Lieferung innerhalb 2-3 Tage
Bezahlmöglichkeiten
Vorbestellung möglich
Goldfieber

Goldfieber

Wie ich in Australiens Outback reich werden wollte

E-Book
€ 12,99
€ 12,99 inkl. MwSt.
sofort lieferbar
Jetzt kaufen
Gratis-Lieferung ab 5,00 €
Geschenk-Service
Versand und Lieferbedingungen

Goldfieber — Inhalt

Was geschieht, wenn ein ganz normaler Mann plötzlich vom Goldfieber gepackt wird? Jeroen van Bergeijk und seine Frau ziehen nach Australien, um gemeinsam ein Weingut aufzubauen. Eines Tages stößt van Bergeijk auf ein Magazin namens »Gold, Gem & Treasure« und ahnt, dass der Boden Australiens noch andere Schätze für ihn bereithalten könnte als Rebwurzeln. Von da an gibt es kein Halten mehr. Er besucht einen Goldgräberkurs, kauft sich einen Metalldetektor und zieht nach Westaustralien, um als reicher Mann zurückzukehren. Doch schon bald merkt er, wie seine Suche zur Sucht wird und dass Gold anscheinend nur findet, wer seine Seele verkauft ...

€ 12,99 [D], € 12,99 [A]
Erschienen am 09.10.2012
Übersetzer: Gregor Seferens
288 Seiten, WMEPUB
ISBN 978-3-492-95887-5

Leseprobe zu »Goldfieber«

Für Remke

 

PROLOG

 

Die untergehende Sonne taucht die Eukalyptusbäume entlang der Sandpiste von Broad Arrow nach Ora Banda in eine goldene Glut. Ich trete das Gaspedal ein wenig tiefer, schaue in den Rückspiegel und stelle zufrieden fest, dass mein alter Toyota Land Cruiser hübsche, wild aufgeblähte Staubwolken aufwirbelt.
Zwischen meinen Oberschenkeln klemmt eine offene Dose kalten Biers.
Die Nachrichten des lokalen Radiosenders melden, dass der Goldpreis heute erneut einen Rekordstand erreicht hat … AC/DC läuft, und ich drehe den Lautstärkeregler [...]

weiterlesen

Für Remke

 

PROLOG

 

Die untergehende Sonne taucht die Eukalyptusbäume entlang der Sandpiste von Broad Arrow nach Ora Banda in eine goldene Glut. Ich trete das Gaspedal ein wenig tiefer, schaue in den Rückspiegel und stelle zufrieden fest, dass mein alter Toyota Land Cruiser hübsche, wild aufgeblähte Staubwolken aufwirbelt.
Zwischen meinen Oberschenkeln klemmt eine offene Dose kalten Biers.
Die Nachrichten des lokalen Radiosenders melden, dass der Goldpreis heute erneut einen Rekordstand erreicht hat … AC/DC läuft, und ich drehe den Lautstärkeregler ganz hoch.
»It’s a long way to the top … «
Und wirklich, verdammt, das denke ich mir nicht aus, als ich um eine scharfe Kurve der Sandpiste fahre, springen zwei Kängurus in der Böschung vorbei. Viel besser kann das Leben im australischen Outback nicht sein.

 

Und dennoch … dennoch habe ich wieder einen Scheißtag hinter mir. Warum ? Den ganzen Tag bin ich mit meinem Metalldetektor durch den Busch gegangen. Auf der Suche nach Gold. Habe aber nichts gefunden. Schon wieder nicht. Na ja, nichts ist auch nicht ganz richtig. Ich buddele jede Menge rostige Nägel, Schrotkörner und plattgetretene Bierdosen aus. Aber kein Gold. Schon seit Wochen geht das so, und mit jedem Tag werde ich mutloser. Heute Morgen hatte ich nach einer halben Stunde Suchen eine wunderbare Stelle gefunden. Whaap-Wheep machte mein Minelab GPX4000, einer der besten Metalldetektoren der Welt. Whaaap-wheeep ! Und ich begann zu graben.
Wenn man wochenlang mit so einem Metalldetektor gearbeitet hat, lernt man allmählich, die Geräusche eines solchen Geräts zu interpretieren. Wenn man nur lange genug durchhält, müsste man irgendwann den Unterschied zwischen einem Kronkorken und einem Stück Eisendraht und … einem kleinen Goldklumpen hören können. Und bei diesem Whaapwheep handelte es sich, dessen war ich mir gewiss, um Gold. Es war ein voller, runder Ton. Ein warmes, sanftes Geräusch. Nicht das schneidende, aufdringliche Pfeifen von altem Eisen.
Also schlug ich meine Spitzhacke in die ockerfarbene australische Erde. Meistens liegt das Gesuchte nicht tiefer als wenige Zentimeter, und ich finde schnell heraus, dass es sich bei dem Metall, das der Detektor anzeigt, um Schrott handelt. Nieten zum Beispiel findet man merkwürdigerweise auf allen australischen Goldfeldern. Oder Patronenhülsen und natürlich leere Dosen, zahllose leere Dosen, von denen viele bereits seit den Goldräuschen des 19. Jahrhunderts vor sich hin rosten.
Das aber hörte sich nicht nach Schrott an.
Ich grub und grub, das Loch wurde tiefer und tiefer und das Whaaap-wheeep lauter und lauter. Der Detektor begann zu » kreischen«, wie alte Hasen in dem Geschäft es nennen. Das heißt, das Gesuchte hat eine beachtliche Größe, und man hat es fast gefunden. Noch einmal mit der Spitzhacke in den Boden … und da sah ich etwas funkeln.
Eine Dose, verflucht. Auch noch Emu Export, das übelste Bier von Australien.
Wie die Bierdose dorthin gekommen war, fast einen halben Meter tief in der Erde, ich weiß es nicht. Aber so ist es jedes Mal: Immer wieder rede ich mir ein, dass ich nun wirklich echtem Gold auf der Spur bin, und immer wieder ist es Schrott.
Obwohl es doch ein paar Monate zuvor so vielversprechend angefangen hatte.

 

GOLDSUCHE FÜR ANFÄNGER

 

Ein Zeitungskiosk in McLaren Vale – Die Zeitschrift Gold, Gem & Treasure – Goldsuche für Anfänger in dem kleinen Ort Wedderburn

 

Im Herbst des Jahres 2009 stand ich eines Tages im Zeitungskiosk von McLaren Vale, einem australischen Dorf etwas südlich von Adelaide, wo ich seit Kurzem wohnte. Ich wunderte mich immer noch darüber, dass ich hier lebte, in einem kleinen Ort auf der anderen Seite der Erde. Und wenn ich ehrlich bin: Wäre es nach mir gegangen, ich wäre niemals in Australien gelandet. Ich hatte mich nie nach einem Leben down under gesehnt. Wohl aber meine Frau. Sie wollte in McLaren Vale, eines der führenden Weinanbaugebiete Australiens, ein Jahr lang auf einem Weingut arbeiten, und unser zehnjähriger Sohn und ich waren mit ihr hergekommen. Und da stand ich also, in dem einzigen Kiosk, den es im Ort gab, Anfang November, bei dreißig Grad und in kurzen Hosen. Gelangweilt blätterte ich im Australian Model Railways Magazine, in Surfing Life und in Aussie Boar Hunters, bis ich auf eine Zeitschrift mit dem Namen Gold, Gem & Treasure stieß. Auf dem Titelblatt war eine ausgestreckte Hand abgebildet, in der ein glitzernder Goldklumpen lag. Ich nahm die Zeitschrift und begann zu lesen.
Es stellte sich heraus, dass Gold, Gem & Treasure das Leibblatt der australischen Goldsucher ist, und der Nugget auf dem Titel war nur einer der vielen spektakulären Goldfunde, von denen in dem Periodikum berichtet wurde. Goldsucher … die kannte ich aus den Lucky-Luke-Comics meiner Jugend, aus klassischen Western wie Der Schatz der Sierra Madre. Doch während ich in der Zeitschrift las, fiel ich von einer Verwunderung in die nächste. Ich erfuhr, dass es in Australien noch echte Goldsucher gibt … dass man hier mit einem Metalldetektor große Goldklumpen finden kann … und dass sich auf diese Weise, mit etwas Glück und Durchhaltevermögen, gutes Geld verdienen lässt.
Und gutes Geld verdienen, das wollte ich zur Abwechslung mal.
Ein Jahr zuvor, im September 2008, einen Monat bevor die Finanzkrise weltweit die Aktienkurse in den Keller purzeln ließ, hatte ich beschlossen, dass mein gespartes Geld, das ich in zwanzig Jahren freiberuflicher Arbeit mühsam zusammengekratzt hatte, in Aktien angelegt werden sollte. Diese Ersparnisse, die das Startkapital für meine Altersversorgung bilden sollten, waren sowieso nicht besonders groß. Doch als sich der Staub, den die Finanzkrise aufgewirbelt hatte, wieder gelegt hatte, blieb mir davon gerade genug, um einen schönen Gebrauchtwagen zu kaufen.
Aber ich kaufte kein Auto – im Gegenteil, ich trennte mich von meinem Auto. Wir erstanden drei Flugtickets nach Australien, und ich glaubte, so meine finanziellen Sorgen vorläufig hinter mir lassen zu können. Aber das gelang nicht so recht. Meine verlorenen Ersparnisse gingen mir zu meinem eigenen Erstaunen nicht aus dem Kopf. Ich hatte mich bis dahin nie sonderlich für Geld interessiert. Ich habe keine großen materiellen Wünsche und bin mit wenig zufrieden. Ich habe noch nie in meinem Leben eine feste Stellung gehabt. Seit zwanzig Jahren tue ich das, was mir gefällt: Ich schreibe Bücher und Artikel und mache Reportagen. Ich habe es nicht sehr üppig, aber ich komme über die Runden. Was will man mehr?
Nun ja, mehr Geld.
Seit meine Rücklagen sich in Luft aufgelöst hatten, machte ich mir zum ersten Mal ernsthafte Sorgen über meine finanzielle Zukunft. Meine Ersparnisse hatten mir immer eine gewisse Sicherheit gegeben: Wenn es mal nicht so lief, hatte ich immer noch einen Notgroschen, auf den ich zurückgreifen konnte. Was, wenn ich einmal längere Zeit krank wurde? Wenn die schöne, aber schlecht bezahlte Arbeit, der ich nachging, noch schlechter bezahlt werden würde? In den vergangenen Jahren hatte ich erlebt, wie ein freiberuflicher Journalist nach dem anderen desillusioniert das Handtuch warf. Angesichts von immer weniger Arbeit und einem permanenten Geldmangel hatten sie ihr Heil in PR-Jobs gesucht, in der Werbung, oder aber sie verdienten ihr Geld nun mit dem Redigieren von Firmenzeitschriften und amtlichen Dokumenten. Das wollte ich nicht, doch auch ich stellte mir die Frage, ob ich die fünfundzwanzig Jahre meines Berufslebens, die noch vor mir lagen, weiter mit derselben freiberuflichen Schufterei füllen wollte, wie ich es bisher getan hatte. War es vielleicht an der Zeit, etwas anderes auszuprobieren?
Mit einem Exemplar von Gold, Gem & Treasure unter dem Arm ging ich nach Hause, und dort wurde mir schnell klar, dass Goldsucher in Australien eine lebendige Subkultur bilden – eine Subkultur, die während der vergangenen zweieinhalb Jahre mit dem aufs Doppelte gestiegenen Goldpreis enorm gewachsen war. Goldsucher in Australien verfügen nicht nur über ihre eigene Zeitschrift, es gibt auch Vereine und Zusammenkünfte, Webseiten und Internetforen. Ganze Abende lang schaute ich mir Clips auf YouTube an, wo Goldsucher, archetypische Australier in kurzen Khakihosen und mit einem kräftigen Akzent, Nuggets im Wert von Zehntausenden von Euro ausgruben.
Alles schien so einfach. Es sah so aus, als würde man Geldscheine von der Straße aufheben, wie einer der Goldsucher es in solch einem Clip ausdrückte.
Hierüber wollte ich mehr erfahren. Nein, ich wollte es selbst tun.
Also rief ich ein paar Wochen später die Firma Gold Prospecting Australia an, die in Gold, Gem & Treasure Reklame machte. Ein freundlicher Herr, ein gewisser Mark, erzählte mir, dass er Goldsucherkurse für Anfänger veranstaltete. An einem Wochenende könne er mir die Grundlagen vermitteln. Danach bräuchte ich für eine Karriere als Goldsucher nur noch Glück, Durchhaltevermögen und einen Metalldetektor. Das klang vielversprechend. Ich meldete mich an.
Der Kurs fand in Wedderburn statt, einem kleinen Dorf etwa zweihundert Kilometer nördlich von Melbourne, von McLaren Vale aus eine Tagesfahrt entfernt. Der Ort war gut gewählt. Wedderburn war im 19. Jahrhundert unter dem Namen potato diggins bekannt, weil die dort gefundenen Nuggets so zahlreich und so groß wie Kartoffeln waren. Man sagt, dass in einem Umkreis von vierzig Kilometern um Wedderburn herum achtzig Prozent der weltweit größten Goldklumpen gefunden wurden. Ein Stück außerhalb von Wedderburn zum Beispiel wurde im Jahr 1869 der Nugget Welcome Stranger entdeckt, mit einem Gewicht von zweiundsiebzig Kilo der schwerste Goldklumpen der Welt.
Ein Jahrhundert später waren die Goldvorräte noch immer nicht erschöpft. 1980 fanden drei Schüler mit einem Metalldetektor in einem Garten in Wedderburn den 2,4 Kilo wiegenden Nugget Beggary Lump, und in der darauffolgenden Woche entdeckten andere in der unmittelbaren Umgebung noch einmal 3,7 Kilo Gold. Und als wäre das noch nicht genug, stieß man in dem nicht weit entfernten Weiler Kingower auf den Nugget Hand of Faith, der mit gut siebenundzwanzig Kilo der größte noch existierende australische Goldklumpen ist (im 19. Jahrhundert wurden Nuggets wie der Welcome Stranger stets eingeschmolzen ).
Von all dem Reichtum war an dem warmen Novembertag, als ich dort ankam, kaum mehr etwas zu spüren. In Wedderburn blätterte die Farbe von den Holzhäusern, die Vorgärten waren von Unkraut überwuchert, Geschäfte standen leer. Es gab nicht einmal einen Pub, sonst doch der Mittelpunkt eines jeden australischen Dorfs mit einem bisschen Selbstachtung.
Die Kursteilnehmer hatten sich vor dem Fremdenverkehrsbüro des Ortes versammelt. Die Gruppe der zukünftigen Goldsucher bestand aus einigen älteren Ehepaaren, einem jovialen pensionierten Minenarbeiter, einem gesprächigen Buchhalter, der Kniestrümpfe zu seinen kurzen Hosen trug, und einem Mann in den Dreißigern, der auf der Suche nach einem Hobby war, um seiner Familie zu entfliehen. Kursleiter Mark und seine Assistentin trugen identische Bundfaltenhosen und Poloshirts mit dem Logo von Gold Prospecting Australia daran.
Die Gruppe durfte in einem OKA Platz nehmen, einem in Australien hergestellten Off-road-Kleinbus, der wie ein fahrender Schuhkarton aussieht. Obwohl in ganz Australien in den letzten zwanzig Jahren weniger als fünfhundert Exemplare dieses Wagens verkauft wurden und er in der übrigen Welt vollkommen unbekannt ist, pries Mark den OKA als besten Kleinbus der Welt an. Wie dem auch sein mochte, der Wagen brachte uns jedenfalls zu unserem Ziel, einem Wald mit dem Namen Garibaldi’s Mine gleich außerhalb von Wedderburn. Eine Mine war dort nicht zu sehen, aber Spuren von diggers, Goldsuchern des 19. Jahrhunderts, gab es jede Menge. Mark machte uns auf die seltsam geformte Landschaft aufmerksam. Überall, wo man hinschaute, waren kleine, einen bis anderthalb Meter hohe Hügel zu sehen, als hätte eine Kolonie Riesenmaulwürfe unter der Erde gehaust. Diese Erdhaufen, mullock heaps genannt, waren mit Sträuchern und Eukalyptusbäumchen bewachsen, aber man sah immer noch die Konturen der Grabungsarbeiten des 19. Jahrhunderts.

Jeroen van Bergeijk

Über Jeroen van Bergeijk

Biografie

Jeroen van Bergeijk, 1965 geboren, ist Journalist, Autor und Amateur-Autohändler. Seine Artikel erschienen u. a. im »NRC Handelsblad«, in der »New York Times« und im »Rolling Stone«. Er lebte einige Zeit in New York und hat zwei Reportagebände über Amerika veröffentlicht. Das vorliegende Buch ist...

Inhaltsangabe

INHALT

Prolog

Goldsuche für Anfänger

Ein goldreych Land

Sogar der Nachzügler bekommt einen Preis

Kalgoorlie und Coolgardie

The fun is … being out here

Ora Banda

Der Aufräumkönig

Narrengold

Der Autor, der wanker und der Doodledick

Die Kumpel aus dem Super Pit

Geflüster in Murrin Murrin

Wenn man nach Schurken sucht

Ein angle

Reine Erpressung

The big one

Charles Dickens auf dem Berg Ida

Epilog

Nachwort

Bibliografie

Kommentare zum Buch

Kommentieren Sie diesen Beitrag:
(* Pflichtfeld)
Kommentar senden