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Gangster SchoolGangster School

Gangster School

Die Bruderschaft des Bösen

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Gangster School — Inhalt

Jeder angehende Gangster, der etwas auf sich hält, geht auf die Gangster School – die Schule für die Kinder der berüchtigtsten Ganovenfamilien. Hier werden die Schüler in Betrug, Diebstahl und Kunstfälschung ausgebildet. Doch Milly und Charlie sind anders: Sie wollen nichts Unrechtes tun. Nur müssen sie das leider vor ihren Mitschülern, den Lehrern und sogar den eigenen Eltern geheimhalten. Und damit haben sie bereits alle Hände voll zu tun. Doch dann geraten Milly und Charlie auch noch in eine neues Abenteuer: Eine geheime Bruderschaft versucht, den kostbarsten Diamanten der Schule zu stehlen und die Macht über die Gangster School an sich zu reißen. Da hilft es nur, cool zu bleiben – und mit einer gehörigen Portion Scharfsinn und Humor die Schule zu retten. Zum Glück können sie sich auf ihre Verbündeten verlassen, den faulen Hund Gruffel und den fliegenden Roboterwolf Wolfie.

€ 13,00 [D], € 13,40 [A]
Erschienen am 01.03.2018
Übersetzt von: Michaela Link
256 Seiten, Hardcover
EAN 978-3-492-70453-3
€ 10,99 [D], € 10,99 [A]
Erschienen am 01.03.2018
Übersetzt von: Michaela Link
256 Seiten, WMEPUB
EAN 978-3-492-99084-4

Leseprobe zu »Gangster School«

Kapitel 1


»Charlie, halt die Lampe still«, flüsterte Milly Dillane. »Ich brauche Licht, um die Zahlen zu erkennen. Safeknacken ist unter normalen Umständen schon knifflig genug, aber so ist es fast unmöglich.«
Der Strahl von Charlies Taschenlampe durchschnitt die mitternächtliche Finsternis wie die Miniaturausgabe eines Suchscheinwerfers in einem Gefängnis.
»Tut mir leid. Gruffel hat mich abgelenkt«, murmelte Charlie. Er drehte sich wieder um und leuchtete den Tresor an. »Der Hund scheint von diesem Stuhl fasziniert zu sein. Er hat so einen komisch [...]

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Kapitel 1


»Charlie, halt die Lampe still«, flüsterte Milly Dillane. »Ich brauche Licht, um die Zahlen zu erkennen. Safeknacken ist unter normalen Umständen schon knifflig genug, aber so ist es fast unmöglich.«
Der Strahl von Charlies Taschenlampe durchschnitt die mitternächtliche Finsternis wie die Miniaturausgabe eines Suchscheinwerfers in einem Gefängnis.
»Tut mir leid. Gruffel hat mich abgelenkt«, murmelte Charlie. Er drehte sich wieder um und leuchtete den Tresor an. »Der Hund scheint von diesem Stuhl fasziniert zu sein. Er hat so einen komisch entschlossenen Ausdruck in den Augen. Den hab ich schon mal gesehen, das war, als er gegen MuMiss neues weißes Sofa gepinkelt hat, ungefähr zehn Minuten nachdem es geliefert worden war. GRUFFEL!«
Charlies Hund hatte die Ablenkung genutzt und sich um den großen Schreibtisch geschlichen. Jetzt hob er tatsächlich ein weißes, wolliges Hinterbein gegen den hohen Stuhl. Charlies Taschenlampe fiel klappernd zu Boden, als er sich auf sein Haustier stürzte und das Bein herunterdrückte. »NICHT HIER! Willst du uns alle umbringen? Oder noch schlimmer – willst du, dass man uns nach Crumley’s schickt?«
Gruffel schnaubte und sah aus, als würde er darüber nachdenken. Sein Bein zuckte leicht, blieb aber unten. Selbst Gruffel hat Angst davor, auf Crumley’s Schule für Kleine Kriminelle geschickt zu werden, dachte Milly mit leichtem Schaudern.
»Braver Junge!«, lobte Charlie, griff nach dem Hundehalsband und zerrte das sich sträubende Tier zurück zur Wand, wo Milly auf einem Stuhl balancierte. Sie bemühte sich, den Safe zu öffnen, den sie endlich nach langem Suchen entdeckt hatten.
Der Junge nahm die Taschenlampe wieder in die Hand und richtete sie auf den Tresor. Charlie war viel höher gewachsen als Milly, doch jetzt, da sie auf dem Stuhl stand, waren sie ungefähr gleich groß.
»Erinnere mich noch mal, warum wir Gruffel mitgenommen haben. Er ist eine Belastung«, zischte Milly und biss sich vor Konzentration auf die Zungenspitze, während sie die kleine Zahlenscheibe hin- und herdrehte. »Nein, er ist schlimmer. Er ist eine Bedrohung.«
Sie warf Gruffel einen vernichtenden Blick zu. Der Hund sah jetzt ganz unschuldig aus, so als könne er kein Wässerchen trüben. Na ja, dachte Charlie, er konnte auf jeden Fall Wässerchen trüben, vor allem, wenn er in die warme Badewanne musste.
»Gruffel begleitet uns, um Schmiere zu stehen. Wenn er jemanden kommen hört, warnt er uns, und wir haben Zeit zu fliehen«, sagte Charlie. »Kapiert?«
»Wenn sein Gestank uns vorher nicht verrät.« Gruffel roch stärker als ein normaler Hund, fand Milly. Viel stärker.
»Dieser verflixte Safe.« Sie sah kurz von dem Zahlenschloss auf. »Das dauert zu lange. In der Bankraub AG war das nicht so schwer!«
»Soll ich mal versuchen?«, bot Charlie an und spähte ihr über die Schulter.
»Sei bitte nicht gekränkt, aber traditionelles Safeknacken ist nicht dein bestes Fach. Erinnerst du dich an das letzte Mal, als du einen Tresor aufgesprengt hast? Der Lehrer war nicht gerade begeistert … aber der Wiederaufbau des Ostflügels der Schule kommt gut voran.«
»Er hätte sich bei mir bedanken sollen. Er bekommt ein neues Klassenzimmer, frisch gestrichen! Das Problem war, dass das Schloss kein elektronisches war. Gib mir einen digitalen Safe, und ich habe ihn geöffnet, bevor du auch nur ›Bankraub‹ sagen kannst.«
Da musste sie ihm recht geben. Obwohl sie Charlie erst seit wenigen Monaten kannte, hatte sie seit ihrer ersten Begegnung am ersten Schultag in Blaggard’s Schule für Große Gangster, der weltbesten Schule für angehende Verbrecher, bereits viele Beispiele für seine Zauberei an elektrischen Geräten aller Art erlebt.
»Ich wette, Wolfie bekäme ihn in einer Mikrosekunde auf«, sagte Charlie. »Er ist schon viel zu lange fort.«
Wolfie war ein fliegender Roboterhund mit unglaublichen Kräften. Milly und Charlie hatten ihn Pekunia Badpenny geraubt, der skrupellosen Superschurkin mit den zusammengewachsenen Augenbrauen und einem Groll gegen die Schule, der noch größer war als ihr Ego. Wolfie hatte sich Milly und Charlie angeschlossen und war ihnen seitdem ein treuer Verbündeter. Doch gerade befand er sich auf Reisen und überall, wo er hinkam, sorgte er für Ordnung und machte das eine oder andere Unrecht in der Welt wieder gut. Das war wie Urlaub für ihn.
Jetzt allerdings hätten sie ihn wirklich gut gebrauchen können.
Milly strich sich eine Strähne ihres glatten braunen Haares hinters Ohr und hielt den Kopf dichter an den Safe. »Aha! Ich glaube, jetzt hab ich’s …« Sie drehte den Zahlenknopf noch ein klitzekleines Stück weiter, so quälend langsam und vorsichtig, dass auch nicht der geringste Laut zu –
Ein Klicken erklang, das so entsetzlich laut war wie eine Explosion. Und der Safe öffnete sich. Milly warf über die Schulter einen Blick zur Tür und hielt den Atem an. Kein Licht glomm unter dem Spalt auf. Keine unheilvollen Schritte in dem verlassenen Flur dahinter. Sie sah erst Charlie, dann Gruffel an. Der Hund schien völlig unbesorgt zu sein und leckte seine Pfote.
»Puh«, hauchte sie.
Charlie machte einen langen Hals und spähte über ihren Kopf hinweg in den Safe. »Es ist nicht da! Du hattest recht, Milly.«
Das war der Moment, in dem erst der Stuhl, dann der Boden unter ihren Füßen nachgab. Sie stürzten in die Tiefe und landeten einen Schreckmoment später mit einem würdelosen Plumps in der Dunkelheit. Charlie flog die Taschenlampe aus der Hand und erlosch, als sie auf steinigem Boden aufschlug.
»Au! Was zum …?«, rief Charlie.
Er musste irgendwo in der Nähe sein, aber die Schwärze in dieser Grube war so dicht, dass Milly sich nicht sicher war. Nicht einmal die schwarz-weißen Streifen seines Einbrecher-Hoodies, ein wesentlicher Bestandteil der Schuluniform von Blaggard’s (neben der schwarzen Hose mit den vielen Taschen für die wichtigsten kriminellen Utensilien), waren in der Finsternis zu erkennen.
»Alles in Ordnung bei dir?«, fragte Milly und stemmte sich in die Hocke hoch. »Eine Fallgrube war auf dem Plan definitiv nicht eingezeichnet.«
Eine Stimme erreichte sie in der Dunkelheit.
»Das liegt daran, dass sie neu ist. Sie wurde erst vor einer Woche angelegt. Ich halte sie aus einem sehr guten Grund geheim. Also, Milly Dillane und Charlie Partridge, was beim Tor zur Hölle habt ihr hier zu suchen?«

 

 


Kapitel 2

Der Boden unter Millys Händen und Füßen begann zu vibrieren und dann zu rumpeln. Sie spürte, dass sie wieder nach oben gefahren wurden, in Miss Martinets Büro, wo die Dunkelheit etwas heller war, wenn man das so sagen konnte.
Jetzt fand Charlie auch seine Taschenlampe wieder. Er hob sie auf, schaltete sie wieder ein und schwang den Lichtstrahl in die Richtung, aus der die Stimme gekommen war.
Obwohl beide Kinder sie längst erkannt hatten.
Griselda Martinet, Blaggard’s Direktorin, stand vor der Tür. Sie hielt die Arme vor der Brust verschränkt, und selbst in dem schlechten Licht konnte Milly erkennen, dass ihre kalten Augen vor Zorn brannten.
Zumindest hat sie uns bei etwas Kriminellem erwischt. Vielleicht ist sie dann nicht ganz so sauer. Miss Martinet wusste, dass Milly und Charlie insgeheim Ahnungslose waren – ehrliche Bürger, die nichts Unrechtes tun wollten –, und hätten die beiden nicht die Schule von der finsteren Pekunia Badpenny befreit (s. Gangster School Band 1), wären sie sicherlich der Schule verwiesen worden. Schließlich gab es für einen Blaggardianer nichts Ehrloseres als einen Ahnungslosen. So aber waren Miss Martinet, Milly und Charlie durch ihre Taten zusammengeschweißt. Was die Direktorin natürlich nicht davon abhielt, sich alle Mühe zu geben, um die beiden Kinder auf einen anständigen unredlichen Weg zu leiten.
Die Schulleiterin drückte auf das rechte Auge eines Mannes auf einem Plakat. Daraufhin glitt der Boden unter den Kindern vollständig in seine ursprüngliche Position zurück, und gleich darauf war von einer Falltür nichts mehr zu sehen.

Milly überflog den Text auf dem Bild:


GESUCHT WEGEN INTERNETBETRUGS
VLAD DER MAILER
WENN ER IHNEN SCHREIBT, ER HABE IM ZUG SEINE BRIEFTASCHE VERLOREN, MIT ALLEN PÄSSEN UND DOKUMENTEN, UND DARUM BITTET, SICH IHRE GEHEIMZAHL FÜRS KONTO LEIHEN ZU DÜRFEN, GEBEN SIE SIE IHM NICHT!*
SONST ÜBERNIMMT ER IN DREI SEKUNDEN IHR GANZES LEBEN!


*AUCH WENN ER VERSPRICHT, SIE IHNEN ZURÜCKZUGEBEN.

Miss Martinets Büro war schwarz gestrichen und bedeckt mit ähnlichen Polizeifotos und Fahndungsplakaten von äußerst zwielichtig aussehenden Gestalten – alles ex Blaggardianer auf dem Höhepunkt ihrer Verbrecherkarriere.
Gruffel stellte die Ohren auf, als er Miss Martinet sah. Schwanzwedelnd und sichtlich erfreut sprang er zu ihr hin. Sie wich zurück und rümpfte die Nase.
»Danke für die Warnung, Gruffel«, murmelte Charlie.
Griselda Martinet schaltete das Licht ein. Sie trug einen eleganten Tarnschlafanzug. Sie war eigentlich immer blass, aber heute Nacht war ihr Gesicht so bleich, dass sie krank wirkte. Sie hatte dunkle Augenringe, und ihr von immer mehr grauen Strähnen durchzogenes, braunes Haar war vollkommen zerzaust.
Sie sieht erschöpft aus, schon seit Tagen! Milly fragte sich, warum ihr das nicht früher aufgefallen war.
Die Direktorin warf Gruffel einen angewiderten Blick zu. Hunde standen ganz weit oben auf der Liste der Dinge, die sie nicht mochte, aber sie hatte einen guten Grund, dieses spezielle Exemplar stillschweigend zu ertragen.
»Ich muss gestehen, ich bin hin- und hergerissen zwischen Freude darüber, euch ausnahmsweise einmal etwas Kriminelles tun zu sehen, und Ärger, dass ihr die goldene Regel gebrochen habt, indem ihr euren Gesetzesverstoß gegen mich gerichtet habt statt gegen einen unschuldigen, ahnungslosen Bürger von Borage Bagpize«, tadelte Miss Martinet. »Also lasst mich einen Moment überlegen … Fertig! Unterm Strich überwiegt der Ärger.«
»Ähm, woher haben Sie überhaupt gewusst, dass wir hier sind?«, fragte Milly und trat einen kleinen Schritt zurück. Sie hatte Schauergeschichten über Miss Martinets Wutausbrüche gehört. Angeblich gab es sogar einen geheimen Raum auf dem Schulgelände, in dem Miss Martinet die Leichen jener Schüler aufbewahrte, die sie zu Tode erschreckt hatte. Milly glaubte dem Gerücht nicht, aber sie hatte sich einen gesunden Respekt vor der Schulleiterin bewahrt, vor allem, da neben ihr ein Paar dekorativer Handfesseln und eine Sträflingskugel an der Wand baumelten. Und diese Fallgrube mitten im Büro war ja auch nicht ohne. »Charlie hat die Nachtsicherung ausgeschaltet, deshalb wurde kein Alarm ausgelöst«, fügte sie hinzu. »Dachten wir jedenfalls.«
Miss Martinet schüttelte den Kopf. »Wie oft habe ich es euch gesagt: Unterschätzt niemals euren Gegner?« Ihre Stimme war voller Enttäuschung. »Ihr kennt das Geheimnis meiner Kindheit. Ihr hättet es in eurem Plan berücksichtigen sollen. Ich habe eure Bewegungen gespürt, statt sie zu hören. Es war nicht schwer, mich hineinzuschleichen und meine neue Falle zu aktivieren.«
Sie deutete mit dem Kopf auf das Plakat von Vlad dem Mailer. »Ihr könnt von Glück reden, dass ich gemerkt habe, dass ihr die Eindringlinge wart, bevor ich auch noch auf Vlads linkes Auge gedrückt habe. Ihr hättet dabei draufgehen können, und zwar auf unerfreuliche Weise.«
Miss Milly fragte sich, ob sie sich die senkrechten Schlitze in den grauen Augen der Direktorin nur einbildete. Miss Martinet hatte ihnen vor Kurzem anvertraut, dass sie von Katzen großgezogen worden war. Mit ihren anmutigen Bewegungen und ihren unheimlich scharfen Sinnen schien sie manchmal tatsächlich mehr katzenhaft als menschlich zu sein.
»Aber woher haben Sie gewusst, dass wir es waren? Ohne Taschenlampe konnte ich nicht die Hand vor Augen sehen, und Sie haben keine«, wandte Charlie ein.
»Katzen können im Dunkeln sehen«, rief Milly ihm ins Gedächtnis.
»Ich Idiot!« Charlie schlug sich vor die Stirn. »Daran hätten wir denken sollen, Milly. Aber du wolltest ja unbedingt –«
»Was wollte ich?«, warf Milly verärgert ein. »Es war doch dein Vorschlag, dass wir –«
»Verzeiht mir, dass ich euer lächerliches Gestreite störe«, unterbrach Miss Martinet, »aber ich hoffe, ihr habt einen ab-so-lut triftigen Grund dafür, meinen Safe zu öffnen. Denn wenn nicht, werdet ihr gleich etwas anderes öffnen – den Verbandskasten dort. Mit Pflastern für extragroße Wunden!«
Milly und Charlie sahen sie an.
Von jedem anderen hätte man das für einen Scherz halten können, aber die Direktorin war nicht für ihren Sinn für Humor bekannt.
Charlie starrte auf den Teppich. Milly wusste, was das bedeutete – es war mal wieder an ihr, sie aus dem Schlamassel herauszureden. Sie holte Luft. »Die Sache ist die, wir, äh, haben uns Sorgen gemacht. Um Sir Bryons Gehirn. Charlie hat – na ja, er hat Akten der Schule durchgeblättert …«
Miss Martinet zog die Augenbraue hoch. »Du meinst die streng geheimen Akten, nehme ich an. Die, auf denen steht, dass kein Schüler sie jemals in Augenschein nehmen darf.«
»Äh, ja, die meine ich. Jedenfalls ist er dabei zufällig auf einen Brief des Vorstands an Sie gestoßen. Das Schreiben klang so, als wäre das Gehirn verschwunden.«
Für einen Nichtblaggardianer musste das verrückt klingen. Sir Bryon de Bohun war einer der berüchtigtsten ehemaligen Schüler der Schule. In der Empfangshalle hing ein Porträt von ihm. Das Bild täuschte, denn der Mann darauf sah aus, als würde er sich lieber vor einem Spiegel aufstylen, als abscheuliche Verbrechen zu begehen. Sir Bryons schlecht ausgestopfter Körper war in der Aula ausgestellt, doch es fehlte sein ›Gehirn‹ – natürlich nicht sein echtes. Das Gehirn, von dem hier die Rede war, war ein seltsam klumpiger, aber unfassbar wertvoller Diamant, den Sir Bryon stets am Leib trug, bis sein Butler den ehrbaren Gangster mit einem tödlichen Champagnerkorken ermordet hatte.
Miss Martinet lief vor Ärger rot an. »Charlie Partridge, du bist eine Plage. Ich habe gerade erst die Sicherheitsmaßnahmen der Schule auf den neuesten Stand gebracht, nachdem du letztes Mal deine Nase in meine höchst privaten Dateien gesteckt hattest. Ist vor deiner Neugier denn gar nichts sicher?«
»Vielen Dank, Madam«, sagte Charlie mit vor Stolz geröteten Wangen. »Wahrscheinlich nicht, wenn ich ehrlich bin. Am besten bewahren Sie alles auf die altmodische Weise auf – in Papierform in verschlossenen Aktenschränken. Mit herkömmlichen Schlössern hab ich’s nicht so.« Er grinste. »Aber alles, was im Computer ist, da komme ich dran. Da könnte Vlad der Mailer noch was von mir lernen.«
»Wie gesagt, wir haben uns Sorgen gemacht«, warf Milly ein, bevor Charlie sich weiter reinredete. »Jeder weiß doch, was es mit der Kraft dieses Gehirns auf sich hat. Wenn der Diamant das Schulgelände auch nur für einen kurzen Moment verlässt, wird die Schule sofort einstürzen und …« Sie schluckte, bevor sie heiser weitersprach: »… und die Direktorin wird noch am selben Tag einen schrecklichen Tod sterben.«

Über Kate Wiseman

Biografie

Kate Wiseman entdeckte ihre Leidenschaft fürs Schreiben spät, aber rechtzeitig genug. Nachdem sie sich jahrelang mit unterschiedlichsten Jobs über Wasser gehalten hatte, begann sie, humorvolle Gedichte und Geschichten zu verfassen. Als die Texte länger und länger wurden und ihr dennoch nicht die...

Pressestimmen

goood-reading.blogspot.de

»Der zweite Teil der Gangster School Reihe bietet wieder ein Abenteuer voller Action und Tatendrang.«

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