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Die RepublikDie Republik

Die Republik

Roman

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Die Republik — Inhalt

Bestsellerautor Markus Heitz schreibt als Maxim Voland

Was wäre, wenn …
Markus Heitz schreibt als Maxim Voland
Europa, 1949: Die neu gegründete DDR umfasst nach einem unglaublichen Coup das gesamte deutsche Staatsgebiet, mit  Ausnahme des westlichen Teils von Berlin. Gegenwart: Die DDR ist führende europäische Macht – ein hochmoderner Überwachungsstaat mit einem glücklichen Volk. So scheint es. Während internationale Agentenorganisationen im autonomen West-Berlin ihre Pläne schmieden, wird die DDR von einem furchtbaren Vorfall erschüttert: Über den Platz der Akademie zieht eine Giftgaswolke und fordert zahlreiche Tote. Ein Unfall? Ein Anschlag? Welche Macht steckt dahinter? Ein desillusionierter Stasi-Oberst, der französische Dolmetscher Christopher und die junge DDR-Bürgerin Alicia geraten in eine Verschwörung gigantischen Ausmaßes, die das Ende Europas bedeuten könnte ... 

€ 22,00 [D], € 22,70 [A]
Erschienen am 26.10.2020
528 Seiten, Hardcover mit Schutzumschlag
EAN 978-3-492-07071-3
€ 18,99 [D], € 18,99 [A]
Erschienen am 26.10.2020
528 Seiten, WMEPUB
EAN 978-3-492-99795-9

Leseprobe zu „Die Republik“

VORWORT

Während ich die Berichte über den Mauerfall in den Medien sowie die vielen Rückblicke und Analysen zum Ende der DDR sah, fiel mein Blick zufällig auf eine alte Karte des geteilten Deutschlands. Mit dem widerständigen Inselrest West-Berlin inmitten der Deutschen Demokratischen Republik.


Die Idee zum Roman entstand in der nächsten Sekunde wie von selbst:

Und wenn es umgekehrt gelaufen wäre?

 

So entspann sich nach und nach das einzigartige Thriller-Szenario in einer fiktiven, modernen, gesamtdeutschen DDR – unter Beibehaltung von West-Berlin.

Wär [...]

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VORWORT

Während ich die Berichte über den Mauerfall in den Medien sowie die vielen Rückblicke und Analysen zum Ende der DDR sah, fiel mein Blick zufällig auf eine alte Karte des geteilten Deutschlands. Mit dem widerständigen Inselrest West-Berlin inmitten der Deutschen Demokratischen Republik.


Die Idee zum Roman entstand in der nächsten Sekunde wie von selbst:

Und wenn es umgekehrt gelaufen wäre?

 

So entspann sich nach und nach das einzigartige Thriller-Szenario in einer fiktiven, modernen, gesamtdeutschen DDR – unter Beibehaltung von West-Berlin.

Wäre diese Stadt nicht der perfekte Tummelplatz und das Drehkreuz für Agentenorganisationen aus der ganzen Welt, um DDR-Spionage zu betreiben?

Dabei soll es keineswegs um die berüchtigte Ostalgie oder das beliebte Ost-Bashing gehen – oder eine Verklärung der „guten alten Zeiten“. Mehr dazu im Nachwort.

Ich wollte eine möglichst reale DDR des 21. Jahrhunderts als meine Bühne entwerfen, mit allen Vorteilen und Nachteilen des Systems, mit bekannten und neuen Produkten, ohne Mangelverwaltung und mit geballter Wirtschaftskraft sowie führender Hochtechnologie und Gebäuden, Betrieben, Strukturen, die in unserer Welt heute gar nicht mehr existieren.

Wer jetzt stutzt und zu einem Lachen ansetzen möchte, der denke an dieser Stelle kurz an die Volksrepublik China – mit der sich meine DDR übrigens sehr gut versteht …

 

Ich wünsche aufregende Stunden in dieser DDR und in West-Berlin als Berlin-Deutschland. Beide hat es so nie gegeben – aber vielleicht hätte es sie geben können.

 

Maxim Voland

im Frühling 2020


DAS SZENARIO

Vergangenheit
1949:

Das Jahr der gravierenden Entscheidungen.

Die Bundesrepublik Deutschland wird am 23. Mai gegründet, doch es gibt schon wenige Wochen danach alarmierende Zeichen, dass sie nicht lange existieren wird.

Am 7. Oktober verkündet die Deutsche Demokratische Republik ihre offizielle Entstehung – und zwar inklusive der Staatsfläche der blutjungen Bundesrepublik.

Die restliche Welt hält es zunächst für einen theoretischen Machtanspruch – bis die einstigen Besatzungsmächte Frankreich, Großbritannien und USA ihre stationierten Truppen mit dem 7. Oktober aus der Bundesrepublik abziehen. Die Grenzen nach Westen werden sogar von den Schutzmächten gegen eine Flucht der Deutschen gesichert, während sowjetische Einheiten die verlassenen Kasernen übernehmen. Und bleiben.

Damit sind Fakten geschaffen: Die DDR erhält das Gebiet der Bundesrepublik mit dem Beistand der Sowjets. Ohne einen Schuss und ganz offiziell. Deutschland, einig Vaterland.

Die einzige vage Erklärung der Westalliierten zu dieser Ungeheuerlichkeit: Man habe derart handeln müssen und bitte um Verzeihung. Ansonsten herrscht wütendes Schweigen, was Spekulationen freien Raum lässt.

Aber: West-Berlin bildet die einzige Ausnahme. Es wird von Frankreich, den USA und Großbritannien sogleich als fortbestehender Rest der Bundesrepublik angesehen und entsprechend behandelt. Die übrige Welt folgt ihrem Beispiel.

Dagegen wiederum regt sich zwar der formale Protest seitens der DDR, sie belässt es zur Erleichterung vieler Staaten jedoch bei Worten.

Niemand weiß, warum die Bundesrepublikländer 1949 aufgegeben wurden – oder warum West-Berlin nicht einfach von den Sowjets eingenommen wurde. Die Hoffnung auf ein „freies Deutschland“ nach einem möglichen Ende der DDR bleibt damit bestehen.

Aber wann? Und will das international überhaupt jemand?


GEGENWART
Die DDR

hat sich als realsozialistischer Staat mehr als gut gehalten, von Mangelwirtschaft keine Spur.

Aus ihr wurde dank ausgeklügelter Planwirtschaft ein erfolgreicher Global Player, der an das heutige China erinnert, während die UdSSR zerfallen ist – genau wie in unserer Realität. Unser realer Hintergrund gilt auch für den Rest der Welt, mit der EU (ohne Schweiz und DDR) und allen anderen Konstellationen.

Die hochmoderne DDR hat gezeigt, dass Sozialismus im perfekten Überwachungsstaat mit SED, Stasi & Co. funktionieren kann. Sie ist der glänzende Beweis, dass es eine Alternative zum Kapitalismus gibt, sofern man den Preis dafür zahlen will.

Zumindest scheint es so.


Berlin-Deutschland (manchmal auch kurz „West-Berlin“)

hingegen ist als Kleinstaat in der Sprache etlicher Länder die „Keimzelle eines freien Deutschlands“ mit eigener bundesrepublikanischer Regierung, wie oft von den einstigen Schutzmächten Frankreich, England und Amerika betont wird.

Mehr jedoch nicht.

Die Stadt mutiert zum Tummelplatz ausländischer Agenten und zum Steuer- und Glücksspielparadies für Risikobereite, ein Billiglohnland. Ein in vielen Belangen von anderen abhängiger Stadtstaat im Schatten der allgegenwärtigen Mauer.



„Wie sagte Genosse Walter Ulbricht noch vor Staatsgründung im Jahr 1949, und ich zitiere:

›Es muss demokratisch aussehen, aber wir müssen alles in der Hand haben.‹

Daran hat sich nichts geändert, liebe Genossinnen und Genossen!

Dies ist und bleibt der Garant für das dauerhafte Erblühen unserer Deutschen Demokratischen Republik.“

Alexander Wilhelm Naumann,SED-Generalsekretär bei einer Rede vor dem Zentralkomitee der SED, 3. Juli 2020


1
Berlin, Hauptstadt der DDR

„Einmal der halbe Goldbroiler mit Bratkartoffeln für Sie, Herr Oberst.“ Schwungvoll setzte die junge Kellnerin im schwarzen Kleid mit weißer Schürze den Teller ab, der appetitliche Duft breitete sich sofort am Tisch aus. „Und einmal Kesselgulasch mit Thüringer, Herr Kandwitz.“ Nicht ein Spritzer der schweren dunkelbraunen Soße ging bei der Landung des Tellers auf dem weißen Leinentuch daneben. „Rotkohl bring ick gleich nach, wa? Lassen Se sich’s schmecken.“ So schnell, wie sie gekommen war, verschwand die Rothaarige wieder.

Roland Kandwitz, ein Mittdreißiger im neusten hellblauen Designeranzug der Nobelmarke Exquisit, nahm das Besteck und sah dabei zu seinem Patenonkel. „Haste gehört?“ Er grinste. „Sie hat mich erkannt.“

„Nadja? Liest bestimmt deine Spaßkolumne ›Mit sozialistischem Gruß‹.“ Gustav freute sich auf den Broiler. Nirgends war die Haut knuspriger als im Telecafé. Dank seiner Touren von Interhotel zu Interhotel hatte er in den letzten Jahren sämtliche Broilerstuben der Stadt sowie der halben Republik testen können.

„Aber wieso kennt sie deinen Rang?“ Roland deutete mit der Gabel andeutungsweise zum Restaurantleiter, der wachend am Eingang stand; man munkelte, dass er für das Ministerium für Staatssicherheit arbeitete. „Wegen der Firma Memfis?“

„Nein. Ich bin öfter hier.“ Auf Gustavs Glatze saß ein schmaler Trilby-Hut, der die von Natur aus leicht gebräunte Haut schützte. Sein schlichter schokoladenfarbener Anzug zu weißem Hemd und Schlips saß ein wenig eng. Zu viele Goldbroiler. „Und wir kamen mal ins Gespräch. Sie ist eigentlich zu schlau für so einen Job. Die will mehr. Zum Theater.“

Behutsam schob sich der frisch sanierte Palast der Republik am Marx-Engels-Platz in Gustavs Sichtfeld. Das drehbare Restaurant des Fernsehturms kreiste in ewiger Rotation in etwas mehr als zweihundert Meter Höhe und gewährte einen Ausblick auf die verschiedenen Stadtteile Berlins mit ihren jeweils charakteristischen Bauten.

„Ins Gespräch. Mit Nadja. Soso, Genosse Oberst“, merkte Roland an und blies eine hellbraune Strähne aus seinem stoppeligen Gesicht.

„Nix soso. Viel zu jung. Sie könnte meine Tochter sein.“ Gustav mochte den Ausblick von Sankt Walter, wie der Turm wegen des kreuzförmigen Schattenwurfs an seiner Oberfläche genannt wurde. Die Architekten hatten bei der Auswahl und Form der blechernen Außenverkleidung damals nicht bedacht, welchen Streich ihnen die Sonne spielen konnte. Bei direkter Beleuchtung entstand ein großes, weithin sichtbares Kreuz an der Fassade. „Die Rache des Papstes“, nannte es der Volksmund.

Die Sanierungsbrigaden hatten den Dreck von allen berühmten Gebäuden geschrubbt, sie renoviert und ihnen neuen Glanz verliehen. Ob Erichs Lampenladen, Palasthotel, das Stadion der Weltjugend, das Lindencorso an der Friedrichstraße mit seinem bekannten Café Espresso oder das wunderschöne Ahornblatt nahe der Fischerinsel.

„Ich habe mich gefragt, warum ein Memfis-Oberst sich mit einem Journalisten von Neues Deutschland trifft. So was wie eine konspirative Zusammenkunft der stärksten meinungsbeeinflussenden Staatsorgane?“ Rolands Lächeln verblasste, als eine heitere Reaktion ausblieb. „Scheiße! Ist es was Ernstes?“

„Könnte sein.“

„Krebs?“

Gustav lächelte schwach. „Nein. Danke, dass du dich sorgst.“

„Na ja. Bei dem ganzen Strahlenkram, den die Stasi früher einsetzte“, murmelte Roland und aß erleichtert weiter. „Wo drückt denn der Schuh? Auch wenn ich mich wundere.“

„Worüber?“

»Also, du bist bei der Stasi. Ließe sich das nicht … intern regeln?«

Gustav wollte die Bombe noch nicht zünden. „Fangen wir doch mit was Schönerem an: Was gibt’s Neues in den Redaktionen?“

„Fragst du mich in deiner Funktion als Stasi-Oberst?“ Roland blinzelte überzogen. Natürlich wusste der Journalist, dass ihm von seinem Patenonkel keine Gefahr drohte und er offen sprechen konnte. Nur nicht zu laut. Das MfS hatte seine menschlichen sowie elektronischen Augen und Ohren überall.

„Nein. Aus Neugier.“ Gustav machte ein aufforderndes Gesicht. „Was gibt es morgen Erfreuliches zu lesen?“

„Mmh. Das Wichtigste, zumindest in meinen Augen: Die Gesundheitsversorgung wird vom nächsten Jahr an komplett kostenlos. Und die Studierendenquote in den Ingenieursbereichen wird erhöht, die Hochtechnologiekombinate brauchen in absehbarer Zeit neue Leute. Die Forschung wird’s freuen.“

„Das bedeutet auch die Erlaubnis für mehr Abiturientinnen und Abiturienten“, ergänzte Gustav. Ein reiner Arbeiter-und-Bauern-Staat war die DDR schon lange nicht mehr, der Zirkel im Wappen hatte mittlerweile an Bedeutung gewonnen, und der Ährenkranz bestand nicht umsonst aus winzigen binären Einsen und Nullen. Die Maschine lief reibungslos, die verschiedenen Segmente des Bildungssystems griffen perfekt ineinander. Fachkräftemangel gab es dank Planung und Weitsicht nicht. „Das wird die Schlauen unter den jungen Leuten freuen.“

„Zum Wohle des Staates und zum Wohle aller.“ Roland überlegte. „Ansonsten liegen wir überall im grünen Bereich. Einmal mehr. Ach ja, wie es aussieht, wird das Kombinat Robotron bei der nächsten Weltausstellung eine revolutionäre KI präsentieren.“

Gustav grinste wissend. „Propaganda, um Silicon Valley zu ärgern und es in Panik zu versetzen?“

Roland schüttelte den Kopf. „Nein, da ist nichts übertrieben. Aber Details kennt nur das Politbüro.“

„Na dann.“ Er blickte über die unterschiedlich gestalteten Bereiche Ost-Berlins, erkannte die Fortschritte und die Veränderungen, die ununterbrochen stattfanden. Modernisierte Sowjetfassaden und begrünte Alleen waren Indikatoren für die Prosperität des Landes, dessen Architektur den Spagat zwischen altstalinistischem Baustil und frischer Optik sehr gut hinbekam. Dazu gesellte sich das Neue Bauhaus als eigene Architekturrichtung der DDR nach dem Ende der sozialistischen Moderne. Funktional, schlicht und ewig angesagt.

„Ich sag’s ja immer: Aus den kurzen Unruhen 1989 erwuchs Gutes. Alles läuft besser als jemals zuvor.“ Roland sah zum Eingang, wo Gäste darauf warteten, an einem der zweihundert Tische platziert zu werden. Noch waren sämtliche Plätze belegt, an denen überwiegend Currywurst verspeist wurde. „Es geht nichts über die Tradition der Verknappung“, merkte er an und machte sich weiter über sein Gulasch her. „Auch wenn die Lage noch so gut ist.“

„Ich bin sicher, die Kellner werden so ausgebildet, dass ein kühler Ton einfach schick bleibt.“

Roland zwinkerte und nahm den Bino-Spender, um nachzuwürzen. „Als wüsste ich, was Anstehen ist.“

„Ich schon.“ Mit seinen einundsechzig Jahren hatte Gustav mehr von den schweren Anfängen des Landes mitbekommen als der fünfundzwanzig Jahre jüngere Roland. Mit dessen Eltern verband ihn eine lange Freundschaft, was ihm die Patenschaft bei der Namensweihe im kleinen Kreis eingebracht hatte. »Und das war nicht witzig. Meine Großeltern hatten immer einen Einkaufsbeutel dabei, damit sie sich anstellen konnten, sobald es irgendwo was …«

Nadja stellte im Vorbeigehen den Rotkohl neben Roland ab und hastete zum Eingang, um sich den Wartenden zuzuwenden. Nicht etwa, um die Gäste zu beruhigen, sondern um sie mit einem deutlichen „Hätten Se früher reserviert, müssten Se nich’ warten“ daran zu erinnern, wer das Sagen im TC hatte, wie das Telecafé auch genannt wurde.

„Neulich war ich im Café Espresso, und da waren sie aus Versehen freundlich. Zack, alle Gäste irritiert“, kommentierte Roland ironisch. „Die Tradition der Service-Herrschaft. Die heimlichen Könige des Sozialismus. Das wird ewig so sein.“ Er kostete von dem Gemüse. „Aber lecker ist es.“

„Deswegen sind wir hier.“ Gustav schnitt ein Stück von der knusprigen goldbraunen Haut ab und genoss den Geschmack, der sich beim ersten Bissen im Mund verteilte; dabei sah er nachdenklich aus dem Fenster, vor dem sich die Welt drehte.

West-Berlin. Berlin-Deutschland. Aus grauen Ruinen zur Betonwüste verkommen. Dort hatten die Verantwortlichen jeden Millimeter Land genutzt, um Millionen von Menschen unterzubringen. Auferstanden war nur die DDR, während man sich drüben über die einst verspotteten „Arbeiterschließfächer“ aus den ersten Stunden der Staatsgründung gefreut hätte.

Eine gute Arbeitsstelle hatten jenseits der Mauer die wenigsten. Die meisten wurstelten sich in den Casinos oder der Tourismusbranche irgendwie durch. Manche landeten in den hastig hochgezogenen Fabriken, in denen verschiedene Massenwaren hergestellt wurden.

Die tristen kilometerlangen Hochhausfronten in der Ferne erinnerten an Prora vor der Sanierung oder die ganz alten Plattenbauten. Silos für die Verlierer des Kapitalismus, für die Ausgebeuteten am Rand der Sonderzone, während im Zentrum die Gewinner residierten. Die Keimzelle des sogenannten „freien Deutschlands“ stagnierte in ihrem Dasein als Glücksspiel- und Finanzstandort. Eine verkeimte Zelle.

Mittendrin ragten wie zum Hohn und gleichermaßen als Verlockung Protzbauten auf. Geldtempel, um den Menschen das Hirn mit Kaufanreizen zu fluten, das eigene Denken zu vernebeln. Mehr, immer mehr von allem, teurer und immer teurer, so lautete die Maxime.

Gustav hieß seit geraumer Zeit nicht mehr alles gut, was in seiner Heimat geschah, doch diese ewige Konsumspirale hatte die DDR längst durchbrochen.

Mit Erfolg.

Wer unbedingt sinnlosen Kram haben wollte, konnte jederzeit beispielsweise im Intershop an der Friedrichstraße neben dem Hotel Metropol einkaufen. Allerdings tummelten sich dort überwiegend Touristen aus dem Ausland, um die beliebten DDR-Preisaufkleber auf bekannten kapitalistischen Marken als Sammlerobjekte zu erhalten. Statussymbole für DDR-Bürger sahen längst anders aus. Mit Recht war man stolz auf das Gütesiegel „Made in GDR“.

Auf manches wiederum war Gustav nicht stolz. Und diese Tatsache hatte den Ausschlag für seine Entscheidung gegeben, die für Unverständnis und Aufruhr sorgen würde. Außer einer Person konnte ihn niemand verstehen.

„Gustav?“

Er wandte sich wieder dem jüngeren Mann zu. „Entschuldige! Was hast du gesagt?“

Roland hielt in seiner rechten Hand ein brandneues Zeiro Galaxie Elf und prüfte den Nachrichteneingang. Robotron und Zeiss hatten mit ihrem neusten Mobiltelefon die Konkurrenz aus Fernost und dem Westen technisch komplett abgehängt. »Ich fragte, was du Dringendes mit mir besprechen wolltest. Das habe ich nicht vergessen. Aber …« Roland blickte sich im Restaurant um und sah hinauf zu den diskret angebrachten Kameras an der Decke. „Jetzt ohne Scheiß: Vielleicht sollten wir bei einem Bier in deiner Datsche reden. Ohne Mobiltelefone. Und ohne Stasi.“

Gustav musste sich zusammenreißen, damit sein Gesicht keinen verächtlichen Ausdruck annahm. „Die Stasi kann mich mal.“

Er sprach eine Spur zu laut. Für eine halbe Sekunde erstarrte alles und jeder im Restaurant, bevor weitergegessen und sich unterhalten wurde, als wäre nichts geschehen. Niemand drehte sich um, Unauffälligkeit hatte Vorrang.

Roland seufzte. Er legte das Besteck an den Tellerrand und wischte einen Knödelkrümel von der blauen Stoffhose. »Das ist der Grund, warum du Oberst geblieben bist, du Held der DDR. Du weißt, dass du bis in die Generalität hättest kommen …«

„Das sind längst vergangene Zeiten. Damit habe ich nichts mehr zu tun.“

„Papa bekommt immer noch einen Ehrfurchtsanfall, wenn du dich bei ihm meldest.“

„Bei manchen Leuten löse ich Anfälle anderer Art aus.“ Gustav blieb sein bitterer Humor. Im Vorbeigehen stellte Nadja zwei kleine Radeberger ab, ohne ihre Geschwindigkeit zu verringern. Nichts schwappte über. „Und das will ich ändern.“

„Indem du wieder ein guter Genosse wirst?“, stichelte Roland bei gleichzeitiger Erleichterung.

„Es ist mehr ein Gefallen für die DDR.“ Gustav griff in die Innentasche seines Sakkos und zog ein gefaltetes Formular heraus, das er seinem Patenkind hinschob und mit zwei Fingern andeutungsweise aufklappte. Die Bombe war gezündet. „Damit.“

Sekundenlang starrte Roland auf das Dokument. „Du verarschst mich.“

„Nein.“

„Ist das jetzt so ein Stasi-Gesinnungstest?“

Er schüttelte den Kopf und korrigierte den Sitz seines Hutes.

„Gustav.“ Roland lehnte sich sichtlich blasser nach vorne, wobei er darauf achtete, dass die Krawatte nicht mit dem Teller in Berührung kam, und senkte die Stimme. „Ein Antrag auf ständige Ausreise?“

„Genau. Ein RWE. Rechtswidriges Ersuchen. Ich kenne mich damit aus.“ Wieder der grimmige Humor. „Ich möchte eine offizielle Entlassung aus der Staatsbürgerschaft erwirken.“

„Scheiße!“ Roland griff nach seinem Bier und nahm zwei lange Züge. „Hast du den Verstand verloren? Du bist ein Stasi-Oberst und seit mehr als vierzig Jahren bei der Firma.“

„Ja und?“ Gustav nahm sein Glas und stieß einseitig mit dem perplexen Journalisten an. „Ich habe mir das genau überlegt.“

„Offenbar nicht“, schnaubte Roland.

„Ich bin geschieden, habe keine Kinder und keine Verwandten mehr, denen die Firma das Leben zur Hölle machen kann. Es gibt keinen, um den ich mir Sorgen wegen der Zersetzungsmaßnahmen machen muss.“ Das stimmte nur zum Teil, doch das wusste niemand außer ihm. Dafür sorgte Gustav perfekt.

„Die stecken dich in den Bau! Dahin lassen die dich ausreisen. Sonst nirgendwohin. Oder gleich unter die Fallschwertmaschine. Oder sie erschießen dich. Alle werden so tun, als hätte es dich nie gegeben.“

„Genau da kommst du ins Spiel.“ Gustav zog das Dokument in aller Ruhe zu sich und steckte es wieder ein. „Du arbeitest doch für Neues Deutschland, die BZ am Abend und die Berliner Zeitung. Richtig?“

Roland ließ den Gerstensaft im Glas kreisen. „Schon.“

»Wie wäre es mit einem heiteren kleinen Scherztext, in dem ein legendärer Stasi-Offizier aus seinem Amt …«

„Nein“, kam es unverzüglich aus dem Mund, in den gleich darauf das restliche Bier gekippt wurde. »Bist du irre? Lass mich …«

Nadja tauschte im Vorbeilaufen die leeren gegen volle Gläser aus und schob nach dem Winken des Restaurantleiters ein wartendes Paar mit ausladenden Bewegungen vom Eingang an einen frei werdenden Tisch. Die Tradition der Service-Herrschaft.

„Lass mich da raus. Die feuern mich sonst.“ Roland stieß die Luft aus. „Tut mir leid. Im verranzten Büro einer dämlichen Astronomie-Zeitschrift sehe ich mich nicht. Beate und ich müssen eine Familie ernähren.“ Er ließ sich mit dem Rücken gegen die Lehne fallen. „Scheiße! Wieso? Du bist bei vielen Leuten so was wie das ›Unsichtbare Visier‹. Der beste Agent.“

„Ich sehe nicht mal im Ansatz aus wie Armin Mueller-Stahl.“ Er dachte an seinen braunen Teint. Und auch nicht wie der Bredebusch in der Neuauflage vom letzten Jahr.

Roland schüttelte den Kopf. Er konnte nicht fassen, über was sie redeten. „Was willst du damit erreichen?“ Seine Stimme hatte sich zu einem Flüstern gesenkt, die tupfende Hand mit der Serviette schwebte unauffällig halb vor dem Mund, damit die Kameras seine Lippenbewegungen nicht erfassten. „Wieso flüchtest du nicht einfach, ohne ein Fass in der Öffentlichkeit aufzumachen?“

„Ich will ein Zeichen setzen.“

„Das Zeichen kannst du von dort setzen.“ Roland deutete mit dem Stoffzipfel auf die Hochhäuser Berlin-Deutschlands. „Die Amis werden dir so viel Zeit vor der Kamera geben, wie du haben willst. RIAS Berlin macht eine Sondersendung für dich.“

„Dann wird das Politbüro sagen, dass man mich dazu gezwungen hat. Die Propagandamaschinerie kann sehr gut umdeuten. Das wissen wir beide.“ Gustav pochte einmal auf den Tisch. „Nur hier ergibt das Zeichen einen Sinn. Vor meinem Antrag. Oder flankierend.“

Roland streifte eine Haarsträhne nach hinten und rieb sich über die Bartstoppeln. „Es ist dir verdammt ernst.“ Seine Verwunderung schlug in Wut und Empörung um. „Dass du mich überhaupt fragst! Ich habe eine Frau und Kinder. Das ist unverantwortlich. Ich müsste das sofort melden. Ist dir das klar?“

Gustav musterte ihn langsam, der Blick aus den braunen Augen wanderte auf und ab. „Ich verstehe dich. Du lebst gut. Der perfekte Staatsbürger.“

„Das bin ich tatsächlich. Und das warst du auch, mit deinen Ergreifungen und was weiß ich, was du noch alles gemacht hast. Die Orden gab es zumindest nicht fürs Rumsitzen. Wie viele hast du auf dem Gewissen und in den Bau oder nach Schwedt gebracht? Der beste Mann in vielen Abteilungen von Horch und Greif“, gab Roland beherrscht zurück. Die Wut hatte sich aber längst noch nicht gelegt.

Gustav spürte, dass Rolands Furcht um seine Familie der eigentliche Grund für seinen Ärger war – und bekam ein schlechtes Gewissen. »Gut. Lassen wir dich raus. Mein Wissen ist mein Problem, nicht deins. Kannst du mir vielleicht jemand anders nennen, der in der Lage ist, vorab …«

„Nein. Ich kann dir den Gefallen nicht tun. Keinen dieser Art. Außerdem will ich nichts mehr davon hören.“ Roland machte eine abwehrende Handbewegung. „Und ich werde leugnen, etwas von deinem Plan gewusst zu haben.“

Gerade setzte Gustav zu einem weiteren Satz an, als Nadja erneut auftauchte, die Jacke bereits über ihre schwarz-weiße Kellnerinnenkleidung gestreift. „Ick hab früher Feierabend und wollt’ aber rasch noch abkassieren bei die Herrschaften.“ Sie legte die Rechnung auf den Tisch. „Macht zusammen zehn Mark und zehn Pfennige.“

Gustav zückte seinen Geldbeutel und holte einen Zehner in Rot mit Honecker-Konterfei auf dem modernen Polymermaterial heraus. Dann fügte er noch zwei Mark als Trinkgeld hinzu. Die Münze klackte massiv, die Zeiten von geprägtem Alu waren längst vorbei. „Vorsingen?“, riet er den Grund für das überpünktliche Verschwinden der jungen Frau.

Nadja strahlte ihn glücklich an. „Jenau. Is’ endlich ’ne Stelle frei jeworden. Im Schauspielhaus am Akademieplatz. Und es gibt noch eene andere, die darf. In der Theorie, sach ick mal. Aber die sing ick in der Praxis in den Bühnenboden.“

„Dann mal schönen Feierabend.“ Gustav lächelte sie an. „Toi, toi, toi, Nadja.“

„Danke, Herr Oberst!“ Sie reichte ihm ihre weiche, gepflegte Hand. „Bis zum nächsten Mal! Immer schön, Sie zu sehen.“ Nadja nickte Roland zu. „Herr Kandwitz, es war mir ’ne Ehre, wa?“

Gezwungen lächelte er zurück und suchte nach einer Autogrammkarte in seiner Sakkoinnentasche, doch die rothaarige Kellnerin war schon gegangen. Peinlich berührt steckte er die Karte wieder ein und strich erneut das Haar zurück.

Nach zwei Bissen Fleisch seufzte Roland und legte das Besteck auf den Teller. „Mir ist der Appetit vergangen.“

Gustav hatte seinen halben Goldbroiler bis auf die Knochen geplündert und stocherte in den Bratkartoffeln herum, den Hut in den Nacken geschoben. „Schade! Das Essen ist es wert, auch ohne Hunger zu futtern.“

Unangenehmes Schweigen senkte sich für eine Weile auf den Tisch herab.

Das lief schlecht. Gustav blickte aus dem Fenster des rotierenden Restaurants. Etwas zu seiner Linken erregte seine Aufmerksamkeit: Am Platz der Akademie war eine dicke, gräulich-weiße Wolke zu erkennen, die vom Wind bewegt und langsam verteilt wurde.

»Was ist denn …?«, murmelte er verwundert. In seinem Bauch kribbelte es, was nie ein gutes Zeichen war.

Der Ausgangspunkt der Wolke ließ sich nicht ausmachen. Die fetten öligen Schlieren wälzten und schlängelten sich über den Sperrstreifen zum Brandenburger Tor in den Westen – oder kamen sie von dort?

Auch wenn es fast zwei Kilometer bis zum Platz der Akademie und den umliegenden Straßen waren, die vom Dunst eingehüllt wurden, konnte Gustav von oben mit bloßen Augen gut erkennen, was sich tat. Sein Unwohlsein steigerte sich zu blankem Grauen. Dank seiner Ausbildung erkannte er schnell, was da draußen vor sich ging.

Fahrzeuge vollführten in dem Nebel unerklärliche Manöver, krachten ineinander oder gegen eine Wand. Dahinschnurrende Lastwagen pflügten im Zickzack durch das Chaos und verschlimmerten das Durcheinander, indem sie quer zum Stehen kamen und die Blockade vergrößerten.

„Scheiße!“ Aufgeregt nestelte Gustav sein Mobiltelefon heraus und aktivierte die Zoomfunktion der Fünffachlinse. Das MfS spendierte seinen Mitarbeitern besonders gute Geräte.

Der Schrecken wurde gestochen scharf auf dem Display sichtbar: Passanten brachen mit verzerrten Gesichtern zusammen und hielten sich die Brust oder den Hals, Dutzende Menschen und auch einige Hunde lagen bereits auf den Zebrastreifen und Gehwegen. Regungslos. Blut lief aus den Augen und den weit aufgerissenen Mündern, andere krampften und zuckten, rötlicher Speichel floss über die sich schnell verfärbenden Lippen.

Gustav schwenkte und zoomte, das Zittern seiner Hand wurde vom Bildstabilisator kompensiert.

Leute rannten am Rande der Nebelerscheinung davon, um nicht mit dem tödlichen Brodem in Berührung zu kommen.

Das Merkwürdige daran war, dass es lautlos geschah. Wie ein Stummfilm in Farbe ereignete sich Leid, eskalierten Unfälle und auflodernde Feuer, Verderben und anhaltendes Sterben auf dem kristallklaren Display. Die Vorgänge wirkten grotesk, surreal, als wären sie Teil einer Darbietung.

In diesem Moment gaben Gustavs privates Mobiltelefon sowie das dienstliche Gerät einen Warnton von sich. Rolands Bildschirm flammte ebenfalls auf:


+++ G I F T G A S A L A R M +++

 

Das Wort prangte unübersehbar in der Mitte, gepaart mit dem Symbol für chemisch-biologische Kampfstoffe.

„Was zum Teufel geht da vor?“ Die laufende Aufnahme auf Gustavs Handy wurde dick und fett von der Meldung des staatlich vorgeschriebenen Katastrophenwarnprogramms überlagert, das auf jedem Gerät installiert sein musste. Zum ersten Mal, seit er ein Mobiltelefon nutzte.

Fassungslos erhob er sich vom Stuhl und starrte ungläubig über das Display hinunter auf die Straßen, in denen der Tod wolkenhaft übermächtig dahintrieb, die Häuser und Fahrzeuge umschmeichelte, als wäre er harmlos wie gewöhnlicher Winternebel.

Nur Sekunden später aktivierten sich die Telefone im gesamten Restaurant. Es fiepte, bimmelte und piepste kakofonisch, entsetzte Rufe und ängstliche Laute mischten sich darunter.

„Ach du Scheiße“, war alles, was Roland heiser von sich gab.

Die Verunsicherung der Gäste drohte in Panik umzuschlagen. Die ersten standen auf und gingen rasch in Richtung Ausgang, andere versuchten zu telefonieren.

„Halt! Staatssicherheitsdienst!“, rief Gustav laut und zückte seinen Dienstausweis, hielt ihn in die Höhe. Er musste verhindern, dass es noch mehr Tote und Verletzte gab. „Keiner verlässt den Fernsehturm! Es ist zu Ihrem eigenen Schutz.“

Mitten in das laute Reden und Rufen der Leute im Restaurant heulten die Sirenen von den Dächern Berlins. In Ost und West.

Dann fiel Gustav ein, dass Nadja, seine süße Nadja, sein schönstes und bestgehütetes Geheimnis, das sichere Gebäude längst verlassen hatte.

In Richtung der Wolke.

Maxim Voland

Über Maxim Voland

Biografie

Markus Heitz schreibt als Maxim Voland. Seine Werke - bereits international bekannt. Sein Spektrum - vielfältig. Sein Roman „Die Republik“ – ein faszinierendes Gedankenspiel: Was wäre, wenn die Geschichte anders gelaufen wäre?
Maxim Voland plant bereits weitere Romane.

Medien zu „Die Republik“
Pressestimmen
Hörzu

„Eine ungewöhnliche, spannende Polit-Fiktion“

Die Rheinpfalz

„Alles verbindet sich zu einem munteren, nachdenklichen Thriller, der seine irre Ausgangsidee überzeugend zu Ende bringt. Goldbroiler inklusive. Ein wunderbarer Thriller.“

Grazia

„Geniale Idee, brillant ausgetüftelt und Stoff zum Nachdenken“

buchtips.net

„Faszinierend an dem Roman ist die grundsätzliche Frage: Ist Geschichte und Gegenwart nicht immer auch ein Produkt zahlreicher historischer Zufälle? Der Roman die Republik versucht es einfach mal mutig anders zu denken, Geschichte als fiktiver Thriller in packender Story verpackt passend zum 30jährigen Jubiläum der Wiedervereinigung.“

Mitteldeutsche Zeitung

„Das besondere Kolorit, das Maxim Voland der Kulisse verpasst hat, durch die seine Helden auf der Jagd nach der Wahrheit und den Hintermännern, macht einen Gutteil des Charmes aus, den ›Die Republik‹ jenseits der genreüblichen Feuergefechte, Verfolgungsjagden und jähen Wendungen entfaltet.“

n-tv.de

„›Die Republik‹ wird damit zum literarischen Tausendsassa: Politthriller, Geschichtsroman, Zukunftsvision, Witzbuch - alles in einem. Ihnen als potenzielle Leser kann ich daher nur raten: Haben Sie Mut, trauen Sie sich, reißen Sie die Mauern in Ihren Köpfen ein - und: Fahren Sie in die DDR!“

Buchmedia Magazin (A)

„Exzellente Polit-Fiktion“

MDR Kultur „am Morgen“

„Das ist unglaublich spannend, mehrere Handlungsebenen nähern sich einander an, Gustav Kuhn entpuppt sich als knallharter Agent.“

Susi Lese Ecke

Eine spannende und rasante Story, die sehr zum nachdenken anregt.

BuchMarkt

„Ein professionell kalkulierter Page Turner.“

Kommentare zum Buch
Fiktion mal anders
Simone am 26.10.2020

Was wäre wenn...., Maxim Vorland schreibt die deutsche Nachkriegsgeschichte neu! Worum geht es in diesem Polit-Thriller? Die Geschichte Berlins aus einer anderen Sicht: Die DDR ist die führende europäische Macht mit einem hochmodernen Überwachungsstaat und einem glücklichen Volk. In West-Berlin hingegen herrscht Kriminalität und Arbeitslosigkeit. So weit so gut, bis auf einmal ein Giftgasanschlag auf der Seite der DDR verübt wird. Warum ist das passiert? War es ein Unfall bei Bauarbeiten oder ein terroristischer Anschlag? Die MI6-Agentin Harper Parker-Moreau wird auf den Fall auf der Westseite angesetzt und auf der ostdeutschen Seite der Stasi Oberst Gustav Kuhn. Gleichzeitig geraten in diesem Verwirrspiel der französische Dolmetscher Christopher und seine Cousine, die DDR-Bürgerin Alicia, in eine Verschwörung gigantischen Ausmasses hinein, was das Ende Europas bedeuten könnte. Das Buch war am Anfang für mich etwas anstrengend zu lesen, weil ich noch nie einen fiktiven Politik-Thriller gelesen habe. Ich musste mich in die Geschichte langsam hineinversetzen, aber es wurde dann doch immer spannender von Seite zu Seite. Das Buch hat eine interessante Story, es ist aber für mich kein richtiger Polit-Thriller, wie man es sonst kennt. Es liegt am Ermessen des Lesers, was er von der Story hält. Aber trotzdem ist das Buch sehr lesenswert!

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