Lieferung innerhalb 2-3 Tage
Bezahlmöglichkeiten
Vorbestellung möglich
Die Stille über dem Wasser

Die Stille über dem Wasser

Roman

E-Book
€ 9,99
€ 9,99 inkl. MwSt.
sofort lieferbar
Jetzt kaufen
Gratis-Lieferung ab 5,00 €
Geschenk-Service
Versand und Lieferbedingungen

Die Stille über dem Wasser — Inhalt

Johnny und Clemency sind jung, verliebt und unglaublich abenteuerlustig. Als das faszinierende Aussteigerpärchen Annie und Frank sie auf ihr Segelboot einlädt, fühlen sich die beiden daher wie im Paradies. Doch auf der gemeinsamen Tour durch die Ägäis lernen sie Annie und Frank näher kennen und entdecken Seiten an ihren Gastgebern, die ihnen lieber verborgen geblieben wären. Es beginnt ein subtiles Katz- und Mausspiel - mit tödlichen Konsequenzen ...

€ 9,99 [D], € 9,99 [A]
Erschienen am 08.06.2015
Übersetzer: Andrea Brandl
368 Seiten, WMEPUB
ISBN 978-3-492-98237-5

Leseprobe zu »Die Stille über dem Wasser«

ERTRINKEN

 

Johnny stürzte sich mit bemerkenswerter Entschlossenheit auf die Aufgabe, Selbstmord zu begehen. Als er ganz sicher war, dass die See nur ihm allein gehörte und jeder Zipfel Land so weit entfernt war, dass selbst Seevögel vor Erschöpfung vom Himmel fielen und an Bord verendeten, löste er die Hände vom Ruder, woraufhin sich das Boot in den Wind drehte. Er starrte auf die endlosen, im Schein einer unheilvollen Dämmerung rötlich schimmernden Wellen hinaus, während die Segel über ihm heftig im Wind flatterten. Doch er bemerkte das Getöse gar [...]

weiterlesen

ERTRINKEN

 

Johnny stürzte sich mit bemerkenswerter Entschlossenheit auf die Aufgabe, Selbstmord zu begehen. Als er ganz sicher war, dass die See nur ihm allein gehörte und jeder Zipfel Land so weit entfernt war, dass selbst Seevögel vor Erschöpfung vom Himmel fielen und an Bord verendeten, löste er die Hände vom Ruder, woraufhin sich das Boot in den Wind drehte. Er starrte auf die endlosen, im Schein einer unheilvollen Dämmerung rötlich schimmernden Wellen hinaus, während die Segel über ihm heftig im Wind flatterten. Doch er bemerkte das Getöse gar nicht. Nach einer halben Ewigkeit hob er den Kopf und blickte zu den schlackernden Segeln empor, mit Augen, in denen längst kein Leben mehr war. Düster grünlich glommen sie in seinem dunklen, wettergegerbten Gesicht, das ihn viel älter aussehen ließ, als er in Wirklichkeit war.

Er stand auf, holte die Großschot ein und trat auf das Deck, um das schwere Großsegel herabzulassen und zusammenzu­legen. Mit methodischer Präzision verknotete er jeden einzelnen Segeleinbinder. Es kostete ihn keinerlei Mühe, sich auf dem heftig schwankenden Deck zu bewegen, während ihm die rosafarbenen Sprenkel aus dem dunklen Wasser zuzuzwinkern schienen. Als das Segel ordentlich verschnürt war, kehrte er ins Cockpit zurück und verschwand unter Deck.

In der Kabine herrschte das blanke Chaos: Überall standen Essensreste herum, Kleidungsstücke waren verstreut, Tassen und Gläser, leere Verpackungen und Plastikfolien, allesamt sichtbare Beweise dafür, dass sich mehrere Menschen an Bord aufgehalten hatten. Er fragte sich, wieso ihm nicht schon früher aufgefallen war, wie es hier aussah. In der Sperrholztrennwand zwischen der Bordküche und dem Wohnbereich prangte eine große Delle, an deren Entstehung er sich nur vage erinnerte. Er durchquerte den Raum, hob hier und da Unrat auf und warf ihn in die Mülltüten, die er in den Fächern unter den Sitzen ­verstaute. Er räumte die Regale leer und steckte Bücher sowie ­anderen Krimskrams in seinen alten Schlafsack, den er ebenfalls in einen Schrank stopfte.

Das einzig wirklich Schöne an Bord war der Sextant aus Messing. Er wog ihn in der Hand. Inzwischen war er lediglich ein Relikt, genauso wie er selbst. Er erklomm die Kajütenleiter und trat ans Heck, um in Richtung der aufgehenden Sonne zu blicken, die gefährlich tief über dem Horizont hing – ein dicker ­rosafarbener Ballon, der scheinbar unbeeindruckt seinen Weg fortsetzte. Er schleuderte den Sextanten aufs Meer hinaus. Das rote Sonnenlicht spiegelte sich im Messing, während er durch die Luft segelte. Er sah nicht hin, als er platschend im Wasser landete, sondern wandte sich um und kehrte in die Kajüte zurück, um sein Werk zu Ende zu bringen.

Als sämtliche Töpfe und Pfannen in Schränken verstaut, Kissen in Spalten gestopft und alle anderen Gegenstände aufgeräumt waren, erhaschte er einen Blick auf sein Gesicht im Badezimmerspiegel. Verblüfft sah er sich an: Er trug einen schwarzen Anzug und eine Fliege, als käme er geradewegs von einer Nobelparty. Er war so hager, dass Jackett und Hose an ihm schlot­terten, doch diese Kleidung war ebenso gut zum Sterben ge­eignet wie jede andere. Er schlüpfte aus den Turnschuhen und durchquerte die Kajüte, dann blieb er stehen, holte tief Luft und blickte hinaus – wie immer befand sich sein Körper in per­fektem Einklang mit den unsteten Bewegungen des Boots. Es war, als würde er instinktiv das Schlagen und Mahlen der Wellen ­erahnen, als wären die Muskeln seines Körpers dem Puls der Natur stets einen Schlag voraus. Lediglich seine Augen waren reglos, sein Blick auf einen fernen Punkt am Horizont gerichtet.

Er zog eine Schublade auf und nahm das große Küchenmesser heraus. Es hatte ihm bereits auf vielfältige Art und Weise ­gedient, doch nun hatte es nur noch eine einzige Aufgabe zu ­er­füllen. Dafür musste es jedoch sehr scharf sein. Er holte den Wetzstahl hervor, setzte sich auf die Kombüsentreppe und schärfte es mehrere Minuten lang mit aller gebotenen Sorgfalt, während er zusah, wie sich die rosafarbene Sonne auf dem funkelnden Stahl spiegelte.

Nach einer Weile stand er auf, durchquerte die Kabine und trat in die Toilette. Er ging auf die Knie und senkte den Kopf wie zum Gebet, voller Abscheu über die Schwäche seines Körpers – er zitterte am ganzen Leib. Dann holte er ein weiteres Mal tief Luft, hob das Messer und schnitt entschlossen die inneren und äußeren Leitungen durch. Augenblicklich begann das Wasser hereinzuströmen. Nun gab es kein Zurück mehr. Langsam erhob er sich, den Blick auf die Leitungen geheftet, aus denen das Wasser rauschte. Er spürte die Kälte des Meerwassers an seinen Füßen. Es strömte über den Boden, während das Boot weiter auf den Wellen tanzte. Wie gebannt sah er das Wasser an­steigen, über seine Zehen und seine Füße hinweg und bis zur Türschwelle, ehe es in die angrenzende Kabine schwappte. Er wandte sich um, watete hinaus und kehrte an seinen Platz auf der Kajütentreppe zurück – unbeteiligt und fasziniert zugleich, als das Wasser geräuschvoll in die Kabine flutete, bis in den hintersten Winkel drang und alles umspülte, was herumstand. Es stieg immer weiter, an Tischbeinen empor, inzwischen nahe­­zu lautlos. Er saß reglos da, in der Gewissheit, dass er als Nächstes an der Reihe war. Bald würde das Wasser auch ihn verschlucken.

Als ihm das Wasser bis zu den Knien reichte, erhob er sich. Alles, was nicht niet- und nagelfest war, trieb umher: die Klobürste ebenso wie der Salz- und Pfefferstreuer, aus dem Vorschiff wurde ein schmales Armbändchen angeschwemmt. Er betrachtete die kleinen Delfinsymbole auf dem durchsichtigen Plastik, sah zu, wie sie fröhlich über den Kartentisch hinweghüpften. Er machte kehrt, erklomm die Treppe und blickte aufs Meer hinaus – dreihundertsechzig Grad blankes Nichts. Er sah zum hellblauen Morgenhimmel hinauf und spürte das Blut geräuschvoll durch seine Venen pulsieren – was für eine Ironie, sich ausgerechnet jetzt lebendiger zu fühlen als seit einer halben Ewigkeit, so als wollte ihm das Leben aus blanker Gehässigkeit zeigen, dass es noch nicht vorüber war. Wäre er dazu in der Lage gewesen, hätte er vielleicht geweint, doch seine Augen blieben trocken. Er hatte keine Tränen mehr.

Es dauerte nicht lange, bis der Unrat den Niedergang heraufspülte, und kurz darauf spürte er, wie das Heck zuerst langsam, dann immer stärker nach unten gezogen wurde. Johnny trat ­hinaus auf das Spiegelheck und ließ sich ins Wasser gleiten. Im ersten Moment schnürte ihm die Kälte die Luft ab und bohrte sich wie Nadeln in seine Haut. Eigentlich hätte er damit rechnen müssen. Er trat mit den Beinen und schwamm ein paar Züge vom Boot weg. Er wollte nicht auf diese Weise abtreten, gemeinsam mit ihr und ihrer schmutzigen Ladung in die Tiefe gezogen werden. Er drehte sich um, spürte, wie sich seine Kleider vollsogen und ihn nach unten zogen. Sein Blick fiel auf die Stelle am Heck, wo er ihren Namen überpinselt hatte – ein völlig sinnloses Unterfangen, als könnte man die geschwungenen Buchstaben einfach auslöschen: The Little Utopia. Plötzlich senkte sich der Bug abrupt, als würde der Sog zu stark, um sich ihm noch länger zu entziehen, woraufhin der Mast nach vorn kippte und sich ihm vorwurfsvoll entgegenneigte. Strampelnd sah er zu, wie sie zu sinken begann, und tauchte mit dem Kopf unter Wasser. Eiskaltes Meerwasser drang ihm in Mund und Ohren. Er blinzelte. Um ihn herum war alles in tiefes Blau getaucht. Sie hing da, nach Backbord geneigt, den Bauch nach oben. Er tauchte wieder auf, um Atem zu schöpfen. Sie hatten beinahe etwas Anmutiges, ihre letzten Augenblicke im Leben. Ihre Nase war stolz gen Himmel gereckt, ein letztes jähes Aufbäumen vor dem endgültigen Untergang. Dann glitt sie geräuschlos in die Tiefe.

Alles, was von ihr übrig blieb, war eine Blasenspur und ein sanfter Sog an seinen Beinen. Er holte abermals Luft und tauchte unter, um ihr nachzusehen, bis sie zu einem dunklen Schatten verblasste, das tiefe Blau in tintige Schwärze umschlug und sie vollends aus seinem Blickfeld verschwand. Er tauchte auf und schnappte nach Luft. Vereinzelte Schaumkrönchen waren das Einzige, was noch an sie erinnerte. Zwei große Blasen, wie Rülpser aus den Tiefen des Meeres, stiegen lautstark empor, dann herrschte Stille – nur er und die Gewissheit, dass ihm nur ­wenige Minuten blieben, ehe auch er endgültig verschwunden wäre.

Er hörte seine scharfen Atemzüge, als die Wellen ihn wie ein Stück Treibholz hin und her warfen. Vielleicht wäre es ja klüger gewesen, sich Gewichte umzuschnallen oder sich an den Mast zu binden, doch allein die Vorstellung, auf immer und ewig mit diesem Boot verbunden zu sein, war so abscheulich, dass er froh war, gar nicht erst auf die Idee gekommen zu sein. Es würde bestimmt nicht lange dauern, denn er hatte sämtliche Aspirin geschluckt, die er im Medizinschränkchen gefunden hatte. Schon bald würde er einfach eindösen. Er schloss die Augen, ließ den Kopf nach hinten sinken und streckte sich aus, bot seinen Körper dem Himmel dar.

Inzwischen fror er nicht länger. Sein Körper fühlte sich un­gewohnt schwerelos an. Er spürte förmlich, wie das Wasser zu seinem Verbündeten wurde. Es trug ihn mit sich, umschmeichelte und liebkoste ihn, so beruhigend wie ein lindernder Balsam. Er ließ sich von den Wellen tragen, wie eine Schildkröte, die auf der Oberfläche trieb; seine weit ausgebreiteten Arme und Beine schienen eins mit dem Wasser zu werden, zu einer formlosen, untrennbaren Einheit zu verschmelzen. Die Wärme der Sonne, die Wärme seines Körpers, alles verschwamm in­einander. Er konnte sich nicht erinnern, jemals so eins mit seiner Umgebung gewesen zu sein. Mit einer Ausnahme: seine Verbundenheit mit ihr, natürlich.

Er musste eingenickt sein, dann als er das nächste Mal die ­Augen aufschlug, stand die Sonne bereits tief am Himmel, und er hatte vergessen, dass er mitten im Mittelmeer ertrank. Einen Moment lang glaubte er, er läge in einer Düne oder im Garten hinter dem Haus und eine kühle Brise hätte ihn aus seinem Nicker­chen geweckt. Er blickte zum Himmel empor, durch das Blau hindurch in die schwarze Endlosigkeit, die sich da­hinter erstreckte. Viele tausend Meter über ihm war der weiße Kondensstreifen eines Flugzeugs auszumachen. Er dachte an all die Menschen dort oben, die unterwegs nach irgendwohin ­waren, Sandwichverpackungen aufrissen, Sitze hochklappten, raschelnd ihre Zeitung lasen, dösten, mit den Gedanken bei ihren bevorstehenden Meetings und Geschäften, allesamt am Leben, ohne etwas von seiner winzigen Existenz hier unten zu ahnen. Viel zu schnell verflog der dünne Streifen im Blau des Himmels, und eine tiefe, unerträgliche Einsamkeit ergriff Besitz von ihm.

Er klammerte sich an all seine positiven Gedanken, an jenes wunderbare Gefühl, eins mit seiner Umgebung zu sein, doch stattdessen empfand er nichts als eine tief sitzende Angst. Sein Körper hatte jeden Anflug von Schwerelosigkeit verloren; sein vollgesogener Anzug zog ihn in die Tiefe. Selbst die Elemente hatten sich gegen ihn verschworen: Die Wellen peitschten über ihn hinweg, sodass er husten musste, die Kälte des Wassers stach auf seiner Haut, und die dahinziehenden Wolken raubten der Sonne ihre wärmende Kraft. Auch die Sonne selbst ließ ihn im Stich – er sah zu, wie der glühend orangefarbene Feuerball hinter dem Horizont zu versinken drohte. Er hob den Kopf. Rings um ihn herum herrschte gähnende Leere. Weit und breit nichts und niemand, der ihm beim Sterben Gesellschaft leisten könnte. Und schon bald würde es dunkel werden. Irgendwo in den Tiefen seines Innern stieg Panik auf: Das Bewusstsein um die Bedeutungslosigkeit und die Winzigkeit der Existenz konnten ­jemandem, der nicht sterben wollte, durchaus Angst ein­jagen. So hatte er sich all das nicht vorgestellt. Stattdessen hatte er geglaubt, dass Ertrinken ein rascher Tod sei. Doch die Schuldigen verdienen den Luxus eines leichten Todes nicht, so viel stand fest. Er hätte sich wohl doch an den Mast binden und mit ihr in der endlosen Tiefe versinken sollen, wo er hingehörte.

Er blickte auf seine Hände, die grünlich im Wasser schimmerten. Sein Hals fühlte sich ganz wund an, und seine Lippen waren rissig. Ein Schmerz zuckte durch seine Körpermitte. Er musste dringend pinkeln, sah sich jedoch nicht dazu imstande. Sein Bauch war völlig verkrampft. Schließlich spürte er die Wärme seines Urins, der an seinen Schenkeln hinablief. Erst jetzt wurde ihm bewusst, wie unfassbar kalt ihm mittlerweile war. Im Osten zog bereits die Dämmerung auf, außerdem hatte der Wind aufgefrischt, sodass es aussah, als würde eine Horde Schimmel übers Wasser galoppieren.

Etwas stach ihm ins Auge. Im ersten Moment hielt er es für den hellen Rumpf eines Frachters. Instinktiv begannen sich seine Arme und Beine zu bewegen, doch dann hielt er inne. Was ging ihn dieses merkwürdige Ding da draußen an? Was auch ­immer es sein mochte, es hatte denselben Kurs wie er und tanzte ebenfalls auf den Wellen. Als das Ding näher herantrieb, erkannte er, dass er seine Größe völlig falsch eingeschätzt hatte. Es war kein Schiff. Sondern ein Fender. Ein weißer Fender. Er erkannte ihn auf Anhieb. Offenbar stammte er von dem ge­sunkenen Schiff. Nun waren sie schon zu zweit – zwei einsam Dahintreibende in der nassen Unendlichkeit.

Er trat vorsichtig mit den Beinen, doch seine Glieder waren schwer wie Blei und wollten ihm nicht länger gehorchen. Nutzlos baumelten sie im Wasser wie Treibholz. Mittlerweile war ihm die Kälte bis ins Mark vorgedrungen. Japsend und prustend strampelte er auf den Fender zu, bis er ihn zu fassen bekam, zog ihn zu sich heran und presste seine Wange gegen die feste, zerschrammte Oberfläche. Den Blick auf die zahllosen Kratzer und Flecken geheftet, fragte er sich, was das Auftauchen des Fenders für ihn bedeutete. Machte es das Sterben leichter oder schwerer?

Etwas Weiches strich an seinen Beinen entlang. Er sah nach unten und entdeckte das dazugehörige Fenderseil. Mit klammen Fingern griff er nach ihm. Das Seil war an einem schweren Stück Stoff befestigt, das er an die Oberfläche zog. Ein erstickter Schrei drang aus seiner Kehle. Sein Herz schlug wie verrückt und verjagte für einen kurzen Moment die eisige Taubheit. Es war ihr Gebetsteppich, dunkel und schwer von all dem Wasser, aber es bestand kein Zweifel. Ein winziges Stück von ihr war zu ihm zurückkehrt. Ein Zeichen, hätte sie jetzt gesagt.

Mit Fingern so steif wie Stahlstangen machte er sich daran, das Seil zu lösen. Seine klappernden Zähne entpuppten sich als wesentlich besser geeignet, also nagte er sich Zentimeter um Zentimeter daran entlang, bis der Teppich auseinanderfiel. Mühsam zog er ihn aus dem Wasser und wuchtete ihn über den Fender, dann schlang er sich das Seil um den Leib und versuchte verzweifelt, das andere Ende zu fassen zu bekommen. Umständlich fummelte er das eine Ende durch eine Öse. Als es ihm endlich gelungen war, die beiden Enden miteinander zu verknoten, damit er nicht herunterrutschen konnte, war es dunkel geworden und sein Körper wurde von unkontrolliertem Zittern geschüttelt.

 

 

1 DER ANFANG

 

Johnnys und Robs Dad hatte sie gebeten, die Mädchen im Auge zu behalten, während er in den Bootsladen nach Padstow fuhr. Eigentlich hatten sie der Bitte auch nachkommen wollen, aber dann hatte Rob vom Rettungsschwimmer am Strand Dope gekauft. Sie hatten sich auf eine der Dünen gesetzt, um in der Sonne einen durchzuziehen, und die Mädchen komplett ver­gessen. Als Johnny das letzte Mal nachgesehen hatte, waren sie zwischen den Felsen herumgeklettert und hatten Gott weiß was ­gespielt, was elfjährige Mädchen nun mal so tun.

Johnny lag im weichen, heißen Sand und drehte einen Stein zwischen seinen Fingern hin und her, der wie ein Herz geformt war. Die Sonne brannte ihm auf den Rücken, während er mit Rob über die Vorzüge von Trimaranen im Vergleich zu Katamaranen diskutierte. In diesem Moment fiel sein Blick über Robs rechte Schulter auf Sarahs Freundin. Sie stand kerzengerade mit dem Rücken zum Meer auf der Düne, die Knie gebeugt, die Arme nach vorn ausgestreckt. Er fragte sich, was sie vorhaben mochte. Sie wirkte wie ein Tier, das zum Sprung ansetzte. Ihr Blick war fest auf das Dünengras vor ihr geheftet, dann warf sie sich zu seiner grenzenlosen Verblüffung – zugegebenermaßen war er reichlich stoned – in die Luft und vollführte einen perfekten Rückwärtssalto, wobei ihr anmutiger Mädchenkörper durch den blauen Himmel Cornwalls flog. Scheinbar mühelos landete sie am Fuß der Düne und machte einen kleinen Vorwärtssatz auf den nassen Sand.

Johnny verschluckte sich am Rauch und begann zu husten. »Rob! Hast du das gerade gesehen?«

Rob warf einen Blick über seine Schulter. »Nö.«

»Sieh dir bloß mal Clemmie an!«

Die beiden Brüder verfolgten, wie sie behände die Düne wieder erklomm. In ihrem blauweiß gestreiften Badeanzug glich sie einer von der Sonne geküssten Nymphe. Johnny registrierte den weißen Streifen Haut, wo der Stoff auf ihrem kecken Hinterteil ein Stück hochgerutscht war. Sie machte einen Satz zur Seite, um Sarah auszuweichen, die einen reichlich ungelenken Purzelbaum hinlegte.

»Gleich kommt’s«, sagte Johnny zu Rob und stützte sich auf einem Ellbogen ab, sein neues Ziel fest im Blick: ihre kräftigen, gebräunten Arme und Beine und ihr kupferrotes Haar, das wild in der salzigen Brise flog. Wie um alles in der Welt kam es, dass er sie bisher nie bemerkt hatte? Selbst die Sonne schien sie heller erstrahlen zu lassen als bisher, so als sollte der Rest der Welt erfahren, dass sie etwas ganz Besonderes war. Bis vor zwei Minuten hatte sie noch nicht einmal für ihn existiert – natürlich kannte er sie seit Jahren, da sie schon häufiger in Cornwall gewesen war und mit seiner kleinen Schwester befreundet war, nur hatte er sie nie beachtet. Doch nun sah er sie zum ersten Mal wirklich, als hätte jemand ein falsch eingestelltes Fernglas justiert. Und da stand sie, Sarahs Freundin, eine völlig neue Spezies, eine namens »Clemence Bailey«. Wieder nahm sie ihre Posi­tion ein, stand stocksteif da, machte sich bereit und schnellte scheinbar furchtlos in die Höhe. Sie drehte sich in der klaren Sommerluft einmal um die eigene Achse, nur dass die Bewegung diesmal langsamer und genüsslicher anmutete als zuvor.

Rob stieß einen bewundernden Pfiff aus. Sie drehte sich zu ihnen um und verbeugte sich theatralisch, ehe sie ein weiteres Mal die Düne hinauflief.

»Aus der wird mal eine Herzensbrecherin, wie sie im Buche steht«, meinte Rob, doch Johnny merkte, dass sein Bruder mit den Gedanken längst wieder bei Trimaranen war. Was ihm durchaus gelegen kam, da er sie lieber über Robs Schulter hinweg beobachtete, um sie ganz für sich zu haben.

Später an diesem Abend gingen sie alle zusammen am Strand spazieren, weil gerade Vollmond war – Johnnys Mutter begründete ihre Unternehmungen ständig mit irgendwelchen Hippie-Argumenten. Auf dem Rückweg zum Haus meinte Clemmie, sie wolle noch eine Runde im Meer schwimmen, und Johnny ertappte sich dabei, dass er hinter den anderen hertrödelte. »Die See ist ziemlich rau, ich behalte sie lieber mal im Auge«, sagte er zu niemand Bestimmtem. Auch als sie meinte, sie brauche keinen Aufpasser, immerhin sei sie schon fast zwölf und groß ­genug, um allein schwimmen zu gehen, setzte er sich in den Sand, während die anderen weitergingen.

»Ich werd dann mal eine rauchen«, erklärte er.

Sie zuckte lediglich mit den Schultern. »Das ist ein freies Land.«

Verdutzt sah er zu, mit welcher Unbekümmertheit sie sich das Kleid über den Kopf zog und ihr Höschen abstreifte, ohne ihn anzusehen. Sie rannte los und quiekte laut, als die Wellen über ihr zusammenschlugen.

»Komm rein!«, schrie sie.

Es fühlte sich toll an – diese Einladung, sich ebenfalls in die kalte, nasse Welt zu stürzen, wo das Leben tobte. Johnny setzte grundsätzlich keinen Fuß in die eisigen Gewässer Englands, sondern bewegte sich ausschließlich auf ihnen, aber das würde er ihr nicht verraten. Er rühmte sich, niemals nass zu werden, selbst wenn das Beiboot ausnahmsweise kenterte. Dann trat er nämlich auf das Kielschwert, sodass sich der Rumpf zwischen seinen Füßen befand, und richtete es wieder auf, ohne dass dabei auch nur seine Zehen nass wurden. »Angsthase!«, rief sie und stürzte sich in die nächste Welle, wobei ihr blankes Hinterteil im fahlen Mondlicht schimmerte.

»Komm rein, Johnny!«

Sie winkte ihm zu, nass und glitschig. Er konnte ihre ­hübschen kleinen Brüste erkennen und hatte zum ersten Mal das Gefühl, am falschen Ort zu sein – hier, im trockenen Sand, obwohl es im Wasser, wo sie war, viel schöner zu sein schien.

»Hilfe!«, kreischte sie und tat so, als würde sie ertrinken. »Haie!« Sie tauchte unter, streckte die Beine in die Luft und marschierte auf den Händen durch den Sand.

Zu seiner eigenen Verwunderung sprang er auf, zog seine Sachen aus und rannte los. »Der Retter naht! Hab keine Angst!«, schrie er und stürzte sich ins kalte Wasser. »O Scheiße!«, stöhnte er auf, als die eisigen Fluten seine Hoden umspülten und er den heftigen Sog der Strömung spürte.

Clemmie paddelte scheinbar ertrinkend auf ihn zu. Er packte sie bei der Hand, zog sie mit einer schwungvollen Bewegung aus dem Wasser und hob sie heldengleich auf seine Arme.

»Ich hab dich! Du bist in Sicherheit! Okay, wo ist dieser ­gemeine Hai?« Er spannte seinen Bizeps an.

Sie stieß ein kehliges Lachen aus – ihr Lachen war ihm bereits vorher aufgefallen –, schlang ihre Beine um seine Taille und klammerte sich an ihm fest. Er spürte ihren nackten Unterleib an seinem Bauch. Ihre Brustwarzen streiften seine Brust. Trotz der eisigen Kälte wurde sein Schwanz hart.

Sie sah ihm ins Gesicht. Nur wenige Zentimeter trennten sie voneinander, und ihr Gelächter war erstorben. Ernst blickten sie einander in die im Mondschein leuchtenden Augen. Ein ­eigentümliches Gefühl überkam Johnny. Eine tiefe Wärme durchströmte seinen gesamten Körper, und ihm war, als würde eine Lücke, die ihm bislang nie aufgefallen war, plötzlich geschlossen werden. Mit unerschütterlicher Klarheit wurde ihm bewusst, dass er die gesamten vierzehn Jahre seines bisherigen Lebens auf diesen Moment gewartet hatte. Genau das war es; das, worum es im Leben wirklich ging.

Er hätte sie küssen können, doch sie löste sich von ihm und ließ sich von der Strömung erfassen.

Auch sie hatte es gespürt. Sie schwamm auf dem Rücken, ergab sich den Fluten, angenehm überrascht von dem, was gerade vorgefallen war, von dieser neuen Empfindung in ihrem Körper, so feucht und prickelnd. Sie fühlte sich lebendig. Etwas hatte sich in ihr verändert, hatte die Kindlichkeit ein Stück weit in den Hintergrund treten lassen. Sie ließ sich von den Wellen umspülen, die sie in Richtung Strand trieben. Mit einem Mal war sie sich ihrer Nacktheit überdeutlich bewusst. Sie sprang aus dem Wasser und lief durch die Brandung zum Strand zurück.

Wenig später saßen sie nebeneinander und blickten wortlos aufs Meer hinaus, tropfnass und durch eine neu gewonnene Intimität miteinander verbunden. Sie trug seinen Pulli, der formlos an ihrem zierlichen Körper herabhing. Sie zog die Knie an und legte ihr Kinn darauf, um sich zu wärmen, während ihr die Tropfen über die Wangen kullerten.

»Glaubst du, da draußen gibt es Ungeheuer?«, fragte sie und spähte mit zusammengekniffenen Augen zum Horizont.

»Ja«, antwortete er. »Wieso auch nicht?«

Das gefiel ihr. Sie glaubte fest daran, dass es Ungeheuer gab. Sie glaubte an so ziemlich alles.

»Der rote Punkt dort könnte ein Auge sein«, sagte sie und zeigte auf einen Punkt in der Ferne.

»Oder ein Fischerboot.«

»Da ist ein grünes!«

»Das ist ein und dasselbe. Sie wendet.«

»Woher willst du das wissen?«

»Das rote Licht ist auf der linken Seite des Boots, also backbord, und das grüne steuerbord, also auf der rechten Seite. Jetzt ist es weiß, das ist das Heck. Sie fährt hinaus. Nach Westen.«

»Und wohin?«

»Zum Fischen.«

»Das weiß ich auch. Ich habe gemeint, wo genau das Boot landen würde, wenn es immer weiterfahren würde.«

»In Amerika, schätze ich. Nein, sogar Kanada.«

»Wow.« Sie nuckelte an einer nassen Haarsträhne. »Warst du schon mal in Amerika?«

»Nein, bisher nicht. Aber eines Tages werde ich hinüber­segeln.« Es gefiel ihm, wenn sie ihn so ansah, gewissermaßen ihr helles Licht auf ihn warf. Er wünschte, sie würde nicht wieder wegsehen.

»Ehrlich?«

»Klar. Ich baue mein eigenes Boot, ein Einrumpfboot, eine Ketsch – natürlich aus Holz, mit Decks aus Teakholz, doppel­endig. Sie wird das schönste Boot auf dem ganzen Ozean sein. Und dann segle ich auf ihr um die ganze Welt, ganz allein.« Er musste ein bisschen angeben. Aber es war die Wahrheit, denn er würde es tun, das stand außer Frage.

Sie starrte ihn an, während sie wieder dieses komische Gefühl überkam, so wie vorhin, als sich etwas in ihrem Inneren verändert hatte. Was auch immer es gewesen sein mochte, es hatte eindeutig etwas mit ihm zu tun. Es war, als würde er sie in- und auswendig kennen, als bestünde eine tiefe Verbindung zwischen ihnen. Er war in jeder Hinsicht so, wie sie gern sein wollte – einer, der die Dinge in die Hand nahm, ein Abenteurer. »Darf ich mitkommen, Johnny? Darf ich mit dir um die Welt ­segeln?«

Er lachte. »Aber dann wäre es ja keine Alleinumsegelung mehr.«

»Ist doch egal. Dann ist es eben eine Zweierumsegelung.«

Lächelnd zog er seinen Tabak aus der Tasche. »Na ja, mal ­sehen.«

»Los, dreh uns eine«, sagte sie, völlig aus dem Häuschen, weil sie eine Art Arrangement getroffen hatten. »Eine dicke, so wie die, die ihr heute Nachmittag in den Dünen geraucht habt.«

»Rauchst du?«, fragte er. Es gefiel ihm, dass sie ihn beobachtet hatte.

»Nein, noch nicht. Wieso hast du ›sie‹ gesagt, Johnny?«

Er wandte sich ihr zu, mit dem Rücken zum Wind, damit der Tabak nicht weggeweht wurde. »Wegen der Form. Boote sind kurvig und elegant. Wie Frauen.«

»Oh!«, sagte sie. »Bin ich auch kurvig und elegant?«

»Na ja, du bist erst elf.«

»Stimmt«, gab sie ärgerlich zurück. Elf war ein beschissenes Alter, weil man weder das eine noch das andere war. »Und dreiviertel.«

»Das ändert natürlich alles.«

»Ich hab einen Freund«, fuhr sie fort, als würde sie das noch ein bisschen älter machen.

»Echt?«

»Ja. Roger Benson. Wir haben auch schon geknutscht. Mit Zunge und allem.«

Johnny stieß einen Pfiff aus. »Cooler Typ, dein Roger.«

Eine Hand um die Schachtel gelegt, riss er ein Streichholz an. Die kleine Flamme blendete ihn für einen kurzen Moment. Er spürte ihren Blick. Es gefiel ihm. Er zog an der Zigarette, dann stieß er den Rauch aus und reichte sie ihr. Ihre Finger waren klamm vor Nässe, sodass sie daran kleben blieb. Er schob sie ihr zwischen die Lippen, als sie sich zögernd vorbeugte. Ihre Lippen fühlten sich ganz weich an seinen Fingerspitzen an.

Sie hustete und spuckte einen Tabakkrümel aus. »Igitt!« »Am Anfang ist es echt eklig, aber man gewöhnt sich dran.«

»Echt? Ach, das werde ich schon.« Sie war fest entschlossen, es richtig zu machen.

Er drückte ihr die Zigarette abermals zwischen die Lippen. Diesmal schaffte sie es, nicht zu husten, aber er sah ihr an, dass es ihr nicht schmeckte.

»Braves Mädchen«, lobte er. Sie lächelte stolz. Erst jetzt bemerkte er, dass ihre Vorderzähne leicht übereinander standen. Das konnte einen Jungen ganz schön verrückt machen, dachte er.

»Johnny? Hast du eine Freundin?«

Er ließ sich nach hinten sinken, stützte sich auf den Ellbogen ab und blickte zu dem Fischerboot hinaus. »Nicht so richtig.«

»Was heißt das?«

»Es heißt nicht so richtig.«

Sie drehte sich auf den Bauch und sah ihn an. »Okay. Dann sage ich es dir«, meinte sie. »Habt ihr schon mit Zunge geknutscht?«

Er sah ihr mit unbewegter Miene ins Gesicht. »Ja.«

»Dann hast du eine Freundin«, erklärte sie, als wäre es das Offensichtlichste auf der Welt. Sie setzte sich wieder auf und sah zu den Lichtern, die weit draußen auf dem Atlantik blinkten. Logisch hatte er eine Freundin. So wie er aussah, so wie er seine Zigarette rauchte. Und als Abenteurer schon zweimal.

»Hast du vor, sie zu heiraten?«

Johnny lachte. »Nein.«

»Wieso nicht?«

Er nahm einen langen Zug von seiner Zigarette. »Weil sie schon verheiratet ist.«

Sie wandte sich ihm zu. Ihr fiel die Kinnlade herunter, und ihre Augen weiteten sich, als sie nach Luft schnappte. »Wow! Wie alt ist sie denn?«

»Fünfunddreißig«, antwortete er und sah zu, wie sich der Schock auf ihren hinreißenden Zügen ausbreitete.

»O mein Gott!«, schrie sie völlig verzückt. »Dann ist sie ja eine alte Frau, Johnny! Du bist doch erst vierzehn!«

Vor zwei Monaten war Johnny bei einer Freundin seiner Mutter als Babysitter eingesprungen. Sie war früher als erwartet nach Hause gekommen. Ihr süßer Rotweinatem war ihm in die Nase gestiegen, als sie ihn in der Diele angehalten und ihm ein paar Scheine in die Hemdtasche gesteckt hatte. Sie sei noch nie einem derart sexy jungen Mann begegnet, hatte sie gemeint, dann hatte sie sich völlig überraschend vorgebeugt und ihre lila verfärbten Lippen auf seinen Mund gepresst. Eins hatte zum ­anderen geführt, und am Ende hatte sie ihm auf einer Superman-Decke auf dem Wohnzimmersofa die Unschuld geraubt, nur wenige Minuten, bevor ihr Mann nach Hause gekommen war. Seither passte er so oft auf ihre Kinder auf wie nie zuvor.

Erst jetzt fiel ihm ein, dass Clem noch genauso klein war wie seine Schwester. »Aber erzähl Linda nichts davon, Clem.«

»Klar«, gab sie zurück und machte eine Geste, als würde sie ihre Lippen versiegeln. Sie liebte Geheimnisse. Allerdings wusste sie nicht recht, wie sie mit diesem hier umgehen sollte. Sie kaute noch eine Weile auf der Neuigkeit herum, doch egal aus welcher Perspektive sie das Ganze betrachtete, gelang es ihr nicht, dieses mulmige Gefühl abzuschütteln.

Das Fischerboot hatte inzwischen nach Süden abgedreht, sodass lediglich die Lichter auf der Backbordseite zu erkennen ­waren. Sie saßen ganz dicht nebeneinander und sahen zu, wie es vorüberzog, während ihnen der milde Westwind die Haare aus dem Gesicht blies.

»Johnny«, sagte sie leise und sah ihn aus ihren dunklen ­Augen an. »Heiratest du mich eines Tages? Wenn deine Freundin gestorben ist?«

Er lächelte, zögerte jedoch keine Sekunde. Sie war genau die Art Mädchen, die er auf der Stelle heiraten würde. »Okay.«

»Ich mein’s ernst.«

Johnny auch.

»Versprochen?«

Er sah sie an und nickte.

»Du musst mir etwas schenken, sonst ist es kein richtiges Versprechen.« Schon damals schien ihr die Bedeutung von Symbolen bewusst zu sein.

»Ich habe aber nichts.«

Dann fiel es ihm ein. Er zog den kleinen herzförmigen Stein aus seiner Hosentasche, den er am Strand gefunden hatte.

Über Clara Salaman

Biografie

Clara Salaman ist in England eine bekannte Schauspielerin. In ihrem autobiografisch gefärbten Roman »So sollst du schweigen« verarbeitete sie ihre Erziehung in einer strengen Londoner Glaubensgemeinschaft und baute sie zu einem fesselnden psychologischen Drama aus. Auch ihr neuestes Werk, »Die...

Pressestimmen

Lahn-Dill-Anzeiger

»Clara Salaman liefert geschickt und mit viel Einfühlungsvermögen einen Einblick in die tiefen Eindrücke der menschlichen Seele - spannend verpackt mit unerwarteten Wendungen und absolut lesenswert.«

Kommentare zum Buch

Kommentieren Sie diesen Beitrag:
(* Pflichtfeld)
Kommentar senden