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Die Endurance

Die Endurance

Shackletons legendäre Expedition in die Antarktis

Taschenbuch
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Die Endurance — Inhalt

Im August 1914 stechen Sir Ernest Shackleton und seine Mannschaft in See. Die Mission ihrer Expedition: Als erste Menschen die Antarktis zu durchqueren. Doch knapp vor dem Ziel wird die »Endurance« vom Packeis eingeschlossen und das Schiff allmählich zerdrückt. Zwei Monate lang verharrt die Besatzung auf einer Eisscholle, bis Sir Shackleton das Unfassbare wagt: Mit fünf seiner Männer legt er in einem offenen Boot die 800 Seemeilen lange Fahrt nach Südgeorgien zurück, um Hilfe zu holen. Eine atemberaubende Überlebensgeschichte, anhand von fesselnden Tagebucheinträgen und Aufnahmen des Expeditionsteilnehmers Frank Hurley erzählt.

€ 16,00 [D], € 16,50 [A]
Erschienen am 10.12.2013
Übersetzer: Bruno Elster
288 Seiten, Klappenbroschur
ISBN 978-3-492-40528-7

Leseprobe zu »Die Endurance «

Das heroische Zeitalter

Dieser Tag würde dem Kapitän des Schiffes, Frank Worsley, für immer in lebhafter Erinnerung bleiben. Es war Juli, mitten im antarktischen Winter, die Dunkelheit langer Polarnächte lastete seit vielen Wochen auf der Besatzung. Die Temperatur betrug minus 34 Grad Celsius. Um das Schiff herum erstreckte sich in alle Himmelsrichtungen bis an den Horizont ein Meer aus Eis, weiß und geheimnisvoll unter dem sternenklaren Firmament. Von Zeit zu Zeit ließ das Kreischen des Windes jede Unterhaltung verstummen. In weiter Ferne hörte man das [...]

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Das heroische Zeitalter

Dieser Tag würde dem Kapitän des Schiffes, Frank Worsley, für immer in lebhafter Erinnerung bleiben. Es war Juli, mitten im antarktischen Winter, die Dunkelheit langer Polarnächte lastete seit vielen Wochen auf der Besatzung. Die Temperatur betrug minus 34 Grad Celsius. Um das Schiff herum erstreckte sich in alle Himmelsrichtungen bis an den Horizont ein Meer aus Eis, weiß und geheimnisvoll unter dem sternenklaren Firmament. Von Zeit zu Zeit ließ das Kreischen des Windes jede Unterhaltung verstummen. In weiter Ferne hörte man das Eis stöhnen. Worsley und seine zwei Begleiter lauschten seiner bedrohlichen Stimme, wie sie meilenweit durch die kalte Luft zu ihnen getragen wurde. Manchmal zitterte und ächzte das kleine Schiff, wie zur Erwiderung. Der Holzrumpf stand unter dem Druck des Eises, das von fern her auf die Endurance zugeschoben wurde und sie zu zerbrechen drohte. Einer der Männer ergriff das Wort:
» Sie ist ihrem Ende nah … Das Schiff wird das hier nicht überstehen, Skipper. Sie sollten sich mit dem Gedanken anfreunden, dass es nur noch eine Frage der Zeit ist. Mag sein, dass es einige Monate sind, es könnte sich aber auch nur noch um wenige Wochen handeln oder nur noch um ein paar Tage … aber was das Eis zu fassen bekommt, das behält es auch. «

Das war im Jahre 1915. Die düstere Einschätzung stammte von Sir Ernest Shackleton, dem berühmtesten Polarforscher seiner Zeit. Der dritte Mann war Frank Wild, Zweiter Offizier an Bord. Ihr Schiff, die Endurance, war auf dem 74. Breitengrad Süd tief in den gefrorenen Gewässern des antarktischen Weddellmeeres eingeschlossen. Shackleton hatte einen ehrgeizigen Plan. Er war mit seinen Männern nach Süden gesegelt, um eine der letzten verbliebenen Trophäen auf dem Gebiet der Erderkundung für sich zu beanspruchen. Zu Fuß wollte er den antarktischen Kontinent durchqueren.

Seit Dezember 1914 hatte die Endurance mit ungewöhnlich schlechten Eisbedingungen zu kämpfen. Sie hatte auf ihrer Überfahrt in antarktisches Gebiet bereits mehr als 1000 Meilen von der entlegenen Wahlfängerstation auf der Insel South Georgia zurückgelegt. 100 Meilen vor dem vorgesehenen Landungsort zwangen Eisschollen die Endurance zum Halt. Ein Sturm aus nordöstlicher Richtung tobte sechs Tage lang, drückte das Packeis gegen das antarktische Eisschelf und schloss das Schiff ein. Tage später fielen die Temperaturen auf minus 13 Grad Celsius, genug, um das Packeis für den Winter festfrieren zu lassen. Unterdessen wurde die manövrierunfähige Endurance durch die leichte, aber unablässige Nordströmung des Weddellmeeres, inmitten des Packeises, immer weiter vom Land, das sie beinahe erreicht hatte, fortgetrieben.
Als Shackleton zu seiner » Imperial Trans-Antarctic Expedition « in See stach, galt er bereits als Nationalheld und konnte auf zwei Polarexpeditionen zurückblicken. Die eine führte ihn bis auf 100 Meilen an den Südpol heran und war damit die weiteste Reise nach Süden, die bis dahin je ein Mensch unternommen hatte. Aber trotz des Heldentums der beiden Expeditionen – sie waren beide gescheitert. Als Shackleton dann 1914 erneut gen Süden aufbrach, war die Trophäe, nach der er zweimal gegriffen hatte, vergeben. Der Südpol war von anderen bezwungen worden. Unerschrocken hatte er nun seinen Blick dem letzten großen Abenteuer zugewandt – der Überquerung des antarktischen Kontinents vom Weddellmeer bis zum Rossmeer.

Die Antarktisexpeditionen des beginnenden 20. Jahrhunderts unterschieden sich grundlegend von allen anderen Forschungsreisen. Weder gefährliche Tiere noch wilde Ureinwohner versperrten den Pionieren den Weg. Bei Windgeschwindigkeiten bis zu 100 Meilen in der Stunde und extremen Temperaturen bis minus 73 Grad Celsius ging es vor allem um den nackten, ursprünglichen Existenzkampf zwischen der entfesselten Kraft der Natur und dem bis an die Grenzen seiner Belastbarkeit geforderten Menschen. Noch in einer anderen Hinsicht galt die Antarktis als einzigartig: Die Forschungsreisenden waren Entdecker im buchstäblichen Sinne des Wortes. Es gab keine Ureinwohner, und der Mensch, der zu dieser Zeit seinen Fuß auf den Kontinent setzte, konnte für sich beanspruchen, dort gewesen zu sein, wo nie zuvor ein menschliches Wesen seinen Schatten geworfen hatte.
Es ist oft gesagt worden, dass die Expedition der Endurance, die 1914 begann und erst 1917 ihr Ende fand, somit den Ersten Weltkrieg überspannte, die letzte der Polarexpeditionen des » heroischen Zeitalters « gewesen sei. Die Bedeutung und den Ehrgeiz von Shackletons geplanter Antarktisdurchquerung kann man aber erst richtig einschätzen, wenn man sie in Beziehung setzt zu den Qualen des Heroismus – und Egoismus – vorhergehender Unternehmungen. So verdankt Shackleton seine Größe als Leiter der Endurance-Expedition vor allem den kaum vorstellbaren Leiden, die er bei seinen früheren Forschungsreisen erdulden musste.
Das » heroische Zeitalter « begann, als das Schiff Discovery unter dem Kommando von Kapitän Robert Falcon Scott im Februar 1902 in See stach; im August erreichte die Discovery den antarktischen McMurdo-Sund. Nach außen hin galt das Unternehmen dem wissenschaftlichen Fortschritt, doch das eigentliche Ziel dieser ersten Antarktisexpedition war es, als Erster den bis dahin von niemandem beanspruchten Südpol zu erreichen und so für Großbritannien zu gewinnen. Scott wählte zwei Mitstreiter, die ihn auf diesem ersten Anlauf zum Südpol begleiten sollten. Es waren Dr. Edward Wilson, ein Physiker und Zoologe und enger Freund Scotts, sowie Leutnant Ernest Shackleton, ein zwanzigjähriger Offizier der Handelsmarine, den Aufträge bereits nach Afrika und in den Orient geführt hatten. Die drei Männer brachen am 2. November mit 19 Schlittenhunden und fünf beladenen Schlitten auf. Sie standen einer wahrhaft erschreckenden Herausforderung gegenüber: einer mehr als 1600 Meilen langen harten Schlittenfahrt durch ein kaum zugängliches, völlig unbekanntes und auf keiner Karte verzeichnetes Territorium.
Tagsüber schleppten sie ihre Ladung mal mit, mal ohne Hilfe der Hunde, pendelten oft zeitraubend zwischen Stationen hin und her. Am Abend teilten sie ihr karges Essen in genau drei gleiche Portionen und lasen sich gegenseitig Darwin vor, bevor sie sich in ihre gefrorenen Schlafsäcke zurückzogen. Sie hungerten und litten an Skorbut. Die Hunde wurden krank, brachen zusammen und wurden an die übrig gebliebenen verfüttert. Scott trieb die Gruppe bis 82° 17‘ voran, 745 Meilen nördlich des Südpols, bis er schließlich einsehen musste, dass die Situation hoffnungslos war, und widerwillig den Befehl zur Umkehr gab. Shackleton war vom Skorbut bereits derart gezeichnet, dass er Blut spuckte und zeitweise auf dem Schlitten transportiert werden musste. Am 3. Februar 1903, drei Monate nach ihrem Aufbruch, erreichten sie ihr Schiff wieder. Die letzte Etappe ihres furchtbaren Marsches war ein Wettlauf ums nackte Überleben gewesen.
An der heroischen Leidensfähigkeit der Teilnehmer dieser ersten Antarktisreise wurden alle weiteren britischen Expeditionen gemessen. Sieht man sich heute die Tagebücher der Expeditionsmitglieder genauer an, so deutet vieles darauf hin, dass diese Leiden unnötig waren. Noch keine drei Wochen unterwegs, schrieb Wilson in sein Tagebuch: » Die Hunde sind sehr müde und langsam « ( 19. November ); » Die Hunde machen heute bei dem schlechten Wetter Schwierigkeiten, und sie zu lenken wird zu einer Aufgabe, die einen verzweifeln lässt « ( 21. November ); » Nun sind die Hunde vollkommen erschöpft und furchtbar langsam, und sie anzutreiben ist vollends zur tierischen Qual geworden « ( 24. November ). Tag um Tag kann man dem Niedergang dieser armen Kreaturen folgen. Alles andere als eine vergnügliche Lektüre.

Über Caroline Alexander

Biografie

Caroline Alexander studierte in Oxford und an der Columbia University. Sie schrieb u.a. Beiträge für den New Yorker, Condé Nast Traveller, Smithsonian und ist Autorin mehrerer Bücher. Außerdem betreut sie als Kuratorin eine Shackleton-Ausstellung. Sie lebt in New York und New Hampshire.

Pressestimmen

Land der Berge (A)

»Die spektakulärste Rettungsaktion der Polargeschichte wird so zu einem unvergesslichen Leseabenteuer.«

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