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Die Farbe der Zukunft

Die Farbe der Zukunft

Die Zeitenspringer-Saga 2

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Die Farbe der Zukunft — Inhalt

Wenn man Mitglied einer geheimen Zeitreiseorganisation ist, hat man sicherlich kein ruhiges Leben. Doch seit Annum Guard eine neue Chefin hat, steht Amanda, Codename Iris, nonstop unter Stress. Zum Glück hat sie ihren Freund Abe an ihrer Seite! Doch als plötzlich mehrere Zeitenspringer spurlos verschwinden, macht Iris eine schreckliche Entdeckung: Eine Einheit namens »Blackout« versucht jeden umzubringen, der sich einer korrupten Macht in den Weg stellt, die die Missionen Annum Guards torpediert. Gemeinsam müssen Iris und Abe das dichte Netz aus Lügen und Geheimnissen in Annum Guard entwirren ohne aufzufliegen. Doch je mehr Iris erfährt, desto mehr muss sie sich fragen, wie viel sie riskieren will … Denn wer zu sehr in die Vergangenheit eingreift, gefährdet die Menschheit selbst.

€ 9,99 [D], € 9,99 [A]
Erschienen am 09.11.2015
Übersetzt von: Diana Bürgel
384 Seiten, WMEPUB
EAN 978-3-492-97150-8

Leseprobe zu »Die Farbe der Zukunft«

Kapitel 1

 

Ich bin diesen Monat schon dreimal Zeugin geworden, wie mein Vater das Gesetz gebrochen hat, und ich kann definitiv ­sagen, dass es nicht so ist wie im Kino.
Auf der großen Leinwand treffen sich die Bösen immer im Hinterzimmer eines gut besuchten chinesischen Restaurants mit irgendwelchen zwielichtigen Gestalten. Sie sehen sich misstrauisch um, während man ihnen unter dem Tisch einen gepolsterten Umschlag zuschiebt. Aber so funktioniert es im echten Leben nicht. Jedenfalls nicht bei meinem Vater.
Einmal gab es ein Schulterklopfen am Gate C14 [...]

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Kapitel 1

 

Ich bin diesen Monat schon dreimal Zeugin geworden, wie mein Vater das Gesetz gebrochen hat, und ich kann definitiv ­sagen, dass es nicht so ist wie im Kino.
Auf der großen Leinwand treffen sich die Bösen immer im Hinterzimmer eines gut besuchten chinesischen Restaurants mit irgendwelchen zwielichtigen Gestalten. Sie sehen sich misstrauisch um, während man ihnen unter dem Tisch einen gepolsterten Umschlag zuschiebt. Aber so funktioniert es im echten Leben nicht. Jedenfalls nicht bei meinem Vater.
Einmal gab es ein Schulterklopfen am Gate C14 des Logan Airports in Boston. Das war im Jahr 1975. Ein anderes Mal ­einen Handschlag im Büro eines Nachwuchs-Kongressabgeordneten aus Illinois in Capitol Hill, Washington, D. C. Das war 1902. Und jetzt das Klirren zweier Bier­krüge bei McSorley’s in der Seventh Street in Manhattan. Es ist 1939.
Ich halte den Kopf gesenkt und werfe einen Blick auf meine goldene Uhr, bevor ich sie wieder an ihrer Kette in die Tasche meiner Weste gleiten lasse. Sie ist Teil des Kostüms. Dann greife ich nach ­einem meiner eigenen Gläser. In dieser Bar hat man nur die Wahl zwischen dunklem Ale und hellem Ale. Ich habe mich für das dunkle entschieden und kurz darauf zwei volle Krüge bekommen. Keine Ahnung, warum sie mir gleich zwei gebracht haben. Ich wollte ja nicht mal einen, aber irgend­etwas musste ich bestellen. Das Glas fühlt sich schon ganz warm an, und ich stelle es wieder ab, unberührt seit einer halben Stunde. Dann lehne ich mich wieder in meine Nische zurück.
Der Wirt legt seinen Lappen weg und nickt zu meinem Krug hin. » Was’n los, Freundchen ? Schmeckt’s nich ? « So wie er das sagt, klingt es kein bisschen freundlich. Kein bisschen nach : » Hey, Kumpel, warum versuchst du dann nicht mal das Helle ? « Hinter dieser einfachen Frage verbirgt sich eher eine Drohung. Ich muss schleunigst hier raus.
Ich setze zu einem Kopfschütteln an, bremse mich aber gerade noch rechtzeitig. Die Klammern, die mein Haar unter dem Hut fixieren, fühlen sich ein bisschen locker an. Das Letzte, was ich jetzt brauchen kann, ist eine Lockenflut, die mir über die Schultern fällt. Damit stünde ich im Zentrum der Aufmerksamkeit – auch der Aufmerksamkeit meines ­Vaters – und ich müsste eine Menge erklären. Schließlich werden noch einunddreißig Jahre vergehen, bis Frauen in ­einer Bar wie dieser hier erlaubt sind.
» Alles bestens «, murmle ich und ahme nur so zum Spaß einen rumänischen Akzent nach. » Keinen Durst. «
An einem Tisch nur ein paar Meter weiter steht mein ­Vater auf und streckt dem Mann ihm gegenüber die Hand hin. Ich weiß zwar nicht, wer der Kerl ist, aber wenn ich von meinen bisherigen Erfahrungen ausgehe, tippe ich mal auf jemanden aus der oberen Führungsebene einer Firma, die Kriegsgerät herstellt. Gewehre, Panzer, Bomben, Flugzeuge. Krieg kann offenbar sehr profitabel sein, wenn man die richtigen Leute dazu bekommt, auf der richtigen gestrichelten Linie zu unterschreiben. Eine Lebensweisheit, die ich meinem durch Abwesenheit glänzenden Vater verdanke.
Der Mann reicht meinem Vater eine Visitenkarte, die er in die Innentasche seines Jacketts steckt. Mist. Das verkompliziert die Lage. Schnell senke ich den Blick wieder auf meinen Krug, als mein Vater an mir vorbeischlendert. Aber soweit ich es beurteilen kann, sieht er mich nicht einmal an. Genau wie in den Jahren 1975 und 1902. Ich frage mich, ob er mich wohl auch ignorieren würde, wenn er in der Gegenwart noch am Leben wäre. Oder ob ihn in diesem Fall irgendein un­­erklärlicher elterlicher Instinkt zu mir ziehen würde. Ich weiß es nicht. Er ist gestorben, als ich noch ein Baby war, und ich habe nie gelernt, wie eine normale Eltern-Kind-­Beziehung funktionieren sollte.
Ich lasse meinem Dad etwas Vorsprung, bevor ich ein paar Münzen aus der Tasche fische und sie auf den Holz­tresen lege. Der Wirt ruckt nur mit dem Kopf, als wollte er sagen : » Gut, dass du endlich Leine ziehst und an einem Freitagabend Platz in der Bar machst. « Ich reagiere nicht darauf.
Stattdessen folge ich meinem Vater auf die Straße. Ich muss an diese Visitenkarte kommen, bevor er wieder in die Gegenwart springt. Na ja, in seine Gegenwart. Er ist im Jahr 1991 zu diesem Einsatz aufgebrochen. Ich erst Jahrzehnte später.
Eine Frau kommt uns entgegen. Sie trägt einen Pullover, der gut zwei Nummern zu klein ist, und einen engen Bleistiftrock, der nur sehr wenig der Phantasie überlässt. Bitte nicht, flehe ich stumm, aber natürlich dreht sich mein Vater nach ihr um, und sein Blick wandert an der Naht ihrer Strümpfe entlang nach oben, während sie davonstolziert.
Du hast eine Ehefrau zu Hause, denke ich. Aber wenigstens verschafft mir das eine Gelegenheit. Ich schnappe mir eine zerknitterte Ausgabe der New York Times, die ganz oben in einem Mülleimer liegt, und beeile mich, meinen Vater einzuholen. Ich falte die Zeitung auseinander und tue so, als würde ich die Schlagzeile lesen :

DEUTSCHLAND UND RUSSLAND UNTERZEICHNEN ­ZEHNJÄHRIGEN NICHTANGRIFFSPAKT

Ich schnaube. Das war ja wohl reine Papierverschwendung. Erst im letzten Moment hebe ich den Kopf und sehe, wie sich mein Vater umdreht. Rasch schaue ich wieder auf die Zeitung hinunter. Mein Dad prallt direkt gegen mich.
» Oh, tut mir leid ! «, sagt er, während ich die Hand in ­seine Jacketttasche schiebe und die Visitenkarte heraushole. Sein Lächeln ist warm und freundlich. Und vollkommen unaufrichtig.
» Mein Fehler «, gebe ich mit rauer Stimme zurück. Dieses Mal ohne rumänischen Akzent. Mein Vater würde ihn bestimmt erkennen, und wir werden ganz sicher nicht » Hey, kommen Sie aus Rumänien ? Die Mutter meiner Frau ist Rumä­nin « spielen. Eines habe ich in den vergangenen Mo­naten während der Beschattung meines Vaters gelernt, nämlich dass er zu der Sorte Mensch gehört, die mit jedem über alles redet. Eine Menge Smalltalk, wie bei einem Politiker.
Ich senke den Kopf und gehe weiter, damit er mich nicht aus der Bar wiedererkennen kann, Akzent hin oder her. Ich biege in die nächste Straße ein und werfe die Zeitung in ­einen anderen Mülleimer. Dann ziehe ich die Karte hervor.

HENRY GRAHAM
VIZEPRÄSIDENT
IBERIA HOLDINGS

Iberia Holdings. Das ist neu. Iberien. Das hat doch irgendwas mit Spanien zu tun. Scheiße, hoffentlich bedeutet das nicht, dass es ein ausländisches Unternehmen ist. Solchen Spuren zu folgen, ist so viel schwieriger. Das wird der Petze nicht gefallen.
Ich wiederhole Namen und Berufsbezeichnung des Mannes ein paarmal im Kopf und linse dann um die Ecke. Mein Vater eilt gerade die Stufen zur U-Bahn-Haltestelle der Eighth Street hinunter. Er will zur Penn Station. Ich folge ihm zum Gleis, halte aber gut sechs Meter Abstand. Rumpelnd fährt die Bahn ein, und ich achte darauf, dass mein ­Vater auch wirklich einsteigt, bevor ich durch eine andere Tür dasselbe Abteil betrete.
Während der Fahrt begafft mein Vater grinsend noch mindestens drei weitere Frauen. Schließlich verwickelt er eine junge Blondine mit schlecht gefärbtem Ansatz in ein Gespräch. Es gefällt mir nicht. Das alles gefällt mir überhaupt nicht.
Als die Bahn an der Penn Station hält, ergreift mein Vater die Hand der Blondine und küsst sie. Er berührt tatsächlich mit den Lippen ihre Haut, was meine eigene kribbeln lässt. Ich rolle die Schultern, einmal, zweimal, als könnte ich dieses Gefühl abschütteln. Aber es bleibt, legt sich um mich wie ein Schal, den ich nicht abnehmen kann. Oder will.
Dann hechte ich aus dem Abteil und sehe meinen Vater ein paar Schritte vor mir. Die Haltestelle ist voller abend­licher Pendler, was die Sache hier so viel einfacher macht. ­Allerdings kommt mir im Grunde alles wie ein Kinderspiel vor, seit ich meinem Vater einmal im fast menschenleeren Logan Airport eine Aktenmappe klauen, den gesamten Inhalt fotokopieren und sie meinem Vater dann wieder unterschieben musste, ohne dass er etwas davon merkte.
Ich gleiche den Rhythmus meiner Schritte seinem an und folge ihm zu den Treppen. Er will zurück nach Boston, um zu projizieren, und genau das habe ich auch vor. Nur werde ich dafür einen anderen Zug nehmen. Vor mir bildet sich eine Menschentraube. Ein Pulk von Pendlern, die sich durch das Drehkreuz schieben und schubsen. Perfekt. Ich positioniere mich rechts von meinem Vater und trete gleichzeitig mit ihm an das Drehkreuz. Er rammt mir den Ellbogen in die Seite, um sich vor mir hindurchzudrängeln – reizend –, und ich stecke rasch die Karte zurück in seine Tasche, bevor ich zurücktrete, um ihn vorzulassen.
Erledigt.
Dieser Einsatz ist verdammt noch mal erledigt.
Ich mache kehrt und kämpfe mich durch das Gedränge der Menschen, die an diesem Freitag Abend dringend nach Hause wollen, dann lasse ich mich auf eine Bank fallen. Ich habe eine Fahrkarte für den Zug um 19 : 15 Uhr, aber ich habe es nicht eilig. Ich weiß, was in der Gegenwart auf mich wartet. Ganz kurz stelle ich mir vor, wie ich » aus Versehen « den Zug verpasse und die Nacht in New York verbringe, doch dann zerplatzt die Vision wie ein überdehnter Luftballon, als mir klar wird, wie viel Papierkram ich dafür zu erledigen hätte.
Außerdem möchte ich Abe sehen. Ich komme mir zwar fast ein bisschen abhängig vor, aber jedes Mal, wenn ich ­einen dieser Einsätze hinter mich gebracht habe, sehne ich mich schrecklich nach ihm. Als hätte mein Hirn endlich erkannt, wie gestört mein altes Leben zu Hause gewesen ist, und als wäre die Stabilität, die Normalität, die ich jetzt endlich kosten darf, schon ein Teil von mir geworden.
Nur noch eine Zugfahrt trennt mich davon. Aber jetzt bin ich am Verhungern. Für eine Brezel würde ich töten. Für irgendetwas mit vielen Kohlehydraten und ohne echten Nährwert. Ich habe keine Ahnung, wann Brezeln Teil des amerikanischen Snackrepertoires geworden sind, aber nach einem kurzen Blick durch die Bahnhofshalle weiß ich, dass 1939 zu früh ist.
Seufzend kaufe ich mir für zehn Cent einen Hotdog und steuere die nächste Bank an. Nach einem Bissen fällt mir wieder ein, warum ich keine Hotdogs esse. Sie riechen nach Schweiß und schmecken nur unwesentlich besser.
Ich stehe auf und werfe das Teil in den nächsten Müll­eimer. Inzwischen müsste mein Vater jede Menge Vorsprung haben. Vermutlich sitzt er schon in seinem Zug.
Es ist bereits nach elf Uhr abends, als ich an der South Station in Boston ankomme. Ich winke ein Taxi heran. Es sieht aus wie ein Filmrequisit. Das Auto ist lang, blasen­förmig und gelb-orange lackiert. Die Kotflügel sind hellrot, und entlang der Türen verläuft eine schwarz-weiß karierte Zierleiste. Als ich mich auf den Rücksitz schiebe, rümpft der Fahrer die Nase, aber ich ignoriere ihn. Pass auf, Kumpel, ich habe gerade fast fünf Stunden im Zug gesessen. Ich weiß, dass ich nach Zigarettenrauch und den Körperausdünstungen vieler fremder Menschen rieche. Ist wirklich nicht nötig, mich auch noch ­daran zu erinnern. Ich werde mich nie daran gewöhnen, dass die Leute in der Vergangenheit einfach überall geraucht haben, ohne sich von solchen Kleinigkeiten wie dem öffent­lichen Verkehrswesen oder der Gesundheit ihrer Mitmenschen stören zu lassen. Nein, die Welt war ein gigantischer Aschen­becher.
» Beacon Street vierunddreißig «, weise ich den Fahrer an und mache es mir bequem. Es ist nur eine kurze Fahrt, und schon stehe ich in der Seitenstraße neben Annum Hall und betrachte die Tür, die zur Gravitationskammer führt, in der ich projizieren kann, ohne mich dabei zu fühlen, als hätte man mich auf die Streckbank geschnallt.
Ich schließe die Tür auf und betrete den winzigen Besenschrank. Dann ziehe ich an der Kette um meinen Hals, bis unter meinem Hemd ein kleiner, runder Anhänger zum Vorschein kommt. Eine Eule ist darauf eingraviert. Ich drücke auf den Knopf ganz oben, woraufhin der Anhänger aufklappt und ein Zifferblatt enthüllt. Das ist meine Annum-Uhr, die es mir ermöglicht, durch die Zeit zu reisen. Wieder drücke ich auf den oberen Knopf, und die Zeiger wandern von ganz allein über das Blatt. Ich springe zurück in die Zukunft.
Mach’s gut, 1939.
Sobald ich die Uhr zugeklappt habe, werde ich nach oben gerissen, wie bei einem umgedrehten Bungeesprung. We­nige Sekunden später lande ich auf beiden Füßen in der Gravitationskammer. Schwer zu glauben, dass ich diese Sprünge einmal anstrengend gefunden habe. Aber wenn man meh­rere Tage auf der Flucht ist und Dutzende Male ohne jedes Hilfsmittel durch die Zeit springt, verändert sich wohl der Blickwinkel.
Ich nehme die Uhrenkette ab und atme tief durch. Von draußen dringt schon das ungeduldige Tap-tap-tap von ­einem Paar abgetragener Gesundheitspumps herein. Zeit, das hier hinter mich zu bringen.
Mit der linken Hand öffne ich die Tür, während ich mit der rechten die Uhr hinausstrecke. Fast augenblicklich nimmt mir eine Frau die Uhr ab. Sie trägt einen pastellgrünen Twinset und hat krauses braunes Haar, das sie zu einem tiefen Pferdeschwanz gebunden hat. Sie platziert die Uhr so behutsam in einem offenen Aluminiumkoffer, als legte sie ein Frühchen in einen Brutkasten. Dann schließt sie den Koffer mit einem Klicken und sperrt ihn ab. Ein Piepsen hallt durch den Gang, als die Frau einen elektronischen Schlüssel abzieht, auf dem eine Zahlenfolge steht (die sich gerade geändert hat und sich auch weiterhin alle dreißig Sekunden ändern wird). Dann steckt sie den Schlüssel in ihre Tasche. Der Koffer lässt sich nur öffnen, wenn sie ihr persönliches Passwort in Verbindung mit der Zahlenfolge auf dem Schlüssel eingibt, den sie niemals aus den Augen lässt. Sie hält eine Tafel hoch, und ich lege pflichtschuldig die Hand darauf, obwohl ich mich schwer zusammenreißen muss, um nicht mit den Augen zu rollen.
Eine elektronische Stimme bestätigt meine Identität : » Obermann, Amanda. Codename : Iris. Annum-Guard-Mitglied Nummer 0022. «
Ja, die Sicherheitsvorkehrungen haben sich hier in letzter Zeit ein wenig verändert.
Ich ziehe die Hand zurück. » Bin ich fertig ? «
Ihre Augen werden schmal. » Das bist du natürlich nicht «, gibt sie zurück, geduldig wie eine Postbeamtin. » Das Memo, das ich am Montag herumgeschickt habe, ist bereits in Kraft getreten. Ich erwarte, dass ihr – ihr alle – sofort nach eurer Rückkehr mit dem Bericht beginnt. «
Ich weise sie nicht darauf hin, dass es Mittwoch und fast Mitternacht ist und ich am Montag um ein Uhr nachmittags zu diesem Einsatz aufgebrochen bin. Ich erkläre ihr nicht, dass ich so hundemüde bin, dass bei jedem Bericht, den ich zu schreiben versuche, ein totales Durch­einander herauskommen wird. Ich sage gar nichts. Stattdessen ­nicke ich knapp und warte darauf, dass sie auf dem Absatz dieser beige­farbenen Pumps kehrtmacht und zurück in ihr Büro marschiert. In das Büro des Leiters von Annum Guard. Das früher einmal Alpha gehört hat, jetzt aber ihres
ist.
Jane Bonner. Sie ist unsere vorläufige Chefin, eingesetzt vom Verteidigungsministerium, bis die Ermittlungen in der Eagle-Industries-Affäre abgeschlossen sind. Es kommt nicht mehr nur darauf an, dass jedes i einen Punkt und jedes t ­einen Strich hat ; Bonner erwartet – nein, verlangt –, dass jedes i einen perfekt kreisrunden Punkt hat, und die t-Striche zieht man besser mit dem Lineal, um sicherzugehen, dass sie auch wirklich lotrecht sind.
Ich warte eine Weile, damit sie auch wirklich weg ist und ich ihr nicht noch einmal über den Weg laufe. Mein Blick ruht auf dem Fleck abgeplatzter Farbe über der Tür der ­Gravitationskammer. Dort hing einmal eine Goldtafel mit der Inschrift » Verbesserung, nicht Veränderung «. Unser ­früheres Motto. Vor ein paar Monaten wurde die Tafel ab­­gerissen, nachdem endlich alle hatten zugeben müssen, dass es im Grunde unerheblich ist, ob man die Vergangenheit mit einer kleinen Optimierung verbessert oder mit ­etwas Großem grundlegend verändert.
Genug gewartet. Ich trotte die Stufen zum riesigen Foyer hinauf. Den Kronleuchter gibt es noch, aber der Marmortisch mit den Blumen ist verschwunden. Ersetzt wurde er durch zwei Rücken an Rücken stehende Computertische. Monatelang saßen dort rotierende Teams von Institutionen mit diversen Abkürzungen im Namen. FBI, CIA, NSA. Alle wollten uns unter die Lupe nehmen. Sie haben die Tische noch nicht wieder weggeräumt, also frage ich mich, ob sie wohl zurückkommen.
Ich bin versucht, Bonners Bürotür den Stinkefinger zu zeigen, aber ich weiß, dass sie mich wahrscheinlich gerade auf dem Bildschirm einer Überwachungskamera hat. Also lasse ich meine Hände, wo sie hingehören, und steuere stattdessen die Treppe in den dritten Stock an, wo mein Zimmer liegt. Sie kann mir nicht verbieten zu duschen, bevor ich mich an diesen verdammten Bericht setze.
An meiner Tür klebt ein gelbes Post-it.

Komm zu mir, wenn Du zurück bist.

Kein Name, aber ich würde Abes Handschrift überall erkennen. Immerhin ist er mein Freund. Sein Zimmer liegt nur zwei Türen weiter. Ich würde gerne sofort zu ihm gehen, aber erst muss ich aus diesen Klamotten raus und mir die Korruption meines Vaters mit einem Schwamm von der Haut waschen. Fünf Minuten, Abe.
Ich ziehe meinen Schlüssel aus der Tasche und öffne die Tür. Eine Gestalt springt von meinem Bett auf, und ich mache einen Satz rückwärts, gehe leicht in die Knie und bin kampfbereit. Dann erkenne ich, wer es ist. Yellow.
» Hey, hey, Bruce Lee, komm runter, keine Judotricks ­bitte «, ruft sie.
Ich atme tief durch und entspanne mich. » Ich glaube nicht, dass Bruce Lee Judo trainiert hat. «
Yellow legt den Kopf schief. » Weißt du was ? Ich auch nicht. Mist. Das war dann wohl ein Rohrkrepierer. «
» Was machst du in meinem Zimmer, Yellow ? « Ich schließe die Tür hinter mir und lege die Schlüssel auf der Kommode ab.
» Auf dich warten. «
» Es war abgesperrt. «
» Und ich bin jetzt echt beleidigt, weil du glaubst, ich könnte nicht mal ein einfaches Schloss knacken. Wie war’s ? «
Ich werfe meinen Hut quer durch den Raum, sodass er auf einem Haufen schmutziger Wäsche in meinem Schrank landet. Dann ziehe ich die letzten Klammern aus meinen Haaren, und eine zerzauste, dunkelbraune Lockenflut fällt mir über die Schultern. » Ich habe die Information, nach der ich gesucht habe – wenn es das ist, was du meinst. «
Yellow zögert, lässt sich dann aber wieder aufs Bett fallen. » Ist es nicht. «
Seufzend ziehe ich die Weste aus und pfeffere sie beiseite. Sie landet auf dem Hut. Jetzt trage ich nur noch ein weißes Herrenhemd und eine kratzige, braune Hose. » Ich schwöre dir, diese Frau schickt mich absichtlich auf Einsätze, die mit meinem Dad zu tun haben. Es ist, als hätte sie eine persön­liche Fehde mit mir am Laufen. Sie genießt es richtig, den Bogen immer fester zu spannen. «
» Sie ist abscheulich «, stimmt mir Yellow zu.
Ich lache bitter. » Ah ja ? Dich scheint sie ja zu lieben. « Ich ziehe eine bequeme Jogginghose und ein Tanktop aus meinem Schrank und werfe beides neben Yellow aufs Bett.
Sie grinst und streicht sich eine hellblonde Locke von der Schulter. » Was soll ich sagen ? Alle lieben mich. «
Ich kicke mir die Schuhe von den Füßen, streife meine ­Socken ab und lasse sie einfach liegen. Ich muss aus diesen Klamotten raus.
Meine Mutter hat mich mit einem starken Knochenbau gesegnet, die breiten Schultern und die schmale Hüfte habe ich von meinem Vater. Dazu kommt noch die flache Brust. Wenn man all das zusammennimmt, kann man sich vorstellen, dass es mir nicht schwerfällt, mit der richtigen Verkleidung als Mann durchzugehen. Professor Samuels, mein früherer Lehrer in Peel, hat zwar immer betont, dies sei für meine zukünftige Karriere beim FBI ein echtes Plus, aber ich habe mir selbst noch nie so richtig gefallen. Ich neige den Kopf in Richtung Dusche.
Dann knöpfe ich den Kragen ein Stück auf, um Luft an meinen Hals zu lassen. » Hör mal, ich möchte wirklich nicht unfreundlich sein … «
» Als ob dich das jemals gestört hätte. «
» Aber ich bin saumüde, und ich stinke wie ein ganzes Zugabteil aus einer Zeit, als Deos noch nicht zum allgemeinen Hygienestandard gehört haben. Und die Petze will, dass ich heute Nacht noch einen vorläufigen Bericht schreibe. «
Yellow zieht die Nase kraus. » Heute Nacht ? « Sie wirft ­einen Blick auf die Uhr. » Ist ihr klar, dass es schon nach zwölf ist ? «
» Natürlich ist ihr das klar «, rufe ich auf dem Weg zum Badezimmer. » Aber offenbar hat sie es mit diesem Memo vom Montag, das sofort in Kraft treten sollte, ernst gemeint. Ich gehe schnell duschen. Das, worüber du reden wolltest, kann doch bestimmt bis morgen früh warten ? «
Es klopft.
Abe.
Die Tür öffnet sich, Indigo marschiert herein. Er sieht genauso lächerlich gut aus wie Yellow. Ihr Haar ist heller, aber sie haben die gleichen durchdringend blauen Augen. Als ich zum ersten Mal vor Indigo gestanden habe, habe ich mich sofort zu ihm hingezogen gefühlt. So etwas kann man nicht kontrollieren – wie wenn man die Straße entlangläuft und plötzlich kommt einem so ein Typ entgegen, der gut auf ­einen Laufsteg passen würde. Dein Puls geht schneller, deine Wangen werden rot, deine Hände feucht. Das ist eine ganz normale menschliche Reaktion.
Aber als ich Indigo dann richtig kennengelernt habe, war ziemlich schnell klar, dass wir nur Freunde sein würden. Eigent­lich ist er für mich eher so eine Art Bruder. Er ist viel zu anständig – er flucht nicht mal ordentlich –, um mit mir fertigzuwerden.
» Du stinkst ein bisschen «, erklärt Indigo.
» Dann geh, damit ich duschen kann. « Über die Schulter werfe ich Yellow einen Blick zu. » Und nimm deine Schwester gleich mit. «
» Autsch «, sagt Yellow.
Ich schnappe mir das Handtuch von der Stange und werfe es mir über die Schulter. » Ihr wisst doch, dass ich euch beide wirklich sehr gerne mag, aber … «
» Ich bin gerade erst zurückgekommen «, fällt mir Indigo ins Wort. Er sieht Yellow an, die seinen Blick aus großen, erwartungsvollen Augen erwidert. Ich scheine hier etwas nicht mitzubekommen.
Mein Blick wandert zwischen den Geschwistern hin und her. » Was ? Ein heißes Date mit einem der FBI-Analysten ? «
Indigo schüttelt den Kopf und senkt die Stimme zu einem Flüstern. » Ich bin mit meinem Patenonkel essen gewesen. «
Yellow klatscht in die Hände, als hätte ihr gerade jemand gesagt, dass sie einen lebenslangen Vorrat an Wattebäuschen gewonnen hat. Und glaubt mir, diese Frau verbraucht eine Menge Wattebäusche. Die meisten Samstagabende verbringt sie mit einem vollgepackten Schminkbeutel auf dem Schoß, blättert Klatschmagazine durch und schminkt das Make-up der Stars auf dem roten Teppich nach. Dann rubbelt sie sich das Gesicht ab und fängt wieder von vorne an. Dauernd geht sie mir damit auf die Nerven, dass sie mich wie Elizabeth Taylor stylen möchte. Vintage-Look. Aber ich lehne immer ab. Jedes Mal.
Ich seufze. » Hör mal, wenn dein Patenonkel nicht jemand wirklich Wichtiges ist … « Ein spitzbübisches Lächeln erhellt sein Gesicht. » Dein Patenonkel ist jemand wirklich Wich­tiges, stimmt’s ? Warum überrascht mich das jetzt nicht ? «
» Mein Vater und er kennen sich schon ewig «, erklärt In­digo.
» Dein Vater und wer kennen sich schon ewig ? «
» Ted Ireland. Field Director des FBI-Büros in Boston. Super­hohe Sicherheitsfreigabe. Ich habe ihn über unseren Vater ausgefragt. «
Plötzlich fühlt sich meine Brust ganz leicht an, und ich vergesse, wie erschöpft ich bin, wie viel ich noch zu tun habe und wie dringend ich duschen möchte. Ich lasse mich neben Yellow aufs Bett fallen.
» Spuck’s aus «, sage ich.
Vier Monate sind vergangen, seit Alpha, der frühere ­Leiter von Annum Guard, ermordet wurde. Erschossen von meinem ehemaligen Schulleiter – Vaughn – in der Peel Academy, weil ich herausgefunden habe, dass Alpha unter der Hand Annum-Guard-Einsätze an den Meistbietenden verschachert hat und dass Vaughn und ein Unternehmen ­namens Eagle Industries seine besten Kunden waren. Vier Monate, seit Zeta – Yellows und Indigos Vater – von seinem Posten als vorübergehender Leiter von Annum Guard entfernt und durch Jane Bonnet ersetzt worden ist. Und seit zwei Monaten hat keiner von uns mehr etwas von Zeta gehört. Die offizielle Version lautet, dass er sich mit einem Freund mit Regierungsbeziehungen zum Frühstück getroffen hat – und dann einfach verschwunden ist.
Ich beschließe, nicht darauf zu warten, dass Indigo endlich den Mund aufmacht, sondern die Sache abzukürzen. » Weiß die Petze davon ? «
» Willst du mich veralbern ? «, gibt Indigo zurück. » Na­türlich weiß sie es nicht. Ich habe ihr gesagt, dass ich eine ­Runde joggen gehe und erst spät abends wieder da bin. Sie weiß ja, dass ich Crossläufer bin. Ich habe ihr versprochen, ein braver Junge zu sein und keine ungenehmigten Umwege zu machen. Ich glaube nicht, dass sie etwas gemerkt hat. «
» Wie weit bist du denn gelaufen ? «, will Yellow wissen.
» Bis zum Newton Centre. « Yellow klappt den Mund auf, um zu protestieren, aber Indigo fügt schnell hinzu : » Nach Hause habe ich dann ein Taxi genommen und dem Fahrer gesagt, er soll mich in der Arlington Street absetzen. Die letzten paar Blocks bin ich gejoggt, damit ich noch mal überzeugend ins Schwitzen komme. Schau mich nicht so an. «
» Mit deinem schlimmen Knie sollst du nicht bis nach Newton joggen. «
» Beruhig dich, Schwesterchen. Du bist nicht meine ­Mutter. «
Ich hebe beide Arme und strecke jedem der Geschwister eine Handfläche entgegen. » Hört auf, alle beide. Was hat dein Patenonkel erzählt ? Wie heißt er noch mal ? «
Indigo verschränkt die Arme vor der Brust. » Ted. Die Ermittlung unterliegt einer sehr hohen Geheimhaltungsstufe, sogar noch höher als seine Sicherheitsfreigabe. Aber er hat an der FBI-Akademie in Quantico ein paar Strippen gezogen und etwas gefunden. « Er öffnet den Reißverschluss an der Tasche seiner Jogginghose und zieht ein Handy in einer mir wohlvertrauten Hülle heraus : elfenbeinweißer Hintergrund, in der Mitte ein Pinguin mit geschwungenem Schnurrbart, Zylinder und Monokel.
» Dein Handy ? «, fragt Yellow knapp. » Er hat dein Handy gefunden ? «
» Könntet ihr vielleicht ein bisschen Geduld haben ? « In­digo tippt seine PIN ein. » Sie haben in Dads Arbeitszimmer etwas gefunden. Das FBI, meine ich. Es war in einem ver­siegelten Umschlag genau in der Mitte seines Schreibtisches. Sie glauben, dass es eine Art Nachricht oder Warnung ist. Hier, ich habe es fotografiert. « Sein Finger wischt über das Display, dann hält er das Handy hoch, damit wir sehen ­können, was er uns zeigen will.
Mir stockt der Atem.
Es ist ein Foto eines weißen Blatt Papiers mit zwei geraden Falzlinien an den Stellen, wo man es geknickt hat. Darauf ist lediglich ein kleines, handgeschriebenes Symbol zu ­sehen.
Ich erkenne es sofort. XP.

Der Codename, den mir Alpha vor seinem Tod zugeflüstert hat. Der Codename für die Person, die hinter Eagle ­Industries steht. Der Codename, den ich niemandem gegenüber erwähnen darf – auf Befehl der Petze, des Verteidigungsministeriums, sogar der Vizepräsidentin – weil er eine sensible Information darstellt. Und daran habe ich mich gehalten. XP ist immer noch mein kleines Geheimnis, auch ­innerhalb unseres Teams.
» Was zum Teufel ist das ? «, fragt Yellow.
Meine Gedanken rasen. Ist Zeta tot ? Hat ihn XP umbringen lassen, genau wie Alpha ? Nein. Ich weigere mich, daran zu glauben. Trotzdem zittern meine Hände.
» Hat Ted nicht gesagt «, gibt Indigo zurück.
Yellow hebt eine Braue. » Hat er nicht gesagt oder wollte er nicht sagen ? «
» Ich hatte den Eindruck, dass er es nicht sagen wollte, obwohl er versucht hat, es so darzustellen, als wüsste er es nicht. «
» Was bedeutet das ? « Sorge schleicht sich in Yellows ­Miene.
Es bedeutet, dass Zeta in ernsten Schwierigkeiten steckt.
» Ich weiß es nicht «, antwortet Indigo.
Ich schon.
Indigo sieht mich an. » Iris, was glaubst du ? «
» Ich weiß es auch nicht «, lüge ich und fühle mich wie eine ganz schäbige Freundin. Vielleicht sollte ich ihnen ­sagen, was ich weiß. Allerdings ist es ein Staatsverbrechen, sensible Informationen weiterzugeben, und so etwas findet unsere Regierung gar nicht lustig. Wenn man mich über­führen würde, hätte ich mehr zu befürchten als einen ein­fachen Klaps aufs Handgelenk. Oh ja, nämlich ein paar Jahre Hochsicherheitsgefängnis.
Ich beschließe, den Fokus auf etwas anderes zu lenken. » Hast du Ted über Bonner ausgefragt ? «
» Habe ich. Er weiß nichts über Bonner. Absolut nichts. Er hat all seine Kontaktleute in Quantico und beim Sitz der CIA in Langley gefragt, aber niemand hat je von ihr gehört. Es ist, als wäre sie einfach aus dem Nichts aufgetaucht. «
» Das ist seltsam «, sagt Yellow. » Wer bekommt denn aus dem Nichts einen so hohen Posten vom Verteidigungsministerium zugeteilt ? «
» Das ist mehr als seltsam «, stimme ich ihr zu. » Das ist verdächtig. «
Eine Weile sagt niemand von uns ein Wort. Wir alle bemühen uns, irgendeine Erklärung zu finden, warum unsere Chefin keinerlei Aktenspur hinterlassen hat. Und ich ver­suche immer noch, dieses schwere Gefühl im Bauch los­zuwerden, das mir sagt, ich sei die schlimmste Freundin der Welt. Doch dann klopft es noch einmal, und kurz da­rauf schwingt die Tür auf. Ich springe auf, als Abe von mir zu Yellow zu Indigo sieht und dann das Post-it von der Tür zieht.
» Tut mir leid «, sage ich. » Ich bin gerade erst angekommen, und ich stinke. Ich wollte schnell duschen und dann zu dir kommen, aber dann hat mich Yellow zuerst gefunden, dann Indigo, dann … «
» McLean hat angerufen, während du weg warst «, unterbricht mich Abe. » Ich habe das Gespräch für dich angenommen. «
Und plötzlich ist alle Luft im Raum verbraucht. Einfach so.
Yellow steht auf. » Ja, okay, dann lassen wir euch beide mal reden. Wir können uns ja morgen weiter unterhalten. «
Indigo nickt. » Wir sehen uns, New Blue. « Yellow drückt mir die Schulter, und die beiden gehen.

Meredith McCardle

Über Meredith McCardle

Biografie

Meredith McCardle studierte Journalismus und Theater, bevor sie – in einem Anflug praktischen Denkens – erkannte, dass Journalismus eigentlich nicht ihr Ding und Theater nicht mehr als ein Hobby für sie war. Danach machte sie ihren rechtswissenschaftlichen Abschluss in Boston und arbeitete sieben...

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Pressestimmen

MagicAllyPrincess

»Meredith McCardles Schreibstil ist gewohnt wundervoll und mitreißend. Sie wirft ihre Leser geradezu in die Handlungen hinein, lässt kaum Zeit um Atem zu holen oder dafür, die Verwicklungen tatsächlich zu begreifen, denn schon jagt ein Schockmoment den Nächsten. Daher habe ich auch NIEMALS mit diesem Ende gerechnet, ich bin definitiv sprachlos!!!«

Kommentare zum Buch

Agenten-Zeitreise-Roman der spannenden Sorte
Tine_1980 am 21.03.2017

Amanda, Codename Iris, hat kein ruhiges Leben und seitdem Annum Guard eine neue Chefin hat, ist sie nonstop auf Tour. Zum Glück kann ihr Freund Abe sie unterstützen, gehört er doch jetzt auch zum Team von Annum Guard. Doch auf einmal verschwinden Zeitenspringer spurlos und es gibt eine Einheit >>Blackout<< , die jeden ausschaltet, der sich XP in den Weg stellt. Iris und Abe versuchen alles um die Geheimnisse zu lüften. Doch wie viel will Iris riskieren?   Nach dem rasanten Ende des ersten Teiles, fängt dieser erst etwas langsamer an. Beim ersten Teil musste man erst in die Geschichte rund um Annum Guard kommen. Dies war hier nicht der Fall, ich habe mich sofort wieder wohl gefühlt und die Charaktere waren mir noch bekannt. Es könnte aber auch daran liegen, dass ich das Buch erst vor kurzem gelesen habe. Es gibt immer mal kleinere Rückblicke, um besser in die Erzählung zu kommen und ebenso gibt es viele Verstrickungen und Verwirrungen, die es aufzuklären gilt. Die Autorin hat es neben dem angenehmen, flüssigen Schreibstil auch geschafft, immer wieder so viel Informationen Preis zu geben, dass man unbedingt wissen möchte, wie es weitergeht. Wo es am Anfang noch etwas gemächlicher zugeht, nimmt die Geschichte spätestens ab dem Zeitpunkt, als Zeilenspringer verschwinden, an Fahrt auf und steigert sich bis zum Ende weiterhin. Gerade das letzte Drittel kann hier mit sehr viel Spannung punkten. Das Buch lädt ein zu rätseln, wer hinter XP und Blackout stecken und oftmals war ich falsch gelegen. Die Zeitreise nimmt natürlich auch wieder einen großen Teil der Geschichte ein und man merkt, was Veränderungen der Vergangenheit anrichten können. Es ist beeindruckend, wie McCardle es mühelos schafft, fiktive mit historischen geschichtlichen Ereignissen zu verbinden. Teilweise sind die durch die Zeitreisen herbeigeführten veränderten Geschichtsverläufe erschreckend dargestellt. Hier ist die Veränderung durchaus positiv zu sehen. Es ist super in die Geschichte verstrickt und man kommt fast nicht weg von dem Gedanken, was wäre, wenn es wirklich solche Zeitreiseagenten gäbe.   Wer ein actiongeladenes, rasantes Zeitreiseabenteuer erleben möchte und Iris bei ihren Zeitreisen begleiten möchte wird von dieser Geschichte begeistert sein. Ein Agenten-Zeitreise-Roman, der mit einer anderen Art von Zeitreisen aufwartet. Volle Leseempfehlung!

Einfach unglaublich spannend
Sine am 31.03.2016

Fazit:   Auch der zweite Teil war sehr spannend und das bis zum Schluss und das Ende war einfach nur sprachlos. Ich will einfach nur noch Teil 3 lesen. Ich bin super gespannt und glaube, dass es genauso spannend weitergeht.   Bewertung:     Das ist der zweite Teil der Reihe.   Und weiter geht es mit der ganzen Verschwörung, die ja ganz schön verworren ist. Amanda muss erstmal die einzelnen Daten zusammensammeln und dann verschwinden auch noch nach und nach Leute von Annum Guard. Und dann ist da noch die neue Leiterin Bonner, die einfach auch sehr verdächtigt wirkt. Wieder ist es von der ersten Seite an sehr spannend geschrieben. Dieses hält auch bis zum Ende an. Ich muss einfach immer weiterlesen, weil ich wissen möchte, wer ist XP und wie lösen sie die ganzen Probleme. Und dann das Ende. Alter! Ich MUSS den dritten Teil bald lesen.   Amanda mag ich immer noch gerne. Sie ist intelligent und manchmal vergesse ich, dass sie ziemlich gut in solchen Agenten-Sachen ausgebildet worden ist.   Abe, der Freund von Amanda ist nun auch mit dabei. Ich finde ihn als Freund ganz gut und er ist auch ein netter Kerl, aber vermissen würde ich ihn nicht. Im ersten Band fand ich, dass sich die beiden trotz ihres Alter schon sehr lieben. In diesem Band verbringen sie nun viel Zeit miteinander und streiten sich auch etwas und manchmal ist es auch etwas komisch zwischen den beiden.   Auch entwickelt sich eine ganz kleine Dreiecksgeschichte, wo ich schon dachte: "Oh Nein". Zum Glück war das aber nur ein kurzer Moment, denn ich mag solche Geschichten leider so gar nicht. 

Genauso gut wie der erste Band
Laura von Skyline Of Books am 04.01.2016

Klappentext „Wenn man Mitglied einer geheimen Zeitreise-Organisation ist, hat man sicherlich kein ruhiges Leben. Doch seit Annum Guard eine neue Chefin hat, steht Amanda, Codename Iris, nonstop unter Stress. Zum Glück hat sie ihren Freund Abe an ihrer Seite! Doch als plötzlich mehrere Zeitenspringer spurlos verschwinden, macht Iris eine schreckliche Entdeckung: Eine Einheit namens »Blackout« versucht jeden auszuschalten, der sich XP in den Weg stellt, einer ominösen korrupten Macht innerhalb der eigenen Reihen. Gemeinsam müssen Iris und Abe das dichte Netz aus Lügen und Geheimnissen um Annum Guard entwirren ohne aufzufliegen. Doch je mehr Iris erfährt, desto dringender muss sie sich fragen, wie viel sie riskieren will … Denn wer zu sehr in die Vergangenheit eingreift, gefährdet die Menschheit selbst.“   Gestaltung Covertechnisch ist das Motiv der Blume dasselbe und auch der Aufbau des Bildes (in der Mitte die Blume, oben der Autorenname, unten der Beititel „Die Zeitenspringer-Saga“ sowie die Anordnung des Titels am Rand der Blume) sind gleich geblieben. Einzig die Farbe des Hintergrundes hat sich geändert. Da rot jedoch meine Lieblingsfarbe ist, finde ich dieses Cover natürlich wunderschön (wobei mir auch schon das goldgelb des ersten Bandes super gefallen hat).   Meine Meinung Ich war bereits sehr angetan und begeistert vom ersten Band der Zeitenspringer-Saga. Daher war meine Freude natürlich groß, dass der zweite Band so schnell erschienen ist. Da macht es auch gar nichts, dass der Leser direkt in die Handlung geworfen wird, ohne lange Wiederholungen, Erklärungen oder Einleitung.   Hat mich im ersten Band noch gestört, dass Protagonistin Amanda das ein oder andere Mal kopflos gehandelt hat und dass sie sich zu sehr selbst bemitleidet hat, so fiel mir dies bei „Die Farbe der Zukunft“ kaum ins Auge. Jedoch hatte ich sowieso den Eindruck, dass Amanda nachdenklicher geworden ist. Sie möchte nicht nur die Korruption in Annum Guard aufdecken, sondern hat gleichzeitig noch mit vielen Gedanken und Sorgen um ihre Mutter zu kämpfen.   Sie hat eine gute Entwicklung durchgemacht und hat auch endlich Freunde in Annum Guard. Ich finde es ja immer schön, wenn es eine Gruppe von Freunden gibt, da ich so mehr Figuren habe, die ich mögen oder nicht mögen kann und mit denen ich leiden kann. Und hier gibt es wirklich verschiedene Figuren, die ich als Leser ins Herz schließen kann. Auch Neulinge, die Amanda dann unter ihre „Fittiche“ nimmt, bieten hier ein wenig Abwechslung. Hinzu kam in diesem Band eine kleine Dreiecksbeziehung rund um Amanda, die ich nicht zwingend gebraucht hätte, die jedoch auch nicht sonderlich stark in der Handlung gewichtet wird.   Die Kombination aus Thriller-, Agenten- und Zeitreiseaspekten ist für mich immer noch das, was „Die Zeitenspringer-Saga“ ausmacht. Die Idee finde ich richtig cool und die Spannung, die in diesem zweiten Band erzeugt wird, ist auch wieder extraklasse. Es wird vermutet, dass es Spione unter den eigenen Reihen gibt, da immer wieder Mitglieder von Annum Guard verschwinden und die neue Chefin der Gruppierung Amanda und ihre Freunde nur auf harmlose Beobachtungsjobs schickt.   Besonders…ja… krass war das Ende. In Ermangelung eines anderen Ausdruckes kann ich es wohl nur so bezeichnen. Es gleicht einem fiesen Cliffhanger gepaart mit Emotionen des Entsetzens und der Ungläubigkeit. Als ich die letzten Seiten von „Die Farbe der Zukunft“ las, klappte mir einfach nur die Kinnlade herunter und innerlich setzte schon ein Gebet an, dass es bald weiter gehen möge. Leider konnte ich nur herausfinden, dass die Autorin aktuell wohl an der Fortsetzung arbeitet. Ich hoffe, dass dem so ist, denn so kann die Geschichte definitiv nicht bleiben. Ich MUSS wissen wie es weiter geht!   Fazit Wer Agentengeschichten, Zeitreisen und spannende Handlungen mag, dem wird auch „Die Zeitenspringer-Saga“ gefallen. Im zweiten Band geht die Geschichte um Protagonistin Amanda genauso spannend weiter und gipfelt schließlich in einem unfassbaren Ende (das hoffentlich bald fortgesetzt wird). Auf die rasante Story wird hier noch eine Dreiecksbeziehung daraufgesetzt, die ich nicht unbedingt gebraucht hätte, die aber auch nicht sonderlich ins Auge sticht. Gute 4 von 5 Sternen!   Reihen-Infos 1. Die Zeitenspringer-Saga 01 – Die achte Wächterin 2. Die Zeitenspringer-Saga 02 – Die Farbe der Zukunft 3. ??? (anscheinend arbeitet die Autorin aktuell an einem dritten Band)

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