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Der beste Freund, den man sich denken kann

Der beste Freund, den man sich denken kann

Roman

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Der beste Freund, den man sich denken kann — Inhalt

Budo ist der beste Freund, den sich der achtjährige Max vorstellen kann. Eben weil er sich ihn nur vorstellt. Doch eines Tages wird Max nicht länger an ihn glauben und Budo wird aufhören zu existieren. So weit ist es jedoch noch nicht. Denn Max ist anders als die anderen Jungen: Er mag es nicht, wenn man ihn berührt, er liebt es, Dinge zu ordnen, er schaut Menschen ungern in die Augen. Kein Wunder, dass die Schule ein einziger Spießrutenlauf für ihn ist. Als die Lehrerin Mrs Patterson ein verdächtiges Interesse an Max bekundet, spitzt sich die Situation jedoch zu, so dass Budo eine dramatische Entscheidung treffen muss. Klug, schräg, spannend und oft umwerfend komisch erzählt Matthew Dicks davon, dass man beileibe nicht echt sein muss, um ein wahrer Freund zu sein.

€ 9,99 [D], € 9,99 [A]
Erschienen am 26.02.2013
Übersetzer: Cornelia C. Walter
448 Seiten, WMEPUB
ISBN 978-3-8270-7649-6
»In seinem wundervollen Roman 'Der beste Freund, den man sich denken kann' hat Matthew Dicks den unsichtbaren Helfern ein besonderes Denkmal gesetzt. Der Autor macht Budo, den imaginären Freund eines Jungen mit Asperger-Syndrom, gleich selbst zum Expertenund Erzähler der Geschichten.«
Neue Zürcher Zeitung

Leseprobe zu »Der beste Freund, den man sich denken kann«

1. Kapitel
Was ich weiß, ist das:
Mein Name ist Budo.
Ich bin seit fast sechs Jahren am Leben.
Fast sechs Jahre sind eine lange Zeit für einen wie
mich.
Max hat mir meinen Namen gegeben.
Max ist das einzige Menschwesen, das mich sehen
kann.
Max’ Eltern nennen mich einen imaginären Freund.
Ich mag Mrs Gosk, die Lehrerin von Max.
Die andere Lehrerin von Max, Mrs Patterson, mag
ich nicht.
Ich bin nicht imaginär.

2. Kapitel
Was imaginäre Freunde angeht, habe ich Glück. Ich bin
schon viel länger am Leben als die meisten. Ich kannte
mal einen imaginären Freund namens [...]

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1. Kapitel
Was ich weiß, ist das:
Mein Name ist Budo.
Ich bin seit fast sechs Jahren am Leben.
Fast sechs Jahre sind eine lange Zeit für einen wie
mich.
Max hat mir meinen Namen gegeben.
Max ist das einzige Menschwesen, das mich sehen
kann.
Max’ Eltern nennen mich einen imaginären Freund.
Ich mag Mrs Gosk, die Lehrerin von Max.
Die andere Lehrerin von Max, Mrs Patterson, mag
ich nicht.
Ich bin nicht imaginär.

2. Kapitel
Was imaginäre Freunde angeht, habe ich Glück. Ich bin
schon viel länger am Leben als die meisten. Ich kannte
mal einen imaginären Freund namens Philippe.
Der war im Kindergarten der imaginäre Freund von einem
von Max’ Klassenkameraden. Den gab’s nicht mal eine
Woche. Flutschte eines Tages in die Welt, sah bis auf
die fehlenden Ohren ziemlich menschlich aus (vielen
imaginären Freunden fehlen die Ohren) und war ein
paar Tage später weg.
Ich habe auch Glück, dass Max so viel Fantasie hat.
Ich kannte mal einen imaginären Freund namens
Chomp, der war bloß ein Fleck an der Wand. Bloß ein
wuscheliger, schwarzer Batzen ohne richtige Form.
Chomp konnte sprechen und an der Wand hoch- und
runterrutschen, weil er aber zweidimensional war wie
ein Blatt Papier, konnte er sich selber nie loslösen. Er
hatte nicht wie ich Arme und Beine. Er hatte nicht mal
ein Gesicht.
Imaginäre Freunde kriegen ihr Aussehen durch die
Fantasie ihres Menschfreundes. Weil Max ein sehr kreativer
Junge ist, habe ich zwei Arme, zwei Beine und
ein Gesicht. Mir fehlt kein einziger Körperteil, und damit
bin ich in der Welt der imaginären Freunde eine
Seltenheit. Den meisten imaginären Freunden fehlt
irgendwas, und manche sehen auch überhaupt nicht
menschlich aus. Wie Chomp.
Zu viel Fantasie kann aber auch schlecht sein. Einmal
bin ich einem imaginären Freund namens Pterodactyl
begegnet, bei dem waren die Augen an zwei so länglichen
grünen Antennen dran. Sein Menschfreund fand
das wahrscheinlich cool, aber der arme Pterodactyl
konnte nichts genau fokussieren. Zu mir sagte er, ihm
wäre ständig schlecht und er würde dauernd über seine
eigenen Füße stolpern, die bloß als wuschelige Schatten
an seinen Beinen hafteten. Sein Menschfreund war so
versessen gewesen auf Pterodactyls Kopf und diese Augen,
dass er sich vom Bauch abwärts nichts mehr hatte
einfallen lassen.
Das ist nicht ungewöhnlich.
Ich habe auch Glück, weil ich beweglich bin. Viele
imaginäre Freunde kleben an ihren Menschfreunden
fest. Manche haben Leinen um den Hals. Manche sind
bloß ein paar Zentimeter groß und werden in Manteltaschen
gesteckt. Und manche sind nichts weiter als ein
Fleck an der Wand, wie Chomp. Aber dank Max kann
ich mich selbstständig bewegen. Ich kann sogar mal
von Max weggehen, wenn ich will.
Das allzu oft zu machen wäre aber womöglich gesundheitsschädlich.
Solange Max an mich glaubt, existiere ich. Leute wie
Max’ Mom und meine Freundin Graham sagen, das ist
es ja gerade, was mich imaginär macht. Aber das stimmt
nicht. Kann ja sein, dass ich Max’ Fantasie brauche, um
zu existieren, doch ich habe auch meine eigenen Vor-
stellungen und mein eigenes Leben außerhalb von ihm.
Ich bin an Max genauso gebunden wie ein Astronaut
mit Schläuchen und Kabeln an sein Raumschiff. Wenn
das Raumschiff explodiert und der Astronaut stirbt,
heißt das nicht, dass er imaginär war. Es heißt bloß, dass
seine Beatmungsmaschine abgetrennt wurde.
So ist es auch bei mir und Max.
Ich brauche Max, um zu überleben, bin aber trotzdem
ein eigenständiges Wesen. Ich kann sagen und machen,
was mir passt. Manchmal streiten Max und ich uns
sogar,
aber nie über was Ernstes. Bloß über so Sachen
wie welche Fernsehsendung wir gucken oder welches
Spiel wir spielen sollen. Es ziemt sich aber für mich
(den Ausdruck hat Mrs Gosk der Klasse letzte Woche
beigebracht), wenn irgend möglich bei Max zu bleiben,
damit der immer unbedingt an mich denkt. Und
weiter an mich glaubt. Ich will nicht plötzlich aus den
Augen, aus dem Sinn sein, was Max’ Mom manchmal
sagt, wenn Max’ Dad vergisst, zu Hause anzurufen, weil
er sich verspätet. Sollte ich allzu lange weg sein, hört
Max womöglich auf, an mich zu glauben, und wenn das
passiert, na dann … futsch!


3. Kapitel
Max’ Lehrerin in der ersten Klasse sagte mal, Stubenfliegen
würden etwa drei Tage leben. Da frage ich
mich, was wohl die Lebensspanne von einem imaginären
Freund ist? Vermutlich auch nicht viel mehr. Dann
bin ich in der Welt der imaginären Freunde ja schon
steinalt.
Max hat sich mich ausgedacht, als er vier Jahre alt
war, und so habe ich, ganz einfach, schwupps, angefangen
zu existieren. Als ich zur Welt kam, wusste ich
bloß das, was Max wusste. Ich kannte die Farben, ein
paar Zahlen und die Namen von vielen Gegenständen,
wie etwa Tisch, Mikrowelle und Flugzeugträger. Mein
Kopf war voll mit Sachen, die so ein vierjähriger Junge
eben wusste. Aber Max stellte sich mich viel älter
vor, als er selbst war. Wahrscheinlich als Teenager. Vielleicht
sogar noch ein bisschen älter. Oder vielleicht war
ich auch einfach ein Junge mit dem Hirn von einem
Erwachsenen. Schwer zu sagen. Ich bin zwar nicht viel
größer als Max, aber definitiv anders. Als ich zur Welt
kam, hatte ich die Dinge besser im Griff als Max. Ich
wurde aus Sachen schlau, die ihn noch verwirrten. Ich
konnte Lösungen für Probleme sehen, und Max nicht.
Vielleicht werden alle imaginären Freunde so geboren.
Keine Ahnung.
Max erinnert sich nicht mehr an den Tag, an dem ich
zur Welt kam, weiß also auch nicht mehr, was er sich
damals gedacht hat. Weil er sich mich aber älter und
vernünftiger ausgedacht hat, konnte ich viel schneller
lernen als Max. An meinem ersten Tag konnte ich
mich schon viel besser konzentrieren und klarer denken,
als das Max heute gelingt. Ich weiß noch, wie sich
seine Mutter an dem Tag bemühte, ihm das Zählen von
geraden Zahlen beizubringen, und er es einfach nicht
kapierte. Ich habe es sofort gelernt. Es hat mir eingeleuchtet,
weil mein Hirn für die geraden Zahlen bereit
war. Das Hirn von Max aber nicht.
Glaube ich wenigstens.
Ich schlafe außerdem nicht, weil Max sich nicht vorgestellt
hat, dass ich Schlaf brauche. Deshalb habe ich
mehr Zeit zum Lernen. Und weil ich auch nicht die ganze
Zeit mit Max verbringe, habe ich vieles gelernt, was
Max noch nie gesehen oder gehört hat. Nachdem er ins
Bett gegangen ist, sitze ich mit Max’ Eltern im Wohnzimmer
oder in der Küche, und wir sehen fern oder
ich höre ihnen einfach zu, wie sie reden. Manchmal
gehe ich auch woandershin: Zu der Tankstelle, die nie
schließt, denn dort sind die Leute, die ich auf der Welt
am liebsten habe, abgesehen von Max und seinen Eltern
und Mrs Gosk. Oder ich gehe ein Stückchen weiter
in Doogies Hotdog-Restaurant oder auf die Polizeiwache
oder früher auch ins Krankenhaus (jetzt nicht
mehr, denn dort ist Oswald, und der macht mir Angst).
Und wenn wir in der Schule sind, gehe ich manchmal
ins Lehrerzimmer oder in ein anderes Klassenzimmer,
und manchmal gehe ich sogar ins Direktorat, bloß um
mal zu hören, was so los ist. Ich bin nicht schlauer als
Max, weiß aber viel mehr als er, weil ich länger wach
bin als er und an Orte gehe, wo Max nicht hinkann. Das
ist gut. Manchmal kann ich Max helfen, wenn er mal
was nicht so gut versteht.
Letzte Woche etwa, als Max sich ein Erdnussbutter-
Gelee-Sandwich machen wollte und das Geleeglas
nicht aufkriegte. »Budo!«, sagte er. »Ich krieg es nicht
auf.«
»Aber klar doch«, sagte ich. »Dreh andersrum. Nach
links ist’s auf im Nu. Nach rechts ist’s wieder zu.«
Manchmal höre ich, wie Max’ Mom das leise vor sich
hin sagt, bevor sie ein Glas aufmacht. Es klappte. Max
kriegte das Glas auf. Er war aber so aufgeregt, dass er
es auf den Fliesenboden fallen ließ, wo es in tausend
Stücke zersprang.
Die Welt kann so kompliziert sein für Max. Selbst
wenn er was richtig hinkriegt, kann es immer noch
schiefgehen.
Ich lebe an einem seltsamen Ort in der Welt. Ich lebe
in dem Raum zwischen den Leuten. Die meiste Zeit bin
ich bei Max in der Kinderwelt, verbringe aber auch viel
Zeit mit Erwachsenen wie Max’ Eltern, den Lehrerinnen
und meinen Freunden von der Tankstelle, bloß dass
die mich nicht sehen können. Max’ Mom würde es auf
zwei Hochzeiten tanzen nennen. Das sagt sie zu Max,
wenn er sich bei etwas nicht entscheiden kann, was oft
vorkommt.
»Willst du das blaue Eis oder das gelbe?«, fragt sie,
und Max erstarrt. Gefriert förmlich wie ein Eis am
Stiel. Max muss einfach an zu viel denken, wenn er auswählt.
Ist rot besser als gelb?
Ist grün besser als blau?
Welches ist kälter?
Welches schmilzt am schnellsten?
Wie schmeckt grün?
Wie schmeckt rot?
Schmecken verschiedene Farben verschieden?
Ich wünschte, Max’ Mom würde einfach die Wahl für
ihn treffen. Sie weiß, wie schwer er sich tut. Aber wenn
sie ihn wählen lässt und er nicht kann, dann suche ich
manchmal für ihn aus. Dann flüstere ich: »Nimm blau«,
und er sagt: »Ich nehme blau«, und fertig. Schluss mit
dem Tanzen auf zwei Hochzeiten.
So ungefähr ist es, mein Leben. Ich tanze auf zwei
Hochzeiten. Ich lebe in der gelben Welt und in der
blauen Welt. Ich lebe mit Kindern, und ich lebe mit
Erwachsenen. Ich bin nicht direkt ein Kind, aber auch
nicht direkt erwachsen.
Ich bin gelb und blau.
Ich bin grün.
Ich kenne mich auch mit Mischfarben aus.

Pressestimmen

Neue Zürcher Zeitung

»In seinem wundervollen Roman 'Der beste Freund, den man sich denken kann' hat Matthew Dicks den unsichtbaren Helfern ein besonderes Denkmal gesetzt. Der Autor macht Budo, den imaginären Freund eines Jungen mit Asperger-Syndrom, gleich selbst zum Expertenund Erzähler der Geschichten.«

Die Zeit

"Alles, was Kinderköpfe sich herbeisehnen und zusammenspinnen, turnt, rutscht und klebt in dieser Parallelwelt herum. Das macht die Geschichte wunderbar absurd und komisch. [...] Matthew Dicks arbeitet als Grundschullehrer, und man spürt in diesem Buch, dass er intensiven Kontakt zu Kindern hat und ein guter Beobachter ist. Immer in der richtigen Tonlage und nie von oben herab greift er ihre Ängste und Fragen auf, erlaubt sich aber auch lakonische Scherze. Wir fordern: mehr davon!"

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