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Gebrauchsanweisung für TirolGebrauchsanweisung für Tirol

Gebrauchsanweisung für Tirol

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Gebrauchsanweisung für Tirol — Inhalt

Von Landeck bis Lienz, Zillertal bis Kufstein: Bernd Schuchter, waschechter Tiroler, begibt sich jenseits der gängigen Werbeslogans auf die Suche nach dem Mythos seiner Heimat. Vorbei an Almwiesen und steilen Hängen zieht es ihn in die Universitätsstadt Innsbruck – seit dem Mittelalter wichtiger Knotenpunkt zwischen Nord und Süd. Er ergründet seine Landsleute, diese seltsamen Wesen, die so gerne schweigen und dabei stolz sind auf ihre Berge und tausend Kirchen, auf Krimiautoren wie Bernhard Aichner und Erfolgsunternehmen wie Swarovski. Und er geht selbstironisch den brisantesten Fragen nach: Kennen sich hier alle fünfhunderttausend Einwohner wirklich persönlich? Beginnen amouröse Abenteuer immer noch mit einer Leiter, die am Fenster der Angebeteten angelegt wird? Und was bewegt Jahr für Jahr Millionen von Menschen dazu, hier ihren Urlaub zu verbringen?

Erschienen am 01.08.2017
224 Seiten, Flexcover mit Klappen
ISBN 978-3-492-27696-2
Erschienen am 01.08.2017
224 Seiten, WMEPUB
ISBN 978-3-492-97754-8

Leseprobe zu »Gebrauchsanweisung für Tirol«

Wo sind die Tiroler?

 

Tirol isch lei oans,

Isch a Landl a kloans,

Isch a schians, isch a feins,

Und dås Landl isch meins.

Tirol ist nur eines,

Ist ein Ländchen ein kleines,

Ist ein schönes, ist ein feines,

Und das Ländchen ist meines.

Inoffizielle Landeshymne Tirols, verfasst
von Reimmichl, d. i. Sebastian Rieger,
heute bekannt durch den Reimmichl-Kalender

 

Ich bin Tiroler.

Wenn ich meiner Mutter sage: »Ich gehe nach Deutschland« oder »Ich gehe nach Frankreich« oder »Ich gehe nach Schweden«, dann sagt sie nichts, sondern zuckt nur mit den Schultern. [...]

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Wo sind die Tiroler?

 

Tirol isch lei oans,

Isch a Landl a kloans,

Isch a schians, isch a feins,

Und dås Landl isch meins.

Tirol ist nur eines,

Ist ein Ländchen ein kleines,

Ist ein schönes, ist ein feines,

Und das Ländchen ist meines.

Inoffizielle Landeshymne Tirols, verfasst
von Reimmichl, d. i. Sebastian Rieger,
heute bekannt durch den Reimmichl-Kalender

 

Ich bin Tiroler.

Wenn ich meiner Mutter sage: »Ich gehe nach Deutschland« oder »Ich gehe nach Frankreich« oder »Ich gehe nach Schweden«, dann sagt sie nichts, sondern zuckt nur mit den Schultern. Das soll heißen, ich werde schon wissen, was ich tue, aber zu helfen sei mir nicht. Wie kann jemand freiwillig das schöne, das heilige Land Tirol verlassen, staunt ihr Blick, ehe sie mich fragt, ob ich noch etwas essen will. Als wären zwei Teller nicht genug gewesen …

 

Am Anfang jedes Buches steht eine Frage, die man nicht beantworten kann. Warum – habe ich mich bei diesem Buch gefragt – kann jemand nicht verstehen, was ich zu verstehen versuche? Was es mit Tirol auf sich hat. Mit den Tirolern, ihrer bärbeißigen Mentalität, mit den Bergen, der Natur, dem Skifahren, dem Gemüt, dem Charakter, diesem allzu großen Klischee, das so erfolgreich ins Ausland verkauft wird.

Die Tiroler sind stur, und sie sind widerständig. Aber sind sie das wirklich? Ist das Leben in den Bergen so hart, wie es das Sprichwort sagt, dass man selbst am Beginn des 21. Jahrhunderts noch zu einem maulfaulen, gottgläubigen, immens gesunden, weil sportlichen Menschen werden muss, der sich ob seiner Herkunft einbildet, die Geburt allein berechtige ihn dazu, maulfaul, gottgläubig und gesund zu sein?

Der Anfang dieses Buches ist – das muss ich gestehen – bis auf die Reaktion meiner Mutter dem wunderbaren Essay Des Schweizers Schweiz über die Schweizer Mentalität von Peter Bichsel entlehnt, der mit ebenjenen Worten beginnt: »Ich bin Schweizer.« Nur antwortet ihm seine Mutter auf die Ankündigung hin, er gehe nach Schweden: »Du gehst also ins Ausland.«

In Tirol, denke ich mir, wird in diesen Fällen geschwiegen oder mit den Schultern gezuckt. Gleichmütig nehmen die Tiroler das Leben hin wie das mal bessere, mal schlechtere Wetter, den Tourismus, die Wechselkurse, die Regierung in Wien und die ganzen anderen Unwägbarkeiten des Lebens, auf die der kleine Mann keinen Einfluss hat. Vielleicht hat sich diese Gleichmut über die Jahrhunderte durch das karge Leben, das die Tiroler führen mussten, so ergeben; bis auf Innsbruck, die Landeshauptstadt – seit dem Mittelalter wichtiger Knotenpunkt zwischen Nord und Süd, Residenzstadt, Universitätsstadt, Zentrum der Büchsenmacher und Kanonenbauer, mehr noch aber der Glockengießer –, und ein paar andere annähernd urbane Zentren war Tirol bäuerlich organisiert, und die Bauern mussten der Natur und den steilen Berghängen, an denen ihre Wiesen hingen, das Nötigste zum Leben wohl mehr abringen, als dass sie es wie aus einem Füllhorn geschenkt bekommen hätten. Es braucht Geduld für so ein Leben, Zähigkeit, Ausdauer, Sturheit; alles Eigenschaften, die jahrhundertelang fürs Überleben notwendig waren, ehe man begann, darauf stolz zu sein.

»Die Tiroler sind schön, heiter, ehrlich, brav und von unergründlicher Geistesbeschränktheit. Sie sind eine gesunde Menschenrasse, vielleicht weil sie zu dumm sind, um krank sein zu können«, schreibt Heinrich Heine, der bei seinen Zeitgenossen für seinen bissigen Spott bekannt war, im dritten Teil seiner Reisebilder, die 1830 im Hamburger Verlag Hoffmann & Campe erschienen. Reise von München nach Genua lautet der Titel jenes Abschnitts, in dem Heine recht ausführlich seine Fahrt durch Tirol beschreibt, das im 19. Jahrhundert noch weit bis in den Süden reicht und neben Südtirol auch das Trentino umfasst.

Es ist immer schon das Bild von außen, die Beschreibung von Dritten gewesen, das schließlich die Vorstellung des Tirolers ergab, von dem der Fremdenverkehr bis heute zehrt. Heinrich Heine war nur einer der ersten Spötter, die – zwischen Liebe und Abneigung changierend – versuchten, den Tiroler, die Tirolerin zu verstehen.

Ein anderer war der unter dem Pseudonym Sepp Schluiferer schreibende Gymnasiallehrer Carl Techet mit seinem 1909 erschienenen Buch Fern von Europa, in dem er in mehreren Erzählungen polemisch die Denkweise und das Verhalten der Tiroler Bevölkerung schilderte. Die Reaktionen waren derart hysterisch, dass der Autor 1910 nach München fliehen musste und schließlich nach Mähren strafversetzt wurde, zu sehr hatte er die Tiroler in ihrem Selbstbild gekränkt. Buchhändlerisch gesehen war das Buch jedenfalls ein Erfolg; der Verlag Lothar Joachim konnte es bis ins Jahr 1923 in zwanzig Auflagen stattliche 25 000 Mal verkaufen – und das, obwohl es in Tirol nur über München zu beziehen war. Da ergibt sich eine Parallele zu Heinrich Heine: In seinen Reisebildern schildert er gleich zu Beginn seiner Tirol-Passagen, sein Freund Moser habe ihm geschrieben, der zweite Band der Reisebilder sei verboten, was Heine spöttisch kommentiert: »Die Regierung hätte aber das Buch gar nicht zu verbieten brauchen, es wäre dennoch gelesen worden.«

Eine heute wenig bekannte Satire auf Tirol stammt aus den Siebzigerjahren, genauer: 1974 drehten Christian Berger und Werner Pirchner den Kurzfilm Der Untergang des Alpenlandes Part One – es folgte kein zweiter Teil –, der mit verfremdeten Heimatfilm-Elementen das Alpenland Tirol samt seiner Gläubigkeit zerlegt. Christian Berger wurde später als Kameramann weltberühmt, der Tiroler Werner Pirchner aber machte Karriere als Musiker und Komponist, der eigenwillig und mit viel Humor Werke wie Streichquartett für Bläserquintett schuf und unvergessen ist durch sein Sounddesign für den österreichischen Radiokultursender Ö1.

Die vierte Koryphäe auf dem Gebiet der Tirol-Beleidigung ist vermutlich Felix Mitterer, der – wenngleich er als Spätwerk vor allem Tatort-Drehbücher zu schreiben scheint – in frühen Jahren ein gewisses Gespür für die Themen der Zeit besaß, wie er mit dem Volksstück Kein Platz für Idioten bewies, das 1977 von der Innsbrucker Blaas-Bühne uraufgeführt und ein enormer Erfolg wurde. Mitterer selbst spielte die Hauptrolle eines geistig Behinderten, der, verstoßen von seinen Eltern, beim Plattl-Hans lebt, unter der Ausgrenzung aus der Dorfgemeinschaft leidet und schließlich an dieser scheitert. Das Tabu, das Mitterer dabei verletzte, war das Verhalten der Mehrheitsbevölkerung Behinderten gegenüber, ein Thema, das Ende der Siebzigerjahre von großer Brisanz war. Mit dem Drehbuch zur Fernsehfilm-Reihe Die Piefke-Saga gelang Felix Mitterer schließlich Anfang der 1990er-Jahre sein Meisterstück.

Das in Kooperation von NDR (Norddeutscher Rundfunk) und ORF (Österreichischer Rundfunk) produzierte Fernsehspiel in vier Teilen in Spielfilmlänge hatte einen der größten Fernsehskandale der jüngeren Geschichte zur Folge, und sein Hauptdarsteller war: Tirol.

Was löste diesen Skandal aus? Vordergründig handelte es sich um eine Satire auf den Tourismus, bei dem die sogenannten Piefke, wie die deutschen Touristen in Tirol abwertend genannt werden, ob ihrer Art und Mentalität veralbert werden. An dieser Satire war viel Wahres dran – tatsächlich wurden sogar echte Fernsehaufnahmen verwendet –, sie zeigte Missstände im Umgang mit den Fremden, den Gästen auf und zeichnete vor allem ein Bild der Tiroler, die bereit waren, sich bis zur Selbstaufgabe für das Geld aus dem Fremdenverkehr abzurackern, sozusagen ihre Seele zu verkaufen. So aufgeregt wurde dann auch in beiden Meinungslagern über den Film gesprochen. Die Touristiker fürchteten um die Umsätze, die Touristen waren beleidigt und drohten auszubleiben (was im Übrigen durch einen der Protagonisten, Heinrich Sattmann senior, mit seinem immer wiederkehrenden Satz »Ich reise ab!« vorweggenommen war) und die Stammbevölkerung lachte sich insgeheim ins Fäustchen.

Und niemandem kam anfangs in den Sinn, es handele sich bei der Piefke-Saga eigentlich um eine Satire auf die Tiroler selbst, zu sehr hatte sich das Bild des Tirolers über die Jahre bereits verfestigt.

Aber was macht dieses »Bild des Tirolers« eigentlich aus? Was macht Tirol zu Tirol? Worin besteht der Reiz dieses Landes, das Jahr für Jahr Millionen von Menschen dazu bewegt, hier nicht nur durchzureisen, sondern absichtlich Urlaub zu machen. Was macht den Mythos Tyrol aus? – um ganz altertümlich zu sprechen. Das würde mich als Tiroler selbst einmal interessieren.

Wie sind nun die Tiroler? Die Tirolerinnen? Und vor allem: Wo sind sie? Abseits der Filme und Werbesujets bin ich noch selten diesen kernigen graden Michln, wie man sagt, begegnet. Und ich lebe immerhin hier, die meiste Zeit des Jahres.

Seit Jahren fahre ich regelmäßig nach Wien, die einzige Metropole Österreichs, und wundere mich, wie wenig »echte« Wiener ich in Wien treffe. Die meisten Wiener sind aus den Bundesländern zugewandert, scheint es. Oder aber, denke ich mir immer, die echten Wiener bleiben lieber unter sich. Dieses Phänomen kenne ich schließlich auch aus Tirol. Während meiner Studienzeit an der Universität war ich selbst oft der einzige Innsbrucker (und ich rede jetzt nicht nur von jenen germanistischen Seminaren, in denen in Grüppchen auftretende schwedische Austauschstudenten und vor allem -studentinnen saßen und ihre mangelnden Deutschkenntnisse überlächelten), nein, an der Universität Innsbruck tummelten sich überwiegend die Vorarlberger, die Deutschen und Südtiroler. In Tirol bleiben – auch wenn die Tiroler weithin für ihre Gastfreundschaft bekannt sind – die Tiroler gern unter sich. Es kann sein, dass man nach zwanzig Jahren, die man bereits hier gelebt hat, erst erkennt, dass man nie wirklich dazugehört hat. Da sind gläserne Decken, wenn man so will, unsichtbare Schranken und Barrieren allerorten, und gesetzt den Fall, dass man zwanzig Jahre, verheiratet mit einem Tiroler oder einer Tirolerin, durchgehalten hat, könnte es sein – und ich spreche wirklich nur im Konjunktiv –, könnte es sein, dass man in die Sippe aufgenommen und anerkannt wird. Denn Tiroler sind stolz.

Stolz auf ihre Herkunft, ihre Natur, ihre Berge, das Wasser und noch auf eine Menge anderer Sachen, für die sie selbst nichts geleistet haben; das nennt man Gnade der Geburt. Der Tiroler rechnet sich das alles hoch an: die Berge, meinetwegen den Käse, die Milch, die Wiesen und das Heu, eben all die Bestandteile des Idylls, weswegen die Touristen herkommen. Peter Bichsel, der mit seinem Schweiz-Buch so tief in die Seele seiner Landsleute geblickt hat, beschreibt das für die Schweiz ganz treffend. Jeder Nicht-Schweizer hat ein Bild der Schweiz als schönes Land, die Schweiz ist schön, die Schweiz ist sauber. Kommt nun der Schweizer irgendwo anders hin, wird ihm bestätigt, dass die Schweiz schön und sauber sei. Bestätigt darin, dass es keinen schöneren Platz auf der ganzen Welt als die Schweiz geben kann, verbringt der Schweizer in Zukunft seinen Urlaub nur mehr in der Schweiz, womit sich die Katze in den Schwanz beißt.

Der Tiroler ist natürlich nicht so naiv, das Gleiche für sein eigenes Land anzunehmen. Er sieht den Touristen in erster Linie als Störenfried und in zweiter Linie als Kunden. Er duldet den Touristen mehr, als dass er ihn respektiert. Allerdings braucht Tirol die Touristen, es gibt keinen Plan B. Tiroler freuen sich zwar, wenn die Gäste abreisen und das Land wieder ihnen gehört, wenn endlich keine Saison mehr ist, aber sie würden sich kein bisschen freuen, blieben die Reisenden ganz aus. Tirol ist österreichweit das Bundesland mit den meisten Gästenächtigungen, noch vor Salzburg und vor Wien. 46,9 Millionen Nächtigungen zählte Tirol im Jahr 2016, an zweiter Stelle folgt Salzburg mit einem Respektabstand und immerhin 27,5 Millionen Nächtigungen. Das ist beeindruckend.

 

Und doch kann es nach außen hin so ausschauen, als wäre der Tiroler maulfaul und ein wenig grob. Tatsächlich weiß er genau Bescheid, wem er was zu geben bereit ist und dass jeder, der nicht hier geboren ist, niemals wirklich dazugehören kann. Zugroaste – woanders Geborene, Zugezogene – sagt man dazu in Tirol, und es sind immer mehr Menschen, die hier leben, Zugroaste, manche freiwillig, viele nicht. Das würde einem der Tiroler aber niemals sagen, dafür ist er nicht gesprächig genug. Der Joe, die wohl skurrilste und dankbarste Figur in Felix Mitterers Piefke-Saga, meint im ersten der vier Filme zu allem nur: »Sowieso.« Mehr gibt es über die echten Tiroler nicht zu sagen – folgerichtig wird im dystopischen vierten Teil nur der zum Tiroler umoperierte Deutsche Karl-Friedrich Sattmann über sich sagen, er heiße nun Sepp Unterwurzacher und sei »Schilehrer, Schuhplattler, Jodler, Bergführer, Bergbauer«, ein perfekter Tiroler.

Der Joe Krimbacher jedenfalls war in den 1990er-Jahren die erste große Hauptrolle für Tobias Moretti, der mittlerweile als Schauspieler international Karriere gemacht hat. Denn auch das gibt es in Tirol: Menschen, die sich ihrer Herkunft bewusst sind und dennoch keine Probleme haben, in der großen weiten Welt Karriere zu machen, als Künstler, Schauspieler, Literaten, Wirtschaftsbosse, Touristiker und anderes. Man denke an die Glasschleifer aus Wattens bei Innsbruck, die mit ihren Kristallen auf der ganzen Welt berühmt sind. Swarovski hat etwas geschafft, was nur wenigen Firmen gelingt: zur Marke zu werden und dennoch ein Tiroler Unternehmen zu bleiben. (Nun gut, österreichisch-tirolerisch, denn die Swarovskis kamen zur Zeit der österreichisch-ungarischen Monarchie aus dem östlichen Kronland Böhmen nach Tirol.)

Die Firma Swarovski wurde 1895 von Daniel Swarovski gegründet und ist seither in Familienbesitz. International bekannt ist der Konzern mit Sitz in Wattens bei Schwaz vor allem für geschliffene Schmucksteine, die Grundlage des heutigen Reichtums wurde aber in der NS-Zeit gelegt, als die bekennend nationalsozialistische Familie auf die Herstellung von Ferngläsern für die Wehrmacht setzte. Die Optik ist bis heute eine wichtige Sparte des Unternehmens. Für Tirolreisende interessanter sind aber sicher die Kristallwelten mit ihrem Eingang in Form eines wasserspeienden Riesen, die Park, Museum und Verkauf vereinen – konzipiert immerhin vom international bekannten Künstler André Heller und von den Besucherzahlen her in den Top Ten der meistbesuchten Sehenswürdigkeiten Österreichs.

Auch im Sport scheint übrigens die Vielvölkermonarchie noch Spuren hinterlassen zu haben; die Spieler im österreichischen Fußball-Nationalteam heißen ganz urösterreichisch Junuzovic, Dragovic, Kavlak, Janko oder Arnautovic. Aber gerade der bekannteste österreichische Fußballer David Alaba, der bei Bayern München zum Weltklassespieler geworden ist, verkörpert alle Tugenden eines richtigen Österreichers, wenn man das Klischee bemühen will: Er wurde das, was er jetzt ist, nicht wegen, sondern trotz Österreich.

Das trifft auch das Verhältnis der Tiroler zum österreichischen Staat; die Tiroler sind vom Selbstverständnis her in erster Linie Tiroler, in zweiter Linie vielleicht Österreicher und erst in dritter Linie Europäer. Das ist das Gesetz des Dorfes, so ist das Leben auf dem Land in Tirol, und hier ist überall Land, von Landeck bis nach Lienz in Osttirol. Die einzige größere Stadt weit und breit ist das berühmte »Herz der Alpen«, die Landeshauptstadt Innsbruck, die vor allem wegen der Ausrichtung von zwei Olympischen Spielen 1964 und 1976 berühmt ist, die der Stadt neben immensem internationalem Renommee als Eldorado des Wintersports vor allem Schulden für dreißig Jahre beschert haben. Die lokalen Bergbahnen, welche die staunenden Gäste in einer halben Stunde vom Stadtzentrum auf über 2000 Meter auf die Nordkette, genauer die Seegrube und bis ganz oben auf das Hafelekar bringen, nutzen den großartigen Kontrast zwischen hochalpiner Bergwelt und der geschaffenen Architektur einer Stadt zu ihren Füßen. Wobei so manches Mal auf die Frage, was man denn sehe, wenn man auf dem Berg sei, von den Einheimischen spöttisch zur Antwort gegeben wird: Noch mehr Berge.

In der Werbung wird solche Selbstverständlichkeit dann noch zur Poesie. Die Tirol Werbung wirbt mit: »Tirol. Gibt mir Berge.« Na eh, denkt man, was sonst. Die lokalen Bergbahnen, die die Nordkette befahren, versteigen sich in ihrer Hymne auf die Berge schlicht zu: »Nordkette. Da muss ich rauf.«

Ein wenig ist es in Tirol aber auch wie im Italien der Renaissance: Die benachbarten Stadtstaaten waren sich spinnefeind; Florenz, Pisa, Siena, Perugia – je näher die Herrscherfamilien oder die Interessen, umso umkämpfter die Pfründe, die es zu verteidigen oder zu erobern galt. In Tirol gilt: Wenn die Tiroler sich in erster Linie als Tiroler und nicht als Österreicher sehen, so sehen sich die Außerferner in erster Linie als Außerferner und erst in zweiter Linie als Tiroler und so weiter. So klein kann ein Land oder eine Stadt gar nicht sein, dass die Bewohner nicht in Abstufungen einen gewissen Dünkel entwickeln würden. Das Gleiche gilt im Übrigen für Wien, die große alte Stadt der ehemaligen Habsburger-Kaiser, Residenz des seligen Franz Joseph. Als Wien-Reisender könnte man angesichts der touristisch zelebrierten Nostalgie glauben, Wien sei der Nabel der Welt und es gebe nichts außerhalb dieser – durchaus wunderbaren – Stadt.

Wie stark diese alten Stereotype wirken, bemerkte ich bei einer Lesung, zu der ich nach Wien eingeladen war. Ich sollte aus meinem Roman Föhntage lesen, in dem es auch um die politischen Verwerfungen der Sechziger- und Siebzigerjahre des 20. Jahrhunderts in Südtirol geht. Es erschien ein interessiertes, gebildetes Publikum, im persönlichen Gespräch kam eine Dame aber nicht umhin, furchtbar dummes Zeug zu reden. Sie wollte freundlich sein und zermarterte sich das Hirn, um einen Anknüpfungspunkt zu meiner Tiroler Herkunft zu finden. Tatsächlich gelang ihr das, und sie teilte mir mit, sie kenne einen gewissen Herrn Meier aus Kufstein und darüber hinaus eine Frau Dobler aus Wörgl, ob ich die beiden Herrschaften nicht auch kenne? Aber natürlich! Als wäre es in Tirol immer noch so wie vor dreihundert Jahren, als der Senner-Jockl der Huber-Resi über den Bergkamm zujodelte, um sich mit ihr für den Abend zu verabreden. Nein, in Tirol kennen sich nicht alle fünfhunderttausend Einwohner persönlich, und nein, die Tiroler beginnen ihre amourösen Abenteuer tendenziell nicht mehr mit einer Leiter, die sie am Fenster der Angebeteten anlegen, das sogenannte Fensterln ist ein Mythos – vermarktet wird der Brauch aber natürlich schon, im Zillertal gibt es gar eine Fensterln-WM –, auch in Tirol gibt es heute Farbfernsehen und Waschmaschinen, Emanzipation und internationale Modemarken, die ihre Stores in den Eins-A-Lagen der Stadt aufmachen. Die Dame war jedenfalls ein klein wenig enttäuscht, als ich ihr sagte, dass ich ihren Sennen-Jockl, oder wie er geheißen haben mag, nicht kenne.

 

Tirol und Wien, das ist eine wechselvolle gemeinsame Geschichte voller Missverständnisse, wie bei Heinrich Heine in den erwähnten Reisebildern nachzulesen ist. Treu waren die Tiroler immer, seit sie 1363 zu Österreich kamen. Zuerst sich selbst und ihrem Land und dann dem Kaiser gegenüber, dem sie Treue geschworen hatten. Vielleicht ist das mit der Naivität der Tiroler, wie Heine das beschreibt, doch nicht so weit hergeholt, denn wer gibt schon etwas auf einen erzwungenen Schwur für einen Kaiser oder König? Die Tiroler nahmen das jedenfalls bis ins 20. Jahrhundert hinein ausgesprochen ernst, ja geradezu wörtlich, bis der selige Kaiser Franz Joseph, Inbegriff der Habsburgermonarchie und Witwer von Kaiserin Sisi, endlich im Alter von sechsundachtzig Jahren starb und mit ihm der ganze Glanz und die ganze Glorie von siebenhundert Jahren Habsburgermonarchie untergingen.

Als Einzige innerhalb des Vielvölkerstaates hatten es sich die Tiroler ausbedungen, dass die Landstände – also die wehrhaften, jungen Männer Tirols – in Zeiten, in denen das Vaterland Tirol von außen bedroht wäre, die Heimat selbst verteidigen dürften und nicht in der Fremde für den Kaiser Dienst an der Waffe leisten müssten. Festgelegt wurde das im Tiroler Landlibell von 1511, und vielleicht geht der Mythos des stolzen, heimatverbundenen Tirolers auch auf diese Besonderheit zurück: die Heimat, die über dem Wohl des Staates steht. Für den Kaiser, der ihnen diese Gnade gewährte, standen die Tiroler wohl ein, etwa für den geschätzten Kaiser Maximilian I., der seine Residenz in Innsbruck hatte und für Tirol und seine Landeshauptstadt immer noch von Bedeutung ist – heute ist ein Museum im Gebäude mit dem Goldenen Dachl, dem Wahrzeichen von Innsbruck, nach dem Kaiser Maximilianeum benannt.

 

Von Grüß Gott bis Tschüü-hüss

Jahr für Jahr kommen viele Menschen nach Tirol, des Tourismus, der Berge wegen, um Skifahren zu gehen im Winter und zu wandern im Sommer. Tirol lebt und arbeitet seit Jahrzehnten von und mit dem Tourismus, die Tirol Werbung hatte das Image Tirols schon in die ganze Welt verkauft, als an anderen Orten der Begriff Fremdenverkehr noch unbekannt war. Bereits im Jahr 1889 gründeten findige Pioniere den »Verein zur Hebung des Fremdenverkehrs in Nordtirol«; seitdem hat sich natürlich vieles getan. Tirol schaffte durch den Tourismus, durch über vierzig Millionen Nächtigungen jährlich, den Sprung vom ärmlichen, bäuerlich geprägten Landstrich im 19. Jahrhundert zu einer modernen Dienstleistungsgesellschaft.

Die Touristen kommen aber nicht nur wegen der Berge und des Wintersports, sondern auch wegen der Folklore, die mit dem Land untrennbar verbunden ist. Die Tiroler Gastfreundschaft und die Tiroler Gemütlichkeit sind geradezu sprichwörtlich, und dieses Bild wird gern in die ganze Welt getragen; die Touristiker, Hoteliers und Angehörigen aller sonstigen Branchen, die vom Fremdenverkehr leben, haben folgerichtig dieses Bild, das zu großen Teilen ein Klischee ist, verinnerlicht und glauben sich selbst ihre Rollen als bärbeißige, aber gutmütige Wirte, als sportliche, sexuell unwiderstehliche Skilehrer oder als dralle Schönheiten im Dirndl.

Und dann diese Sprache, dieser Dialekt, der für die meisten, auch für die deutschsprachigen Touristen so schwer zu verstehen ist, den sie aber umso mehr lieben: ein ruraler Singsang zwischen Nuscheln und Maulfaulheit, der mit der seltsamen Verwendung von Konsonanten einhergeht, was man etwa bei den Innsbruckern bemerkt, die für ihr K berühmt sind, das wie ein tief im hintersten Rachen gefundenes Krächzen klingt und das man schon für die Wörter Innsbruck und Innsbrucker braucht. Oder bei den Einheimischen der Ortschaft Fulpmes im Stubaital nahe Innsbruck, die als Amerikaner, als Yankees Tirols gelten, weil sie ihren Dialekt mit geradezu US-amerikanischem Zungenschlag sprechen. Schon der berühmte Autor und Feuilletonist Karl Kraus dachte über die interkulturellen Missverständnisse zwischen Deutschen, Schweizern und Österreichern nach, und ihm wird folgender, berühmt gewordener Satz zugeschrieben: »Was die Deutschen und die Österreicher trennt, ist ihre gemeinsame Sprache.« Der Journalist und Autor Dietmar Krug hat in einem Artikel in der Tageszeitung Die Presse vehement bestritten, dass dieser Satz von Karl Kraus stammt; er sei erst nach 1945 gleichsam aus dem Nichts aufgetaucht, und außerdem gebe es eine ähnliche Variante des Satzes über das Verhältnis von Briten und Amerikanern, so Krug, der wahlweise George Bernard Shaw oder Oscar Wilde zugeschrieben werde. Wie dem auch sei, man kann an diesem Beispiel sehen, dass die Sprache und die Art, wie sie verstanden wird, einem beständigen Wandel unterliegen.

Sprache ist jedenfalls Anlass permanenter Kontroversen, und mitunter werden diese in den Leserbriefspalten der lokalen Tageszeitungen ausgetragen. Vor ein paar Jahren gab es im westlichen Nachbarbundesland Vorarlberg einen heftigen Meinungsstreit in der Bevölkerung, weil die Moderatoren der täglichen Bundesland-Nachrichtensendung, die der Österreichische Rundfunk in den Landesstudios produzieren lässt, plötzlich Hochdeutsch anstelle des Vorarlberger Dialekts sprachen. Von Heimatverlorenheit und Identitätsverlust war die Rede, wenngleich es eigentlich jedem Hörer und jeder Seherin hätte einleuchten können, dass ein modernes Medienunternehmen in den Nullerjahren des 21. Jahrhunderts auch langsam anfangen möchte, über die Grenzen des eigenen Bundeslandes hinaus verständlich zu sein. Aber bei der jeweiligen Heimat, dem Dialekt, der Identität hört der Spaß mit der Globalisierung dann eben doch auf.

In Tirol spricht jeder Einheimische einen Dialekt, der sich mitunter beträchtlich von anderen Dialekten unterscheiden kann; der Dialekt der Zillertaler hat mit jenem der Innsbrucker oder der Landecker Bevölkerung fast nichts gemein, geschweige denn die Dialekte im Außerfern oder am Arlberg, die einen alemannischen Einschlag haben und daher von vornherein grundverschieden sind. Das Alemannische ist in einer tatsächlich so genannten Alemannisierungswelle in die westlichsten Ecken Tirols geschwemmt worden, und zwar aus Vorarlberg, das zwar an Tirol grenzt, aber ganz und gar anders in Mentalität und Dialekt ist – nicht nur Tirol gegenüber, Vorarlberg hat in ganz Österreich ein Alleinstellungsmerkmal. Kaum jemand kennt das Land, und da die Vorarlberger gern unter sich bleiben oder sich gar lieber der Schweiz anschließen würden (1919 befürworteten achtzig Prozent der abstimmenden Vorarlberger einen Beitritt zur Schweiz, aber die Schweizer wollten das Kanton Übrig genannte Vorarlberg nicht), ändert sich im Alltag daran auch sehr wenig. Es gibt den viel zitierten Satz, dass »der Mensch nicht vereinen soll, was Gott getrennt hat«, was darauf anspielt, dass Tirol von Vorarlberg durch ein gewaltiges Bergmassiv, den Arlberg, getrennt ist. Früher stellte dies für Reisende ein nur schwer zu überwindendes Hindernis dar, wovon noch das Hospiz am Arlbergpass Zeugnis ablegen kann; erst durch den Arlbergtunnel, quasi den Gotthard Österreichs, wurde der grenzüberschreitende Personen-, mehr noch aber der Warenverkehr zwischen West und Ost möglich.

Aber um zurückzukehren: Die Tiroler sind sprachgeschichtlich betrachtet Bajuwaren, sie sprechen demzufolge Varianten der bairischen Dialektfamilie. Das Land Tirol ist zusätzlich traditionell ein Transitland, ein Durchgangsort für Reisende aller Art. Dementsprechend gibt es regionale Einflüsse wie jene aus Vorarlberg, vor allem aber aus Deutschland und Italien, an die Tirol im Norden und im Süden grenzt. Transit – von der Wortbedeutung her das Durchgehen, der Durchgang oder die Durchfuhr – ist heute ein böses Wort, das sich auf die Zahl an Lastkraftwagen beruft, die jahrein, jahraus über den Brenner, die südliche Grenze Tirols, fahren. Der Transit wird in Tirol in erster Linie negativ wahrgenommen, mit erhobenem Zeigefinger wird auf die neuesten Statistiken der Luftqualitätsmessungen verwiesen. Politisch werden regelmäßig sektorale Fahrverbote erwogen, gefordert und auch umgesetzt, um so zur allgemeinen Luftverbesserung an der bekanntesten Transitstrecke entlang der A12, der Inntalautobahn von Kufstein bis nach Innsbruck, und dann weiter auf der A13, der Brennerautobahn nach Italien, beizutragen.

Schon lange gibt es Pläne, auf der Strecke über den Brenner die Lastkraftwagen zu reduzieren; nach ersten Machbarkeitsstudien in den Achtzigerjahren wird inzwischen seit Jahren an mehreren Stellen in gigantischen Ausmaßen und mit ungeheurem finanziellem Aufwand am Brennerbasistunnel gebaut, eröffnet werden soll er vermutlich 2026 – mit über sechzig Kilometern Länge dann als längster Eisenbahntunnel der Welt.

Noch aber ist es nicht so weit, und es ist ein seltsamer Zwiespalt für ein Land, das von der Vermarktung der Natur lebt, von den Bergen und der guten Luft, dass ausgerechnet hier durch den internationalen Warenverkehr jene Vorteile in Gefahr sind, deretwegen die Touristen erst nach Tirol kommen: die Natur und ihre Begleiterscheinungen. Wegen der Berge und der guten Luft kommen ja die Meiers und Schmidts aus Wanne-Eickel und aus Bochum alljährlich nach Tirol, um in ihrem Urlaub hier ein Stückchen unberührte Erde zu finden, ein Idyll mit Almen und Kuhherden und den dazugehörigen urigen Bewohnern.

Das erinnert ein klein wenig an die als Lungenkurort besuchte Stadt Meran in Südtirol, das seit dem Ersten Weltkrieg zu Italien gehört. Der Ort war für seine gute Luft und die idyllische Natur vor allem im ausgehenden 19. Jahrhundert europaweit berühmt. Das stimmt so natürlich auch heute noch; Meran ist eine wunderhübsche, fast schon mediterran anmutende kleine Stadt, die für ihr spezielles Klima bekannt ist; es wachsen Palmen, und der hiesige Frühling ist wegen der Blumenvielfalt einzigartig; es gibt den weithin bekannten botanischen Garten rund um Schloss Trauttmannsdorf mit seinen Raritäten und Themengärten zur Vegetation Südtirols. Inzwischen ist aber Meran nicht mehr nur per Eisenbahn erreichbar; mit der zunehmenden Motorisierung der Gesellschaft spätestens seit den 1950er-Jahren des vorigen Jahrhunderts hat sich – verschärft durch die Lage am Ausgang eines Tales, des Vinschgaus – die Luftqualität verschlechtert; es ist fraglich, ob die Lungenkranken von heute sich Meran als Ort ihrer Genesung noch aussuchen würden.

So ähnlich verhält es sich auch in Nordtirol. Die Natur, das wichtigste Kapital des Fremdenverkehrs, ja der gesamten Wirtschaft, wird seit Jahrzehnten ausgebeutet und dem Transitverkehr geopfert. Und ohne Ruhe, reine Luft, Aussicht voller Vegetation, ohne Idyll kommen eines Tages auch nicht mehr jene Touristen, die dieses Idyll suchen.

Die schneearmen Winter der letzten Jahre zeugen noch von einer anderen Veränderung, die durch den zunehmenden Verkehr mit verursacht wurde: von der sich stetig mehr bemerkbar machenden Klimaerwärmung, die sich inzwischen selbst auf höhere Lagen auswirkt und Skigebiete in niederen Lagen längst in den Ruin getrieben hat. Noch wird versucht, durch moderne Technik und Beschneiungsanlagen dem Winter nachzuhelfen – mit unabsehbaren Folgen für das ökologische Gleichgewicht übrigens –, der Mythos vom Winter in den Bergen mit perfektem Schnee hat aber bereits einige Kratzer abbekommen. Moderner Massentourismus gehorcht eigenen Gesetzen; es mag zwar sein, dass alle vom Tourismus leben, aber nicht alle können mit dem Tourismus und seinen Auswirkungen leben.

Durchzugs- und Durchfuhrgebiet ist Tirol schon seit vielen Jahrhunderten – durch die geografische Lage war es geradezu ausgezeichnet als Tor nach Süden, nach Italien oder nach Norden, nach Deutschland, je nachdem, wo man seine Reise einst begann. Seit dem Mittelalter reisten die deutschen Könige zur Kaiserkrönung zum Papst nach Rom und wählten dazu meist den Weg über Tirol. Tirol wurde zum Nadelöhr, durch das alle Fürsten mit ihrem Tross hindurchmussten. Dabei profitierte auch damals schon das ganze Land davon, man trieb Handel, Gaststätten und Herbergen entstanden entlang der Route, man versorgte den Tross und sicherte eine ungehinderte Reise durch die Nord- und Südtiroler Gebiete. Ein beredtes Zeugnis dieser jahrhundertelangen Bewegungen sind die zahllosen Burgen entlang der Strecke nach Italien. Tirol ist ein Land der Burgen, neben zahllosen Ruinen sind viele Gemäuer noch gut erhalten und zum Teil bis heute bewohnt.

Es gibt nur eine andere Art von Gebäuden, die in Tirol häufiger vorkommt als Burgen, und das sind Kirchen. Nicht umsonst nennt man diesen Landstrich sprichwörtlich das heilige Land Tirol. Dokumentiert und erforscht sind diese Schwerpunkte in diversen, äußerst umfangreichen Büchern, etwa in der zehnbändigen Reihe Tiroler Burgenbuch, begründet von Oswald Trapp und fortgeführt von Magdalena Hörmann-Weingartner. Über die Geschichte der (katholischen) Kirche in Tirol gibt es natürlich unzählige Publikationen, was nicht zuletzt auf eine der ältesten Universitäten Österreichs, die 1682 in Innsbruck als Seminar des Jesuitenordens gegründete Theologische Fakultät in der Innsbrucker Altstadt, zurückgeht. Tirol ist zum überwiegenden Teil katholisch, wenngleich es in den letzten Jahrzehnten durch viele Arbeitsmigranten, davor »Gastarbeiter« genannt, und deren Familien aus Ländern wie der Türkei oder den Staaten des ehemaligen Jugoslawien einen Anstieg von Bürgern muslimischen Glaubens gegeben hat; eine Evangelische Kirche besteht in Tirol ebenso.

Was das Burgenbuch für die Burgen und Schlösser Tirols ist, scheint für die Kirchen das seit 2009 von Walter Rampl im Eigenverlag publizierte und mittlerweile vierbändige Werk Ein Haus voll Glorie schauet. Alle Kirchen Tirols zu werden – wenngleich es ein wenig seltsam anmutet, dass die evangelischen Kirchen wie die Christuskirche im Innsbrucker Stadtteil Saggen in einem solch umfassenden Werk nicht berücksichtigt sind.

Tirol ist also nicht nur Durchgangsort für Reisende, sondern auch Migrationsland, ein Land der Zuwanderer. Heute sind neben den bereits erwähnten türkischen Migranten und jenen aus Ex-Jugoslawien interessanterweise die Deutschen die größte Migrantengruppe. Die deutschen Touristen, die unter den Gästen die größte Gruppe ausmachen, prägen Tirol ebenso wie die vielen deutschen Arbeitsmigranten, die vornehmlich im Gastgewerbe beschäftigt sind, dazu kommen in den letzten Jahren zunehmend deutsche Studentinnen und Studenten, die von den heimischen Zeitungen anfangs schlicht Numerus-Clausus-Flüchtlinge genannt wurden, da es an österreichischen Universitäten im Gegensatz zur Bundesrepublik Deutschland in den meisten Fächern keine Zugangsbeschränkungen gibt (die großen Ausnahmen bilden vollkommen überlaufene Studienzweige wie Medizin oder Psychologie). Auch die Studenten wählen übrigens – wie die Touristen – Innsbruck als Studienort oft nur wegen der Berge und der zahllosen Outdoor-Möglichkeiten.

Das führte in den letzten Jahren zu teils erbitterten Diskussionen über die Identität des Landes und ihrer Bewohner. Waren es in den Nullerjahren vorwiegend Bürger aus den ostdeutschen Bundesländern, die im Tiroler Wintertourismus als Kellnerinnen oder Köche willkommen waren, prägen seit ein paar Jahren die deutschen Studenten die Universitätsstadt Innsbruck, was man auch bei einem Besuch in den Ausgehlokalen in der Innsbrucker Innenstadt beobachten kann – oft treten die deutschen Studierenden in Gruppen von Dutzenden Leuten auf; die Folge ist ein unablässiges Stühlerücken und Tische-Aneinanderschieben und ein gewisser Lärmpegel, schließlich will man sich auch mit dem entfernten Bekannten am anderen Ende des Sechs-Meter-Tisches unterhalten.

Die Einheimischen nehmen das naserümpfend und mit Augenverdrehen zur Kenntnis. Jahrelang mussten sie sich von den reicheren Deutschen, von den Piefke, mehr oder weniger viel bieten lassen; bis in die Neunzigerjahre des vorigen Jahrhunderts war die D-Mark ja sieben Mal so viel wert wie der österreichische Schilling, seit dem Euro und den Entwicklungen im Zuge der Finanzkrise, die Österreich und Tirol relativ gut überstanden haben, sieht die Sache natürlich anders aus. Die berühmte Tiroler Geselligkeit verkommt allmählich zum Mythos, der bei Tiroler Abenden, also hauptsächlich zu folkloristischen Zwecken, noch vermarktet wird.

Während in den sogenannten Nullerjahren also noch in Leserbriefen erregt diskutiert wurde, ob man in Tiroler Gasthäusern nun eine Cola statt ein Cola und Apfelschorle statt gespritzten Apfelsaft bestellen müsse, hat sich mittlerweile das obligatorische deutsche Tschüss in Innsbruck und Tirol durchgesetzt. Kaum ein Innsbrucker Kind sagt heute noch Grüß Gott oder das jahrzehntelang juvenil-italienisch gefärbte Ciao. Heute sagen alle Tschüss, meist in der gedehnten, doch leicht nervigen Variante Tschüü-hüss. Der Kampf dagegen ist ein Kampf gegen Windmühlen, den manche unverdrossen führen – meine Kinder wurden von einem urwüchsigen Tiroler schon zurechtgewiesen: »Des hoaßt Pfiat enk!«

Die meisten Tiroler haben sich an das Tschüss gewöhnt und es in ihren Sprachschatz übernommen. Jedes Transitland hat schließlich die Eigenschaft, von seinen Grenzen und vor allem durch den interkulturellen Austausch über die Grenzen hinweg zu profitieren, ebenso von seinen Migranten, auch wenn die Vorzüge des Austauschs oft erst spät erkannt und zu Beginn meist heftig bekämpft werden.

So bekommt man mittlerweile in fast jedem Gasthaus, in jeder Bar und in jedem Café in Tirol einen annehmbaren Espresso und einen guten Cappuccino, was bis zum EU-Beitritt Österreichs im Jahr 1995 keine Selbstverständlichkeit war – Cappuccino wurde mit Schlagsahne serviert, Milchschaum war nahezu unbekannt. Damals begann das Paradies des guten Kaffees erst am Brenner, in Italien. In Grenzregionen lässt sich ein gewisser Austausch nicht aufhalten, und so profitierte Tirol gerade von der Nähe zu Italien in kulinarischer Hinsicht enorm – eine Beobachtung, der eingefleischte Tiroler niemals zustimmen würden.

Das liegt an einem alten Phantomschmerz, einer Amputation, die für die Tiroler noch nicht lange her ist, die de facto aber am Ende des Ersten Weltkriegs stattgefunden hat. Ich spreche von der Abtrennung des südlichen Teils Tirols, von Südtirol, das in K.-u.-k.-Zeiten (also zu kaiserlich-königlichen Zeiten, wie man die Zeit der Doppelmonarchie Österreich-Ungarn von 1867 bis 1918 nennt) bis nach Trient reichte und zum Habsburgerreich gehörte. Durch den Friedensvertrag von St. Germain wurden Südtirol und das Trentino Italien zugeschlagen, worunter vor allem die deutschsprachige Bevölkerung in Südtirol in den folgenden Jahrzehnten zu leiden hatte. Ein undurchschaubar komplexes Beziehungsgeflecht zwischen Italien und Tirol war die Folge.

Dennoch: Immerhin einen Austausch der kulinarischen Besonderheiten gibt es, die Tiroler haben Pasta, Pizza und guten Kaffee gern von Italien übernommen, ein klein wenig Italianitá, das Flair des Südens, weswegen die Tiroler ja seit Jahrzehnten, seit man sich die Urlaube an der Adria – in Jesolo, Bibione oder Cervia – auch als einfacher Angestellter oder Arbeiter leisten konnte, jeden Sommer in den Süden aufbrechen, allen lokalen politischen Animositäten zum Trotz. Damit wäre nebenbei auch geklärt, wohin Menschen fahren, die dort wohnen, wo andere Urlaub machen.

Leben, wo andere Urlaub machen, damit wären eigentlich nicht die Touristen, sondern die Einwohner angesprochen. Aber auch die Tiroler wollen im Sommer fort, sofern sie nicht im Tourismus beschäftigt sind, auch wenn das Budget mitunter nur für einen Abstecher an den Gardasee, quasi den Haussee der Tiroler, reicht. Die Fahrt dauert mit dem Auto – Staus nicht berücksichtigt – nur drei, vier Stunden, in zwei Stunden ist man immerhin schon in Trento oder am nahen Caldonazzosee, in vier Stunden in Venedig. Die geografische Lage Tirols schätzten und nutzten nicht nur die deutschen Kaiser des Mittelalters, das schätzen und nutzen auch die modernen Tiroler. Nichts ist einfacher, als über das Wochenende in den Süden zu fahren, um den strengeren Temperaturen nördlich des Brenners für ein paar Tage zu entkommen.

Neben den Essgewohnheiten vermischen sich natürlich auch die Sprachen, viele Tiroler können Italienisch; ob das für die vielen italienischen Touristen, die nach Tirol kommen, umgekehrt genauso gilt, darf bezweifelt werden. Dennoch kommen sie in Scharen, vor allem nach Innsbruck, zum Bergsilvester etwa, einem Volksfest mit Musik und Budenzauber samt allem Drum und Dran zum Jahreswechsel; sie kommen im Advent zum Christkindlmarkt, wie die Weihnachtsmärkte insbesondere in Innsbruck genannt werden, wo man sich bei überteuertem Glühwein und lokalen Spezialitäten wie den Kiachl – ein Ur-Tiroler, im ganzen süddeutschen Raum verbreitetes Hefegebäck, das in Fett schwimmend zubereitet und mit Marmelade oder Sauerkraut gegessen wird – auf die Weihnachtszeit einstimmen lassen kann.

Antransportiert werden italienische Tages- oder Wochenendtouristen mit Bussen, die immer dasselbe Problem aufwerfen: Wo soll man all diese Reisebusse abstellen? Im Innsbrucker Stadtteil Saggen gibt es eine regelrechte Prachtstraße, die Falkstraße, wo sich Gründerzeitbauten aneinanderreihen, und vor den repräsentativen Villen dicht gedrängt stehen zur Hochsaison im Advent die Reisebusse. Die Fahrer vertreiben sich die Zeit mit Zigaretten und Sudoku-Rätseln, während ihre Fahrgäste in der Innsbrucker Altstadt die Zeit verbummeln.

 

Aber zurück zur Sprache: Man wundere sich nicht, wenn man die Tiroler nicht versteht, die Tiroler verstehen sich untereinander auch nicht – der Innsbrucker nicht den Landecker oder Kufsteiner, geschweige denn den Ötztaler oder den Zillertaler. Die Kitzbühler bilden da eine Ausnahme, sie haben durch den starken Zuzug aus München (Stichwort Zweitwohnsitze) und von russischen Oligarchen (samt anspruchsvollen Gattinnen) internationalere Ansprüche. Solche Reisebewegungen haben Auswirkungen in alle Richtungen: Seit den Nullerjahren wird der Innsbrucker Flughafen auch von größeren Maschinen angeflogen, die schlicht Ausdruck des gesteigerten Bedarfs sind, mehr Menschen in kürzerer Zeit ins Land zu bringen, auf die Berge, auf die Pisten.

Dabei war der Innsbrucker Flughafen unter Piloten lange Zeit berüchtigt, weil besonders schwierig anzufliegen, was an der speziellen topografischen Lage mitten in den Bergen liegt. Moderne Technik hat viele Pilotenprobleme verschwinden lassen, nach wie vor aber müssen die Flugzeuge nah an die Berge heran und gegen den Wind landen, wenn Föhnwetter herrscht. Der Föhn ist ein Fallwind, der seinen Weg aus dem Süden über das Wipptal in den Kessel um Innsbruck nimmt und der Stadt überdurchschnittlich viele Tage mit Postkartenwetter beschert – blauer Himmel vor strahlenden Bergen mit ins Tal herableckenden Schneefeldern.

Der Föhn sorgt außerdem dafür, dass es in Tirol kaum Nebel gibt – Hochnebel, wie er in allen österreichischen Tallagen sonst gerade im Winter trübseliger Alltag ist, kommt im Tiroler Inntal eigentlich nicht vor. Mit Vorliebe rufen die Tiroler, nachdem sie den Wetterbericht gesehen haben, ihre Verwandten in Niederösterreich oder im Vorarlberger Rheintal an und fragen verlogen anteilnehmend nach dem Wetter – wie meine Eltern vier Jahre lang nach dem Nebel und dem Raureif fragten, als ich in Vorarlberg lebte.

Der Innsbrucker Flughafen zeichnet sich nicht nur durch schwierige Windverhältnisse, sondern auch durch besondere Nähe zur Stadt aus – wohin hätte man ihn auch bauen sollen, in Tirol gibt es einfach nicht viel ebene Fläche. Nicht nur, dass die Flugzeuge direkt über der Innenstadt im Landeanflug sind, auch das außergewöhnlich kurze Lande- und Startfeld in der Nähe des Inns – der für dieses Feld extra verlegt werden musste – ist etwas Besonderes. Dort treffen sich an den Wochenenden planespotter aus ganz Europa, um zahllose Fotos zu schießen, denn in Innsbruck lassen sich wegen der speziell notwendigen Manöver Flugzeuge besser beobachten und fotografieren als anderswo: Gefühlt direkt über dem Kopf brausen Flugzeuge dahin, Innsbruck wurde so, wenn man will, zu einem planespotter-Hotspot unter den Flughäfen Europas, vor allem seit auch größere Maschinen in der Landeshauptstadt landen.

Seit ein paar Jahren bestimmen die lauten Tupolews den Innsbrucker Flugverkehr vor allem an den Samstagen, am traditionellen Tag für den Urlauberschichtwechsel. Genau diese Momente sind es, die Touristen und Neuankömmlinge auf Anhieb erkennbar machen – nicht nur die kurzen Hosen und die verschwitzten Lacoste-Hemden, oder die hoch erhobenen Regenschirme, denen eine Gruppe folgt –, konkret: die beunruhigten Blicke nach oben auf die direkt über den Hausdächern anfliegenden Flugzeuge. Einheimische ignorieren dieses Schauspiel mit stoischer Gelassenheit. Schließlich sind in all den Jahren des Flugbetriebs erst zwei Flugzeuge abgestürzt, und das ist schon ewig her und passierte glücklicherweise auch nicht über der Stadt.

Ein weiteres Merkmal von Innsbrucks zahlenden Gästen (mit Betonung auf zahlend, touristisch gesprochen) ist ihre Vermummung. Insbesondere italienische Touristen frieren bereits in den milden Herbstmonaten, wenn die meisten Innsbrucker noch in T-Shirt und kurzen Hosen unterwegs sind, und hüllen sich in dicke Flauschejacken, die warme Mütze tief ins Gesicht gezogen, die mit dicken Handschuhen geschützten Zeigefinger in den Himmel gestreckt: Ein Flugzeug so niedrig? Dio mio.

 

 

Bernd Schuchter

Über Bernd Schuchter

Biografie

Bernd Schuchter, 1977 geboren, Autor, Rezensent und Verleger, lebt mit seiner Familie in Innsbruck. Er ist Preisträger beim Prosapreis Brixen/Hall und beim Preis für künstlerisches Schaffen der Stadt Innsbruck. Zuletzt erschienen die Erzählung »Jene Dinge«, die Romane »Link und Lerke« sowie...

Pressestimmen

RegionalMagazin Schwaz (A)

»Wenn es an einem nicht mangelt in der Einschätzung der Tiroler, dann an einer beachtlichen Vielzahl von Klischees über Land und Leute. (...) Bernd Schuchter lässt in seiner ›Gebrauchsanweisung für Tirol‹ keines dieser Klischees aus, schaut aber hinter die Kulisse, liebevoll, kritisch, mit einem gewissen Maß an Respekt und Humor gleichermaßen.«

Rundschau Ausgabe Telfs (A)

»Als waschechter Tiroler versucht Schuchter auf eine lockere Art, die Bräuche des Landes für andere Europäer, Urlauber und Touristen verständlich zu machen. (...) Die Leser dürfen sich über einen kleinen, kompakten Einblick in die Lebensgewohnheiten und kulinarischen Spezialitäten der Tiroler freuen.«

kultur.tirol.at

»Schuchter ist ein guter Beobachter, ein kundiger Erzähler und verfügt über die nötige Portion Selbstironie.«

Märkischer Sonntag

»Bernd Schuchter begibt sich jenseits der gängigen Werbeslogans auf die Suche nach dem Mythos seiner Heimat.«

StadtBlatt Innsbruck (A)

»Bernd Schuchter erzählt mit Genauigkeit und Leichtigkeit über Tirol (…) Dabei erfährt man auf amüsante Weise, was Tirol zu dem macht, was es ist: Ein liebenswertes, stolzes und gleichzeitig kontroverses Land.«

Wiener Zeitung (A)

»Bernd Schuchter, legt eine ›Gebrauchsanweisung für Tirol‹ vor, in welcher er ebenfalls in subjektiver Manier Phänomenen wie dem ›Kaspressknödelfaktor‹ oder der Trias ›Leder, Loden und Polyester‹ leserfreundlich auf der Spur ist und sich dabei weniger als klassischer Reise- denn mehr als kulturhistorischer Mentalitätsführer durch sein Heimatbundesland erweist.«

reisebuecherwanderfuehrer.blogspot.de

»Schuchter nimmt seine Leser an die Hand, wird persönlich, wenn er aus seinem Tiroler Leben und seinen Erlebnissen erzählt, und er weiß unheimlich viel.«

Inhaltsangabe

Wo sind die Tiroler?

Von Grüß Gott bis Tschüü-hüss

Da wo die Heimat ist

Leder, Loden und Polyester

Der Sandwirt aus dem Passeiertal

Der Kaspressknödelfaktor

Landvermessung

Ein alter Schmerz – Provokation und Skandal

Schneesicherheit und großes Theater

Lebenserhaltende Maßnahmen – das Dorfzentrum

Teufellaufen, Wampelerreiten und Skizirkus

Schlecht frisierte Rebellen

Der berühmteste Tiroler

Patriarchen, Chauvinisten und eine legendäre Rote

Mein Tirol

Ausflugsziele

Literatur

Dank

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