Erschütterung

Erschütterung

Über den Terror

Hardcover
E-Book

€ 16,00 inkl. MwSt.

Ein kluges Plädoyer für unsere freiheitlichen Werte

Für Paris und ganz Europa begann 2015 eine neue Zeit: Der brutale Anschlag auf die Redaktion von Charlie Hebdo sowie der Terror vom 13. November setzten den grausamen Rahmen für ein Jahr, das nicht nur in Frankreich von einer Vielzahl weiterer Übergriffe mit islamistischem Hintergrund, antisemitischen Attentaten und einem erschreckenden Zulauf für den Front National geprägt war. Die in Paris lebende Schriftstellerin Gila Lustiger hat bereits in ihrem Gesellschaftsroman »Die Schuld der anderen« hellsichtig Ursachen und Hintergründe beschrieben. Auch die jüngsten Terrorakte hat sie miterlebt, aus dieser Erfahrung ist ihr Essay entstanden. Der kluge Versuch, einer tief empfundenen Erschütterung mit Vernunft zu begegnen und vehement unsere freiheitlichen Werte zu verteidigen – als Pariserin, Mutter zweier Kinder, Jüdin, Europäerin.

  • € 16,00 [D], € 16,50 [A]
  • Erschienen am 01.03.2016
  • 160 Seiten, Hardcover mit Schutzumschlag
  • ISBN: 978-3-8270-1332-3
 
 

Leseprobe zu »Erschütterung«

In den ersten Tagen nach den Attentaten vom 13. November 2015 in Paris tat ich nichts anderes, als mich zu informieren. Ich las Zeitung, hörte Radio, sah die zahllosen Fernsehberichte, durchstöberte das Netz nach Meldungen und Bildern, die unter diversen Hashtags verbreitet wurden, und diskutierte mit Freunden die jeweils neuen Ermittlungsergebnisse, die Liveticker der Nachrichtenagenturen hinaus in die Welt schickten. Ihre Informationen erreichten mich im Minutentakt, und ich gab mich ihnen hin von frühmorgens bis spät in die Nacht.
Ich tat es aus Erschütterung. Weil ich verstehen [...]

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Gila Lustiger

Gila Lustiger

Gila Lustiger wurde 1963 in Frankfurt am Main geboren. Sie studierte Germanistik und Komparatistik an der Hebräischen Universität in Jerusalem. Seit 1987 lebt sie als freie Autorin in Paris. Ihr erster Roman, »Die Bestandsaufnahme«, erschien 1995, dann 1997 »Aus einer schönen Welt«. Mit »So sind mehr ...

1 Termine Veröffentlicht am 02.11.2016 von Piper Verlag

Der Horst Bingel-Preis 2016 geht an Gila Lustiger

Gila Lustiger wird für ihr Essay »Erschütterung. Über den Terror« der Horst Bingel-Preis verliehen.

Rezensionen und Pressestimmen

Kölner Stadt-Anzeiger


»Gila Lustigers Essay "Erschütterung" gehört zu den Büchern der kritischen Aufklärung. Es ist ein unaufgeregtes und einsichtsvolles Plädoyer für eine unkriegerische Integration. Mit einem Wort: höchst lesenswert.«   

Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung


»Die in Paris lebende Schriftstellerin hat gerade ein Buch über die Anschläge vom 13. November geschrieben: 'Erschütterung'. Dann kam Brüssel.«   

3sat "Kulturzeit"


»An der Oberfläche übt man sich in Normalität, doch in Frankreich herrscht noch immer der Ausnahmezustand. Die Gesellschaft ist tief erschüttert, meint Gila Lustiger.«   

ARD "Titel, Thesen, Temperamente"


»Die Bilder des Anschlags auf Paris im vergangenen November sind noch im Kopf. Die Toten des November-Attentats in Paris sind begraben, aus den Schlagzeilen verschwunden. Und dennoch haben sie das ganze Land verändert: Frankreich – eine ‚verwundete Nation‘. An der Oberfläche übt man sich in Normalität, doch in Frankreich herrscht noch immer der Ausnahmezustand. Die Gesellschaft ist tief erschüttert, meint Gila Lustiger. Sie will in ihrem Essayband 'Erschütterung' die Ursachen, vor allem aber die Folgen des Terrors ergründen.«   

faustkultur.de


»Die Stärke von Gila Lustigers Buch über den Terror liegt darin, dass sie einen Versuch unternimmt, einen Essay im engsten Sinne des Wortes geschrieben hat. Sie stellt vor allem Fragen, deren Beantwortung dem Leser überlassen bleibt.«   

Rhein-Main-Zeitung


»Leicht gemacht hat sich die aus Frankfurt stammende Schriftstellerin ihre Antworten nicht. Sie hat systematisch recherchiert und nachgedacht, um das Rätsel zu lösen. […]. Lustiger hat ihren Essay eben erst abgeschlossen, weshalb sie auch noch den Strom der Flüchtlinge nach Deutschland und die Vorfälle in der Silvesternacht in Köln reflektieren konnte. Eine Frage dieses erhellenden und hellsichtigen Buches lautet denn auch: 'Kann Deutschland aus den Fehlern Frankreichs lernen?'«   

Radio Bremen


»Mit ihrem Essayband 'Erschütterung' versucht die Schriftstellerin Gila Lustiger ihre persönliche Erfahrung mit den Terroranschlägen in Paris zu verarbeiten.«   

Salzburger Nachrichten


»Dieser Terror sollte uns allen Angst machen. Zuerst, im Jänner 2015, haben die Anschläge auf die Redaktion der Zeitschrift 'Charlie Hebdo‘ und einen jüdischen Supermarkt Entsetzen ausgelöst. Dann, am 13. November 2015, ist bei den Anschlägen in Paris die ganze Zivilgesellschaft angegriffen worden. Doch Gila Lustiger ist überzeugt: Die Franzosen lassen sich nicht einschüchtern.«   

arte Metropolis


»Gila Lustiger, eine deutsche Autorin jüdischer Herkunft, lebt seit fast 30 Jahren in Paris. Sie ist fassungslos, dass die Attentäter Franzosen sind: junge Männer, in Frankreich aufgewachsen und zur Schule gegangen.«   

WDR 5 "Scala"


»Doch es sind weniger Informationen und Analysen, die Gila Lustigers Buch interessant machen. Es sind vielmehr ihre persönlichen Beobachtungen und Selbstbeobachtungen im vom Terror gezeichneten Pariser Alltag. […]. Gila Lustigers Buch über den Terror liefert keine schnellen Antworten, es stellt vor allem Fragen. Und genau darin liegt seine Stärke. Es ist ein Essay im Wortsinn, der Versuch, die emotionale Erschütterung durch den Terror zu überwinden, denkend, schreibend und auch lesend.«   

Deutschlandradio Kultur


»Lustigers Essay 'Erschütterung' […] behandelt unter anderem den Zusammenhang zwischen Terror und sozialen Problemen. Sie selbst sei nach den Anschlägen im November ‚live-ticker-süchtig‘ gewesen, sagte die deutsche Autorin, die seit fast 30 Jahren in Frankreich lebt Die Medien fütterten die Menschen mit immer angeblich neuen und wichtigen Erkenntnissen, damit sie sich sicher fühlten. Stattdessen brauche es wieder mehr Bereitschaft zur Reflexion. ‚Bevor man Antworten findet, muss man versuchen, die richtigen Fragen zu stellen.«   

ORF ZIB 2


»Kaum etwas hat Frankreich in den vergangenen Jahrzehnten so massiv geprägt wie die Terroranschläge in Paris Anfang und Ende des vergangenen Jahres. Auch Gila Lustiger, eine deutsche Schriftstellerin, die seit vielen Jahren in Paris lebt, befasst sich jetzt in ihrem jüngsten Buch mit der Aufarbeitung dieser Ereignisse. In 'Erschütterung. Über den Terror' versucht sie, nicht nur den Ursachen auf den Grund zu gehen, sondern beschäftigt sich vor allem mit der Frage, was der Terror mit uns und aus uns macht.«   

Frankfurter Rundschau


»Gila Lustiger ist in ihrem großen Essay 'Erschütterung. Über den Terror' dem nachgegangen, was der vielfache Tod, der Umgang der Medien mit dem Horror, mit ihr und den Menschen anstellt.«   

Aachener Zeitung (kna)


»Ihr Essay ist weder Medien- noch Politikerschelte. Ausgehend von persönlichen Beobachtungen und Gesprächen nähert Lustiger sich vielen gesellschaftlich umstrittenen Themen an. […]. Manchmal, schreibt sie, wolle man ‚einfach verstummen‘. Doch ihr Text ist ein Plädoyer für das Gegenteil: für Debatten und Austausch, für Bildung und Erziehung – ohne Angst. Denn, so Lustiger: Es 'muss weitergedacht werden.'«   

EMMA


»Die Autorin betrachtet die die TäterInnen mit ähnlicher Einfühlsamkeit wie die Opfer, doch lässt hier die Opfer noch einmal lebendig werden.«   

literatourismus.net


»Aber [ Gila Lustiger] bleibt offen und diskussionsbereit, bietet größere Zusammenhänge statt einfache Erklärungsmuster und legt auch eigene Zweifel und Unsicherheiten bloß, die andere mittels Dogmatismus beunruhigend einfach aus dem Weg räumen. Die Betrachtung französischer Zustände bietet Anknüpfungspunkte auch für eine deutsche Debatte. 'Erschütterung' ist ein kluges Zeitdokument, dessen bedachte Argumentation sich wohltuend vom populistischen Geschrei dieser Tage abhebt.«   

SWR 2 Kultur


»Gila Lustigers Buch über den Terror liefert keine schnellen Antworten, es stellt vor allem Fragen. Und genau darin liegt seine Stärke. Es ist ein 'Essay' im Wortsinn. Der Versuch, die emotionale 'Erschütterung' durch den Terror zu überwinden, denkend, schreibend und auch lesend.«   

Achse des Guten


»Wer wissen will, was uns bevorsteht, sollte Gila Lustigers Buch 'Erschütterung- Über den Terror' in die Hand nehmen. Die Tochter des bekannten jüdischen Historikers Arno Lustiger begann nach den Attentaten des 13. November in Paris emsig zu recherchieren, aus 'Erschütterung', wie sie schreibt, um zu verstehen, was in Frankreich vorgeht.«   

Nürnberger Nachrichten


»Für Gila Lustiger sind die Menschenrechte weder teilbar noch verhandelbar - sie gelten für die Ausgegrenzten ebenso wie für die Opfer des Terrors. Sie schreibt darüber mit so guten Argumenten und literarisch so überzeugend, dass man ihrem Buch ganz viele Leser wünscht.«   

Märkische Allgemeine


»Die Autorin schildert ihre Gedanken zum Flüchtlingsproblem und fragt nach den Ursachen des Terrors. Dabei zieht sie erstaunliche Schlüsse.«   

Bonner General-Anzeiger


»Analytische Schärfe ist das eine - Temperament das andere. 'Erschütterung' ist wie mit beschleunigtem Puls geschrieben, das Buch ist ein emotionaler Essay - eine allzu verständliche Reaktion auf eine Welt, die aus den Fugen geraten ist.«   

Deutschlandfunk "Kulturfragen"


»Ein Text über das Leben im Ausnahmezustand und Lustigers persönliche Analyse der gesellschaftlichen Gründe und Folgen des Terrors.«   

Deutschlandfunk


»Es ist ein Text über das Leben im Ausnahmezustand zu Lustigers persönlicher Analyse der gesellschaftlichen Gründe und Folgen des Terrors.«   

Gießener Allgemeine


»Es ist ein ›Essay‹ im Wortsinn, ist der Versuch, die durch den Terror ausgelöste emotionale ›Erschütterung‹ zu überwinden im Alltag der Millionenstadt an der Seine, denkend, schreibend oder eben auch lesend. Es entfacht weniger wegen seiner Informationen und Analysen. Es ist gut!«   

Kommentare zum Buch
1. Erschütterung
Miss.Mesmerized am 25.09.2016 - 05:53:48

Schon im Januar 2015 wurde Paris mit den Anschlägen auf die Redaktion von Charlie Hebdo und den Hyper Cacher schwer getroffen. Aber die Attentate am 13. November gingen viel stärker noch in das Bewusstsein der Franzosen ein, denn dieses Mal traf es die normale Bevölkerung, Menschen, die sich am Freitagabend amüsieren wollten, die ein Konzert besuchten und in Bars saßen, Menschen, die keine Schuld auf sich geladen und doch den Zorn von Terroristen auf sich gezogen hatten. Die deutsche Autorin Gila Lustiger hat diesen Abend und die folgenden Tage miterlebt und ihre Erschütterung in einem Essay festgehalten. Dabei spielen auch die Jugendkrawalle aus dem Jahr 2005 eine wesentliche Rolle, waren diese doch Vorläufer dieser Attentate, ebenso wie die zunehmende Anzahl an antisemitisch motivierten Einzeltaten.   Auf das Buch wurde ich durch eine Veranstaltung mit der Autorin aufmerksam, in der sie zum einen auszugsweise vorlas, zum anderen aber auch noch einmal spontan in Worte fasste, weshalb sie dieser Abend so sehr persönlich getroffen hat. Gewalt und Bedrohung im Alltag sind ihr nicht fremd, immerhin hat sie einige Zeit in Jerusalem gelebt und als Jüdin ist sie insbesondere mit den Facetten sublimer und offener Feindseligkeit vertraut. Man merkte ihr sowohl bei der Lesung wie auch im Buch an, dass die Tage im November sie persönlich stark berührt haben. Dieser sehr persönliche Ton, wie auch die offenen Beschreibungen ihrer Gefühle zwischen Verzweiflung, Unverständnis und Aktionswille, machen ganz wesentlich den Essay aus. Der Versuch als Außenstehende die französische Gesellschaft und die Problematik der Cités zu analysieren gelingt ihr meines Erachtens ebenfalls sehr gut, unter anderem weil sie auch eigene Erfahrungen mit der Frage von Assimilation und dem Recht der Bewahrung von Herkunftssprache und -kultur gemacht hat.   Es ist nicht die große gesellschaftlich-politische Analyse, die umfassend alle Fragen beantwortet, sondern ein sehr persönlicher Bericht und Blick auf die aktuelle Situation Frankreichs. Am Ende schafft sie auch einen ganz wesentlichen Schritt: nicht mehr viel über die Täter reden, sondern auch die Opfer in den Fokus rücken, diejenigen, die für die Fehler anderer bezahlen mussten.

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