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Eine fast perfekte FamilieEine fast perfekte Familie

Eine fast perfekte Familie

Roman

Hardcover
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Eine fast perfekte Familie — Inhalt

Tolle Jobs, perfekte Zähne und ein schickes Haus nicht weit von der Golden Gate Bridge: Die Hawthornes dachten eigentlich, sie hätten es geschafft. Dass die älteste Tochter Angela kurz vor dem Sprung auf die Elite-Uni Harvard steht, ist da nur standesgemäß. Wenn nicht plötzlich der Verdacht aufkäme, Angela habe von der Nachbarin Aufputschmittel gestohlen ... Und nicht nur die Älteste macht den Hawthornes Sorgen. Nora, der Multi-Tasking-Mutter par excellence, droht ein Acht-Millionen-Deal mit einer Traumimmobilie wegzubrechen. Schuld daran: Hesperolinon congestum, eine äußerst seltene Pflanze unter Artenschutz. Und die kleine Tochter Cecily fühlt sich plötzlich dazu berufen, Selbstmörder auf der Golden Gate Bridge zu retten ... Selbst Nora schafft es bald nicht mehr, all die Feuer auszutreten, die das Familienglück bedrohen. Aber ist es nicht schon Glück, wenn eine Familie einfach nur zusammenhält, egal was da kommt?

»Ganz selten nur liest man ein so gutes Buch, das die Qualität des gesamten Lebens verbessert. Ich kann nur schwärmen: Das Buch ist brillant, jede Seite ein Vergnügen. Ich liebe es!« Elin Hilderbrand

€ 20,00 [D], € 20,60 [A]
Erschienen am 01.03.2016
Übersetzer: Sabine Schwenk
432 Seiten, Hardcover mit Schutzumschlag
ISBN 978-3-8270-1283-8
€ 15,99 [D], € 15,99 [A]
Erschienen am 01.03.2016
Übersetzer: Sabine Schwenk
432 Seiten, WMEPUB
ISBN 978-3-8270-7867-4
»Meg Mitchell Moore zeigt genüsslich und mit sehr viel Situationskomik, wie ihre Helden scheitern. [...]. Und das alles gar nicht platt, sondern sehr scharfsichtig und unterhaltsam, mit Liebe zu den Figuren.«
Hamburger Morgenpost
»Mit viel Humor betrachtet die US-Amerikanerin in "Eine fast perfekte Familie" den Alltag der Hawthornes. Hier scheint alles bestens - tatsächlich jedoch brodelt es tüchtig hinter der gutbürgerlichen Fassade.«
Maxi
»Meg Mitchell Moore ist mit "Eine fast perfekte Familie" ein Buch gelungen, welches das Leben vieler Familien perfekt beschreibt. In diesem Hamsterrad der ständigen Verantwortung kommen alle Hawthornes nach und nach aus dem Tritt. Das Buch beleuchtet dieses Straucheln mit Humor, Weisheit und feinen Beobachtungen, in denen sich viele Eltern gewiss wiederfinden werden.«
Rheinische Post
»Rasant und mit viel Humor wird die Geschichte aus der Sicht der einzelnen Familienmitglieder erzählt – eine Geschichte, die sich anfühlt, wie ein Leben im Schnellkochtopf: Der Druck steigt und wenn man nicht früh genug Dampf ablässt, wird alles explodieren.«
Belgischer Rundfunk
»'Eine fast perfekte Familie' ist Alltagskomödie, Alltagskomödie, Alltagsdrama und eben spröde Alltagsnormalität auf sprachlich hohem Niveau. Der Roman sprudelt nur so vor Ideen, von Langeweile ist da weit und breit keine Spur.«
denglers-buchkritik.de
»Das Leben der Hawthornes scheint perfekt: Karrieren, Haus, tolle Kinder. Doch langsam droht alles auseinanderzufallen… Stark erzählt aus den Perspektiven der einzelnen Familienmitglieder.«
SUPERillu
»Am Ende wird das Buch fast ein bisschen philosophisch und stellt die Urfrage nach dem Glück. Was macht einen Menschen glücklich? Ein toller Job mit viel Stress, ein Studium in Harvard oder vielleicht doch etwas ganz anderes? Insgesamt ein höchst lesenswerter Roman.«
Ruhr Nachrichten
»Die Hawthornes durchleben Alltagsdramen in der kalifornischen Vorstadtidylle. Bestes Entertainment für graue Tage.«
20 Minuten Friday
»Meg Mitchell Moore lässt ihre Protagonisten erzählen. Auf verschiedenen Ebenen kommt jeder der Familienmitglieder zu Wort. Es entsteht eine gewissen Nähe zwischen Protagonisten und Leser, die sich zum Ende hin mehr und mehr verstärkt. Einem Ende, das ganz nach meinem Geschmack ist. «
fantasie-und-traeumerei.blogspot.de
»'Eine fast perfekte Familie' ist ein Roman wie die neue Lieblingsserie: fesselnd, klug und unterhaltsam. Mit den Hawthornes hat Autorin Meg Mitchell Moore einer Familie geschaffen, deren persönlicher amerikanischer Traum kurz vorm Platzen steht, bei der es aber trotzdem so sympathisch-chaotisch zugeht, dass man am liebsten direkt bei ihr einziehen würde.«
Rätsel total
»'Eine fast perfekte Familie' ist ein emotionaler, fesselnder Roman. Meg Mitchell Moore ist eine brillante Erzählerin und es fällt leicht, sich die Familie vorzustellen, die nicht aus der Luft gegriffen, sondern so oder so ähnlich in vielfacher Weise existent ist. Eine Hymne an die (unperfekte) Familie, die zwar auch nachdenklich stimmt, aber mehr noch ein großes Lesevergnügen ist.“«
der-kultur-blog.de
»Moore beschreibt einfühlsam, wie ein perfektes Lebensgerüst ins Wanken gerät und die fünfköpfige Familie das meistert. Geldnöte, Notendruck, Kinderbetreuung – besser als jeder Fachartikel beschreibt das Buch, vor welchen Problemen moderne Familien stehen.«
Vorhang auf!
»Ganz selten nur liest man ein so gutes Buch, das die Qualität des gesamten Lebens verbessert. Ich kann nur schwärmen: Es ist brilliant, jede Seite ein Vergnügen. Ich liebe es!«
buch aktuell

Leseprobe zu »Eine fast perfekte Familie«

Dezember
Telefon.
Nora versuchte, sich keine Sorgen zu machen. Aber sie war schon seit achtzehn Jahren Mutter, natürlich machte sie sich Sorgen.
Es war ein schöner, frühwinterlicher Tag in der Bay Area, mit anderen Worten sonnige siebzehn Grad, jedenfalls bis zum Nachmittag, wenn der Nebel kommen würde. Handschuhe überflüssig. Bis Weihnachten waren es noch neun Tage.
Sie griff gerade nach ihrem Handy, als das andere Telefon klingelte. Auf dem Festnetz rief eigentlich nie jemand an, aber Noras gebetsmühlen­artige Drohungen, den Vertrag einfach zu kündigen, [...]

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Dezember
Telefon.
Nora versuchte, sich keine Sorgen zu machen. Aber sie war schon seit achtzehn Jahren Mutter, natürlich machte sie sich Sorgen.
Es war ein schöner, frühwinterlicher Tag in der Bay Area, mit anderen Worten sonnige siebzehn Grad, jedenfalls bis zum Nachmittag, wenn der Nebel kommen würde. Handschuhe überflüssig. Bis Weihnachten waren es noch neun Tage.
Sie griff gerade nach ihrem Handy, als das andere Telefon klingelte. Auf dem Festnetz rief eigentlich nie jemand an, aber Noras gebetsmühlen­artige Drohungen, den Vertrag einfach zu kündigen, galten in der Familie nur noch als Running Gag. Weil sie sowieso nie Zeit hatte, irgendwelche Drohungen in die Tat umzusetzen.
Mrs Hawthorne?
Ja. Ihre Hand mit dem Hörer zitterte.
Eine Männerstimme, fremd.
Unmöglich, dass ihr Herz noch höher schlagen konnte als bis zum Hals, was es ja in den letzten Wochen hinreichend getan hatte, dachte Nora. Aber doch, wie sich nun zeigte. Es war möglich.
In ihrer Kindheit in Narragansett, Rhode Island, spielten Nora und ihre Schwester Marianne ein Spiel, und das ging so: Stell dir vor, ein Geist schenkt dir drei Wünsche. Was wünschst du dir?
Sie dachten sich Antworten aus wie: Ich wünsche mir, dass sich alle Elektrogeräte im Haus in Schokolade verwandeln. Oder: Ich wünsche mir, dass ich vierundundzwanzig Stunden lang fliegen kann. Oder: Ich wünsche mir, dass es drei Wochen lang jeden Abend Pizza gibt.
Und später, als sie älter wurden: Ich wünsche mir, dass sich ­Jennifer Johnson eine richtig hässliche Dauerwelle machen lässt, die bis zum Ende des Schuljahrs hält. Oder: Ich wünsche mir, dass mein Busen wächst (Nora) oder endlich aufhört zu wachsen (Marianne).
Mrs Hawthorne?
Ja.
Mein Name ist Sergeant Stephen Campbell, California Highway ­Patrol.
Stephen. Was für ein banaler Name, dachte Nora später, für einen so ­außergewöhnlichen Anruf.
Drei Wünsche, lieber Geist, und zwar schnell.
Eins. Sag, was du sagen musst, los.
Zwei. Sag mir, dass alles gut wird.
Drei. Bitte alles noch mal von vorn.
Mrs Hawthorne?
Ich bin im Security Office der Golden Gate Bridge.
Dem was?
Kennen Sie den Weg hierher, Mrs Hawthorne?
Noras Stimme versagte. Alles drehte sich. Sie sank auf einen Küchen­hocker.
Bitte, hören Sie mir gut zu. Ich erkläre Ihnen jetzt den Weg, und ich möchte, dass Sie sofort kommen. Haben Sie mich verstanden? Wir sind auf der Südseite der Brücke. Das heißt, Sie müssen die Brücke überqueren.
Nora schluckte, rang nach Luft. Sah, wie eine Hand, die nicht ihre war, nach der Tischkante griff. Sah, dass die Finger keinen Halt fanden. Um sie herum ein durchdringendes Geräusch, ein schrilles Summen, höher als Töne, die Glas zersplittern lassen.
Mrs Hawthorne?
Mmmmmm. Etwas anderes brachte sie nicht heraus.
Später würde sich Nora überlegen, dass eigentlich alles mit ihrem Job angefangen hatte. Wenn sie keine berufstätige Mutter gewesen wäre. Wenn die Sache mit dem Haus der Watkins nicht passiert wäre und dann noch der Horror im Garten der Millers. Wenn sie präsenter gewesen wäre, aufmerksamer. Wenn Sie alles besser gemacht hätte. Wenn wenn wenn.

Drei Monate zuvor
1
Angela
Vor dem Haus ging der Rest der Familie seinen Geschäften nach. Es war Anfang September, kurz nach Labor Day. Hätte Angela Hawthorne eine Metapher finden müssen, die ihrer Englischlehrerin Ms Simmons gefallen würde, hätte sie vielleicht gesagt: Das Schuljahr war so frisch und unberührt wie eine Jungfrau.
An der riesigen Pinnwand über Angelas Schreibtisch hing ein Kalender. Mit einem roten, aus Mayas Zimmer stibitzten Filzstift – Maya war sieben und besaß jede Menge Filzstifte – hatte Angela das Datum umkreist, erster November, keine acht Wochen mehr bis dahin. Den Rest hatte Angelas Mutter in ihrer akkuraten (katholischen) Schulmädchen-Handschrift mit schwarzem Kugelschreiber hinzugefügt und dabei die Formulierung der Webseite übernommen: Annahmeschluss im Früh­bewerbungsverfahren.
Acht Wochen. Eigentlich siebeneinhalb. Und noch so viel zu tun. Fünf hammerharte AP‑Kurse auf Uni-Niveau dieses Jahr: Europäische Geschichte, Englische Literatur, Chemie, Statistik, Kunst. (»Kunst kann man auch als AP‑Kurs nehmen?«, hatte ihr Vater etwas verwundert gefragt. »Ist das nicht Pfusch?« Worauf Nora in stillem Einvernehmen geschwiegen hatte.)
Um die Plätze im Klassenranking wurde bis aufs Messer gekämpft. Die Opfer waren auf dem Gelände der Oakville Highschool wie auch zahlloser anderer Schulen im Marin County aufgebahrt. Im übertragenen Sinne natürlich. Ms Simmons hätte den Vergleich vielleicht gut gefunden. Sammy Marshall, im letzten Frühjahr durch ein zur Unzeit ausgebrochenes Pfeiffer’sches Drüsenfieber umgemäht. (»Nicht seine Schuld«, hatte Angelas Mutter gesagt. »Der Arme.« Aber hatte sie dabei nicht leise gelächelt?) Oder Porter Webb, herausragendster Sportler der Schule, von den Scouts bereits aufmerksam beäugt. Verbrachte letztlich zu viel Zeit auf dem Baseballfeld, um seinen berühmten Knuckleball zu perfektionieren. (»Zu sehr Sportler, zu wenig Schüler«, hatte Angelas Vater betrübt gesagt, wobei ­Angela den Eindruck nicht loswurde, dass seine Betrübnis ein bisschen geheuchelt war.)
Derzeit war Angela Erste. Jahrgangsbeste. Doch sie spürte den Atem der Wölfe heiß in ihrem Nacken. (Oder war das ein Klischee?)
Doch die Wölfe schnappten schon nach ihren Füßen. Besser? Besser.
Einer der Wölfe war Maria Ortiz, als junge Lyrikerin ein Ausnahmetalent, Veröffentlichungen in mehreren Zeitschriften, von denen nur eine belanglos war, beherrschte vier Sprachen fließend. (Dazu Angelas Vater: »Zählt Spanisch bei ihr eigentlich als Fremdsprache? Immerhin hat sie es zu Hause von klein auf gelernt …«) Und natürlich Henrietta Faulkner – nein, nicht verwandt, wobei Henrietta Zweifel nur auf Nachfrage ausräumte. Ehedem Angelas beste Freundin. Ehedem. Prüfungswort. Stand hundertprozentig in den Wortlisten für den Studierfähigkeitstest.
Angela, sind die Klassenrankings schon raus?
Frag Angela. Angela wird es wissen. Angela weiß alles.
Angela, hast du die Hausaufgaben gemacht?
Angela, hast du gelernt?
Gleich in der ersten Woche war für den Literaturkurs schon der erste Aufsatz fällig, als wären die beiden Romane, die Angela in den Sommerferien hatte lesen müssen, nicht schon genug gewesen. Irgendwie war das nicht fair. »Ich kann nur zum zigsten Mal sagen, dass das Leben nicht fair ist. Es ist nur fairer als der Tod, das ist alles«, hatte Cecily neulich beim Abendessen verkündet – eine Weisheit aus dem Film Die Braut des Prinzen, den sie im Sommer mit ihrer besten Freundin Pinkie unzählige Male gesehen hatte. Es kam ihr so vor, als ob Cecily und Pinkie unendlich viel Freizeit hatten, in der sie ständig Filme sahen, Roller fuhren oder gegenseitig ihre Haare in unnatürliche Gebilde verwandelten, um zu schauen, wie lange das Ganze hielt.
Wo war eigentlich Angelas Freizeit? Weg, verschwunden. Gestohlen bei Nacht von einem unsichtbaren Dieb. Moment mal, Diebe konnten normalerweise nicht unsichtbar sein.
Genommen bei Nacht von einem unbekannten Eindringling. Klang verstaubt. Gestelzt. Außerdem musste ein Eindringling nicht zwingend ein Dieb sein.
Entwendet. Schon besser. Schlicht und elegant. Prüfungswort.
Im Grunde hatte Angela, wenn sie sich recht erinnerte, so etwas wie Freizeit nie gehabt. Vielleicht vor Äonen von Jahren, als Säugling, als sie noch gemütlich in dem Babykörbchen lag, das ihre Mutter bis heute verwahrt hatte, das einzige Relikt aus Angelas, Cecilys und Mayas frühen Jahren. Ja, vielleicht hatte es in Angelas Leben damals so etwas wie Freizeit gegeben, wobei sie eine diffuse, aber hartnäckige Erinnerung an einen schaukelnden Ball hatte, rot, schwarz und weiß, ein Ding, das sie damals aufmerksam betrachten und wahrscheinlich etwas daraus lernen sollte. »Ich hebe es auf«, hatte ihre Mutter erklärt (das Babykörbchen). »Für eine von euch. Wenn ihr selbst mal welche habt.« Angela hatte genickt und den Gedanken auf sich wirken lassen, denn sie hatte sich noch nie vorstellen können, zu heiraten oder gar Mutter zu werden. Wo zum Teufel sollte sie die Zeit dafür hernehmen?
Nach kompletter Lektüre des Buches Menschenkind von Toni Morrison musste sie jetzt also einen Aufsatz über das zentrale Thema schreiben. Bis morgen. Und Angela hatte noch nicht mal mit dem Lesen angefangen. Nach der Schule das Crosslauf-Training, erster Wettkampf schon in zwei Wochen, Wiederholungsläufe, sechs Mal eine Meile, durch den Wald und über den Fluss.
Over the river and through the woods to grandmother’s house … Angela hatte nur eine Großmutter, die Mutter ihrer Mutter, und die lebte in Rhode Island, aber im Gegensatz zu dem Weihnachtslied weder in der Nähe eines Flusses noch eines Waldes, und schon gar nicht an einem Ort, den man nur mit einem Pferdeschlitten erreichen konnte. Gab es solche Orte überhaupt noch?
Halb neun. Die Müdigkeit lag schwer auf ihren Lidern. (War das gut? Oder besser: Wie eine Decke breitete sich die Müdigkeit …? Nein. Übertrieben. Lag schwer auf ihren Lidern war besser.) Angela blickte noch einmal auf den Kalender: erster November. Nicht mehr lang bis dahin, gar nicht mehr lang.
Sollte sie?
Sie hatte es noch nie getan, noch nie gewollt, noch nie gebraucht, aber sie hatte welche zur Hand, für Notfälle oder auch nicht, je nachdem. Angela hatte sie von Henrietta Faulkner bekommen, die sie Gott weiß woher hatte. Eine harmlose kleine Lernhilfe, mehr nicht. Und auch nur ein paar – diskret verwahrt in dem Advil-Fläschchen, das sie in ihrer Schreibtischschublade versteckt hatte, hinter dem Bleistiftanspitzer, dem alten, kaputten iPod und ihrer komischen Schnürsenkel-Sammlung.
Sie nahm das Fläschchen aus der Schublade und ließ eine der Kapseln in ihre Hand rollen. Fünf Milligramm, das war nicht viel. Andere Jugendliche nahmen mehr. Viel mehr. Fünf, das war doch nichts, eine Babydosis. Ein Warm-up, ein Appetizer.
Sie griff nach dem Wasserglas, das auf ihrem Schreibtisch stand. Trinken war nach einem Training wie heute megawichtig. Ob die Teams von Novato, Redwood und den anderen Schulen genauso hart trainierten wie sie, genauso hart wie die mordsmäßig starken Warriors? Schwer zu sagen. Sie würden es herausfinden, wenn sie im November beim Regionalwettkampf Seite an Seite gegeneinander antraten. Fuß an Fuß.
Sie hob das Glas und trank. Die Kapsel war ziemlich klein und beim Schlucken kaum zu spüren. Ein leichter Widerstand, ganz kurz, und das war’s.
Sie wartete. Nichts. Wartete weiter. Und weiter.
Da, jetzt. Ihr Kopf wurde frei. Die Welt um sie herum rückte in den Hintergrund: das Kreischen, mit dem Cecilys Bogen über die Saiten schrammte (»Übung macht den Meister«, lautete dazu ihr munterer Kommentar, eine Behauptung, für deren Richtigkeit Angela jedenfalls in Cecilys Fall kaum Beweise sah, zumal man ihr selbst in den letzten siebzehn Jahren ad nauseam damit in den Ohren gelegen hatte), die Fernsehgeräusche und das Bellen des Nachbarhunds, der an der Hintertür stand und rauswollte.
Da, jetzt war er also da. Der Tunnelblick, wie sie das nannten. Und zwar aus gutem Grund. Angela Hawthorne, Jahrgangsbeste, starrte tatsächlich in einen Tunnel: keine Pausen, kein Schlaf mehr bis Cambridge.
Du schaffst das, und danach kannst du dich ausruhen. Danach kannst du dich ausruhen.
Aber jetzt noch nicht. Jetzt würde sie arbeiten, bis es geschafft war, und dann, ja dann würde sie schlafen unter einem Purpurmond.

Meg Mitchell Moore

Über Meg Mitchell Moore

Biografie

Meg Mitchell Moore wuchs in Massachusetts auf, wo sie auch heute mit ihrem Mann, drei Töchtern und einem Border Collie wieder lebt. Bevor sie sich ganz auf das Schreiben von Romanen verlegte, arbeitete sie als Journalistin. "Eine fast perfekte Familie" ist ihr dritter Roman.

Pressestimmen

Hamburger Morgenpost

»Meg Mitchell Moore zeigt genüsslich und mit sehr viel Situationskomik, wie ihre Helden scheitern. [...]. Und das alles gar nicht platt, sondern sehr scharfsichtig und unterhaltsam, mit Liebe zu den Figuren.«

Maxi

»Mit viel Humor betrachtet die US-Amerikanerin in "Eine fast perfekte Familie" den Alltag der Hawthornes. Hier scheint alles bestens - tatsächlich jedoch brodelt es tüchtig hinter der gutbürgerlichen Fassade.«

Rheinische Post

»Meg Mitchell Moore ist mit "Eine fast perfekte Familie" ein Buch gelungen, welches das Leben vieler Familien perfekt beschreibt. In diesem Hamsterrad der ständigen Verantwortung kommen alle Hawthornes nach und nach aus dem Tritt. Das Buch beleuchtet dieses Straucheln mit Humor, Weisheit und feinen Beobachtungen, in denen sich viele Eltern gewiss wiederfinden werden.«

Belgischer Rundfunk

»Rasant und mit viel Humor wird die Geschichte aus der Sicht der einzelnen Familienmitglieder erzählt – eine Geschichte, die sich anfühlt, wie ein Leben im Schnellkochtopf: Der Druck steigt und wenn man nicht früh genug Dampf ablässt, wird alles explodieren.«

denglers-buchkritik.de

»'Eine fast perfekte Familie' ist Alltagskomödie, Alltagskomödie, Alltagsdrama und eben spröde Alltagsnormalität auf sprachlich hohem Niveau. Der Roman sprudelt nur so vor Ideen, von Langeweile ist da weit und breit keine Spur.«

SUPERillu

»Das Leben der Hawthornes scheint perfekt: Karrieren, Haus, tolle Kinder. Doch langsam droht alles auseinanderzufallen… Stark erzählt aus den Perspektiven der einzelnen Familienmitglieder.«

Ruhr Nachrichten

»Am Ende wird das Buch fast ein bisschen philosophisch und stellt die Urfrage nach dem Glück. Was macht einen Menschen glücklich? Ein toller Job mit viel Stress, ein Studium in Harvard oder vielleicht doch etwas ganz anderes? Insgesamt ein höchst lesenswerter Roman.«

20 Minuten Friday

»Die Hawthornes durchleben Alltagsdramen in der kalifornischen Vorstadtidylle. Bestes Entertainment für graue Tage.«

fantasie-und-traeumerei.blogspot.de

»Meg Mitchell Moore lässt ihre Protagonisten erzählen. Auf verschiedenen Ebenen kommt jeder der Familienmitglieder zu Wort. Es entsteht eine gewissen Nähe zwischen Protagonisten und Leser, die sich zum Ende hin mehr und mehr verstärkt. Einem Ende, das ganz nach meinem Geschmack ist. «

Rätsel total

»'Eine fast perfekte Familie' ist ein Roman wie die neue Lieblingsserie: fesselnd, klug und unterhaltsam. Mit den Hawthornes hat Autorin Meg Mitchell Moore einer Familie geschaffen, deren persönlicher amerikanischer Traum kurz vorm Platzen steht, bei der es aber trotzdem so sympathisch-chaotisch zugeht, dass man am liebsten direkt bei ihr einziehen würde.«

der-kultur-blog.de

»'Eine fast perfekte Familie' ist ein emotionaler, fesselnder Roman. Meg Mitchell Moore ist eine brillante Erzählerin und es fällt leicht, sich die Familie vorzustellen, die nicht aus der Luft gegriffen, sondern so oder so ähnlich in vielfacher Weise existent ist. Eine Hymne an die (unperfekte) Familie, die zwar auch nachdenklich stimmt, aber mehr noch ein großes Lesevergnügen ist.“«

Vorhang auf!

»Moore beschreibt einfühlsam, wie ein perfektes Lebensgerüst ins Wanken gerät und die fünfköpfige Familie das meistert. Geldnöte, Notendruck, Kinderbetreuung – besser als jeder Fachartikel beschreibt das Buch, vor welchen Problemen moderne Familien stehen.«

buch aktuell

»Ganz selten nur liest man ein so gutes Buch, das die Qualität des gesamten Lebens verbessert. Ich kann nur schwärmen: Es ist brilliant, jede Seite ein Vergnügen. Ich liebe es!«

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