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Danke, dass ich kommen durfte

Storys

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Danke, dass ich kommen durfte — Inhalt

Eheleute, die nach der Trennung den Ring nicht vom Finger bekommen; andere, die ihn weiter tragen, weil er ihnen einfach zu gut steht; eine Frau, der, nichts ahnend, während ihr Mann im Keller werkelt, die Scheidungspapiere zugestellt werden; Väter, die die Biege machen; ein Paar, das die Reise in die Karibik auch nach der Trennung durchzieht. »Das Ende der Liebe war ein großer Zombiefilm.«

 

Lorrie Moores Figuren stehen an einem Scheideweg. Das Leben ist sie hart angegangen, aber in ihrem ganz alltäglichen Mut stemmen sie sich Fehlschlägen und Enttäuschungen entgegen. »Alle Männer sind Aliens!«, ruft eine ihrer strauchelnden Heldinnen empört und verwundert zugleich. Und doch beginnen sie immer wieder, sich auf das Wagnis Liebe einzulassen. Scharfsinnig, lakonisch, traurig und doch tröstlich, Lorrie Moore ist ihren Figuren ganz nah. Sie nimmt das Außergewöhnliche ihrer gewöhnlichen Existenz in den Blick, behütet und bewahrt ihre Würde. »Danke, dass ich kommen durfte« ist ein leuchtendes, strahlendes Buch, beißend in seinem Humor, mitreißend in seiner emotionalen Kraft.

Erschienen am 11.05.2015
Übersetzer: Frank Heibert
208 Seiten, Hardcover mit Schutzumschlag
ISBN 978-3-8270-1197-8
Erschienen am 11.05.2015
Übersetzer: Frank Heibert
208 Seiten, WMEPUB
ISBN 978-3-8270-7709-7
»Wenn die Liebe schwindet, bleibt viel zu erzählen: Lorrie Moore gelingt es auf lakonische und zugleich poetische Weise, die Schwierigkeiten einzufangen, die das voneinander Loslassen mit sich bringt.«
Neues Deutschland
»Um Lorrie Moores bissig-brillante Erzählungen über scheiternde Beziehungen und Midlife-Krisen zu lesen, sollte man entweder selbst weit von solchen Schwierigkeiten entfernt sein, oder aber ein bisschen Zynismus mitbringen. Dann kann man die scharfsinnigen Beobachtungen frustrierter Männer und Frauen der US-Mittelklasse genießen, den Witz und die erbarmungslose Schlagfertigkeit der Autorin.«
Die Presse - Kultur Magazin
»Lorrie Moore erweist sich wieder als einfühlsame, scharfsinnige und dabei unbekümmerte Beobachterin. Mit lakonischem Stil, schwarzem Humor und immer neuen überdrehten Einfällen betrachtet sie die absurden Seiten ihrer Heldinnen und Helden. [...] Sie gehören zum Besten der zeitgenössischen amerikanischen Kurzprosa.«
literaturkritik.de
»Mit irrlichterndem Humor erzählt Lorrie Moore in 'Danke, dass ich kommen durfteÄ Geschichten über zwischenmenschliche Abgründe und lotet das Prekäre der menschlichen Existenzen aus.«
SRF 2 Kultur
»Intelligent, witzig und leichtfüßig - genau die richtige Mischung. Lorrie Moore schreibt scharfzüngig und schonungslos, aber nicht flapsig oder respektlos.«
lifeofliterature.wordpress.com
»Jede Geschichte funktioniert grandios auf ihre eigene Weise, aber am besten macht man sich davon selbst ein Bild und greift zu dieser wundervollen Sammlung schwarzen Humors!«
kultürlich.de
»Eines ist sicher. Die Beziehungen, die Lorrie Moore in 'Danke, dass ich kommen durfte' beschreibt, sind gescheitert, scheitern gerade oder werden bald scheitern. Lauter Katastrophen – und dann will auch noch der Ehering nicht vom Finger gehen! Warum liest man diese Stories mit soviel Vergnügen? Vielleicht weil die in Nashville lebende Autorin, 1957 geboren und für ihre Kurzgeschichten berühmt, über eine stilistische Ironie verfügt, wie sie zum Beispiel John Updike hatte – und die sich bereits in den irritierenden Titeln spiegelt.«
Nürnberger Zeitung
»Herrlich schreibt Lorrie Moore in 'Danke, dass ich kommen durfte' über Liebeskrisen – auch auf Reisen.«
JOLIE
»Die Autorin nähert sich ihren Figuren vorsichtig, lässt ihnen Raum und Würde; sie erzählt lakonisch von den Wunden und Überlebensversuchen im Paar-Kampf. Vor allem aber beherrscht sie die Kunst der Short Story perfekt: Auf wenigen Seiten entwirft sie Biografien und komplizierte Verhältnisse, nimmt uns mit in ferne Lebenswelten voller Traurigkeit und Angst, Verzweiflung - und Komik.«
Deutschlandradio Kultur "Lesart"
»Beobachten und dann die richtigen Worte schreiben. Lorrie Moore kann das unheimlich gut, im vorliegenden Fall gnadenlos gut. Diese Kurzgeschichten gehören zum besten Bösartigen, was man derzeit lesen kann.«
rbb Inforadio "quergelesen"
»Ganz sicher ist es so, dass Menschen, die zumindest leicht neben der Spur sind, attraktiver für Schriftsteller und ihre Leser sind. Der Beweis liegt in Lorrie Moores Storyband 'Danke, dass ich kommen durfte'«
kulturSpiegel

Leseprobe zu »Danke, dass ich kommen durfte«

FEINDE

Bake McKurty waren die parasitären Vermengungen von Kunst und Kommerz, Literatur und reichen Leuten nicht fremd. »Hedgefonds und Haiku!«, hatte er seiner Frau Suzy zugerufen – und doch erregten solche Vermengungen offenbar nach wie vor schnell und gründlich seinen Widerwillen. Das Gerangel um Geld traf sich mit dem Gerangel um weiße Westen, und jede Hand wusch die andere. Das war ziemlich verbreitet, aber würde die Seife jemals reichen, um gegen das allseitige Schmieren anzukommen? »Dafür hast du doch deine Zitrone«, sagte Suzy und zeigte auf die [...]

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FEINDE

Bake McKurty waren die parasitären Vermengungen von Kunst und Kommerz, Literatur und reichen Leuten nicht fremd. »Hedgefonds und Haiku!«, hatte er seiner Frau Suzy zugerufen – und doch erregten solche Vermengungen offenbar nach wie vor schnell und gründlich seinen Widerwillen. Das Gerangel um Geld traf sich mit dem Gerangel um weiße Westen, und jede Hand wusch die andere. Das war ziemlich verbreitet, aber würde die Seife jemals reichen, um gegen das allseitige Schmieren anzukommen? »Dafür hast du doch deine Zitrone«, sagte Suzy und zeigte auf die Schalenspirale in dem Martini, den er eigentlich nicht trinken sollte. Ab und zu, wenn er zwischen Krabbencocktail und gaumenerfrischendem, mit Fenchelpollenstaub besprenkeltem Sorbet aufschaute, merkte er, wie sehr ihn das Ganze schockierte.

»Das ist Symbiose«, hatte Suzy gesagt, als sie sich zum Ausgehen fertigmachten. »Denk einfach an den Krill, der die Felsengarnele putzt und an ihrer Stelle sieht. Oder den Vogel, der dem Nashorn das Ungeziefer aus der Lederhaut pickt.«

»Wir sind also der Blindenkrill«, sagte er.

»Ja!«

»Wir sind die Madenhacker.«

»Na, das Wort wollte ich nicht benutzen«, sagte sie.

»Vieles auf dieser Welt hat mit Ungeziefer zu tun«, sagte Bake.

»Mit Essen«, sagte sie. »Vieles hat mit Putzen und Essen zu tun. Willst du das wirklich anziehen?«

»Was spricht dagegen?«

»Aber ohne diese – was ist das überhaupt?«

»Hosenträger.«

»Die sind rot.«

»Okay, okay. Aber du weißt schon, dass ich dir so was nie antue.«

»Ich bin der Krill mit dem Sehsinn«, sagte sie. Sie strich ihm die Haare glatt, die sich in letzter Zeit zu einer komischen Quaste in Silber und Maisgelb gewandelt hatten.

»Und ich bin der blinde Junge?«

»Na, das wollte ich auch nicht sagen.«

»Du siehst gut aus. Egal, was du anhast. Siehst du? Ich sage dir nette Dinge!«

»Das ist ein Sarong.« Sie zupfte ihn etwas höher.

Er riss sich die Hosenträger runter. »Hier bitte. Vielleicht kannst du sie ja gebrauchen.«

Sie wohnten in einem B&B in Georgetown, um ein bisschen Geld zu sparen, einem Townhouse, dessen Besitzerpaar abends ofenwarme Kekse vor alle Zimmertüren legte, als Entschädigung für ihr lautes Töchterchen im Krabbelalter, das um sechs Uhr früh Befehle bellte und seine Mutter herumscheuchte, damit sie ihm dieses oder jenes Spielzeug holte. Ein Tag Sightseeing reichte, um Suzy und Bake müde zu machen – so viele Museen, die von der Einkommensteuer vorfinanziert wurden; sie kamen sich vor wie Philanthropen, die erkunden wollten, was so mit ihrem Geld passierte. Sie riefen ein Taxi und nannten dem Chauffeur die Adresse des Events, der nickte und meinte vielsagend: »Ach ja.«

Bei dieser Gala war, abgesehen vom guten Geschmack, sogar der übliche hauchdünne Firnis der Schicklichkeit in den Trendwind geschlagen worden: Die Spendengala für die Zeitschrift Lunar-Linear-Literar – oder die 3L, wie sie bei Lesern und Beiträgern hieß, die festen Mitarbeiter nannten sie »das Magazin«, als ob es nur eins auf der Welt gäbe – wurde in den Räumen einer Bank abgehalten. Einer ehemaligen Bank zumindest, sie war kürzlich untergegangen und verkaufte jetzt unter den Gewölbedecken Tintenfischtinten-Orecchiette und an den einstigen Schaltern Martinis und Grenache. Holz und Marmor waren erhalten und poliert worden, Glasabtrennungen entfernt. Alles leuchtete golden im Abendlicht. Es war richtig hübsch! Die subtilen Schranken zwischen Gelegenheit und Transaktion waren aufgegeben worden, na und? Dies war ein Mausoleum der Gier, in dem jetzt alle tanzten, na und? Suzy und er waren eingeladen worden. Das Passiv ließ sich immer gut benutzen, um Schuld zu verschleiern.

Die Einladung zu dieser Washington–Spendengala kam Bake allerdings ein bisschen wie ein glücklicher Zufall vor, denn Mann auf der Münze, Mann auf dem Pferd, Bakes schwer verkäufliche George-Washington-Biografie (in einem Jahr, da alle auf Lincoln fixiert waren und selbst der vorteilhaft alle einbeziehende Präsidententag seine Umsätze nicht gesteigert hatte), ordnete ihn auf den ersten Blick keiner Kategorie von Gast zu. Doch Lunar-Linear-Literar, in Washington angesiedelt, hatte einen Auszug abgedruckt, als wollte sie ihre Stadt damit feiern. Und so kam Bake zu seinen zwei Gratiskarten für dieses Dinner. Er würde mit den anderen Gästen plauschen, sie bezirzen müssen – die Reichen, die Spender für das Magazin, die fünfhundert Dollar pro Gedeck hinblätterten. Konnte er das? Konnte er den Hofnarren geben, den Stadtclown, den Quotenschreiberling am Tisch?

»Na klar«, hatte er gelogen.

Warum war er gekommen? Er hatte diese Stadt, obwohl sie nach dem Mann benannt war, dem er Jahre hingebungsvoller Gedanken und Forschung gewidmet hatte, noch nie gemocht. Eine protzige, auf Sumpf gebaute Firmenstadt – ein aufgeblähter, formularverseuchter Moloch von Kraftfahrzeugamt, geführt von Gladiatoren. Hochrangigen Beamten, die die Hand aufhielten, den Kopf voller vergnatzter Versatzstücke und gefakter Erinnerung. »Ja! Wie geht’s Ihnen? Ist ne Zeit her.« Nicht mal »lange her«, denn wer weiß? War’s vielleicht gar nicht. Lieber neutral: »Ist ne Zeit her«, da konnte keiner widersprechen.

Er hielt sich an Suzy fest. »Immerhin ist der Wein gut«, sagte sie. Sie kamen eigentlich nicht mit anderen ins Gespräch. Sie standen eher steif und schief da, schwankten, ließen sich treiben. Die Akustik machte es unmöglich, normal zu reden, daher brüllten sie irgendwelche Banalitäten und verfielen danach in Schweigen. Das Getöse an diesem Ort war so ohrenbetäubend wie der Ozean, und das Dröhnend-Herzhafte der anderen erstickte bei ihnen jeden Anflug von Wohlgefühl.

»Wir sollten allmählich unseren Tisch suchen«, rief er und spähte in den großen Raum, wo sich einhundert weiß eingedeckte Rundflächen mit flackernden Kerzen darauf drängten. Kleine Vasen voll Heidekrautbüscheln, die leicht Feuer fangen konnten, waren in der Tischmitte aufgestellt. Dazu kleine Kartenhalter aus Chrom, die die Tischnummern anzeigten. »Welche Nummer haben wir?«

Suzy zog das Schildchen aus dem, was er spöttisch ihr »Schnuckeltäschchen« nannte, dann schob sie es wieder hinein. »Neunundsiebzig«, sagte sie. »Hoffentlich sind die Toiletten nicht weit.«

»Hoffentlich ist der Ausgang nicht weit.«

»Los, wir sausen da jetzt hin!«

»Los, wir schreien ›Feuer!‹«

»Los, wir markieren einen Herzanfall!«

»Hast du Gras dabei?«

»Wir sind doch mit dem Flieger gekommen – weißt du noch? Gras im Flieger, würd ich nie machen.«

»Wir sind gar nicht mehr abenteuerlustig. Egal wobei.«

»Das hier ist doch ein Abenteuer!«

»Ja, genau das meine ich.«

Auf ihrem Weg zu Tisch 79, die Drinks zwischen Menge und Mobiliar hindurchbalancierend, ließ Bake Suzy den Vortritt. Beim Klang eines Glöckchens mussten sich alle setzen – nicht nur diejenigen, die schon im Rollstuhl saßen. Sie waren die Ersten an ihrem Tisch, und als er sah, dass Suzy nicht neben ihn platziert worden war, tauschte er schnell zwei Tischkarten aus, so dass sie zu seiner Linken saß. »Ich bin nicht so weit gefahren, um nicht neben dir zu sitzen«, sagte er, und sie lächelte matt und drückte seine Hand. Derlei Gesten waren bitter nötig, sie hatten seit einem halben Jahr nicht mehr miteinander geschlafen. »Ich bin sechzig und nehme Antidepressiva«, hatte Bake gesagt, als Suzy sich einmal (warum nur ein Mal?) deshalb beklagte. »Ich kann von Glück reden, dass mir der Schwanz noch nicht abgefallen ist.«

Sie blieben hinter ihren Stühlen stehen, in Erwartung der anderen Tischgäste: Bald kam ein junges Investorenpaar von der Wall Street, das noch nicht arbeitslos geworden war. Dann eine Bildhauerin mit Sohn. Dann ein Redaktionsassistent von der 3L. Und schließlich belegte eine forsche junge Asiatin mit klackernden Absätzen ihren Platz rechts neben ihm und streckte ihm eine Hand zum Gruß hin. Sie hatte lange, weiß lackierte Fingernägel – vielleicht waren sie falsch: Suzy wüsste das, aber Suzy saß schon und plauderte mit der Bildhauerin neben ihr.

»Ich heiße Linda Santo«, sagte die Frau rechts neben ihm und lächelte. Ihr Haar war schwarz, glänzend und lang genug, dass sie es mit einem Ruck hinter die Schultern werfen konnte, aber kurz genug, dass es schnell wieder nach vorn fiel. Sie trug ein marineblaues Satinkleid mit Perlenkette. Die rote Stola nahm sie von ihren Schultern und hängte sie über die Rückenlehne. Er spürte, dass sich etwas in ihm regte, ein bisschen. Er hatte Asiatinnen immer attraktiv gefunden, aber er wusste, dass er Suzy das niemals verraten durfte, niemandem eigentlich.

»Ich heiße Baker McKurty«, sagte er und schüttelte ihre Hand.

»Baker?«, wiederholte sie.

»Bake, normalerweise.« Aus Versehen zwinkerte er ihr zu. Man musste schon sehr ausgeglichen sein, um jemandem zuzuzwinkern, ohne ihn zu verstören.

»Bake?« Sie wirkte ein bisschen entsetzt – falls das ging, nur ein bisschen entsetzt zu sein. Es hatte ihr irgendwie die Sprache verschlagen.

Um seine Harmlosigkeit zu demonstrieren, zog er ihren Stuhl für sie zurück. Kaum dass sie saßen, rauschten schon die Appetizer heran. Mit Avocado gefüllte Tomaten und mit Tomaten gefüllte Avocados. Eine Witzelei – im weihnachtlichen Look, auch wenn Weihnachten noch lange hin war.

»Wo sind denn die ganzen Schriftsteller?«, fragte ihn Linda Santo, während sie links und rechts über die Schulter spähte. Die glänzenden Haare flogen. »Man hat mir gesagt, hier wären Schriftsteller.«

»Sie schreiben nicht?«

»Nein, ich bin eine böse Lobbyistin«, sagte sie grinsend. »Sind Sie Schriftsteller?«

»Wenn man so will«, sagte er.

»Ach ja?« Ihr Gesicht hellte sich auf. »Was könnten Sie wohl geschrieben haben?«

»Was ich geschrieben haben könnte? Oder was ich tatsächlich geschrieben habe?«

»Sowohl als auch.«

Er räusperte sich. »Ich habe mehrere Biografien geschrieben. Boy George. King George. Und jetzt George Washington. Das ist meine neueste. Eine Biografie von George Washington. Ein wirklich faszinierender Mann mit einem unglaublichen Gespür für Immobilien. Und voller Ressentiments, weil er in der britischen Armee bei Beförderungen immer übergangen wurde. Man ahnt ja nicht, was alles einen Krieg auslösen kann! Und ich bin nicht wie seine anderen Biografen. Ich schließe zum Beispiel nicht aus, dass er schwul war.«

»Ihr Thema sind also Georges«, sagte sie und nickte unbeeindruckt. Keine Frage, sie hatte auf Don DeLillo gehofft.

Das ärgerte ihn. Erzürnt beschritt er einen aberwitzigen Irrweg. »Übrigens habe ich den Nobelpreis gewonnen.«

»Wirklich?«

»Ja! Aber leider in einem Jahr, als die Medien mit ganz anderen Dingen beschäftigt waren. Und so ging das irgendwie im Gemenge unter. Ich bekam ihn gleich nach 9/11. Im Schatten von 9/11. Genauer gesagt, genau als der zweite Turm getroffen wurde.«

Sie runzelte die Stirn. »Den Nobelpreis für Literatur?«

»Ach so, für Literatur? Nein, nein, nein – nicht für Literatur.« Sein Penis saß jetzt weich wie ein schrumpelnder Pfirsich in seinen Peinkleidern.

Suzy beugte sich vor und richtete quer über Bakes Teller hinweg das Wort an Linda. »Belästigt er Sie? Wenn ja, sagen Sie mir Bescheid. Ich heiße Suzy.« Sie nahm die Hand aus dem Schoß, und die beiden Frauen schüttelten sich über seinen Avocados die Hände. Er konnte sehen, dass Lindas Nägel falsch waren. Oder etwas anderes. Sie ähnelten Krallen.

»Das ist Linda«, sagte Bake. »Sie ist eine böse Lobbyistin.«

»Ach was!«, sagte Suzy gutmütig, doch bald tippte ihr die Bildhauerin auf den Arm, und sie musste sich wieder nach links wenden, um deren Sohn vorgestellt zu werden.

»Ist das schwer, Lobbyistin zu sein?«

»Es ist interessant«, sagte sie. »Harte Arbeit, aber interessant.«

»Das ist die beste Variante.«

»Wo kommen Sie her?«

»Chicago.«

»Ach wirklich«, sagte sie, als hätte er gerade seine Busenfreundschaft mit Al Capone preisgegeben. Egal, wem gegenüber er Chicago erwähnte, immer kam gleich Al Capone. Oder die Chicago Cubs.

»Sie kennen also den Präsidentschaftskandidaten der Demokraten?«

»Brocko? Der ist toll! Der Mann der Zukunft. Auch ein Schriftsteller. Ich frage mich, ob er hier ist.« Jetzt drehte sich auch Baker in einer Art Mimikry um und spähte über beide Schultern hinweg.

»Wahrscheinlich ist er mit seinen Terroristenfreunden unterwegs«, sagte Linda.

»Er hat Terroristenfreunde?« Bake hatte selber einen Terroristenfreund. Die Leute aus dem Mittleren Westen liebten ihre Terroristenfreunde, die normalerweise anständige, langweilige Bürger waren, sich aber immer noch an den mythischen Sünden ihrer lang verflossenen Jugend labten. Sie hatten nie wirklich jemanden umgebracht – jedenfalls nicht absichtlich. Sie alterten und verfetteten auf die übliche Weise. Sie wurden rehabilitiert. Sie saßen ihre Zeit ab. Und, tja, wenn nicht, wegen der empörenden Klassenprivilegien, die ihnen erlaubten, einfach weiterzumachen, als wäre nichts gewesen, tja, dann zogen sie gegenseitig ihre Kinder groß und bildeten sich fort und gaben der Gesellschaft in anderer Weise etwas zurück. So lief das wohl. Er wusste gar nicht besonders viel über Chicago. Er kam eigentlich aus Michigan, aber wenn er verreiste, dann flog er immer von O’Hare.

»Ähm, ja. Diesen Bombenleger, der hier einige Staatsgebäude in die Luft jagen wollte.«

»Als Brocko noch jung war? Dieser Typ aus den Sixties? Aber Brocko mag die Sixties nicht mal. Er findet, sie sind so … sixtiesmäßig. Die Sixties haben seine Mutter auf einen wilden Trip geschickt, und dann war er sie los.«

»Die Sixties haben ihn gemacht, mein Lieber.«

Bake betrachtete sie genauer. Jetzt merkte er, dass sie gar keine Asiatin war. Sie hatte bloß irgendeinen chirurgischen Eingriff machen lassen: Die Haut war um ihre Augen herum gedehnt und merkwürdig drapiert. Pfusch am Auge. Ein schlechtes Facelifting. Ein Säurepeeling. Was auch immer: Suzy wüsste das.

»Na ja, er war noch ein Kind.«

»Sagt er.«

»Ist sein Alter strittig?«

»Wo ist seine Geburtsurkunde?«

»Keine Ahnung«, sagte Bake. »Ich weiß ja nicht mal, wo meine eigene ist.«

»Ich will Ihnen mal sagen, was mich wirklich ärgert: Dieses Land wurde gegründet von Menschen, die sehr hart gearbeitet haben, um da hinzukommen, wo sie jetzt sind, und es wird weiterhin von ihnen zusammengehalten.«

Bake zuckte die Achseln und wackelte mit dem Kopf. Jetzt war nicht der Zeitpunkt, vom richtigen Zeitpunkt zu sprechen. Es würde kein Glück bringen, von Glück zu sprechen. Konnte er von Menschen sprechen, die unverdient im Überfluss lebten, in einem Raum, in dem es von solchen Menschen nur so wimmelte? Sie fuhr fort. »Und wenn Sie das nicht verstehen, mein Freund, dann können wir dieses Gespräch nicht fortsetzen.«

Es überraschte ihn, wie plötzlich selbst die Möglichkeit der Kommunikation in Frage gestellt wurde. »Wie ich sehe, haben Sie sich über die Gründerzeit unseres Landes informiert.« Er wollte nach einem gemeinsamen Nenner suchen.

»Ich habe mir John Adams auf HBO angeschaut. Sämtliche Folgen.«

»War der Bursche, der George Washington spielte, nicht unheimlich echt? Und Jefferson sah total nach Martin Amis aus. Ob Martin wohl hier ist?« Er sah wieder über seine Schultern. Martin Amis sollte jetzt unbedingt herkommen und ihm helfen.

Linda warf ihm einen strengen Blick zu. »Es war eine großartige Miniserie und eine großartige Erinnerung an die Gründungsprinzipien unseres Staates.«

»Wussten Sie, dass George Washington Angst davor hatte, bei lebendigem Leib begraben zu werden?«

»Das wusste ich nicht.«

»Der Mann fürchtete kaum etwas, aber das schon. Wussten Sie, dass er seine Sklaven freigelassen hat?«

»Hmmmm.«

Sie aß etwas; er nicht. Das würde sich nicht zu seinem Vorteil auswirken. Trotzdem machte er weiter. »Apropos Menschen, die sich für dieses Land abgerackert haben – ich will Ihrer These nicht allzu sehr widersprechen, aber es hat nicht unbedingt jeden Sklaven vorangebracht.«

»Wenn Ihr Kandidat Barama nicht schwarz wäre, mein Lieber, wäre er nicht mal im Rennen.«

Jetzt verging ihm komplett der Appetit. Das Essen auf seinem Teller, was immer das war, maulwurfsgraue Kleckse, orangefarbene Klackse, wurde zu einem abstrakten Gemälde. Sein Blutdruck schoss nach oben; er spürte das pulsierende Zucken in seiner Schläfe. »Mensch, das habe ich ja noch nie bedacht, aber Sie haben völlig recht! Schwarz zu sein ist tatsächlich der schnellste, leichteste Weg ins Weiße Haus!«

Sie schwieg, und so fügte er hinzu: »Es sei denn, Sie fahren mit dem Taxi, dann sollten Sie es als Schwarzer lieber nicht zu eilig haben.«

Linda betrachtete ihn kauend, in ihren Augen blitzte es. Sie schluckte. »Na, angeblich haben wir ja bereits einen schwarzen Präsidenten gehabt.«

»Ach ja?«

»Ja! Das hat ein schreibender Nobelpreisträger gesagt!«

»Hey. Ich sag’s Ihnen aus berufenem Munde: Schlucken Sie nicht alles, was Ihnen ein Nobelpreisträger erzählt. Ich glaube kaum, dass ein schwarzer Präsident je Präsident wird, wenn seine Geliebte, eine Nachtclubsängerin, im Wahlkampf Pressekonferenzen abhält. Das – das täte eher ein weißer Präsident. Könnten Sie mir das Salz reichen, bitte?«

Der Salzstreuer tauchte vor ihm auf. Er schüttelte etwas Salz über seinen Teller und starrte darauf.

Linda setzte ein strenges, bemühtes Lächeln auf und versuchte mit ihrem Messer irgendetwas zu zersäbeln. War es Fleisch? Geflügel? Der Gedanke war tröstlich, dass zur Abwechslung mal die Reichen ihr Hühnchen teuer bezahlen mussten, während seines gratis war. Aber nicht tröstlich genug. »Wenn Sie meinen, ich als Frau wüsste nicht, was Vorurteile sind, dann irren Sie sich leider gewaltig«, sagte Linda.

»Hey, als Mann hat man es auch nicht so leicht«, sagte Bake. »Die vielen Pornos gehen ganz schön ins Geld, und glauben Sie mir, dieses Geld kommt nie wieder rein.«

Dann lehnte er sich zurück und nach links, zu Suzy, der er ins Ohr flüsterte: »Hilfe.«

»Bezirzt du die anderen Gäste?«

»Ich befürchte, gleich fliegen hier die Fetzen.«

»Du sollst doch die anderen Gäste bezirzen.«

»Ich weiß, ich weiß, hab ich ja auch versucht. Ich schwör’s. Aber die ist so eine, die Brocko immer Barama nennt.« Er hatte schon gegen die meisten von Suzys Dinnergesprächsregeln verstoßen: keine Politik, keine Religion, keine Börsentipps. Und schau einer Frau bloß nicht auf den Bauch und frage sie, ob sie schwanger ist, solange sich kein kleiner Kopf abdrückt. Diese Regeln hatte er alle auf dem dornigen Wege gelernt.

Doch in einem Jahr wie diesem konnte man sich von bestimmten Themen einfach nicht fernhalten.

»Mach weiter«, sagte Suzy. Die Bildhauerin tippte ihr wieder auf den Arm.

Er versuchte es noch einmal mit Linda Santo, der bösen Lobbyistin. »Also, ich seh das so – und Sie werden mir sicher zustimmen. Es wäre toll, wenn wir im Weißen Haus endlich mal einen Präsidenten hätten, dessen Nachname auf einen Vokal endet.«

»Wir hatten noch keinen Präsidenten, dessen Nachname auf einen Vokal endete?«

»Na ja, Coolidge ausgenommen.«

»Aus welcher Gegend von Chicago kommen Sie?«

»Na ja, von außerhalb, ganz in der Nähe.«

»Wo außerhalb?«

»Michigan.«

»Ist Michigan nicht ziemlich weit weg von Chicago?«

»Doch!« Er spürte die kalte Luft auf der Haut zwischen seinen Socken und den Hosenaufschlägen. Als er ihre Hände ansah, schienen sie zu Klauen erstarrt zu sein.

»Es ist immer die Rede von der unerschütterlichen Liebenswürdigkeit des Herzlandes, aber ich finde, Chicago bildet sich auf seine kriminellen Aktivitäten allzu viel ein.« Sie lächelte grimmig.

»Ich glaube nicht, dass das stimmt.« Oder? Er versuchte ihr eine Chance zu geben. Und wenn sie recht hatte? »Vielleicht haben wir eine ungestillte Sehnsucht nach mythischen Großtaten. Oder wir leben weniger ängstlich als die Menschen anderswo«, sagte er. Jetzt spekulierte er nur noch herum.

»Warten Sie nur, mein Freund, es gibt sie, die Teufel, die den Sears Tower im Auge haben, während wir hier reden.«

Jetzt verstummte er.

»Und falls Sie da drin sind, wenn es passiert, was ich Ihnen nicht wünsche, aber falls Sie es sind, falls Sie es sind, falls Sie es sind, falls Sie ganz oben zu Mittag essen oder ganz unten einen Termin haben oder was auch immer, dann wird es Sie verändern. Ich kenne das nämlich. Ich weiß, wie es sich anfühlt, von Terroristen bombardiert zu werden – ich war im Pentagon, als die das Flugzeug hineingesteuert haben, und ich sage Ihnen: Ich wurde bei lebendigem Leib verbrannt, bin aber nicht tot. Ich wurde bei lebendigem Leib verbrannt. Es hat mich von innen in Brand gesetzt. Und deshalb weiß ich besser denn je, worum es in diesem Land geht, mein Freund.«

Er erkannte jetzt, dass ihre Fingernägel wirklich aus Plastik waren, dass die Hand wirklich eine trockene erstarrte Klaue war, dass das Gesicht, welches ihm zunächst verlockend exotisch erschienen war, tatsächlich die Spuren des Feuers trug und nur zum Teil repariert worden war. Er erkannte die tapfere und hochgradige Scheußlichkeit, in die sie gehüllt war. Ihr Haar war wunderschön, aber jetzt dachte er sich, dass es wahrscheinlich eine Perücke war. Mitleid durchströmte ihn: Nie zuvor hatte ihm jemand so leidgetan. Wie konnte ein Mensch so schlimm gelitten haben? Wie konnte ein Mensch dem Tod so nah gekommen sein, auf so unfaire, schmerzvolle und heldenhafte Weise, und wie konnte es sein, dass er diesen Menschen immer noch am liebsten erwürgt hätte?

»Sie waren Lobbyistin im Pentagon?« Mehr bekam er nicht heraus.

»Irgendwelche Fauxpas?«, fragte Suzy im Taxi auf dem Rückweg in ihr B&B, wo warme Kekse vor der Zimmertür liegen würden und Schnarchpflaster auf dem Nachttisch.

»Beaucoup faux«, sagte Bake. Er sprach es Fox aus. »Beaucoup no-no Fox. Mich namentlich vorzustellen war schon, als hätte ich mich mitten auf den Tisch gestellt und in ein Weinglas gepinkelt.«

»Was? Also bitte.«

»Leider habe ich über Politik geredet. Ich konnte mich nicht beherrschen.«

»Brocko wird siegen. Seinen Töchtern wird es hier gefallen. Alles wird gut. Keine Sorge«, sagte sie, während das Taxi Richtung Georgetown sprintete, wo die Rinnsteine verrostet und errötet vom ersten Herbstlaub dalagen.

»Versprochen?«

»Versprochen.«

Er hatte Angst, mehr zu sagen.

Er wusste nicht, wie viel gemeinsame Zeit ihm und Suzy überhaupt noch vergönnt war und ob der wahre Höllenkreis, der ihm drohte, womöglich aus einem Endspiel mit geriatrischem Speed Dating bestand, inmitten von Bankrott und Krieg – alle wären taub und sähen irgendwie identisch aus: »Was? Ich kann dich nicht verstehen? Was? Du schon wieder? Hab ich dich nicht vorhin gerade gesehen?«

»Du darfst mich nie verlassen«, sagte er.

»Das würde ich nie im Leben tun.«

Er zögerte. »Nicht nur im Leben, sondern auch danach. Das beantrage ich.«

»Okay«, sagte sie und zwickte ihm in den strammen Oberschenkel. Früher hatte er ihn jedenfalls gern als stramm gesehen.

»Ich fürchte, du wirst mich schon bald aus gutem Grund unzulänglich finden.«

»Du bist zulänglich«, sagte sie.

»Zulänglich genug.«

Sie ließ ihre Hand auf seinem Bein liegen, er legte seine auf ihres, die eine mit dem Ehering, den sie ihm geschenkt hatte und der mit ihrem identisch war. Er schickte mit aller Kraft seine ganze Liebe in die Fingerspitzen, und als seine Hand ihre umklammerte, beobachtete er die feste, bewusste Hydraulik ihrer Knöchel und Gelenke. Aber sie hatte sich schon wieder abgewandt und sah für den Rest der Rückfahrt unverwandt aus dem Fenster, zeigte ihm nur ihr wunderschönes Haar, das golden war und unter den vorüberfliegenden Straßenlaternen aufblitzte, als wäre es gar kein Teil von ihr.

Lorrie Moore

Über Lorrie Moore

Biografie

Lorrie Moore wurde 1957 in Glens Falls, New York, geboren. Sie lebt in Nashville, Tennessee, und lehrt Anglistik an der Vanderbilt University. Ihr Werk wurde vielfach ausgezeichnet, zuletzt war sie mit ihrem Roman »Ein Tor zur Welt« auf der Shortlist des Orange Prize for Fiction und für den...

Pressestimmen

Neues Deutschland

»Wenn die Liebe schwindet, bleibt viel zu erzählen: Lorrie Moore gelingt es auf lakonische und zugleich poetische Weise, die Schwierigkeiten einzufangen, die das voneinander Loslassen mit sich bringt.«

Die Presse - Kultur Magazin

»Um Lorrie Moores bissig-brillante Erzählungen über scheiternde Beziehungen und Midlife-Krisen zu lesen, sollte man entweder selbst weit von solchen Schwierigkeiten entfernt sein, oder aber ein bisschen Zynismus mitbringen. Dann kann man die scharfsinnigen Beobachtungen frustrierter Männer und Frauen der US-Mittelklasse genießen, den Witz und die erbarmungslose Schlagfertigkeit der Autorin.«

literaturkritik.de

»Lorrie Moore erweist sich wieder als einfühlsame, scharfsinnige und dabei unbekümmerte Beobachterin. Mit lakonischem Stil, schwarzem Humor und immer neuen überdrehten Einfällen betrachtet sie die absurden Seiten ihrer Heldinnen und Helden. [...] Sie gehören zum Besten der zeitgenössischen amerikanischen Kurzprosa.«

SRF 2 Kultur

»Mit irrlichterndem Humor erzählt Lorrie Moore in 'Danke, dass ich kommen durfteÄ Geschichten über zwischenmenschliche Abgründe und lotet das Prekäre der menschlichen Existenzen aus.«

lifeofliterature.wordpress.com

»Intelligent, witzig und leichtfüßig - genau die richtige Mischung. Lorrie Moore schreibt scharfzüngig und schonungslos, aber nicht flapsig oder respektlos.«

kultürlich.de

»Jede Geschichte funktioniert grandios auf ihre eigene Weise, aber am besten macht man sich davon selbst ein Bild und greift zu dieser wundervollen Sammlung schwarzen Humors!«

Nürnberger Zeitung

»Eines ist sicher. Die Beziehungen, die Lorrie Moore in 'Danke, dass ich kommen durfte' beschreibt, sind gescheitert, scheitern gerade oder werden bald scheitern. Lauter Katastrophen – und dann will auch noch der Ehering nicht vom Finger gehen! Warum liest man diese Stories mit soviel Vergnügen? Vielleicht weil die in Nashville lebende Autorin, 1957 geboren und für ihre Kurzgeschichten berühmt, über eine stilistische Ironie verfügt, wie sie zum Beispiel John Updike hatte – und die sich bereits in den irritierenden Titeln spiegelt.«

JOLIE

»Herrlich schreibt Lorrie Moore in 'Danke, dass ich kommen durfte' über Liebeskrisen – auch auf Reisen.«

Deutschlandradio Kultur "Lesart"

»Die Autorin nähert sich ihren Figuren vorsichtig, lässt ihnen Raum und Würde; sie erzählt lakonisch von den Wunden und Überlebensversuchen im Paar-Kampf. Vor allem aber beherrscht sie die Kunst der Short Story perfekt: Auf wenigen Seiten entwirft sie Biografien und komplizierte Verhältnisse, nimmt uns mit in ferne Lebenswelten voller Traurigkeit und Angst, Verzweiflung - und Komik.«

rbb Inforadio "quergelesen"

»Beobachten und dann die richtigen Worte schreiben. Lorrie Moore kann das unheimlich gut, im vorliegenden Fall gnadenlos gut. Diese Kurzgeschichten gehören zum besten Bösartigen, was man derzeit lesen kann.«

kulturSpiegel

»Ganz sicher ist es so, dass Menschen, die zumindest leicht neben der Spur sind, attraktiver für Schriftsteller und ihre Leser sind. Der Beweis liegt in Lorrie Moores Storyband 'Danke, dass ich kommen durfte'«

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