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Ein paar Pfunde zu viel? Das ist nicht Ihre Schuld!Ein paar Pfunde zu viel? Das ist nicht Ihre Schuld!

Ein paar Pfunde zu viel? Das ist nicht Ihre Schuld!

Was Sie wirklich vom Abnehmen abhält – und wie es endlich funktioniert

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Ein paar Pfunde zu viel? Das ist nicht Ihre Schuld! — Inhalt

Das neue Buch von Vanessa Blumhagen

Schluss mit frustrierenden Diäten und Selbstvorwürfen!

Jahrelang litt TV-Moderatorin und Bestsellerautorin Vanessa Blumhagen unter ihrem Gewicht. Trotz gesunder Ernährung und Sport war sie eine Jojo-Kandidatin, was nicht allein an ihrer Hashimoto-Erkrankung liegen konnte. Sie fing an zu recherchieren und fand viele medizinische und gesundheitliche Faktoren, die dazu führen können, dass man trotz vernünftigem Lebenswandel nicht abnimmt.

Schuld an Übergewicht können geschwächte Nebennieren sein, eine überlastete Leber, aus dem Takt geratene Hormone oder Medikamente wie zum Beispiel Bluthochdruckmittel. Dieses Buch liefert leicht umsetzbare Tipps, wie man den Grund für die überflüssigen Pfunde erkennen und die Endlosschleife von Diäten, Frustessen und Selbstvorwürfen endgültig durchbrechen kann.

Erschienen am 02.01.2018
224 Seiten, Klappenbroschur
ISBN 978-3-492-06095-0
Erschienen am 02.01.2018
224 Seiten, WMEPUB
ISBN 978-3-492-97823-1

Leseprobe zu »Ein paar Pfunde zu viel? Das ist nicht Ihre Schuld!«

Vorwort von Dr. Susanne Esche-Belke


In unserer westlichen Zivilisation nehmen Gewichtsprobleme so rasant zu, dass sie mittlerweile epidemische Ausmaße angenommen haben. Über die Hälfte der deutschen Erwachsenen ist übergewichtig, fast ein Viertel sogar krankhaft übergewichtig. Bei den Kindern sind es immerhin schon 15 Prozent, so die DEGS-Studie des Robert Koch-Instituts. Die fatalen Auswirkungen auf die Gesundheit und das seelische Wohlbefinden sind bestens untersucht. Demgegenüber steht eine milliardenschwere »Abnehmindustrie« mit Versprechungen, [...]

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Vorwort von Dr. Susanne Esche-Belke


In unserer westlichen Zivilisation nehmen Gewichtsprobleme so rasant zu, dass sie mittlerweile epidemische Ausmaße angenommen haben. Über die Hälfte der deutschen Erwachsenen ist übergewichtig, fast ein Viertel sogar krankhaft übergewichtig. Bei den Kindern sind es immerhin schon 15 Prozent, so die DEGS-Studie des Robert Koch-Instituts. Die fatalen Auswirkungen auf die Gesundheit und das seelische Wohlbefinden sind bestens untersucht. Demgegenüber steht eine milliardenschwere »Abnehmindustrie« mit Versprechungen, mittels immer neuer Diäten, Ernährungstrends, diverser Medikamente, Fitnessprogrammen bis hin zu chirurgischen Verfahren, den überflüssigen Pfunden endgültig den Garaus zu machen.
Tragischerweise ist das Ergebnis trotz dieser unzähligen Versuche keinesfalls eine schlanke und gesunde Menschheit, sondern ein rasanter Anstieg chronischer Erkrankungen, die im Zusammenhang mit Übergewicht stehen: Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Störungen des Immunsystems, Depressionen – und jede Menge Frust. Wird es nicht immer wichtiger, eine perfekte Figur abzugeben? Schön und schlank gehören in unserer digitalen Bilderwelt – deren vermeintliche Vorbilder den verzweifelten Druck abzunehmen zusätzlich verstärken – untrennbar zusammen.
In den letzten 20 Jahren meiner medizinischen Tätigkeit hat mich immer wieder berührt, wie verzweifelt meine Patienten darüber sind, scheinbar die Kontrolle über ihren Körper verloren zu haben. Der tägliche Kampf aus guten Vorsätzen und besten Absichten, der zum Teufelskreis wird und in Selbstvorwürfen, Scham, Frustration und einem zutiefst deprimierten Gefühl endet, wenn die Kilos am Körper zu kleben scheinen.
Das öffentliche Gesundheitssystem ist für akute Erkrankungen mit modernster Technik segensreich ausgestattet, entlässt den chronisch Kranken aber oftmals mit Diagnosen und ihren bedrohlichen Folgen, vielen Tabletten und sehr wenig persönlicher Ansprache. Die Patienten nehmen zahlreiche Medikamente ein, die oft bestenfalls die Verschlechterung ihres Zustands verlangsamen.
Ist es nicht an der Zeit, den wirklichen Ursachen nachzugehen? Haben Menschen nicht ein Anrecht darauf, zu verstehen, was sie dick, träge und unausgeglichen macht? Ein Anrecht darauf zu wissen, was sie tun können, um wieder ein Gleichgewicht herzustellen, das unserem Wunderwerk Körper die Möglichkeit zurückgibt, für uns zu arbeiten, wie es seit Jahrtausenden in seinem Programm verankert ist: schlank und gesund zu sein.
Erst wenn wir Ärzte wieder achtsam und zugewandt die physiologische, seelische und biochemische Individualität eines Menschen erkennen und die komplexen Prozesse des Körpers auf allen Ebenen berücksichtigen, können wir ihn wieder in seine Balance bringen. Dazu ist es immens wichtig, das Übergewicht nicht als Zahl auf der Waage zu bekämpfen, sondern den aus dem Gleichgewicht geratenen Körper zu verstehen, sich ihm zuzuwenden, statt ihn zu bekämpfen, und damit die Kontrolle über sich zurückzugewinnen.
Die Gewichtszunahme und -stagnation sind ein Zeichen des – im wahrsten Sinne des Wortes – aus den Fugen geratenen Zusammenspiels von Hormonen, Neurotransmittern, Entgiftungsmechanismen, dem Mikrobiom in unserem Darmsystem und einem völlig überlasteten Immunsystem mit immensen Auswirkungen auf unsere äußere und emotionale Verfassung. Die Medizin braucht wieder Zeit für das Erklären von Zusammenhängen. Nur so können wir unsere Patienten unterstützen, damit sie in Eigenverantwortung eine nachhaltige Heilung erreichen.
Seit Jahren empfehle ich den Patienten in meiner Praxis die Bücher von Vanessa Blumhagen. Sie gibt wunderbare Anregungen und Hilfe für alle, die nach dem richtigen Weg suchen, gesund und schlank zu sein. Vanessa Blumhagen erläutert die Ursachen und Zusammenhänge, warum jemand übergewichtig ist oder wird, verbindet sie in ihren Büchern zu einem verständlichen Ganzen und schafft es auf mitreißende Weise, aktuelles Fachwissen mit praktischen, sofort umsetzbaren Anleitungen zu vermitteln. Immer authentisch, offen und mit großem Sachverstand motiviert sie ihre Leser, sich nicht aufzugeben, sondern das Bestmögliche zu erreichen. Meine Patienten sind begeistert!
Dieses Buch wird Ihnen das Wissen und die Unterstützung geben, sich auf eine fantastische Reise einzulassen und die gesunde, balancierte und glücklichste Ausgabe Ihres Selbst zu werden. Viel Erfolg und Freude auf Ihrem ganz individuellen Weg wünscht Ihnen
Dr. med. Susanne Esche-Belke
Berlin, im November 2017

Dr. Susanne Esche-Belke ist Fachärztin für Allgemeinmedizin, MBSR (Stressreduktion durch Achtsamkeit) sowie Präventivmedizin und arbeitet in ihrer Praxis für integrative Medizin in Berlin.


Einführung


Manchmal habe ich das Gefühl, ein rosa Elefant (ein dicker rosa Elefant) inmitten von lauter schlanken Elfen zu sein. Ich bin von gut durchtrainierten Männern und zarten, schmalen Frauen umgeben. Und ihnen allen scheint es furchtbar leichtzufallen, genau so auszusehen. Sie trinken Alkohol, essen alles, worauf sie Lust haben, und passen trotzdem in ihre hippen Klamotten. Egal, ob man sie morgens beim Bäcker in der Jogginghose trifft, samstagnachmittags beim Kaffeetrinken oder abends im schicken Restaurant – das Leben dieser Menschen scheint einfach leicht zu sein. In jeder Hinsicht. Sicherlich haben auch sie Probleme, aber selbst dabei sehen sie so unbekümmert und gut aus, dass es kaum zum Aushalten ist. Natürlich nur für mich …
Ich war schon immer ganz normal, auf jeden Fall, was mein Gewicht betrifft. Mal ein bisschen mehr, mal ein paar Kilo weniger. Ich habe mich nicht sonderlich darum gekümmert. Zwickte die Hose, ging ich joggen und achtete darauf, was ich aß. Das reichte. Modelmaße hatte ich trotzdem keine und auch keine perfekten Rundungen. Es war halt alles ganz … normal. Bis ich vor einigen Jahren anfing zuzunehmen. Aus heiterem Himmel. Ich hatte nichts verändert in meinem Leben, aber mein Leben veränderte sich plötzlich ganz extrem. Und damit auch meine Konfektionsgröße. Ich quoll von 59 Kilo auf 71 Kilo auf. Nichts half. Kein Sport, keine Diät, nichts. Die Ärzte gaben mir nur einen Rat: Essen Sie weniger und bewegen Sie sich. Sehr lustig! Hatte ich schon ausprobiert. Funktionierte nicht. Nach Jahren des Suchens und des Schlechtfühlens stellte sich heraus, dass ich krank war. Hashimoto Thyreoiditis. Eine Autoimmunerkrankung, bei der das Immunsystem die Schilddrüse zerstört. Und da die Schilddrüse immens wichtig für den Stoffwechsel ist, nimmt man unaufhaltsam zu.
Das war mein erstes Aha-Erlebnis. Bisher hatte ich Dicke immer als disziplinlose, willensschwache Menschen wahrgenommen. Plötzlich gehörte ich nicht nur selbst dazu, sondern verstand auch, dass man manchmal einfach nichts dafürkann, welche Ausmaße man annimmt. Und je länger ich mit dieser Krankheit und vielen anderen Betroffenen zu tun hatte, umso klarer wurde mir, warum ich immer mal wieder fülliger wurde. Mal war meine Leber überlastet, mal hatte ich Magnesiummangel, dann waren meine Nebennieren geschwächt, und irgendwann bekam ich noch die Diagnose PCOS samt Insulinresistenz (eine Vorstufe von Diabetes). Sie werden jetzt denken: Die übertreibt aber maßlos! So viele Krankheiten und Zipperlein hat doch kein normaler Mensch. Da muss ich Ihnen leider widersprechen. Das alles sind weitverbreitete Beschwerden, die kaum ein Arzt richtig deuten kann. Und nur wenige Ärzte sind bereit, sich ernsthaft damit auseinanderzusetzen.
Wenn ich mit meiner Freundin samstags in Hamburg-Eppendorf im Café sitze und die vorbeischlendernden Menschen beobachte, fällt uns immer wieder auf, wie viele mit ein paar Kilo zu viel auf den Rippen herumlaufen. Darunter immer mehr Menschen mit fettem Übergewicht. Mag sein, dass der eine oder die andere sich damit wohlfühlt. Das bleibt jedem selbst überlassen. Aber nach meiner eigenen Erfahrung und nach vielen Schicksalsberichten aus dem Freundes- und Bekanntenkreis kann ich mir nicht vorstellen, dass das allen so geht.
Ich möchte auf jeden Fall wieder so leben wie vor meiner Erkrankung. Ich werde sicher nie zu den schlanken Elfen gehören. Aber ich möchte die Kontrolle über mein Gewicht nicht mehr verlieren. Das ist mir wichtig. Zu den ganz Dünnen in meiner Umgebung kann ich heute eins sagen: Diese Menschen sind einfach nur gesund. Da läuft der Stoffwechsel, wie er laufen soll. Die Hormone arbeiten, wie der liebe Gott es vorgesehen hat. Und der Rest ist schlicht und ergreifend in einem guten Zustand. So einfach ist das!
Wenn man sich diese Tatsache einmal bewusst macht, sind die fünf oder zehn oder fünfzehn Kilo zu viel auf Ihrer Waage doch gar keine so unüberwindbare Hürde mehr, oder? Wie alles im Leben ist auch das Gewicht eine Frage der Perspektive. Sehen wir es als gegeben an, als etwas, was man sowieso nicht ändern kann? Oder als lösbare Aufgabe? Das liegt an Ihnen. Ich kann nur sagen, manchmal geht es leichter, als man vorher dachte.
Den ersten Schritt haben Sie schon getan: Sie halten das richtige Buch in Ihren Händen! Ein klein bisschen Freude, bitte. Und dann machen wir uns an die Umsetzung. Los geht’s!
Meine Geschichte
Viele glauben, beim Fernsehen arbeiten nur schlanke Menschen. Und sie haben damit auch fast recht. Es gibt vielleicht noch ein paar Normalgewichtige. Nicht viele. Aber es gibt sie. Doch das Thema Figur ist immer präsent. Und ausgerechnet ich, die niemals auch nur in der Nähe einer Größe 32/34 oder Neudeutsch »Size Zero« war, landete 2008 in dieser Welt, in der es in vielerlei Hinsicht vor allem um Äußerlichkeiten geht. Einer im sechsten oder siebten Monat schwangeren Kollegin wurde von ihren Chefs gesagt, dass man sie so fett auf keinen Fall mehr auf den Schirm lassen könne. Dabei war sie bis auf den sichtbaren Babybauch total schlank!
Etwa ein Jahr nach meinem Einstieg in der TV-Branche fing ich auch noch an, unkontrolliert zuzunehmen. Wie schon beschrieben, ging mein Gewicht wie von selbst um elf Kilogramm nach oben. Und zwar in relativ kurzer Zeit und ohne mein bewusstes Zutun. Das glaubte mir natürlich keiner, schon gar nicht die Ärzte, zu denen ich voller Verzweiflung lief. Denn ich hatte ja nicht nur einige zusätzliche Symptome (diverse Nahrungsmittelallergien, Haarausfall, Schlafstörungen, Stimmungsschwankungen, Nervenstörungen in Händen und Füßen, ausbleibende Regel mit Ende 20, eine überlastete Leber, eine beginnende Insulinresistenz …) – ich hatte vor allem auch Angst um meinen Job!
Es dauerte mehr als drei Jahre, bis die Diagnose Hashimoto Thyreoiditis (mehr dazu im Kapitel »Die Schilddrüse«) endlich feststand. Und tatsächlich hat in dieser ganzen Zeit nie jemand etwas zu mir gesagt – kein Chef, kein Kollege, kein Zuschauer. Vielleicht weil ich immer offensiv mit meinem »Problem« umgegangen bin. Wahrscheinlich aber auch, weil es in dieser Zeit noch nicht so selbstverständlich war, sich über alles und jeden auf Facebook, Twitter und Co. im wahrsten Sinne des Wortes auszukotzen. Entschuldigen Sie bitte den Ausdruck, aber so ist es ja heute.
In der ganzen Zeit, bis ich endlich wusste, was mit mir los war – und natürlich erst recht danach –, habe ich gelesen, gelesen, gelesen. Ich wollte unbedingt wissen, was da gerade in mir passiert. Ich habe mir Berge von Büchern gekauft, das erschien mir verlässlicher, als nur das Internet als Quelle zu nutzen.
Ich habe Monatsgehälter in amerikanische Bücher investiert, von Experten, die bei uns (noch) niemand kannte (mittlerweile sind einige Titel ins Deutsche übersetzt). Ich habe ihre Worte aufgesogen, auch wenn es nicht ganz so einfach war, medizinische Fachbücher auf Englisch zu verstehen. Aber irgendwie, mit großer Neugier und einem ungebremsten Willen, habe ich es geschafft. Und ich habe dadurch viel verstanden. Dass alles in unserem Körper irgendwie zusammenhängt, zum Beispiel. Ich bin demütig geworden und dankbar. Für dieses Wunderwerk, das uns einfach so durchs Leben trägt – unseren Körper. Und das wir oft erst wirklich bemerken, wenn es nicht mehr funktioniert. Ehrlich gesagt, sind dann meistens wir selbst daran schuld. Wir haben dieser Maschine des Lebens, unserem Körper, zu viel zugemutet, sie zu wenig beachtet, gepflegt oder mit dem Falschen (und meist auch noch mit zu viel davon) versorgt. Und wenn sie dann stottert und streikt oder gar in ihre Einzelteile zu zerfallen droht, weiß kaum noch ein Arzt, wie er dieses Wunderwerk wieder instand setzen soll.
Vor einigen Monaten habe ich diese Schlagzeilen im Spiegel gelesen: »Zum ersten Mal gibt es auf der Welt mehr Menschen, die unter Übergewicht leiden, als solche, die hungern.« Oder: »2,2 Milliarden Menschen sind übergewichtig.« Sie machten mich stutzig. Und die Deutsche Gesellschaft für Ernährung betitelte ihren 13. Ernährungsbericht im Jahr 2017 mit der Überschrift »So dick war Deutschland noch nie!«.

In jedem dieser Beiträge wurde das Phänomen damit erklärt, dass die Menschen sich immer weniger bewegen würden und immer mehr zu essen hätten. Grob gesagt, stimmt das sicher auch. Aber da muss noch mehr dahinterstecken, dachte ich mir. Ich kenne ja meine eigene Geschichte und noch ein paar andere, von denen Sie in diesem Buch lesen werden. Dass die Leute immer dicker werden, kann nicht allein am Essen liegen. Die Höhe des Gewichts liegt nicht allein an der Menge und der Art der Lebensmittel, die wir zu uns nehmen, sondern hängt von vielen anderen Faktoren ab. Ärzte und Wissenschaftler haben das bewiesen, und ich sehe es im wahren Leben, an mir selbst, an Freunden und Bekannten, und ich erfahre es von befreundeten Medizinern und Heilpraktikern.
All diese Erfahrungen mit diesem so harmlos klingenden, aber für viele von uns im besten Fall nur nervigen, im schlimmsten Fall traurig und depressiv stimmenden Problem habe ich in diesem Buch zusammengefasst. Und ich habe eine Lösung für Sie! Sie müssen nur noch lesen, in sich hineinhören und dann handeln. Und das ist einfacher, als Sie vielleicht denken.

Übrigens: Ich arbeite bis heute beim Fernsehen. Ich bin immer noch nicht megadünn, sondern schwanke so zwischen Größe 36 und 38. Und witzigerweise finden das manche zu dick und andere zu dünn. Was lernt man daraus? Tun Sie alles rund um Ihren Körper für sich – und zwar nur für sich. Nicht für den Partner oder die Partnerin, die Kollegen, den Chef, Freundinnen oder Freunde, Sportkameraden oder wen auch immer. Sie sind die Nummer eins in Ihrem Leben. Und Ihr Körper sollte genau an gleicher Stelle stehen.
Warum Ihnen das Abnehmen so schwerfällt
Für die meisten von uns ist Abnehmen eine logische Angelegenheit: Tue ich das oder lasse ich das weg, verschwinden die Kilos. Schön wär’s! Denn wie so oft im Leben hat die von uns so schön zurechtgelegte Theorie nichts oder nur wenig mit der Realität zu tun. Auch wenn es bei anderen immer so aussieht, als würde es genau so funktionieren. Und die vielen bunten Blätter an den Kiosken und in den Supermarktregalen suggerieren Männlein wie Weiblein, dass man mit der Kartoffel-, Eier-, Ananas- oder Tee-Diät drei Kilo übers Wochenende verlieren kann. Vielleicht klappt es ja sogar, das Problem ist nur: Bis zum nächsten Freitag hat man die verlorenen Pfunde spätestens wieder drauf. Wenn nicht noch mehr!
Sie haben sicher auch schon mal von Weight Watchers gehört. Ein großartiges Konzept! Also ich meine, für die Erfinder und die heutigen Konzernbesitzer. Das Programm stammt aus den USA und wurde 1963 von der New Yorker Hausfrau Jean Nidetch entwickelt. Das Prinzip: Jedes Lebensmittel hat eine bestimmte Anzahl Punkte. Und es gibt eine vorgeschriebene Menge Punkte, die man täglich »essen« darf. Ist die erlaubte Punktezahl aufgefuttert, darf man bis zum nächsten Tag nichts mehr zu sich nehmen. Die Teilnahme (mittlerweile auch online) kostet natürlich Geld. 2014 machte das Unternehmen einen Umsatz von 1,48 Milliarden Dollar. Mittlerweile läuft’s nicht mehr so gut. US-Star-Talkerin Oprah Winfrey soll jetzt mit 43 Millionen US-Dollar eingestiegen sein, da ging die Aktie wieder ein bisschen nach oben. Ansonsten schwächelt Weight Watchers. Und warum? Weil es eben auch nicht der Stein der Weisen ist. Der Weisheit letzter Schluss. Oder der Heilige Gral des Abnehmens. Denn sonst wären wir alle Mitglied bei denen und ab diesem Moment genau so dünn, wie wir uns das immer gewünscht haben.
Man kann es aber noch mehr ins Extreme treiben: Sie haben bestimmt auch schon mal die berühmten Victoria-Secret-Engel in sündig knapper (und teurer) Unterwäsche und den dazugehörigen übergroßen Flügeln über den Laufsteg in New York flanieren sehen. Ein Riesenspektakel mit singenden Weltstars wie Ed Sheeran, Pink oder Taylor Swift auf der Bühne. Das Ganze wird in jeden Winkel der Erde übertragen – als hätten die Menschen in vielen Regionen der Welt keine anderen Probleme. Aber es sieht eben toll aus und lässt Begehrlichkeiten erwachen. Einerseits für die sexy Stoffteilchen und aus männlicher Sicht sicher auch für die schönen Frauen. Zur Berichterstattung rund um das Event gehören natürlich auch die detaillierte Kommentierung der spindeldürren Models und die Erörterung der Frage, wie sie es schaffen, pünktlich zur Millionen-Veranstaltung praktisch kein Gramm Fett mehr am Körper zu haben. Wie sie ihre Pos megaknackig und nahezu perfekt apfelförmig modelliert bekommen, woher ihre Sixpacks, die schmalen Oberschenkel, schlanken Waden und dünnen Ärmchen stammen. Sie ahnen es: Das ist harte Arbeit.
Wochenlang trainieren die jungen Frauen mehrmals täglich unter den strengen Augen von hochdotierten und erbarmungslosen Drill Instructors. Das Essen wird auf ein Minimum reduziert, kurz vor der Show besteht es nur noch aus fettfreiem Eiweiß, meist in Form von Proteinshakes. Und am letzten Tag vor dem Ereignis wird sogar das Trinken eingestellt, wie bei Bodybuildern, die durch diese Art von Austrocknung ihre Muskeln besser zur Geltung bringen wollen.
Dafür bekommen die jungen Damen auch viel, viel Geld. (Adriana Lima bringt schon mal 75 Millionen Dollar im Jahr mit nach Hause, Kollegin Alessandra Ambrosio immerhin 60 Millionen.) Ich weiß. Doch bei all dem Ruhm, Blitzlichtgewitter, der Aufmerksamkeit und dem Karriereschub, den man durch die Teilnahme an so einer Modenschau bekommt, ist das ganze Theater vor allem eine unglaubliche Tortur für den Körper, für das Hormonsystem, die Nieren, die Leber, den Darm. Denn unser Körper ist keine Maschine! Die jungen Models können den Motor nach dieser Qual nicht einfach einmal durchpusten, alle Einzelteile checken lassen und von Neuem anfangen. Solche gefährlichen Eingriffe in unser fragiles System hinterlassen Spuren.
Ich möchte, dass Sie sich bewusst machen, dass selbst diese jungen Damen – die meisten sind, wenn sie anfangen, keine 20 –, die von Natur aus mit schlanken Genen versorgt sind, solch furchtbare Dinge anstellen müssen, um auf Knopfdruck abzunehmen. Einfach ein bisschen aufs Essen zu achten und eine Runde mehr in der Woche zu joggen reicht auch bei ihnen nicht aus. Und übrigens: Lassen die Damen von ihrer Hammerdiät ab, nehmen auch sie wieder zu. Weil sie wider die Natur ist! Und genau darum geht es in diesem Buch: Ihr Körper wird nicht machen, was Sie wollen (nämlich Gewicht verlieren), wenn Sie nicht nach seinen Spielregeln spielen. Und deshalb sollten wir diese kennenlernen.
Machen Sie sich bewusst, dass alles in unserem Körper miteinander zusammenhängt. In der modernen Schulmedizin schaut man leider allzu häufig nur auf einzelne Symptome. Das ist ein Dilemma unserer Zeit, nicht nur, wenn es um Gewicht und Wohlbefinden geht, sondern in Hinsicht auf alle psychischen und physischen Probleme. Die meisten Ärzte haben verlernt (oder sie haben es nie gelernt), den Körper als eine Einheit zu sehen. Und nicht nur das. Wir leben ja nicht im luftleeren Raum, wir sind ein Teil der Umwelt, der Natur, des Universums. Hört sich esoterisch an, finden Sie? Dann haben Sie noch ein wenig Geduld. Im Kapitel »Umweltgifte« erkläre ich Ihnen diesen Ansatz genauer.
Vieles, was für uns heute und hier problematisch ist, kommt tatsächlich von außen. Viele Schwierigkeiten machen wir uns aber auch selbst. Stress ist so ein Beispiel. Der kann den ganzen Laden lahmlegen, das ganze System, unseren Körper, unser Leben. Und unsere Psyche. Keine Angst, ich will niemanden in eine Ecke stellen oder in Therapie schicken. Ich möchte, dass Sie zuallererst verstehen. Sich selbst und Ihren Körper.
Andreas Moritz, Heilpraktiker, Ayurveda-Arzt, Shiatsu-Therapeut und Bestsellerautor (unter anderem Die wundersame Gallen- und Leberreinigung) schreibt zum Thema Abnehmen: »Sie müssen diesen einen entscheidenden Gedankensprung machen: Sie müssen bereit sein, Ihren körperlichen und seelischen Ballast loszulassen. Nicht indem Sie Kalorien zählen. Sondern indem Sie Ihren Körper, Ihren Geist und Ihre Seele umarmen. Sobald Sie beginnen, sich mit anderen Augen zu sehen, sind achtzig Prozent der Arbeit schon getan.«
Sobald wir aufhören, uns, unsere Gene oder andere Umstände für unser Lebensdrama (und Gewicht) verantwortlich zu machen, ist ein Gewichtsverlust die logische, natürliche Konsequenz.
Es geht nicht um Sport, nicht darum, nur noch dies zu essen, jenes aber nicht. Nicht um strenge Regeln oder eiserne Disziplin. Es geht um viel mehr, um etwas Größeres. Und vor allem darum, den Körper wieder in Balance zu bringen. Wir müssen unser ganz persönliches unnatürliches Verhalten hinter uns lassen.

Sie werden auf den nächsten Seiten viel über Ihren Körper lernen. Bei einigen Erklärungen werden Sie vielleicht denken: »Was erzählt die Frau Blumhagen denn jetzt schon wieder? Ich will doch nicht Medizin studieren!« Aber erstens ist es ungemein spannend, was unser Körper alles leistet, meist ohne dass wir es merken. Und außerdem schadet keinem von uns ein bisschen Demut angesichts dieses Wunderwerks der Natur, dem wir unser Leben verdanken. Darüber hinaus sind die inhaltlichen Ausflüge wichtig, um die Zusammenhänge zu verstehen. Nur so kann man die Verbindungen nutzen und das erreichen, was man möchte. In unserem Fall: Abnehmen!
Ich sage es Ihnen klipp und klar: Sie werden nicht abnehmen, wenn Ihr Körper und Ihre Seele nicht in Balance sind und wenn Sie nicht verstehen, was da abläuft. Auf jeden Fall nicht dauerhaft und gesund. Sie werden nicht fit, gut gelaunt, energiegeladen und wach im Kopf sein, wenn irgendetwas Elementares in Ihnen schiefläuft.
Um es positiv auszudrücken: Laufen Seele und Körper im Rhythmus und so, wie sie sollen, dann bringen Sport und gesunde Ernährung auch plötzlich etwas. Dann macht es geradezu Spaß, sich und seinem Körper etwas Gutes zu tun in Form von adäquater Bewegung, viel Wasser, Tee und gesunden Säften, dem für Sie passenden Essen, der richtigen Balance zwischen Sport und Ruhe. Das fühlt sich großartig an und ist viel wichtiger und lebensverändernder als Ihre Konfektionsgröße, die morgendliche Zahl auf der Waage, der BMI oder was Ihre Freunde zu Ihrem Körper und Ihrer Figur sagen. Wenn Sie sich lieben und Ihr Leben umarmen, haben Sie schon alles gewonnen. Und genau darum geht es. Punkt. Legen wir los!

 


Die Schilddrüse


Natascha war ihr ganzes Leben lang schlank gewesen, sehr schlank. Sie wog bei einer Körpergröße von 1,65 Meter seit Jahren knapp unter 50 Kilogramm. Dafür musste sie nichts tun. Es war einfach so. Kurz nach ihrem 45. Geburtstag entdeckte man auf ihrer Schilddrüse eine Vorstufe von Krebs. Die Ärzte wollten kein Risiko eingehen und entfernten die eine Seite des Organs in einer Operation. Alles lief wunderbar. Der Schnitt war miniklein; wusste man nichts von der OP, sah man die Narbe gar nicht. Natascha durfte relativ schnell wieder nach Hause. Und eine Gewebeprobe ergab, dass es keine bösartige Veränderung war. Nach ein paar Wochen bemerkte Natascha, dass sie morgens immer Schwellungen unter den Augen hatte. Das kannte sie bisher nicht. Und auch die Hosen zwickten plötzlich am Bund, Blusen wurden zu eng. Ihre Finger und Knöchel schwollen regelmäßig an. Sie war erschöpft, und trotz genügend Schlaf und regelmäßigen Mittagspäuschen auf dem Sofa besserte sich ihr Zustand nicht. Im Gegenteil. Irgendwann hatte sie sechs Kilogramm mehr auf der Waage und war todunglücklich.
Eine Freundin, die selbst Probleme mit der Schilddrüse hatte, schickte Natascha zurück zum Arzt, der daraufhin die Schilddrüsenwerte im Blut testete. Und tatsächlich: Da waren viel zu wenig Schilddrüsenhormone im Körper! Sie bekam Tabletten, die diesen Mangel ausglichen, und nach ein paar Monaten waren die Wassereinlagerungen und die zusätzlichen Kilos verschwunden.

Ich bin immer wieder verwundert, wie viele Menschen Probleme mit der Schilddrüse haben – und wie wenig sie und ihre Ärzte darüber wissen. In der Apotheke beobachte ich gern die anderen Kunden und sehe dabei, wie oft Schilddrüsenhormone über die Ladentheke gehen. Jeder Dritte in Deutschland hat in irgendeiner Weise Probleme mit der Schilddrüse. Viele, denen ich begegne und die von meiner Krankheitsgeschichte wissen, sagen die immer gleichen Sätze: »Ich nehme auch seit Jahren Hormone. Mein Arzt sagt, ich hätte nur eine Unterfunktion. Aber ich bin gut eingestellt.« Auf Nachfrage kommt dann allerdings meist heraus, dass es ihnen alles andere als gut geht. Der Arzt behauptet aber steif und fest, das liege nicht an den Schilddrüsenwerten. Seltsam …

Aber fangen wir mal mit den Basics an: Die Schilddrüse gehört zu den endokrinen Drüsen, genau wie die Nebennieren, die Bauchspeicheldrüse, die Nebenschilddrüsen und die Hirnanhangsdrüse. Das bedeutet: Sie gibt all ihre Stoffe (Hormone und andere wichtige Stoffwechselsubstanzen) direkt ins Blut ab. Der medizinische Fachbegriff für die Schilddrüse lautet »Glandula thyreoidae«. Glans aus dem Lateinischen bedeutet »Drüse«, thyreoeides aus dem Griechischen »schildförmig«.
Die Schilddrüse befindet sich am Hals, direkt vor der Luftröhre, knapp unterhalb des Kehlkopfs. Sie hat die Form eines Schmetterlings. (Deshalb hat ein Pharmaunternehmen, das Millionen mit synthetischen Schilddrüsenhormonen verdient, seit Neuestem auch süße, kleine Flattermänner vorne auf der Verpackung drauf.)
Bei Frauen ist die Schilddrüse im gesunden Zustand etwa 15 bis 18 Gramm schwer, bei Männern 20 bis 25 Gramm. Nahezu alle Organe, Gewebe und Zellen im menschlichen Körper werden durch die Schilddrüsenhormone Thyronin (kurz T4) und Triiodthyronin (das stoffwechselaktive T3) in irgendeiner Artdirekt oder indirekt beeinflusst. Vor allem spielen sie eine zentrale Rolle im Energiestoffwechsel und damit beim Thema Abnehmen. Sind zu wenig von diesen Hormonen vorhanden, nimmt der Mensch zu.
Abgesehen davon, beeinflussen T4 und T3 unter anderem den Sauerstoffverbrauch der Zellen, die Verstoffwechslung von Kohlenhydraten, Fetten und Eiweißen im Körper (sprich den kompletten Energiestoffwechsel), die Funktionen des Magen-Darm-Trakts (Stichwort Verdauung) und des Herz-Kreislauf-Systems, genau wie das Wachstum und die Gehirnentwicklung bei (ungeborenen) Kindern.
Es gibt unterschiedliche Krankheitsbilder, die mit der Schilddrüse zu tun haben können: kalte und warme Knoten, Schilddrüsenkrebs, Überfunktion oder Unterfunktion. Die meisten Betroffenen, die unter einer Unterfunktion leiden, haben entweder einen Jodmangel oder die Autoimmunerkrankung Hashimoto Thyreoiditis. Oder gern auch beides – wenn ihnen nicht, wie in unserem Beispiel oben, aus welchen Gründen auch immer (meist Krebsvorstufen oder Knoten), ein Teil des Organs oder gar das ganze operativ entfernt wurde.
Eine Schilddrüsenüberfunktion kann entweder die Folge einer Autoimmunerkrankung namens Morbus Basedow sein oder kurzzeitig auch während einer Hashimoto-Erkrankung auftauchen. Das fühlt sich gar nicht gut an. Und tritt meist unter anderem mit folgenden Symptomen auf:

●    innere Unruhe
●    Reizbarkeit
●    Rastlosigkeit
●    Zittern (besonders der Hände)
●    Ein- beziehungsweise Durchschlafstörungen
●    Schweißausbrüche, allgemeine Hitze
●    feuchtwarme Haut
●    gestörter Menstruationszyklus
●    Heißhunger und verstärkter Durst
●    Durchfall
●    Gewichtsabnahme trotz normaler (oder sogar vermehrter) Nahrungsaufnahme
●    Herzrasen, Herzklopfen, gegebenenfalls Herzrhythmusstörungen

Wenn Sie Probleme haben abzunehmen oder ohne ersichtlichen Grund stetig zunehmen, werden Sie (sollte die Ursache tatsächlich die Schilddrüse sein) allerdings eher in einer Unterfunktion stecken. Symptome einer Schilddrüsenunterfunktion können sein:

●    unkontrollierbare Gewichtszunahme
●    ständiges Frieren
●    niedrige Körpertemperatur
●    Erschöpfung und ständige Müdigkeit trotz genügend Schlaf
●    Schlafstörungen
●    Depressionen, Niedergeschlagenheit
●    Antriebslosigkeit
●    Angstzustände
●    Konzentrationsprobleme
●    Sprachstörungen, Wortfindungsstörungen
●    Koordinationsprobleme
●    Ödeme durch Wassereinlagerungen, vor allem im Gesicht (Augen) und an den Extremitäten
●    Muskelabbau
●    Muskelschmerzen, -krämpfe, -verhärtungen
●    Gelenkschmerzen
●    brüchige Haare und Nägel
●    Haarausfall
●    trockene, juckende oder unreine Haut
●    Übelkeit
●    Schwindel
●    Kreislaufprobleme
●    Verdauungsstörungen, meist Verstopfung
●    Nahrungsmittelallergien
●    schlechte Wundheilung
●    hohe Cholesterinwerte
●    Wachstumsstörungen bei Kindern
●    verlangsamter, aber auch erhöhter Herzschlag
●    verringerte Libido
●    ausbleibende, besonders starke oder schwache Regel
●    Unfruchtbarkeit beim Mann und der Frau
●    Impotenz
●    Sehstörungen, plötzliche Verschlechterung der Sehwerte
●    Tinnitus
●    schlechte Immunabwehr, das heißt ständige Infekte und Ähnliches

Diese Liste erhebt auf keinen Fall den Anspruch, vollständig zu sein. Da die Schilddrüse mit praktisch jedem Eckchen im Körper verbunden ist, wirkt sich ein Mangel der gebildeten Hormone und Enzyme entsprechend im Körper aus.

Diagnose
Wahrscheinlich finden sich die meisten von uns irgendwie und irgendwo in dieser Liste von körperlichen und seelischen Problemen einer Unterfunktion wieder. Daher ist es wichtig, einen guten Arzt oder Heilpraktiker zu kennen, der Ihnen zuhört und die richtigen Schlüsse zieht. In diesem Fall wäre das ein Bluttest. Dabei sollte er folgende Werte checken: die Schilddrüsenhormone T3 und T4, allerdings in der freien Form, das heißt nicht an Eiweiße gebunden, sprich fT3 und fT4. Sie zirkulieren unabhängig von Transporteiweißen durchs Blut, und nur sie sind im Körper wirksam. Bestehen Sie darauf, dass genau diese Werte geprüft werden. Denn nur die freien Werte sind wirklich aussagekräftig. Außerdem sollte der TSH-Wert ermittelt werden. TSH steht für »Thyreoidea stimulierendes Hormon«. Das ist das Hormon, das die Hirnanhangsdrüse durch das Blut in Richtung Schilddrüse schickt, um diese zu animieren, die nötigen Hormone (T3, T4 und noch einige mehr) zu produzieren. Passiert das nicht, steigt der TSH-Wert immer weiter an – ein Indiz für eine Unterfunktion.
Zu guter Letzt sollten noch die Schilddrüsen-Antikörper MAK, TAK (auch TPO-Antikörper genannt) und TRAK getestet werden. Das sind nicht etwa die Neffen von Donald Duck, sondern diese Stoffe werden vom Körper gebildet, wenn das Immunsystem die Schilddrüse fälschlicherweise als Feind erkennt. Sind diese Werte erhöht, spricht man von einer Autoimmunerkrankung, in diesem Fall Hashimoto.
Nun zu den Problemen: Einige Ärzte bestimmen nur den TSH-Wert. Das ist nicht ausreichend, da dieser Parameter von unglaublich vielen Faktoren beeinflusst werden kann: von zu viel oder zu wenig Schlaf; von der Tatsache, ob Sie Sport getrieben oder viel Kaffee getrunken haben; ob Sie aufgeregt sind und und und. Zusätzlich können viele Ärzte die Blutwerte nicht richtig deuten. Das klingt wie ein schlechter Witz, ist aber so. Und die Labore haben oft veraltete Referenzwerte. Das sind die Ober- und Untergrenzen, zwischen denen der »Normalbereich«, also unsere Werte liegen sollten. Beim TSH-Wert ist die Obergrenze meist 2,5; wenn man Pech hat, kann auf dem Laborzettel aber auch eine 4,5 stehen. Heute weiß man, dass der TSH-Wert etwa bei 1 liegen sollte. Vor allem wenn Sie einige der oben genannten Unterfunktionssymptome haben und Ihr TSH-Wert weit über 1 liegt, sollten bei Ihrem Arzt alle Alarmglocken schrillen. Nehmen Sie schon Schilddrüsenhormone, sollte man den TSH-Wert als Gradmesser gar nicht mehr nutzen, sondern sich nur noch an Ihrem Wohlbefinden und den fT3- und fT4-Werten orientieren.
Weiter geht’s mit den Schwierigkeiten: Auch bei den fT3- und fT4-Werten gibt es Referenzwerte. Liegen Ihre Werte irgendwo dazwischen, sind Sie gesund, meinen viele Mediziner. Auch wenn die Werte nur ganz knapp über der untersten Grenze sind. Ich verrate Ihnen etwas: Das stimmt nicht! Denn Sie haben dann faktisch zu wenige Schilddrüsenhormone im Körper. Und das macht dick, müde, unglücklich und vor allem krank. Meiner Erfahrung nach fühlen sich die meisten am wohlsten, wenn ihre Werte zumindest im obersten Drittel liegen. Im Internet gibt es Seiten, auf denen man mithilfe von Tabellen seine Werte in Prozent umrechnen kann (zum Beispiel www.thyreopathie.de/tools/fts2percent.htm). Das ist verständlicher als das, was auf den Laborzetteln steht, und man sieht gleich, wo man sich gerade befindet.
Bestehen Sie neben der Bestimmung der fT3- und fT4-Werte auch unbedingt auf der Untersuchung der Schilddrüsen-Antikörper. Denn wenn schon der Verdacht auf eine Unterfunktion da ist, ist die Chance immens groß, dass die Ursache dafür Hashimoto ist. Ist diese Diagnose gestellt, kann man zur Sicherheit noch per Ultraschall der Schilddrüse deren Zustand feststellen. Denn während einer Hashimoto-Erkrankung zerschießt das körpereigene Immunsystem das Schilddrüsengewebe, sprich, das Organ wird nach und nach zerstört. Im Ultraschall kann man sehen, wie weit der Zerfall schon fortgeschritten ist.
Apropos Laborzettel, Blut- und andere Untersuchungsergebnisse: Diese Werte gehören Ihnen! Ärzte sind verpflichtet, sie Ihnen auszuhändigen. Bestehen Sie im Notfall mit Nachdruck darauf! Vor allem wenn Sie unzufrieden sind und einen anderen Mediziner aufsuchen wollen. Man muss ja nicht alle Untersuchungen doppelt machen – und bezahlen.

Was ist Hashimoto?
Bei einer Autoimmunthyreoiditis handelt es sich um eine chronische Entzündung der Schilddrüse. Diese wird nicht durch Viren oder Bakterien ausgelöst, sondern durch eine Fehlsteuerung des körpereigenen Immunsystems. Das Immunsystem wird aus allerlei Gründen fehlgeleitet: eine erbliche Vorbelastung, Virusinfektionen, zu viel Gluten in der Nahrung. Die Grundursache ist allerdings häufig die sich immer mehr verstärkende Umweltverschmutzung. Durch die vielen für unser Immunsystem unbekannten Stoffe (Schadstoffe, Schwermetalle, Toxine, Pestizide, Kunststoffe) kann es nicht mehr zwischen Gut und Böse, körpereigenem Gewebe und schädlichem Eindringling unterscheiden. Im Fall einer Hashimoto-Erkrankung herrscht sozusagen Krieg zwischen den Immunzellen und dem Gewebe der Schilddrüse. Dabei zerstört das Immunsystem nach und nach immer mehr Schilddrüsengewebe, bis irgendwann so gut wie nichts mehr davon vorhanden oder dieses so vernarbt ist, dass es nicht mehr arbeiten kann. Der japanische Arzt Dr. Hakaru Hashimoto (1881–1934) beschrieb das Krankheitsbild 1912 zum ersten Mal. Daher wurde es nach ihm benannt.
Es sind vor allem Frauen von Hashimoto betroffen, aber auch die Anzahl der erkrankten Männer und Kinder steigt. Das ist besonders dramatisch, denn erstens sind das Körperwachstum und die Gehirnentwicklung von der Arbeit der Schilddrüse abhängig, und zweitens nehmen schon die Kleinsten mit Hashimoto (und vor allem mit einem unbehandelten Hashimoto) fast automatisch zu. Kinder in der Schule oder im Kindergarten leiden seelisch ungemein darunter. Dabei können sie gar nichts dafür. Und viele Ärzte übersehen die eigentlich eindeutigen Anzeichen in den Laborergebnissen oft oder schieben das Übergewicht auf zu wenig Bewegung und zu viele Süßigkeiten. Sollte Ihr Kind die oben genannten Merkmale aufweisen und sollten Sie an einen ignoranten Arzt geraten sein, wechseln Sie bitte so schnell wie möglich zu einem anderen Mediziner. Zum Wohl Ihres Kindes, seines Körpers und seiner Seele.

Noch zwei wichtige Fakten:
Erstens: Hashimoto ist leider nicht heilbar. Ich bekomme regelmäßig Mails und Briefe von freudig erregten Patienten, die mir berichten, sie wären auf wundersame Weise geheilt. So leid es mir für diese Menschen tut, das kann nicht sein. Leider. Vielleicht sind keine Antikörper mehr im Blut sichtbar. Die müssen aber auch gar nicht vorhanden sein, und man hat trotzdem Hashimoto. Oder sie fühlen sich einfach wieder gut, weil sie die richtige Schilddrüsenhormondosierung gefunden haben, ihre Nebenbaustellen aufgeräumt und Vitamin- und Mineralmängel ausgeglichen haben, Gewicht verloren und ihren Körper einfach zurück in seine Balance gebracht haben – dann sollten sie es einfach genießen.
Doch viele setzen vor lauter Glück ihre dringend benötigten Schilddrüsenhormone ab und landen nach einiger Zeit in einem tiefen Tal der Tränen. Das Ausbleiben der zugeführten Hormone ist überhaupt nicht harmlos und ein ungemeiner Kraftakt für den Körper und die Seele. Denn alle Systeme, die durch die Substituierung der Schilddrüsenhormone langsam wieder ins Gleichgewicht zurückgefunden haben, kommen erneut aus dem Takt. Allen voran der Hormonkreislauf, aber auch der Darm, die Nebennieren, die Leber und so weiter.
Zweitens: Hashimoto ist keine Erkrankung der Schilddrüse, sondern eine Autoimmunerkrankung. Und da muss man in der Therapie auch ansetzen. Nur Schilddrüsenhormone zu verschreiben genügt nicht. Man muss die Ursache bekämpfen, sprich das Immunsystem beruhigen. Denn sonst zerstört es nicht nur die Schilddrüse, sondern sucht sich noch andere »Ziele«: Sie kennen sicher alle Multiple Sklerose (MS), Rheumatoide Arthritis, Lupus, Vitiligo … Das sind auch alles Autoimmunerkrankungen. Eventuell werden Sie davon nicht zunehmen. Aber gesellt sich eine dieser Krankheiten zu Hashimoto hinzu, ist man ganz sicher eines: verdammt krank.

Was ist die Ursache?
Sobald Sie die Diagnose Hashimoto haben, werden sich in Ihrem Familienkreis garantiert noch mehr Fälle auftun. Entweder wussten diejenigen es schon seit Jahren und haben es Ihnen nur nicht erzählt. Oder sie lassen sich, nachdem Sie wissen, was Ihnen das Leben so schwer gemacht hat, endlich auch einmal testen und erfahren so, was los ist. Bei mir sind tatsächlich beide Elternteile ebenfalls betroffen. Beide haben es erst nach (und durch) meine Diagnose erfahren. Mein Vater sogar erst Jahre später.
Was ich damit sagen möchte: Hashimoto, oder zumindest die Disposition dafür, ist vererbbar. Die Wissenschaft ist sich da noch nicht ganz einig. Die Mutter kann diese Schwachstelle in sich tragen, aber erst bei der Tochter bricht die Krankheit aus. Das ist möglich. Und passiert zumeist in einer Zeit der hormonellen Umstellung: in der Pubertät, der Schwangerschaft, in den Wechseljahren. Bisher hat man angenommen, dass die Vererbung eher von der Mutter auf die Tochter übergeht. Mittlerweile melden sich bei Hashimoto Deutschland aber immer mehr Männer, die betroffen sind. Vor etwa acht Jahren ging man davon aus, dass lediglich fünf Prozent der Betroffenen Männer waren. Heute würde ich die Anzahl wesentlich höher schätzen, auf mindestens zehn bis fünfzehn Prozent. Da ihr Hormonsystem nicht so komplex ist wie das von Frauen, bemerken sie meist erst extrem spät entsprechende Veränderungen in ihrem Körper. Und für die meisten Ärzte ist Hashimoto immer noch eine Frauenkrankheit. Deshalb vermutet man bei Männern seltener Hashimoto als Ursache und führt entsprechend weniger oft die dafür notwendigen Untersuchungen durch.
Hat man diese erbliche Vorbelastung (egal ob Frau oder Mann) und kommen dann noch großer körperlicher oder auch seelischer Stress, chronische Infektionen oder andere drastische Einschnitte hinzu, nimmt die Krankheit ihren Lauf. Das Epstein-Barr-Virus und das Pfeiffersche Drüsenfieber werden ebenfalls immer wieder als möglicher Auslöser genannt.
Dazu kommt, dass Raucher ein erhöhtes Risiko haben, an Hashimoto zu erkranken. Thiozyanat ist ein Stoff, der in Zigaretten vorkommt, die Schilddrüse schädigt und wie eine Antischilddrüsensubstanz wirkt. Viele bemerken ihre Hashimoto-Symptome erst, nachdem sie das Rauchen aufgegeben haben. Denn Nikotin, davon gehen Wissenschaftler heute aus, schafft einen künstlich erhöhten Stoffwechsel, der Müdigkeit, Gewichtszunahme, Verdauungsprobleme, Stimmungstiefs (alles typisch für Hashimoto) gar nicht erst aufkommen lässt.
Und last, but not least ist die Umweltverschmutzung zu nennen, die zu einer Flut an unzähligen Krankheiten, vor allem Autoimmunerkrankungen, führt. Jährlich werden zigtausend neue Stoffe für die Lebensmittelindustrie sowie der Kunststoff- und Chemikalienproduktion zugelassen, die unser Körper nicht zuordnen kann. Manche sind harmlos, aber viele sind schlicht und ergreifend Gift und greifen in unser Hormonsystem und die Zellabläufe ein. Aus purer Verzweiflung und Hilflosigkeit und um diese Materialien aus dem Kreislauf herauszubekommen, lagert der Körper sie in Fettgeweben und/oder Organen ein. Unser Immunsystem versucht daraufhin, den nicht zu identifizierenden Eindringling zu bekämpfen, und attackiert dabei versehentlich das körpereigene und lebenswichtige Organ.
Je nachdem, wo beim Einzelnen die Schwachstellen sind, wird so das zentrale Nervensystem angegriffen (Multiple Sklerose), Gelenke und Sehnen in Mitleidenschaft gezogen (Rheumatoide Arthritis), die Betazellen der Bauchspeicheldrüse geschädigt (Diabetes mellitus Typ 1) oder eben bei Hashimoto die Schilddrüse.
Sie merken: Hashimoto ist ein wahnsinnig komplexes Thema. Im Folgenden stelle ich dar, was Sie selbst nach einer Diagnose tun können. Doch alles, was Sie dazu wissen müssten – falls es Sie, Ihren Partner oder Ihr Kind betrifft –, hier unterzubringen, ist leider unmöglich. Es gibt mittlerweile viele großartige Bücher, Websites und Foren, die Ihnen dabei helfen, den richtigen Umgang mit dieser Krankheit zu finden. Im Anhang habe ich die besten aufgeführt. Stöbern Sie darin herum, stellen Sie im Internet Fragen (zum Beispiel auf unserer Facebook-Seite »Hashimoto Deutschland«) und erobern Sie sich Ihr Wohlbefinden und vor allem auch Ihr Wohlfühlgewicht zurück!

Vanessa Blumhagen

Über Vanessa Blumhagen

Biografie

Vanessa Blumhagen, geboren 1977, arbeitet u.a. als Moderatorin beim SAT.1 Frühstücksfernsehen sowie als freie Journalistin und Autorin. Als sie Anfang 30 war, wurde bei ihr die Autoimmunerkrankung Hashimoto-Thyreoiditis diagnostiziert. Über ihre Erfahrungen mit dieser Krankheit schrieb sie die...

Inhaltsangabe

Vorwort von Dr. Susanne Esche-Belke
Einführung
Meine Geschichte
Warum Ihnen das Abnehmen so schwerfällt
Die Schilddrüse
Die Leber
Der Darm
Die Nebennieren
Die Hormone
Das Polyzystische Ovarialsyndrom ( PCOS )
Mineralien-, Vitamin- und Eiweißmängel
Medikamente
Die richtige Ernährung für Sie
Umweltgifte
Die Psyche
Kleine Helfer
Ihre Verbündeten – Ärzte und Heilpraktiker
Hören Sie in sich hinein !
Schlusswort
Bezugslisten & Adressen
Quellen
Dank
Register

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