Glücklich sterben?

Mit dem Gespräch mit Anne Will

€ 16,99 inkl. MwSt.

Hans Küng über Sterbehilfe: Kann Sterben glücklich sein?

Hans Küng verbindet frühere Texte über das Sterben mit seinen Glaubensüberzeugungen und theologischen Einsichten zu einer klaren Position: »Glücklich sterben« im Sinne von Hans Küng hat nichts mit »Selbstmord« zu tun, sondern meint ein menschenwürdiges Ende des Lebens.

 

»Gerade weil ich an ein ewiges Leben glaube, darf ich, wenn es an der Zeit ist, in eigener Verantwortung über Zeitpunkt und Art meines Sterbens entscheiden.« Hans Küng

 

Lange war es ein Tabu in Deutschland, und nun hat es ausgerechnet ein katholischer Theologe gebrochen. Hans Küng hat im Gespräch mit Anne Will erklärt, dass er es für erlaubt hält, sein Leben zu beenden, wenn es unerträglich geworden ist. Seitdem ist eine Diskussion im Gange, die keinen unberührt lässt. Ein Buch voller Argumente für eine realistische und trostreiche Sicht des Sterbens.

 

Bislang galt gerade für Christen das absolute Verbot der Selbsttötung, unter welchen Umständen auch immer. Nun legt Hans Küng dar, dass er es für jeden Menschen erlaubt hält, sein Leben zu beenden, wenn es unerträglich ist. Und diese Meinung vertritt er nicht obwohl, sondern weil er gläubiger Christ ist, gerade weil er glaubt, dass der Tod nicht das Ende ist. Hans Küng fragt: Muss man immer alles aushalten, bis zum Schluss? Seitdem Hans Küng als junger Priester das qualvolle Sterben seines Bruders mit ansehen musste, seit er Zeuge des Dahindämmerns seines Freundes Walter Jens wurde, ist in ihm die Überzeugung gewachsen, dass niemand zu einer solchen Existenz gezwungen sein muss.

 

  • € 16,99 [D], € 17,50 [A]
  • Erschienen am 01.09.2014
  • 160 Seiten, Hardcover mit Schutzumschlag
  • Mitautor: Anne Will
  • ISBN: 978-3-492-05673-1
 
 

Leseprobe zu »Glücklich sterben?«

Ein persönliches Vorwort  

 »Sie gefährden Ihr ganzes großes Lebenswerk durch Ihr dezidiertes Eintreten für Selbstverantwortung im Sterben.« So oder ähnlich haben sich seit Erscheinen des dritten Bandes meiner Memoiren »Erlebte Menschlichkeit« (Oktober 2013) nicht wenige Freunde und Leser mündlich oder schriftlich mir gegenüber geäußert. Solche Einwände nehme ich sehr ernst, möchte ich doch nicht vor allem mit dem Thema Sterbehilfe der Nachwelt in Erinnerung bleiben. Meine Einstellung zum Sterben kann man letztlich ja nur dann richtig bewerten, wenn man etwas weiß von meinem [...]

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Hans Küng

Hans Küng

Hans Küng, geboren 1928 in Sursee/Schweiz, ist Professor Emeritus für Ökumenische Theologie an der Universität Tübingen und Ehrenpräsident der Stiftung Weltethos. Er gilt als einer der universalen Denker unserer Zeit. Sein Werk liegt im Piper Verlag vor. Zuletzt erschienen von ihm »Was ich glaube« mehr ...

0 Buchblog Veröffentlicht am 02.09.2014 von Piper Verlag

Aus dem Inhalt »Glücklich sterben?« von Hans Küng

Hans Küng verbindet frühere Texte über das Sterben mit seinen Glaubensüberzeugungen und theologischen Einsichten zu einer klaren Position: »Glücklich sterben« im Sinne von Hans Küng hat nichts mit »Selbstmord« zu tun, sondern meint ein ...
1 Buchblog Veröffentlicht am 29.04.2014

Hans Küng im Gespräch mit Anne Will

Zur Video in der ARD-Mediathek: http://www.ardmediathek.de/das-erste/anne-will/vom-glueck-des-widerspruchs?documentId=18238510 ...

Weblinks

Rezensionen und Pressestimmen

Hersfelder Zeitung


»Ein Buch voller Leidenschaft und Reibungsfläche, gerade auch für Christen.«   

Anzeiger Luzern (CH)


»Ein lesenswertes Buch, das zum Nachdenken zwingt über letzte Entscheidungen, die man treffen sollte, so lange das noch möglich ist.«   

SRF Radio


»›Glücklich sterben?‹ ist ein kleines, unaufgeregtes Diskussionsbuch. Und es ist die Erkenntnis eines großen Theologen, dass zur Ehrfurcht vor dem Leben auch ein bewusstes und menschenwürdiges Sterben gehört.«   

zeitzeichen


»Dieses sehr persönliche Buch vom ›glücklichen Sterben‹ ist von tiefer ›Ehrfurcht vor dem Leben‹ geleitet. Nicht nur christlich geprägte Menschen werden hier viel Hilfreiches im Blick aufs eigene Sterben erfahren können.«   

Kommentare zum Buch
1. Wie lange ist ein Mensch „noch voll Mensch“?
Klaus Hägele am 13.09.2014 - 20:44:19

Hans Küngs Interview mit Anne Will, das er nun auch in seinem Buch „Glücklich sterben?“ veröffentlicht hat, sagt mit Bezug auf die Möglichkeit einer beginnenden Demenz: „Ich möchte so sterben, dass ich noch voll Mensch bin und nicht nur eben reduziert auf ein vegetatives Dasein. Oder wie mein Freund Walter Jens reduziert, (…) eigentlich auf die Kindheit zurückgeführt. Wo ich also dann, sagen wir mal, wie er, sich dann freut an Tieren und Kindern.“ Ich bin über diese Sätze erschrocken. Selbstverständlich steht es mir nicht zu, eine persönliche Entscheidung von Prof. Küng oder anderen zu kritisieren. Wenn er aber die ethische Aussage publiziert, das von Gott geschenkte Leben beinhalte auch die Verantwortung des Menschen, es gegebenenfalls auch aktiv zu beenden, und dies, wie hier geschehen, als seine persönliche Weise des Umgangs mit dem Lebensende veröffentlicht, dann ist es erlaubt und geboten, urteilende Bemerkungen zu seinen Formulierungen zu machen. Denn diese Absichtserklärung hat Vorbildcharakter. Hans Küng fügt seinen genannten Sätzen hinzu: „Ich rede nur für mich. Aber ich weiß natürlich, dass viele Menschen […] ähnliche Probleme haben, sehr viele Menschen.“ Und die können sich nun auf ihn als christlichen Theologen berufen. Deshalb muss deutlich widersprochen werden. Die Bewertung eines Suizids ist eine Sache. Die Begründung dafür eine ganz andere. Nach christlichem Verständnis kann das „volle Menschsein“ nie und nimmer mit beginnender Demenz zu Ende sein! Hier redet Hans Küng nicht mehr verantwortlich. Welch himmelschreiender Ausschluss von Menschen, die mit die Persönlichkeit verändernden Krankheiten oder mit Behinderungen leben, vom „vollen Menschsein“! Womit genau endet dieses denn? War wohl am Ende auch der am Kreuz gefolterte Jesus nicht mehr „wahrer Mensch“? Hans Küngs Satz stellt grundlegende christliche Überzeugungen in Frage, die aus der Selbstentäußerung Gottes (Philipper 2) erwachsen.

2. Euthanasie als Lösung?
zita am 08.09.2014 - 21:03:37

Ich bin selbst Krankenschwester, hab in Folge dessen schon viele Menschen sterben sehen. Mein Ziel war es immer, den Willen des Kranken so gut es geht zu respektieren;(natürlich in Absprache m. d. jeweiligen Arzt!) Schmerzmittelgabe, soviel er wollte - viele wollten z. B. mit Morphin länger warten, andere wollten mehr Schmerzfreiheit, so dass sie ihre Sachen noch besser regeln konnten, sich von den Lieben verabschieden ohne von Schmerzen gepeinigt zu sein. Jeder Arzt weiß doch heute, wie man Schmerzmittel so kombiniert, dass es für den jeweiligen Patienten passt, oder? Ich sage nicht, dass jeder friedlich sterben kann, aber ich weiß, dass viel falsch gemacht wird, dass Pat. leiden, obwohl sie medikamentös viel besser einzustellen wären - weniger leiden müssten. UND DA MUSS DOCH EINGEGRIFFEN WERDEN. Mehr Hospize, mehr Fortbildung f. Ärzte in Richtung Schmerzmedikation usw. Noch wichtig: was passiert mit den Alten die keine Angehörigen haben, die alleine - vielleicht verwirrt - in den Altenheimen liegen? Die keine Vollmacht unterschrieben haben - man könnte sie alle, wenn Hr. Küng rechtgegeben wird ....."von ihrem Leid erlösen!! Pfui Teufel

3. Selber sterben
Antonius Rey am 05.09.2014 - 17:01:19

Selber sterben - muss jeder. Leider ist aber in unserer brutal-christlichen, medizinisch überdrehten Gesellschaft nur ein Sterben möglich, das den Aufpassern, den Tabuisten (das Sterben wird wie ein Tabu gehütet!) gefällt. Ich glaube, hinter dem Kampf für das Sterben als Leiden und absolutes Gewähren-Lassen steckt die Angst der Macher und Aufpasser; obwohl diese Christlichkeits-Hüter in ihren Zwangsvorstellungen auf mich brutal und ohne Liebe wirken. Hunderte von Künstlern haben sich immer ihren eigenen Tod - alledings geradezu scheußlich-brutal suchen wollen und müssen: von (klassisch) Heinrich von Kleist (+1811) bis heutzutage Wolfgang Herrndorf (+2013) - durch Erschießen. Sie hätten einen freundlichen Tod in ihrem irr-wahnsinnig machenden Leid verdient gehabt.

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