sanft. Wer ahnt denn, dass ein aufgeschreckter Elch so gefährlich werden kann wie ein Grizzlybär? Ich jedenfalls nicht.

Obwohl ich gern allein in der Natur unterwegs bin, weiß ich nie ganz genau, wie ich mich verhalten soll, falls ich einen Puma treffe oder einem Grizzlybären mit Jungen über den Weg laufe. Um dem vorzubeugen, würde ich beim Wandern in Kanada am liebsten alle zwanzig Sekunden »Hallo, Bären!« rufen. Und was ist eigentlich mit den Schwarzbären im Yosemite-Nationalpark? Wir waren dort auf einer Zelttour und schliefen, als sie uns eine Familienpackung M&M’s klauten, die wir ihretwegen sogar in den Baum gehängt hatten.

Zu Hause in San Francisco wird unsere Küche immer mal wieder von Ameisenhorden heimgesucht, Waschbären verwüsten die Abfalleimer, einmal blockierten zwei Stinktiere im Liebesakt unsere Haustür. Und meine Kinder hatten zweimal Läuse.

Da draußen geht es immer wilder zu. Wilde Tiere und Menschen befinden sich im Großen wie im Kleinen seit Langem im Konflikt miteinander. Während wir immer häufiger 400-Quadratmeter-Villen an Orte bauen, die vor Kurzem noch mit Wald bedeckt waren, und die Städte wachsen (feindfreie, vor Nahrung berstende Tummelplätze für verstädterte Tiere), verschränken sich unsere Leben zunehmend miteinander. Wie sich zeigt, schätzen Tiere die Bequemlichkeit des groß- und kleinstädtischen Lebens ebenso sehr wie wir. Sie gedeihen. Wir gewöhnen uns daran. Und die Sache gerät für alle Beteiligten ein wenig außer Kontrolle.

In großen Städten feiern Ratten Pizzapartys. Inspizieren Kojoten Spielplätze. Zerfleischen Pumas in Hauseinfahrten und in Gärten Hunde. Im Gebirge steigen Bären in Küchen ein. Und an der Küste schnappen Möwen Pizza und Popcorn direkt aus den Händen der Promenadenbesucher.

Aber die Menschen verhalten sich keinen Deut besser.

Im letzten Jahr kam der Wissenschaftler Vincenzo Penteriani zu dem Ergebnis, dass fast jedem zweiten Angriff eines großen Fleischfressers – Tiere wie Bären, Kojoten und Pumas – ein »unnötig riskantes menschliches Verhalten« vorangegangen war. Will sagen: Menschen verhalten sich strunzdumm.

Touristen im Yellowstone-Nationalpark packen ein Bisonjunges in den Kofferraum ihres Wagens, weil sie meinen, dass das Tierchen friert. (Das Kalb starb nach dieser »Rettungsaktion«.) In Pennsylvania legt eine Familie einem Bärenjungen eine Leine um, damit es in ihrem Hinterhof herumparadiert. Eine Frau in Florida pflegt ausgesetzte Waschbären.

Das sind Beispiele dafür, was man nicht tun sollte, wenn man ein Bisonkalb, ein Bärenjunges oder einen Waschbären trifft. Und noch etwas, was man besser lassen sollte: Selfies schießen mit wilden Tieren oder mit ihnen kuscheln.

Wir Menschen müssen fraglos wieder lernen, was zu tun ist, wenn wir – ob in den eigenen vier Wänden oder im Urlaub, ob in der Stadt oder der freien Natur – auf Tiere treffen. Die Verantwortung liegt bei uns, denn wir sind die Menschen. Wir haben Smartphones und selbstfahrende Autos erfunden, da kann es doch eigentlich nicht so schwierig sein zu verstehen, wie man konfliktfrei mit Tieren zusammenlebt.

»Wir müssen Tiere nicht lieben«, sagt der New Yorker Soziologe Colin Jerolmack, der sich besonders für Tauben interessiert. »Wir müssen sie nur genauso ignorieren wie wir ignorieren, dass wir in der U-Bahn manchmal zu dicht an unseren Nebenmann gedrückt werden.« Ignorieren Sie zumindest manche Tiere: Füttern Sie keine Bären. Setzen Sie Eichhörnchen keine Tiara auf. Lassen Sie sie auf ihre Weise wild sein. Bei anderen Tieren empfiehlt sich etwas – sagen wir: kluge Voraussicht.

Wie wir uns bei Begegnungen mit Tieren verhalten müssen, hängt banalerweise davon ab, um welches Tier es sich handelt. Für jedes gibt es klare Strategien. Allerdings ist es schwierig, sie nicht durcheinanderzubringen: Mach dich groß. Mach dich klein. Lauf weg. Lauf keinesfalls weg. Wehr dich. Stell dich tot. Nein, nein, stell dich keinesfalls tot. Sprüh Pfefferspray. Streu Babypuder. Zahle einem »Spezialisten« 500 Euro dafür, deinen Kindern die Kopfläuse zu entfernen (das ist natürlich absurd …).

All diese Ratschläge, manche überholt, manche aktualisiert, gibt es als Tafeln an Wanderwegen oder Stränden, vergraben auf Webseiten von Ministerien oder auf der Rückseite einer Limonadenflasche. Deshalb dachte ich, es sei praktisch, wenn man alles an einer Stelle hätte: gesammelt in einem aktuellen und umfassenden Handbuch der lästigsten oder gefährlichsten Tiere, denen Sie zu Hause oder im Urlaub begegnen könnten. Für mich, eine halb neurotische Städterin, die gern in der Natur ist (ohne jedem ihrer Geschöpfe begegnen zu wollen), glich das Schreiben dieses Buchs einer Verhaltenstherapie. Es war der Versuch, alles Wichtige in Erfahrung zu bringen, um besser vorbereitet zu sein, wenn ich das nächste Mal in einem unserer Nationalparks wandern gehe, im Stadtpark und am Strand jogge oder meiner Tochter die Läuse aus den Haaren pflücke.

Bei manchen Begegnungen werde ich dennoch ausflippen. Aber dann weiß ich wenigstens, was zu tun ist. Und das wissen Sie jetzt auch.


Alligator

Auch bekannt als: Kaiman; gehört zu den Krokodilen.

WO Lauert im Südosten der USA in Seen, Flüssen, Sümpfen und Golfplatzteichen, auch – denken Sie daran! – in Disney World. Außerdem in Mittel- und Südamerika sowie Krokodile in Afrika, Indien und im tropischen Pazifikraum.

GRÖSSE Lang wie ein Schwebebalken; schwer wie ein großes Klavier.

LAUTE Ein knurrendes Zischen oder ein langsames, tiefes Rülpsen, wie ein Auto, das nicht anspringt.

»Alligatoren leben in ausnahmslos allen Süßgewässern Floridas«, versichert ein Experte in Gainesville, Florida. »Sie sind nur nicht immer zu sehen.« Aber sie streifen umher, dabei spähen die Augen über das Wasser, der gigantische Rachen ist für alles geöffnet, was ihren Weg kreuzt: Fische, Frösche, Schildkröten, mit etwas Glück ein Reh und, ja, auch ein Artgenosse. Sie fressen alles, was sie kriegen können. Alles. Und jeden. Auch Menschen. Das ist selten, aber es kommt vor.

Die Regeln für Alligatoren- und Krokodilgebiete: Schwimmen Sie nicht, waten Sie nicht einmal am Ufer. Am gefährlichsten sind Morgengrauen und Abenddämmerung. Lassen Sie die Beine nicht über den Bootsrand baumeln, machen Sie keinen Lärm, füttern Sie die Tiere nie. Nie. Am besten bleibt man an Land und geht den Tieren aus dem Weg.

Falls Ihnen das aus irgendeinem idiotischen Grund misslingt …

WAS JETZT?

Rennen Sie – zickzack, geradeaus, egal. Alligatoren sind vermutlich die einzigen Raubtiere, die Sie bei einem Wettrennen schlagen könnten. Sie jagen selten an Land, aber seien Sie in Wassernähe immer wachsam. Alligatoren lauern im Hinterhalt. Sie schnappen die Beute, ziehen sie unter Wasser, bis sie tot ist, und kippen sie dann wie einen Kurzen hinunter. Daher ist ein Mensch keine bequeme Mahlzeit. Ein Alligator mag es nicht, wenn seine Beute sich sehr wehrt, also wehren Sie sich so heftig wie möglich, vielleicht findet er Sie nicht der Mühe wert. Schreien Sie. Spritzen Sie. Treten Sie. Versuchen Sie zumindest, auf die Schnauze zu schlagen oder ihm die Augen auszubohren. Keine Garantie, natürlich, aber es hat schon geklappt.

ZAHLEN

1,3 Millionen: Alligatoren in Florida.

380: nicht provozierte Angriffe auf Menschen seit 1948.

24: von Alligatoren getötete Menschen seit 1973.

100 US-Dollar: Preis, um im Gators Reptile Park in Colorado mit einem lebenden Alligator zu ringen.

BEUNRUHIGENDER GEDANKE

Auf jede Ameise, die in Ihrer Küche über die Arbeitsfläche läuft, kommen zahllose weitere, die in Ihren Wänden leben.

BEUNRUHIGENDE TATSACHE

Ein Mensch hat einhundert Milliarden Gehirnzellen, eine Ameise 250 000. Eine Kolonie von einer Million Ameisen hat also 250 Milliarden Gehirnzellen. (Kein Wunder, dass wir so schwer mit ihnen fertigwerden.)

 

Ameise

Auch bekannt als: Emse.

WO Überall außer in der Antarktis, vor allem aber in Ihrem Haus, wenn es draußen regnet.

GRÖSSE Winzig, aber machtvoll.

Ein amerikanischer Werbeslogan für Kartoffelchips lautete: Jede Wette: Bei einem bleibt’s nicht! Das ist wahr, wer isst schon einen einzelnen Kartoffelchip? Ähnliches gilt für Ameisen: Sie sehen nie nur eine, vor allem wenn bei Ihnen Chipskrümel herumliegen.

Ameisen schlüpfen durch Risse und marschieren durch Ihr Haus, als gehöre es ihnen. Und solange Sie sie nicht vertreiben, stimmt das auch. Honiggläser, Cornflakesschachteln, Badewannen, Küchenschränke, Laptops – nichts ist ihnen heilig! Einmal hat jemand zwei Ameisen in seiner Superman-Zahnbürste entdeckt. Direkt nach dem Putzen. Gegen Ameisen ist selbst Superman machtlos.

WAS JETZT?

Es gibt viele Hausmittel. Bei den meisten kommen Zitronensaft, Essig oder Tabascosoße vor. Lange gab es keine Beweise für oder gegen eine Methode – bis jetzt!

Vor einiger Zeit begann die California Academy of Sciences eine Studie, bei der Bürger verschiedene Hausmittel ausprobieren und ihre Erfahrungen mitteilen sollten. Der Sieger steht noch nicht fest, bisher liegen Zitrone und Zimt an der Spitze. Warum? Das Forscherteam weiß es nicht. Und was ist mit all den anderen Zaubermixturen? Vermutlich bloß Hokuspokus … Bevor Sie einen Schädlingsbekämpfer zu Hilfe holen, sollten Sie nicht nur die Kosten bedenken, sondern auch den Einsatz von Chemikalien in Ihrem Haus oder Ihrer Wohnung.

Die beste Strategie ist, die Zugangswege der Ameisen abzudichten. Nehmen Sie, wenn es sein muss, Vaseline oder ein handelsübliches Abwehrmittel.

Und ja, auch Köderdosen für Ameisen helfen – allerdings nur vorübergehend.


Biene, Hummel, Wespe und Hornisse

Auch bekannt als: Hautflügler, Stechimmen.

WO Überall – gern auch als ungeladene Gäste eines Sommerpicknicks.

GRÖSSE Wie eine Büroklammer.

LAUTE Bedrohlich klingendes Summen mit den Flügeln.

Stationen des Erwachsenwerdens: das erste Mal, der erste Strafzettel, der erste Big Mac, der erste Bienenstich. Nicht zwingend in dieser Reihenfolge, aber Letzterer kommt – und die Stiche werden häufiger. Sogar in Alaska. Dort stieg die Zahl der Notfallpatienten mit »problematischen Stichen« um fast fünfzig Prozent.

Bienen, Hummeln, Wespen und Hornissen – im Idealfall ignorieren wir sie. Aber Melonen wollen gegessen, Rasen gemäht, Beete gejätet werden. Und dann passiert es. Man möchte nur einen Busch beschneiden und stört ein riesiges Wespennest.

Etwa 3,5 Prozent der Deutschen reagieren allergisch auf Insektenstiche. Das löst Schweißausbrüche, Schwellungen und Ohnmachten aus. Schlimmer ist, dass jährlich etwa zwanzig Todesfälle auf Stiche von Bienen, Hummeln, Wespen oder Hornissen zurückzuführen sind. Beugen Sie also vor.

WAS JETZT?

Locken Sie die Insekten nicht an: kein Parfüm, kein Eau de Cologne. Aber unbedingt Deodorant, Körpergeruch zieht sie nämlich an (insbesondere Wespen), Schweiß macht sie sogar aggressiv. Und müssen Sie auf Blumenmuster verzichten? Totaler Quatsch.

Schlagen Sie nicht nach Bienen, die Sie umschwirren, das macht sie wütend. Bleiben Sie stocksteif stehen. Auf einen Baumstamm getreten und plötzlich mitten in einem Schwarm? Rennen Sie! Die Bienen sind etwa so schnell wie Sie, geben aber meist früher auf. In den See springen nützt nichts: Sie warten, bis Sie wieder auftauchen.

Bienen stechen nur einmal, denn ihr Stachel bleibt stecken. Ziehen Sie ihn raus, sofort, bevor das Gift sich verbreiten kann. Drücken Sie nicht, das macht es schlimmer. Schnipsen Sie ihn mit dem Fingernagel weg. Wespen, Hummeln und Hornissen dagegen lassen nicht ab, wenn sie einmal zugestochen haben, sondern machen weiter. Waschen Sie die Stelle mit Seife und kühlen Sie sie. Wenn Sie Nesselausschlag oder Atemnot bekommen, injizieren Sie sofort Ihre Notfallspritze und/oder rufen Sie den Notdienst.

Ohne Allergie sind ein oder zwei Stiche nicht schlimm. Aber wenn Sie sehen wollen, was zwei Wespenstiche bewirken können, googeln Sie – wie Millionen vor Ihnen – bee-stung lips Jose. Er hat nur seine Autoschlüssel im Garten gesucht …

WO TUT EIN STICH AM MEISTEN WEH?

»Am schlimmsten ist die Zunge, dann das Nasenloch«, sagt Justin Schmidt, der Bienenexperte wurde mindestens tausendmal gestochen. Überallhin.

UND DENNOCH

Bitte behandeln Sie Bienen und Hummeln mit Respekt und Dankbarkeit – ohne sie gäbe es keine Blumen, keine Äpfel, keine Birnen, keine Pfirsiche, keine Kirschen …


Elch

Auch bekannt als: Elen, Elk.

WO In kälteren Regionen, vor allem Nordeuropa, Kanada und einigen US-Staaten.

GRÖSSE Wie ein sehr großes Kaltblutpferd.

LAUTE Meist still, nur in der Brunft brüllt und ächzt er.

Der Elch ist dank Zeichentrickserien und Cartoons das vielleicht missverstandenste Tier der Welt: ein sanfter Gigant mit treuem Blick, wuchtigem Körper, knubbeligen Knien, langer Nase und diesem zotteligen Kinnbart.

Der Bestand wächst überall dramatisch, Elche werden häufiger und an unpassenden Orten gesichtet: im Stadtzentrum von Oslo, in einem schwedischen Garten mit einer Wäschespinne kämpfend, im gestreckten Galopp auf einem Bostoner Bürgersteig und immer häufiger auch im östlichen Brandenburg. In Kanada lecken Elche Salz von Autos, in denen Menschen sitzen. In Aspen griff einer eine Frau an, die mit ihren Hunden spazieren ging. Wie die meisten, die von Elchen attackiert werden, kam auch sie glimpflich davon. Ein bis zwei Menschen sterben im Jahr bei solchen Begegnungen, gefährlicher sind Zusammenstöße mit Autos: Dabei sterben mehr Elche als Menschen, jährlich viele Tausend.

Elche sind keine Raubtiere, fürchten aber wenig, auch Menschen nicht. Sie greifen nur an, wenn sie sich bedrängt fühlen, und sobald eines dieser massiven Tiere mit seinen messerscharfen Hufen und kräftigen Beinen wütend wird – was vor allem bei Bullen in der Brunft und Elchkühen mit Kälbern vorkommt –, heißt es Vorsicht! Ein Wildschützer aus Colorado warnt: »Elche können Ihnen viel gefährlicher werden als Bären oder Pumas.« Na prima.

WAS JETZT?

Nehmen Sie sich den Hinweis eines Wildhüters aus Alaska zu Herzen: »Sehen Sie in jedem Elch einen Serienkiller, der mit geladener Knarre auf dem Weg steht.«

Also gut. Wenn Sie direkt auf einen Elch treffen, entfernen Sie sich langsam rückwärts, Handflächen nach vorn. Wenn seine Ohren nach hinten weisen, sich die Nackenhaare aufrichten, er die Lippen schürzt oder pinkelt, könnte er gleich angreifen. Anders als bei Bären sollten Sie so schnell wie möglich wegrennen. Ein Elch kann Sie leicht einholen, wird Sie aber vermutlich nicht verfolgen. Sie sind kleiner als das 800 Kilogramm schwere Tier, verschanzen Sie sich also hinter einem Felsen oder einem Baum. Noch besser: Klettern Sie auf den Baum. Falls der Elch angreift: Stellen Sie sich sofort tot.

Rachel Levin

Über Rachel Levin

Biografie

Rachel Levin studierte in New York Philosophie und schreibt als freie Journalistin u.a. für den New Yorker, die New York Times und das Magazin Outside über Reisen, Outdoor und Essen sowie Restaurantkritiken. Sie lebt mit ihrer Familie in San Francisco und gehört der...

Pressestimmen

umweltnetz-schweiz.ch

»(Den) Respekt auch im Outdoor-beflissenen Städter wieder zu wecken, ohne ihn darüber gleich in die Empfindung einer akuten Bedrohungslage kippen zu lassen; das ist es, was der Autorin mit Sachverstand, kritischer Recherche und einer feinen Portion Humor ganz bestens gelingt.«

elli-radinger.de

»Besonders erwähnen möchte ich die grandiosen Illustrationen von Jeff Östberg, die das Buch auch zu einem optischen Highlight machen. ›Kühe anstarren verboten‹ ist große Unterhaltung für die ganze Familie. Absolut empfehlenswert.«

travelwithoutmoving.de

»Ich fand das Buch unheimlich witzig, perfekt zusammengefasst, spannend, unterhaltsam, schön illustriert und nicht zuletzt hilfreich, weil man hier konkrete Anweisungen bekommen kann.«

Stern

»Hübsch illustriert und hilfreich.«

Inhaltsangabe
Große Tiere, kleine Tiere, überall gibt’s wilde Tiere
Alligator
Ameise
Ameisen im Kleinbus (McKenzie Funk)
Bär
Grizzlys in Alaska (Peter Fish)
Bettwanze
Bettwanzen in Dauerschleife (Brooke Borel)
Biene, Hummel, Wespe und Hornisse
Bison
Eichhörnchen
Elch
Esel
Fledermaus
Fruchtfliege
Fuchs
Gans
Hai
Hausstaubmilbe
Hirsch und Reh
Hund
Jaguar
Kakerlake
Kakerlaken in (wo sonst!) New York (Bonnie Tsui)
Kaninchen
Kaninchen im Garten (Rebecca Flint Marx)
Klapperschlange
Kojote
Kojote in Reichweite (Chris Colin)
Krähe
Kuh
Laus
Maus
Mäuse im Rücksitz (Samin Nosrat)
Möwe
Opossum
Pferd
Puma
Qualle
Ratte
Ratten im Schlafzimmer (Diana Kapp)
Rotluchs
Schaf
Schwarze Witwe
See-Elefant
Seeigel
Specht
Stachelrochen
Stachelschwein
Stechmücke
Stinktier
Taube
Truthahn
Uhu
Wal
Waschbär
Waschbären in der Küche (Peter Orner)
Wildschwein
Wolf
Zecke
Gefährlichkeit der Tiere für den Menschen
Dank

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