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Die kleine Kommunistin, die niemals lächelte

Die kleine Kommunistin, die niemals lächelte

Roman

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Die kleine Kommunistin, die niemals lächelte — Inhalt

1976, mit vierzehn Jahren, betritt sie erstmals olympisches Parkett – und versetzt die Welt in Staunen. Die kleine Rumänin Nadia Comăneci stellt alles auf den Kopf: das Computersystem der Punktetafel, das die perfekte 10.0 nicht anzeigen kann, die Fronten des Kalten Kriegs, die im Turnsport wie in der realen Welt zwischen der USA und der Sowjetunion verlaufen. Lola Lafon erzählt die Stationen eines unglaublichen Lebens und den Mythos: von der Lolita, deren Körper die Sehnsucht nach der ewigen Jugend weckt. Davon, wie Ceaușescu sie zur »Heldin der sozialistischen Jugend« macht. Vom Drill ihres Trainers, dem sie sich unterwirft, auf der Suche nach der perfekten Bewegung. Wer ist diese Frau wirklich? Lola Lafon trägt die Schichten ab, sie demontiert den Mythos, und erzählt das hoch dramatische Leben einer Ausnahmesportlerin – wie es gewesen sein könnte. Ein sprachlicher Parforceritt, vielstimmig und unwiderstehlich rhythmisch.

€ 15,99 [D], € 15,99 [A]
Erschienen am 15.09.2014
Übersetzt von: Elsbeth Ranke
288 Seiten, WMEPUB
EAN 978-3-492-96749-5

Leseprobe zu »Die kleine Kommunistin, die niemals lächelte«

Teil 1

 

 

Wie alt ist sie? Die Oberkampfrichterin ist fassungslos. Diese Zahl, die der Trainer ihr da nennt, vierzehn, macht ihr Gänsehaut. Was die Kleine gerade vorgeführt hat, wirft jede Abfolge über den Haufen, Zahlen, Wörter, Bilder. Das hier liegt jenseits alles Begreiflichen. Was da soeben passiert ist, kann man überhaupt nicht werten. Um die Schwerkraft schert sie sich einen feuchten Kehricht, ihr zarter Körper schafft sich Raum in der Luft und schmiegt sich hinein.

Aber wieso hat ihnen eigentlich keiner gesagt, dass sie da rüberschauen sollen, [...]

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Teil 1

 

 

Wie alt ist sie? Die Oberkampfrichterin ist fassungslos. Diese Zahl, die der Trainer ihr da nennt, vierzehn, macht ihr Gänsehaut. Was die Kleine gerade vorgeführt hat, wirft jede Abfolge über den Haufen, Zahlen, Wörter, Bilder. Das hier liegt jenseits alles Begreiflichen. Was da soeben passiert ist, kann man überhaupt nicht werten. Um die Schwerkraft schert sie sich einen feuchten Kehricht, ihr zarter Körper schafft sich Raum in der Luft und schmiegt sich hinein.

Aber wieso hat ihnen eigentlich keiner gesagt, dass sie da rüberschauen sollen, ereifern sich die, die den Augenblick verpasst haben, in dem sich Nadia C. auf den zehn Zentimetern, die der Schwebebalken breit ist, nach hinten wirft und, die Arme seitwärts gestreckt, mit dem Fuß nach dem Mond kickt, blind drauflos gesprungen, und fragend blicken sie sich an, hat das irgendwer begriffen, haben Sie das begriffen?

Die elektronische Anzeigetafel zeigt COMANECI NADIA, ROMANIA, dann die 73, ihre Startnummer, und da, wo eigentlich ihre Wertung stehen sollte: nichts.

Alle warten. Totenbleich laufen die sowjetischen Turnerinnen in dem Bereich, der für die Trainer und die fertigen Wettkampfteilnehmerinnen reserviert ist, auf und ab. Sie wissen es. Die Mannschaftskolleginnen der Rumänin dagegen wirken verzweifelt, Dorina presst die Hände zusammen, Mariana murmelt wieder und wieder den gleichen Satz vor sich hin, eine andere kauert am Boden, die Augen geschlossen; Nadia selbst steht etwas abseits, ihr Pferdeschwanz leicht verrutscht, sie wirft nicht einen Blick auf die Anzeigetafel. Und so sieht sie als Erstes ihn, Béla, ihren Trainer, da steht er, die Arme in den Himmel gereckt, den Kopf in den Nacken gelegt; sie dreht sich um und sieht ihre Abstrafung, diesen furchtbaren einen von zehn Punkten, der in Leuchtziffern vor den Kameras der ganzen Welt erscheint. Eins Komma Null Null. Im Kopf geht sie mögliche Fehler durch, die Landung beim Salto rückwärts vielleicht, nicht ganz sicher gestanden, was kann sie bloß angestellt haben, dass sie das hier verdient? Béla umarmt sie, sei nicht traurig, Liebes, wir legen Einspruch ein. Aber einer der Kampfrichter, der Schwede, lässt sie aufmerken. Weil er aufsteht. Weil er Tränen in den Augen hat und sie so unverwandt anschaut. Und alle werden diesen Augenblick so oft und immer wieder erzählen, dass sie heute gar nicht mehr sicher ist, ob sie ihn wirklich erlebt hat, vielleicht hat sie es auch im Fernsehen gesehen, vielleicht wurde diese Szene für einen Film geschrieben.

Das Publikum hat sich erhoben, ein Grollen von achtzehntausend Körpern, rhythmisch donnern ihre Füße auf den Boden, und der Schwede steht mitten im Lärm, öffnet und schließt den Mund, spricht unhörbare Worte, ein Blitzlichtgewitter, ein gleißender, flackernder Regen, sie kann den Schweden kaum erkennen, was tut er da, er öffnet beide Hände, und die ganze Welt filmt die Hände, die der Richter ihr entgegenstreckt. Da streckt auch die Kleine ihm die Hände entgegen, bittet um Bestätigung, ist das etwa eine … Zehn? Und er: ganz langsam nickt er, die Finger immer noch gespreizt vor dem Gesicht, Hunderte Kameras verdecken ihm das Kind, die Mädchen aus der rumänischen Mannschaft tanzen um sie herum, ja, Liebes, ja, dieses Eins Komma Null Null ist eine Zehn.

Langsam schwenkt die Anzeigetafel von links nach rechts, von den Kampfrichtern zum Publikum, an den Turnerinnen vorbei, und groß darauf die Eins, die, unbegreiflich, heißen soll: Zehn. Ein verrücktes Komma. Oder eher ein Komma, das sich hartnäckig weigert weiterzurücken. Ein Mann rennt zwischen Journalisten und Kampfrichtern hin und her, sein Offiziellen-T-Shirt OLYMPIA MONTREAL 1976 unter den Achseln ganz dunkel, er wischt sich die Stirn. Die Oberkampfrichterin winkt ihn heran, zu laut hier, irgendwas hat die Maschine gesprengt, habe ich gesagt, die Pfiffe zwingen sie, die Köpfe zusammenzustecken, Sie machen wohl Witze, oder? Die ganze Welt ist live dabei, heute ist der erste Wettkampftag! Wo steckt denn bloß der Typ von Longines? Der Ingenieur, der die Anzeigetafeln entwickelt hat, versucht über die Journalisten hinwegzusteigen, die im Kreis um die Kleine herumhocken, und bis zu den Kampfrichtern durchzudringen, die wütend gestikulieren: Ihr komisches System funktioniert nicht! Und er zum IOC-Vertreter, der sich ein Ohr zuhält, um ihn hören zu können, bei den anderen Wettkämpfen funktioniert es, ES FUNKTIONIERT, der Computer ist unfehlbar, Sie haben ihn gesprengt, er zeigt mit dem Finger auf die Kampfrichter, aber jetzt ist schon alles anders, sie beachten ihn gar nicht mehr, die Richter sind zu Zuschauern geworden, weinen und feiern das Mädchen, das sich dicht neben seinen Trainer gesetzt hat, seinen schmalen Rücken der greisen Maschine zugewandt, die stur beharrt auf ihrem: Eins Komma Null Null.

Man trifft sich zur Krisensitzung in der Pause. Okay. Hatte die Rumänin (oder jemand aus der Mannschaft) Zugang zu den Computern? Hat sie vielleicht etwas geschluckt, was das System gestört haben könnte? Sie haben wohl den Verstand verloren, mein Lieber, damit wollen Sie sich doch nur herausreden, ganz ehrlich, das ist doch kaum zu glauben! Jeder sucht die Schuld beim anderen. Das Olympische Komitee hatte uns im Vorfeld versichert, dass die Zehn beim Kunstturnen nicht vorkommt, protestieren die Ingenieure von Longines, die die spitzzüngige Presse schon das »Team Eins Komma Null Null« nennt. Um 13:40 Uhr steht das Urteil: Die Datenbank ist nach der Eingabe der ungewöhnlich hohen Wertungen abgestürzt. Das Mädchen hat den Computer gekillt.

Bis zum nächsten Tag ist Zeit, das System an das Kind anzupassen. Knöpfe werden gedrückt, Programme gestartet. Wir müssen irgendwo eine weitere Stelle herkriegen. Das Komma verrücken. Wie wahrscheinlich ist es, dass sie das noch einmal schafft, meinen Sie, »das« passiert morgen wieder? Ich weiß es nicht, erwidert der englische Kampfrichter. Ich weiß es nicht, erwidert der tschechische Kampfrichter. Sie versuchen, sich Elemente vorzustellen, die eine Zehn am Stufenbarren rechtfertigen würden. Schaffen es nicht. Niemand hat bei Olympia je im Turnen die Höchstwertung geholt. Noch einmal werden sie befragt. Sind Sie sicher, dass Sie sich nicht von der Begeisterung der Zuschauer haben hinreißen lassen. Nein, sagen sie. Sie haben das Kind wirklich auseinandergenommen, es bei irgendetwas zu erwischen versucht, da ist nichts. Null Fehler. Und selbst: Manche Richter wären am liebsten noch weiter gegangen, hätten ihr elf von zehn Punkten gegeben! Zwölf, legt die kanadische Kampfrichterin sogleich nach. Oder wir erfinden neue Zahlen! Oder lassen es mit den Zahlen ganz bleiben.

»Wenn Comăneci gegen ein abstraktes Ideal antreten würde und nicht gegen menschliche Konkurrenten, könnte sie dann immer noch die Höchstwertung bekommen?«, wird Cathy Rigby gefragt, die ehemalige Turnerin, die jetzt auf ABC die Spiele kommentiert. »Würde Nadia tun, was sie tut, und das ganz allein in einem leeren Raum, dann würde sie, glaube ich, immer noch die Höchstwertung verdienen«, antwortet Rigby, nachdem sie überlegt hat, ob man Ideale erfinden kann, die abstrakter sind als die Perfektion.

Man versucht, das Ereignis in den Griff zu bekommen. Am nächsten Morgen zitiert das Olympische Komitee Nadia zu drei zusätzlichen Dopingkontrollen. Große Debatte. Kommt hier gerade eine neue Generation blutjunger Kinderturnerinnen auf, oder wird sie eine Randerscheinung bleiben? Es ist ein geopolitisches Erdbeben. Die sowjetischen Trainer werden ins Gebet genommen: Wir lassen uns doch nicht von Rumänien demütigen, Genossen, Ljudmila wird unsere Rettung! Doch am selben Nachmittag beendet Ljudmila ihre Bodenübung in einer tragischen Pose, steif wie eine Statue, es folgt höflicher Applaus, und sie versinkt schluchzend in den Armen ihres Trainers, unter dem gleichmütigen Blick der Rumänin.

Man bemüht die Elemente: Schwimmt sie in einem Ozean aus Luft und Stille? Aber hören wir auf, vom Sport zu reden, zu brutal ist der, obszön fast im Vergleich zu dem, was sich da abspielt, das streichen wir, noch mal von vorne: Sie gestaltet nicht den Raum, sie ist der Raum, sie vermittelt nicht Leidenschaft, sie ist Leidenschaft. Sie ist eine Erscheinung – ein Engel –, genau, da ist auch dieser Schein, der sie umgibt, eine Wolke hysterischer Blitzlichter, sie erhebt sich über die Gesetze, Regeln und Gewissheiten, eine erhabene poetische Maschine, die alles sprengt.

Man kommentiert ihre Kür: Ja, richtig, es gab schon einen ersten Vorgeschmack auf Nadia mit der Olga der Münchener Spiele 1972, aber jetzt mit Nadia bekommt man alle Gänge auf einmal serviert! Anmut, Präzision, diese Bewegungsamplitude, Risiko und Kraft, ohne dass man sie ihr anmerkt! Es heißt, sie kann ihre Übung fünfzehn Mal hintereinander turnen. Und dieser Knochenbau … Knochen aus Seide. Morphologisch überlegen. Elastischer.

Man ringt um die Worte, so könnte man sie anordnen, aber nein, besser so, man versucht, ihre Konturen zu fassen. Die kleine Kommunistenfee. Die kleine Kommunistenfee, die niemals lächelte. Man streicht das Wort »hinreißend«, das wurde in den letzten Tagen schon zu oft bemüht, und dabei ist es genau das: zum Wehtun hinreißend, unerträglich viel zu reizend. Und da wir sie nun einmal von unserem Erwachsenenstandpunkt aus betrachten müssen, ja, zu gerne möchte man in ihre arbeitsame Kindheit hineinschlüpfen, ihr ganz nah sein, die sie geschützt ist von ihrem blütenweißen Turnanzug, auf dem nicht eine Spur von Schweiß zu sehen ist. »Eine olympische Lolita von kaum vierzig Kilo, ein vierzehnjähriges Schulmädchen mit der Figur eines kleinen Jungen, das sich allen Ansprüchen beugt«, schreiben sie. Man möchte sich reiben an den Funken, die sie sprüht wie ein wirbelndes Zauberspielzeug. Sich losreißen vom eigenen Organismus und der Last seiner schwerfälligen Hormone. Das Mädchen kitzelt die Lust, genau das wollen wir, oh dieses Verlangen, es zu berühren, ihm nahe zu kommen, eine Lustspirale, immer drängender, und schon ist es vorbei, neunzig Sekunden hat die Schwebebalkenkür gedauert. Dieses Kind ist ansteckend. Für hundert Dollar verkaufen die Tickethändler Karten fürs Finale, sechzehn kosten sie eigentlich, aber jedermann lechzt danach, ihre Bodenübung zu sehen, in der man bei jeder Bahn fürchtet, leicht wie sie ist, werde sie nicht mehr auf den Füßen landen. Und wenn sie zu ihren Saltos anläuft, sich kräftig aus den Ellbogen abdrückt, um noch mehr Tempo herauszuholen, die Festigkeit ihres Fleisches, das kompakt in ihrem weißen Anzug steckt, ist sie diese sausende Maschine, auf geniale Weise ihrem Geschlecht entkommen, entflohen in eine wunderbar reine, überlegene Kindheit.

Man sieht die Dinge nicht mehr wie vorher. Nadia ist ein Neuanfang. Die anderen Turnerinnen sind Irrtümer, Abweichungen vom Ideal. Wie bedeutungsschwer plötzlich die Jahre wirken zwischen ihr und denen, die man schon nur noch »die anderen« zu nennen beginnt, die sich, wenn das Kind das Podium besteigt, nervös den Stoff über den Po zupfen. Ihr Fleisch verstecken, weg mit allem, was plötzlich zu viel wirkt, fehl am Platz, ja lächerlich. Diese Turnanzüge, plötzlich findet man sie zu weit ausgeschnitten, ein bisschen knapp vielleicht für die platt gedrückten Brüste der jungen Frauen, die beim Absprung auf das Pferd unmerklich zittern. Alles das, Busen, Hüften, erklärt ein Experte bei der Übertragung, verlangsamt die Drehungen, belastet die Sprünge, die Linie ist einfach weniger sauber. Ljudmila ist »schrecklich weiblich«. Disproportioniert wirkt sie auf dem Foto einer Tageszeitung neben der rumänischen Kindfrau, und Olga, ganz ehrlich, das ist beinahe peinlich. Die Kamera bleibt auf sie gerichtet, totenbleich ist sie nach der Weihung ihrer rumänischen Rivalin. Nein, sie wirkt nicht müde, sie wirkt verbraucht: Sie ist zwanzig, fast eine – und man hört das Lachen der anderen Journalisten im Studio –, eine alte Frau, wohl ein bisschen zu oft benutzt, was?

Andere heben die Augenbrauen, wir wollen doch bitte schön fair bleiben. Eine Dame, ja, das passt doch, eine große Dame, diese Ljudmila. Und Olga ist immerhin eine ehemalige Fee, eines Tages wird Nadia durchmachen, was sie jetzt durchmacht. Da ruht das Bild auf der Rumänin mit dem kleinen Gesichtchen, ihrem Daumen, an dem sie nervös knabbert, und der Journalist murmelt: »So ein winziger Daumen.«

 

Replay

Der Ton des Videos wirkt gefälscht. Als hätte man das Knarzen der Barren verstärkt, die sie mit millimetergenauer Präzision traktiert. Es hat einen Nachhall bekommen, als beängstigenden, wiederkehrenden Takt für ihren Körper, der um die Holme schwingt. Unter der Anstrengung presst die Kleine die Lippen zusammen, kaum zittern ihre Schultern unter dem Aufprall, wenn sie erst losgelassen, sich zwischen den Barren um sich selbst gedreht hat und dann wieder zupackt. Einen Augenblick hält sie sich reglos im Handstand auf dem oberen Holm. Ein Dreieck, rechtwinklig zunächst, nach und nach gleichschenklig, dann ein I, ein Strich aus Stille, den Atem angehalten, gleich ist die geometrische Übung zu Ende, Nadia kündigt ihren Abgang an, ihr Rücken rundet sich, die Knie unter dem Kinn für einen gehockten Doppelsalto, den sonst nur die Männer schaffen, eben wähnte man sich noch beim Tanz einer Sylphide, und schwups, da klaut sie bei den Herren und erteilt ihnen die Abreibung ihres Lebens. Der Schrei einer Frau, das reinste Freudengeheul, dringt aus der Masse der achtzehntausend Zuschauer und markiert den Augenblick, in dem die Füße in den weißen Schläppchen ohne das geringste Wackeln auf dem Boden landen. Ihr durchgedrückter Rücken zeichnet ein Komma, die Finger kitzeln den Himmel, sie grüßt. Und wieder zeigt der Computer dieses 1,00 an, während sie auf Bélas weit geöffnete Arme zuläuft.

Und jetzt ihre Drehungen auf dem Schwebebalken, um sie blitzt es wie von rasenden Glühwürmchen, ein tänzelndes Licht. Das Kind scheint allen den Atem zu rauben. Sie setzt zum doppelten Salto mit Längsachsendrehung an, und im Handumdrehen – völlig sicher steht sie den Abgang – erlöst sie die Zuschauer, als hätte jemand einen Lautstärkeregler aufgedreht, der bis eben stumm geschaltet war, und da tobt das Publikum vor Begeisterung und Erleichterung, dass sie nicht gestürzt ist. Und alle rennen in die Pressesäle, zu den Telefonen, zehn, zehn, schreibt genau das, »She’s perfect«, titelt Newsweek, das hat es noch nie gegeben. Perfektion, es gibt sie also doch auf dieser Welt: »Wenn Sie ein Wort suchen für etwas, was Sie gesehen haben, das so schön war, dass Sie nicht sagen können, wie schön, dann sagen Sie einfach, es war nadiesk«, schreibt ein Kolumnist aus Quebec. Die Kampfrichter müssen bei Béla nachfragen, was sie eigentlich geturnt hat, sie konnten es so schnell nicht erkennen.

∗ ∗ ∗

Es ist Mitternacht in Onești, einer Stadt der rumänischen Westmoldau nordöstlich von Bukarest. Das Kind auf dem Bildschirm läuft, ein kleines angriffslustiges Wesen, eine Maschine, neunzig Sekunden lang in Gang gehalten von denen, die sie anfeuern, die schöne sowjetische Ballerina abzufertigen, deren Bewegungen im Vergleich zu ihr träge und lasziv wirken.

Ștefania ist unter den Esszimmertisch gekrochen, sie hält sich die Hände vor die Augen, ein Schutzvorhang, die Großmutter und Gheorghe schimpfen, sie soll mit dem Theater aufhören. Eine Welle der Empörung geht durch den Fernseher, der übersteuerte Ton kreischt durchs Wohnzimmer, und Ștefania, krebsrot, heult: Was, was ist, Gheorghe, sag’s mir, sie ist gestürzt, oder, sie ist gestürzt, sag? Ihr Mann kniet sich neben sie, ganz sanft nimmt er ihr die Finger von den Augen, fasst sie bei der Hand, hilft ihr auf und flüstert: Schau, schau. In Zeitlupe durchmisst der schmale Körper ihres Kindes die Luft, ganz verrenkt, der Wahnsinn des Sprungs, wie er so langsam in seine Einzelteile zerlegt wird, während Ștefania schluchzend die Hand nach der winzigen Gestalt ausstreckt, die ihr den Rücken zuwendet und eine Menge von Tausenden weinender Erwachsener grüßt.

Auftrag erfüllt

Gespanntes Warten. Die erste Pressekonferenz ist überfüllt, alle fünfhundert Stühle besetzt, auch auf dem Boden bleibt kein Platz. Die Wände sind hübsch mit einem bestickten Blumenstoff behängt. Als sie endlich kommt, im Trainingsanzug der rumänischen Mannschaft, blau-gelb-rote Streifen und das sozialistische Wappen auf der Brust, da hebt ihr Trainer sie hoch und trägt sie auf ausgestreckten Armen zu ihrem Platz, die Puppe, die sie an sich drückt, hat den gleichen Trainingsanzug an wie sie und die gleiche Frisur, zwei Rattenschwänze mit roten Schleifen. Über ihr ein Porträt von Präsident Ceaușescu.

Die Journalisten dürfen Nadia ungehindert alle Fragen stellen, verkündet freundlich eine junge Frau mit starkem rumänischem Akzent. Sie liegen ihr zu Füßen, die Stühle sind aus, die Erwachsenen machen sich so klein wie sie, isst du gerne Schokolade, Nadia, ein paar Worte auf Französisch, auf Französisch! Bravo! Spielst du Monopoly, Nadia, hast du einen Freund, Nadia, gleich fangen sie noch an, Daumen zu lutschen, spitze Eckzähne, notieren sie (Milchzähne? Nein, sie ist vierzehn), so reizend. Noch mal, Nadia, noch mal, sie mimt den Kampfrichter, der ihr, als er sie so ratlos vor der Eins Komma Null Null sah, mit gespreizten Fingern die Zehn gezeigt hat. Die Zehn! Great! Und jetzt, wo sie die Perfektion erreicht hat, was hat sie jetzt vor? Ich kann es noch besser, verspricht sie todernst, die Stoffpuppe fest an sich gedrückt, eng umhüllt vom Gluckenblick ihres Trainers, eines leutseligen Kerls mit Schnurrbart. Dann wird sie wohl eine neue Sportart erfinden müssen, folgern sie. Überrascht es dich, dass du die Höchstwertung bekommen hast, Nadia? Sie zuckt die schmalen, geraden Schultern und flötet auf Rumänisch: »Ich weiß, dass es perfekt war, es war nicht meine erste Zehn, das ist nichts Neues.« Ob sie womöglich falsch verstanden hat? Also noch einmal. Überrascht es dich, dass du alles ge-won-nen hast, sie schüttelt den Kopf, tun dir Olga und Ljudmila leid, nein, nein, kein Mitleid. Versuchen wir es anders: »Wie hast du gestern deinen Sieg gefeiert?« Fast genervt schiebt sie die Unterlippe vor: »Ich habe überhaupt nichts gefeiert. Ich wusste, dass ich mindestens einmal Gold holen würde. Ich bin ins Bett gegangen.«

»Welches ist dein Lieblingsgerät?«

»Stufenbarren, weil ich da Teile kann, die die anderen nie schaffen werden!«

Und … ob sie nicht ein bisschen lächeln könnte? Sie seufzt. Tut mir leid, aber wenn mein Fuß nach einer Bahn die Markierung überschreitet, und seien es nur drei Zentimeter (sie hebt die Hand und zeigt Daumen, Zeige- und Mittelfinger), bekomme ich Punktabzug. Also ja, lächeln kann sie, aber erst, wenn der Auftrag erfüllt ist. Lachen im Saal, gefolgt von Applaus: Auftrag, das ist doch zu reizend, Fräulein Oberst! Ein Engländer legt dar, sie stehe ja technisch durchaus in der Tradition von Olga K., doch sogleich unterbricht ihn der Trainer: »Wir repräsentieren die rumänische Schule, wir imitieren niemanden.« Manche im Saal schätzen den Grad ihrer Kindheit ab. Dieses stumpfe Gesicht, wenn sie turnt, diese Kaltblütigkeit: kaum ein Blick auf ihre Wertung, bevor sie in die Trainingsjacke schlüpft, eine Minifunktionärin der Akrobatik! Und neulich bin ich ihr im Olympischen Dorf begegnet, da war sie gerade beim Arzt, nicht ein Blinzeln, völlig ausdruckslos. Was hat sie uns zu sagen? Sie mag Joghurt und isst kein Brot. Genial. Ein vierzig Kilo schwerer kommunistischer Roboter. Eine gewisse Anmut hat sie ja, zugegeben, aber es ist eine metallische, berechnende Anmut, weit entfernt vom Schmachten der Sowjetrussinnen, ach ja, keine Schwäne, kein Tschaikowsky, die Rumäninnen sind Hundewelpen, denen man Dressurübungen vorsetzt, sie apportieren und dienen dem Staat. Das hier ist Geometrie, reine Mathematik.

Und plötzlich sehnt man sich nach den Vorgängermodellen, Olga zum Beispiel, die bei den Spielen in München so richtig aufreizend herumkokettierte und zu flennen anfing, wenn sie stürzte, und dann Ljudmila, die alles gewann, eine seelenruhige sowjetische Lady. Und nun liegt also die klassische Tanztradition der unermesslichen Sowjetunion am Boden, besiegt von einem dahergelaufenen Satellitenstaat, der soeben zum Experten in Sachen Kleinmädchendressur ausgerufen wurde (man denke nur an die tragische Szene, als die schöne Ljudmila aus einem anderen Jahrhundert in den Armen des Trainers ihre Tränen vor den Reportern zu verbergen versucht, und direkt vor ihr stolziert diese wirklich schauerlich schmächtige Rotznase).

Das Kind muss sich vor den letzten Wettkämpfen ausruhen, mit Geschenken beladen verlässt man den Raum, Pflaumenbrand, herrliche Siebenbürger Stickereien, die Rumänen leisten ganze Arbeit. Draußen begegnet man Kollegen, die nicht mehr hineingelassen wurden, man erzählt von diesem gespenstisch bleichen Mädel, vom weißen Turnanzug bis zu den mit Magnesia gepuderten Händen, nicht zu vergessen das vor Müdigkeit blasse Gesicht. Jeder geht in sein Hotel, letzte Hand an den Artikel legen, der heute Nacht noch rausmuss, sehr viel hat die Pressekonferenz nicht hergegeben. In der Lounge beeilt sich das Fernsehen, das Tagesgeschehen zusammenzufassen, denn eigentlich gibt es nur ein Ereignis: sie. Eine junge Frau stellt überstürzt den Ton laut, Nadia nimmt Anlauf zu ihrer Bodenübung.

Und da merkt man, dass all das hier etwas anderes ist. Dieser leichtfüßige Charleston, auf den sie turnt, dieses Yes, Sir, That’s My Baby, diese Melodie birgt eine Freude von vor 1929, yes yes yes, unsere kleine Schwindlerin verändert alles, verwischt den Begriff des Möglichen, yes, Sir, und da, sieh doch, sie gebraucht nicht einmal mehr ihre Hände, um sich vom Boden abzudrücken, die Luft hält sie in der Schwebe, my baby, und alle sind überzeugt, dass sie, ja, that’s my baby baby, die Kindheit manipuliert, sie zu einer neuen Perfektion zusammensetzt, eine kleine Stummfilmstreunerin, man möchte ihr Gesichtchen zwischen den Händen halten. Wie heiter das ist. Was für eine Leichtigkeit. Endlich mal eine Schlankheitskur für diese sicherheitspolitisch überladene Olympiade, die immer das Massaker der Münchener Spiele im Hinterkopf hat, die Geiselnahme und Hinrichtung der israelischen Athleten. Das Mädel hat uns bei der Hand genommen, und gemeinsam wirbeln wir in einem Reigen der Sorglosigkeit. Stehend grüßt sie die Menge, mürrisch trippeln die Russinnen hinter ihrem Trainer aus der Halle, Béla dagegen ballt die Fäuste, boxt in die Luft, lacht vergnügt im Kreis der jungen Mädchen, die auf und ab hüpfen, die Augen vom Schlafmangel dunkel umrandet, der Mund trocken vor Hunger. Auf den Schultern wird das Kind herumgetragen, man würde sogar niederknien, wenn nötig, vor dieser ein Meter vierundfünfzig großen Elfe, die die allgegenwärtigen Maschinenpistolen im Olympischen Dorf hinwegfegt. Sie hat ihnen ihre zahlengeblähten Spiele gerettet, neuntausendzweihundertfünfzig Sportler, dazu dreitausendzweihundertfünfunddreißig Begleitpersonen unter den scharfen Augen von über achttausend Journalisten, sechzehntausend Soldaten, die einen Auftritt der Baader-Meinhof-Bande verhindern sollen, oder von Carlos, von japanischen Kamikazekämpfern, der IRA, den Palästinensern oder womöglich gar von Quebecer Unabhängigkeitskämpfern.

Und dann die Ruhe nach dem Fest. Wie ausgepumpt, schon auf Entzug von der kleinen Karpatenfee, schalten Millionen Mütter den Fernseher aus, der seit dem 17. Juli von morgens bis abends gelaufen ist. Sie fangen an davon zu träumen, sie hätten auch so eine, so zierlich, ein blässliches Mädchen, das immer alles richtig machen will, brav, ernsthaft, arbeitsam, nüchtern, ohne Sperenzchen, eine, die auf das Siegertreppchen steigt und auf ihrer flachen, straffen Brust fette Medaillen blinken lässt, die vor den Kameras der ganzen Welt auf ihre Wertung wartet, nachdem sie Millionen und Abermillionen von Fernsehzuschauern verzaubert hat, und dann diese Schlusspose ihrer Bodenübung, die man als Postkarte jetzt überall kaufen kann, eine aus diesem merkwürdigen Land, Rumänien, eine, die sich auskennt mit dem pflichtbewussten Leben, der man Schleifen kauft und hübsch ins Haar bindet, die so hinreißend rein ist und geruchlos, diese Sehnsucht, ein Mädchen sein Eigen zu nennen, das sich der Welt verschließt, das nicht weiß, dass man ihm ja doch nicht helfen kann und dass es bald, nur allzu bald, eingeholt wird von seiner banalen biologischen Zukunft.

Und dann die Ruhe nach dem Fest. Wie ausgepumpt, schon auf Entzug von der kleinen Karpatenfee, schalten Millionen kleiner Mädchen den Fernseher aus, der seit dem 17. Juli von morgens bis abends gelaufen ist, sie sind wie gelähmt nach einer langen Absence. Vor dem Garderobenspiegel versuchen sie sich im triumphierenden Grüßen, die Arme gestreckt, die durchgedrückte Wirbelsäule lässt die Brust vorspringen, unter dem T-Shirt sieht man die Haut, auf der das zu enge Gummi des Synthetikhöschens einen Abdruck hinterlässt. Sie fangen an zu träumen, sie hätten auch so einen schnellen Körper. Vom selben Abend an nehmen sich die kleinen Mädchen im Westen nichts vom Auflauf nach und lassen den Nachtisch stehen, erfüllt von einem geheimen Auftrag, das Weiß, dieses wunderbare Weiß von Nadias Turnanzug, von Magnesia und ihrem Heiligenleben, im Schnee auszustreuen, ganz gewiss, dorthin, wo sonst nichts ist.

Lola Lafon

Über Lola Lafon

Biografie

Lola Lafon wuchs in Sofia, Bukarest und Paris auf. Nach einer kurzen Karriere als Tänzerin widmete sie sich dem Schreiben und Singen. Heute arbeitet sie erfolgreich als Journalistin, Schriftstellerin und Musikerin in Paris. Mit »Die kleine Kommunistin, die niemals lächelte« erscheint ihr erster...

Pressestimmen

Nordbayerischer Kurier

»Lafon gelingt es, das bedauernswerte Leben Nadjas zu schildern und dabei einen tiefen Einblick in das kommunistische Rumänien zu geben. Lesenswert.«

Westdeutsche Allgemeine WAZ

»Eine fesselnde Mischung aus Biografie, Reportage und Roman. (...) Eine aufrüttelnde Lektüre!«

Der Tagessspiegel

»Lola Lafon hat das Gegenteil einer klassischen Biografie geschrieben. Vielmehr schaltet sich eine fiktive Nadia Comaneci mit Kritik und Einwürfen in den Erzählfluss ein. Auf diese Weise entsteht ein lebendiges, unkonventionelles Prosagebilde ganz eigener Art.«

ORF Ex Libris

»Lafon erzählt in einer Prosa, die sich faktentreu und fast journalistisch gibt, aber dennoch zu schillern versteht. (...) Letztendlich geht es Lola Lafon auch um eine Untersuchung des Begriffs ›Freiheit‹ – im politischen wie im persönlichen Sinn.«

Der Standard

»Vielstimmig, assoziations- und temporeich.«

Wilhelmshavener Zeitung

»Die Journalistin, Schriftstellerin und Musikerin Lafon schafft eine Atmosphäre, die dem Leser das Gefühl gibt, die ›Karpatenfee‹ auf Schritt und Tritt zu begleiten.«

SRF Online

»Lola Lafons Roman überzeugt durch seine poetische Sprache und die breiten Recherchen.«

literaturkritik.de

»Nadia Comeneci erscheint vor uns Lesern in ihrer ganzen Vielschichtigkeit. (...) Lafon beantwortet die Frage nicht endgültig, wie fremdbestimmt oder wie autonom diese Biografie war. Doch sie liefert hierzu viel äußerst bedenkenswertes Material.«

Berner Zeitung (CH)

»Der Roman entwickelt einen Sog, der durch die rhythmisierte Sprache und die häufigen Perspektivwechsel intensiviert wird.«

Stuttgarter Zeitung

»Indem sich die fiktive Biografie mit artistischer Brillanz und Kühnheit von ihrem Gegenstand entfernt, kommt sie dem sportlich-politischen Mythos Nadia Comaneci ganz nah.«

HNA

»Traumwandlerisch leicht wie die athletischen Darbietungen des Wunderkindes behandelt der Roman das Leben Nadia Comanecis.«

Recklingshäuser Zeitung

»Lola Lafon beschreibt diese Geburtsstunde eines Weltstars so, als stünde der Leser mitten im staunenden Publikum und atme diesen speziellen Turnhallengeruch, diese Mischung aus Schweiß und Magnesium. So unmittelbar, so direkt ist der ganze Roman.«

Der Bund

»Lola Lafons Roman kommt daher wie eine fulminante Kreuzung aus historischer Reportage und emotionaler Spurensuche in der alten Heimat.«

Westdeutsche Allgemeine WAZ

»Sehr vielschichtig und besonders lesenswert.«

Kurier Wien (A)

»Eine eigenwillige Erinnerung an die einstige Spitzenturnerin aus Rumänien.«

literaturmarkt.info

»Lola Lafon schafft es, den Leser trotz vorangestellter Warnung glauben zu lassen, dass die Autorin sich im klärenden Dialog mit der Protagonistin befindet, um letztlich eine objektive Wahrheit zu Papier zu bringen. Doch weit gefehlt, alles abseits der turnerischen Fakten ist in Lafon selbst entstanden, was einem vor Augen führt, dass durchaus viele verschiedene subjektive Wahrheiten existieren, auch bei derart öffentlichen Personen wie einer Nadia Comăneci.«

neues deutschland

»Die Autorin hat offenbar genau recherchiert, sie hat auch den nötigen sprachlichen und landsmannschaftlichen Hintergrund, um jenem merkwürdigen Kommunismus Rumäniens beizukommen (...)«

die tageszeitung

»Lafon beschäftigt sich nicht nur mit Kinderquälerei, die das Kunstturnen darstellt, sondern mit dem brutalen Staat Rumänien und der Rolle ihrer turnenden Botschafterin, die am Ende der Ceaucescu-Herrschaft so etwas wie ein Spielzeug des verwöhnten Diktatorensohns gewesen ist. Lafon will verstehen, warum sie mitgespielt hat und dem Staat auch nach ihrer Flucht im November 1989 nicht wirklich untreu wurde.«

boersenblatt.net

»Die Lebensgeschichte der rumänischen Turnerin Nadia Elena Comăneci bietet faszinierende Einblicke in die Zeiten des Kalten Krieges und des Lebens in Rumänien in dieser Zeit.«

Saarländischer Rundfunk "Bücherlese"

»Ein lebendiger, unkonventioneller Roman.«

Saarländischer Rundfunk »Bücherlese«

»Selbst zur Tänzerin ausgebildet, verfolgt die Autorin, wie aus einem kleinen verängstigten Mädchen eine öffentliche Frau wird und wie sich eine grausame Diktatur über diesen Ausnahmekörper definiert. Dabei schaltet sich eine fiktive Nadia Comăneci mit Kritik und Einwürfen in den Erzählfluss ein, so dass ein lebendiger, unkonventioneller Roman ›sui generis‹ entsteht.«

Die Welt

» Lola Lafon hat ein tolles Sujet gefunden, sie steigt ein mit dem Moment der Vergöttlichung, jener überirdischen Schwebebalkenübung in Montreal 1976... Dann nimmt sie uns mit durch die Vorgeschichte der Comaneci, ihre Entdeckung, die Kniffe und Übergriffe, die ihr Trainer einsetzen muss, um sie durchzuboxen bis ganz oben.«

Die Rheinpfalz

»Nicht um Nadia Comaneci geht es in diesem vielschichtigen und ebenso hervorragend formulierten wie konstruierten Buch, sondern um die Grautöne der Wirklichkeit und ihre Deutungshoheit.«

Ruhr Nachrichten

«Das Buch fesselt den Leser durch den besonderen Schreibstil ebenso wie durch die Geschichte, die ein Stück Sport- und Politikhistorie lebendig werden lässt. Nicht nur für Zeitgenossen, die Nadia haben turnen sehen, interessant.«

Annabelle (CH)

»Hochdramatisch, mitreißend.«

ARTE »Metropolis«

»Wer war Nadia Comaneci wirklich? Welches Wesen entpuppt sich hinter dem Mythos? Die in Paris lebende Schriftstellerin, Sängerin und Theaterregisseurin Lola Lafon, selbst in Bukarest und Sofia aufgewachsen, hat einen ›Roman über eine Biografie‹ geschrieben und erzählt das dramatische Leben von Ceausescus Ausnahmesportlerin neu.«

Buchkultur Wien

»Atemberaubend, herzanrührend, entlarvend, bitter, respektvoll, kritisch - das sind alles zutreffende Adjektive für diesen Roman von Lola Lafon.«

Echo (A)

»Eine grandios geschriebene Bio-Fiction.«

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