Der Freud-Komplex

Der Freud-Komplex

Eine Geschichte der Psychoanalyse in Deutschland

Hardcover
E-Book

€ 23,99 inkl. MwSt.

Die Deutschen auf der Couch

Mit Sigmund Freud lässt sich das 20. Jahrhundert erzählen: Er war der Erforscher des Unbewussten, ein Bürgerschreck, dessen Lehren über Verdrängung, Neurosen und die Macht der Träume unseren Blick auf das menschliche Dasein verändert haben. Nirgendwo wurde seine Lehre so heftig diskutiert wie in Deutschland.

 

Die einen feierten Freud als Befreier von bürgerlichen Moralvorstellungen, die anderen beklagten seine Lehre als rationales Aufklärungsprojekt, das der deutschen Seele zutiefst fremd sei.

Anthony D. Kauders legt in seinem Buch die Deutschen auf die Couch: Wie haben sie auf Freud und seine Ideen reagiert? Was verraten die Reaktionen über ihr Verhältnis zur Sexualität, zur Gewalt und die Vorstellungen vom »bürgerlichen Ich«, von Ohnmacht und Selbstbestimmung? Und wie haben sich die Einstellungen zur Psychoanalyse im Verlauf des 20. Jahrhunderts verändert?

Der Autor zeigt auf verblüffende Weise, wie wir anhand der Auseinandersetzung mit Freud die Ideale und Utopien, die Ängste und Hoffnungen der deutschen Gesellschaft rekonstruieren können. Ein überraschendes Sittengemälde und ein ebenso faszinierendes wie abgründiges Panorama der deutschen Geschichte des 20. Jahrhunderts.

  • € 23,99 [D], € 24,70 [A]
  • Erschienen am 10.03.2014
  • 400 Seiten, Gebunden mit Schutzumschlag
  • ISBN: 978-3-8270-1198-5
 
 

Leseprobe zu »Der Freud-Komplex«

1

1913: Sexualität

 

Ein Jahr vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs gärt es im Deutschen Kaiserreich. Seit einigen Monaten sind die Sozialdemokraten stärkste Fraktion im Reichstag, was von konservativer Seite mit Argwohn beobachtet wird. Zwischen Deutschland und Großbritannien nehmen die Spannungen zu, nicht zuletzt wegen der Aufrüstung der deutschen Flotte. Gleichzeitig kommt das Militär durch Willkürakte in Verruf, was zum ersten Missbilligungsvotum gegen einen deutschen Reichskanzler führt. In Berlin gründet Rudolf Steiner die Anthroposophische Gesellschaft. Else Lasker-Schüler und [...]

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Anthony D. Kauders

Anthony D. Kauders, geboren 1967 in Zürich, studierte Geschichte an der London School of Economics und der Universiät Oxford. Forschungs- und Lehrtätigkeiten führten ihn an die Universitäten Tel Aviv und Jerusalem. Seine zahlreichen englisch- und deutschsprachigen Publikationen sind unter anderem mehr ...

Rezensionen und Pressestimmen

Ö1 "Kontext"


»Wie verhielten sich die Deutschen zur Lehre Freuds? Wie dachten sie über das Ich, das Unbewusste und die Sexualität? Und was verrät die Freud-Rezeption über die "Leit- und Menschenbilder, die Ideale und Utopien, die Ängste und Hoffnungen einer Gesellschaft"? Das versucht Anthony Kauders herauszufinden.«   

lernwelt.at


»Der Autor zeigt auf verblüffende Weise, wie wir anhand der Auseinandersetzung mit Freud die Ideale und Utopien, die Ängste und Hoffnungen der deutschen Gesellschaft rekonstruieren können. Ein überraschendes Sittengemälde und ein ebenso faszinierendes wie abgründiges Panorama der deutschen Geschichte des 20. Jahrhunderts.«   

kultur-punkt.ch


»Es ist nicht nur lese-, sondern auch seelen- freun(d)lich, wenn es ein Leseband gibt wie im tiefsinnigen Buch "Der Freud-Komplex" von Anthony D. Kauders. [...]. Ein stets aktuelles Diskursbuch zur Seelenlebensbetrachtung.«   

Literaturen


»Entstanden ist mit dem "Freud-Komplex" eine coole, anspruchsvolle und bis zur letzten Zeile spannende Analyse. [...]. Hier führt Kauders gelassen durch die teils abenteuerlichen antisemitischen Debatten um Ludwig Klages und C.G. Jung und arbeitet vor allem den antibürgerlichen Affekt des Nationalsozialismus heraus. [...]. Das souverän geschriebene und glänzend recherchierte Buch setzt allerdings, damit sich der Lesegenuss voll entfalten kann, Wissen voraus.«   

Philosophie Magazin


»Zu den aufschlussreichsten Passagen dieser klugen ideen- und mentalitätsgeschichtlichen Studie gehören jene, in denen Kauders das ambivalente Verhältnis der 68er zur klassischen Psychoanalyse untersucht.«   

Kommentare zum Buch
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