Krieg

Krieg

Roman

Taschenbuch
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€ 9,99 inkl. MwSt.

Seit Monaten schon lebt Arnold Steins zurückgezogen in den Bergen. Doch so einsam und abgeschieden ist das Leben nicht in dieser verwitterten Almhütte mit all ihren Geheimnissen: In einem kurzen Moment der Abwesenheit zerstört ein Fremder die letzten Dinge, die ihm wichtig sind, und als auch noch „Hund“, sein treuer Gefährte, verletzt wird, weiß Arnold, was ihm bevorsteht – ein Kampf auf Leben und Tod mit unbekanntem Gegner … Meisterhaft lakonisch und in Bildern voll untergründiger Spannung erzählt Jochen Rausch von einem Mann im Krieg mit der eigenen Vergangenheit.

  • € 9,99 [D], € 10,30 [A]
  • Erschienen am 19.01.2015
  • 224 Seiten, Broschur
  • ISBN: 978-3-8333-0988-5
 
 

Leseprobe zu »Krieg«

Erster Teil

01

In den Nächten hört er Schüsse, wenn es denn Schüsse sind. Manchmal hört er auch Schreie. Aber wenn Arnold die Tür aufzieht, nicht weiter als einen Spalt nur, dann sind da nichts als die Dunkelheit und das Rauschen des Waldes, das harmlose Gluckern des Bachs und ein gelegentliches Knacken im Geäst. Hin und wieder schwingt sich ein Vogel auf und schlägt mit den Flügeln. Seit Arnold auf dem Berg ist, verging nicht eine Nacht ohne Schüsse und Schreie.
An der Kasse des M-Marktes ist er der nächste Kunde hin- ter einem Alten, der den Rücken nicht geradebekommt. Der Alte [...]

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Jochen Rausch

Jochen Rausch

Jochen Rausch ist Autor, Journalist, Musiker. Der Grimmepreisträger veröffentlichte 2011 den Erzählungsband »Trieb«, 2013 den Roman »Krieg« und 2015 »Rache« im Berlin Verlag und ist beim WDR Chef mehrerer Radioprogramme, u.a. 1LIVE und WDR2. Rausch lebt in Wuppertal.

 

Rezensionen und Pressestimmen

WDR 2 "Bücher"


»Mich hat der Titel lange von diesem Buch ferngehalten. "Krieg". Zu laut klang mir das. Knallhart, brutal, blutig. Krieg, den sieht man jeden Abend im Fernsehen, warum soll man ihn sich mit einem Buch nach Hause holen? Weil es ein richtig gutes ist. Eines, das - in Bruchstücken - vom Krieg in einem fernen Land erzählt, der hier in Deutschland ein Familienleben zerstört. Das Erstaunliche ist die Distanz, die der Autor zu dieser Tragödie hält. Die Sätze sind knapp gehalten, fast schon schroff, als sollte man ferngehalten werden von allem, was sich an Rührung und Mitgefühl einstellen könnte. Und dennoch ist man ganz nah dran, an der Geschichte des Vaters in den Bergen, der seinen Sohn verloren hat. Knallhart ja, aber eben auch bewegend. Die Seele eines Menschen läuft Amok. Einen Psychothriller hat man diesen Roman genannt. Und der Roman ist ein Psychothriller - und was für einer!«   

Die Presse am Sonntag


»"Krieg" ist sprachlich eine Wucht, sicherlich öfter zu lesen. Und hochbrisant.«   

Freie Presse


»Ohne Einleitung wird der Leser in die Handlung hineinkatapultiert und mit dem Erzähler konfrontiert, der eine beängstigende Situation wie in einem Thriller heraufbeschwört, indem er die Hauptfigur Arnold Steins in den Nächten Schüsse hören lässt. Dadurch, aber vor allem durch das Benutzen der Simultantechnik als künstlerischer Verfahrensweise, baut der Autor eine Spannung auf, die den Leser bis zum Schluss fesselt. Das geschieht in meisterhaft lakonischer Sprache; schnörkellos, dennoch bildhaft, faszinierend und ergreifend zugleich. Am meisten jedoch begeistert Rauschs Figurengestaltung. Vor allem seine Hauptfigur hat der Autor psychologisch ausgelotet und in ihrem äußeren und inneren Konflikt überzeugend dargestellt.«   

Hamburger Morgenpost


»Autor Jochen Rausch versteht es, dem Leser Einblicke in die Seelenwelt des Protagonisten zu geben und dabei in einer schnörkellosen aber ergreifenden Sprache die Abgründe eines Lebens zu erzählen.«   

Berliner Zeitung


»Jochen Rausch ist mit seinem neuen Roman "Krieg" etwas Unerhörtes geglückt, nämlich die zutiefst menschliche Geschichte eines Mannes, der aus einer undurchdringlichen Schwärze gegen alle Vorstellungskraft und psychologische Logik wieder ins Licht zurückfindet, durch alle Fegefeuer hindurch, über alle inneren und äußeren Abgründe hinweg. Entstanden ist das Buch eines Seelenwanderers, dessen Seele in Rauschs wunderbar kargen Sätzen geborgen ist.«   

Allgemeine Zeitung Mainz


»In seinem dritten Buch gelingt Radiomann Jochen Rausch ein faszinierendes wie seltenes Kunststück: Nicht nur in jedem einzelnen Wort, auch im Rhythmus der kargen Sprache findet die äußere und innere Einsamkeit des Protagonisten Widerhall.«   

Südwest Presse


»Die Figurenzeichnung, die klare und kühle Sprache und der tolle Spannungsaufbau machen "Krieg" zu einem sehr lesenswerten und nachdenklich machenden Roman.«   

Rolling Stone


»Jochen Rausch schafft einen hellsichtigen Montageroman um Verlust, Schmerz und Trauerbewältigung. Eine klare Sprache lässt das Unsagbare aus Krieg und Gewalt in einem vielschichtigen Psychogramm gewahr werden. Ein starkes, intensives Buch!«   

Junge Welt


»In ‚Krieg‘ gibt’s tatsächlich nichts zu überblättern, und ähnlich wie bei der vorausgegangen Buchveröffentlichung ‚Trieb – 13/Storys‘ ist das, was Rausch erzählt, geeignet, sensiblen Lesern den Nachtschlaf zu rauben, oder zumindest für sehr beunruhigende Träume zu sorgen. Daran ändert auch der Schluss des Romans nichts, der zwar nicht mit dem Krieg versöhnt – wie sollte das auch gehen -, der aber zumindest die Perspektive eröffnet, dass auf Krieg immer Frieden folgt.«   

Deutschlandradio Kultur


»Wie Jochen Rausch diese Geschichte eines Mannes erzählt, der aus seiner Zeit gefallen ist, das ist fesselnd und verstörend. […]. Fesselnd ist die Sprache: so karg, so schnörkellos - nahezu maulfaul. […]. Rausch ist ein Meister der Andeutung, des Nicht-Ausgesprochenen - was zu viel zwingenderen Gedanken beim Leser führt, als wäre das ausgesprochen, ausgeführt. Ihm ist so weit mehr als ein düsterer Krimi gelungen, der den Afghanistan-Krieg als aktuelles Motiv plündert. Er schildert das wohlfeile Arrangement der toleranten Lehrerehe und gleichzeitig liefert er eine knappe Milieuskizze der gebildeten, liberalen, pazifistischen Mittelschichts-Akademiker.«    

Stern


»Thriller um einen Einsiedler, amerikanisch erzählt, mit harten Schnitten, viel Tempo und plötzlichen Stopps. Nimmt sich Zeit für präzise Beobachtungen. Lebenskluger Roman, der berührt, auch wenn man das Genre Krimi nicht mag.«   

Neues Deutschland


»Jochen Rausch versteht anzudeuten, Bilder zu suggerieren, die Phantasie anzuregen. Seine Sprache ist geschliffen. Bei ihm ist kein Wort zu viel. Versiert in der kleinen Form, gelingt es ihm Begebenheiten derart zu verflechten, dass daraus ein rundes Ganzes entsteht, ein Roman sehr eigener Prägung. Indem er Assoziationen miteinander verknüpft, also Vorstellungen, von denen die eine die andere hervorgerufen hat, gibt er dem Roman eine Spannung, die äußere Spannung kaum braucht. [...]. Vor Jahren schon hatte ich Jochen Rauschs Erzählungen 'Trieb' als meisterlich empfunden. Das gilt auch für den Roman 'Krieg', der große Literatur ist.«   

FAZE Mag


»Halsbrecherischer Plot, grandios literarischer Style. Eines der besten Bücher der Herbstsaison.«   

Westdeutsche Zeitung


»Mit 'Krieg' hat Rausch einen [...] kunstvollen und atmosphärisch dichten Psychothriller geschrieben, der emotional packt und bis zur letzten Seite spannend bleibt.«   

Top Magazin


»Jochen Rauschs Sprache ist lakonisch. Er erzählt nie zu viel. Es tut fast weh, das zu lesen. [...]. Der Text ist wie ein Flüstern. Auch dann, wenn Regen prasselt oder Schüsse fallen. Alle Gespräche sind wortkarg. Und die Gedanken, die parallel laufen zu den Wörtern, sind tief. Der Film, der dabei läuft im Kopf, ist schwarz-weiß. Und er läuft spät nachts. Es ist ziemlich selten, dass man so etwas wie 'Krieg' in die Finger bekommt.«   

ZEIT online


»In Rückblenden gelingen Rausch hier beeindruckende, bedrückende Szenen. [...]. Wie eine pochende Wunde wird das Nebeneinander von grauem deutschen Alltag und der [...] unvorstellbar fernen Kriegsrealität immer wieder beschworen.«   

Kommentare zum Buch
1. Lass es nicht geschehen – dass die Angst gewinnt!
Kasin von KeJas-Blogbuch am 18.08.2016 - 15:14:29

„Es ist die Dunkelheit, die Stille, die er gesucht hat auf dem Berg.“ (Buch Seite 68)   Diese Geschichte beschreibt einen ganz persönlichen Krieg. Es geht um Angst, Einsamkeit, Trauer, Wut, eben die ganze Bandbreite an Emotionen die einem Menschen schwer zu schaffen machen.   Eine sehr eindrucksvoll beschriebene Geschichte, sehr gefühlvoll, fast schon zart erzählt, trotz der Schwere und Ernsthaftigkeit.   Aber erst einmal kurz zur Story : Arnold ist auf den Berg gezogen, in die Hütte die mal einem Bildhauer gehörte. Fern ab von den Siedlungen und den Menschen. Einsam und doch nicht alleine, denn er hat ja „Hund“ dabei, seinen treuen Vierbeiner. Doch eines Tages wird der Hund schwer verletzt, mutwillig und grausam mutete die Tat an und Arnold muss es jetzt wissen. Wer stört seine innere Einkehr, seine Ruhe, sein Leben? Was hat es mit den Wanderinnen auf sich und wer will ihm etwas böses? Arnold beobachtet, forscht, liest Spuren, wappnet sich und beginnt damit seinen persönlichsten Krieg gegen diesen Unbekannten und ein Stück weit auch gegen seine eigene Vergangenheit, die ihn erst auf diesen Berg trieb.   Der Autor Jochen Rausch hat in „Krieg“, erschienen bei Berlin Verlag, einen Protagonisten geschaffen, dessen Leben komplett aus den Fugen gerät. In seinen Schilderungen folgt man Arnold durch sein Leben und den Grund warum es ihn auf diesen Berg gezogen hat. Eine Flucht könnte man es nennen, eine Flucht vor der Vergangenheit die lange Zeit gut war, sehr gut sogar, bis zu dem Tag als sein geliebter Sohn Chris als Soldat in den Krieg zieht.   Die Kapitel fliegen hin und her zwischen der Zeit damals, als Arnold auf Mails wartete um zu wissen dass es Chris gut geht und der Zeit auf dem Berg. Eine mehr als tragische Geschichte die immer wieder solch schöne Elemente trägt um dann im nächsten Augenblick zu erschrecken. Chris zählt die Tage seiner Einsatzzeit rückwärts, wie auch Arnold es tut. Es sind doch nur 3 Monate. Nur noch 2 Monate und 23 Tage und es werden immer weniger. Man hofft auf ein gutes Ende und stellt ernüchternd fest dass es nicht nur Arnold schlecht geht, sondern auch seiner Frau Karen, die als Mutter stiller leidet und sich immer mehr zurückzieht. Nur ‚Hund‘ ist der einzige Halt der beiden.   Die Stimmung im Buch ist von Anfang an sehr fesselnd. Man ahnt alles und weiß doch nichts. Dem Autoren ist es sehr gut gelungen in diese Seele blicken zu lassen. All diese Angst die Arnold mit sich trägt, wie sie entstand und dann in unbändige Wut umbricht als dieser Unbekannte dabei ist seine neue (heile) Welt zu zerstören.   220 Seiten in denen man mitleidet und doch diese enorme Stärke spürt. Leg dich nicht mit diesem Mann an dachte ich einige Male, nimm ihm nicht was im lieb ist, er hat eigentlich gar nichts mehr zu verlieren. Und je weiter ich in dem Buch voran kam umso mehr fürchtete ich um Arnold und ‚Hund‘. Eine Geschichte die definitiv nicht kalt lässt.   Die Sprache ist total unkompliziert und hat doch das gewisse Etwas. Sehr tiefgründig und berührend. Ohne Floskeln und Klischees, einfach eine Darstellung der Umstände und der Folgen – grandios. Es war alles spürbar, die Gefühle im Guten wie im Schlechten, das Wetter oben auf dem Berg, die Natur und Landschaft, alles bekam seinen Platz - ohne der Geschichte an sich etwas zu nehmen.   Ich bin begeistert und vergebe 5 von 5 Sternen plus einen extra für ‚Hund‘ (als Hundebesitzer kann ich gar nicht anders).

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