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Das gläserne KlavierDas gläserne Klavier

Das gläserne Klavier

Roman

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Das gläserne Klavier — Inhalt

Am Ende wird alles gut, und wenn nicht, ist es noch nicht das Ende.

Elfrieda von Riesen ist eine umjubelte Konzertpianistin, reich, berühmt, verheiratet mit dem Mann, den sie liebt. Ihre Schwester Yoli ist pleite, geschieden und schläft unfehlbar mit den falschen Männern. Unterschiedlicher könnten zwei Schwestern nicht sein. Und doch gibt es niemanden, dem sie näher stünden als einander.

Aber Elfrieda will nicht mehr leben. Kurz vor ihrer neuen Welttournee bricht sie zusammen und bittet ihre Schwester um das Unmögliche, bittet sie um diesen letzten Dienst, der bei weitem das übersteigt, was einem Menschen zumutbar ist. Während ihr Agent sie verzweifelt zu erreichen versucht, setzt Yoli alles daran, Elfrieda Kraft und Zuversicht einzuflößen, sie für die Tour fit zu machen. Sie kämpft aus Leibeskräften. Denn wie sollte man einem solchen Wunsch entsprechen?

In ihrem neuen Roman erzählt Miriam Toews von der Liebe zweier Schwestern, von einer Familie, die zusammenrückt und mit Witz und Menschlichkeit den Zumutungen des Lebens trotzt. Und ihr gelingt das Unglaubliche: selbst angesichts des Schwersten bringt sie uns zum Lachen.

Erschienen am 02.05.2016
Übersetzer: Monika Baark
368 Seiten, Hardcover mit Schutzumschlag
ISBN 978-3-8270-1249-4
Erschienen am 02.05.2016
Übersetzer: Monika Baark
368 Seiten, WMEPUB
ISBN 978-3-8270-7860-5
»Trotz aller Tragik ist dieser berührende, autobiografisch geprägte Roman außerordentlich witzig, und die Dialoge sind punktgenau. Die Autorin schafft es in bewundernswerter Weise, Drama und Komik in einem perfekten Gleichgewicht zu halten.«
Brigitte Wir
»Tod und Spaß tanzen hier atemlos Ringelreihen, so wie es sich für eine erstklassige Tragikomödie gehört.«
WDR 5 "Bücher"
»Ein Roman, der einen packt, schüttelt und aufwühlt und mit seiner sensiblen Art das Leben einer Familie beschreibt, die es absolut nicht einfach hat, doch immer wieder mit einer unglaublichen Kraft aufsteht und mit neuer Energie den Schlägen des Lebens entgegengeht. Ein ganz besonderes Leseerlebnis.«
Freie Presse
»Das Unglück kann viele Facetten haben, es kann banal und tragisch, kurios und herzzerreißend, erwartbar und völlig überraschend sein. Miriam Toews, eine der wichtigsten Autorinnen Kanadas, jongliert in ihrem neuen Roman mit den verschiedenen Spielarten des Unglücks und sie tut das so souverän und selbstverständlich, mit einem so lapidaren Humor, dass sie ihrem düsteren Romankosmos immer wieder Momente der Heiterkeit abringen kann. Selten hat man einen stellenweise so komischen Roman über das Sterben gelesen wie Miriam Toews' "Das gläserne Klavier".«
Süddeutsche Zeitung
»Dramatisch und sehr witzig.«
MADAME
»Zutiefst anrührend ist diese Geschichte, weil sie so ehrlich, wütend, aber auch voller Humor davon erzählt, wie schwer es ist, das Leben auszuhalten, wenn ein geliebter Mensch es loslassen will.«
BÜCHERmagazin
»Wenn es gut geht, kann Trauer Menschen zärtlich zusammenrücken lassen. Davon erzählt Miriam Toews in berückend schöner Sprache, live aus den Herzkammern.«
NDR Kultur

Leseprobe zu »Das gläserne Klavier«

EINS

Unser Haus wurde eines Nachmittags im Spätsommer 1979 auf einem Lkw weggefahren. Meine Eltern, meine ältere Schwester und ich standen mitten auf der Straße und sahen ihm hinterher, einem flachen Bungalow aus Holz und Backstein und Gips, der sich langsam die First Street hinunterschob, vorbei am A&W und an der Deluxe-Bowlingbahn und raus auf den Highway 12, wo wir ihn irgendwann aus dem Blick verloren. Ich kann es noch sehen, sagte meine Schwester Elfrieda immer wieder, bis sie es am Ende nicht mehr konnte. Ich kann es noch sehen, ich kann es noch [...]

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EINS

Unser Haus wurde eines Nachmittags im Spätsommer 1979 auf einem Lkw weggefahren. Meine Eltern, meine ältere Schwester und ich standen mitten auf der Straße und sahen ihm hinterher, einem flachen Bungalow aus Holz und Backstein und Gips, der sich langsam die First Street hinunterschob, vorbei am A&W und an der Deluxe-Bowlingbahn und raus auf den Highway 12, wo wir ihn irgendwann aus dem Blick verloren. Ich kann es noch sehen, sagte meine Schwester Elfrieda immer wieder, bis sie es am Ende nicht mehr konnte. Ich kann es noch sehen, ich kann es noch sehen. Ich kann es noch … Okay, nee, ist weg, sagte sie.
Mein Vater hatte es damals selbst gebaut, als er frisch eine Braut hatte, beide kaum zwanzig Jahre alt, und einen Traum. Meine Mutter erzählte Elfrieda und mir, sie und mein Vater seien so jung gewesen und so voller Energie, dass sie an heißen Abenden, sobald mein Vater mit der Schule fertig war und meine Mutter mit Backen und allem anderen, immer durch den Sprinkler in ihrem neuen Vorgarten gerannt seien, jauchzend und hüpfend und völlig blind gegenüber den Blicken und der Fassungslosigkeit ihrer Nachbarn, die es für unschicklich hielten für ein jungvermähltes Mennonitenpaar, halbnackt vor den Augen der ganzen Stadt herumzutollen. Jahre später sollte Elfrieda die Szene als den Dolce-Vita-Moment meiner Eltern bezeichnen und den Sprinkler als ihren Trevi-Brunnen.
Wo kommt es hin?, fragte ich meinen Vater. Wir standen in der Mitte der Straße. Das Haus war weg. Mein Vater hielt sich die Hand vor die Augen, zum Schutz gegen das gleißende Sonnenlicht. Ich weiß es nicht, sagte er. Er wollte es auch gar nicht wissen. Elfrieda und meine Mutter und ich stiegen ins Auto und warteten auf meinen Vater. Eine gefühlte Ewigkeit stand er da und blickte ins Leere. Elfrieda beschwerte sich über den heißen Sitz, er verbrenne ihr die Beine. Schließlich beugte sich meine Mutter rüber und hupte, nur kurz, nicht um meinen Vater zu erschrecken, sondern damit er sich umdrehte und uns ansah.
Es war ein so heißer Sommer, und wir hatten ein paar Tage totzuschlagen, bis wir unser neues Haus beziehen konnten, das unserem alten sehr ähnelte, aber keines war, das mein Vater selbst gebaut hatte, mit Liebe zu jedem Detail wie etwa einer langen überdachten Veranda, auf der wir sitzen und Gewitter beobachten konnten und dabei trocken blieben, und so beschlossen meine Eltern, in den Badlands von South Dakota mit uns zelten zu gehen.
Mir schien, wir hätten die ganze Zeit damit verbracht, alles aufzubauen und dann wieder abzubauen. Elfrieda, meine Schwester, sagte, das sei kein richtiges Leben – es sei wie im Irrenhaus, wo alle nur herumliefen, um zu überleben und Energie zu sparen, es sei wie in einem Flüchtlingslager, in einer offenen Anstalt für Neurotiker, es sei dies und jenes, sie war nicht so fürs Zelten – und unsere Mutter sagte, na ja, Schatz, es soll unsere Wahrnehmung der Dinge verändern. Paris würde das auch tun, sagte Elf, oder LSD, und unsere Mutter sagte, na komm, Hauptsache, wir sind zusammen, lass uns mal die Würstchen heiß machen.
Der Gaskocher hatte ein Leck, flog einen Meter in die Luft und versengte den Picknicktisch, doch währenddessen tanzte Elfrieda um das Feuer herum und sang »Seasons in the Sun« von Terry Jacks, ein Lied über ein schwarzes Schaf, das von allen Abschied nimmt, weil es sterben muss, und zum ersten Mal seit Beginn der Aufzeichnungen fluchte unser Vater (Was zum Henker!) und stand vor dem Feuer und war drauf und dran, etwas zu tun, aber was, was nur, und unsere Mutter stand da, bebend, lachend, und brachte keinen Ton heraus. Ich brüllte meine Familie an, sie sollten vom Feuer weggehen, aber niemand rührte sich auch nur einen Zentimeter, als hätte ein Filmregisseur sie so platziert und als wäre das Feuer nicht echt und als würden sie bei der kleinsten Bewegung die Szene ruinieren. Dann schnappte ich mir den halbleeren Eisbehälter vom Picknicktisch und rannte über die Wiese zu einem Wasserhahn und füllte ihn mit Wasser und rannte zurück und schüttete das Wasser auf die Flammen, die daraufhin, vermischt mit dem Aroma von Vanille, Schokolade und Erdbeer, noch höher schlugen, bis hinauf in die Zweige einer Pappel. Ein Zweig fing Feuer, aber nur kurz, denn inzwischen hatte sich der Himmel verfinstert, und plötzlich starteten Regen und Hagel ihren eigenen Überraschungsangriff, und wir waren endlich in Sicherheit, zumindest vor dem Feuer.
An diesem Abend, nachdem das Gewitter vorbeigezogen und der kaputte Gaskocher in einem riesigen pumasicheren Müllkäfig gelandet war, beschlossen mein Vater und meine Schwester, sich einen Vortrag über den Schwarzfußiltis anzuhören, der mal als ausgestorben gegolten hatte. Er fand im campingplatzeigenen Freilufttheater statt, und sie sagten, sie würden vielleicht auch noch für den zweiten Vortrag dableiben, den hielt ein Experte für Astrophysik über das Wesen der dunklen Materie. Was ist das?, fragte ich meine Schwester, und sie sagte, sie wisse es nicht, glaube aber, ein Großteil des Universums bestehe daraus. Man kann sie nicht sehen, sagte sie, aber man kann ihre Wirkung spüren, oder so ähnlich. Ist das was Böses?, fragte ich. Sie lachte, und ich erinnere mich genau, oder vielmehr, ich habe eine vollkommene Erinnerung daran, wie sie dastand in ihren Hotpants und dem gestreiften schulterfreien Top vor den schattigen ausgewaschenen Badlands, den Kopf weit zurückgeworfen, der lange dünne Hals und das weiße Lederhalsband mit der blauen Perle, ihr schallendes Lachen wie eine Salve von Warnschüssen, eine Kampfansage an die Welt. Sie und mein Vater gingen Richtung Freilufttheater davon und meine Mutter rief ihnen nach – macht Kussgeräusche, das vertreibt die Klapperschlangen! –, und während sie weg waren und etwas über unsichtbare Kräfte und vom Aussterben bedrohte Tiere lernten, blieben meine Mutter und ich am Zelt und spielten »Fischer, Fischer, wie tief ist das Wasser« vor den letzten Klecksen der sinkenden Sonne.
Auf dem Weg zurück schwiegen wir. Wir waren zweieinhalb Tage lang in eine unbekannte Richtung gefahren, die uns von East Village wegführte, bis mein Vater irgendwann sagte, na schön, dann sollten wir uns wohl mal auf den Heimweg machen, als hätte er irgendwas herausfinden wollen und dann einfach aufgegeben. Wir saßen bei geöffneten Fenstern im Auto und sahen andächtig hinaus auf die dunklen, scharfkantigen Felszungen des großen kanadischen Schilds. Unversöhnlich, sagte mein Vater fast tonlos, und als meine Mutter nachfragte, zeigte er auf das Gestein und sie nickte, ah, aber ohne Überzeugung, als hätte sie gehofft, er hätte etwas anderes gemeint, etwas, dem sie gemeinsam trotzen könnten. Woran denkst du?, flüsterte ich Elf zu. Der Wind peitschte durch unsere Haare, ihre schwarz, meine blond. Wir saßen längs auf der Rückbank, die Beine verschränkt, den Rücken gegen die Tür. Elf las Schwierige Liebschaften von Italo Calvino. Wenn du gerade nicht lesen würdest, worü-ber würdest du nachdenken?, fragte ich nochmal. An eine Revolution, sagte sie. Ich fragte, was sie damit meinte, und sie sagte, eines Tages würde ich’s verstehen, gerade könne sie’s mir nicht erklären. Eine heimliche Revolution?, fragte ich. Dann sagte sie mit lauter Stimme, damit alle sie hörten, lasst uns nicht wieder zurückfahren. Niemand reagierte. Der Wind wehte. Alles blieb, wie es war.
Mein Vater wollte Halt machen, um Malereien der Ureinwohner auf den Felsvorsprüngen am Ufer des Lake Superior zu sehen. Auf rätselhafte Weise hatten sie die harschen Elemente Sonne, Wasser und Zeit überdauert. Mein Vater hielt an und wir liefen über einen schmalen, felsigen Pfad auf den See zu. Dort stand ein Schild mit der Aufschrift »Betreten auf eigene Gefahr!«, und in kleinen Lettern wurde erläutert, dass es Leute durch riesige Monsterwellen schon von diesen Felsen gefegt habe und dass wir für unsere Sicherheit selbst verantwortlich seien. Auf dem Weg zum Wasser kamen wir an mehreren Schildern wie diesem vorbei, und mit jeder Warnung wurde die ohnehin tiefe Furche auf der Stirn meines Vaters tiefer und tiefer, bis meine Mutter zu ihm sagte, ruhig, Jake, sonst kriegst du noch einen Hirnschlag.
Als wir das felsige Ufer erreichten, ging uns auf, dass man sich, um die »Piktogramme« zu sehen, meterhoch über schäumendem Wasser über rutschigen nassen Granit schieben und sich dann an ein dickes, mit Metallstiften im Stein gesichertes Seil hängen und sich weit nach hinten über den See biegen musste, bis man fast waagerecht in der Luft und mit den Haaren im Wasser hing. Tja, sagte mein Vater, das lassen wir mal lieber, was? Er las die Infotafel am Wegesrand in der Hoffnung, dass das genügen würde. Ah, sagte er, der Gesteinsforscher, der diese Gemälde entdeckt hatte, nannte sie »vergessene Träume«. Mein Vater warf meiner Mutter einen Blick zu. Hast du gehört, Lottie?, fragte er. Vergessene Träume. Er nahm ein kleines Notizbuch aus der Tasche und schrieb sich das auf. Aber Elf war völlig entzückt von der Vorstellung, über tosendem Wasser an einem Seil zu hängen, und bevor sie jemand aufhalten konnte, war sie weg. Meine Eltern riefen ihr nach, komm zurück, sei vorsichtig, sei vernünftig, benimm dich, komm sofort wieder hierher, und ich stand wortlos und mit großen Augen da und sah voller Entsetzen dabei zu, wie sich meine Schwester allem Anschein nach in ihr nasses Grab stürzte. Sie klammerte sich an das Seil und bestaunte die Malereien, die wir von unserem Platz aus nicht sehen konnten, und dann beschrieb sie uns, was sie sah, größtenteils Bilder von seltsamen stachligen Wesen und andere kryptische Symbole eines stolzen fruchtbaren Volkes.
Als wir dann doch schließlich alle vier lebendigen Leibes wieder unsere kleine Stadt erreichten, die auf der ganz westlichen Seite des felsigen Schilds inmitten von blauen und gelben Feldern lag, waren wir nicht erleichtert. Wir waren jetzt in unserem neuen Haus. Mein Vater konnte im Vorgarten in seinem Liegestuhl sitzen und durch die Bäume hindurch über den Highway auf die First Street sehen, auf die leere Stelle, an der unser altes Haus gestanden hatte. Er hatte sein Haus nicht wegbringen lassen wollen. Seine Idee war es nicht gewesen. Doch der Besitzer des Autohauses nebenan wollte das Grundstück haben, um seinen Parkplatz zu erweitern, äußerte alle möglichen wortgewaltigen Drohungen und übte unnachgiebigen Druck aus, bis mein Vater am Ende nicht mehr konnte und eines Tages einknickte und es dem Autohändler zu einem Spottpreis, wie meine Mutter sagte, überließ. Es ist rein geschäftlich, Jake, sagte der Autohändler am nächsten Sonntag in der Kirche zu meinem Vater. Es hat nichts mit Ihnen zu tun. Entstanden war East Village als gottgefälliges Refugium vor den Lastern der Welt, aber irgendwie hatten sich diese beiden Aspekte, Religion und Kommerz, fest ineinander verkeilt, und je wohlhabender die Einwohner von East Village wurden, desto frommer wurden sie auch, als glaubten sie, Frömmigkeit würde mit wirtschaftlichem Wachstum und Geldscheffeln belohnt, und als glaubten sie, Geldscheffeln hätte Gottes Segen. Das heißt, als sich mein Vater dagegen wehrte, dem Autohändler sein Haus zu verkaufen, lag ein Hauch von Anklage in der Luft, sein Widerstand sei am Ende ein Zeichen, dass er kein guter Christ sei. So die Logik. Und wenn mein Vater etwas wollte, dann ein guter Christ sein. Meine Mutter drängte ihn zu kämpfen, dem Autohändler zu sagen, mach dich vom Acker, und Elfrieda, die älter war als ich und eher den Durchblick hatte, versuchte im Ort eine Petition zu starten, die verhindern sollte, dass expandierende Firmen ins Leben von Privatleuten dringen, aber nichts davon konnte meinem Vater seine Schuldgefühle nehmen und das Gefühl zu sündigen, wenn er für das eintrat, was ja ohnehin seins war. Und außerdem galt mein Vater in East Village als Anomalie, als schräger Vogel, als stiller, depressiver, strebsamer Typ, der Zehn-Meilen-Märsche durch die Natur unternahm und fest daran glaubte, dass Lesen, Schreiben und Vernunft der Schlüssel zum Paradies seien. Meine Mutter setzte sich für ihn ein (wobei auch nur bis zu einem gewissen Punkt, denn schließlich wollte sie als treue mennonitische Ehefrau kein häusliches Hierarchie-Fass aufmachen), aber sie war ja nur eine Frau und insofern sehr leicht zu übersehen.
Jetzt, in unserem neuen Haus, war meine Mutter rastlos und verträumt, mein Vater knallte in der Garage mit Gegenständen, ich verbrachte meine Tage im Garten und baute Vulkane oder durchstreifte die Ränder der Stadt, vermaß sie wie ein Schimpanse in Gefangenschaft, und Elf fing an, ihre »Sichtbarkeit zu erhöhen«. Die Malereien hatten sie inspiriert, mit ihrer Undurchdringlichkeit und ihrer gemischten Botschaft aus Hoffnung, Ehrfurcht, Trotz und ewiger Einsamkeit. Sie fasste den Entschluss, selbst ein Zeichen zu setzen. Sie dachte sich einen Entwurf aus, der ihre Initialen E.V.R. (Elfrieda von Riesen) und darunter die Initialen A.M.P. ent-hielt. Dazu wie eine spiralförmige Schlange der Buchstabe S, der die anderen Buchstaben bedeckte, betonte und zerlegte. Sie zeigte mir den Entwurf auf einem gelben Notizblatt. Hmm, sagte ich, kapier ich nicht. Na ja, sagte sie, die Initialen meines Namens sind doch ganz klar die Initialen meines Namens, und das A.M.P. steht für »All Meine Peinigenden« und das S steht für »Sorgen« und rahmt die anderen Buchstaben ein. Sie ballte die rechte Hand zur Faust und schlug sich damit in die linke Handfläche. Damals hatte sie die Angewohnheit, jede geniale Idee mit einem Schlag gegen sich selbst zu unterstreichen.
Hmm, na ja, das ist … Wie bist’n du darauf gekommen?, fragte ich sie. Sie sagte, das habe sie aus einem Gedicht von Samuel Coleridge, der definitiv ihr Liebhaber gewesen wäre, wäre sie auf die Welt gekommen, als sie eigentlich auf die Welt hätte kommen sollen. Oder er, sagte ich.
Sie sagte, sie habe vor, diverse Landmarken rings um unsere Stadt mit ihrem Symbol zu versehen.
Welche Landmarken?, fragte ich.
Den Wasserturm zum Beispiel, sagte sie, und Zäune.
Darf ich einen Vorschlag machen?, fragte ich. Sie sah mich von der Seite an. Wir wussten beide, dass ich ihr in Sachen Zeichensetzen nichts zu bieten hatte – genauso gut hätte irgendein Gefolgsmann von Jesus sagen können, wie, nur fünftausend Leute hast du mit einem Fisch und zwei Laiben Brot gespeist? Dann sperr mal die Lauscher auf! –, aber gerade war sie in großmütiger Stimmung, aufgekratzt wegen ihrer Errungenschaft, und sie nickte eifrig.
Lass deine Initialen weg, sagte ich. Sonst wissen alle in der Stadt, von wem sie sind, und dann wird Gott Feuer vom Himmel regnen lassen und so weiter.
Unsere kleine Mennonitenstadt war gegen offene Symbole der Hoffnung und individuelle Markenzeichen. Unser Pastor hatte Elf mal vorgehalten, im Elend ihrer frevelhaften Gefühle zu schwelgen, worauf sie sich mit schwungvoller Geste vor ihm verbeugt und erwidert hatte: Mea culpa, Milord. Elf rief damals ständig Kampagnen ins Leben. Sie ging von Tür zu Tür und führte eine Umfrage durch, um zu sehen, wie viele Leute in East Village Interesse daran hätten, den Ort in Shangri-La umzubenennen, und schaffte es, über hundert Unterschriften zu sammeln, indem sie den Leuten erzählte, der Name sei aus der Bibel und bezeichne einen Ort frei von Hochmut.
Hmm, vielleicht, sagte sie. Vielleicht schreib ich einfach nur AMPS, mit einem sehr großen S. Das ist dann geheimnisvoller, sagte sie. Ja, das hat was.
Mhm … eben.
Aber findest du’s nicht toll?
Doch, sagte ich. Und dein Liebhaber, Samuel Coleridge, würde sich auch freuen.
Mit einem abrupten Karateschlag zerteilte sie die Luft und starrte dann in die Ferne, als hätte sie soeben die Salven feindlichen Feuers vernommen.
Stimmt, sagte sie, wie objektive Trauer, was ja etwas anderes ist.
Etwas anderes als was?, fragte ich.
Yoli, sagte sie. Als subjektive Trauer, ist doch klar.
Ach so, ja, sagte ich. Ich meine, klar.
Noch heute findet man in East Village rot gesprühte AMPSe, auch wenn sie schon verblasst sind. Sie verblassen schneller als die tapferen Urvölker-Ockerpiktogramme, auf die sie zurückgehen.
Elfrieda hat eine frische Schnittwunde über ihrer linken Augenbraue. Sieben Stiche halten ihre Stirn zusammen. Die Fäden sind schwarz und steif und die Enden ragen aus ihrem Kopf wie kleine Antennen. Ich fragte, wie sie sich verletzt habe, und sie sagte, sie sei im Waschraum ausgerutscht. Wer weiß, ob das stimmt oder nicht. Inzwischen sind wir Mitte vierzig. Viel ist passiert und nicht passiert. Elf sagt, um ihre Pillenpackung zu öffnen – die ihr die Schwestern gegeben haben –, brauche sie eine Schere. Fette Lüge. Ich sagte, mir sei klar, dass sie ohnehin kein Interesse daran habe, die Pillen zu nehmen, außer in solchen Mengen, die zum Herzinfarkt führten, also wozu die Schere? Außerdem könne sie sie ja auch einfach aufreißen. Eine Verletzung an den Händen wird sie aber nicht riskieren.
Elfrieda ist Konzertpianistin. Als wir Kinder waren, durfte ich hin und wieder bei den schnellen Stücken, die sie nicht auswendig konnte, die Seiten umblättern. Seitenumblättern ist eine Kunst für sich. Ich musste ihr auf dem Notenblatt immer um ein Haar voraus sein und beim Umblättern gewandt wie eine Schlange, damit nichts knisterte und nichts klebte und nichts raschelte. Ihre Worte. Ich musste immer und immer wieder üben, während sie fünf Zentimeter vor dem Blatt hing und lauschte. Ich hab’s gehört!, sagte sie jedes Mal. Und dann musste ich es so lange probieren, bis sie zufrieden war. Mir gefiel die Vorstellung, ihr zumindest in einer Sache vor-aus zu sein. Ich war richtig stolz darauf, einen nahtlosen Übergang von einer Seite zur anderen für sie zu schaffen. Beim Umblättern gibt es den idealen Moment, und wenn ich zu früh oder zu spät war, hörte Elfrieda auf zu spielen und heulte los. Auf dem letzten Takt!, sagte sie dann. Auf dem allerletzten Takt! Dann ließ sie sich mit Kopf und Armen auf die Tasten fallen und hielt den Fuß aufs Fortepedal gedrückt, um ihr Leiden auf schaurige Weise vibrierend durch das ganze Haus zu schicken.
Kurz nach dem Campingvorfall und nachdem Elf mit ihrer roten Farbe durch die Stadt gezogen war und ihr Zeichen gesetzt hatte, kam der Bischof (der Alpha-Mennonit) auf Visite, wie er das nannte. Manchmal bezeichnete er sich selbst als »Cowboy« und diese Besuche als »Dinge in Ordnung bringen«. Aber eigentlich war es eher ein Überfall. Er tauchte samstags im Konvoi mit seinem üblichen Trupp Älteren auf, jeder in einem schwarzen Auto (Fahrgemeinschaften finden nicht statt, weil es nicht ganz so viel Schrecken verbreitet, wenn dreizehn bis vierzehn gleichgekleidete Männer aus einem einzigen Auto fallen), und mein Vater und ich beobachteten sie vom Fenster aus, wie sie vor unserem Haus parkten und langsam auf uns zukamen, einer nach dem anderen wie bei einer schlappen Polonaise. Meine Mutter war in der Küche beim Abwasch. Sie wusste, dass sie im Anmarsch waren, ignorierte sie aber bewusst und tat den Besuch als Nebensache ab, die zwar lästig war, sich aber nicht allzu sehr auswirken würde auf ihren Tag. (Es war derselbe Bischof, der meine Mutter ermahnt hatte, weil sich ihr Brautkleid am Saum zu sehr bauschte. Was soll ich davon halten, von einem solchen Exzess?, hatte er sie gefragt.) Meine Schwester war irgendwo im Haus, bastelte an ihrem Black-Panther-Look oder stach sich mithilfe einer Kartoffel und Alkohol ihre Ohrlöcher neu oder starrte Dämonen in den Boden.
Mein Vater ging an die Tür und bat die Männer herein. Sie setzten sich ins Wohnzimmer, sahen den Boden und hin und wieder einander an. Mein Vater stand allein mit panischem Blick im Raum, umzingelt wie der letzte Überlebende irgendeiner seltsamen Form von Völkerball. Eigentlich hät-te meine Mutter sofort eifrig und strahlend aus der Küche schießen und den Männern Tee oder irgendein kunstvolles selbstgemachtes Gebäck aus dem mennonitischen Kochbuch anbieten müssen, aber sie rührte sich nicht vom Fleck, sie klapperte mit ihrem Geschirr, pfiff gewollt locker vor sich hin und ließ meinen Vater schmoren. Sie hatten sich schon im Vorfeld über dieses Thema gestritten. Jake, sagte sie, wenn die hier auftauchen, sag ihnen, dass es gerade nicht passt. Die haben kein Recht, hier einfach einzufallen. Er sagte, nein, das könne er nicht machen. Also hatte meine Mutter vorgeschlagen, selbst die Sache in die Hand zu nehmen, und er hatte sie angefleht, nein, bitte nicht, bis sie einlenkte, aber nicht ohne zu betonen, dass sie auf keinen Fall herumspringen und die Männer von hinten und vorne bedienen werde, während sie den Plan zur Kreuzigung ihrer Familie vorlegten. Bei diesem speziellen Besuch ging es um Elfs Vorhaben, Musik zu studieren. Sie war erst fünfzehn, aber die Ältesten wussten von irgendeiner Dorfpetze, dass Elf »den unklugen Wunsch geäußert hatte, die Gemeinde zu verlassen«, und höhere Schulbildung – vor allem für Mädchen – war ihnen hochgradig suspekt. Staatsfeind Nummer eins war für diese Männer ein Mädchen mit einem Buch.
Sie kriegt nur Flausen in den Kopf, sagte einer der Männer zu meinem Vater, worauf ihm nichts einfiel als zustimmend zu nicken und sehnsüchtig zur Küche zu sehen, wo meine Mutter dabei war, mit dem Geschirrtuch Fliegen zu jagen und Kalbsschnitzel zu klopfen. Ich saß stumm neben meinem Vater auf der kratzigen Couch und nahm ihren »Duft der Verachtung« wahr, wie meine Mutter gern sagte. Ich hörte, wie meine Mutter meinen Namen rief. Ich ging in die Küche und fand sie auf der Küchentheke, sie baumelte mit den Beinen und trank Apfelsaft aus dem Plastikbehälter. Wo ist Elf?, fragte sie. Ich zuckte mit den Schultern. Woher sollte ich das wissen? Ich setzte mich zu ihr auf die Theke und sie reichte mir den Apfelsaft. Wir hörten ein Murmeln aus dem Wohnzimmer, eine Kombination aus Englisch und Plautdietsch, jener entfernt Holländisch klingenden und schriftlosen mittelalterlichen Sprache der Alten von East Village. (Auf Plautdietsch heiße ich »Jacob von Riesens Yolandi«, und wenn sich meine Mutter auf Plautdietsch vorstellt, sagt sie, »Ich bin von Jacob von Riesen.) Kurz darauf vernahmen wir die ersten Takte von Rachmaninows Präludium in g-Moll, Opus 23. Elf war im Gästezimmer, wo das Klavier stand und wo inzwischen ein Großteil ihres Lebens stattfand. Die Männer verstummten. Die Musik wurde lauter. Es war Elfs Lieblingsstück, vielleicht sogar der Soundtrack ihrer heimlichen Revolution. Seit zwei Jahren studierte sie das Stück nonstop mit einem Lehrer vom Konservatorium in Winnipeg, der zweimal die Woche vorbeikam, um sie zu unterrichten, und meine Eltern und ich kannten jede Nuance, den Schmerz, die Ekstase, den vollendeten Respekt des Stücks für die Wichtigkeit des ausschweifend chaotischen inneren Monologs. Elf hatte es uns beschrieben. Klaviere waren eigentlich in unserer Stadt verboten, da sie zu sehr an Saloons, illegale Kneipen und ausgelassene Stimmung gemahnten, aber meine Eltern hatten trotzdem eins ins Haus geschmuggelt, weil ein Arzt in der Stadt gemeint hatte, Elf brauche ein »kreatives Ventil« für ihre Energie, damit sie nicht »wildwüchsig« würde, und dieses Wort verhieß nichts Gutes. Wildwüchsig war das Schlimmste, was man werden konnte in einer Gemeinde, die sich Konformität auf die Fahnen geschrieben hatte. Nachdem wir ein paar Jahre heimlich ein Klavier besaßen, das hastig unter Bettlaken und Jutesäcken verschwand, wenn die Älteren zu Besuch kamen, wuchs meinen Eltern Elfs Klavierspiel allmählich ans Herz und sie äußerten gelegentlich sogar Hörerwünsche – »Moon River« zum Beispiel oder »When Irish Eyes Are Smiling«. Irgendwann kamen die Älteren doch dahinter, dass wir ein Klavier im Haus hatten, und es folgte natürlich eine lange Debatte und die Rede war von einer drei- bis sechsmonatigen Exkommunikation meines Vaters, der wiederum erklärte, er werde sie mit Fassung tragen. Aber nachdem er sich der Strafe so offenbar bereitwillig beugte, wurde davon abgesehen (erbetene Strafen zu verhängen macht keinen Spaß), solange meine Eltern dafür sorgten, dass Elf das Instrument ausschließlich zur Lobpreisung des Herrn einsetzte.
Meine Mutter begann mitzusummen und sich im Takt zu wiegen. Die Männer im Wohnzimmer blieben stumm, als würden sie gemaßregelt. Elf spielte lauter, dann leiser, dann wieder lauter. Die Vögel hörten auf zu singen und die Fliegen hörten auf, gegen die Scheiben zu knallen. Die Luft stand still. Das war der Moment, wo Elf ihr Leben in die Hand nahm. Es war ihr Debüt als erwachsene Frau und, auch wenn uns das damals noch nicht klar war, als Weltklassepianistin. Ich sage mir gern, dass die Männer im Wohnzimmer in diesem Moment erkannten, dass jemand, der so viel Leidenschaft und Erregung zum Ausdruck brachte, unmöglich bleiben konnte, und dass es wäre, als würde sie auf dem Scheiterhaufen verbrannt oder lebendig begraben, wenn man sie festhielte. Es war der Moment, als Elf uns verließ. Und es war der Moment, als mein Vater alles auf einmal verlor: die Achtung der Älteren, seine Autorität als Familienoberhaupt und seine Tochter, die jetzt frei und somit gefährlich war.
Das Stück ging zu Ende, und wir hörten, wie der Klavierdeckel zuklappte und die Klavierbank über den Linoleumboden des Gästezimmers schürfte. Elf kam in die Küche, ich reichte ihr den Apfelsaft, sie trank den Behälter aus und warf ihn in den Mülleimer. Sie schlug sich die Faust in die Handfläche und sagte, endlich habe sie’s geschafft. Zu dritt standen wir in der Küche, während die Männer in den Anzügen das Haus in derselben Reihenfolge verließen, in der sie es betreten hatten, und wir hörten die Haustür leise ins Schloss fallen und die Autos starten und vom Bordstein wegfahren und verschwinden. Wir warteten in der Küche auf meinen Vater, aber er war in sein Arbeitszimmer gegangen. Ich bin mir immer noch nicht sicher, ob Elf überhaupt wusste, dass die Männer im Wohnzimmer saßen oder dass der Bischof und die Älteren uns besucht hatten oder ob sie sich nur zufällig genau diesen Moment ausgesucht hatte, um das Rachmaninow-Stück mit Inbrunst und erstmals perfekt zu spielen.
Kurz nach dem Besuch des Bischofs und seiner Mannen malte Elf jedoch ein Bild und hängte es in einen alten Rahmen aus dem Keller. Sie hängte es in unserem Wohnzimmer mitten an die Wand über der kratzigen Couch. Es war ein Zitat:
»Ich bin überzeugt, dass weder ein stolzer, hoffärtiger Mensch ein Christ ist, sei er auch, wer er wolle; noch ein geiziger, eigensüchtiger Mensch; noch ein trunkener, wollüstiger Mensch; noch ein unsauberer, hurerischer Mensch; noch ein zänkischer, neidischer Mensch; noch ein ungehorsamer, abgöttischer Mensch; noch ein falscher, lügenhafter Mensch; noch ein untreuer, diebischer Mensch; noch ein Verleumder; noch ein blutdürstiger, unbarmherziger, rachedurstiger Mensch, möge er gleich hundertmal getauft sein und täglich zu des Herrn Brot gehen.«
– Menno Simons
Na gut, aber Elfie?, fragte meine Mutter.
Nein, sagte Elfie. Das bleibt jetzt da. Das sind die Worte von Menno Simons! Die wollen wir doch beherzigen, oder?
Elfies neues Kunstwerk hing ungefähr eine Woche lang in unserem Wohnzimmer, bis mein Vater sie fragte: Na, hast du deine Meinung jetzt rübergebracht? Ich würde nämlich wirklich gern Mamas Stickerei mit dem Dampfschiff wieder aufhängen. Und bis dahin war ihre Entrüstung auch schon wieder verflogen, wie so viele ihrer wilden inneren Stürme.

Miriam Toews

Über Miriam Toews

Biografie

Miriam Toews wurde in Steinbach geboren, einer Mennonitengemeinde in der kanadischen Provinz Manitoba. Sie studierte Filmwissenschaften und Journalismus, lebte in Winnipeg, Montreal, London, Halifax und seit ein paar Jahren in Toronto. Sie ist eine der bedeutendsten kanadischen Autorinnen der...

Pressestimmen

Brigitte Wir

»Trotz aller Tragik ist dieser berührende, autobiografisch geprägte Roman außerordentlich witzig, und die Dialoge sind punktgenau. Die Autorin schafft es in bewundernswerter Weise, Drama und Komik in einem perfekten Gleichgewicht zu halten.«

WDR 5 "Bücher"

»Tod und Spaß tanzen hier atemlos Ringelreihen, so wie es sich für eine erstklassige Tragikomödie gehört.«

Freie Presse

»Ein Roman, der einen packt, schüttelt und aufwühlt und mit seiner sensiblen Art das Leben einer Familie beschreibt, die es absolut nicht einfach hat, doch immer wieder mit einer unglaublichen Kraft aufsteht und mit neuer Energie den Schlägen des Lebens entgegengeht. Ein ganz besonderes Leseerlebnis.«

Süddeutsche Zeitung

»Das Unglück kann viele Facetten haben, es kann banal und tragisch, kurios und herzzerreißend, erwartbar und völlig überraschend sein. Miriam Toews, eine der wichtigsten Autorinnen Kanadas, jongliert in ihrem neuen Roman mit den verschiedenen Spielarten des Unglücks und sie tut das so souverän und selbstverständlich, mit einem so lapidaren Humor, dass sie ihrem düsteren Romankosmos immer wieder Momente der Heiterkeit abringen kann. Selten hat man einen stellenweise so komischen Roman über das Sterben gelesen wie Miriam Toews' "Das gläserne Klavier".«

MADAME

»Dramatisch und sehr witzig.«

BÜCHERmagazin

»Zutiefst anrührend ist diese Geschichte, weil sie so ehrlich, wütend, aber auch voller Humor davon erzählt, wie schwer es ist, das Leben auszuhalten, wenn ein geliebter Mensch es loslassen will.«

NDR Kultur

»Wenn es gut geht, kann Trauer Menschen zärtlich zusammenrücken lassen. Davon erzählt Miriam Toews in berückend schöner Sprache, live aus den Herzkammern.«

Film, Sound, Media

»Mit sehr viel Humor für die kleinen Szenen, die die Geschiche zusammenhalten, bekommt man Einblick in eine komplizierte Mennonitenfamilie, in kanadischen Lifestyle, das Konzertbusiness und natürlich die große Verbundenheit von Schwesternliebe.«

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