Die kleine Kommunistin, die niemals lächelte

Die kleine Kommunistin, die niemals lächelte

Roman

Hardcover
E-Book

€ 19,99 inkl. MwSt.

»Das Bild einer gesamten Epoche und eine hinreißende Reflexion über die Wahrhaftigkeit der Sprache.« L’Humanité

1976, mit vierzehn Jahren, betritt sie erstmals olympisches Parkett – und versetzt die Welt in Staunen. Die kleine Rumänin Nadia Com?neci stellt alles auf den Kopf: das Computersystem der Punktetafel, das die perfekte 10.0 nicht anzeigen kann, die Fronten des Kalten Kriegs, die im Turnsport wie in der realen Welt zwischen der USA und der Sowjetunion verlaufen. Lola Lafon erzählt die Stationen eines unglaublichen Lebens und den Mythos: von dem Wunderkind, dessen Körper die Sehnsucht nach der ewigen Jugend weckt. Davon, wie Ceau?escu sie zur „Heldin der sozialistischen Jugend“ macht. Vom Drill ihres Trainers, dem sie sich unterwirft, auf der Suche nach der perfekten Bewegung. Wer ist diese Frau wirklich? Lola Lafon trägt die Schichten ab, sie demontiert den Mythos, und erzählt das hoch dramatische Leben einer Ausnahmesportlerin – wie es gewesen sein könnte. Ein sprachlicher Parforceritt, vielstimmig und unwiderstehlich rhythmisch.

  • € 19,99 [D], € 20,60 [A]
  • Erschienen am 15.09.2014
  • 288 Seiten, Gebunden mit Schutzumschlag
  • Übersetzt von: Elsbeth Ranke
  • ISBN: 978-3-492-05670-0
 
 

Leseprobe zu »Die kleine Kommunistin, die niemals lächelte«

Teil 1

 

 

Wie alt ist sie? Die Oberkampfrichterin ist fassungslos. Diese Zahl, die der Trainer ihr da nennt, vierzehn, macht ihr Gänsehaut. Was die Kleine gerade vorgeführt hat, wirft jede Abfolge über den Haufen, Zahlen, Wörter, Bilder. Das hier liegt jenseits alles Begreiflichen. Was da soeben passiert ist, kann man überhaupt nicht werten. Um die Schwerkraft schert sie sich einen feuchten Kehricht, ihr zarter Körper schafft sich Raum in der Luft und schmiegt sich hinein.

Aber wieso hat ihnen eigentlich keiner gesagt, dass sie da rüberschauen sollen, ereifern sich die, die den [...]

mehr

Lola Lafon

Lola Lafon

Lola Lafon wuchs in Sofia, Bukarest und Paris auf. Nach einer kurzen Karriere als Tänzerin widmete sie sich dem Schreiben und Singen. Heute arbeitet sie erfolgreich als Journalistin, Schriftstellerin und Musikerin in Paris. Mit »Die kleine Kommunistin, die niemals lächelte« erscheint ihr erster mehr ...

Rezensionen und Pressestimmen

Nordbayerischer Kurier


»Lafon gelingt es, das bedauernswerte Leben Nadjas zu schildern und dabei einen tiefen Einblick in das kommunistische Rumänien zu geben. Lesenswert.«   

Westdeutsche Allgemeine WAZ


»Eine fesselnde Mischung aus Biografie, Reportage und Roman. (...) Eine aufrüttelnde Lektüre!«   

Der Tagessspiegel


»Lola Lafon hat das Gegenteil einer klassischen Biografie geschrieben. Vielmehr schaltet sich eine fiktive Nadia Comaneci mit Kritik und Einwürfen in den Erzählfluss ein. Auf diese Weise entsteht ein lebendiges, unkonventionelles Prosagebilde ganz eigener Art.«   

ORF Ex Libris


»Lafon erzählt in einer Prosa, die sich faktentreu und fast journalistisch gibt, aber dennoch zu schillern versteht. (...) Letztendlich geht es Lola Lafon auch um eine Untersuchung des Begriffs ›Freiheit‹ – im politischen wie im persönlichen Sinn.«   

Der Standard


»Vielstimmig, assoziations- und temporeich.«   

Wilhelmshavener Zeitung


»Die Journalistin, Schriftstellerin und Musikerin Lafon schafft eine Atmosphäre, die dem Leser das Gefühl gibt, die ›Karpatenfee‹ auf Schritt und Tritt zu begleiten.«   

SRF Online


»Lola Lafons Roman überzeugt durch seine poetische Sprache und die breiten Recherchen.«   

literaturkritik.de


»Nadia Comeneci erscheint vor uns Lesern in ihrer ganzen Vielschichtigkeit. (...) Lafon beantwortet die Frage nicht endgültig, wie fremdbestimmt oder wie autonom diese Biografie war. Doch sie liefert hierzu viel äußerst bedenkenswertes Material.«   

Berner Zeitung (CH)


»Der Roman entwickelt einen Sog, der durch die rhythmisierte Sprache und die häufigen Perspektivwechsel intensiviert wird.«   

Stuttgarter Zeitung


»Indem sich die fiktive Biografie mit artistischer Brillanz und Kühnheit von ihrem Gegenstand entfernt, kommt sie dem sportlich-politischen Mythos Nadia Comaneci ganz nah.«   

HNA


»Traumwandlerisch leicht wie die athletischen Darbietungen des Wunderkindes behandelt der Roman das Leben Nadia Comanecis.«   

Recklingshäuser Zeitung


»Lola Lafon beschreibt diese Geburtsstunde eines Weltstars so, als stünde der Leser mitten im staunenden Publikum und atme diesen speziellen Turnhallengeruch, diese Mischung aus Schweiß und Magnesium. So unmittelbar, so direkt ist der ganze Roman.«   

Der Bund


»Lola Lafons Roman kommt daher wie eine fulminante Kreuzung aus historischer Reportage und emotionaler Spurensuche in der alten Heimat.«   

Westdeutsche Allgemeine WAZ


»Sehr vielschichtig und besonders lesenswert.«   

Kurier Wien (A)


»Eine eigenwillige Erinnerung an die einstige Spitzenturnerin aus Rumänien.«   

literaturmarkt.info


»Lola Lafon schafft es, den Leser trotz vorangestellter Warnung glauben zu lassen, dass die Autorin sich im klärenden Dialog mit der Protagonistin befindet, um letztlich eine objektive Wahrheit zu Papier zu bringen. Doch weit gefehlt, alles abseits der turnerischen Fakten ist in Lafon selbst entstanden, was einem vor Augen führt, dass durchaus viele verschiedene subjektive Wahrheiten existieren, auch bei derart öffentlichen Personen wie einer Nadia Com?neci.«   

neues deutschland


»Die Autorin hat offenbar genau recherchiert, sie hat auch den nötigen sprachlichen und landsmannschaftlichen Hintergrund, um jenem merkwürdigen Kommunismus Rumäniens beizukommen (...)«   

die tageszeitung


»Lafon beschäftigt sich nicht nur mit Kinderquälerei, die das Kunstturnen darstellt, sondern mit dem brutalen Staat Rumänien und der Rolle ihrer turnenden Botschafterin, die am Ende der Ceaucescu-Herrschaft so etwas wie ein Spielzeug des verwöhnten Diktatorensohns gewesen ist. Lafon will verstehen, warum sie mitgespielt hat und dem Staat auch nach ihrer Flucht im November 1989 nicht wirklich untreu wurde.«   

boersenblatt.net


»Die Lebensgeschichte der rumänischen Turnerin Nadia Elena Com?neci bietet faszinierende Einblicke in die Zeiten des Kalten Krieges und des Lebens in Rumänien in dieser Zeit.«   

Saarländischer Rundfunk "Bücherlese"


»Ein lebendiger, unkonventioneller Roman.«   

Saarländischer Rundfunk »Bücherlese«


»Selbst zur Tänzerin ausgebildet, verfolgt die Autorin, wie aus einem kleinen verängstigten Mädchen eine öffentliche Frau wird und wie sich eine grausame Diktatur über diesen Ausnahmekörper definiert. Dabei schaltet sich eine fiktive Nadia Com?neci mit Kritik und Einwürfen in den Erzählfluss ein, so dass ein lebendiger, unkonventioneller Roman ›sui generis‹ entsteht.«   

Die Rheinpfalz


»Nicht um Nadia Comaneci geht es in diesem vielschichtigen und ebenso hervorragend formulierten wie konstruierten Buch, sondern um die Grautöne der Wirklichkeit und ihre Deutungshoheit.«   

Die Welt


» Lola Lafon hat ein tolles Sujet gefunden, sie steigt ein mit dem Moment der Vergöttlichung, jener überirdischen Schwebebalkenübung in Montreal 1976... Dann nimmt sie uns mit durch die Vorgeschichte der Comaneci, ihre Entdeckung, die Kniffe und Übergriffe, die ihr Trainer einsetzen muss, um sie durchzuboxen bis ganz oben.«   

Ruhr Nachrichten


«Das Buch fesselt den Leser durch den besonderen Schreibstil ebenso wie durch die Geschichte, die ein Stück Sport- und Politikhistorie lebendig werden lässt. Nicht nur für Zeitgenossen, die Nadia haben turnen sehen, interessant.«   

Annabelle (CH)


»Hochdramatisch, mitreißend.«   

ARTE »Metropolis«


»Wer war Nadia Comaneci wirklich? Welches Wesen entpuppt sich hinter dem Mythos? Die in Paris lebende Schriftstellerin, Sängerin und Theaterregisseurin Lola Lafon, selbst in Bukarest und Sofia aufgewachsen, hat einen ›Roman über eine Biografie‹ geschrieben und erzählt das dramatische Leben von Ceausescus Ausnahmesportlerin neu.«   

Echo (A)


»Eine grandios geschriebene Bio-Fiction.«   

Buchkultur Wien


»Atemberaubend, herzanrührend, entlarvend, bitter, respektvoll, kritisch - das sind alles zutreffende Adjektive für diesen Roman von Lola Lafon.«   

Kommentare zum Buch
Kommentieren Sie diesen Beitrag:

(wird nicht angezeigt)

Das könnte Ihnen auch gefallen

404 Seite Email