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Er liebt, sie liebt, es schreit

Er liebt, sie liebt, es schreit

Roman

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Er liebt, sie liebt, es schreit — Inhalt

»Kinderlachen ist das Schönste auf der Welt«, sagt man. »Kinderkriegen ist die Hölle!«, stellen Jamie und Laura Newman – dank einer eher entspannten Haltung zur Empfängnisverhütung – schon kurz nach der Hochzeit fest. Denn die beiden bekommen nicht einfach nur ein Baby, obendrein gibt es hormonelle Achterbahnfahrten, übergriffige Schwiegermütter, beängstigende Hebammen, bizarre Heißhungerattacken und viele, viele schlaflose Nächte. Aber alles ist machbar, solange man nur zusammenhält, oder?

€ 5,99 [D], € 5,99 [A]
Erschienen am 08.12.2014
Übersetzer: Christina Kagerer
320 Seiten, WMEPUB
ISBN 978-3-492-96766-2

Leseprobe zu »Er liebt, sie liebt, es schreit«

» Hallo «, sage ich mürrisch zu meiner Frau, die gerade in der Küche steht.

» Hallo «, gibt sie mit schwacher Stimme zurück, nachdem ich sie mit meinem üblichen Begrüßungskuss bedacht habe.

Wäre meine Stimmung nicht ganz so miserabel gewesen, hätte ich gleich erkannt, dass etwas nicht stimmte. Aber so entledigte ich mich meiner Krawatte, trottete ins Wohnzimmer und pflanzte mich auf das von Sperma verunstaltete Sofakissen, das wir kurzerhand umgedreht hatten. Ich wollte die nächsten dreißig Minuten einfach nur Menschen in den Nachrichten sehen, denen es [...]

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» Hallo «, sage ich mürrisch zu meiner Frau, die gerade in der Küche steht.

» Hallo «, gibt sie mit schwacher Stimme zurück, nachdem ich sie mit meinem üblichen Begrüßungskuss bedacht habe.

Wäre meine Stimmung nicht ganz so miserabel gewesen, hätte ich gleich erkannt, dass etwas nicht stimmte. Aber so entledigte ich mich meiner Krawatte, trottete ins Wohnzimmer und pflanzte mich auf das von Sperma verunstaltete Sofakissen, das wir kurzerhand umgedreht hatten. Ich wollte die nächsten dreißig Minuten einfach nur Menschen in den Nachrichten sehen, denen es noch schlechter ging als mir. Das ist eine menschliche Eigenart, die ich nie besonders gemocht habe. Aber wenn man einen beschissenen Tag in der Arbeit hatte, geht es ­einem oft besser, wenn man im Fernsehen jemanden sieht, der einen so schlechten Tag gehabt hat, dass er sogar in den Nachrichten darüber sprechen muss. Ich war mir des emotionalen Zustands meiner unruhigen Frau in keiner Weise bewusst, als sie sich neben mich aufs Sofa setzte.

» Wie war dein Tag ? «, frage ich in der Hoffnung, dass sie einfach nur mit » Ja « antwortet und mich dann nach meinem fragt. Dann kann ich in Selbstmitleid zerfließen und über den Aushilfsredakteur Colin Forbes herziehen.

» Mmm. Nicht … nicht so gut, glaub ich. « Sie zupft an einer Ecke des Kissens herum.

» Wirklich ? Das ist schade «, antworte ich und will diesen Moment nutzen, die Unterhaltung auf meine Leiden zu lenken. » Das kann ich total nachvollziehen. Ich hatte einen richtig beschissenen Tag. Du kennst doch diesen Forbes ? Der mit den zusammengekniffenen Augen ? Also der war heute ein richtiges Arschloch. Ich brauchte eine halbe Seite extra für die Osteranzeigen, aber nein ! Da sagt er doch glatt, er braucht den Platz für seinen Rugby-Artikel. Scheiß Rugby-Artikel. Wer interessiert sich schon für Rugby ? Dämlicher Sport. Ich sag’s dir, dieser Job macht mich noch wahnsinnig. Ich würde am liebsten kündigen, aber ich habe momentan einfach keine Lust, mir was Neues zu suchen. Dieser ganze Stress mit den Bewerbungsgesprächen – darauf hab ich keinen Bock.
O verdammt ! «

Mir gefriert das Blut in den Adern. Ich habe Lauras Bewerbungsgespräch vergessen. Heute ist sie nach London gefahren, um sich mit den Leuten vom Hotel Chocolat zu treffen. ( Im Übrigen bin ich der Meinung, es sollte » chocolate « heißen und nicht » chocolat «. Wir sind hier schließlich in England, verdammt noch mal. Der Tag, an dem ich beginne, solche Wörter französisch zu schreiben, ist der Tag, an dem man mich in die Irrenanstalt einliefern sollte. ) Wie konnte ich so etwas Wichtiges nur vergessen ? Ich habe ihr heute Morgen sogar noch viel Glück gewünscht, bevor ich in die Arbeit bin. Neun Stunden später – und ich habe es total vergessen. Dafür mache ich Colin Forbes und das trockene Chicken-Sandwich von heute Mittag verantwortlich.

Ein jämmerliches Quäken kommt aus meinem Mund, als ich versuche, mich auf die Katastrophe vorzubereiten, die ich eben selbst heraufbeschworen habe. Ich weiß, dass die nächsten Minuten meines Lebens sehr schlimm werden. Ich bin mir auch bewusst, dass ich heute Nacht wahrscheinlich auf der alten Couch schlafen muss.

Ich versuche es mit einer Entschuldigung … und höre sofort wieder auf. Mir fallen einfach nicht die richtigen Worte ein, um mein aufrichtiges Bedauern auszudrücken. Es gibt nicht genug Worte, um den Zorn zu mildern, der gleich über mich hereinbrechen wird – als dunkler Vorbote der Jamie-Newman-Apokalypse. Wenn es was bringen würde, mir eine Hand abzuhacken, würde ich es tun. Ich würde sie sogar abkauen, verdammt.

Ich sehe Laura an. Offenbar ist es noch schlimmer als ich dachte.

Ich habe einen bösen Blick erwartet – einen Ausdruck von angestauter, weiblicher Wut, die mir gleich in mein dummes, vergessliches Männergesicht springt. Aber nein, das hier ist viel, viel schlimmer. Sie sieht blass, traurig und sehr, sehr verwirrt aus.

O Gott ! Mit Wut kann ich umgehen, aber Laura scheint einfach nur zutiefst verletzt zu sein. Dadurch fühle ich mich tausendmal schlechter. Ich habe sie nicht wütend, sondern einfach nur traurig gemacht. Ich wünschte, ich könnte mich mit dem Sofakissen ersticken.

» Es tut mir so leid «, sage ich und nehme ihre Hand. » Erzähl mir, wie das Bewerbungsgespräch gelaufen ist. « Ich blicke in ihr niedergeschlagenes Gesicht. » Ist es gut gelaufen ? «

Sie sieht mich mit diesen strahlend blauen Augen an, und ihre Lippen zittern. Ich stelle mich schon mal mental drauf ein, ihr ganz viel Häagen-Dazs-Eiscreme, Blumen und vielleicht ein brandneues Auto zu kaufen. Sie drückt meine Hand. Ich atme tief durch und bereite mich auf das vor, was sie jetzt sagen wird.

» Ich bin schwanger. «

» Mach dir nichts draus «, fange ich an. » Ich bin mir ­sicher, du wirst etwas anderes finden, und es … «

Hmmm. Irgendwas stimmt nicht. Mein Gehirn ist sich sicher, dass Laura mir gerade erzählt hat, dass das Gespräch nicht gut gelaufen ist. Aber meine Ohren bestehen darauf, etwas komplett anderes gehört zu haben. Am besten, ich spule die letzten Sekunden noch mal zurück …

Nein, sie hat definitiv nichts über das Bewerbungsgespräch gesagt.

Aber was habe ich dann für einen seltsamen und verrückten Satz gehört ? Es klang so wie: » Ich bin schwanger «, aber das ist natürlich unmöglich. Diesen Satz wird Laura nie sagen müssen. Zumindest nicht in den nächsten sechs oder sieben Jahren, in denen wir beide noch an unseren Karrieren arbeiten werden und wo es noch so viele ferne Länder zu besuchen gibt. Wahrscheinlich sollte ich sie einfach noch mal fragen, was sie gesagt hat. Dann können wir diesen dummen Gedanken mit der Schwangerschaft wieder vergessen.

» Wie bitte ? Was hast du gesagt ? «

» Ich habe gesagt, ich bin schwanger. «

Meine Ohren scheinen heute nicht richtig zu funktionieren, es hört sich nämlich immer noch so an, als würde sie sagen, sie sei schwanger. Ich frage besser noch einmal, damit wir das ein für alle Mal klären können.

» Was ? «

» Ich sagte, ich bin schwanger, Jamie. Hast du was an den Ohren ? «

Ich versuche zu antworten. » Weibn beidm ? «

Jetzt scheint das Sprachzentrum meines Gehirns versagt zu haben. Ich werde nie mehr dazu in der Lage sein, richtige Wörter zu formen, und werde den Rest meines Lebens in einer Art und Weise kommunizieren, die außer Mr Blobby und den Einwohnern Schwedens niemand versteht.

» Was ? «, fragt Laura.

Dieses Mal bringe ich nur einen Laut heraus, der sich anhört wie ein Reifen, dem die Luft ausgeht. Mein Gehirn arbeitet auf Hochtouren – und ist gleichzeitig wie eingefroren. Da hat der heutige Tag schon damit angefangen, dass ich das Thaiessen von gestern Abend loswerden musste ( ich muss echt aufhören mit diesem ungesunden Fertigessen ), dann ging er weiter mit einem schrecklichen Chicken-Sandwich zu Mittag, gipfelte in einem Nachmittagsstreit mit Colin Forbes und endete damit, dass mir meine Frau erzählt, sie sei schwanger. Wie konnte das nur passieren ? Heute, am ersten Apr…

Aha ! Jetzt wird mir auf einmal alles klar. Heute ist der erste April ! Laura, die kleine Kröte, macht einen Aprilscherz auf meine Kosten. Was für eine schlaue und witzige Frau ich doch habe !

Ich liebe gute Aprilscherze. Ich bin in meinem Leben schon einige Male ziemlich hereingelegt worden. Zum Beispiel damals an der Uni: Da änderte mein Kommilitone Carlo das Abgabedatum für meinen Aufsatz in Kreativem Schreiben auf den zweiten April. Er lachte sich kaputt, als ich die nächsten sechs Stunden am Computer in die Tasten haute wie ein Schimpanse auf Speed, nur um bis zur falschen Deadline dreitausend Wörter aufs Papier zu bekommen. Aber es war meine eigene Schuld. Er wusste, wie schlecht ich mir Abgabetermine merken kann, und hat das echt professionell ausgenutzt.

Und dann war da noch der Superkleber-Donnerstag. Ich war elf, mein Bruder Chris dreizehn Jahre alt. Und er hielt es für eine wahnsinnig gute Idee, meine Spock-Ohren innen mit Uhu einzuschmieren. Wie er sich totlachte, als ich den Nachmittag mit unserer Mutter in der Notaufnahme verbrachte, während das Aceton langsam den Kleber schmelzen ließ und meine Ohrenspitzen dabei leicht verbrannte. Als wir wieder zu Hause waren und er für die nächsten zwei Monate Hausarrest bekam, verging ihm allerdings das Lachen. Mir bereitete es eine Riesenfreude, mit meinen brandneuen Spock-Ohren direkt vor seinem Fenster auf und ab zu radeln, wann immer ich die Gelegenheit dazu bekam.

Lauras Aprilscherz ist etwas phantasieloser und nicht so ausgeklügelt, aber ich muss ihr Pluspunkte für die Performance geben, mit der sie ihn rüberbringt.

» Hey, der war wirklich gut, Laura ! «, sage ich erleichtert.

Ich bin so froh, dass ich ihr auf die Schliche gekommen bin. Für kurze Zeit bin ich ihr auf den Leim gegangen, aber jetzt habe ich sie durchschaut !

» Was ! ? «

Ist das witzig ! Jetzt müsste sie eigentlich grinsen und froh sein, dass ihr kleiner Trick aufgeflogen ist. Ich springe auf, und die ganze aufgestaute, nervöse Anspannung fällt von mir ab.

» Ich sagte, das war ein guter Aprilscherz ! Ich hab’s dir echt geglaubt. Du und schwanger ! Großartig ! «

Aus irgendeinem Grund lacht sie aber nicht. Meine Füße, die die Realität anscheinend viel besser einschätzen können als mein Gehirn, tragen mich in die Küche, um eine Tasse Tee zu machen. Laura folgt mir. Sie steht da und schaut mir für einen Moment dabei zu, wie ich mit Tassen und dem Wasserkocher hantiere, bevor sie etwas sagt.

» Jamie, das ist kein Aprilscherz. Ich meine es ernst. Ich bin schwanger. «

Und das ist das Problem an meiner Frau, wisst ihr ? Sie weiß nie, wann ein Scherz vorbei ist. Es kommt immer aufs Timing an, und ich habe sie durchschaut. Es gibt also keinen Grund, weiterzumachen.

» Ach komm schon, Laura. Du kannst jetzt aufhören. Ich weiß, dass du mich verarschst. «

Mit versteinerter Miene poltert sie auf mich zu und reißt mir das Geschirrtuch aus der Hand. Dann schlägt sie mich damit. Zweimal.

» Ich mache keine Witze, du Idiot ! « Sie schlägt mich erneut mit dem Handtuch, um ihre Aussage zu unterstreichen. » ICH ! « – Bamm ! – » BIN ! « – Bamm ! – » SCHWANGER ! « – Bamm, bamm, bamm !

» Hör bitte auf, mich mit dem verdammten Geschirrtuch zu schlagen ! «, jammere ich.

Sie lässt ihren Arm sinken. Ich stelle die Tasse mit zitternden Fingern auf die Arbeitsplatte zurück. Ein entsetzliches Schweigen breitet sich aus.

Ich blicke in das aufgelöste Gesicht meiner Frau. » Wie ? «, frage ich.

Der Ausdruck von Erschöpfung verwandelt sich in Abscheu. » Es könnte etwas damit zu tun haben, dass du mich wie ein sexbesessenes Nashorn besprungen hast. So passiert das normalerweise. «

» Aber … wir passen doch immer auf ! «

Es wird noch ein paar Stunden dauern, bis ich mich an den Abend mit der irren Suche nach Kondomen erinnern kann.

» Nicht gut genug. «

Ich atme ein paarmal ein und aus. Mir fällt nichts ein, was ich sagen könnte, aber ich muss etwas sagen. Ich kann nicht den Rest dieser Ehe damit verbringen, mich mit Grunzlauten zu verständigen.

Und weil ich nicht fähig bin, etwas über die Schwangerschaft zu sagen, schenke ich ihr ein halbherziges Lächeln und sage: » Und, wie ist jetzt das Bewerbungsgespräch gelaufen ? «

Sie blickt mich unglücklich an, und ihre Augen füllen sich mit Tränen. » Ich habe Christopher Biggins angekotzt ! «

» Ich dachte, Christopher Biggins ist tot ? «

Laura schluchzt laut auf und fängt dann an zu weinen. Ich nehme sie in meine Arme. Das muss ich tun, weil sonst meine Beine unter mir wegknicken würden.

Eine Stunde später habe ich zwei Flaschen Bier aus dem Kühlschrank geleert und fühle mich schon etwas ruhiger. Laura wollte sich auch erst ein Glas Wein einschenken, hat sich dann aber an den Grund erinnert, weshalb sie den Wein brauchte, und die Flasche zurückgestellt. Stattdessen hat sie sich eine Tasse süßen Tee eingegossen. Das tut man nämlich, wenn man einen Schock hat: süßen Tee trinken. Ich weiß zwar nicht, wie ein Zuckerrausch und eine Koffeininjektion die Nerven beruhigen sollen, aber was weiß ich schon ? Ich kann ja nicht mal meine Frau vögeln, ohne ihr ein Baby zu machen.

» Was machen wir jetzt, Jamie ? «, fragt Laura und starrt in den Fernseher, wo der Sky-News-Reporter Joey Jones vorm Haus des Premierministers steht und uns alles über die neuen Steuersenkungen für Familien erzählt. Diese Koinzidenz ist beängstigend.

» Ich weiß es nicht. Ich weiß es wirklich nicht. «

Nun ja, es gibt einen Vorschlag, den ich machen könnte … aber es ist ein schrecklicher Vorschlag. Die Art Vorschlag, von dem du hoffst, dass du ihn in deinem Leben nie machen musst. Aber es gibt Situationen, da übertrumpft die Not jegliches Taktgefühl – und jetzt liegt so eine Situation vor.

» Willst du … willst du es haben ? «, frage ich Laura. » Weil … Du musst nicht, weißt du ? « Die Worte fühlen sich wie Asche in meinem Mund an. Ich kann nicht glauben, dass ich sie wirklich ausgesprochen habe.

» Meinst du etwa eine … eine … ? «

» Ja «, sage ich. » Es wäre eine Möglichkeit. « Eine schreckliche Möglichkeit.

» Ich weiß nicht. Was meinst du ? «

Der logische, vernünftige Teil von mir sagt: Wir haben nicht genug Zeit oder Geld, jetzt ein Baby zu bekommen. Aber als ich Laura ansehe, ihre wunderschönen blauen Augen, in denen Tränen glitzern, kann ich mir nicht vorstellen, so etwas jemals von ihr zu verlangen.

Das ist die Frau, die ich liebe. Der Grund, warum sie jetzt schwanger ist, ist der, dass ich sie liebe. Weil ich Liebe mit ihr gemacht habe. Das Baby ist das Ergebnis dieser Liebe. Okay, es war nicht das romantischste Abenteuer der Weltgeschichte, aber es war auch kein unbedeutender One-Night-Stand.

» Nein «, sage ich entschieden. » Das will ich nicht. « Ich nehme ihre Hand. » Ich liebe dich, egal was ist. Und wenn du mein Baby bekommen willst, dann wirst du mein Baby bekommen. « Ich lehne mich ein bisschen zurück. » Außer natürlich, du willst es nicht. «

Sie lacht. Es ist ein kurzer, zerbrechlicher Laut, aber nichtsdestotrotz ein Lachen. » Ich habe nicht einmal daran gedacht, es nicht zu bekommen, ehrlich gesagt. Dafür muss ich ständig daran denken, wie fett mein Arsch werden wird. «

» Vergiss deine Titten nicht «, sage ich und grinse zum gefühlt ersten Mal seit Jahrzehnten. » Sie werden riesig werden. « Ich schaue meine müde Frau anzüglich an und mache obszöne Handbewegungen, was sie wieder zum Lachen bringt.

Sie reibt sich ihre Augen und schnieft. » Das wird verdammt hart werden, Schatz «, sagt sie. » Jetzt, wo ich keinen Job habe, meine ich. Das Geld vom Verkauf des Ladens wird nicht ewig reichen. «

Ich lege meinen Arm um sie. » Das schaffen wir schon. Ich kann freiberuflich ein paar Zusatzaufträge übernehmen. Vielleicht findest du ja auch was in der Richtung. «

Sie wirft mir einen kritischen Blick zu. » Als freiberufliche Schokoladenherstellerin oder was ? «

» Ja ! Warum nicht ? So etwas gibt es, oder ? «

Natürlich gibt es so etwas nicht. Ich klammere mich an den letzten Strohhalm. Aber im Moment würde ich ­alles sagen, um unsere Stimmung zu heben.

» Vielleicht «, antwortet sie und kichert erneut. » Ich könnte eine Riesenmenge Schokolade herstellen und dann von Haustür zu Haustür gehen und sie verkaufen. «

» Da hast du es ! Und ich könnte das Marketing für dich übernehmen. « Ich strecke eine Hand aus. » Laura Newman macht Ihnen einen Riesen-Schoko-Haufen. «

Das lässt sie vor Lachen zusammenbrechen, was auch mich zum Lachen bringt. Wenn man gerade den Schock seines Lebens bekommen hat und man sich eine Stunde später trotzdem noch einen Ast lacht, kann die Lage nicht so schlimm sein.

Oder ?

Über Nick Spalding

Biografie

Nick Spalding, geboren 1973 in Southampton, kann nicht ernst sein – selbst wenn er wollte. Er arbeitet in der Medienbranche, leidet gelegentlich unter Schlaflosigkeit und denkt immer noch, Batman sei cool. Nick Spalding lebt mit seiner Verlobten im Süden Englands.

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