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Du hast mir das Kind gemacht, nicht ich

Mitgehört im öffentlichen Nahverkehr

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Du hast mir das Kind gemacht, nicht ich — Inhalt

Die skurrilsten und lustigsten Gesprächsfetzen aus Bus und Bahn

Ein heißer Sommertag, die Straßenbahn bleibt im Verkehr stecken. Die Fahrgäste leiden schweigend, nur zwei ältere Damen unterhalten sich lautstark über Inkontinenz, eine Reihe weiter vorne tauschen sich Teenie-Mädchen detailliert über ihre neuesten Knutscherfahrungen aus. In solchen Momenten schreibt Erkan Dörtoluk mit: Beziehungsratschläge, Lebensweisheiten oder Gesundheitstipps – er hört hin, wenn allzu Skurriles und Privates öffentlich besprochen wird, und nimmt den Leser so mit auf eine aberwitzige und unterhaltsame Fahrt durch die gnadenlose Realität in deutschen Nahverkehrszügen.

Erschienen am 01.08.2016
224 Seiten, Broschur
ISBN 978-3-492-30664-5
Erschienen am 01.08.2016
224 Seiten, WMEPUB
ISBN 978-3-492-97306-9

Leseprobe zu »Du hast mir das Kind gemacht, nicht ich«

Vorwort

Ein heißer Sommertag, die Luft über dem Asphalt flirrte. Ich saß in der Straßenbahn und war mit meiner Fotoausrüstung unterwegs zu einem Kunden – besser gesagt: Ich sollte unterwegs sein. Stattdessen stand die Bahn der Linie 712 bereits seit einer halben Stunde im Stau. Die Klimaanlage war ausgefallen. Brütende Hitze lastete auf den Fahrgästen, einige waren bereits eingenickt. Nach und nach verstummten die Geräusche der Motoren draußen. Es wurde immer leiser – nur die Stimmen der beiden alten Damen vor mir wurden immer lauter.

Liebe, Eifersucht, [...]

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Vorwort

Ein heißer Sommertag, die Luft über dem Asphalt flirrte. Ich saß in der Straßenbahn und war mit meiner Fotoausrüstung unterwegs zu einem Kunden – besser gesagt: Ich sollte unterwegs sein. Stattdessen stand die Bahn der Linie 712 bereits seit einer halben Stunde im Stau. Die Klimaanlage war ausgefallen. Brütende Hitze lastete auf den Fahrgästen, einige waren bereits eingenickt. Nach und nach verstummten die Geräusche der Motoren draußen. Es wurde immer leiser – nur die Stimmen der beiden alten Damen vor mir wurden immer lauter.

Liebe, Eifersucht, Geld – kein Thema wurde ausgespart. Instinktiv griff ich nach meinem Handy und protokollierte das Gespräch, in dessen Verlauf die beiden Frauen hemmungslos Familien-Interna auspackten. Dieser Moment war die Geburt des Twitterkanals @Rheinbahn_intim, auf dem ich seitdem absurde Gesprächsfetzen aus dem öffentlichen Nahverkehr sammle.

Ein paar Jahre später sitze ich mit einem Journalisten in einem Café, wir sprechen über das akustische Fallobst aus dem öffentlichen Personennahverkehr. Er fragt mich, wie ich auf die Idee kam, die Gespräche meiner Mitfahrer zu protokollieren. Ich wollte einfach sichergehen, dass das, was ich höre, echt ist. Dass die Leute intimste Details aus ihrem Leben in der Öffentlichkeit preisgeben. Auch Augenblicke, in denen Menschen beim Denken stolpern, die Grenzen der Grammatik überwinden oder monumentale Lebensweisheiten verkünden, gehören dazu.

Durch die viele Übung sind meine Gesprächsprotokolle aus der Straßenbahn inzwischen länger geworden. Kleine Geschichten, die manchmal mehr Platz benötigen als 140 Zeichen – zum Beispiel in einem Buch. Hier liegt es vor Ihnen: das Ticket für eine Fahrt durch die gnadenlose Realität im deutschen Personennahverkehr. Und falls Sie sich fragen, woher ich Name und Alter der Fahrgäste kenne – glauben Sie mir: Das sieht man ihnen an!

Erkan Dörtoluk, im Juni 2016

 

 

»Was kann er denn?«

»Nichts.«

»Dann schieb ihn doch rüber zu Social Media.«

(THORSTEN, 34, JOCHEN, 36)

 

»Die Kim hat Nagellack mit Neonfarbe.
Wenn ich da morgens draufgucke, bin ich wach,
brauch ich keinen Kaffee mehr.«

(GERRY, 42)

 

»Bei Vanessa auf der Arbeit haben die ein Klo,
da kannst du richtig geile Selfies machen.
Das baut die sich jetzt zu Hause nach.«

»Ich kenn das Klo auf der Arbeit von Vanessa.
Da hab ich auch schon Fotos gemacht.
Hatte ich hinterher immer nen neuen Freund.«

(CELINE, 19, LAURA, 20)

 

»Ich wollte der Erste sein, der mit einem Cape ins Büro geht, aber ich warte lieber noch, bis die Probezeit vorbei ist.«

(SIMON, 23)

 

»Das soll ein Office-Rock sein?
Da kann man ja drunterfassen …«

(ANETTE, 30)

»Du musst irgendwas mit Technik machen, Alter,
so was wie YouTube erfinden, sonst nehmen uns
die Maschinen die Arbeit weg.«

»Ich werde Sportlehrer. Das ist ne Arbeit, die dir keine Maschine wegnehmen kann. Nur Terminator vielleicht,
aber der macht kein’ Sport.«

(CALVIN, 19, BEN,17)

 

»Du bist doch Werberin, du hast doch immer gute Ideen: Also, was soll ich dem Arthur schenken?«

(DOMINIQUE, 31)

 

»Ich verstehe das nicht … Die verkauft irgendwelches
Bio-Gemüse auf Facebook und kann sich davon
einen Karibik-Urlaub leisten. Ich bin die Assistentin
vom Chef und komme nur bis Thailand!«

(ANDREA, 31)

 

»Dennis hat Angst vor Horrorfilmen,
der ist für Security überhaupt nicht geeignet.«

(MARVIN, 17)

 

»Ich komm nicht einfach rein und sag: ›Ihr seid alle Scheiße, ich werf euch raus.‹ Ich mach vorher erst drei Tage lang Witze.«

(THOMAS, 34)

»Da sitzen vier Manager in dem Meeting und streiten
sich über das Facebook-Posting von nem arbeitslosen
Grundschulabbrecher.«

(FELIX, 42)

 

»Mehr Verantwortung ist aber nichts für’n Richard.
Da bekommt der nur wieder Durchfall von.«

(ALEX, 35)

 

»Rolf hat sich das Haus mit Taxifahren gekauft.
Der ist immer in’n Stau reingefahren. Damit hat der sich
ein Vermögen verdient.«

»Die Taxifahrer sind doch alle Verbrecher. Die ham so viel Geld … das verstecken die alles zu Hause unterm Teppich.«

(EGON, 76, GUNTHER, 77)

 

»Ich hab Feierabend, ich muss mich jetzt nicht mehr mit so Asis wie dir unterhalten.«

(JENNY, 18)

 

»Wenn du bei der Arbeit Tarnfarbe trägst, kannst du aufs Klo gehen, so viel du willst, weil du fällst halt echt nicht auf.«

(ROMAN, 23)

 

»Dein Bruder ist Polizist und riecht nach Joop, Alter,
warum soll ich Angst vor dem haben?«

(JAN, 16)

»Zu viel Arbeit, zu wenig Vergnügen – das ist eine Rechnung, die nur selten aufgeht.«

(TANJA, 47)

 

»Früher wurde nicht so viel gearbeitet wie heute. Da konnte ich noch mit dem Willi im Lager sitzen und den ganzen Tag Karnevalslieder hören.«

(ERICH, 76)

 

»Gestern bin ich ohne Jackett ins Büro, dachten die
Nachbarn hinterher, ich wär arbeitslos.«

(DANIEL, 36)

 

»Ich bin ja keine Anfängerin. Wenn ich da bei der
Laienspieltruppe in Ehrenfeld ankomme, bin ich der Löwe unter den Zebras.«

(PIA, 33)

 

»’schab kein Chef, ’schab Ehefrau.«

(HORST, 55)

 

»Auf so einer Fahrkarte sind mehr Informationen drauf
als auf allen Folien vom Thomas
zusammen.«

(ALEX, 30)

»Dann soll er sich halt irgendwelche Zahlen ausdenken,
mein Gott, das ist doch keine Mathearbeit, das ist
ein Kostenvoranschlag!«

(ROLF, 55, HANDY)

 

»In Koran steht, du darfst nichts in die Zigarette reintun.«

»Ich darf, Alter, ich war gerade bei Arbeitsamt.«

(ERDAL, 17, IBO, 18)

 

»Wir haben gleich das Meeting, wo wir unsere Gefühle
mit Smileys ausdrücken müssen.«

(CHRISTOPH, 31)

 

»Im Büro arbeiten ist nix für mich. Ich kann nicht denken, wenn ich einen Anzug trage.«

(DENNIS, 22)

 

»Ich arbeite schon mein halbes Leben lang,
ich hab keinen Bock mehr!«

(MIRA, 20)

 

»Wenn ich sechzehn wär, würd ich nicht noch mal
Verkäuferin lernen. Auf keinen Fall! Da würde ich lieber was mit YouTube machen. Oder Facebook von mir aus.«

(ULRIKE, 40)

»Jens geht regelmäßig zum Botox, seitdem er
Abteilungsleiter ist.«

»Wundert mich nicht, bei der Truppe, die er da hat.
Was ich mich frage, ist aber: Jens kann doch die
Leasingraten für den Q7 kaum bezahlen, woher hat der plötzlich Geld für Botox?«

(ANDREAS, 40)

 

»Für was soll ich mich auf der Arbeit besser mit dem Frank verstehen, frag ich mich. Ich will den doch nicht heiraten! Nee, geh mir fort, du … ich brauche keine Schulung.
Im Leben nicht.«

(ISOLDE, 42)

 

»Die sind doch alle verweichlicht heute! Zwanzig Jahre lang hab ich gearbeitet, ohne dass ich mit irgendeinem Kollegen auf derselben Wellenlänge war! Da hat mir weder der Kopp wehgetan noch der Arsch!«

(UTE, 45)

 

»Die lesbische Kurierfahrerin ist uns mit ihrem Transporter wieder ins Schaufenster gekracht. Ich glaube, die sieht nichts mit ihrem Augenpiercing.«

(FLO, 31)

»Immer wenn der Chef ne neue Freundin hat, dann stellt er die auch direkt ein, damit die Facebook macht.«

(SABINE, 30)

 

»Studenten sind Leute, die nicht arbeiten wollen.
Das war damals bei uns im Osten auch schon so.«

(MANFRED, 62)

 

»Du arbeitest gerade an einer Sache, dann kommt
die Anne und sagt: ›Komm lass mal, mach ich schon‹,
und dann fragst du, ob’s fertig ist, und dann drückt sie
dir die Mappe oder den Ordner in die Hand und sagt:
›Du, sorry, aber das war zu schwer, das konnt ich nicht.‹ Letztens zum Beispiel mit der Überweisung.
Geld überweisen mit Online-Banking. So was kann
die nicht!«

»Die war ein Einzelkind, kann sein, dass die deshalb
so unfähig ist.«

(BRIGITTE, 51, CORNELIA, 48)

 

»Neee, bei mir gibt’s nichts zu berichten.
Ich hab alles runtergefahren.
Keine Agenturen, keine Drogen.«

(BEATE, 50)

»Sebastian hat jetzt einen neuen Job.
Weißt du, was er jetzt macht?«

»Was?«

»Titten-Vertreter.«

»Wie bitte?«

»Titten-Vertreter. Der arbeitet im Vertrieb für Silikon-Implantate und fährt durch Deutschland, besucht die ganzen Arztpraxen und verkauft denen Brüste. Er verkauft Silikon-Implantate,
und sein bester Freund ist Schönheitschirurg.«

»Bekommt er die Dinger zum Einkaufspreis?«

»Ja.«

»Haben die Freundinnen?«

»Du bist wie meine Mutter, Mia!«

(LENA, 24, MIA, 26)

 

»Katharina würde niemals mit einem Agentur-Typen
in die Kiste springen. Never. So ist die nicht drauf.«

(SVENJA, 30)

 

»Funf Tage war ich in Krankenhaus fur Umschulung,
aber da ist uberall Blut, kurwa! Mache ich Umschulung programmieren jetzt.«

(MAREK, 30)

 

»Rafet hat geile Idee, Alter. Der hat bei
Instagram eine Model-Agentur aufgemacht, jetzt lernt der voll viele Frauen kennen!«

(FAHRID, 16)

»Ja klar kannste solche Schuhe anziehen,
aber dann halt im Puff und nicht im Büro.«

(ANNETTE, 38)

 

»Ich arbeite bei einer Premium-Agentur.
Wir machen nur geile Sachen.«

(LYDIA, 26)

 

 

Erkan Dörtoluk

Über Erkan Dörtoluk

Biografie

Erkan Dörtoluk lebt und arbeitet als freier Fotograf und Social-Media-Redakteur in Düsseldorf. Als "Whistleblower von Tarifzone A" postet er absurde Gesprächsfetzen aus dem öffentlichen Nahverkehr auf seinen Twitter-Kanal @rheinbahn_intim, der sich in den sozialen Netzwerken großer Beliebtheit...

Medien zu »Du hast mir das Kind gemacht, nicht ich«

Pressestimmen

sueddeutsche.de

»Eine Sammlung witziger, zuweilen erschreckend absurder Dialoge.«

coolibri.de

»Ein gandenloser und urkomischer Trip durch die Gedankenwelt der modernen Großstädte.«

dpa

»Muntere Milieustudie«

Düsseldorf Express

»Wunderbare Lauschangriffe mit aberwitzigen und schwer unterhaltsamen Sprüchen aus der gnadenlosen Realität der Rheinbahn.«

Frankfurter Rundschau

»Schmunzeln ist ausdrücklich erwünscht.«

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