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Hot MamaHot Mama

Hot Mama

Bigtime 2

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Hot Mama — Inhalt

Fiona Fine ist die heißeste Fashion-Designerin in Bigtime, New York. Buchstäblich. Denn nach Feierabend wird Fiona zu Fiera, einer Superheldin mit Feuerkräften. In letzter Zeit musste Fiona viel durchmachen, besonders der Tod ihres Verlobten macht ihr zu schaffen. Aber sie will sich nicht unterkriegen lassen und neu anfangen, daher scheint es gutes Karma zu sein, als Fiona den sexy Geschäftsmann Johnny Bulluci auf der Hochzeit einer Freundin kennenlernt. Nur leider tauchen neue Superschurken auf und crashen die Hochzeit. Fiona weiß nicht, worauf sie aus sind, aber wenn sie es nicht herausfindet, ist sie diejenige, die dieses Mal in Flammen aufgehen könnte …

€ 13,00 [D], € 13,40 [A]
Erschienen am 02.10.2017
Übersetzt von: Michaela Link
400 Seiten, Broschur
ISBN 978-3-492-28038-9
€ 9,99 [D], € 9,99 [A]
Erschienen am 02.10.2017
Übersetzt von: Michaela Link
400 Seiten, WMEPUB
ISBN 978-3-492-97818-7

Leseprobe zu »Hot Mama«

1


Mein Hochzeitstag.
Eigentlich sollte das der schönste Tag meines Lebens sein. Ein Tag der Freude, der Ausgelassenheit und des Neuanfangs. Schließlich war es der Hochzeitstag, von dem jedes Mädchen träumte, sobald es alt genug war, um im Kleiderschrank seiner Mutter Verkleiden zu spielen.
Dieser Tag bedeutete alles.
Glück. Hoffnung. Neubeginn.
Aber es war nicht mein Tag.
Carmen Cole wirbelte vor dem bodenlangen Spiegel herum. Das Hochzeitskleid aus weißem Satin schwang in einem Bogen um ihre Schenkel und fiel dann wieder glatt herunter. Tausende von [...]

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1


Mein Hochzeitstag.
Eigentlich sollte das der schönste Tag meines Lebens sein. Ein Tag der Freude, der Ausgelassenheit und des Neuanfangs. Schließlich war es der Hochzeitstag, von dem jedes Mädchen träumte, sobald es alt genug war, um im Kleiderschrank seiner Mutter Verkleiden zu spielen.
Dieser Tag bedeutete alles.
Glück. Hoffnung. Neubeginn.
Aber es war nicht mein Tag.
Carmen Cole wirbelte vor dem bodenlangen Spiegel herum. Das Hochzeitskleid aus weißem Satin schwang in einem Bogen um ihre Schenkel und fiel dann wieder glatt herunter. Tausende von Kristallen zierten das maßgefertigte Mieder und den ausgestellten Rock und verliehen dem Kleid ein ätherisches Schimmern. Eine dazu passende Kristallkette funkelte an ihrem Hals wie eine Milchstraße aus Hunderten von blinkenden Sternen.
»Wie sehe ich aus, Fiona?« Carmen schaute mich aus blauen Augen an.
Ich gab es wirklich nicht gern zu, aber Carmen sah fantastisch aus. Absolut fantastisch. Eine leichte Röte färbte ihre Wangen. Aufregung ließ ihre Augen glänzen. Selbst ihr kastanienbraunes Haar schimmerte unter dem schlichten Spitzenschleier.
»Du siehst fantastisch aus. Schließlich trägst du ein Fiona-Fine-Original.«
Carmen musterte stirnrunzelnd ihr Spiegelbild. »Ich weiß, es ist einer deiner dezenteren Entwürfe, aber ich finde immer noch, dass es etwas … viel ist.«
Ich verschränkte die Arme vor der Brust. Ein rotglühender Funke löste sich von meinem Daumen und flog zischend auf den beigefarbenen Teppich. Ich zerquetschte ihn mit meinem Stiletto. Etwas viel? Bitte. Wenn es nach Carmen gegangen wäre, hätte sie zu ihrer Hochzeit löchrige Jeans getragen, dazu abgelaufene Sneakers und ein zerlumptes T-Shirt mit einem kitschigen Spruch darauf.
Glücklicherweise hatten klügere Köpfe obsiegt. Mein Kopf. Natürlich war es einfach, seinen Willen durchzusetzen, wenn man die Fähigkeit besaß, Feuer aus den Fingerspitzen zu schießen. Einer der Hauptvorzüge, die man als Superheld genoss. Mein Lieblingsvorzug, denn man bekam immer, was man wollte.
Nur weil ich nebenberuflich als Superheldin arbeitete, bedeutete es nicht, dass ich nicht ein wenig egoistisch sein konnte – oder die Vorteile nicht ausnutzte, die Superkräfte mit sich brachten. Im Allgemeinen war ich vollkommen glücklich damit, einfach Fiera zu sein, eine Superheldin unter vielen anderen in Bigtime, New York, die das Böse bekämpften, Schädel spalteten und den lästigen Superschurken – die zuerst die Stadt- und dann die Weltherrschaft an sich reißen wollten – das Leben zur Hölle machten. Aber ab und zu genoss ich es, mit meinen feurigen Fähigkeiten anzugeben, vor allem wenn es dem höheren Ziel diente, wie zum Beispiel Carmen bei ihrer eigenen Hochzeit nicht wie eine Landstreicherin aussehen zu lassen.
Es klopfte an der Tür, der Knauf wurde gedreht und Lulu Lo sauste mit ihrem motorisierten Rollstuhl herein. Ein königsblaues Kleid umhüllte ihre schlanke Gestalt und brachte ihre glatte Porzellanhaut und die kobaltfarbenen Strähnchen im stacheligen, schwarzen Haar zur Geltung. Da wir beide Brautjungfern waren, trug ich ein ähnliches Kleid, aber mit einigen Modifikationen – einem tiefer ausgeschnittenen Mieder, einer engeren Passform und einem höheren Schlitz an der Seite.
»Hübsches Kleid, Schwester Carmen.« Lulu stieß einen Pfiff aus. »Da wird Sam bestimmt Augen machen.«
Carmen grinste. Ein weiterer Funken schoss aus meinem Daumen. Sam hatte sowieso nur noch Augen für Carmen, trotz meiner Bemühungen, ihn zur Räson zu rufen. Die beiden schlichen sich ständig davon, um in irgendeiner Ecke des Herrenhauses ihrer Lust an wildem Sex zu frönen.
»Natürlich wird Sam Augen machen«, blaffte ich. »Ich habe das Kleid entworfen. Unsere Kleider auch, wenn du dich bitte daran erinnern möchtest. Sie sind alle fabelhaft.«
»Nun, du siehst wirklich sehr heiß aus, Fiona.« Lulu lachte.
Ich funkelte sie an. Auch wenn ich zu den Fearless Five gehörte, einem der angesehensten Superhelden-Teams der Welt, konnte ich ab und zu mal etwas eigen sein … oder wenig begeistert, wenn Normalos wie Lulu sich über mich lustig machten.
Das wäre natürlich gar kein Thema, wenn Carmen aka Karma-Girl nicht darauf bestanden hätte, Lulu von unseren geheimen Superhelden-Identitäten zu erzählen. Carmen hatte argumentiert, dass Lulu es verdiene, die Wahrheit zu erfahren, da sie geholfen hatte, uns vor der Terrible Trinity zu retten, einer Gruppe von Superschurken. Lulu war außerdem die Freundin von Henry Harris aka Hermit von den Fearless Five und er hatte ihr ebenfalls die Wahrheit sagen wollen. Die anderen beiden Mitglieder unserer kleinen Selbsthilfegruppe, Sam »Striker« Sloane und Sean »Mr Sage« Newman, hatten Carmen zu allem Übel zugestimmt.
Also hatten sie Lulu die Wahrheit erzählt, trotz meiner Proteste. Sobald der Schock sich gelegt hatte, hatte Lulu sich beim Rest der Fearless Five eingeschmeichelt. Jetzt behandelten die anderen sie wie ein Mitglied der Gang. Sie hatte sogar ein eigenes Zimmer in unserem streng geheimen unterirdischen Hauptquartier.
Ich ignorierte Lulu so weit wie möglich. Es war schlimm genug, dass sie unsere wahren Identitäten kannte. Ich wollte sie nicht noch mehr in unser Leben einladen. Lulu war eine Hackerin. Sie tat alle möglichen höchst illegalen Dinge, brach zum Beispiel in den FBI-Großrechner ein und gab Firmengeheimnisse preis, aber außer mir scherte das niemanden. Nicht einmal meinen Vater, den geschätzten Polizeichef von Bigtime, ebenfalls Mitglied der Fearless Five.
Als Gegenleistung für meine unverhohlene Feindseligkeit zog Lulu mich mit hitzigen Wortspielen auf, wann immer unsere Wege sich kreuzten. Fiona ist heiß. Fiona lässt nichts anbrennen. Fiona hat ’ne neue Flamme … Als hätte ich sie nicht alle schon hunderttausend Mal gehört. Hahahaha. Lulu hätte sich zumindest etwas Originelleres einfallen lassen können, wenn sie mich schon Tag für Tag aufzog.
Mein Blick richtete sich auf Lulus Haar. Ich hätte diese blauen Strähnchen binnen eines Herzschlags rot färben können. Hitze pulsierte durch meinen Körper. Meine Finger zuckten. Nur ein einziger kleiner Funke …
»Fiona«, mahnte Carmen. »Heute kein Streit. Du hast es Sam versprochen.«
Ich hatte es Sam tatsächlich versprochen. Und meinem Vater. Und Henry. Sogar Carmen. Jedem dreimal. Ich gab das Feuer frei, das durch meine Adern strömte, und verschloss es tief in mir. Es spielte ohnehin keine Rolle.
Carmen hätte einfach ihr Empathie-Ding durchgezogen und die energetischen Schwingungen im Raum benutzt, um Lulu und sich selbst gegen meine Hitze abzuschirmen. Sie besaß die Fähigkeit, die Kräfte anderer Menschen anzuzapfen und deren Energie zu ihrem eigenen Vorteil zu nutzen. Ich hasste ihre Macht, im Wesentlichen weil ich noch keinen Weg gefunden hatte, ihr etwas entgegenzusetzen. Bei Gefahr schlug ich mich entweder irgendwie durch oder flambierte mir den Weg frei. Aber bei Carmen konnte ich das nicht, weil sie Gleiches mit Gleichem vergalt.
Lulu grinste mich an und rollte davon. Wahrscheinlich würde sie meine Kreditkarten bis ans Limit überziehen oder irgendeinen anderen hinterhältigen Identitätsraub begehen, sobald die Hochzeit zu Ende war. Ich wusste nicht, was Henry in ihr sah. Vielleicht war er einfach froh, dass er endlich jemanden gefunden hatte, der all das Technik-Gefasel verstand, das er Tag für Tag von sich gab.
Lulu ließ die Tür offen und klassische Musik wehte herein, zusammen mit dem Gemurmel entfernter Gespräche. Ich beäugte die Uhr an der Wand. Noch fünf Minuten. Gut. Je eher dieses Spektakel vorüber war, umso besser. Ich war heute nicht in Stimmung für eine Hochzeit. Oder an irgendeinem anderen Tag. Nicht mehr.
Carmen erriet meine düsteren Gedanken und sah mich im Spiegel an. »Ich weiß, dass das alles hart für dich war, Fiona. Die Verlobung, die Hochzeit, alles. Es tut mir leid. Ich wünschte, die Dinge lägen anders. Ich wünschte, Tornado wäre noch hier …« Ihre leise Stimme mit dem sanften Südstaatenakzent erstarb unter meinem heißen Blick.
Hart für mich? Sie hatte ja keine Ahnung.
Es war mehr als ein Jahr her, seit Tornado, der Superheld und mein Verlobter, ermordet worden war. Carmen hatte aller Welt seine geheim gehaltene, echte Identität als Travis Teague verraten, sodass auch unsere Erzfeinde, die Terrible Trinity, davon erfuhren. Die Superschurken töteten Travis und benutzten Carmen, um an den Rest von uns heranzukommen. Man nahm uns gefangen, steckte uns in Glasröhren und hätte uns beinahe unsere Superkräfte ausgesaugt, bevor Carmen uns gerettet hatte – nachdem sie in einen Tank mit radioaktivem Schleim geschmissen worden und selbst zur Superheldin geworden war.
Manchmal konnte ich die Ironie des Ganzen nicht fassen. Carmen hatte Superhelden bloßgestellt, war selbst zu einer geworden und heiratete jetzt einen. Die Dinge schienen sich nie so zu entwickeln, wie man es erwartete, erst recht nicht in Bigtime.
Doch vor allem konnte ich immer noch nicht fassen, dass Travis fort war. Für immer. Mein Herz krampfte sich zusammen und das brennende Feuer in mir flackerte auf und erlosch gleich wieder, als ich daran dachte. Mein Blick fiel auf den quadratischen Diamanten an meinem Finger. Mein Verlobungsring. Travis hatte ihn mir eine Woche vor seinem Tod geschenkt. Ich hatte ihn seither nicht abgelegt.
»Fiona? Geht es dir gut?«, fragte Carmen.
Es ging mir nicht gut. Nicht einmal ansatzweise. Aber das war Carmens großer Tag und ich wollte ihn ihr nicht verderben.
»Alles bestens«, log ich. »Tatsächlich habe ich gerade gedacht, dass es für mich langsam Zeit für neue Dates wird. Ich war den Männern von Bigtime gegenüber grausam, herzlos und ungerecht, als ich sie die ganze Zeit über meiner großartigen Gesellschaft beraubt habe.« Während ich das sagte, warf ich mir mein langes, blondes Haar über die Schulter.
Carmens Gesicht leuchtete auf, als hätte ich sie gerade mit einem Feuerball zwischen den Augen getroffen. »Das ist wunderbar, Fiona! Einfach wunderbar!«
Doch dann wurden ihre blauen Augen trüb und sie wirkte entrückt wie immer, wenn sie auf das seltsame Flüstern in ihrem Kopf lauschte. Carmen nannte es ihre innere Stimme, ihren Instinkt. Ich war ja eher der Meinung, dass in ihrem Oberstübchen einfach ein paar Schrauben locker waren.
»Vielleicht wirst du beim Empfang jemanden kennenlernen«, meinte sie leise.
Ich schnaubte. Bitte. Ich nahm seit ungefähr fünfzehn Jahren, seit meinem Umzug nach Bigtime, aktiv am gesellschaftlichen Leben der Stadt teil und kannte jeden, der zur Hochzeit eingeladen war. Es war kein einziger Mann unter den Gästen, mit dem ich aus-, geschweige denn ins Bett gehen würde.
Ich drehte den Ring an meinem Finger. Das massive silbrige Band aus Solidium erwärmte sich auf meiner heißen Haut und der Diamant funkelte wie ein Stern. Ich wäre gern wieder Teil eines Paars. Es war schön, zu zweit zu sein. Mit jemandem zu lachen und zu reden und zu essen, der kein Verwandter oder Angestellter oder Superhelden-Kollege war. Jemand, der mich so ansah, wie Sam Carmen ansah.
Außerdem mochte ich Sex. Sehr sogar. Es war ätzend, darauf zu verzichten.
Meine Hand hielt inne. Vielleicht war es das, was ich tun sollte. Mich auf dem Empfang betrinken, einen One-Night-Stand mit irgendeinem Typen haben, um der ganzen Sache den Druck zu nehmen, und dann in Ruhe anfangen, nach jemand Passendem zu suchen. Nach etwas Langfristigem. Das einzige Problem bei meinem Plan war, dass ein Ozean von Champagner notwendig wäre, um mich betrunken zu machen, was an meinem hitzigen Stoffwechsel lag. Nun, da traf es sich gut, dass Sam reicher war als fast alle anderen auf dem Planeten zusammen. Er konnte sich Schampus im Wert von ein paar hunderttausend Dollar leisten, um mich ein wenig beschwipst werden zu lassen.
Die Musik wurde mit einem Mal flotter und schwoll an, die Gespräche verebbten. Die Luft summte vor Energie und freudiger Erwartung.
»Zeit zu gehen.« Carmen glättete ihren bauschigen Rock. Ihre Hand zitterte ein ganz klein wenig dabei.
Ich griff nach ihrer langen Schleppe und gab acht, den Stoff nicht mit den Fingern zu versengen. Ich hatte zu viel Zeit damit verbracht, das verdammte Ding zu nähen, um es jetzt zu ruinieren.
Carmen drehte sich um und legte mir eine Hand auf den Arm. »Denkst du, ich tue das Richtige? Denkst du, wir sollten es durchziehen? Denkst du, wir sind so weit? Du weißt, wie meine letzte Hochzeit ausgegangen ist. Es war übel …« Panik erfüllte ihre blauen Augen.
Übel war die Untertreibung des Jahrhunderts. Unmittelbar vor der Trauung hatte Carmen herausgefunden, dass ihr Verlobter ihre beste Freundin vögelte und dass die beiden der Superheld und die Erzschurkin ihrer Stadt waren. Deswegen hatte es sich Carmen damals zur Aufgabe gemacht, die Identität eines jeden Superhelden und Superschurken, der ihr über den Weg lief, aufzudecken und bekannt zu machen. Wodurch Carmen Sam und den Rest von uns kennengelernt hatte. Karma, nannte sie es. Schicksal, Kismet, Bestimmung. Ich betrachtete es einfach als Pech für uns.
Dennoch verkniff ich mir die sarkastische Erwiderung, die mir auf den Lippen lag. Die neugierige Reporterin war mir ans Herz gewachsen, trotz aller Widerstände meinerseits. Und sie hatte mir und allen anderen das Leben gerettet. Dafür schuldete ich ihr etwas.
Außerdem war es meine Pflicht, als Brautjungfer die Braut zu unterstützen – selbst wenn Carmen gelegentlich in mir den Wunsch weckte, mit der Faust eine Wand einzuschlagen.
»Liebst du Sam?«
Carmen nickte. Etwas von der Anspannung wich aus ihrem Körper. »Von ganzem Herzen.«
»Dann wird alles gut gehen«, antwortete ich. »Sam liebt dich und du liebst ihn. Ihr werdet eine fabelhafte Hochzeit haben, fantastische Flitterwochen und ein wunderbares gemeinsames Leben. Außerdem trägst du ein originales Fiona-Fine-Kleid. Besser geht’s doch gar nicht, oder?«

 

 


2


Nachdem Carmen sich beruhigt hatte, machten wir uns auf den Weg durch Sublime, Sams Herrenhaus am Stadtrand von Bigtime. Die Villa, die ungefähr die Größe eines kleinen Landes hatte, enthielt so ziemlich jede Antiquität und jedes Kunstwerk, das man sich – als Normalsterblicher wie als Superheld – nur vorstellen konnte. Polierte Rüstungen, bunte Gemälde, detailverliebte Skulpturen, exquisite Wandteppiche. Obwohl ich schon seit Jahren durch die Flure streifte, beeindruckte mich die kostbare Einrichtung immer wieder. Und es gehörte eine Menge dazu, mich zu beeindrucken.
Carmen wankte durch das Herrenhaus, darum bemüht, sich in ihren turmhohen High Heels aufrecht zu halten. Ich stolzierte hinterher und hielt die Schleppe hoch, damit sie nicht an irgendwelchen Möbelstücken hängen blieb, und wünschte, die zukünftige Braut würde sich ein wenig schneller bewegen. Ich hätte Carmen jederzeit mit einem heißen Blitz auf Trab bringen können. Aber ich konnte es nicht riskieren, das Kleid zu ruinieren. Nicht jetzt. Ich hatte bereits zweimal wegen diverser Temperamentsexplosionen meinerseits von vorn anfangen müssen.
Carmen stolperte über die Kante eines Orientteppichs und fiel beinahe der Länge nach hin. »Blöde Schuhe«, maulte sie und funkelte mich an.
Ihre fast acht Zentimeter hohen Absätze waren ein weiterer heiß umstrittener Punkt zwischen uns gewesen. Carmen hatte hässliche, flache Turnschläppchen tragen wollen, die schon vor zwanzig Jahren aus der Mode gekommen waren. Ich hatte ihr rundheraus erklärt, dass sie diese Abscheulichkeiten nicht zu einem Fiona-Fine-Hochzeitskleid tragen würde. Sie würde mit ihrem fehlenden Modegeschmack nicht meine harte Arbeit ruinieren. Natürlich hatte ich die meisten von Carmens vorgeschlagenen Alternativen erst rösten müssen, bevor sie zugestimmt hatte, die Riemchensandalen mit den hohen Hacken anzuziehen. Aber das Wichtigste war, dass ich – und die Designer-Modewelt – einmal mehr triumphiert hatten.
»Ich verstehe nicht, wie du in diesen Dingern laufen kannst«, beklagte Carmen sich und zog an einem der weißen Riemchen, die um ihren Knöchel gebunden waren.
»Es ist ganz einfach. Millionen von Frauen tun es jeden Tag. Und jetzt hör auf zu jammern und geh weiter«, blaffte ich sie an. »Du musst einen Superhelden heiraten.«
Carmen warf mir einen weiteren verärgerten Blick zu, aber sie schlurfte vorwärts. Obwohl sie die bessere Gesellschaft von Bigtime ja inzwischen in- und auswendig kannte, war Mode nicht ihr Ding. Das war meine Domäne. Und ich wusste, genau wie alle guten Designer, dass kein Outfit ohne ein Paar Killerschuhe (vorzugsweise Stilettos) komplett war. Je höher, desto besser.
Nachdem sie noch einige Male gestolpert war und eine Reihe von Flüchen ausgestoßen hatte, blieben wir vor einer zweiflügeligen Terrassentür stehen, die nach draußen führte. Lulu saß in ihrem Rollstuhl davor und wartete, zusammen mit Chief Sean Newman – meinem Vater. Sonnenlicht fiel durch die Scheiben in den Türen und erhellte den Bereich, in dem wir standen. Die Zeremonie fand in einem der üppigen Gärten statt, die das riesige Haus umgaben, wie es für eine Hochzeit im Mai angemessen war.
Ich spähte durchs Glas ins Freie. Henry Harris, der Trauzeuge, und Sam Sloane, der nervöse Bräutigam, hatten am gegenüberliegenden Ende des langen Gangs durch die Stuhlreihen bereits ihre Plätze vor dem Pfarrer eingenommen.
»Carmen, Fiona«, brummte der Chief mit seinem tiefen, irischen Akzent. »Ihr seht wunderschön aus.«
»Chief.« Ich küsste meinen Vater auf die Wange.
Ich hatte meinen Vater immer Chief genannt, seit ich ein kleines Mädchen war und ihn zum ersten Mal in seiner Polizeiuniform gesehen hatte. Es war eine Angewohnheit, die ich fortführte, ja fortführen musste. Niemand wusste von unserer familiären Verbindung, bis auf die anderen Mitglieder der Fearless Five und Lulu seit Neustem. Es war sicherer so.
So lange Menschen und wichtiger noch: Superschurken nichts von unserer Beziehung wussten, konnten sie uns nicht kidnappen und gegeneinander ausspielen, weder als Zivilisten noch als unsere Superhelden-Alter-Egos, Fiera und Mr Sage.
Die ersten Klänge des Hochzeitsmarsches ertönten und die vielen hundert Gäste auf den Stühlen erhoben sich.
»Los geht’s«, flüsterte Carmen, ihr Gesicht bleich und leicht verschwitzt.
»Der Himmel möge uns allen beistehen«, murmelte ich.
Zwei Platzanweiser traten vor und die gläsernen Doppeltüren öffneten sich knarrend. Der Chief nahm Carmen am Arm, während Lulu hinterherrollte. Ich wartete, bis sie die halbe Strecke zurückgelegt hatte, bevor ich hinaustrat und durch den rosenbedeckten Gang schlenderte.
Ein dicker, weißer Teppich breitete sich hundert Meter weit bis zu einem kleinen Podest aus, das unter einem riesigen, mit silbernen Rosen und purpurnen Stiefmütterchen verzierten Blumenspalier stand. Eichen und Ulmen ragten im Hintergrund in den Himmel und rahmten die Szene mit ihrem grünen Geäst stimmungsvoll ein. Männer und Frauen in dunklen Smokings, schimmernden Kleidern und mit blitzendem Schmuck standen zu beiden Seiten des Gangs. Die Roben der anwesenden Damen wirkten wie Farbkleckse in einem gemalten Stillleben und der süße und zugleich blumige Duft ihrer Parfüms vermischte sich mit den würzigen Eau de Toilettes der Männer. Ein Orchester saß auf einer Seite des Podestes und spielte das Stück zum Einzug der Braut, aber selbst ihre Instrumente konnten das leise, stetige Brummen der Hummeln ringsum nicht übertönen. Die Sonne hing wie ein orangefarbener Ball am Abendhimmel und eine schwache Brise zerzauste mir das lange Haar. Der Frühling war die perfekte Jahreszeit für eine Hochzeit.
Ich ließ meinen Blick über die Szenerie wandern und sog die Bilder und Geräusche in mich auf. Alles, was ich mir für meine eigene Hochzeit gewünscht hatte, war hier. Alles bis auf Travis. Ich umklammerte den Rosenstrauß in meiner Hand fester und drehte an meinem Verlobungsring.
Neben Lulu ließ ich mich auf den mir zugedachten Platz sinken, zwinkerte Sam zu und versuchte, nicht so traurig auszusehen, wie ich mich fühlte. Ich freute mich für ihn und Carmen, wirklich, das tat ich. Aber ich konnte nichts gegen die Stiche der Eifersucht und der Sehnsucht tun, die mit jedem Ton des Orchesters mein Herz durchbohrten.
Sam Sloane, Geschäftsmann, Superheld und einer meiner besten Freunde, betrachtete mich mit einem nervösen Grinsen und zupfte an seinen Ärmeln. Mit dem dunklen Haar und den hellen, grauen Augen sah er aus, als sei er gerade einem Herrenmagazin entstiegen.
Ausnahmsweise ließ sich das Gleiche einmal von Henry sagen. Seine Brillengläser glänzten im spätnachmittäglichen Sonnenlicht mit seiner mokkafarbenen Haut um die Wette. Er schenkte mir ein schüchternes Lächeln und zerrte an seiner Krawatte. Ebenso wie Carmen hätte Henry seine gewohnte Kleidung zur Hochzeit getragen – einen zerknitterten Pullunder, eine karierte Hose und eine gepunktete Fliege –, wenn ich nicht eingegriffen hätte. Ich hatte zwar erst einige Drähte an seinen kostbaren Computern zum Schmelzen bringen müssen, aber schließlich hatte Henry sich meiner Einschätzung angeschlossen und meinem Urteil vertraut. Die meisten Menschen taten das früher oder später.
Vor allem, wenn ich ihnen einheizte.
Die Musik schwoll zu einem donnernden Crescendo an und Carmen trat aus dem Schatten in den Gang. Sams Gesichtsausdruck wurde verträumt und schwärmerisch bei ihrem Anblick.
Ich lächelte. Zu viel? Bitte. Ein weiterer Treffer für Fiona Fine Fashions.
Mein Vater führte Carmen den Gang entlang. Sie strahlte wie ein Neonlicht. Falls sie noch glücklicher werden sollte, würde ihr eine Glühbirne durchbrennen. Einige Leute versuchten, ihre Aufmerksamkeit zu erregen, aber der Einzige, den Carmen auch nur für eine Sekunde ansah, war ihr Freund Jasper, Bigtimes verrückter Sprengstoffexperte. Dann blickte Carmen wieder dahin, wo Sam stand, und der Rest der Welt wurde unwichtig. Sie hatte nur Augen für ihn und er für sie. Die beiden konnten einfach nicht aufhören, einander anzustarren.
Kalter Neid kroch wie eine eisige Frostschicht über mein geschundenes Herz.
Die Musik verklang und der Pfarrer trat vor. »Liebes Brautpaar, verehrte Gäste, wir haben uns heute hier versammelt …«

Dreißig Minuten später versprachen Carmen und Sam sich ihre wahre und unsterbliche Liebe. Sie küssten sich, alle jubelten und die Trauung war vollzogen. Ich rechnete fast damit, weiße Tauben durch die Luft flattern zu sehen, aber glücklicherweise pusteten die Leute nur Seifenblasen in Richtung des glücklichen Paares.
Die wunderschöne Braut, der gut aussehende Bräutigam und einige Mitglieder der Hochzeitsgesellschaft blieben im Garten, um für die unendlich wichtigen Fotos nach der Zeremonie zu posieren. In der Zwischenzeit wanderten die übrigen reichen, distinguierten Gäste über den sich meilenweit erstreckenden Rasen, auf dem Hunderte von Tischen, Gallonen von Champagner und Tausende von Kanapees auf silbernen Tellern und Etageren aufgebaut worden waren. Kellner und Köche flitzten durch die Menge und verteilten Speisen und Getränke, so schnell sie konnten.
Ich entdeckte Kyle Quicke unter den Bedienungen. Ich hatte mit Kyle die Bigtime University besucht und seiner Familie gehörte das Quicke’s, eines meiner Lieblingsrestaurants in Bigtime. Ich beobachtete, wie Kyle ein Stück vom Schokoladenkuchen abschnitt, vorsichtig auf einen Teller legte und ihn einem wartenden Gast reichte. Mir knurrte der Magen. Ich konnte etwas zu essen gebrauchen. Sogar eine Menge.
»Komm mit, Fiona. Es wird Zeit für die Fotos«, flüsterte mir der Chief ins Ohr und machte meine Hoffnungen auf eine heimliche Flucht von der Party zunichte.
Ich verdrehte die Augen und wandte mich dem Podest zu.

Fünfundvierzig Minuten später klopfte ich mir mit den Fingern aufs Handgelenk.
»Wie viele Fotos wollen Sie denn noch machen?«, blaffte ich den Fotografen an. Geduld zählte nicht zu meinen Tugenden. Tatsächlich war ich der Meinung, dass es überhaupt keine Tugend war.
Der ziemlich kleine, fette Fotograf verwelkte unter meinem heißen Blick. Das taten die meisten. Ich schaute zu seiner Digitalkamera. Ein einziger kleiner Funke und sie würde aussehen wie etwas, das ein paar Minuten zu lange in der Mikrowelle gelegen hatte. Dann würde es definitiv keine Fotos mehr geben …
»Fiona.« Der Chief kniff warnend die blauen Augen zusammen.
Ich warf ihm einen säuerlichen Blick zu und atmete tief durch. Das war das Problem, wenn der eigene Vater ein Superheld mit hellseherischen Fähigkeiten war. Man kam nie mit irgendetwas ungeschoren davon.
»Tatsächlich habe ich von der Hochzeitsgesellschaft genug Aufnahmen im Kasten. Ich will nur noch einige weitere Fotos vom Brautpaar machen«, sagte der Fotograf.
»Das wurde verdammt noch mal Zeit«, meckerte ich.
Ich stapfte vom Podest und trat auf den Rasen. Meine Stilettos versanken in der feuchten Erde, aber ich riss die Füße hoch und ging einfach weiter. Ein zusätzlicher Vorteil, wenn man über Superkraft verfügte: Ich war sehr stark. Henry, Lulu und mein Vater folgten mir in einigem Abstand.
Die meisten der männlichen Gäste hatten sich an die Tische gesetzt und waren damit beschäftigt, sich mit winzigen Hühnchen-Cordon-bleus, blanchiertem Frühlingsgemüse und köstlich belegten Sauerteigbrötchen vollzustopfen, die in Form von dicken Kringeln und üppigen Blüten gebacken worden waren. Für die weiblichen Gäste galt das weniger. Die Frauen unter sechzig versammelten sich um die breite, lange Bar und leerten ein Glas Champagner nach dem anderen. Einige starrten ins Leere. Ein paar von ihnen schnieften in ihre Kristallflöten, während sich andere ihre verlaufene Mascara abtupften. Es waren keine Tränen des Glücks. Ganz im Gegenteil. Die Träume von dreihundert weiblichen Wesen, Mrs Sam Sloane zu werden, waren gerade von einer unbedeutenden Klatschreporterin zunichtegemacht worden. Das war selbst für die hartgesottenste Matrone der High Society mehr als genug, um ihr Selbstmitleid in jeder Menge Alkohol zu ertränken.
Ich rempelte mich durch die Menge, verpasste einigen Leuten einen heißen Blitz, damit sie mir den Weg frei machten, und schnappte mir das größte Champagnerglas, das ich finden konnte. Bläschen stiegen in der goldenen Flüssigkeit nach oben und zerplatzten an der Oberfläche. Ich leerte das Glas in einem Zug und kniff mir in die Nase, um das Kribbeln zu lindern, das mir in die Stirnhöhlen stieg. Ich brauchte wirklich nicht vor tausend Leuten Flammen zu niesen.
»Fiona! Fiona Fine!«
Als ich meinen Namen hörte, drehte ich mich um und entdeckte Joanne James, die die Hand nach mir ausstreckte. Sie war eine hochgewachsene, magere Frau mit ziemlich üppigen Brüsten und allzu glatten Gesichtszügen. Haare, schwärzer als Schuhpolitur, umspielten ihre schlanken Schultern und boten einen starken Kontrast zu den Perlenreihen um ihren ausgemergelten Hals.
O Mann! Ich würde etwas erheblich Stärkeres als Champagner brauchen. Also bestellte ich bei einem der Barkeeper einen Gin Tonic und kippte in Windeseile zwei doppelte Wodka, bevor Joanne sich durch die Menge zu mir geschoben hatte.
»Fiona, Darling!«
»Joanne, Darling!«
Wir begrüßten uns mit Luftküssen, wie man das von Society-Damen erwartete. Mein Blick wanderte über Joannes Outfit, ein metallicgraues Neckholder-Kleid mit hautengem, paillettenbesetztem Rock. Nicht schlecht, aber nicht von mir. Joanne unterzog mich ebenfalls einer Musterung und ihr Blick durchleuchtete einfach alles, angefangen von meinen Schuhen bis hin zu den kronleuchtergroßen Ohrringen. Die Standardbegrüßungsprozedur unter den Frauen von Bigtime. Sobald das erledigt war, betrieben wir höflich Konversation darüber, wie fabelhaft und schlank wir beide aussahen, bevor Joanne zur Sache kam.
»Ich werde nächsten Monat wieder heiraten. Ich habe mich gefragt, ob ich vorbeikommen und wir über mein Kleid reden könnten.«
Ich verschluckte mich fast an meinem Drink. »Der wievielte wird es denn? Nummer fünf?«
Joanne James verschliss Ehemänner wie andere Leute Papiertaschentücher: Sie benutzte einen und warf ihn für den nächsten beiseite.
»Tatsächlich ist es Nummer sechs.«
»Wer ist denn der Glückliche?« Meine Lippen zuckten nur ein ganz klein wenig. Es war erstaunlich, wie sehr ich mich manchmal beherrschen konnte, vor allem dann, wenn es ums Geschäft ging.
»Berkley Brighton, der Whiskey-Milliardär.«
»Natürlich.«
Joanne James verschwendete ihre Zeit nicht mit kleinen Fischen. Sie war nur auf den ganz großen Fang aus. Sie war Bigtimes Schwarze Witwe, aber sie tötete ihre Ehemänner nicht. Stattdessen blutete Joanne ihre Gatten aus, fügte deren Geld ihrem eigenen beträchtlichen Vermögen hinzu und schaffte es irgendwie, für nichts bezahlen zu müssen – nicht einmal für ihre eigenen Scheidungsanwälte. In gewisser Weise war das ihre persönliche Superkraft. Joanne war eine Legende in Bigtime und etliche Society-Moms drängten ihre Töchter dazu, ihr lustiges Heiratskarussell nachzuahmen.
»Ich dachte, du hättest Bella Bulluci gebeten, dein Kleid zu entwerfen. Sie hat deine letzten beiden designt, nicht wahr?«
Ich konnte mir den Seitenhieb nicht verkneifen. Joanne war zu Bella gegangen, nachdem sie sich darüber beklagt hatte, dass meine Dienste zu teuer seien. Also wirklich! Modisches Genie war eben unbezahlbar!
Sie nahm einen Schluck von ihrem Champagner. »Um ehrlich zu sein, ich habe Bella tatsächlich zuerst gefragt, aber sie hat mich abgewiesen.«
»Wirklich? Warum?«
Joanne wedelte mit der Hand und ich blinzelte angesichts des plötzlichen grellen Funkelns. Was der Diamantbrocken an ihrem Finger wert war, hätte die Bewohner eines Drittweltlandes für Jahre ernähren können.
»Oh, sie meinte, sie würde sich ein wenig Zeit nehmen, um sich auf Familienangelegenheiten zu konzentrieren. Wegen dem Tod ihres Vaters. Aber ich denke, sie hatte einfach keine Lust.«
Bella Bulluci war eine von Bigtimes beliebtesten Designerinnen, neben mir natürlich. Bella hatte reichlich Talent, aber ich fand immer, dass ihre Kreationen ein wenig zu konservativ waren, um nicht zu sagen: lahm. Sie hatte eine große Schwäche für einfarbige Stoffe und subtile Nadelstreifen. Ich war mehr das Tupfen-, Karo- und Leopardendruck-Girl. Alles auf einmal, wenn es ging. Mit entsprechenden Neonpailletten und einer Federboa.
Ich gab dem Barkeeper zu verstehen, dass ich einen weiteren Drink wollte. Es gefiel mir nicht, irgendjemandes zweite Wahl zu sein, aber mein Blick blieb wieder an Joannes Ring hängen. Dieses Ding musste mindestens zehn makellose Karat haben.
Eine Superheldin zu sein, hatte jede Menge Vorteile, aber es hatte auch einen entscheidenden Nachteil: Es war ein kostspieliges Hobby. Wir mussten alle unseren Teil dazu beitragen, damit die Fearless Five da draußen das Verbrechen bekämpfen konnten.
Carmen und Henry steuerten unserem Jahresbudget nicht viel bei. Das konnten sie nicht mit den jämmerlichen Löhnen, die sie bei The Exposé als Zeitungsreporter verdienten. Mein Vater war nicht viel besser dran. Obwohl er der Polizeichef war, war sein Gehalt nicht so hoch, wie es sein sollte, hauptsächlich deshalb, weil der größte Teil der städtischen Gelder dafür draufging, die Gebäude, Brücken und Fußgängerüberwege zu reparieren, die Superhelden und Erzschurken während ihrer epischen Schlachten zerstörten.
Damit blieben Sam und ich übrig, um die monetäre Last unserer kleinen Unternehmung zu schultern. Aufgrund seiner zahlreichen Geschäftsinteressen und dem milliardenschweren Bankkonto trug Sam natürlich das meiste zum Gemeinwohl bei. Aber auch ich ließ jedes Jahr mindestens fünf Millionen springen. Manchmal mehr. Wenn ich nun Joanne James mit Hochzeitskleid Nummer sechs ausstaffierte, würde uns das für eine lange Zeit mit schwarzem Leder und orangerotem Elasthan ausstatten.
»Bitten Sie doch Ihre Assistentin, im Laden anzurufen, und wir werden noch für diese Woche einen Termin vereinbaren«, versprach ich und exte den nächsten Gin Tonic.
Joanne lächelte und ihre Lippen zeichneten sich lavendelfarben vor dem Hintergrund ihres blassen Gesichtes ab. »Fiona, Darling. Es ist immer eine Freude, mit dir Geschäfte zu machen.«
Wir tauschten noch einige bedeutungslose Nettigkeiten aus und ließen uns Luftküsse angedeihen, dann stolzierte Joanne durch die Menge zurück zu Berkley Brighton, einem kleinen, vierschrötigen Mann, der sein Vermögen mit dem Verkauf von Brightons Best Whiskey gemacht hatte. Joanne klammerte sich an seinen Arm und die hübschen, jungen Dinger, die den ausgelassenen feiernden Milliardär umlagert hatten, zerstreuten sich wie kleine Fische, die vor einem hungrigen Barrakuda flohen. Joanne war niemand, mit dem man sich anlegen wollte – vor allem, wenn sie auf der Jagd nach einem Ehemann war.
Berkley strahlte Joanne an, glücklich darüber, seinen Schatz zu sehen. Ich schnaubte. Armer Tropf. Er hätte Joanne sein geheimes Familien-Whiskey-Rezept genauso gut auf der Stelle verraten und die gesamten Gewinne seines Unternehmens an sie überschreiben können. Es hätte ihm eine Menge Ärger und gesalzene Anwaltskosten erspart.
Während ich mit Joanne gesprochen hatte, hatten Carmen und Sam sich den Festlichkeiten angeschlossen. Sie gingen von Tisch zu Tisch, begrüßten die Hochzeitsgäste und sonnten sich in ihrem Glück.
Nachdem die Anwesenden der Braut und dem Bräutigam gratuliert hatten, beendeten die meisten das Abendessen und schlenderten zu der Tanzfläche hinüber – für den großen Anlass waren auf dem Rasen extra Fliesen verlegt worden. An einem Ende der Tanzfläche spielte eine zwölf Mann starke Band eine laute, blecherne Version von »The Right Thing To Do« von Carly Simon, Carmens Lieblingssängerin.
Ich betrachtete die glitzernde Menge. Joanne und Berkley. Carmen und Sam. Henry und Lulu. Selbst mein Vater tanzte mit einer von Bigtimes reichen, einsamen Witwen. Paare, Paare überall. Aber kein Travis.
Kein Travis.
Die glückliche Society-Szene und die Paare ringsum machten mich fertig. Ich brauchte ein wenig Ruhe und Frieden.
Sofort.
Ich drängelte mich durch die Menge, riss eine Seitentür auf und stapfte in das Herrenhaus. Wie immer begrüßte mich das glänzende Drum und Dran in der Villa, aber ausnahmsweise beachtete ich es gar nicht. Es würde Sam nicht gefallen, wenn ich versehentlich eine alte Ritterrüstung schmolz oder einen weiteren seiner Monets grillte. Bei meiner Laune würden sie brennen wie trockenes Zeitungspapier.
Die Musik, das Gelächter und die glücklichen Laute verebbten. Bald schon hörte ich nur noch das Klappern meiner Absätze auf dem Parkett. Ich ging in eines der vielen »Spielzimmer«, von denen es im Herrenhaus nur so wimmelte, und ließ mich auf die Ledercouch sinken. Ein Großbildfernseher nahm die Wand vor mir ein und in der Mitte des Raums lud ein Billardtisch zum Spielen ein. Dartboards, Flipper und Spielautomaten standen überall herum, aber ich sah sie nicht wirklich. Ich sah nichts von alledem.
Ich drehte den Ring an meinem Finger. Er war nicht annähernd so groß wie der von Joanne James, aber er bedeutete mir alles. Selbst jetzt.
Travis …
Mein Herz krampfte sich zusammen wie ein Putzlappen, der ausgewrungen wurde.
»Eine schöne Brautjungfer ganz allein. Was für ein trauriges, trauriges Klischee«, vernahm ich plötzlich eine leise, kultiviert klingende Stimme.
Ich schaute auf. Ein Mann stand in der Tür. Er musste gut eins achtzig groß sein, mit einer wahren Mähne dunkelblonden Haars, das sich um den Kragen seines tadellosen Smokings lockte. Blitzende, grüne Augen standen in einem hübschen Kontrast zu seiner goldenen Haut und ließen ihn im Schatten wie einen geschmeidigen Löwen wirken. Er trat ein. Der schwarze Anzug umschmeichelte seine perfekte Figur mit selbstverständlicher Eleganz. Er stand ihm ausgezeichnet. Andererseits hätte so ziemlich alles an ihm ausgezeichnet ausgesehen.
Meine Augen weiteten sich. Wenn Sam so gut aussah, als wäre er gerade einem Herrenmagazin entsprungen, dann war dieser Bursche der Sexiest Man of the Universe. Lecker.
Der Fremde starrte mich an und um seine Augen herum bildeten sich kleine Fältchen. Die Erheiterung, die ihm im Gesicht geschrieben stand, ließ ihn noch besser aussehen, auch wenn er mich zu verspotten schien. Es gefiel mir nicht, wenn man mich verspottete, und es gefiel mir vor allem nicht, wenn man auf mich herabschaute. Ich stand auf und warf mein langes Haar zurück. Mit meinen Stilettos war ich nur einen Zentimeter kleiner als er.
»Ich bin kein Klischee«, fauchte ich.
»Wirklich nicht? Sie waren doch eine der Brautjungfern, richtig?«
»Ja.«
»Und Sie sitzen ganz allein hier herum.«
»Ja.«
»Und Sie sind ganz gewiss schön.«
»Oh, ja.«
Bescheidenheit war eine weitere meiner nicht existierenden Tugenden. Auf einer Skala von eins bis zehn war ich eine solide achteinhalb. Mit den blonden Haaren, den blauen Augen und den ellenlangen Beinen hatte ich den Barbie-Look, den Männer so liebten. Das einzige Problem war, dass sie dachten, ich wäre auch so dumm wie eine dieser Plastikpuppen. Das Gleiche galt für mein Alter Ego Fiera. Mehr als ein Superschurke hatte sich übel verbrannt, indem er mich unterschätzt hatte.
Trotzdem, sein Kompliment gefiel mir. Jede Frau hörte gern, dass sie schön sei, aber aus dem Mund von Mr Supermodel klang es … noch besser. Ehrlicher. Erotischer.
»Wenn das alles kein Klischee ist, dann weiß ich nicht, was es ist.« Seine Stimme war tief, mit dem Anflug eines Akzents, den ich nicht recht einordnen konnte. Weiße Zähne glänzten in seinem gebräunten Gesicht und steigerten seinen bereits atemberaubenden Sex-Appeal noch einmal.
Ich verschränkte die Arme vor der Brust und ging meine mentale Kartei der Junggesellen von Bigtime durch. Keine Übereinstimmung. Er musste neu in der Stadt sein. Ich hätte mich gewiss an ihn erinnert. Mein Blick wanderte über seinen Anzug, der perfekt über seinen breiten Schultern und seiner Brust saß. O ja. Ich hätte mich an ihn erinnert.
Plötzlich wurde mir bewusst, dass ich schon wieder den Ring an meinem Finger drehte. Verdammt noch mal! Ich hatte mich wegen Travis gegrämt und im nächsten Moment einen Wildfremden angegafft. Ich sollte wirklich dringend flachgelegt werden, bevor meine Hormone die Kontrolle übernahmen. Buchstäblich.
Der Mann sprach weiter: »Und Sie haben traurig und einsam ausgesehen, wie Sie da gesessen und ins Leere geschaut haben.«
»Ich habe nichts dergleichen getan.«
Ich konnte ihm schlecht erzählen, dass ich den Ring betrachtet hatte, den mein ermordeter Verlobter mir vor seinem Tod geschenkt hatte. Mein Schmerz ging nur mich etwas an. Ich sprach nicht mit Fremden darüber. Davon abgesehen, wusste niemand außer den Fearless Five, dass Travis und ich verlobt gewesen waren. Es war ein weiteres kleines Geheimnis, das wir für uns behalten hatten.
»Ich habe mir nur eine Pause von der Feier gegönnt«, antwortete ich mit meiner besten gelangweilten Society-Stimme. »Dieses ganze Glück kann nach einer Weile ein wenig nerven.«
»Wirklich? Sie wissen, dass wir unsere eigene Feier veranstalten könnten, Sie und ich.«
Ich verkniff mir ein Lachen. Das war eine der lahmsten Anmachen, die ich je gehört hatte.
»Wirklich? Und wie könnten wir das tun?«
»Das will ich Ihnen gern zeigen.«
Ein diabolisches Grinsen blitzte in seinen Zügen auf, dann zog er mich in seine Arme und drückte seine Lippen auf meine.

Jennifer Estep

Über Jennifer Estep

Biografie

Jennifer Estep ist Journalistin und SPIEGEL-Bestsellerautorin. Sie schloss ihr Studium mit einem Bachelor in Englischer Literatur und Journalismus und einem Master in Professional Communications ab und lebt heute in Tennessee. Bei Piper erscheinen ihre Young-Adult-Serien um die »Mythos Academy«,...

Pressestimmen

literaturmarkt.info

»Sobald man ›Hot Mama‹ zu lesen beginnt, ist es vorbei mit etwaiger Langeweile, und ebenso mit der größten Laus auf der Leber. Gute Laune absolut garantiert!«

Fragen und Antworten zu Jennifer Estep
Sie haben Fragen zum Autor? Wir haben das Wichtigste für Sie zusammengefasst.
Wie viele Teile gibt es von der »Mythos Academy«-Reihe?
Es gibt insgesamt 6 Bücher rund um die Abenteuer von Gwen Frost sowie ein Malbuch zur »Mythos Academy«-Serie. Im Oktober 2017 startete außerdem eine neue Reihe innerhalb der »Mythos Academy«-Welt: In der »Mythos Academy Colorado«-Reihe ist Gwens Cousine Rory Forseti die Hauptfigur.
Sind Bücher von Jennifer Estep verfilmt worden?
Nein, die Bücher von Jennifer Estep sind bislang nicht verfilmt worden.
Wie heißt das neue Buch von Jennifer Estep?
Das neue Buch von Jennifer Estep heißt »Bitterfrost« und ist Band 1 der »Mythos Academy Colorado«-Reihe.
Welche Bücher sind ähnlich zur »Frostkuss«-Reihe?
Wer die Bücher rund um die »Mythos Academy« mag, dem empfehlen wir die »Black Blade«-Reihe von Jennifer Estep sowie die Bücher der Serie »Bitter & Sweet« von Linea Harris.

Kommentare zum Buch

Ein toller zweiter Teil
Life of Books am 12.11.2017

Meine Meinung Das Cover ist ähnlich dem Cover des 1. Teil der Bigtime-Reihe. Es unterscheidet sich nur in der Farbgebung und das die Superhelden Figur diesmal auf der rechten Seite des Covers zu finden ist. Die Figur stellt den Hauptcharakter dieses Bandes, Fiona alias Fiera sehr gut da. Die Pose, das Feuer in der Hand und die Stöckelschuhe lassen schon viel von Fionas Charakter erkennen. Nach dem ersten Teil der Reihe, war mit klar, dass ich den zweiten Teil unbedingt lesen will, da mich die Fearless Five in ihren Bann gezogen haben. In diesem Teil ist der Hauptcharakter Fiona Fine, die man im ersten Teil schon als Teil der Fearless Five kennen gelernt hat. Fiona hat im ersten Teil ihren Verlobten verloren und trauert ihm noch sehr nach. Sie fühlt sich noch nicht bereit für einen neuen Mann, weil sie einfach noch zu sehr an ihrem verstorbenem Verlobten hängt. Auf einer Feier (der Grund der Feier wird an dieser Stelle nicht verraten, da dieses den 1. Teil zu sehr spoilern würde) der Fearless Five lernt Fiona den Geschäftsmann Johnny Bulluci kennen und fühlt sich sofort von ihm angezogen trotz der Gedanken an ihren verstorbenen Verlobten. Dieses sehr nette Treffen und Gespräch wird allerdings leider von den neuen Superschurken in Bigtime Siren und Intelligal, die die Feier crashen gestört. Was führen die Superschurkinnen nur im Schilde? Was für einen Plan verfolgen sie? Wird Fiona das Rätsel um die Superschurkinnen zusammen mit den Fearless Five lösen können? Wird Fiona über ihren Schatten springen können und sich auf ein Date mit Johnny Bulluci einlassen können? Eine spannende, actionreiche und sehr heiße Geschichte beginnt… Der Schreibstil von Jennifer Estep hat mich schon in der Black Blade Reihe überzeugt und in seinen Bann gezogen. Dieses muss ich auch von der Bigtime-Reihe behaupten. Allerdings muss ich dazu sagen, dass der Schreibstil sich, meiner Meinung nach, in dieser Reihe mehr an erwachsende richtet als an jugendliche wie in der Black Blade Reihe. Mich hat das Thema Superhelden nie wirklich interessiert, weil es einfach nicht mein Genre war, die Bigtime Reihe hat mich jetzt trotz dessen sehr überzeugt und ich würde mich sehr über einen weiteren Teil der Reihe, der sich dann eventuell um die noch nicht so genau beleuchteten Mitglieder der Fearless Five handelt, freuen. Mein Fazit Das Buch „Hot Mama: Bigtime 2“ von Jennifer Estep bekommt von mir 5 von 5 Sternen. Wer Superhelden Geschichten verknüpft mit einer Liebesgeschichte mag, dem ist dieses Buch sehr ans Herz zulegen. Wie oben schon erwähnt würde ich mich über eine Fortsetzung der Reihe sehr freuen.

Fehlende Spannung, vorhersehbare Story
Book-addicted am 11.10.2017

-> Wieso wollte ich dieses Buch lesen? Nachdem ich Band 1 der neuen Reihe von Jennifer Estep gelesen und für "ganz gut" befunden hatte, war ich sehr neugierig auf den Folgeband!   
-> Cover: Das Cover gefällt mir ehrlich gesagt nicht so besonders gut, da gab es von Jennifer Estep schon deutlich ansprechendere! Dennoch passt es irgendwie zur Geschichte, denn auch diese ist wieder etwas komplett anderes, als die übrigen Geschichten der Autorin.   
-> Story + Charaktere: Der erste Band sollte bekannt sein, bevor man sich diesem Buch widmet, da häufig das Wissen aus Band 1 gefordert ist.   Nachdem mir Band 1 noch relativ gut gefallen hatte (4/5 Sterne), so empfand ich die Fortsetzung "Hot Mama" als deutlich schlechter. Da bereits der erste Band schon sehr vorhersehbar war, hatte ich mir hier nicht unbedingt mehr erhofft, leider wurde ich eher noch enttäuscht, denn Band 2 war NOCH vorhersehbarer. Leider nicht für die Protagonistin Fiona Fine, denn bis sie verschiedene Zusammenhänge versteht und kombinieren kann, vergeht einige Zeit.... und für den Leser bedeutet das: keine Spannung. So zieht sich das Buch dann doch über 400 Seiten hinweg, was jedoch leider nur durch tolle Charaktere aufgehoben werden kann - aber wenigstens das.   Auch wenn Fiona etwas blind für Zusammenhänge zu sein scheint, mochte ich sie eigentlich ganz gerne - auch wenn mir ihr Essverhalten nach und nach ein wenig auf den Keks ging, denn auch wenn ihr Stoffwechsel extrem gut arbeitet, störten mich die Aufzählungen dessen, was sie so vertilgt. Nachdem man Fiona in Band 1 als Nebenfigur erlebt, hätte ich mir außerdem ein wenig mehr Pepp für die Figur gewünscht - mir persönlich war sie ehrlich gesagt noch ein wenig zu zahm.   -> Schreibstil: Der Schreibstil entsprach dem üblichen Stil von Jennifer Estep: Lebhaft, bildhaft, gut verständlich. Erzählt wurde die Geschichte in der Vergangenheitsform aus Sicht der Protagonistin Fiona Fine.   
-> Gesamt: Insgesamt fiel "Hot Mama" noch etwas schwächer aus, als der Vorgänger, denn nicht nur die Spannung fehlte, auch war vieles recht offensichtlich. Die Charaktere gefielen mir gut, der Schreibstil ebenso. Ich bin sehr gespannt, ob es einen Folgeband gibt - ich würde ihn auf jeden Fall dennoch lesen!

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