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Elsässer Versuchungen

Ein Fall für Major Jules Gabin

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Elsässer Versuchungen — Inhalt

Seit einem Jahr leitet Major Jules Gabin die Gendarmerie in dem beschaulichen Städtchen Rebenheim mit Erfolg. Nur als ein Toter am Ufer des Rheins angeschwemmt wird, interessiert ihn das zunächst herzlich wenig, denn der Fluss liegt nicht in seinem Zuständigkeitsbereich. Schnell stellt sich jedoch heraus, dass das Opfer zuletzt Gast in der hiesigen Pension Auberge de la Cigogne gewesen war. Und damit nicht genug: Der Deutsche, ein Geologe, verfolgte eine heikle Mission – er suchte im Elsass, in dem sich eigentlich alles nur um Wein und Kulinarisches dreht, nach Goldvorkommen. Wurde das Opfer aus schnöder Habgier umgebracht? Major Gabin hat da so seine Zweifel ...

€ 15,00 [D], € 15,50 [A]
Erschienen am 02.06.2017
288 Seiten, Klappenbroschur
EAN 978-3-492-06076-9
€ 10,00 [D], € 10,30 [A]
Erschienen am 02.05.2018
288 Seiten, Broschur
EAN 978-3-492-31247-9
€ 8,99 [D], € 8,99 [A]
Erschienen am 02.06.2017
285 Seiten, WMEPUB
EAN 978-3-492-97614-5

Leseprobe zu »Elsässer Versuchungen«

LE PREMIER JOUR

DER ERSTE TAG
Jules Gabin öffnete die Augen und blinzelte ins Sonnenlicht, das sich seinen Weg durch die Spalten der ­Jalousie suchte. Es musste sieben Uhr sein, wahrscheinlich etwas früher, denn sein betagter Reisewecker hatte noch nicht geklingelt. Langsam richtete er sich auf und schlug die Bettdecke zurück. Jules war nackt, und in seinem Kopf brummte es. Das letzte Glas vom guten Crémant d’Alsace musste zu viel gewesen sein. Er sah zum Tisch hinüber, wo zwei leere Flaschen standen. Wann hatten sie sich hingelegt, fragte er sich. Sicher [...]

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LE PREMIER JOUR

DER ERSTE TAG
Jules Gabin öffnete die Augen und blinzelte ins Sonnenlicht, das sich seinen Weg durch die Spalten der ­Jalousie suchte. Es musste sieben Uhr sein, wahrscheinlich etwas früher, denn sein betagter Reisewecker hatte noch nicht geklingelt. Langsam richtete er sich auf und schlug die Bettdecke zurück. Jules war nackt, und in seinem Kopf brummte es. Das letzte Glas vom guten Crémant d’Alsace musste zu viel gewesen sein. Er sah zum Tisch hinüber, wo zwei leere Flaschen standen. Wann hatten sie sich hingelegt, fragte er sich. Sicher nicht früher als gegen eins, wobei » hinlegen « nicht schlafen bedeutet hatte.
Jules tastete sich mit der linken Hand auf die andere Seite des Bettes vor und fühlte etwas Warmes und Weiches. Damit löste er ein herzhaftes Gähnen aus.
» Müssen wir etwa schon aufstehen ? « Die Stimme klang schläfrig.
» Müssen ? Ja. Aber wollen ? Nein. « Jules ließ seine Hand weiterwandern.
» Finger weg, Major ! Irgendwann ist mal Schluss. «
Jules sah ein, dass er sich einen neuen Versuch sparen konnte, denn er musste ja zur Arbeit. Also schwang er sich schweren Herzens von der Matratze und ging ins Bad. Bevor er eintrat, wandte er sich um und genoss den Blick auf den wunderschönen Körper, der auf dem Bett drapiert war wie auf einem Gemälde. Die sonnengebräunte Haut und die sanften Formen, die nur unzureichend von der Decke verborgen wurden, zauberten einen versonnenen Ausdruck auf sein Gesicht.
An das beengte Badezimmer, in dem Wanne und Dusche eine Einheit bildeten und dessen Wände noch die Fliederfarbe seiner Vormieterin trug, musste sich Jules erst gewöhnen. Wie auch an vieles andere in dem verwinkelten Appartement, in das er vor wenigen Wochen eingezogen war. Ein glücklicher Zufall hatte ihm zu dieser Bleibe verholfen, denn nachdem seine Wohnungs­suche auf offiziellen Wegen erfolglos geblieben war, hatte er die Gunst der Stunde genutzt: Bernadette, ehemalige Weinkönigin von Rebenheim, musste wegen Anstiftung zum Mord eine mehrjährige Haftstrafe verbüßen. Jules, der sie überführt und ins Gefängnis gebracht hatte, übernahm kurzerhand ihren Mietvertrag und zog ein. Sehr zum Verdruss von Clotilde, der Wirtin der Auberge de la Cigogne, in der er während der ersten Monate seiner Dienstzeit als Kommandant der örtlichen Gendarmerie gelebt hatte und wo er fürsorglich bemuttert worden war.
Jules dachte über die großen Veränderungen in seinem Leben nach, während er Wangen und Hals für eine dringend fällige Rasur einschäumte. Dabei betrachtete er sich im Spiegel und sah das zottelige schwarze Haar und die unruhigen dunklen Augen. Mit einem Anflug von Selbstzweifeln fragte er sich, ob er die Frau, mit der er diese wunderbare Nacht verbracht hatte, überhaupt verdiente. Die Leidenschaft, mit der sie sich zueinander hingezogen fühlten, versetzte ihn in einen permanenten Rauschzustand. Jules mochte sein Glück kaum fassen und konnte an nichts anderes denken als an sie. Ihre Liebe erschien ihm wie ein Traum, der hoffentlich nicht so bald ausgeträumt sein würde.
Nach einer gründlichen Rasur putzte sich Jules die Zähne und sprang unter die Dusche. Erst ganz heiß und dann eiskalt, so wie er es immer tat. Das weckte die Lebensgeister. Als er im Morgenmantel das Bad verließ, fand er das Bett leer vor. Die Laken waren zerwühlt und verströmten ihren Duft. Zeugen einer vollkommenen Nacht.
In der Küche, die Jules mitsamt Ausstattung inklusive geblümtem Kaffeeservice von Bernadette übernommen hatte, standen zwei dampfende Tassen café allongé. Schmunzelnd kam Jules näher.
» Merci, chérie «, sagte er, während er sich herunterbeugte, um ihr auf die Wange zu küssen.
» Bedankst du dich für den Kaffee oder für die Nacht ? «
Joanna Laffargue trug eines seiner T-Shirts, das ihr viel zu weit war. Ihre Wangen waren gerötet, das kurz geschnittene blonde Haar stand in alle Richtungen ab. Jules setzte sich ihr gegenüber und nippte an seinem Kaffee. Er betrachtete die junge Frau, die er vor einem Jahr als gestrenge Untersuchungsrichterin kennen- und fürchten gelernt hatte, die sich aber schon bald einen festen Platz in seinem Herzen erobern konnte. Oder war die Initiative nicht doch eher von ihm ausgegangen ? Wahrscheinlich von beiden, denn dass es zwischen ihnen knisterte, war ihnen schon bei der allerersten Begegnung aufgefallen. Nur hatte es Jules zunächst nicht wahrhaben wollen – denn es gab bereits eine Frau in seinem Leben: Lilou, seit sechs Jahren seine Partnerin, hatte in seiner Heimatstadt Royan auf seine Rückkehr gewartet. Eine Zeit lang war Jules hin- und hergerissen gewesen, taumelnd zwischen diesen beiden völlig unterschiedlichen Menschen: die eine mit südländischem Temperament gesegnet, quirlig, impulsiv, leicht aufbrausend. Die andere viel nüchterner, professionell im Beruf, bedacht im Privaten, aber auch voller Leidenschaft, wie er letzte Nacht nicht zum ersten Mal erfahren durfte.
So schwer es ihm auch gefallen war, hatte er mit seiner Lilou vor einem halben Jahr Schluss gemacht. Dafür hatte sie ihm eine Mordsszene geliefert, und für kurze Zeit hatte Jules gefürchtet, dass seine Kollegen bald in eigener Sache ermitteln müssten: Es hatte nicht viel gefehlt, und Lilou hätte ihn erschlagen. Als Wurfgeschosse dienten Schuhe, Bücher und sogar eine Vase. Doch schließlich zeigte sie ein Einsehen und akzeptierte die Trennung. Seitdem hatte Jules nichts mehr von Lilou gehört und konnte sich reinen Gewissens auf die neue Frau an seiner Seite einlassen.
Er war glücklich und zufrieden wie lange nicht mehr, auch wenn er wusste, dass seine Beziehung mit Joanna noch sehr fragil war. Während Lilou ihn als festen Partner betrachtet hatte und auf eine baldige Heirat aus­gewesen war, legte Joanna großen Wert auf ihre Eigenständigkeit. Das Zusammenziehen in eine Wohnung kam für sie überhaupt nicht infrage. Sie machte auch deutlich, dass sie nicht vorhabe, Jules irgendeine Art von Rechenschaft abzulegen über das, was sie tat, wenn sie beide gerade nicht zusammen waren. In diesen sauren Apfel musste Jules beißen. Doch das tat er nicht ungern. Er mochte saure Äpfel.
Joanna trank ihren Kaffee aus und schaute auf das verschnörkelte Ziffernblatt der Küchenuhr. » Wann willst du in der Gendarmerie sein ? Um halb neun ? Oder reicht auch neun ? Bei mir würde es genügen, wenn ich erst in einer halben Stunde losfahre. Was meinst du ? «, fragte sie mit einem Lächeln, das Jules nicht anders als anzüglich bezeichnen konnte.
Er schob seinen Stuhl zurück und trat hinter sie, um ihr das T-Shirt auszuziehen. Doch das Läuten an der Wohnungstür hinderte ihn daran.
Als er öffnete, sah er sich einer korpulenten Frau im traditionellen elsässischen Trachtenkleid gegenüber, die einen Weidenholzkorb vor ihrer stattlichen Brust trug. Ihr rundliches Gesicht wurde zur Hälfte von einer Baguettestange verdeckt.
» Clotilde ! «, rief er überrascht. » Was machen Sie denn hier, so früh am Morgen ? «
Statt eine Antwort zu geben, zwängte sich die Wirtin der Auberge de la Cigogne an ihm vorbei in die Wohnung, versah Joanna mit einem schmallippigen » Bonjour « und stellte den Proviantkorb auf dem Küchentisch ab. Sie ließ dem Baguette einen Napf Salzbutter und einen sorgsam umwickelten Munster-Géromé folgen, den würzigen Weichkäse aus den Hochvogesen, den Jules so sehr schätzte. Anschließend tafelte sie als süße Alternative einige Gläser mit hausgemachtem Quitten- und Traubengelee auf und zauberte ein halbes Dutzend pain au chocolat hervor, eine weitere von Jules’ Leibspeisen.
Dem gingen glatt die Augen über, als er all die Köstlichkeiten vor sich sah. Im Gegensatz zu den meisten seiner Landsleute war Jules nämlich alles andere als ein Frühstücksmuffel. Er liebte es, schon morgens zu schlemmen – je üppiger, desto besser.
» Habe ich es mir doch gedacht, dass Mademoiselle Laffargue es nicht schafft, für Sie einzukaufen «, sagte Clotilde mit einem süffisanten Grinsen. » Die jungen Leute haben ja heutzutage so viel anderes zu tun. Da kommt der Haushalt nun mal zu kurz. «
Während Jules diese Spitze in Richtung Joanna wohlweislich überhörte und sich mit Wonne über seine ­geliebten Schokoladenbrötchen hermachte, strafte Joanna Clotildes kulinarisches Aufgebot mit Missachtung und verließ den Raum. Kurz darauf hörte Jules die Badezimmertür knallen.
Clotilde zuckte die Schultern und ließ sich auf dem frei gewordenen Platz nieder.
» Na, wie fühlen Sie sich in Ihrer Junggesellenbude, Monsieur le Commissaire ? «, fragte sie und musterte ihren ehemaligen Dauergast wie eine Mutter ihren Sohn.
» Major «, korrigierte er den Dienstrang und antwortete diplomatisch: » Ganz gut. «
Das war es natürlich nicht, was Clotilde hören wollte. In erster Linie interessierte sie sich für sein völlig umgekrempeltes Liebesleben, das ihr offenkundig nicht behagte. Während Jules noch zwischen seinen beiden Favoritinnen geschwankt hatte, hatte sich die Wirtin klar hinter Lilou gestellt. Nun wartete sie wohl auf die erste Krise in Jules’ neuer Beziehung, um sich bestätigt zu sehen. Doch den Gefallen, aus dem Nähkästchen zu plaudern, tat Jules ihr nicht.
Clotilde bohrte nicht weiter nach, sondern wechselte das Thema: » Haben Sie von dem Toten gehört ? Der Deutsche, den sie aus dem Rhein gefischt haben ? «, fragte sie, während sie ihm beim Kauen zusah.
Jules nickte, schluckte ein mit Munster bestrichenes Baguettestück herunter und fragte: » Von wem wissen Sie davon ? «
» Man redet darüber. «
» Soso «, meinte Jules und winkte ab. » Ist nicht mein Bereich. Darum dürfen sich die Kollegen der Police ­nationale in Strasbourg kümmern. « Jules’ Zuständigkeit endete an den Gemeindegrenzen von Rebenheim. Davon abgesehen durfte die Gendarmerie nationale, der er selbst angehörte, nicht tätig werden, wenn Tötungsdelikte politische ­Dimensionen annahmen, was bei einem ausländischen Staatsbürger als Opfer der Fall sein durfte.
» Offenbar hat man ihn brutal zusammengeschlagen und in den Fluss geworfen «, ging Clotilde über Jules’ Einwand hinweg. » Das sind ja regelrechte Mafiametho-
den ! Und das in unserem beschaulichen Landstrich, ­unserem Elsass. «
» Ach ja ? Ich habe die Sache zwar nur am Rande verfolgt, aber es ist doch noch gar nicht geklärt, ob es sich wirklich um ein Tötungsdelikt handelt. Unfall und ­Suizid sind zwei weitere Optionen. Und soweit ich weiß, steht nicht einmal fest, ob das Opfer auf französischer oder auf deutscher Seite ins Wasser gefallen ist. Denn dass der Fundort der Leiche auch der Tatort ist, kann nicht vorausgesetzt werden «, merkte Jules an. » Vielleicht hat das Ganze gar nichts mit dem Elsass zu tun. « Er bestrich ein weiteres Brotstück daumendick mit Käse.
» O doch ! «, betonte Clotilde. » Immerhin war er Gast in meiner Pension. «
» Wer ? «, fragte Jules und ließ das Brot sinken.
» Na, der Tote ! Herr Jürgen Schwan. «
Jules verschlug es für einen Moment die Sprache. Die angeschwemmte Männerleiche, über die seit gestern – nicht nur – in Polizeikreisen gesprochen wurde und die es heute gewiss auch in die örtliche Presse schaffen würde, sollte in einem Bezug zu Rebenheim stehen ? Jules wusste nicht, ob er diese Nachricht begrüßen oder sich darüber sorgen sollte. Ein neuer, interessanter Fall war ihm prinzipiell stets willkommen, aber dieser hier schien Ärger zu versprechen. Denn wenn es stimmte, was Clotilde gerade behauptet hatte, würden die Kollegen der Police nationale sehr bald in Rebenheim aufschlagen und sich in seinem Revier wichtigmachen. Keine angenehme Vorstellung.
» Wann hat er denn bei Ihnen gewohnt ? «, fragte Jules und versuchte gleichzeitig, sein Interesse an der Sache zu zügeln. » Wann kam er an und wann reiste er wieder ab ? «
» Gar nicht ! « Clotilde wirkte etwas ratlos.
» Verstehe ich nicht. «
» Nun – er trug sich vor gut einer Woche in mein Gästebuch ein, hat aber nicht ausgecheckt. Seine Habseligkeiten liegen noch immer in dem Zimmer, das er gemietet hatte. « Hinter vorgehaltener Hand fügte sie hinzu: » Ich habe mich ein wenig darin umgesehen, nachdem ich gehört hatte, was passiert ist. Seine Sachen hängen noch im Schrank, auf dem Bett und dem Nachttisch liegen Bücher und Landkarten. Es sieht nicht so aus, als hätte er für seine Abreise gepackt. «
» Hm … « Jules fuhr sich mit der Spitze des Zeigefingers nachdenklich über die Lippen. Auch er hätte allzu gern einen Blick in das Pensionszimmer geworfen. Das könnte Aufschluss über die Person gegeben. Mehr als der Name und die persönlichen Daten aus dem bei der Leiche gefundenen Pass waren der Polizei nicht bekannt.
» Es wäre mir sehr recht, wenn Sie sich das Zimmer einmal vornehmen könnten, Monsieur le Commissaire, pardon, Major «, schloss Clotilde ihre Bitte an, als hätte sie Jules’ Gedanken gelesen. » Sie würden mir damit ­einen persönlichen Gefallen tun. Denn ich muss mich absichern. Nicht dass Monsieur Schwan etwas Verbotenes bei mir aufbewahrt hat: Falschgeld, Rauschgift … «
Jules war drauf und dran, dieser Bitte zu entsprechen. Einerseits, weil er Clotilde gern helfen wollte. Andererseits aus beruflich bedingter Neugierde auf den Fall. Doch er durfte keinen Kompetenzstreit heraufbeschwören. Joanna, die unter der Dusche stand, würde das genauso sehen. Da war nichts zu machen, denn die Regularien waren eindeutig.
» Tut mir sehr leid, doch ich kann nichts tun «, sagte er mit bedauerndem Blick. » Die Angelegenheit liegt bereits in den Händen der Police nationale. Die Kollegen werden sich sehr bald mit Ihnen in Verbindung setzen. Geben Sie sich ihnen gegenüber bitte ebenso ­kooperativ wie mir. «
Clotilde war deutlich anzusehen, was sie von seinem Vorschlag hielt. Verschnupft räumte sie die Reste des Frühstücks zusammen und ging.
Das Klackern der Kugeln, die auf dem sandigen Boden aneinanderstießen, war schon von Weitem zu hören. Es dämmerte bereits, als Jules auf dem Bouleplatz vor der Brasserie Georges eintraf und sich nach einem ereignislosen Tag in der Gendarmerie auf ein kühles bière pression und gute Gespräche mit seinen Freunden freute. Die Männerrunde aus mehr oder weniger ambitionierten Hobbyradlern traf sich Abend für Abend an dem von zwei mächtigen Kastanien beschatteten Platz und ließ die Kugeln rollen. Jules orderte sein Bier, gesellte sich dazu und beobachtete, mit welcher Gelassenheit die Spieler zu Werke gingen. Denn das war das Wichtigste: Entspannung. Wer sich nicht lockermachte oder sich von dem einen oder anderen bissigen Kommentar der Umstehenden ablenken ließ, hatte schon verloren.
Pierre Poirier, der rotwangige Rentner, Versicherungsvertreter Jean-Paul Gardier, Apotheker Jean Marie Bovier und Feuerwehrkommandant Claude machten ihre Sache gut, fand Jules, der selbst seit Kindheitstagen leidenschaftlich gern Boule spielte. Die beste Technik und größte Zielsicherheit stellte jedoch der Älteste der Runde unter Beweis: Lino Pignières, Jules’ Vorvorgänger und von vielen im Ort noch immer als eigentlicher Polizeichef geachtet. Jules konnte den knorrigen Alten gut leiden, traute ihm aber nur bis zu einem gewissen Grad über den Weg. Denn es gab einen dunklen Punkt in Linos Vergangenheit, über den dieser partout nicht sprechen wollte. Das machte eine vor­behaltlose Freundschaft für Jules unmöglich.
» Bonsoir, Jules «, sprach ihn Antoine Kern an, seines Zeichens Immobilienmakler, Boulespieler und ebenfalls seit Jahr und Tag leidenschaftlicher Radsportler. Seines Bierbäuchleins zum Trotz legte sich der Vierzigjährige bei ihren gemeinsamen Touren mächtig ins Zeug und konnte mit den Jüngeren ohne Weiteres mithalten. Antoine hatte ein sonniges Gemüt und ein lockeres Auftreten. Beides verstand er vortrefflich zu kaschieren, sobald es ums Geschäft ging. Im Dienst trug er stets teure Anzüge und brachte das schwarze Haar mit Pomade in Form.
» Ich hätte dich heute gar nicht hier erwartet «, meinte Antoine verwundert.
» Warum sollte ich denn nicht kommen ? «, wunderte sich Jules nicht weniger. Denn wenn es nicht gerade aus Kübeln goss, ließ er während der Sommermonate kaum eine Gelegenheit aus, zum Feierabend auf einen Absacker auf dem Bouleplatz vorbeizuschauen. » Etwa wegen Gaston ? «
Auf diesen Namen hatten die Bewohner einen aufsässigen Storch getauft, der gern durch die Rebenheimer Gassen stakste und währenddessen mit Hingabe auf sein eigenes Spiegelbild einhackte, sobald er es in Fensterscheiben oder auf dunklen Motorhauben ­erspähte. Auf diese Weise ruinierte Problemstorch Gaston den Lack, was bereits wiederholt die Gendarmerie auf den Plan gerufen hatte.
» Gaston ? Nein. Wir sind davon ausgegangen, dass ihr aus gewichtigeren Gründen Überstunden schiebt. Denn Alain hat sich auch noch nicht blicken lassen «, erklärte Antoine.
Für die Abwesenheit von Alain Lautner gab es eine andere Erklärung, wie Jules wusste: Sein Adjutant hatte schon den ganzen Tag über davon geschwärmt, dass seine Mutter ihn am Abend bekochen würde. Es sollte sein Leibgericht geben: lentilles, Linsen mit Schweinefleisch, ein deftiger Klassiker der Elsässer Küche. Dafür ließ Lautner bereitwillig das Boulespiel sausen. Aber wieso ging Antoine davon aus, dass sie noch Dienst­liches zu erledigen hätten ?
Bevor Jules ihn danach fragen konnte, hatte Lino ihn entdeckt. Er wischte sich mit einem großen Stofftaschentuch die Schweißperlen von der Stirn, strich sich anschließend durchs raspelkurze graue Haar und grinste Jules breit an: » Sieh einer an ! Er ist also doch gekommen. « Dann wandte er sich dem alten Lehrer ­Pierre zu, der gerade eine Kugel werfen wollte, das Gewicht aber kaum in seinen arthritischen Händen halten konnte, und rief: » Ich habe die Wette gewonnen ! Du schuldest mir fünfzig Franc. «
» Mon Dieu, ihr wettet noch in Franc ? « Jules lachte, woraufhin Linos Grinsen verschwand.
» In manchen Dingen sind wir hier eben etwas konservativ. Was dagegen einzuwenden ? «, fragte er bärbeißig.
» Nein, nein, durchaus nicht «, erwiderte Jules, der eher damit gerechnet hätte, dass man im grenznahen Elsass der D-Mark nachtrauerte statt der alten Nationalwährung. Aber diesen Gedanken behielt er tunlichst für sich. » Warum gehen denn alle davon aus, dass wir abends in der Wache sitzen sollten ? Ist etwas passiert, von dem wir nichts wissen ? «
» Aber ja ! «, mischte sich nun auch Jean Marie ein. In seinem karierten Hemd und den Kniebundhosen sah er völlig anders aus als im weißen Apothekermantel, den er tagsüber trug. Nur die Designerbrille als extravagantes Markenzeichen blieb die gleiche, dachte ­Jules. » Der Tote aus dem Rhein ! Da habt ihr sicher alle Hände voll zu tun «, nannte Jean Marie den Grund für ihre Vermutung.
» Wisst ihr schon, wer es getan hat ? Seid ihr dem Mörder auf der Spur ? «, interessierte sich Antoine.
Jules schmunzelte über die unverblümte Sensationsgier seiner Sportsfreunde. In diesem Punkt waren wohl alle Menschen gleich, dachte er.
» Ich muss euch enttäuschen «, entgegnete er, » aber der Rhein fällt nicht in unseren Zuständigkeitsbereich, schon gar nicht so weit nördlich. Abgesehen davon … «
» … ist der Tote Deutscher, der Fall somit politisch brisant und damit Angelegenheit der Police nationale «, führte Lino seinen Satz zu Ende. » Das habe ich euch doch gleich gesagt, ihr Schafsköpfe ! Und jetzt will ich, dass du deine Wettschulden begleichst, Pierre ! «Der gebrechliche Senior zog einen zerknitterten Zehn-Euro-Schein aus seiner Westentasche und reichte ihn Lino. Dieser musterte das Geld kritisch, als hielte er den Schein für eine Blüte, und steckte ihn wortlos ein.
» Wie kommt ihr überhaupt darauf, dass die Reben­heimer Gendarmerie etwas mit diesem Fall zu tun haben könnte ? «, fragte Jules in die Runde, um auszu­loten, ob sich die Verbindung mit Clotildes auberge ­bereits herumgesprochen hatte. Dies war offenbar nicht der Fall, denn die anderen reagierten mit unschlüssigem Schweigen.
Schließlich meinte Lino: » Eine Wasserleiche ist ganz einfach etwas Besonderes: grauslich, aber spannend. Für so etwas interessieren sich die Leute und fangen an zu spekulieren. Dass du als Polizist keine Karten im Spiel hast, wollen sie nicht glauben. «
» Es ist aber so «, behauptete Jules und widmete sich seinem Bier.
Die anderen schienen ihre Enttäuschung bald überwunden zu haben und fanden einen neuen Gesprächsstoff. Einen, der nach Jules’ Empfinden mindestens ebenso schillernd war wie ein mysteriöser Mordfall.
» Ist eigentlich bekannt, wann er kommt ? In Le Claires Gazette war nichts darüber zu lesen «, meinte Jean-Paul.
» Angeblich ist er schon da «, sagte Antoine. » Hat sich in einer Nobelherberge draußen auf dem Land einquartiert. Bin neugierig, ob unsereins ihn mal zu Gesicht bekommt. «
Wie Jules staunend erfuhr, verbarg sich hinter dem lässig dahingesagten Pronomen » er « niemand anderes als der legendäre Frédéric Rocca !
» Meint ihr wirklich den Rocca ? Den Filmstar ? «, vergewisserte er sich, woraufhin alle nickten.
» Verbringt hier seinen Urlaub «, mutmaßte Jean-Paul.
Und Lautner meinte: » Will wohl mal wieder Heimatluft schnuppern. «
» Was ? Heimatluft ? «, fragte Jules verdutzt. Woraufhin ihm gleich von mehreren Seiten gesteckt wurde, dass Frédéric Rocca gebürtiger Rebenheimer sei.
Jules war baff. Er wusste zwar, dass das Elsass manch eine Berühmtheit hervorgebracht hatte. Der Arzt und Philosoph Albert Schweitzer war darunter, ebenso wie der geniale Illustrator und Schriftsteller Tomi Ungerer, und – was viele nicht ahnten – sogar Madame Tussaud hatte das Licht der Welt in Strasbourg erblickt. Dass sich Frédéric Rocca in die Ahnengalerie ruhmreicher Elsässer einreihte, war für ihn allerdings neu.
Frédéric Rocca, staunte Jules, ein Prominenter aus der allerersten Reihe. Jedermann als Frankreichs Filmstar Nummer eins der Achtzigerjahre ein Begriff, stand der Mann den Größen aus Hollywood in nichts nach. Zumindest aus Jules’ Blickwinkel war Rocca ein Platz im Filmolymp gewiss.
Mittlerweile dürfte der Mime längst das Rentenalter erreicht haben und wollte nun offenbar in seinen Geburtsort zurückkehren. Jules verfolgte die Gespräche seiner Sportsfreunde über Roccas Heimkehrgerüchte mit größter Aufmerksamkeit, denn er war als Kind ein großer Fan des Actionstars gewesen. Rocca, dessen Name auf einer Stufe stand mit Jean Reno und Gérard Depardieu, hatte ihn durch seine handfeste Art und spritzigen Humor begeistert. Genres wie Kriminalfilm und Thriller lagen ihm ebenso wie Komödien. Ein ungemein wandlungsfähiger Schauspieler, der in seiner Frühzeit auch mit anspruchsvollen Autorenfilmen Erfolge gefeiert hatte.
» Wenn Rocca hier seine Ferien verbringt, müssen wir unsere Frauen zu Hause einsperren «, spielte Pierre auf den Ruf des Stars als Schürzenjäger an.
» Mit unseren Alten werden wir den ganz bestimmt nicht hinterm Ofen hervorlocken «, konterte ein Rentner vom Nachbartisch. » Der ist anderes gewohnt. «
» Wohl auch, was das Essen anbelangt «, meinte Jean Marie. » Bei Leuten seines Schlages muss es Haute Cuisine sein und kein Eintopf mit Sauerkraut. «
» Ich frage mich, wohin er seinen Ferrari zur Wartung bringt ? Bei uns gibt es doch bloß die Peugeot-Werkstatt «, steuerte Claude seinen Teil zur Diskussion bei. » Und selbst die ist nach dem Großbrand vor einem halben Jahr noch nicht wieder voll in Betrieb. «
Während Jules den anderen zuhörte und sich seine Erinnerungen an den Helden seiner Jugend wachrief, fragte er sich, aus welchen Gründen ein Mann mit ­einem solchen Renommee ins hübsche, aber unbedeutende Rebenheim kommen sollte. Sofern er wusste, hielt sich Rocca für gewöhnlich an der mondänen Côte d’Azur auf und besaß angeblich auch eine Stadtwohnung in Paris. Der Charmeur Rocca, der trotz – oder gerade wegen – seines verschlagenen Gesichtsausdrucks einen beachtlichen Erfolg bei Frauen hatte, kostete das Leben in vollen Zügen aus: Er war Gast auf jeder Party, ging in den angesagten Restaurants ein und aus und galt als regelmäßiger Besucher von Spielkasinos; nach Möglichkeit jedes Mal mit einer anderen blutjungen Schönheit an seiner Seite. Dieses Bild vom lässigen Lebemann kolportierten zumindest die Zeitungen und Magazine, die es wissen mussten: Paris Match, L’EXPRESS, und selbst in den Klatschspalten der seriösen Presse tauchte der Name Rocca immer mal wieder im Zusammenhang mit einem Skandälchen auf. In den letzten Jahren allerdings war es um den Altmimen deutlich ruhiger geworden. Ob ihm der ganze Trubel am Ende tatsächlich zu viel geworden war und er nun Ruhe im beschaulichen Elsass suchte ? War es die Sehnsucht nach der Geborgenheit seiner alten Heimat ?
Während die Männer von Frédéric Roccas Eroberungen schwärmten und wohl hofften, dass ein Teil seines Glanzes auf sie abfallen würde, blieb Lino verdächtig ruhig. Er ging auf Abstand und verzog das
Gesicht, als würde er seine Kumpane für unverbesser­liche Klatschtanten halten. Jules, dem das nicht entging, sprach ihn darauf an: » Du hast nicht viel übrig für Roccas Filme, was ? «
» Gegen die Filme kann ich nichts einwenden «, grummelte der Angesprochene und rieb sich seine Rübennase. » Ich habe zwar keinen Einzigen davon gesehen, aber sie sollen nicht schlecht sein. «
» Was stört dich dann an dem Thema ? «, wollte Jules wissen.
Linos Miene verfinsterte sich noch mehr, als er antwortete: » Frédéric Rocca und ich – wir sind ein Jahrgang. Nicht nur das, er ging in meine Klasse. «
» So, wie du das sagst, hört es sich nicht nach einer innigen Schulkameradschaft an. «
Lino schüttelte heftig den Kopf. » Kameradschaft ? Ganz bestimmt nicht. Um es frei heraus zu sagen: Ich konnte ihn nicht leiden. Er war schon damals arrogant und anmaßend. Rocca ist ein sale con, ein Scheißkerl. «
Linos Abneigung gegenüber dem Star saß offensichtlich tief. Jules fragte sich, worin der Grund für die Antipathie liegen konnte: Ob eine Portion Neid aus Linos Worten sprach ? Oder war damals gar ein Mädchen im Spiel gewesen ? Die von Rocca ausgespannte Jugendliebe ?
Gilles Conrad hatte die Unterhaltung der bierseligen Männergruppe von der Bar aus verfolgt. Mit wachsendem Interesse.
Während er – um den Schein zu wahren – an einem Pastis nippte und ab und zu einen Blick auf das Rugbyspiel im Wandfernseher warf, konzentrierte er sich auf die Gespräche nebenan, und es gefiel ihm, was er zu Ohren bekam.
Es handelte sich keineswegs um einen Zufall, dass Conrad den Abend in der Brasserie Georges verbrachte. Kaum war er nach Rebenheim gekommen, hatte er sich umgehört, wo sich denn hier die Einheimischen trafen. Denn für ihn war es wichtig zu erfahren, wie die Leute tickten und mit welchen Themen sie sich gerade befassten. Dies zu wissen, war Grundlage seines Geschäftsmodells.
Conrad musste schmunzeln, als ihm dieses Wort in den Sinn kam: » Geschäftsmodell «. Ziemlich hochtrabend für jemanden, den andere schlicht als Kriminellen bezeichnen würden. Für die meisten gleichbedeutend mit einem Aussätzigen. Doch Conrad stand über solchen Dingen. Er verstieß gegen das Gesetz, weil er nichts anderes gelernt hatte, um seinen Lebensunterhalt zu bestreiten. Es war für ihn das Normalste von der Welt, er kannte es ja nur so.
Und seine Methode war erprobt. Bevor er tätig wurde, bereitete er sich gründlich vor, indem er Erkundigungen einzog. Heute Abend zum Beispiel hatte er erfahren, dass er es mit keinem sonderlich ambi­tionierten Gegenspieler zu tun bekommen würde. Der örtliche Gendarmeriekommandant schien um Verbrechen einen großen Bogen zu machen. Für den Toten aus dem Rhein fühlte er sich nicht zuständig. Ein solches Desinteresse kam Conrad gut zupass.
Noch wichtiger war die Information über Frédéric Rocca. Wenn es stimmte, über was die Männer spekulierten, hielt sich ganz in der Nähe ein weithin
bekannter Star auf, den seine Filmerfolge zum Multimillionär gemacht hatten. Ein lohnenderes Opfer für seinen nächsten Coup hätte sich Conrad selbst in seinen kühnsten Träumen nicht wünschen können. Dieser Mann roch förmlich nach Geld, und wahrscheinlich wurde er von einer Frau begleitet, deren Schmuck ebenfalls einen Blick wert war. Fette Klunker, vielleicht auch ein paar hochkarätige Glitzersteinchen.
Conrad wurde von der Vorahnung eines Anglers erfasst, der kurz vor dem großen Fang stand. Profi, der er war, würde er seine Chance zu nutzen wissen: Da sich Rocca nicht in einem seiner durch Alarmanlagen geschützten Domizile aufhielt, sondern im Hotel, würde der Zugriff auf seine Wertsachen wesentlich leichter vonstattengehen. Also würde sich Conrad einen Schlachtplan zurechtlegen und zeitnah zuschlagen.
Ein bombensicheres Ding – solange er sich am Riemen riss und die Gewalt aus dem Spiel ließ. Denn eines war ihm klar: Keinesfalls durfte sich wiederholen, was schon einmal geschehen war, als die Gäule mit ihm durchgegangen waren.
Mit einem weiteren Mord würde er Kopf und Kragen riskieren.

Jean Jacques Laurent

Über Jean Jacques Laurent

Biografie

Jean Jacques Laurent ist das Pseudonym eines deutschen Autors, der bereits zahlreiche Kriminalromane verfasst hat. Mehrmals im Jahr reist er zu seiner Familie ins Elsass, wo er Land und Leute studiert und die gute Küche genießt. Immer mit einem Gläschen Weißwein dazu, denn im Gegensatz zu...

Weitere Titel der Serie »Jules-Gabin-Reihe«

Major Jules Gabin kommt aus der Bretagne ins Elsass, um seinen neuen Posten bei der Gendarmerie des (fiktiven) Städtchens Rebenheim anzutreten. Doch hier ist es nicht so beschaulich, wie es scheint, denn Verbrechen gibt es überall.

Kommentare zum Buch

Guter Regionalkrimi
Gavroche am 04.07.2017

Major Jules Gabin ist Leiter der Gendarmerie von Rebenheim, einem beschaulichen Ort im Elsaß mit schönen Fachwerkhäusern und viel Gastronomie. Nun hat sich noch der (ehemals) berühmte Schauspieler Rocca dazu entschieden, sich seinen Alterswohnsitz in der Heimat zu suchen. Alles könnte so schön sein, wenn da nicht die Leiche eines deutschen Geologen wäre, die im Rhein gefunden wurde. Die Untersuchungen soll eigentlich die Police Nationale übernehmen, aber Jules Gabin erhält einen Anruf vom Präfekten persönlich, sich um die Lösung des Falles zu kümmern. Schnell kommt er dahinter, dass der Tote auf der Suche nach Rheingold war. Ist er deshalb getötet worden? Oder steckt mehr dahinter?   Ein toller Regionalkrimi mit viel Elsass-Flair, gewürzt mit französischen Begriffen, die die Sehnsucht noch verstärken. Liebevoll ausgearbeitete Protagonisten bis hin zu den Nebenrollen wie dem Storch Gaston oder der Pensionswirtin, die ihren ehemaligen Mieter Gabin immer noch mit kulinarischen Köstlichkeiten versorgt. Der rote Faden zieht sich durch das Buch, welches angenehme Lesestunden bietet. 

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