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Keine Geschenke erhalten die Freundschaft

Keine Geschenke erhalten die Freundschaft

Die schönsten Präsente von Fototasse bis Salzteigschmuck

Taschenbuch
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Keine Geschenke erhalten die Freundschaft — Inhalt

Schenken ist so verdammt kompliziert! Ein Klorollenhalter für die Tante? Drei Stunden im Schaufelbagger für den Freund? Und für Omi was Selbstgebasteltes, das vor Hässlichkeit gegen die Genfer Konventionen verstößt? Damit ist in Zukunft Schluss! Nie wieder Duftkerzen mit Landluft-Aroma, selbstgestrickte BH´s oder unzumutbare Gutscheine - dafür aber dieses Buch. Mit den klügsten Gedanken über das Schenken, den lustigsten Präsente-Pannen und den schönsten Absurditäten, die man sich gegenseitig ersparen kann.

€ 12,99 [D], € 13,40 [A]
Erschienen am 13.10.2014
240 Seiten, Klappenbroschur
EAN 978-3-492-30544-0

Leseprobe zu »Keine Geschenke erhalten die Freundschaft«

Vorwort

 

Schenk nicht so viel, damit du noch was schenken kannst.

Harry Rowohlt

 

 

Schon wieder steht man vor dem Bestsellerregal in der Buchhandlung des nächstgelegenen Einkaufszentrums. Eine Freundin hat Geburtstag und lädt zum Abendessen ein. In einer halben Stunde soll man da sein. Was fehlt, ist das Geschenk.

Man wird wütend und schämt sich im selben Moment dafür. Was kann denn die Freundin dafür, dass man nicht weiß, was man ihr schenken soll? Der Blick fällt auf einen mannshohen Aufsteller mit dem Aufdruck »Geschenkideen mit viel Gefühl«. Aber [...]

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Vorwort

 

Schenk nicht so viel, damit du noch was schenken kannst.

Harry Rowohlt

 

 

Schon wieder steht man vor dem Bestsellerregal in der Buchhandlung des nächstgelegenen Einkaufszentrums. Eine Freundin hat Geburtstag und lädt zum Abendessen ein. In einer halben Stunde soll man da sein. Was fehlt, ist das Geschenk.

Man wird wütend und schämt sich im selben Moment dafür. Was kann denn die Freundin dafür, dass man nicht weiß, was man ihr schenken soll? Der Blick fällt auf einen mannshohen Aufsteller mit dem Aufdruck »Geschenkideen mit viel Gefühl«. Aber so tief ist man noch nicht gesunken, dass man zur Erlebnisbox mit den schönsten Liebesfilmen der 90er, inklusive Miniproseccoflasche und Stofftaschentuch zum Auffangen von Rührungstränen, greift. Das hat die Freundin nicht verdient.

Leider kann man ihr nicht einfach Schokolade mitbringen, denn sie ist ziemlich dick und man muss fürchten, dass sie das als Anspielung versteht. Kosmetika kommen nicht infrage, denn sie hat eine Allergie; gegen was, hat man vergessen. Blumen sind zu unpersönlich, den Kinogutschein vom letzten Mal hat sie bis heute nicht eingelöst. Die ganze Woche hat man gehofft, dass einem die zündende Idee schon irgendwann kommen wird, aber der Geistesblitz lässt immer noch auf sich warten und jetzt muss man hier etwas aussuchen, und zwar schnell.

Am Schluss lässt man sich von der Buchhändlerin einen Regionalkrimi einpacken: Man hat tatsächlich eine Kommissarin entdeckt, die in dem Kaff ermittelt, aus dem die Freundin kommt. In ihrer Freizeit kocht die Kommissarin gerne landestypische Spezialitäten und in ihrem vierten Fall macht sie mithilfe ihrer Rezepte einen Serienmörder dingfest, so steht es hinten auf dem Buch. An der Kasse liegt noch eine Packung Wohlfühlbonbons, die haben wenig Kalorien. Man zahlt und eilt mit seinem Verlegenheitsgeschenk zur U-Bahn.

 

Wo es von allem zu viel gibt, ist nichts das größte Geschenk.

Würden wir in einer Mangelgesellschaft leben, wäre es sehr viel einfacher, seinen Mitmenschen eine Freude zu bereiten. Wo Mangel herrscht, ist beinahe jede Gabe willkommen: Das Stück Schokolade, ein Päckchen Kaffee oder die wohlriechende Seife wären ein unerwarteter Luxus; kein Mensch würde mehr von Diät oder Allergien sprechen, sondern dem Geber vor Dankbarkeit um den Hals fallen.

Heute werden die meisten Gaben zur Bürde: Der geschenkte Kaffee ist leider in der falschen Stärke gemahlen und kann nicht in der italienischen Espressomaschine verwendet werden, von den mit künstlichen Aromastoffen versetzen Pralinen bekommt der Empfänger Atemnot und der Strampelanzug mit dem aufgenähten SpongeBob entspricht nicht dem Geschmack der werdenden Mutter und muss daher umgetauscht werden.

 

Jedes Mal, wenn wir wieder verzweifelt auf der Suche nach irgendeiner Kleinigkeit durch die Kaufhäuser hetzen, drängt sich ein Gedanke auf. Er ist gewagt, revolutionär, eigentlich ungeheuerlich. Er lautet: Würden wir einander oft nicht mehr Freude bereiten, wenn wir uns einfach gar nichts schenkten?

Wir würden uns auf jeden Fall gegenseitig eine Menge ersparen. Niemand müsste sich mehr für uns den Kopf zerbrechen – und umgekehrt. Wir würden nur noch schenken, wenn wir zufällig etwas entdecken, von dem wir ganz sicher sind, dass es einer bestimmten Person eine große Freude machen würde. Geschenke sind wie Freunde – man sucht sie nicht, man findet sie.

 

Schenken ist nämlich verdammt kompliziert. Weil es beim Schenken eben nicht nur darum geht, dass der Beschenkte Geld spart, weil er sich das Geschenk sowieso kaufen wollte und nun nicht mehr kaufen muss. Ein Geschenk versinnbildlicht die Beziehung, die der Schenkende zum Beschenkten hat, beziehungsweise die, die sich der Schenkende für die Zukunft wünscht. Wie etwa die roten Rosen beim ersten Date.

Und niemals lassen sich Geschenk und Botschaft voneinander trennen – wer also rote Rosen verschenken möchte und nicht will, dass dies vom Gegenüber als romantischer Hinweis verstanden wird, sollte das besser lassen.

Selbst wenn ein Geschenk weder groß noch teuer ist, drückt es etwas aus. Doch das meiste, was uns auf den Geschenktischen von Kaufhäusern und Buchläden begegnet, ist leider nicht dazu geeignet, das auszudrücken, was wir eigentlich sagen wollen. Hersteller und Einzelhändler präsentieren immer neue Gimmicks, die nur produziert wurden, um verschenkt zu werden: Seifen in Form des Brandenburger Tors, Gummibärchen in Dackelgröße, Tischdeckensets, Unterhosen und Krawatten zum Selbergestalten, Duftkerzen in jeder erdenklichen Geschmacksrichtung, Schokolade für das Sternzeichen Stier, Fotobände mit den hundert niedlichsten Hundewelpen, Ballons mit eingeschlossenem Nippes, Figuren zum Hinstellen, Aufhängen und an den Rucksack knüpfen – also nichts, was irgendjemand auch nur ansatzweise haben wollte.

 

Solche Mitbringsel sind mehr als bloße Geldverschwendung. Unpassende Geschenke verärgern und brüskieren. Manchmal können sie eine Person auch traurig machen: Kennt mich mein Partner so wenig, dass er mir so ein Zeug schenkt? Oma wusste doch früher, was mir gefällt, warum weiß sie es jetzt nicht mehr? Unüberlegte Geschenke lassen Menschen an ihren Freundschaften und Beziehungen zweifeln, ein bis jetzt geschätzter Kollege oder eine Nachbarin erscheinen plötzlich suspekt, Verwandtenbesuche werden lästig.

 

Fototassen und Erlebnisboxen beweisen es: Ein Geschenk mitzubringen kann respektloser sein, als mit leeren Händen zu erscheinen – sogar bei Anlässen, zu denen ein Geschenk erwartet wird. Einer Person, die gerade beschlossen hat, eine Diät anzufangen, keine Schokolade mitzubringen, ist jedenfalls aufmerksamer, als mit der größten Pralinépackung vor ihrer Tür zu erscheinen, die man im Kaufhaus finden konnte. Auf den zwölften Blumenstrauß beim Besuch in der Entbindungsklinik zu verzichten, kann höflich sein, denn schließlich sind ein Dutzend Sträuße in einem Zimmer nicht schöner als einer und außerdem erspart man der Empfängerin das lästige Suchen nach einer weiteren Vase.

 

In diesem Buch erfahren Sie die ungeschminkte Wahrheit; nämlich wie verzichtbar viele Geschenke für ihre Empfänger sind. Auf den folgenden Seiten ist alles versammelt, was Frauen, Männer und Kinder sich gegenseitig zu Geburts- und Feiertagen angetan haben. Staunen Sie also gemeinsam mit Ihren Freunden über absurde Kleinigkeiten und groteske Souvenirs, die Sie diesmal nicht mitgebracht haben. Erfreuen Sie sich an scheußlich-schönem Nippes, bei dem die Höflichkeitsfloskeln im Halse stecken bleiben, und fallen Sie einander vor Erleichterung in die Arme angesichts der selbstgemachten Katastrophen, die Sie sich gegenseitig erspart haben. Denn dieses Buch ist der perfekte Ersatz für Geschenke, die man sich echt schenken kann!

Rebecca Niazi-Shahabi

Über Rebecca Niazi-Shahabi

Biografie

Rebecca Niazi-Shahabi stammt aus einer deutsch-israelisch-iranischen Familie und lebt in Berlin. Dort hält die Autorin Seminare zum Thema Charisma und arbeitet als Journalistin und Werbetexterin.

Über Oliver Sperl

Biografie

Oliver Sperl ist Grafiker und illustriert u.a. für die taz und den Club Berghain.

Pressestimmen

spektrum.de

»Ein Aufklärungsbuch mit Augenzwinkern, das zu mehr Vernunft gemahnt.«

Gehirn und Geist

»Die Galerie der Scheußlichkeiten lehrt den Leser nicht nur das Fürchten, sondern auch das Schmunzeln.«

Inhaltsangabe

Inhalt
Was ich dir erspare
Vorwort

Kapitel 1
Warum bekommen wir nie, was wir uns wünschen ?
Die komplizierten Regeln des Schenkens

Kapitel 2
Muss ich mich für so was bedanken ?
Die wahre Natur eines Geschenks

Kapitel 3
Und das soll Liebe sein ?
Was sich liebt, das schenkt sich nichts

Kapitel 4
Habe ich das nicht schon ?
Die Erfindung des Geschenkartikels

Kapitel 5
Braucht das jemand ?
Von Dekowahnsinn bis Probiersets

Kapitel 6
Cherimoya-Quitte oder Kiwano-Kumquat ?
Wenn die Wahl zur Qual wird

Kapitel 7
Nötigung im Schafspelz ?
Warum Selbstgebasteltes keine Freude macht

Kapitel 8
Ist bio noch fair ?
Geschenke für ­Veganer und andere schwierige Zeit­genossen

Kapitel 9
Warst du schon wieder weg ?
Souvenirs

Kapitel 10
Wo bleibt mein ­Geschenk ?
Gutscheine, das nie eingelöste Versprechen

Kapitel 11
Was schenkt ­eigentlich der Papst ?
Geschenke unter Staatsmännern

Kapitel 12
Wegwerfen oder eBay ?
Intelligentes Geschenkerecycling

Schlussbemerkung
Was bringt man statt guter Laune mit ?
Schenken und schenken lassen

Geschenkpapier
Bildnachweis
Zitatnachweis
Danke

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