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Die FotografinDie FotografinDie Fotografin

Die Fotografin

Die vielen Leben der Amory Clay

Roman

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Die Fotografin — Inhalt

Das Mädchen mit der Kamera

Ein Klick, die Blende schließt – der Startschuss zu einem neuen Leben. Mit sieben hält Amory Clay ihre erste Kamera in Händen, eine Kodak Brownie Nummer 2, und mit ihr sind alle Weichen gestellt. Amory Clay, Fotografin, Reisende, Kriegsberichterstatterin. Statt als Gesellschaftsfotografin in London zu reüssieren, lässt Amory alles Vertraute hinter sich und beginnt 1931 ein Leben voller Unwägbarkeiten in Berlin. Ein Berlin der Nachtclubs, des Jazz, der Extravaganz und Freizügigkeit – und der ersten Anzeichen von Bedrohung und Willkür.

€ 24,00 [D], € 24,70 [A]
Erschienen am 01.02.2016
Übersetzer: Patricia Klobusiczky, Ulrike Thiesmeyer
560 Seiten, Hardcover mit Schutzumschlag
ISBN 978-3-8270-1287-6
€ 12,00 [D], € 12,40 [A]
Erschienen am 01.03.2018
Übersetzer: Patricia Klobusiczky, Ulrike Thiesmeyer
560 Seiten, Broschur
ISBN 978-3-492-31176-2
€ 11,99 [D], € 11,99 [A]
Erschienen am 23.01.2016
Übersetzer: Patricia Klobusiczky, Ulrike Thiesmeyer
560 Seiten, WMEPUB
ISBN 978-3-8270-7884-1
»Der Ton ist unprätentiös, die Szenen lebendig. […]. Erst auf den zweiten Blick wird deutlich, wie schlau Boyd die Fäden spinnt. Auch wenn wir genau wissen, dass alles erfunden ist, liest sich 'Die Fotografin' wie die Autobiografie einer Frau, die mindestens so real erscheint wie ihre Kolleginnen aus der Wirklichkeit.«
Tages-Anzeiger
»Clays Lebensgeschichte ist mit Schwarz-Weiß-Fotos belegt, die sie in London, Paris und New York aufgenommen hat. Angeblich. Wieder ist alles erfunden, wieder überzeugt die Story rundherum. Einfach genial, dieser Boyd.«
tip Berlin
»Der englische Titel 'Sweet Caress' meint, dass man in der Liebkosung des Lebens dessen Wert spüren soll. Sicher, das Leben kann grausam sein, aber wenn es süß ist, schöpfen wir unser Potenzial am besten aus.«
Kölnische Rundschau
»Die Fiktion so real erscheinen zu lassen, dass man vergisst, es mit Fiktion zu tun zu haben – so hat der Engländer William Boyd seine Poetik beschrieben, und sein neuer Roman 'Die Fotografin' setzt das brillant um.«
chrismon - Das evangelisch Magazin
»Es ist verrückt, wie psychologisch fundiert und mit welch großer Sympathie er über seine Hauptfigur redet. Als spräche er über ein gelebtes Leben. Das ist auch der tiefere Grund seines Schreibens. Er möchte Menschen erfinden, die so echt wirken, als wären sie unter uns gewesen.«
Brigitte Woman
»Der schottische Autor William Boyd ('Ruhelos') zeichnet das Porträt dieser faszinierenden Frau durch eine so elegante Vermengung von Fiktion mit Fakten, dass 'Die Fotografin' nicht nur als packender Roman funktioniert – sondern auch als eine Art Geschichtsbuch.«
freundin
»Boyd erzählt mit seiner fiktionalen Heldin Amory eine ganz eigene Geschichte des 20. Jahrhunderts. Das muss man einfach lesen.«
Norddeutscher Rundfunk "Bücherjournal"
»William Boyd lässt seine schillernde Heldin ins Berlin der Zwanzigerjahre stürzen, nach New York, Paris und Vietnam. Ein packendes fiktives Porträt - wie ein echtes Leben.«
Gala
»Was an dem Buch besonders faszinierend ist, ist in der Tat diese Frauenfigur. Es ist ja nicht ganz einfach, wenn ein männlicher Autor, wenn William Boyd, sich so intensiv in die Innenwelt einer Frau vertieft. Und das Verstörende an Amory Clay ist, dass man das Gefühl hat, diese Frau geht so nüchtern, so kühl mit allem um. Man kommt ihr wirklich nicht nah, aber das macht sie gerade zu so einer interessanten literarischen Figur.«
NDR Kultur "Gemischtes Doppel"
»'Die Fotografin' ist ein grandioser Künstlerroman, das Porträt einer Frau, die sich ihren Weg in einer von Männern dominierten Welt bahnt. Es ist aber auch ein Buch über Männer, die vom Trauma der Kriege gezeichnet sind und ihren Bedeutungsverlust in der emanzipatorischen Moderne nur schwer verkraften können.«
Rheinische Post
»Ein Leben aus der Zeitgeschichte heraus geschrieben.«
Tele Regional Passau
»Es gelingt ihm wieder einmal, genau so etwas zu machen. Das macht eben natürlich einen großen Schriftsteller aus, dass er uns tatsächlich in so etwas hineinzieht und das eben so gut macht, dass es uns eigentlich egal ist, ob das eine fiktive Biografie ist oder nicht. Wir folgen einfach dem Leben dieser Frau, weil es uns fasziniert.«
Hessischer Rundfunk 2 " Buch und Hörbuch"
»Amory kostet dieses gewaltige, verrückte, eruptive 20. Jahrhundert mit Leidenschaft aus. Ein wunderbarer Roman, der im Leben einer bemerkenswerten Frau eine ganze Epoche abbildet.«
annabelle
»Aber Boyds Stärken als Erzähler weit ausholender Geschichten, die immer von einer Ader feiner Ironie durchzogen sind, machen auch »Die Fotografin« zu einem großen Roman. […]. So verwischt man erfolgreich die Grenze zwischen Geschichte und Geschichten, und das können nur ganz wenige so gut wie William Boyd.«
Berliner Zeitung
»denn das ist echt so ein Buch, da möchte man beim Lesen die ganze Zeit ganz laut 'Ja‘ schreien, weil es einfach rundum gelungen ist. […]. Ich hab William Boyd als Schriftsteller dabei richtig gefeiert, dass er es geschafft hat, der Amory Clay und ihrem Leben so viel Tiefe zu geben, dass alles so real wirkt.«
WDR 1Live
»Das 20. Jahrhundert aus der Sicht einer Frau: Amory, geboren 1908, möchte die Welt ablichten, zu der Zeit ein männlicher Beruf. Sie fotografiert die Bordellszene in Berlin, überlebende Soldaten des Zweiten Weltkrieges und ist auch im grausamen Vietnamkrieg dabei. Feine Künstlerbiografie!«
Woman
»'Die Fotografin' erzählt spannend von einer erstaunlich gefassten Frau. Dem Schrecken wie der Wonne begegnet sie mit fotografischer Sachlichkeit. Am Ende möchte man tatsächlich so gelassen wie die wunderbare Amory auf diesen Wahnsinn namens Leben schauen.«
Brigitte
»Boyd gelingt es sehr überzeugend ein ganzes Jahrhundert zu erzählen, ohne dass man das Gefühl hat, die Zeitgeschichte sei nur Dekorum. Aber es ist eben wunderbar verschränkt mit dieser persönlichen Geschichte, mit dieser ganz eigenwilligen Frau, die in der Tat eine der faszinierendsten Frauengestalten des letzten Jahres ist ... das gelingt nicht vielen Romanciers auf diese Weise!«
MDR Figaro
»In 'Die Fotografin' entwirft William Boyd die faszinierende Autobiografie einer schillernden Frauenfigur, die sich von den 30er-Jahren bis in die 70er an den geopolitischen Brennpunkten der Geschichte des 20. Jahrhunderts bewegt. Starke Story, komplexe Komposition.«
MADAME
»William Boyd nimmt den Leser mit seiner fiktiven Biographie 'Die Fotografin' mit auf eine spannende Zeitreise durch mehrere Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts und gibt damit zugleich Einblicke in das Lebensgefühl dieser bewegten Zeiten. Dabei verzichtet er auf eine rein chronologische Erzählung, sondern wechselt permanent Orte und Zeiten. Seine zentrale Figur Amory Clay wird so als Mädchen, Geliebte und Mutter, als Künstlerin und emanzipierte Frau, als Zeitzeugin und als vom Leben hin- und hergeworfener Mensch erfahrbar. Eine großartige Erzählung, die wie ein packender Leinwandklassiker wirkt.«
Mokka - Das Magazin für das westliche Münsterland
»William Boyd mischt munter fiktionale Charaktere und historische Persönlichkeiten, bis hinein in die Danksagungen, wo man neben Prominenten wie Gerta Taro, Martha Gellhorn oder Diane Arbus auch komplett erfundene Fotografinnen entdeckt. Amory Clays angebliche Arbeiten decken eine große stilistische und technische Bandbreite ab, vom verwackelten Amateur-Schnappschuss bis zur professionellen Studioaufnahme. Kaum vorstellbar, dass sie alle von einer Fotografin stammen sollen. Aber das stört wenig, man wartet beim Lesen trotzdem gespannt auf das nächste Bild. […]. So virtuos wie William Boyd Amory Clays Geschichte erzählt, mit lebendigen Charakteren und tiefen Einblicken in die menschliche Psyche, folgt der Leser ihr gern.«
NDR Kultur
»Dieser Mix aus Biografie und Fiktion folgt dem Leben der Fotografin Amory Clay. Spannend und einfühlsam.«
Für Sie
»Boyd ‚beglaubigt‘ all dies mit passenden Fotografien[…]. Eine faszinierende Zugabe, die sein einschüchterndes Erzählteam keineswegs nötig hätte. Denn dieser selbstkritischen, energischen und verletzlichen, dabei nie larmoyanten Heldin folgt man überall hin.«
Kölnische Rundschau
»Ich habe mich verliebt in Amory Clay, diese tolle, selbstbewusste Engländerin, die ihren Weg ging in den schwersten Zeiten des 20. Jahrhunderts. Hab´ an ihren Lippen gehangen, wenn sie mir aus der Sicht einer Frau Anfang und Ende von Beziehungen erklärt und mir die Augen für die Folgen der Kriege geöffnet hat. Und war überrascht, als sie die geheime Mission der Briten in Vietnam enthüllte. Alles hat sie, so stand es im Buch, in ihrem Journal notiert. Ihre Bilder aus Berlin oder Saigon dokumentierten Ihren Erfolg als Fotografin. Ich wurde betrogen, denn die Bilder waren auf Flohmärkten gekauft, das Leben der Amory Clay zwischen 1908 und 1983 ist frei erfunden. William Boyd darf das, er ist Schriftsteller.«
NDR Kultur "Die NachDenker"
»William Boyd erzählt in 'Die Fotografin' das Leben der fiktiven Amory Clay, die am Ende ihres Lebens zurückblickt. Boyd vermengt in seinem Roman geschickt reale Fakten mit seiner Fiktion und erweist sich dabei als Meister des Verwirrspiels – bis in seine Danksagungen hinein. […]. Und wir zittern mit Amory, schämen oder freuen uns mit ihr. Wir glauben Boyd jedes Wort in diesem wunderbaren, 560 Seiten dicken Roman über das ganze Leben einer Fotografin in einem von Kriegen und Traumata gezeichneten Jahrhundert.«
Deutschlandradio Kultur
»'Die Zeit anhalten – den Bruchteil einer Sekunde auf einem Foto bannen‘ – das ist die große Leidenschaft der 1908 geborenen Amory Clay. Sie haben von der großen Fotografin noch nichts gehört? Kein Wunder! Sie ist die neueste Erfindung von William Boyd – und zwar wieder eine geniale! […]. Boyds Sache ist also Literatur im besten Sinne, eine Literatur, die das Wirkliche in Fiktionen findet und kreiert und nicht – wie etwa Knausgard – aus dem vermeintlich Authentischen Literatur macht.«
Bayerischer Rundfunk 2 "Diwan - Das Büchermagazin"
»'Die Fotografin' ist eines von den Büchern, von denen man wünscht, dass sie nie zu Ende sein sollten. Elegant geschrieben, raffiniert, klug und obendrein mit tiefer Warmherzigkeit erzählt. Amory wächst einem ans Herz wie eine echte Freundin, die man nicht mehr missen möchte.«
ARD "Titel, Thesen, Temperamente"

Leseprobe zu »Die Fotografin«

Amory Clay im Jahr 1928

PROLOG
Was hat mich dorthin gezogen, frage ich mich, ans Ende des Gartens? Ich erinnere mich an das Sommerlicht, an das Grün der Bäume, der Sträucher, des Rasens, das im Schein der weichen, wohlwollenden Nachmittagssonne leuchtete. War es das Licht? Doch da war auch noch das Gelächter, vom Teich her, wo ein Grüppchen Leute beisammenstand. Jemand hatte wohl herumgeblödelt und alle zum Lachen gebracht. Es waren das Licht und das Lachen.
Ich war im Haus, in meinem Zimmer, und langweilte mich. Durch das offene Fenster konnte ich die [...]

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Amory Clay im Jahr 1928

PROLOG
Was hat mich dorthin gezogen, frage ich mich, ans Ende des Gartens? Ich erinnere mich an das Sommerlicht, an das Grün der Bäume, der Sträucher, des Rasens, das im Schein der weichen, wohlwollenden Nachmittagssonne leuchtete. War es das Licht? Doch da war auch noch das Gelächter, vom Teich her, wo ein Grüppchen Leute beisammenstand. Jemand hatte wohl herumgeblödelt und alle zum Lachen gebracht. Es waren das Licht und das Lachen.
Ich war im Haus, in meinem Zimmer, und langweilte mich. Durch das offene Fenster konnte ich die Stimmen der Gäste hören, die sich angeregt unterhielten, und dann das plötzlich aufbrandende Arpeggio fröhlichen Gelächters, das mich veranlasste, vom Bett aufzustehen und ans Fenster zu gehen, um zu den Herren und Damen hinunterzuschauen, zu dem Festzelt und den mit Appetithäppchen und Bowleschüsseln eingedeckten Tischen. Ich wurde neugierig – warum machten sich von dort nun alle auf den Weg zum Teich? Was war der Anlass dieser Heiterkeit? Also lief ich eilig nach unten, um mich ihnen anzuschließen.
Und dann, mitten auf dem Rasen, machte ich noch einmal kehrt und lief zurück ins Haus, um meine Kamera zu holen. Wieso, wie kam ich auf die Idee? Heute, all diese Jahre später, glaube ich eine Ahnung zu haben. Ich wollte den Augenblick einfangen, diese freundliche Zusammenkunft im Garten an einem warmen Sommerabend in England; ihn einfangen und für alle Zeit fixieren. Irgendwie wusste ich, dass es in meiner Macht stand, die unerbittlich verrinnende Zeit anzuhalten und diese Szene, diesen Bruchteil einer Sekunde auf einem Foto zu bannen – mit den Damen und Herren in ihrer vornehmen Kleidung, die gerade so sorglos und unbekümmert lachten. Ich würde sie einfangen, für immer, dank der Fähigkeiten meines Wunderapparats. In meinen Händen lag die Macht, die Zeit anzuhalten; so dachte ich zumindest.

 


ERSTES BUCH
1908 – 1927

1. Mädchen mit Kamera
Wenn ich es recht bedenke, wurde schon am Tag meiner Geburt ein Fehler gemacht. Heute scheint es nicht mehr weiter von Belang, meine Mutter aber war darüber am 7. März 1908 – wie lange das schon her ist, fast siebzig Jahre – sehr erbost. An jenem Tag also kam ich zur Welt, und mein Vater musste auf strenges Geheiß meiner Mutter eine Geburtsanzeige in der Times aufgeben. Ich war ihr erstes Kind, also wurde die Welt, sprich: die Leserschaft der Londoner Times, pflichtschuldig über die Ankunft des neuen Erdenbürgers in Kenntnis gesetzt. »7. März 1908, Beverley und Wilfreda Clay, ein Sohn, Amory.«
Warum hat er »Sohn« angegeben? Um seine Frau zu ärgern, meine Mutter? Oder kam darin der unterdrückte Wunsch zum Ausdruck, ich möge kein Mädchen sein, weil er keine Tochter wollte? Ist das der Grund, frage ich mich, warum er mich später umzubringen versuchte? Als ich in einem Sammelalbum auf den alten, vergilbten Zeitungsausschnitt stieß, war mein Vater schon seit Jahrzehnten tot. Zu spät, ihn danach zu fragen. Ein weiterer Fehler.
Beverley Vernon Clay, mein Vater – Ihnen und seinen wenigen Lesern (die meisten längst verstorben) aber fraglos besser bekannt als B. V. Clay, Verfasser von Kurzgeschichten zu Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts – hauptsächlich Spuk- und Schauergeschichten –, gescheiterter Romanautor und Universalliterat. Geboren 1878, gestorben 1944. Der Eintrag über ihn im Oxford Companion to English Literature (dritte Auflage) lautet wie folgt:

Clay, Beverley Vernon

B. V. Clay (1878 – 1944). Autor von Kurzgeschichten. Gesammelt in Eine undankbare Aufgabe (1901), Das unheilvolle Wiegenlied (1905), Heimliche Vergnügen (1907), Der Freitags-Club (1910) u. a. Bänden. Er ist der Verfasser etlicher phantastischer Erzählungen, von denen »Die Belladonna-Wohltat« am bekanntesten ist. Sie wurde von Eric Maude (s. d.) für die Bühne bearbeitet und im Londoner West End über eine Laufzeit von gut drei Jahren über 1000-mal aufgeführt (siehe Edwardianisches Theater).


Macht nicht viel her, nicht wahr? Nicht eben viele Worte, um ein so verwickeltes, schwieriges Leben zusammenzufassen, aber wohl immer noch mehr, als über die meisten von uns in den diversen Annalen der Nachwelt zu lesen sein wird, die unseren flüchtigen Aufenthalt auf diesem kleinen Planeten verzeichnen. Lustigerweise ging ich immer davon aus, dass über mich, die Tochter B. V. Clays, wohl nie etwas geschrieben würde, was sich jedoch als Irrtum herausstellen sollte …

Nun, wie dem auch sei. Ich habe zwar frühe Kindheitserinnerungen an meinen Vater, begann ihn aber erst nach seiner Heimkehr 1918 aus dem Krieg – dem Großen Krieg – richtig kennenzulernen, mit zehn Jahren, als ich mich bereits ansatzweise zu der Person und Persönlichkeit entwickelt hatte, die ich heute bin. Die durch den Krieg entstandene zeitliche Lücke blieb natürlich nicht ohne Auswirkungen, und auch er, das haben mir seither alle bestätigt, war bei seiner Rückkehr nicht mehr derselbe, war durch seine Erlebnisse unwiderruflich verändert worden. Ich wollte, ich hätte ihn vor diesem Trauma besser gekannt – und wer wünschte sich nicht, in die Vergangenheit zurückreisen zu können und die eigenen Eltern kennenzulernen, ehe sie in die Elternrolle schlüpften? Ehe sie als »Mutter« und »Vater« zu mythischen Figuren im Kosmos der Familie wurden, für immer und ewig eingeschlossen und fixiert im Bernstein jener Bezeichnungen und aller damit einhergehender Konsequenzen?


Die Familie Clay.
Mein Vater: B. V. Clay (geb. 1878)
Meine Mutter: Wilfreda Clay (geborene Reade-Hill, geb. 1879)
Ich: Amory, die Erstgeborene, ein Mädchen (geb. 1908)
Schwester: Peggy (geb. 1914)
Bruder: Alexander, von jeher Xan genannt (geb. 1916)
Die Familie Clay.


*


BARRANDALE-JOURNAL 1977
Ich war auf der Rückfahrt von Oban nach Barrandale, im spukhaften Dämmerlicht eines schottischen Sommerabends, als mir eine Wildkatze ins Auge fiel, die quer über die Straße lief, keine zweihundert Meter vor der Brücke, die zu der Insel hinüberführt. Ich hielt sofort an und schaltete den Motor aus, blickte nach vorn und wartete. Die gemächlich dahinschleichende Katze hielt inne und wandte mir den Kopf zu, beinahe hochmütig, als fühlte sie sich durch mich gestört. Ich griff reflexhaft nach der Kamera, meiner alten Leica, hob sie ans Auge – und ließ sie wieder sinken. Es gibt keine langweiligeren Fotos als Tierfotos – wage ich zu behaupten. Ich sah zu, wie die getigerte Katze, die so groß war wie ein Cockerspaniel, ihre Straßenüberquerung beendete und in das neu angepflanzte Nadelgehölz verschwand. Dann ließ ich den Motor wieder an und setzte, seltsam beschwingt, die Heimfahrt zum Cottage fort.
Ich nenne es »das Cottage«, seine genaue postalische Anschrift aber lautet 6, Druim Rigg Road, Barrandale Island. Wo sich die Hausnummern 1 bis 5 befinden, entzieht sich meiner Kenntnis, denn das Cottage steht ganz allein an der kleinen Bucht, an der die Druim Rigg Road endet. Es ist ein zweistöckiges Haus, erbaut um 1850, mit soliden, dicken Mauern, kleinen Zimmern, zwei Schornsteinen und von einstöckigen Nebengebäuden links und rechts flankiert. Vermutlich hat hier jemand vor hundert Jahren mal das Land bewirtschaftet, aber davon ist heute nichts mehr zu sehen. Die geschindelten Dächer sind grün bemoost, und die mit Beton verschalten Mauern, die sich im Lauf der Zeit zu einem unschönen Graugrün verfärbt hatten, habe ich bei meinem Einzug schneeweiß tünchen lassen.
Es steht direkt an der kleinen, namenlosen Bucht, und wenn man sich nach links wendet, nach Westen, kann man die Südspitze von Mull sehen und den windgepeitschten, endlosen grauen Atlantik dahinter.


William Boyd

Über William Boyd

Biografie

William Boyd, 1952 in Ghana geboren, gehört zu den überragenden europäischen Erzählern unserer Zeit. Er schreibt Romane, Kurzgeschichten und Drehbücher und wurde vielfach ausgezeichnet. Im Berlin Verlag erschienen zuletzt »Ruhelos« (2007), »Einfache Gewitter« (2009), »Nat Tate« (2010), »Eine große...

Medien zu »Die Fotografin«

Pressestimmen

Tages-Anzeiger

»Der Ton ist unprätentiös, die Szenen lebendig. […]. Erst auf den zweiten Blick wird deutlich, wie schlau Boyd die Fäden spinnt. Auch wenn wir genau wissen, dass alles erfunden ist, liest sich 'Die Fotografin' wie die Autobiografie einer Frau, die mindestens so real erscheint wie ihre Kolleginnen aus der Wirklichkeit.«

tip Berlin

»Clays Lebensgeschichte ist mit Schwarz-Weiß-Fotos belegt, die sie in London, Paris und New York aufgenommen hat. Angeblich. Wieder ist alles erfunden, wieder überzeugt die Story rundherum. Einfach genial, dieser Boyd.«

Kölnische Rundschau

»Der englische Titel 'Sweet Caress' meint, dass man in der Liebkosung des Lebens dessen Wert spüren soll. Sicher, das Leben kann grausam sein, aber wenn es süß ist, schöpfen wir unser Potenzial am besten aus.«

chrismon - Das evangelisch Magazin

»Die Fiktion so real erscheinen zu lassen, dass man vergisst, es mit Fiktion zu tun zu haben – so hat der Engländer William Boyd seine Poetik beschrieben, und sein neuer Roman 'Die Fotografin' setzt das brillant um.«

Brigitte Woman

»Es ist verrückt, wie psychologisch fundiert und mit welch großer Sympathie er über seine Hauptfigur redet. Als spräche er über ein gelebtes Leben. Das ist auch der tiefere Grund seines Schreibens. Er möchte Menschen erfinden, die so echt wirken, als wären sie unter uns gewesen.«

freundin

»Der schottische Autor William Boyd ('Ruhelos') zeichnet das Porträt dieser faszinierenden Frau durch eine so elegante Vermengung von Fiktion mit Fakten, dass 'Die Fotografin' nicht nur als packender Roman funktioniert – sondern auch als eine Art Geschichtsbuch.«

Norddeutscher Rundfunk "Bücherjournal"

»Boyd erzählt mit seiner fiktionalen Heldin Amory eine ganz eigene Geschichte des 20. Jahrhunderts. Das muss man einfach lesen.«

Gala

»William Boyd lässt seine schillernde Heldin ins Berlin der Zwanzigerjahre stürzen, nach New York, Paris und Vietnam. Ein packendes fiktives Porträt - wie ein echtes Leben.«

NDR Kultur "Gemischtes Doppel"

»Was an dem Buch besonders faszinierend ist, ist in der Tat diese Frauenfigur. Es ist ja nicht ganz einfach, wenn ein männlicher Autor, wenn William Boyd, sich so intensiv in die Innenwelt einer Frau vertieft. Und das Verstörende an Amory Clay ist, dass man das Gefühl hat, diese Frau geht so nüchtern, so kühl mit allem um. Man kommt ihr wirklich nicht nah, aber das macht sie gerade zu so einer interessanten literarischen Figur.«

Rheinische Post

»'Die Fotografin' ist ein grandioser Künstlerroman, das Porträt einer Frau, die sich ihren Weg in einer von Männern dominierten Welt bahnt. Es ist aber auch ein Buch über Männer, die vom Trauma der Kriege gezeichnet sind und ihren Bedeutungsverlust in der emanzipatorischen Moderne nur schwer verkraften können.«

Tele Regional Passau

»Ein Leben aus der Zeitgeschichte heraus geschrieben.«

Hessischer Rundfunk 2 " Buch und Hörbuch"

»Es gelingt ihm wieder einmal, genau so etwas zu machen. Das macht eben natürlich einen großen Schriftsteller aus, dass er uns tatsächlich in so etwas hineinzieht und das eben so gut macht, dass es uns eigentlich egal ist, ob das eine fiktive Biografie ist oder nicht. Wir folgen einfach dem Leben dieser Frau, weil es uns fasziniert.«

annabelle

»Amory kostet dieses gewaltige, verrückte, eruptive 20. Jahrhundert mit Leidenschaft aus. Ein wunderbarer Roman, der im Leben einer bemerkenswerten Frau eine ganze Epoche abbildet.«

Berliner Zeitung

»Aber Boyds Stärken als Erzähler weit ausholender Geschichten, die immer von einer Ader feiner Ironie durchzogen sind, machen auch »Die Fotografin« zu einem großen Roman. […]. So verwischt man erfolgreich die Grenze zwischen Geschichte und Geschichten, und das können nur ganz wenige so gut wie William Boyd.«

WDR 1Live

»denn das ist echt so ein Buch, da möchte man beim Lesen die ganze Zeit ganz laut 'Ja‘ schreien, weil es einfach rundum gelungen ist. […]. Ich hab William Boyd als Schriftsteller dabei richtig gefeiert, dass er es geschafft hat, der Amory Clay und ihrem Leben so viel Tiefe zu geben, dass alles so real wirkt.«

Woman

»Das 20. Jahrhundert aus der Sicht einer Frau: Amory, geboren 1908, möchte die Welt ablichten, zu der Zeit ein männlicher Beruf. Sie fotografiert die Bordellszene in Berlin, überlebende Soldaten des Zweiten Weltkrieges und ist auch im grausamen Vietnamkrieg dabei. Feine Künstlerbiografie!«

Brigitte

»'Die Fotografin' erzählt spannend von einer erstaunlich gefassten Frau. Dem Schrecken wie der Wonne begegnet sie mit fotografischer Sachlichkeit. Am Ende möchte man tatsächlich so gelassen wie die wunderbare Amory auf diesen Wahnsinn namens Leben schauen.«

MDR Figaro

»Boyd gelingt es sehr überzeugend ein ganzes Jahrhundert zu erzählen, ohne dass man das Gefühl hat, die Zeitgeschichte sei nur Dekorum. Aber es ist eben wunderbar verschränkt mit dieser persönlichen Geschichte, mit dieser ganz eigenwilligen Frau, die in der Tat eine der faszinierendsten Frauengestalten des letzten Jahres ist ... das gelingt nicht vielen Romanciers auf diese Weise!«

MADAME

»In 'Die Fotografin' entwirft William Boyd die faszinierende Autobiografie einer schillernden Frauenfigur, die sich von den 30er-Jahren bis in die 70er an den geopolitischen Brennpunkten der Geschichte des 20. Jahrhunderts bewegt. Starke Story, komplexe Komposition.«

Mokka - Das Magazin für das westliche Münsterland

»William Boyd nimmt den Leser mit seiner fiktiven Biographie 'Die Fotografin' mit auf eine spannende Zeitreise durch mehrere Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts und gibt damit zugleich Einblicke in das Lebensgefühl dieser bewegten Zeiten. Dabei verzichtet er auf eine rein chronologische Erzählung, sondern wechselt permanent Orte und Zeiten. Seine zentrale Figur Amory Clay wird so als Mädchen, Geliebte und Mutter, als Künstlerin und emanzipierte Frau, als Zeitzeugin und als vom Leben hin- und hergeworfener Mensch erfahrbar. Eine großartige Erzählung, die wie ein packender Leinwandklassiker wirkt.«

NDR Kultur

»William Boyd mischt munter fiktionale Charaktere und historische Persönlichkeiten, bis hinein in die Danksagungen, wo man neben Prominenten wie Gerta Taro, Martha Gellhorn oder Diane Arbus auch komplett erfundene Fotografinnen entdeckt. Amory Clays angebliche Arbeiten decken eine große stilistische und technische Bandbreite ab, vom verwackelten Amateur-Schnappschuss bis zur professionellen Studioaufnahme. Kaum vorstellbar, dass sie alle von einer Fotografin stammen sollen. Aber das stört wenig, man wartet beim Lesen trotzdem gespannt auf das nächste Bild. […]. So virtuos wie William Boyd Amory Clays Geschichte erzählt, mit lebendigen Charakteren und tiefen Einblicken in die menschliche Psyche, folgt der Leser ihr gern.«

Für Sie

»Dieser Mix aus Biografie und Fiktion folgt dem Leben der Fotografin Amory Clay. Spannend und einfühlsam.«

Kölnische Rundschau

»Boyd ‚beglaubigt‘ all dies mit passenden Fotografien[…]. Eine faszinierende Zugabe, die sein einschüchterndes Erzählteam keineswegs nötig hätte. Denn dieser selbstkritischen, energischen und verletzlichen, dabei nie larmoyanten Heldin folgt man überall hin.«

NDR Kultur "Die NachDenker"

»Ich habe mich verliebt in Amory Clay, diese tolle, selbstbewusste Engländerin, die ihren Weg ging in den schwersten Zeiten des 20. Jahrhunderts. Hab´ an ihren Lippen gehangen, wenn sie mir aus der Sicht einer Frau Anfang und Ende von Beziehungen erklärt und mir die Augen für die Folgen der Kriege geöffnet hat. Und war überrascht, als sie die geheime Mission der Briten in Vietnam enthüllte. Alles hat sie, so stand es im Buch, in ihrem Journal notiert. Ihre Bilder aus Berlin oder Saigon dokumentierten Ihren Erfolg als Fotografin. Ich wurde betrogen, denn die Bilder waren auf Flohmärkten gekauft, das Leben der Amory Clay zwischen 1908 und 1983 ist frei erfunden. William Boyd darf das, er ist Schriftsteller.«

Deutschlandradio Kultur

»William Boyd erzählt in 'Die Fotografin' das Leben der fiktiven Amory Clay, die am Ende ihres Lebens zurückblickt. Boyd vermengt in seinem Roman geschickt reale Fakten mit seiner Fiktion und erweist sich dabei als Meister des Verwirrspiels – bis in seine Danksagungen hinein. […]. Und wir zittern mit Amory, schämen oder freuen uns mit ihr. Wir glauben Boyd jedes Wort in diesem wunderbaren, 560 Seiten dicken Roman über das ganze Leben einer Fotografin in einem von Kriegen und Traumata gezeichneten Jahrhundert.«

Bayerischer Rundfunk 2 "Diwan - Das Büchermagazin"

»'Die Zeit anhalten – den Bruchteil einer Sekunde auf einem Foto bannen‘ – das ist die große Leidenschaft der 1908 geborenen Amory Clay. Sie haben von der großen Fotografin noch nichts gehört? Kein Wunder! Sie ist die neueste Erfindung von William Boyd – und zwar wieder eine geniale! […]. Boyds Sache ist also Literatur im besten Sinne, eine Literatur, die das Wirkliche in Fiktionen findet und kreiert und nicht – wie etwa Knausgard – aus dem vermeintlich Authentischen Literatur macht.«

ARD "Titel, Thesen, Temperamente"

»'Die Fotografin' ist eines von den Büchern, von denen man wünscht, dass sie nie zu Ende sein sollten. Elegant geschrieben, raffiniert, klug und obendrein mit tiefer Warmherzigkeit erzählt. Amory wächst einem ans Herz wie eine echte Freundin, die man nicht mehr missen möchte.«

myself

»Die fiktive Biografie ist eine Mischung aus Abenteuer, Lovestory und Lebensbeichte, vielleicht ein bisschen viel für einen Roman, aber weil Leserinnen für weibliche Draufgänger schwärmen, steht »Die Fotografin« längst auf den Bestsellerlisten.«

BÜCHERmagazin

»Für seinen neuen Roman über die fiktive Fotografin Amory Clay verwendet William Boyd 75 Schwarz-Weiß-Fotografien, die diesen Künstlerroman zu einem faszinierenden Bilderbogen des 20. Jahrhunderts machen.«

Deutsche Welle

»Wie immer bei diesem Autor stößt der Leser auf ein Geflecht zwischen Fiktion und realen Geschehnissen. Eine erfundene Biografie vor dem Hintergrund des Weltgeschehens, das ist die Spezialität des 1952 in Ghana geborenen Briten. Sein 13. Roman ist vielleicht nicht sein bester, aber Boyd schreibt nie schlecht – ein pralles Lesevergnügen bietet er immer.«

Wiener Zeitung

»So interessant und Kühn all diese Kniffe und Tricks, die Boyd bei der Konstruktion seiner 'Ganzen-Leben-Romane' anwendet, auch sind – so wenig aufregend lesen sich dann die Ergebnisse.«

buchkritik.at

»Es sind ungemein starke Bilder, die dieses Buch hinterlässt. Das liegt einerseits daran, dass William Boyd ein begabter Geschichtenerzähler ist und hat damit andererseits damit zu tun, dass es einem immer mal wieder verblüffende Einsichten vermittelt. «

Neues Deutschland

»Boyd ist ein Erzähler im klassischen Sinne. Jeder Satz, jede Wendung, jede Seite dieses Buches ist ein Genuss. Gehen Sie auf eine abenteuerreiche Reise in die Erinnerungen seiner sympathischen Heldin, die nicht zuletzt dadurch faszinieren, dass hier ein männlicher Autor so ungemein weiblich das Tagebuch einer Frau führt.«

Der Tagesspiegel

»Boyd erfindet Biografien und das so gut, dass mancher seine Fiktion glatt für Realität gehalten hat. Gerade schenkte er der schottischen Fotografin Amory Clay das Leben.«

Delmenhorster Kreisblatt

»Dieses Buch zeichnet den Lebensweg einer faszinierenden Frauenfigur nach, die sich trotz aller Unsicherheiten stets treu geblieben ist.«

Kleine Zeitung

»In seinem neuen Roman 'Die Fotografin' lässt Boyd ‚die vielen Leben der Amory Clay‘ in glanzvollen Schnappschüssen Revue passieren. […]. Der Roman heißt im Original übrigens 'Sweet Caress' - süße Umarmung. Wenn Literatur den Leser dermaßen liebevoll (und gleichzeitig fordernd) in die Arme schließt, sind die Grenzen zwischen Fiktion und Fakten völlig nebensächlich.«

choices.de

»In Amory Clay hat man sich sofort verliebt, gerade weil sie nicht perfekt ist, manche Niederlage einstecken muss, dafür besitzt sie umso mehr weibliche Ausstrahlung, durchschaut die Männer und liebt sie, ohne deshalb etwas von sich selbst aufzugeben.«

buecherrezensionen.org

»'Sweet Caress', übersetzt von Patricia Klobusiczky und Ulrike Thiesmeyer, ist nicht nur ein clever konzipiertes und überzeugend realisiertes Spiel mit der Wirklichkeit, sondern auch stilistisch vielfältig. Besonders die packenden Reportagen, etwa aus Vietnam (Hubschrauberflug zum Dorf 'Pluto‘), belegen William Boyds schriftstellerische Meisterschaft. Satte fünfhundertfünfzig Seiten gut gemachter, spannender und zeitgeschichtlich aufschlussreicher Unterhaltung, ein brillanter Tanz in einem Spiegelsaal.«

Zuger Presse

»Amory ist eine Frau, die ihrer Zeit voraus ist und die unerschrocken ihren Weg geht.«

DasMagazin

»eine ungewöhnlich klare, durchsetzungsfähige Frau, die gegen alle Konventionen Fotografin werden will und wird, einen guten Blick für Menschen und eine große Lust am Leben hat.«

Trierischer Volksfreund

»'Die Fotografin' ist ein wunderbares Porträt einer für die 1920er Jahre außergewöhnlich emanzipierten Frau. […]. Diese Frau mit ihrem starken Willen, ihrer Lebensweisheit, ihrem harten Panzer, unter dem sich doch ein weiches Herz verbirgt, wächst einem ans Herz. Die letzte Seite kommt da viel zu schnell.«

Lebensart im Norden

»Boyd lässt den Leser glauben, sie habe wirklich gelebt, seine Ich-Erzählerin, habe tatsächlich all das gesehen und fotografiert, was hier alles – mit Fotos unterlegt – erzählt wird. Da sind die wilden Zwanziger in Berlin, die Nazis in Frankreich, da ist Vietnam und da sind ihre persönlichen Erlebnisse und vieles mehr in diesem fulminanten Roman.«

Myway

»Der Autor ergänzt seine fiktive Geschichte mit realen Fotos zu einem eindrücklichen Kunstwerk.«

Neon

»Worum geht’s wirklich? – Das ungewöhnliche Leben einer extrem selbstbestimmten Frau im 20. Jahrhundert. Clay ist zwar Fiktion, der Autor beruft sich aber auf Legenden wie Lee Miller, Martha Gellhorn und Diane Arbus.«

kulturkomplott.de

»Dieses Buch ist eine Mischung aus anregend erzählter Zeitgeschichte und dem individuellen Überlebenskampf einer Frau, in Zeiten, in denen das weibliche Geschlecht die eigenen Geschicke nur gegen große äußere und innere Widerstände umzusetzten in der Lage war. So entsteht das literarische Bild einer Persönlichkeiten, die in manchen Situationen ihres Lebens ihr von Zweifeln gequält sein und ihre Ohnmacht thematisiert.«

buchnews.com

»Falls Sie von der großen Fotografin Amory Clay noch nie gehört haben, hat das nichts mit einer Bildungslücke zu tun. Es gab sie nie. Genauso wenig wie Nat Tate, den amerikanischen Expressionisten, der völlig zu Unrecht in Vergessenheit geriet. Nein, Amory Clay ist eine weitere von William Boyds Erfindungen, und ihre Geschichte ist, wie ihre Vorgänger in Boyds berühmter Trilogie der Fälschungen, so genial mit geschichtlichen Ereignissen verbunden, so sorgfältig konstruiert, sogar mit entsprechenden Fotografien versehen, dass sie täuschend echt wirkt.«

schreib-lust.de

»Besonders eindringlich wird Amorys Suche nach der verschwundenen Tochter erzählt. Bis zuletzt gibt sie nicht auf. William Boyds Roman macht deshalb Mut und unterhält zugleich. «

Aachener Zeitung

»Boyd schildert eine Frau, die unerschrocken ihren Weg geht. Verblüffend modern.«

leckerekekse.de

»Eine wirklich interessante Lebensgeschichte, die mir durch die verwendeten Fotos sehr real vorkommt. Immer wieder muss ich mir vergegenwärtigen, dass diese Frau fiktiv ist. […]. Ich habe dieses Buch sehr gerne gelesen und kann es jedem empfehlen, der gerne Biografien liest und sich für die Geschichte des 20. Jahrhunderts interessiert.«

kerstin-scheuer.de

»In 'Die Fotografin' verwebt William Boyd geschickt geschichtliche Fakten und Fiktion zu einem über weite Teile sehr authentischen Porträt einer für ihre Zeit erstaunlich selbstständigen und unabhängigen Frau. Gleichzeitig ist der Roman auch ein Porträt des vergangenen Jahrhunderts, denn Amory Clays Lebensgeschichte reicht über die wilden 20er Jahre und beide Weltkriege bis zur Hippie-Ära und dem Vietnamkrieg.«

Express

»Es ist ein wilder Galopp durch das 20. Jahrhundert, der absolut authentisch wirkt. Und doch ist alles eine Farce, eine Erfindung des britischen Autors, der auch schon in früheren Romanen seine Phantasie als Realität verkleidete. Boyd passt seine Sprache dem Sujet an: Das Buch liest sich wie eine große Reportage – unterhaltsam, informativ, ironisch.«

Abendzeitung München

»'Die Fotografin', ein Roman, der alle Facetten von Boyds Talent vereint. […]. Boyds Figuren sind immer dort, wo der Zeitgeist weht und Geschichte geschrieben wird.«

Heilbronner Stimme

»Aber Boyds Stärken als Erzähler weit ausholender Geschichten, die immer von feiner Ironie durchzogen sind, machen auch 'Die Fotografin' zu einem großen Roman. [...] Fotos sind eine ganze Reihe abgedruckt, Familienbilder, Schnappschüsse, Kunstfotos.«

SUPERillu

»Mit sieben Jahren hält Amory Clay ihre erste Kamera in der Hand. Damit beginnt die Reise einer Frau durchs 20. Jahrhundert, die in ihren Bildern die spannendsten Momente ihres Lebens festhält. Bildhaft schön!«

barrois.de

»'Die Fotografin' ist ein kühnes Buch und die mitreißende Geschichte eines gut gelebten Leben. Das ist Literatur im besten Sinne. Und es beweist, dass William Boyd für Vergnügen, für sehr viel Spaß beim Lesen sorgen kann. Ein überaus zufriedenstellendes Buch in höchstem Maße unterhaltsam.«

fantasie-und-taeumerei.blogspot.de

»'Die Fotografin' ist der einnehmende Roman über eine Persönlichkeit von großer Präsenz. Sprachlich an die darin angestimmte Atmosphäre angepasst, mit wechselwirkenden Stimmungslagen ausgefüllt, war es für mich der pure Genuss, Amory Clay auf ihrem Lebensweg zu begleiten.«

buch-haltung.blogspot.de

»Ein typischer Schmöker aus der Feder von William Boyd, der abseits der bekannten historischen Leuchtfeuer auch unbekannte Aspekte wie etwa die Aufstände von britischen Faschisten vor dem Zweiten Weltkrieg behandelt. Ein Buch, ein Leben, viele Fotos - William Boyd hat wieder zugeschlagen!«

Domradio Köln

»An dem Schicksal dieser Frau wird das 20. Jahrhundert erzählt. Und das ist so genial geschrieben und ist so wunderbar. Ich kann dieses Buch jedem nur wärmstens empfehlen!«

Linger Tagespost

»Amory Clay begegnete dem Leser als moderne, gefühlsstarke Frau, die alle Höhen und Tiefen ihres Lebens durchlebt. In der Rückschau erkennt sie auch die Fehler, die sie berufliche, noch mehr jedoch in Liebesdingen, begangen hat. Der Leser sympathisiert mit der gealterten Amory, die in plauderndem, nüchternen Ton von ihren Erlebnissen erzählt.«

Potsdamer Neueste Nachrichten "Abo spezial"

»Das Ergebnis ist ein Porträt, das Realität und Fiktion miteinander verwebt, und einige der zentralen gesellschaftlichen Brennpunkte der vergangenen einhundert Jahre schlaglichtartig erhellt.«

literaturleuchtet.wordpress.com

»Ein typischer Boyd, im besten Sinne! Boyd gelingt es wie immer mitreißende Lebensgeschichten zu erzählen (siehe auch die frei erfundene Künstlerbiografie 'Nat Tate'). Selbst nach reichen 560 Seiten war es mir noch nicht genug.«

sandammeer.at

»William Boyd hat einen eindrucksvollen Roman geschrieben, der nicht nur eine Lebensgeschichte erzählt, die so plausibel erscheint, dass man geneigt ist, zu überprüfen, ob Amory Clay nicht doch existiert hat. Es ist eine Geschichte, die auch zeigt, wie sich die Rolle von Frauen im Laufe des letzten Jahrhunderts entwickelt hat, die zeigt, welche Wunden die Kriege aufgerissen haben, die im zwanzigsten Jahrhundert so zahlreich waren. Zusätzlich ist es ein Buch, das eine starke Frau im Mittelpunkt hat, die ihren Weg im Leben und in der Liebe geht, egal, wie viele Hindernisse man ihr in den Weg legt.«

Bayern 2 Kultur "Sonntagsbeilag"

»Boyd gilt heute als einer der herausragenden Erzähler der europäischen Literatur, er schreibt Romane, Kurzgeschichten, aber auch Drehbücher. Sein Werk wurde vielfach ausgezeichnet. Boyd liebt das Spiel mit der Authentizität. Vor der fiktiven Fotografin Amory Clay aus 'Die Fotografin' erfand er mit 'Nat Tate' (2010) eine Künstlergestalt, die eine breite Öffentlichkeit zunächst als authentisch ansehen musste.«

Wien Spiegel

»Boyd versteht es gekonnt, Fiktion und Geschichte miteinander zu verschränken.«

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