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Das Zehn-Minuten-ProjektDas Zehn-Minuten-Projekt

Das Zehn-Minuten-Projekt

Roman

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Das Zehn-Minuten-Projekt — Inhalt

Es gibt Momente im Leben, da geht einfach alles schief. Kaum hat Chiara ihr geliebtes Häuschen verlassen, um mit ihrem Mann nach Rom zu ziehen, verlässt er sie für eine andere. Noch dazu wird aus heiterem Himmel ihre Kolumne in einer Wochenzeitung gestrichen. Für Chiara bricht eine Welt zusammen, doch ihre Therapeutin rät ihr zu einem kleinen Spiel: Chiara soll den Dezember hindurch zehn Minuten täglich etwas Neues ausprobieren, das sie noch nie gemacht hat. Chiara ist skeptisch, doch als sie schließlich mit 89 Freunden Weihnachten feiert, erlebt sie eine faustdicke Überraschung.

Erschienen am 04.10.2016
Übersetzer: Valerie Schneider
208 Seiten, Broschur
ISBN 978-3-8333-1082-9
Erschienen am 05.10.2015
Übersetzer: Valerie Schneider
208 Seiten, WMEPUB
ISBN 978-3-8270-7773-8
»Chiara soll den Dezember hindurch zehn Minuten täglich etwas Neues ausprobieren, das sie noch nie gemacht hat. Aber hilft es gegen den Liebeskummer, Pancakes zu backen, wenn man normalerweise schon an Spaghetti scheitert?«
Dolomiten
»Ein wunderbares Buch, bei dem man Spaß hat und über die Geschichte nachdenkt. Mich hat es dazu gebracht, dass Projekt unbedingt auch mal ausprobieren zu wollen.«
leseengel.wordpress.com
»Ein sehr bezauberndes Buch. Eine neue, frische Idee, ein einfaches Prinzip zu präsentieren.«
bn Bibliotheksnachrichten
»Ein sehr bezauberndes Buch. Eine neue, frische Idee, ein einfaches Prinzip zu präsentieren.«
bn Bibliotheksnachrichten

Leseprobe zu »Das Zehn-Minuten-Projekt«

Chiara Gamberale
Roman
Deutsch von Valerie Schneider
BLOOMSBURY BERLIN


Für Yab,
für sämtliche Minuten
seiner Zukunft


Seit jeher hatte ich in ein und demselben Landhaus vor den Toren Roms gelebt, erst mit meinen Eltern, dann mit einer Reihe von Mitbewohnern und schließlich mit dem Mann, der später Mein Ehemann werden sollte. Seit zehn Jahren war ich verheiratet. Seit acht Jahren hatte ich in einer Wochenzeitschrift eine Kolumne, »Sonntagsessen«, für die ich jeweils sieben Tage lang, von Sonntag bis Sonntag, bei einer stinknormalen oder auch völlig skurrilen [...]

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Chiara Gamberale
Roman
Deutsch von Valerie Schneider
BLOOMSBURY BERLIN


Für Yab,
für sämtliche Minuten
seiner Zukunft


Seit jeher hatte ich in ein und demselben Landhaus vor den Toren Roms gelebt, erst mit meinen Eltern, dann mit einer Reihe von Mitbewohnern und schließlich mit dem Mann, der später Mein Ehemann werden sollte. Seit zehn Jahren war ich verheiratet. Seit acht Jahren hatte ich in einer Wochenzeitschrift eine Kolumne, »Sonntagsessen«, für die ich jeweils sieben Tage lang, von Sonntag bis Sonntag, bei einer stinknormalen oder auch völlig skurrilen Familie zu Mittag aß, um von ihr zu erzählen.
In weniger als einem Jahr geschah dann Folgendes: Mein Ehemann bestand darauf, dass wir in die Stadt zogen, ging nach dem Umzug für ein Masterstudium nach Dublin und teilte mir einen Tag vor seiner geplanten Rückkehr am Telefon mit, dass er nicht zurückkommen würde. Aber ja, es gehe ihm gut und ich solle mir keine Sorgen machen, falls ich eine Weile nichts von ihm hörte, im Gegenteil, er habe ja gerade herausgefunden, wie viel besser es ihm ohne mich ging; kurz und gut, er müsse sich Urlaub nehmen, von seiner Arbeit und von unserer Ehe. Um nachzudenken. Allein. In Irland.
Der Herausgeber der Zeitschrift war weniger einfühlsam und ersetzte meine Kolumne, ohne mir ein Wort davon zu sagen, mit dem Liebeskummerkasten einer gewissen Tania Melodia, moralische Siegerin der letzten Staffel von Big Brother.
Mein Vater, meine Mutter, mein Bruder und meine Freunde, die unbeirrt auf ihrem Posten blieben, während in mir und um mich herum alles zusammenbrach, wechselten sich in der ersten Zeit damit ab, bei mir zu schlafen, mich ins Kino oder in den Park, zur Karaoke, ins Fußballstadion oder in den Urlaub zu schleppen, und ertrugen die ewig langen Telefongespräche mit mir. Doch natürlich besaßen sie noch ein eigenes Leben, dem sie sich völlig zu Recht wieder zuwandten, wenn sie auflegten. Die Einzige, die kein Leben mehr hatte, war ich. Stattdessen war da bloß eine zerfaserte und verletzte Masse, mit dem Verlust als einziger Achse, um die sie sich drehen konnte.
Als der erste unerträgliche Schmerz nachließ, blieb noch nicht mal er, um mir ein wenig Gesellschaft zu leisten. Wenn ich ins Bett ging, war meine einzige Hoffnung vor dem Einschlafen der Gedanke, nicht wieder aufzuwachen. Die eine große Liebe, die mir zustand, hatte ich gehabt. Die besten Romane, die ich schreiben konnte, hatte ich geschrieben – zumindest würde ich mein tiefstes Inneres nicht noch einmal in ein Buch legen können, wenn ich nichts mehr erlebte, das mich wirklich berührte. Und das Haus meiner Kindheit hatte ich hinter mir gelassen und mit ihm jegliche Aussicht auf etwas Gutes in meinem Leben.
»Wenn es nichts mehr zu schreiben gibt, nichts mehr zu erleben, keine Familie mehr, die mir jede Woche zumindest die Illusion schenkt, meine eigene zu sein, was soll ich dann noch auf dieser Welt?«, fragte ich jeden Montag meine Therapeutin, Dr. T.
Bis sie mir schließlich am Ende einer Sitzung in ihrer eindringlichen und leicht mystischen Art einen Vorschlag hinwarf: »Haben Sie Lust auf ein Spiel?«
»…«
»Machen Sie ab jetzt einen Monat lang zehn Minuten am Tag etwas, das Sie noch nie gemacht haben.«
»Und was?«
»Irgendwas. Hauptsache, Sie haben es in Ihren fünfunddreißig Jahren noch nie gemacht.«
»Fast sechsunddreißig.«
»Okay, fast sechsunddreißig. Machen Sie jedenfalls irgendetwas Neues.«
»Einen Monat lang.«
»Ja.«
»Zehn Minuten lang.«
»Ja.«
»Aber … Meinen Sie wirklich, das bringt etwas?«
»Das hängt von Ihnen ab. Spiele sind was für ernsthafte Leute. Wenn Sie sich entschließen, damit anzufangen, dürfen Sie keinen einzigen Tag auslassen.«
»Und dann?«
»Wie dann?«
»Was kann ich dabei am Ende gewinnen? Kriege ich dann mein Leben zurück?«
»Darüber sprechen wir in einem Monat, Chiara. Bis dahin spielen Sie. Und nicht vergessen: Sie müssen vollen Einsatz zeigen und dürfen nicht schummeln. Auf Wiedersehen!«
»Wiedersehen.«
Ich hatte nichts zu verlieren. Genau das war ja mein Problem. Und somit war das jetzt die Gelegenheit, es auszuprobieren.
Das Zehn-Minuten-Projekt.


Montag, 3. Dezember
Sonnenaufgang 7:20 – Sonnenuntergang 16:40
Pinkfarbener Nagellack
Die Praxis von Dr. T. befindet sich im Zentrum Roms, nicht weit von dem Haus entfernt, in das Mein Ehemann und ich zweieinhalb Monate vor seinem Anruf aus Dublin gezogen waren.
Zwischen der Praxis und unserer Wohnung liegt der Schönheitssalon Isla, geführt von Cristina und Tiziana, den einzigen Menschen, die mir sofort vertraut geworden sind in einer Stadt, die mir immer leicht feindselig erschienen und die, seit Mein Ehemann mich verlassen hat, zu einer konstanten Bedrohung geworden ist.
Mein ganzes bisheriges Leben hatte ich in Vicarello verbracht, einem winzigen Ort eine Stunde von Rom entfernt, der schläfrig und gelangweilt an seinem kleinen See liegt. Dort habe ich viel durchlebt: Traurigkeit, Glück, einen Pagenschnitt, lange Haare, kurze Haare, Masern, schmutzige Knie, die Albträume einer Zehnjährigen, die schlimmen Geheimnisse einer Fünfzehnjährigen, die Enttäuschungen einer Zwanzigjährigen und die Verwunderung einer Fünfundzwanzigjährigen. Sämtliche Dummheiten der Zehn-, Fünfzehn-, Zwanzig- und Fünfundzwanzigjährigen habe ich begangen, während um mich herum meine Mutter kochte, mein Vater aus dem Haus ging und wiederkam, mein Bruder geboren wurde, eine Katze herumlief, dann ein Hund und noch ein Hund, ein Mitbewohner, noch ein Mitbewohner und noch einer, ich mich verliebt habe, meine Liebe erwidert wurde und dann wieder nicht, ich verlassen wurde und dann wieder nicht, ich angeödet war, schlecht gelaunt, gewollt, verloren, ein Trottel, eine Ehefrau.
Dabei jedoch stets und ständig behütet:
Vor der brutalen Wirklichkeit, behauptete ich.
Vor der Verantwortung, richtig erwachsen zu werden oder zumindest so einigermaßen, behaupteten die anderen. Solange du nur durch einen Gemüsegarten musst, um zu deinem Elternhaus zu kommen, ist alles bloß eine Farce, verstehst du das nicht?
Fest steht jedenfalls, dass ich niemals von dort weggegangen wäre, wenn die Elektrik nicht völlig marode gewesen wäre und mein Haus in Vicarello nicht mit seinem ganzen Selbst nach einer Sanierung geschrien hätte. Doch die brauche Zeit, erklärten die Handwerker, viel Zeit.
Warum mieten wir dann nicht einfach für ein paar Jahre eine Wohnung in Rom, verkaufen irgendwann das Haus in Vicarello und leisten uns was in der Stadt?, hatte Mein Ehemann gefragt. Das heißt, wenn du endlich eingesehen hast, dass es sich dort viel besser lebt, nämlich weit weg von Mama und Papa statt nur einen Tomatenwurf entfernt und endlich mittendrin statt außen vor (und sei es nur, weil ich, statt mit dem Auto zwei Stunden zur Kanzlei und wieder zurück zu brauchen, zu Fuß zur Arbeit könnte und du, die keinen Führerschein hat, nicht mehr dein halbes Leben im Zug verbringen müsstest).
Okay, hatte ich gesagt.
Wenn ich Vicarello ohnehin verlassen und ins Exil musste, war mir ein Ort so recht wie der andere, Hauptsache, Mein Ehemann war bei mir.
Doch nach nicht einmal drei Monaten sollte er mich alleinlassen in diesem verfluchten Haus, diesem verfluchten Viertel, dieser verfluchten Stadt.
Aber dass der Schönheitssalon Isla tatsächlich eine Insel ist in diesem römischen Lärm, der einem so sinnlos erscheinen kann, wenn man nicht mehr weiß, wer man ist, und dass Cristina und Tiziana nichts von der eilfertigen Freundlichkeit, dem netten, aber unpersönlichen Gebaren haben, zu dem einen das Arbeiten in dieser Gegend zwingt, habe ich sofort gemerkt.
Tiziana sieht immer vergnügt aus, auch wenn sie gerade ernst ist, sie hat große Augen und ein Gesicht, das ständig in Bewegung ist, wodurch sie wie eine lustige Comicheldin wirkt. Doch ohne dass man es merkt und gerade weil man es nicht merkt, erinnert sie einen auch an die ernsten Dinge des Lebens, an das Paradox des menschlichen Wesens, an Gott.
Cristina ist die Besitzerin des Schönheitssalons, sie hüllt sich oft in langes Schweigen. Ihr Blick ist dunkeläugig und intelligent, sie liebt es zu lesen und auf Tauchgang zu gehen, im Meer wie in sich selbst.
Sie ist es, die mir aufmacht, als ich dort klingele, kaum dass ich die Praxis meiner Therapeutin verlassen habe.
»Kannst du mich einschieben?«, frage ich.
»Wie viel Zeit brauchst du denn?«
»Nur zehn Minuten.«
Der Vorwurf, den ich von Cristina und Tiziana ständig zu hören bekomme, ist, dass ich mich nie zu einer radikalen Körperenthaarung oder einer exotischen Massage durchringen kann, kurz, zu etwas, das einer Kosmetikerin eine Sternstunde verschaffen könnte, eine Befriedigung, die darüber hinausgeht, der Kundin zum gewerkschaftlich festgelegten Minimum an Ansehnlichkeit verholfen zu haben.
»Okay, komm rein«, sagt Cristina.
Sobald ich ihr das Zehn-Minuten-Spiel erklärt habe, fangen ihre Augen gefährlich an zu leuchten. Sie macht sich daran, in einer Schublade zu wühlen, und holt schließlich ihre Sammlung an Nagellackfläschchen hervor.
Ich bekomme es mit der Angst zu tun.
Sie wählt einen pinkfarbenen Nagellack aus. Mit Glitzer.
Meine Angst wächst. »Aber nicht die Hände!«
»Oh doch«, erwidert sie. »Hände und Füße. Vielleicht brauchen wir ein bisschen länger als zehn Minuten, aber das macht doch nichts, oder? Zieh dir die Schuhe aus und setz dich.«
Ich ziehe mir die Schuhe aus und setze mich.
Der einzige Nagellackfarbton, den ich jemals für mich in Erwägung gezogen habe, ist Schwarz, und auch das nur unter Vorbehalt:
Weil du Bücher schreibst und deshalb nicht für ein flatterhaftes Ding gehalten werden möchtest, das Geschichtchen erzählt, um sich selbst zu verstehen, sondern dich als strenge und engagierte Intellektuelle ausweisen willst, die ernsthaft und blass auszusehen hat, haben Cristina und Tiziana immer gesagt.
Weil leuchtende Farben der so beängstigenden Wirklichkeit scheinbar die Erlaubnis erteilen, einfach so weiterzumachen wie bisher, habe ich immer gesagt.
Weil dein Vater als erstgeborenes Kind gern einen Jungen gehabt hätte und du ihn nicht auf ganzer Linie enttäuschen willst, sagte Mein Ehemann immer.
Cristina fängt an, mir eine transparente Grundierung auf die Zehennägel zu pinseln.
»Und was soll das bringen, dieses Zehn-Minuten-Spiel?«, will sie wissen.
»Weiß nicht, das hat mir meine Therapeutin nicht gesagt. Ich glaube, es soll vor allem mein Gehirn beschäftigen, die Leere in mir ausfüllen und Ordnung in die Verwirrung bringen, die an die Stelle meines Lebens getreten ist.«
»Leere und Verwirrung sind immer noch besser als dein Exmann.« Cristina ist nie eine glühende Anhängerin meiner Ehe gewesen. »Schon als du zum ersten Mal hier warst, mit ihm per SMS gestritten hast und nicht erklären konntest, worüber eigentlich, war mir klar, dass es zwischen euch nicht mehr lange halten würde.«

Chiara Gamberale

Über Chiara Gamberale

Biografie

Chiara Gamberale wurde 1977 in Rom geboren, wo sie bis heute lebt und als Schriftstellerin sowie Radio- und Fernsehmoderatorin arbeitet. Ihre Romane wurden mehrfach ausgezeichnet, u. a. mit dem renommierten Premio Campiello, und in sechzehn Sprachen übersetzt. "Das Zehn-Minuten-Projekt" stand in...

Pressestimmen

Dolomiten

»Chiara soll den Dezember hindurch zehn Minuten täglich etwas Neues ausprobieren, das sie noch nie gemacht hat. Aber hilft es gegen den Liebeskummer, Pancakes zu backen, wenn man normalerweise schon an Spaghetti scheitert?«

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»Ein wunderbares Buch, bei dem man Spaß hat und über die Geschichte nachdenkt. Mich hat es dazu gebracht, dass Projekt unbedingt auch mal ausprobieren zu wollen.«

bn Bibliotheksnachrichten

»Ein sehr bezauberndes Buch. Eine neue, frische Idee, ein einfaches Prinzip zu präsentieren.«

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»Ein sehr bezauberndes Buch. Eine neue, frische Idee, ein einfaches Prinzip zu präsentieren.«

Kommentare zum Buch

Aufzählung von Aufgaben und knapper Beschreibung der Durchführung statt eines lebhaften Romans mit Tiefgang
Lena am 06.11.2017

18 Jahre war die 36-jährige Chiara mit ihrem Ehemann zusammen, bevor dieser sie mit einem Anruf aus Dublin verlassen hat. Wenige Monate zuvor war das Paar von einem Vorort in die Stadt Rom gezogen, wo sich Chiara nicht wirklich wohlfühlt und sich bisher nicht eingelebt hat. Als sie dann auch noch ihre Kolumne bei einer Wochenzeitung verliert, ist die Schriftstellerin am Ende mit ihren Nerven. Ihre Therapeutin rät ihr zu einem Spiel, einer persönlichen Challenge. Sie soll einen Monat lang jeden Tag für zehn Minuten etwas ausprobieren, das sie noch nie gemacht hat. Skeptisch, aber dennoch neugierig, macht sich Chiara an das Projekt.   Bei den selbst gestellten Aufgaben handelt es sich überwiegend um einfache, alltägliche Dinge, die nicht unbedingt viel Überwindung brauchen, wie sich die Nägel pink lackieren, einen Flohmarkt besuchen, Pancakes zubereiten oder ins Fitnessstudio gehen. Teilweise beziehen die Aufgaben auch ihren Ehemann ein, der wieder von Dublin nach Rom zurückgekehrt ist und bei einem Freund wohnt. Mit ihm über Chiara, die keinen Führerschein hat, das Autofahren oder das neue Jahr mit zehn Minuten Schweigen zu beginnen.   Der Roman ist mit gut 200 Seiten nicht sehr umfangreich und auch die einzelnen Kapitel mit den Aufgaben sind folglich eher kurz gehalten und gehen nicht sehr in die Tiefe. Es sind Aufgaben, die man sich auch leicht selbst stellen und nachmachen kann. Die Idee hinter dem Projekt - eine persönliche Herausforderung, um sich von dem Herzschmerz abzulenken und sich einfach auch einmal mit etwas anderem zu beschäftigen, vielleicht sogar eine neue Leidenschaft zu entdecken - fand ich sehr interessant. Die Projekte von Chiara waren allerdings so alltäglich und fast schon banal, dass sich das Buch eher einer Aufzählung von Aufgaben und einer kurzen Beschreibung der Durchführung glich, als einem zusammenhängendem Roman.   Mir war der Roman zu sehr wie ein Bericht gehalten, zugleich fehlte mir auch die Tiefe und ein Gefühl für die Protagonistin. Ich hatte nicht den Eindruck, dass sich Chiara durch ihre Aufgaben mit der Trennung von ihrem Ehemann auseinandersetzt, sondern dass sie sich lediglich davon ablenkt und mit den Aufgaben eine Beschäftigung sucht, die sie zuvor durch das Schreiben ihrer Kolumne hatte. Ihre Mini-Projekte waren für mich zu langweilig. Weniger Projekte und dafür eine tiefere Auseinandersetzung mit ihnen hätten dem Roman mehr Tiefgang verleihen können. Gerade weil ich den Eindruck hatte, dass die Autorin von sich selbst schreiben könnte - schließlich gibt es zahlreiche Parallelen wie Name, Alter, Wohnort und Beruf der Protagonistin - war ich am Ende enttäuscht, dass "Das Zehn-Minuten-Projekt" so nichtssagend blieb. 

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