Himmler privat

Briefe eines Massenmörders

Erschienen am 10.02.2014
400 Seiten, Gebunden mit Schutzumschlag
Herausgegeben und kommentiert von Katrin Himmler und Michael Wildt. Mit 28 Fotos und 7 Faksimiles im Text
ISBN: 978-3-492-05632-8
€ 24,99 [D], € 25,70 [A]
Lieferzeit 3-4 Werktage

»Mir geht es bei sehr vieler Arbeit sehr gut.«

Heinrich Himmler 1941 an seine Frau Marga, vier Wochen nach dem deutschen Überfall auf die Sowjetunion

 

Als Heinrich Himmler und Marga Siegroth sich 1927 kennenlernen, ist die Zuneigung gegenseitig. Das Paar ist sich einig in seinem Antisemitismus (»das Judenpack«) wie in seinem Traum vom Landleben. Himmler, als Funktionär der NSDAP häufig »mit dem Chef« Hitler auf Reisen, rät seinem »Liebchen« aus der Ferne, den »Holunder als Mus einzumachen«; Marga berichtet ihrem Mann stolz, dass ihr Haus »Treffpunkt aller Nationalsozialisten« sei. Während Himmler nach 1933 zum mächtigsten Mann hinter Hitler aufsteigt und als Reichsführer SS und Chef der deutschen Polizei die »Endlösung der Judenfrage« organisiert, schickt er seiner »kleinen Frau«, die für das Rote Kreuz durch das besetzte Polen reist (»der unbeschreibliche Dreck«) »liebe Gedanken zum Muttertag«, brüstet sich mit der vielen »Arbeit« und legt Fotos von seinen Reisen zu den SS-Einsatzgruppen und Waffen-SS-Einheiten bei. Die Harmlosigkeit der Briefe ist nur scheinbar, hinter der kleinbürgerlichen Fassade werden die Gewalt und der Mangel an Empathie sichtbar, die auch das Privatleben der Himmlers prägten.

Leseprobe zu »Himmler privat«

Einleitung


I.

Unmittelbar nach Kriegsende, im Frühjahr 1945, traf ein U. S. Intelligence Officer in Gmund am Tegernsee auf zwei amerikanische G. I.s, die sich offensichtlich im »Haus Lindenfycht«, dem Privatdomizil Heinrich Himmlers, mit »Souvenirs« versorgt hatten. Der Offizier, ein Historiker, erkannte schnell, was die beiden mit sich trugen, und versuchte ihnen die Funde abzukaufen. Einer der beiden willigte ein, und so erwarb der Offizier ein Konvolut mit privaten Dokumenten der Familie Himmler, unter anderem die handschriftlichen Tagebücher des jungen Heinrich Himmler aus den [...]

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Katrin Himmler

Katrin Himmler

Katrin Himmler, geboren 1967 in Dinslaken, ist Politikwissenschaftlerin und lebt als Autorin in Berlin. 2005 veröffentlichte sie »Die Brüder Himmler. Eine deutsche Familiengeschichte«. Heinrich Himmler war ihr Großonkel.

Michael Wildt

Michael Wildt

Michael Wildt, geboren 1954 in Essen, ist Inhaber des Lehrstuhls für »Deutsche Geschichte im 20. Jahrhundert« an der

Humboldt-Universität zu Berlin. Seine Studie »Generation des Unbedingten« (2002) gilt als Schlüsselwerk zum Verständnis des Nationalsozialismus.

0 Buchblog Veröffentlicht am 04.02.2014

Himmler privat - Inhalt

Ein Überblick zum Buch »Himmler privat«: Einleitung   Aufbau der Edition   Danksagung    Briefe 1927–28  »[…] von unserem Heim, unserer Burg, da wird alles Schmutzige ferngehalten.« Heinrich Himmler am 15. Februar 1928 ...
0 News Veröffentlicht am 28.01.2014

Erstmals veröffentlicht: Der Briefwechsel zwischen Heinrich Himmler und seiner Frau.

Das Buch zum Titelthema der »Welt am Sonntag«: Professor Michael Wildt (Humboldt-Universität Berlin) und Katrin Himmler veröffentlichen erstmals die privaten Briefe Heinrich Himmlers an seine Frau, die lange als verschollen galten, und die ...

Medien zu »Himmler privat«



Rezensionen und Pressestimmen

Münchner Merkur


»›Himmler privat‹ verstört nachhaltig und veranschaulicht zugleich, wie Recht Hannah Arendt 1963 mit ihrer Analyse der ›Banalität des Bösen‹ hatte.«   

Neue Luzerner Zeitung (CH)


»Die Schilderungen von der Kriegsfront sind von geradezu erschreckender Harmlosigkeit.«   

Saarbrücker Zeitung


»Die Echtheit der Schriftstücke ist von Wissenschaftlern bestätigt, die Banalität des Bösen erschreckt.«   

Frankfurter Allgemeine Zeitung


»Man staunt - aber eher über die furchtbare Normalität.«   

Rheinische Post


»Es sind solche Briefe des Alltags und der kleinen familiären Sorgen, die die Täter des Massenmordes als Menschen beschreiben, die unter uns und vielleicht sogar Nachbarn waren. Und genau das ist es auch, was die Briefe an Marga so furchterregend macht.«   

Stuttgarter Zeitung


»Die Geschichte der Nazizeit muss nicht umgeschrieben werden. Man erkennt vielmehr, wie nah das Böse uns auch heute noch sein könnte.«   

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