Denunziation

Denunziation

Erzählungen aus Nordkorea

Mit einem Vorwort von Thomas Reichart

Hardcover
E-Book

€ 20,00 inkl. MwSt.

»Man denkt an Orwell und Kafka, nur existiert dieses Land wirklich.« L'Express

Bandi ist das Pseudonym des ersten literarischen Dissidenten aus Nordkorea. Sein Buch ist die Sammlung von sieben Geschichten, die in den Neunzigerjahren geschrieben wurden und erst jetzt unter riskanten Umständen aus dem Land gelangt sind. In schlichter Poesie und mit feinem Sinn für Humor erzählt der Autor von einem Leben, das vom totalitären Regime durchdrungen ist. Da ist der junge Bauer, dem die nötige Reisegenehmigung fehlt, um seine sterbende Mutter in einer nahen Provinz zu besuchen. Und die Ehe eines jungen Ingenieurs zerbricht an den vererblichen Hierarchien. Der Autor der Geschichten klagt an, macht keinen Hehl aus seiner Wut auf das Regime. »Denunziation« ist ein einzigartiger Blick in ein abgeschottetes Land und ein so mutiges wie beeindruckendes Stück Literatur.

  • € 20,00 [D], € 20,60 [A]
  • Erschienen am 02.05.2017
  • 224 Seiten, Hardcover mit Schutzumschlag
  • Übersetzt von: Ki-Hyang Lee
  • ISBN: 978-3-492-05822-3
 
 

Leseprobe zu »Denunziation«

Die Stadt der Gespenster

Am Abend vor dem Nationalfeiertag herrschte in Pjöngjang hektische Betriebsamkeit. Das war nicht weiter verwunderlich, da nur noch wenige Stunden für den Abschluss der Vorbereitungen blieben, die schon vor drei Monaten begonnen hatten.

Als die U-Bahn an der Station Pungnyeon anhielt, war es Han Kyeong-Hui schließlich gelungen, sich einen Sitzplatz zu erkämpfen, indem sie sich unter Zuhilfenahme der Ellbogen zwischen zwei Mitreisende quetschte. Die U-Bahn war genauso bevölkert wie die Straßen. An jeder Station stieg eine Flut von Leuten ein und aus: Soldaten, [...]

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Bandi

„Bandi“, geboren 1950, ist ein von der nordkoreanischen Regierung anerkannter Schriftsteller und Mitglied des Zentralkomitees der Chosun Schriftsteller-Vereinigung. Nachdem er Zeuge der Ereignisse um den „beschwerlichen Marsch“ wurde, der Hungersnot, die vom Ende der Achtziger Jahre bis in die mehr ...

1 Buchblog Veröffentlicht am 21.04.2017 von Piper Verlag

Leben in Nordkorea

»Bandi« ist das Pseudonym des ersten literarischen Dissidenten aus dem Inneren von Nordkorea. Im Interview spricht Do Hee-Yoon, Vorsitzender der Hilfsorganisation, der es gelang, die bereits aus den 90er Jahren stammenden Erzählungen nach Südkorea zu schmuggeln, über seine Arbeit.

Rezensionen und Pressestimmen

Welt am Sonntag


»Die unter großen Vorsichtsmaßnahmen aus dem Land geschmuggelten und unter dem Pseudonym Bandi 2014 in Südkorea veröffentlichten Texte sind Botschaften aus der Hölle, Notsignale humaner Selbstbehauptung unter totalitären Verhältnissen. Ein erschütternder Einblick in das Alltagsleben mit absurdem Personenkult und allgegenwärtiger Überwachung.«    

Kronen Zeitung (A)


»Der unbekannte Autor Bandi erzählt in ›Denunziation‹ bedrückende Geschichten aus dem Alltag in der Diktatur Nordkoreas.«   

WDR 59 Stories


»Eine hoch interessante und aufschlussreiche Lektüre über´s Leben im totalitären Post-Sozialismus.«   

dpa-StarLine


»Die Erzählungen sind ein Anfang, um eine unbekannte Welt näher kennenzulernen. Und Bandi hat nicht bloß eine triste Welt unter ständiger Beobachtung durch die Staatsorgane aufgezeigt, sondern auch einen einzigartigen Blick auf die Bürger dieses Landes geworfen.«    

Nürnberger Nachrichten


»Das Land ist nach wie vor ein schwarzes Loch auf der Weltkarte. Umso kostbarer scheint es, dass Bandis ›Denunziation‹ ein anderes, wenn auch schmerzlicheres Licht als das der Propaganda in die Finsternis bringt.«    

SWR 2


»Der Band erzählt Geschichten, die sich hinter der glatten Fassade der nordkoreanischen Massenchoreographien abspielen und die nur sehr selten unseren Buchmarkt erreichen. Das macht diesen Band so besonders.«   

Kleine Zeitung


»Bandi zeichnet das Bild einer Gesellschaft, in der das Regime sogar bis ins Schlafzimmer blickt. Wo jeder Nachbar, bisweilen sogar die eigene Familie Teil der Denunziationsmaschine sein kann.«   

Kölner Stadt-Anzeiger


»Allemal wird hier nachdrücklichst eine an Orwell und Kafka erinnernde Alptraumwelt lebendig.«   

taz


»Bandis Erzählungen sind daher weniger Sensation als vielmehr bittere Mahnung: Auch ein großes Orchester besteht aus Einzelstimmen«   

Stern


»Bandi öffnet die Tür zu diesem erratischen und geheimnisvollen Land einen Spalt breit und erlaubt Einblicke in den nordkoreanischen Alltag «   

Der Spiegel


»Der Ton der Erzählungen klingt ungewohnt eckig, doch sie offenbaren menschliche Innenwelten, die gar nicht fremd sind. (...) ein Buch, das einen seltenen Einblick gewährt.«    

Alle Welt (A)


»›Denunziation‹ ist ein beeindruckendes Werk, das nachdenklich macht und das repressive Regime anklagt.«   

tam.tam Das Stadtmagazin


»Präzise, manchmal in schlichter Poesie gehalten, schildert Bandi das Ringen nach Menschlichkeit in einem totalitären Regime.«   

Buchkultur (A)


»Ein teilweise bestürzender Titel, der hier und da auch feinen Humor aufblitzen lässt – ein mutiger literarischer Beitrag in Sachen Regimekritik. Absolute Leseempfehlung.«   

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