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Großer Bruder

Großer Bruder

Roman

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Großer Bruder — Inhalt

Pandora war immer nur die kleine Schwester. Ihr Bruder Edison, der geniale New Yorker Pianist, stand von Anfang an im Vordergrund und würde irgendwann ganz oben stehen, da waren sich alle sicher. Als er nun Pandora und ihre Familie im ländlichen Iowa besucht, muss sie erschreckt feststellen, dass der bewunderte große Bruder sich nicht nur in der Lebenslüge vom erfolgreichen Musiker eingerichtet hat, sondern inzwischen über 150 Kilo wiegt. Vor allem die Spannungen zwischen Edison und ihrem Mann Fletcher nehmen mit jeder Mahlzeit, mit jedem Gespräch über Disziplin und maßvolles Leben zu. Statt ihn rauszuschmeißen beschließt Pandora, Edison einer radikalen Diät zu unterziehen. Sie zieht mit ihm von zu Hause aus, um sich ganz diesem Ziel widmen zu können. Aber Fletcher weigert sich, Pandoras Plan zu unterstützen – und sie begreift, dass sie nur eines retten kann: ihre Ehe oder ihren Bruder.

€ 8,99 [D], € 8,99 [A]
Erschienen am 31.03.2014
Übersetzt von: Susanne Hornfeck
448 Seiten, WMEPUB
EAN 978-3-492-96636-8

Leseprobe zu »Großer Bruder«

Kapitel 1

Ich frage mich, ob es in meinen gut vierzig Lebensjahren ein einziges Highlight gegeben hat, das mit dem Essen zu tun gehabt hätte. Ich meine keine feierlichen Abendessen in guter Gesellschaft; ich meine das Kauen, Einspeicheln und Verdauen von Nahrung. Obwohl ich andauernd esse, kann ich mich an nur wenige Mahlzeiten genauer erinnern, eher sind mir Lieblingsfilme, Freundschaften, Uniabschlussfeiern im Gedächtnis geblieben. Daraus folgt, dass mir Filme, menschliche Nähe und Bildung offenbar wichtiger sind als die Nahrungsaufnahme. Würde ich [...]

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Kapitel 1

Ich frage mich, ob es in meinen gut vierzig Lebensjahren ein einziges Highlight gegeben hat, das mit dem Essen zu tun gehabt hätte. Ich meine keine feierlichen Abendessen in guter Gesellschaft; ich meine das Kauen, Einspeicheln und Verdauen von Nahrung. Obwohl ich andauernd esse, kann ich mich an nur wenige Mahlzeiten genauer erinnern, eher sind mir Lieblingsfilme, Freundschaften, Uniabschlussfeiern im Gedächtnis geblieben. Daraus folgt, dass mir Filme, menschliche Nähe und Bildung offenbar wichtiger sind als die Nahrungsaufnahme. Würde ich jedoch ehrlich die Zeit aufaddieren, die ich tagaus, tagein mit Menüplanung, Einkaufen, Vorbereitung und Kochen, Tischdecken und Aufräumen verbringe, dann verweist das Essen meine Leidenschaft für romantische Komödien allemal auf die Plätze; ebenso meine Zuneigung für andere Menschen, sogar jene, von denen ich behaupten würde, dass ich sie liebe. Ich habe insgesamt weniger über meinen Mann nachgedacht als über das Mittagessen. Rechnet man noch die Zeit hinzu, in der ich mir wegen meiner Schwäche für Zitronen-Baiser-Tarte Vorwürfe gemacht habe oder schwor, am nächsten Tag aufs Frühstück zu verzichten, so scheint es, als drehte sich mein Leben um nichts anderes als ums Essen.

Und wenn also das Essen bei mir einen so peinlich zentralen Stellenwert einnimmt, warum kann ich mich dann im Detail an nur so wenige Mahlzeiten erinnern?

Wie den meisten Menschen sind mir die Leibspeisen meiner Kindheit am stärksten im Gedächtnis geblieben, und wie den meisten Kindern schmeckten mir simple Dinge am besten: Toast, Backpulverplätzchen, Salzcracker. Mein Gaumen hat sich im Erwachsenenalter weiterentwickelt, nicht aber mein Charakter. Als kleines Mädchen war ich die Folie, vor der andere sich produziert haben, und so ist es geblieben.

Es ändert zwar nichts an meinem Unbehagen, aber immerhin eine kleine Entschuldigung für vorwiegend organisatorisches Interesse an Ernährungsfragen kann ich vorbringen. Ich habe elf Jahre lang einen Cateringservice betrieben. Man könnte also erwarten, dass ich zumindest die Triumphe meiner Firma Breadbasket, Inc. in Erinnerung behalten hätte. Aber dem ist nicht so. Von experimentierfreudigen Akademikern einmal abgesehen, bevorzugt der durchschnittliche Bewohner Iowas konventionelle Kost, und alles, woran ich mich in Zusammenhang mit meiner Arbeit erinnern kann, ist eine endlose Folge von Ka­rotten­kuchen, Lasagne und Maisbrot mit Sauerrahm. Was mir in allen Einzelheiten im Gedächtnis geblieben ist, sind die Miss­geschicke: der indische Rosenwasserpudding aus Reismehl, der sich in eine klebrig-viskose Masse verwandelte, die als Tapetenkleister getaugt hätte. Der Rest – die Lachsröllchen an Irgendwas, das sautierte Soundso mit einer Prise Wasauchimmer, sie sind vergessen.

Meine Theorie: Es liegt an der flüchtigen Natur der Nahrung. Sie ist mehr Konzept als Substanz, sie ist die Idee von Befriedigung und damit wesentlich eindrücklicher als die Befriedigung selbst. Die nachhaltigste Erfahrung bei der Nahrungsaufnahme ist das Dazwischen: Man erinnert sich an den letzten Bissen und freut sich auf den nächsten. Das eigentliche Essen scheint hin­gegen gar nicht stattzufinden. Diese Unfähigkeit zur Erlösung macht Tafelfreuden so verlockend und zugleich so gefährlich.

Alles bloß triviale Überlegungen? Da bin ich mir nicht so sicher. Wir sind Tiere; mehr noch als die zur Reproduktion dringend notwendige Sexualität liegt das Bedürfnis nach Nahrung nahezu jedem menschlichen Bestreben zugrunde. Als unübersehbare Sieger im Kampf um die Ressourcen sind die Beleibteren unter uns zweifellos wandelnde biologische Erfolgsgeschichten. Aber wie uns jede überbevölkerte Herde Rotwild bestätigen kann: Die Natur bestraft den Erfolg. Unser Instinkt zu horten, das sorgfältige Vergraben von Eicheln für den langen Winter, es mag im Sinne Darwins noch so schlau sein, wird mein Land über kurz oder lang jedoch umbringen. Und darum frage ich mich, ob das Thema wirklich so trivial ist. Das Schicksal meines Landes liegt mir vielleicht nicht so sehr am Herzen. Mein Bruder jedoch sehr.

Geschwistergeschichten reichen grundsätzlich weit zurück, aber für unsere Zwecke genügt es, jenes Kapitel im Leben meines Bruders aufzuschlagen, das bezeichnenderweise mit einem Mittagessen begann. Es muss ein Wochenende gewesen sein, da ich noch nicht auf dem Weg in die Firma war.

Wie damals üblich kam Fletcher, mein Mann, früh aus seiner Werkstatt im Keller zu mir hinaufgestiegen. Er war seit fünf Uhr wach und gegen Mittag entsprechend ausgehungert. Als freischaffender Möbelschreiner, der wunderbare, aber unbezahlbare Unikate anfertigte, konnte er jederzeit in seine Werkstatt ab- und nach Belieben wiederauftauchen. Seine »Morgenstund-hat-Gold-im-Mund«-Einstellung war reines Getue. Er umgab sich gern mit der Aura des Asketen; Härte und Entschlossenheit, Disziplin und Entsagung, das waren die Attribute, mit denen er seinen eigenen Charakter beschrieben hätte.

Mich regte diese Frühaufsteherroutine auf. Damals war ich noch nicht einsichtig genug, für solche auf der Richterskala unserer Beziehung eher marginalen Unstimmigkeiten dankbar zu sein; Fletchers allmorgendlich gestellter Wecker würde sehr bald eine unserer geringeren Sorgen sein. Hinterher ist man immer schlauer; im Rückblick wirkte die Szene geradezu heiter. Aber damals war mein Ärger über die Selbstgefälligkeit, mit der er sich aus dem Bett schwang, durchaus real. Der Mann ging abends um neun Uhr ins Bett. Er bekam seine acht Stunden Schlaf wie jeder normale Mensch. Was bitte hatte das mit Entsagung zu tun?

Wie bei vielen anderen Marotten meines Mannes klinkte ich mich aus seinem Programm aus und schlief, solange ich wollte. Ich bin mein eigener Boss und hasse das Frühaufstehen. Schwaches Morgenlicht verbinde ich mit bitterem Filterkaffee, der zu lange auf einer Wärmeplatte dahingedümpelt hat. Und um neun ins Bett zu gehen, das hätte mich an die Zeiten erinnert, als die Erwachsenen mich ins Bett schickten, um anschließend ihren Spaß zu haben. Die Einzigen, die bei diesem Arrangement Spaß gehabt hätten – und zwar eindeutig zu viel–, wären die Teenager Tanner und Cody gewesen, die ebenfalls nicht bereit waren, die bäuerlichen Aufstehzeiten ihres Vaters mitzumachen.

Weil ich gerade erst meinen Frühstückstoast verdrückt hatte, war ich natürlich noch nicht wieder hungrig – außerdem hatte mir ein unangenehmer Anruf den Appetit verdorben. Ich weiß nicht mehr, was wir aßen, vermutlich braunen Reis mit Brokkoli. Damals gab es ständig braunen Reis mit Brokkoli.

Zunächst schwiegen wir uns an. Als wir uns sieben Jahre zuvor kennengelernt hatten, war unser einvernehmliches Schweigen etwas Wunderbares gewesen. Was mich ursprünglich einmal­ an der Ehe abgeschreckt hatte, war unter anderem die Aussicht auf das ständige Geplapper gewesen. Fletcher teilte diese Ansicht, obwohl sein Schweigen eine ganz andere Beschaffenheit hatte als meines: Es war dicker und konzentrierter, undurchsichtig wie ein Schwamm. Seine Stille war reichhaltig und das Pendant zu meiner cooleren, glatteren Stille. Meine Stille schien vor sich hin zu summen, auch wenn ich gar nicht summte; kulinarisch gesprochen glich sie einer leichten, kalten Suppe, einem Gaz­pacho. Fletcher dagegen schwieg wie Rotweinsoße. Er rang mit den Problemen, während ich sie einfach löste. Wir passten also bestens zueinander.

An diesem Mittag aber schmeckte das Schweigen nach Ausflucht und Hinhalterei. Seine Konsistenz glich der jenes desaströsen Rosenwasserpuddings. Ich probte meinen Einleitungssatz mehrmals im Kopf, bevor ich ihn laut aussprach: »Slack Muncie hat heute Vormittag angerufen.«

»Wer ist Mack Muncie?«, fragte Fletcher geistesabwesend.

»Slack. Ein Saxofonist. Aus New York. Ich habe ihn ein paarmal getroffen. Er ist ziemlich bekannt, aber wie fast alle in der Szene muss er jeden Gig annehmen, um zu überleben. Spielt auch bei Hochzeiten und in Restaurants, wo während der Musik gequatscht wird.« Das war genau jene Art von »Konversation«, die ich verabscheute.

Fletcher sah mich an. »Wie genau kennst du ihn?«

»Er ist einer von Edisons ältesten Freunden. Einer von den verlässlichen.«

»Dann muss er ja«, sagte Fletcher, »eine Engelsgeduld haben.«

»Edison wohnt bei ihm.«

»Ich dachte, dein Bruder hätte eine eigene Wohnung. Über seinem Jazzklub.« Das »seinem« tränkte Fletcher mit hörbarer Skepsis. Er glaubte nicht, dass Edison jemals einen eigenen Jazzklub geführt hatte.

»Offenbar nicht mehr. Slack wollte nicht in die Details gehen, aber es muss da eine… hm… Geschichte geben.«

»Oh, ich bin mir sicher, dass es da eine Geschichte gibt. Nur dass sie vermutlich nicht wahr ist.«

»Edison übertreibt manchmal ein wenig. Man darf nicht alles, was er sagt, wörtlich nehmen«, sagte ich. »Man muss ihn übersetzen.«

»Dein Bruder ist obdachlos und schmarotzt bei seinen Freunden – wäre das eine gute Übersetzung?« Fletcher sprach von Edison nur als »dein Bruder«. In meinen Ohren klang das wie »dein Problem«.

»Kommt ungefähr hin«, sagte ich.

»Und er ist pleite.«

»Edison hatte schon öfter schwierige Phasen. Zwischen seinen Tourneen.«

»Und infolge irgendeiner mysteriösen Geschichte – zum ­Beispiel, weil er die Miete nicht bezahlt – hat dein Bruder seine Wohnung verloren und pennt jetzt bei anderen auf dem Sofa.«

»Ja«, räumte ich ein. »Und jetzt scheinen ihm die Sofas auszugehen.«

»Und warum meldet sich dann dieser Slack-Typ bei uns und nicht dein Bruder?«

»Also, ich glaube, Slack war unheimlich großzügig, obwohl seine Wohnung eher klein ist. Zwei Zimmer, in denen er selbst lebt und täglich übt.«

»Spuck’s aus, Liebling. Sag, was immer du auf dem Herzen hast.«

Ich schob ein nahezu ungekochtes Brokkoliröschen auf meinem Teller hin und her. »Er sagt, es sei einfach nicht genug Platz. Für zwei. Und die meisten Kollegen sind verheiratet und haben Kinder, und… Edison kann nirgendwo anders hin.«

»Nirgendwo anders als wo?«

»Wir haben doch jetzt ein Gästezimmer«, flehte ich. »Es wird nur benutzt, wenn Solstice alle zwei Jahre zu Besuch kommt. Außerdem ist er… mein Bruder.«

Fletcher ist ein beherrschter Mensch, dem man seine Verärgerung selten ansieht. »Du sagst das, als würdest du eine Trumpfkarte ausspielen.«

»Es wäre mir wichtig.«

»Warum geht er nicht zu Travis? Oder zu Solstice?

»Mein Vater ist unerträglich und schon über siebzig. Als Solstice geboren wurde, war Edison praktisch aus dem Haus. Er und Solstice kennen sich kaum.«

»Du hast noch andere Verpflichtungen. Gegenüber Tanner und Cody, gegenüber mir. Und gegenüber«, hier machte er eine vielsagende Pause, »Baby Moronic.«

»Slack klang ziemlich verzweifelt. Ich musste etwas sagen.«

»Du hättest sagen sollten: ›Tut mir leid, aber da muss ich erst mit meinem Mann reden.‹«

»Vielleicht wusste ich ja, was du sagen würdest.«

»Und das wäre?«

Ich lächelte, schwach. »Etwas wie ›Nur über meine Leiche‹.«

Er lächelte, schwach. »Ganz richtig.«

»Ich weiß, es ist nicht gut gelaufen bei seinem letzten Besuch.«

»Das kann man wohl sagen.«

»Ihr scheint euch nicht verstanden zu haben.«

»Kein ›scheint‹ – wir haben uns nicht verstanden.«

»Bei jedem anderen wäre mir das egal. Aber nicht bei ihm. Es würde mir viel bedeuten, wenn du dich ein bisschen anstrengen könntest.«

»Hast du eigentlich während dieser ganzen Verhandlung ein einziges Mal direkt mit deinem Bruder gesprochen? Dieser Freund will ihn sich doch nur vom Hals schaffen.«

»Vielleicht ist es Edison peinlich. Er möchte seine kleine Schwester nicht um einen Gefallen bitten.«

»Kleine Schwester! Du bist vierzig Jahre alt.«

Fletcher ist ein Einzelkind, er versteht nichts von Geschwistern, weiß nicht, wie dauerhaft die Gegebenheiten einer solchen Beziehung sind. »Sweetheart, ich werde immer Fletchers kleine Schwester sein, auch wenn ich fünfundneunzig bin.«

Fletcher weichte den Reistopf im Ausguss ein. »Du hast doch jetzt Geld. Auch wenn ich nie genau weiß, wie viel eigentlich.« (Nein, das würde er nie genau wissen. Da bin ich eigen.) »Schick ihm doch einfach einen Scheck. Genug für die Kaution und ein paar Monatsmieten. Problem gelöst.«

»Ihn bestechen, damit er uns verschont?«

»Es würde ihm hier sowieso nicht gefallen. Iowa ist nicht gerade berühmt für seine Jazzszene.«

»In der Stadt gibt es ein paar Klubs.«

»Dilettanten, die den Hut rumreichen, werden unseren internationalen Jazzpianisten nicht zur Begeisterung hinreißen.«

»Slack hat angedeutet, dass Edison nicht ›in Bestform‹ sei. Er sagt, Edison brauche jemand, der sich ›um ihn kümmert‹. Er meint, das Selbstvertrauen meines Bruders habe gelitten.«

»Das sind ja großartige Neuigkeiten.«

»Mein Geschäft läuft gut«, sagte ich ruhig. »Das sollte doch für etwas gut sein. Zum Beispiel für ein bisschen Großzügigkeit.« So großzügig, wie ich zu dir war, hätte ich fast hinzugefügt, und zu den Kindern, die nicht die meinen sind.

»Und damit zwingst du die ganze übrige Familie, sich an der Großzügigkeit zu beteiligen.«

»Das ist mir bewusst.«

Fletcher stand über die Spüle gebeugt. »Tut mir leid, wenn ich herzlos erscheine. Im Grunde ist es egal, ob der Kerl mir auf die Nerven fällt oder nicht, er ist dein Bruder, und es muss dir nahegehen, dass er in Schwierigkeiten steckt.«

»Ja, sehr«, sagte ich dankbar. »Edison war immer eine große Nummer. Es passt einfach nicht ins Bild, dass er jetzt auf die Gastfreundschaft seiner Freunde angewiesen ist.« Ich brachte es nicht über mich, Fletcher zu erzählen, dass Edison und Slack offenbar Streit gehabt hatten. Die Dringlichkeit des Saxofonisten hatte einen unüberhörbaren Unterton von Verachtung gehabt.

»Aber selbst wenn wir beschließen, ihn aufzunehmen«, sagte Fletcher, »was wir keineswegs schon getan haben–, kann er nicht unbegrenzt bei uns bleiben.«

»Aber wir können ihm auch keinen Termin setzen.« Wenn man in solchen Kategorien denkt – und ich bevorzuge, es nicht zu tun –, dann hatte ich seit einigen Jahren das Sagen in unserem Haushalt. Aber mir lag nichts an der Macht, und normalerweise hoffte ich, dass meine Dominanz, wenn ich sie nicht ausspielte, einfach verschwand. Nun aber kam sie mir gelegen. »Wenn ich sage, ›nur für drei Tage‹ oder ›nur für eine Woche‹, dann klingt das, als könnten wir seine Gesellschaft nur für eine bestimmte Zeit ertragen.«

»Das stimmt doch auch«, erwiderte Fletcher knapp und überließ mir den Abwasch. »Ich fahr mal ’ne Runde.«

Natürlich, er fuhr jetzt ’ne Runde. Fast jeden Tag raste er stundenlang mit dem Rad in der Gegend herum – beziehungsweise mit einem seiner Räder. Er besaß vier, die sich den begrenzten Raum im Keller mit einigen unverkauften Couchtischen teilten. Dabei hatte der Raum so riesig gewirkt, als wir eingezogen waren. Ich selbst hatte ihm diese Räder gekauft, aber das wurde nicht erwähnt. Theoretisch legten wir unser Geld zusammen. Aber wenn der eine seinen Teil mit der Pipette zugab und der andere mit dem Frontlader, dann war »zusammenlegen« nicht das richtige Wort.

Seit mein Mann seine Obsession für das Radfahren entwickelt hatte, rührte ich meine Zehn-Gang-Klapperkiste nicht mehr an; mit platten Reifen stand sie im Keller und fing Staub. Das hatte ich zuvor selbst so entschieden, aus freiem Willen, es fühlte sich aber trotzdem an, als hätte man mir mein Rad gestohlen. Hätte ich das Ding nach oben gezerrt, die Kette geölt und mich – gemächlich – auf den Weg gemacht, hätte Fletcher mich nur ausgelacht. Also ließ ich es bleiben.

Jedes Mal, wenn Fletcher zu einer Tour aufbrach, war ich sauer. Wie konnte er diese Langeweile bloß ertragen? An manchen Nachmittagen verkündete er bei seiner Rückkehr mit forscher Genugtuung, dass er seine Zeit noch einmal verbessert habe, in der Regel um wenige Sekunden. Was brachte es schon, wenn er seine Runde durch die Maisfelder und am Fluss entlang um ein bisschen schneller zurücklegte? Er war sechsundvierzig, und der Computer an seiner Lenkstange würde demnächst ohnehin nur noch Enttäuschungen vermelden. Es gefiel mir zwar nicht, dass ich ihm diese Selbstverwirklichung missgönnte, aber er hatte schon seine Möbelschreinerei, das hätte eigentlich reichen sollen. Er benutzte diese Fahrten, um mich aus seinem Leben auszuschließen.

Ich war eine schlechte Ehefrau, eindeutig. Bewegung an der frischen Luft würde sein Leben verlängern. Nachdem Cleo, seine Ex, auf so bizarre Weise ausgestiegen war, hatte Fletcher sich erst recht zum Kontrollfreak entwickelt, und was Obsessionen anging, war das Radfahren ja noch harmlos. Durch den vielen Sport und seine strenge Diät hatte mein Mann das winzige Röllchen um seine Mitte eingebüßt, das er meinem Kartoffel­püree und meinen Muffins verdankt hatte. Ich mochte dieses Röllchen, es hatte ihn im doppelten Sinn weicher gemacht. Der Verweis auf einen kleinen Exzess, für den das Röllchen um Vergebung bat und sie zugleich gewährte.

Ich meinerseits hatte solche Vergebung dringend nötig. Während der vergangenen drei Jahre musste ich um die neun Kilo zugelegt haben (ich hasste es, mich auf der Waage mit exakten Zahlen zu konfrontieren). Solange mich die Leitung von Breadbasket auf Trab gehalten hatte, war ich ziemlich dünn gewesen. Im Cateringgeschäft bekam das Essen etwas Abstoßendes; ein Becher Frischkäse könnte genauso gut Mörtel sein. Aber bei meinem nächsten Unternehmen brachten die mexikanischen Arbeiterinnen ständig Platten mit Tamales und Enchiladas mit zur Arbeit. Beim Kochen war ich immer auf den Beinen gewesen, jetzt hockte ich nur noch in meinem Büro. Was dazu führte, dass ich den Großteil meiner Hirnaktivität an müßige Schwüre verwandte, etwa dass ich mich auf eine Mahlzeit pro Tag beschränken oder zukünftig zumindest die zweite gefüllte Paprika beim Mittagessen weglassen würde. Auf irgendeinem unbewussten, hochfrequenten Level war das Quietschen des demütigenden Hamsterrads in meinem Kopf sicherlich hörbar, dieser durchdringende, schrille Ton, den jede Frau aussandte, der ich im Supermarkt zwischen den Regalen begegnete.

Es war nicht fair, aber ich gab Fletcher die Schuld an diesen neun Kilo. Ich bin eher ein stiller Typ, der sich im Hintergrund hält, aber das machte mich noch lange nicht zum geborenen Opfer. Ich gehöre zu den Leuten, die man mit erhobenem Zeigefinger zurechtweisen kann, ohne dass sie widersprechen, und die jede Art von Bevormundung tapfer ertragen. Leute, die man mit dem Gefühl zurücklässt, ihnen so richtig die Meinung gesagt zu haben. Und dann drehe ich mich um und tue genau das, wovon man mir soeben dringend abgeraten hat.

Diesmal schoss ich mit meinem Widerspruchsgeist ein Eigentor. Ich fing an, zwischen den Mahlzeiten genau jene Dinge zu essen, die Fletcher gerade verdammte. (Seine Ablehnung gegen Käse war fatal. Am Tag nach seinem vernichtenden Urteil kam ich mit einem halben Rad Brie aus dem Supermarkt zurück.) Seine Verachtung für all jene Speisen, die ihn während unserer ersten Ehejahre so beglückt hatten – Bananensahnetarte, hausgemachte Pizza mit dickem Rand –, kränkte mich. Ich vermisste das Kochen, das auf mich immer therapeutisch gewirkt hat, und backte in letzter Zeit gelegentlich den Kokos-Schichtkuchen, den Fletcher boykottierte und den selbst die Kinder nicht anrührten, solange ihr Vater in der Nähe war. Und irgendwer musste den Kuchen dann ja essen.

Immerhin hatten wir uns auf ein Kompromissritual geeinigt. Von jeder verbannten Speise schnitt ich ihm ein kleines amuse-bouche ab und arrangierte es mit einem Klacks geschlagener Sahne, einem Zweiglein Minze oder ein paar taufrischen Johannisbeeren auf einem großen Porzellanteller und ließ das Ganze samt blitzender Silbergabel auf der Kücheninsel stehen. Dann machte ich mich aus dem Staub. Fletcher hätte niemals angebissen, während ich ihm zusah; dennoch bedeutete es viel für mich, wenn diese verbotenen Happen, die er mittlerweile für »giftig« erklärte, innerhalb einer Stunde verschwunden waren.

Zugegeben, seit mein Mann ein Ernährungsnazi war, wirkte er attraktiver, aber ich hatte mich ja schon vorher zu ihm hin­gezogen gefühlt. Eine gewisse Kantigkeit trat jetzt verstärkt hervor. Er hatte eine hohe Stirn und ein langes ovales Gesicht, das schütter werdende Haar trug er in kurzen Stoppeln, was seinen Kopf gleichmäßig und rund erscheinen ließ. Seine ausgeprägte Hakennase und die Nickelbrille verliehen ihm eine professionelle Strenge. Die breiten Schultern und die inzwischen schmale Taille machten mir seine körperliche Anwesenheit zum Vorwurf.

Während ich die Teller abräumte, ließ ich unser Gespräch noch einmal Revue passieren. Es hätte schlimmer kommen können. Fletcher hätte tatsächlich sagen können: »Nur über meine Leiche«; schlauerweise hatte ich es für ihn gesagt. Nie hätte ich ihn direkt gefragt: »Ist es in Ordnung, wenn mein Bruder eine Weile bei uns wohnt?« Das wäre auf ein klares Ja oder Nein hinaus­gelaufen.

Bei uns. Natürlich, es war unser Haus.

Nachdem ich den größeren Teil meines Lebens zur Miete gewohnt hatte, konnte ich es immer noch nicht fassen, dass das Haus am Solomon Drive mir gehörte. Ich hielt es fanatisch sauber, so als könnten die wahren Besitzer jederzeit unangekündigt zurückkommen. Es war größer als nötig; die Zahl der Küchenschränke lud zum Kauf von Pasta- oder Brotbackmaschinen ein, die man anschließend nur selten benutzte. Ich war selbst verblüfft, dass ich das Haus einfach so hatte kaufen können – und noch dazu in bar bezahlen–, und hatte es vermutlich nur deshalb getan, weil es mir plötzlich möglich gewesen war.

Außerdem wollte ich eine Werkstatt für Fletcher finden. Möbel sind seine Leidenschaft, und ich kaufte ihm diese Leidenschaft. Naiv, wie ich damals im Umgang mit Geld war, konnte ich nicht ahnen, dass er mir genau das eines Tages zum Vorwurf machen würde. Zu Beginn unserer Ehe arbeitete Fletcher in einem Agrarbetrieb, der genetisch verändertes Saatgut herstellte. Ich wollte es ihm ermöglichen, dort zu kündigen, er war einfach nicht der geborene Verkäufer – nicht etwa wegen öko­logischer Bedenken gegen die Manipulation der Natur oder aus politisch korrekter Empörung darüber, dass sich das amerikanische Großkapital etwas patentieren ließ, das eigentlich allen hätte zugänglich sein sollen. Ich habe nur wenige ausgeprägte Überzeugungen. Wenn ich mich gegen den Verkauf von krankheitsresistentem Mais auflehnte, würde er trotzdem irgendwann auf den Markt kommen. Die meisten Überzeugungen haben allenfalls Unterhaltungswert, ihre Kultivierung ist eine Form der Eitelkeit. Das ist auch der Grund, warum ich kaum Zeitung lese. Wenn ich von einem Attentat im Libanon erfahre, werden davon die Opfer auch nicht wieder lebendig. Meine Weigerung, eine Meinung zu gesellschaftlichen Dingen zu haben, mag mich zu einer langweiligen Person machen, aber ich bin gern langweilig. Es war mein lebenslanges Ziel, für niemanden irgendwie von Interesse zu sein.

Der »Interessante« in unserer Familie war Edison, und ich überließ ihm diese Rolle gern.

Dieses riesige, sterile Haus war das ideale Habitat für Fletchers Möbel. An diesem Punkt hatten die Werkstücke meines Mannes fast das gesamte Möbelhauszubehör aus unserem Haushalt ­verdrängt. Seine Kreationen waren so grazil, dass es mir beim Betreten des Wohnzimmers jedes Mal so vorkam, als hätten die Möbel eben noch wie scheue Rehe auf den Teppichen gegrast. Rückenlehnen schwangen aus wie Hirschgeweihe, Tischbeine tänzelten auf zierlichen Hufen, und die Couch musste mit schweren Kissen daran gehindert werden, dass sie aus der Tür stolzierte.

Obwohl Fletcher meinte, dass seine Arbeit mit der Zeit noch immer besser wurde, war mein Lieblingsstück doch eines seiner ersten. Wir nannten es den Bumerang. Die roten Lederpolster waren oval, die Rücken- und Armlehne schwang sich auf der einen Seite hoch hinauf und fiel auf der anderen in einer eleganten Kurve so weit ab, dass sie fast den Boden berührte. Dieses Sitzmöbel wirkte wie mit wenigen Pinselstrichen hingetuscht. Die Leisten, die die hohe Rückenlehne stützten, waren ebenfalls gebogen – laminiertes Makassar-Ebenholz, Rosenholz und Ahorn, die er eine Woche lang eingeweicht hatte, um sie biegen zu können. Der Bumerang war eine Art Talisman. Die meisten Menschen, die sich eine Fertigkeit angeeignet haben, hängen an einem solchen Meilenstein: der erste Beweis dafür, dass man etwas zustande gebracht hat. Ein Objekt, auf das man verweisen kann, wenn es mal nicht so gut läuft: Siehst du? Wenn du das geschafft hast, kannst du alles schaffen. Da ich nicht an fertigen Produkten hänge, habe ich selbst nichts Vergleichbares vorzuweisen. Mich interessiert der Prozess. Seien es nun Marmeladekuchen oder andere absurde Objekte, die ich verkaufe – für mich sind sie uninteressant, sobald sie fertig sind. Die Vollendung ist für mich die reizloseste Phase eines Projekts.

Nachdem ich den bräunlichen Rand vom Reistopf gekratzt hatte, schaute ich aus dem Fenster. Es hatte zu regnen begonnen, aber das würde meinen unerschrockenen Mann keineswegs nach Hause treiben. Im Schutz der Einsamkeit verzog ich mich nach oben in mein Arbeitszimmer und buchte ein Ticket von LaGuardia nach Cedar Rapids mit offenem Rückflug. Ich stellte einen Scheck über fünfhundert Dollar aus und schrieb »Kleinkram« in die Zeile für den Verwendungszweck. Dann steckte ich Scheck und Ticketausdruck in einen FedEx-Umschlag, adressierte ihn an die Anschrift, die Slack mir am Telefon diktiert hatte, und bestellte einen Fahrer über mein Konto.

Die Tatsache, dass ich dieses Haus vor zwei Jahren mit den Einnahmen aus meiner seltsamen Firma gekauft hatte, hätte mir eigentlich das »Recht« gegeben, meinen Bruder im Gästezimmer einzuquartieren, ohne um Erlaubnis zu fragen. Aber es wäre mir vulgär und undemokratisch vorgekommen, auf meine finan­zielle Übermacht hinzuweisen. In diesem Haus gab es drei ­Feuerbachs und nur eine Halfdanarson.

Was mich dazu bewog, Fletchers Widerstand zu ignorieren, war etwas anderes. Normalerweise bin ich kein Opfer von Familienbanden. Später würde ich erkennen müssen, wie tief die Beziehung zu meinem Vater wirklich ging, aber dazu musste ererst das Zeitliche segnen; in der Zwischenzeit blieb es mir freigestellt, ihn unerträglich zu finden. Meine Schwester Solstice war so viel jünger, dass ich fast ihre Tante hätte sein können, und sie war es, die darauf bestand, mich jeden zweiten ­Sommer in Iowa zu besuchen. (Sie wuchs in den Ruinen einer durchgeknallten, zerrütteten Familie auf, die sie mit den üblichenKlischees zu beschönigen suchte. Sie war die Einzige, die Geschenke kaufte, Karten verschickte und Besuche machte, deren perfekte Regelmäßigkeit den faden Beigeschmack von Disziplin hatten.) Magnolia, meine wunderbare Mutter, war gestorben, als ich dreizehn war. Beide Großelternpaare waren ebenfalls schon tot. Und ich als eingefleischte Einzelgängerin hatte keine Kinder gehabt, bis ich Fletcher und Tanner und Cody kennenlernte.

Edison war alles, was ich an Familie besaß, der einzige Blutsverwandte, den ich eindeutig und vorbehaltlos liebte. In diese eine Beziehung floss alle Loyalität, die andere auf einen ganzen Klan verteilen. Und es war Edison, der mir diese Loyalität gezeigt hatte; meine Fähigkeit zur Anhänglichkeit, von der Fletcher und die Kinder nun profitierten, hatte ich also letztlich Edison zu verdanken. Wie ambivalent ich unserer gemeinsamen Vergangenheit auch gegenüberstand, Edison war der Einzige, mit dem ich sie teilte. In Wahrheit hatte ich keinen Moment gezögert, als Slack Muncie am Morgen anrief. Fletcher hatte recht: Die Familienbindung war wie eine Trumpfkarte. Edison war mein Bruder, und damit hätte die Diskussion eigentlich beendet sein können.

Lionel Shriver

Über Lionel Shriver

Biografie

Lionel Shriver, geboren 1957 in Maryland, USA, lebt mit ihrem Mann, dem Jazzmusiker Jeff Williams, in London und Brooklyn. Ihr in 25 Sprachen übersetzter Roman »Wir müssen über Kevin reden« wurde mit dem Orange Prize for Fiction ausgezeichnet. Auch ihr um ein Gedankenspiel kreisender Roman...

Pressestimmen

WDR 4

»Ein ungewöhnlicher und bewegender Roman.«

Berliner Morgenpost

»Äußerst zeitgemäß«

Wilhelmshavener Zeitung

»Lionel Shriver seziert mit einer Gnadenlosigkeit gesellschaftliche Phänomene, persönliche Schicksale und politische Fehlentwicklungen, dass dem Leser Angst und Bange werden könnte. Doch die Spezialistin für ungeschminkte Wahrheiten verpackt die emotionalen Frontalangriffe in eine Sprache, die daraus packende Literatur werden lässt.«

Tiroler Tagesanzeiger (A)

»Ein schlaues Familienpsychogramm, das um den Hunger um Anerkennung kreist, nebenbei aber auch den Irrsinn der Lust nach Gewichtsverlust thematisiert.«

Kölner Stadt-Anzeiger

»Ein kluger, über weite Strecken humorvoller Roman über die Kunst des Essens und unseren gestörten Umgang mit jeglicher Form der Nahrungsaufnahme.«

www.media-mania.de

»Shriver legt messerscharf den Finger in emotionale Wunden, bleibt dabei aber auf trockene Art äußerst humorvoll.«

Stuttgarter Nachrichten

»Ein ungewöhnlicher Familienroman.«

dieliebezudenbuechern.de

»Der Autorin ist es in diesem Roman fabelhaft gelungen, ein zentrales und aktuelles Thema aufzunehmen und daraus eine brillant erzählte Geschichte zu entwicklen, welche den Leser mit Sicherheit zum Nachdenken anregt (...). Eine empfehlenswerte Lektüre, deren Ende überrascht und einen auch ein wenig sprachlos zurück lässt.«

Die Presse (A)

»Ein ernster Gesellschaftsbefund lauert in diesem schlagfertigen und ironischen Roman, über die ›Trägheit des Wohlstands‹, ›die Langeweile derer, die mit einem Überfluss an Aufmerksamkeit gesegnet sind.‹«

Berliner Zeitung

»Furchtlos zielt sie mitten hinein ins Leben, dorthin, wo es unangenehm wird und immer auch politisch relevant, aber nie behauptet sie, Antworten zu haben.«

Maxi

»So einfühlsam geschrieben, dass man vom ersten Satz an fasziniert eintaucht in die Welt der Ich-Erzählerin Pandora.«

Brigitte

»Jeder ihrer Romane ist dunkel wie die Nacht und funkelt doch wie ein Juwel.«

NDR Kultur

»Vielleicht ist es ihrer persönlichen Erfahrung zu verdanken, dass Shriver die sensible Gratwanderung gelingt, die Schilderung von Edisons Alltagsproblemen nie ins Komische abrutschen zu lassen, dass man mitfühlt, mitleidet - sowohl mit Edison als auch mit Pandora. Vielleicht liegt es aber auch an der außergewöhnlichen Fähigkeit Shrivers, sich in andere Menschen hineinzuversetzen. Selbst aus Nebenfiguren glaubhafte Charaktere zu machen.«

annabelle (CH)

»Meisterhaft geschrieben. (...) Der Roman liefert den philosophischen Überbau für und wider die Frühjahrsdiät - und schwelgt in sprachlicher Schönheit.«

rezensionsseite.de

»Ein Spiegel des Lebens ist dieser Roman, den Shriver mit sehr differenzierten und nahekommenden Figuren ausgestaltet.«

DONNA

»Ein scharfsinniges und sensibles Geschwisterporträt!«

Neon

»Darum geht's: Um ein Amerika, das den Bezug zum eigenen Körper verloren hat. Um Gier und Trost und Anarchie.«

Kommentare zum Buch

Großer Bruder
Esme-- / LovelyBooks am 08.10.2015

Ein Roman, der das Thema "krankhaftes Übergewicht" von vielen Seiten beleuchtet. Das Buch regt zum Nachdenken an. Dieser Leseeindruck ist ursprünglich auf www.lovelybooks.de erschienen.

Überzeugend und ausgereift
michael_lehmann-pape / LovelyBooks am 05.10.2015

Eine sehr empfehlenswerte Lektüre mit einem ernüchternden und ganz anderem als gedachtem Ende. Dieses Fazit ist ursprünglich auf www.lovelybooks.de erschienen.

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