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Collide - Unwiderstehlich

Collide - Unwiderstehlich

Roman

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Collide - Unwiderstehlich — Inhalt

Nach dem College zieht Emily Cooper endlich zu ihrer großen Liebe Dillon nach New York. Doch dann schlägt Gavin Blake eines Tages wie aus heiterem Himmel in ihr Leben ein. Emily versucht, die knisternde Spannung zwischen ihr und dem verführerischen, millionenschweren Playboy zu ignorieren, aber Gavin hat nicht vor, sie einfach so gehen zu lassen. Nicht nur, weil sie etwas Eigenartiges mit seinem Herz anstellt, sondern auch, weil Dillon nicht der ist, für den Emily ihn hält …

€ 8,99 [D], € 8,99 [A]
Erschienen am 10.11.2014
Übersetzt von: Lene Kubis
464 Seiten, WMEPUB
EAN 978-3-492-96726-6

Leseprobe zu »Collide - Unwiderstehlich«

ZUFALLSBEGEGNUNGEN

 

Die voraussichtliche Flugzeit von Colorado nach New York betrug drei Stunden und fünfundvierzig Minuten – und danach würde sich ihr Leben für immer verändern. Mehr noch, als es das ohnehin schon getan hatte.

Mit feuchten Händen klammerte sich Emily Cooper an die Armlehnen ihres Sitzes und schloss fest die Augen, als das Dröhnen der Triebwerke den Start ankündigte. Sie war nie sonderlich scharf aufs Fliegen gewesen – im Gegenteil, es jagte ihr eine Heidenangst ein. Obwohl sie sich an Situationen erinnerte, die die Tortur, in knapp [...]

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ZUFALLSBEGEGNUNGEN

 

Die voraussichtliche Flugzeit von Colorado nach New York betrug drei Stunden und fünfundvierzig Minuten – und danach würde sich ihr Leben für immer verändern. Mehr noch, als es das ohnehin schon getan hatte.

Mit feuchten Händen klammerte sich Emily Cooper an die Armlehnen ihres Sitzes und schloss fest die Augen, als das Dröhnen der Triebwerke den Start ankündigte. Sie war nie sonderlich scharf aufs Fliegen gewesen – im Gegenteil, es jagte ihr eine Heidenangst ein. Obwohl sie sich an Situationen erinnerte, die die Tortur, in knapp 9000 Metern Höhe zu schweben, wert gewesen waren: zum Beispiel ihr erster Aufbruch von zu Hause Richtung College, ihr letzter spontaner Trip auf eine tropische Insel oder der Besuch bei ihrer geliebten Familie. Die heutige Reise allerdings hatte nichts mit Vergnügen zu tun – vielmehr war sie geprägt von Verlust und Trauer.

Neben ihr saß einer der Gründe, weshalb sie immer noch jeden Tag aufwachte – Dillon, ihr Freund. Er blickte in ihr Gesicht und sie wusste, dass er ihr die Angst und die Unsicherheit ansah. Dillon nahm ihre Hand, beugte sich hinüber und strich ihr eine Haarsträhne aus dem Gesicht.

»Alles wird gut, Em«, wisperte er. »Ehe du dichs versiehst, hast du schon wieder festen Boden unter den Füßen.«

Sie zwang sich zu einem Lächeln und wandte ihren Blick zögernd hinaus auf die schneebedeckten Berge, die zwischen den Wolken versanken.

Das Herz wurde ihr schwer, als sie sich im Stillen von dem Ort verabschiedete, den sie seit jeher als ihr einzig wahres Zuhause kannte. Sie lehnte ihren Kopf an die Fensterscheibe und ließ die vergangenen Monate vor ihrem inneren Auge vorbeiziehen.

Ende Oktober, in ihrem letzten Collegejahr, hatte sie den Anruf erhalten. Bis zu diesem Augenblick erschien ihr das Leben … schön. Einen Monat zuvor hatte sie Dillon kennengelernt, ihre Noten waren ziemlich gut, und ihre Zimmermitbewohnerin Olivia war zu der besten Freundin geworden, die sie jemals gehabt hatte.

Nie hätte sie mit einer solchen Nachricht gerechnet, als sie an jenem Tag den Hörer abhob.

»Die Testergebnisse sind da, Emily«, hatte ihre große Schwester Lisa gesagt. »Mom hat Brustkrebs. Im vierten Stadium.«

Nach diesen sechs Worten war in Emilys Leben nichts mehr wie vorher. Nicht einmal ansatzweise. Ihr Fels in der Brandung, die Frau, die sie mehr liebte als irgendjemanden sonst, und der einzige Elternteil, den sie kannte, hatte nur noch drei Monate zu leben. Auf das, was dann folgte, war sie nicht vorbereitet gewesen – wie auch? Lange Fahrten an den Wochenenden von der Ohio State University nach Colorado, um ihrer Mutter in ihren letzten Monaten zur Seite zu stehen, wurden für Emily Normalität. Hilflos musste sie dabei zusehen, wie ihre Mutter sich von der starken, vor Energie nur so sprühenden Person in eine schwache, kaum wiederzuerkennende Frau verwandelte, ehe sie schließlich starb.

Eine plötzliche Turbulenz ließ Emily zusammenschrecken, sie griff Dillons Hand und blickte zu ihm hinüber. Er schenkte ihr ein beruhigendes Lächeln. Sie lehnte ihren Kopf an seine warme Schulter und ließ die Zeit mit ihm Revue passieren: Zahllose Male war er von New York nach Colorado geflogen, um bei ihr zu sein, hatte sie mit wunderschönen Geschenken überrascht, die sie von dem Elend ablenken sollten, und hatte mitten in der Nacht mit ihr telefoniert, um sicherzugehen, dass sie zurechtkam. Mehr noch, er hatte ihr geholfen die Beerdigung zu organisieren, ihr beim Verkauf des Hauses, in dem sie aufgewachsen war, mit Rat und Tat zur Seite gestanden und sie schließlich dazu bewegt, nach New York zu ziehen. Aus all diesen Gründen vergötterte sie ihn.

Als die Maschine zur Landung auf dem LaGuardia-Flughafen in New York ansetzte, sah Dillon Emily tief in die Augen. Sie drückte seine Hand so fest, dass ihre Knöchel weiß hervortraten. Er lachte leise und lehnte sich herüber, um sie zu küssen.

»Siehst du, war doch gar nicht so schlimm!«, murmelte er und streichelte ihre Wange. »Du bist jetzt ganz offiziell New Yorkerin, Baby!«

Nachdem sie eine gefühlte Ewigkeit durch den Flughafen geirrt waren, winkte Dillon ein Taxi heran und sie brausten zu dem Apartment, das Emily sich mit Olivia teilen würde. Diese Angelegenheit war zu einem Reizthema für Dillon geworden. Vor ihrem Umzug nach New York war es sein Wunsch gewesen, dass sie bei ihm lebte. Emily hingegen hielt es für klüger, fürs Erste mit Olivia zusammenzuwohnen. Ans andere Ende des Landes zu ziehen war an sich schon eine riesengroße Umstellung – sie wollte sich nicht noch mehr unter Druck setzen. Obwohl sie Dillon liebte – und das tat sie, heiß und innig –, flüsterte ihr eine innere Stimme zu, dass sie noch warten solle. Das Zusammenleben stand erst später auf dem Programm. Dillon hatte schließlich nachgegeben, allerdings nicht ohne ihr vorher eine ordentliche Szene zu machen.

Sobald der Wagen hielt, sprang Emily aus dem Taxi. Die Geräusche und Bilder der Stadt prasselten auf sie ein, raubten ihr kurz den Atem. Schrillende Autoalarmanlagen, quietschende Bremsen und heulende Sirenen zerrissen die Luft. Menschen plauderten und schrien, während ihre Schritte auf den Fußgängerwegen dröhnten, und der rasende Strom dicht gedrängter Autos, hauptsächlich sonnengelber Taxis, ließ sich mit nichts vergleichen, was sie jemals gesehen oder gehört hatte. Dampf stieg aus den Gullys auf wie Geister, die über dem heißen Pflaster schwebten.

Anstatt der ausladenden Baumkronen und klaren Seen Colorados gab es hier nur Stahl, Beton, Lärm und ein gigantisches Verkehrschaos. Daran würde sie sich jedenfalls erst einmal gewöhnen müssen … Emily holte tief Luft und folgte Dillon in das Haus. Der Pförtner tippte an seinen Hut und rief Olivia an, um sie über ihre Ankunft zu informieren. Sie machten sich auf den Weg in den 15. Stock, in den sie zum Glück ein Lift fuhr.

Sobald sie in die Wohnung traten, kreischte Olivia los. Sie stürzte auf sie zu und drückte Emily an sich.

»Ich freue mich wahnsinnig, dass ihr hier seid!«, rief sie und nahm Emilys Gesicht zwischen ihre beiden Hände. »Sag, wie war der Flug?«

»Ich habe ihn immerhin ohne Drogen oder Alkohol überstanden«, erwiderte Emily lächelnd. »Also ganz gut, würde ich sagen.«

»Sie hat sich tapfer geschlagen.« Dillon trat zu ihnen und schlang seinen Arm um Emilys Taille. »Ich hätte auch nicht zugelassen, dass ihr etwas zustößt.«

Olivia verdrehte die Augen und verschränkte die Arme.

»Klar, weil du natürlich in der Lage gewesen wärst, einen Flugzeugabsturz zu vermeiden, Dillgürkchen. Pardon, ich meine Dillon.«

Dillon warf Olivia einen kalten Blick zu und stellte Emilys Gepäck auf dem Boden ab.

»Vollkommen richtig, Oliver Twist. Ich bin Superman, verdammt noch mal – vergiss das nicht!«

Emily seufzte. »Ist eine Weile her, seit ich euch beide gleichzeitig um mich hatte. Ich hatte ganz vergessen, wie lieb ihr euch habt.«

Olivia grinste schief und griff nach Emilys Hand.

»Los. Wir machen eine Wohnungsbesichtigung.« Übermütig zog sie Emily hinter sich her und wandte sich noch einmal zu Dillon um.

»Mach dich doch mal nützlich und pack zum Beispiel ihre Sachen aus, Donkey Dick Kong.«

Ohne Olivia zu beachten, ließ Dillon sich auf die Couch plumpsen und zappte sich durch die Fernsehsender.

»Großer Gott, Olivia«, kicherte Emily und folgte ihr. »Wie kommst du bloß auf diese absurden Spitznamen?«

»Tss.« Olivia wedelte abschätzig mit der Hand. »Bei ihm fällt mir das ganz leicht.«

»Jedenfalls werdet ihr mich damit noch in den Wahnsinn treiben, das merke ich jetzt schon.«

»Ich kann zwar nichts versprechen, aber okay, ich werde versuchen, mich zurückzuhalten.«

Auf ihrem Weg durch das elegante, moderne Apartment fiel Emily auf, dass es nicht nur zwei Schlafzimmer sondern auch zwei Bäder gab. Die Küche war zwar recht klein, aber mit weißen antiken Möbeln ausgestattet, dazu Arbeitsplatten aus Granit und makellose Edelstahl-Haushaltsgeräte. Im Wohnzimmer gab ein großes Fenster den Blick auf die Columbus Avenue frei, eine nette Gegend in New Yorks Upper West Side.

Die Wohnung war wirklich atemberaubend schön. Allein hätte sich Emily ein solches Domizil niemals leisten können, zumindest nicht ohne Dillons Hilfe. Olivia arbeitete zwar und kam für sich selbst auf, doch sie stammte aus einer sehr wohlhabenden Familie, sodass Geld nie wirklich ein Problem für sie war. Obwohl sie und ihr Bruder Trevor an der Nordküste von Long Island groß geworden waren, gehörten sie zu den bodenständigsten Menschen, die Emily je begegnet waren.

Nachdem Dillon Emily geholfen hatte, sich ein wenig einzurichten, verabschiedete er sich mit der Ankündigung, gegen Abend wieder vorbeizukommen. Sobald die Tür hinter ihm ins Schloss fiel, schnappte Olivia sich eine Flasche Rotwein und zwei Gläser und zerrte Emily hinter sich her auf die Couch.

Olivia schleuderte ihr champagnerblondes Haar zur Seite und sah Emily mit einem warmen Lächeln an. »Ich weiß, du hast eine Menge hinter dir. Aber ich freue mich wirklich sehr, dass du da bist.«

Emily erwiderte das Lächeln mit feucht glänzenden Augen. Ihre Emotionen kippten hin und her zwischen der Trauer über die Umstände, die sie nach New York geführt hatten, und der Freude über den großen Schritt, den dieser Entschluss für ihre Beziehung mit Dillon bedeutete – auch wenn sie noch nicht mit ihm zusammenlebte. Sie nahm ­einen Schluck Wein und legte ihre Füße auf dem Sitzkissen ab.

»Ich freue mich auch sehr, meine Liebe.«

Olivia sah sie neugierig an. »Hat Dick dir wegen der Wohnungssache eigentlich noch mal die Hölle heißgemacht?«

»Nein«, erwiderte Emily. »Aber er will auf jeden Fall, dass ich Ende des Sommers mit ihm zusammenziehe.«

»Schön, dann kannst du ihm gern ausrichten, dass er sich zuerst mit mir anlegen muss …« Olivia schnaubte und schüttelte den Kopf. »Mal im Ernst, Em. Er muss dir jetzt ein bisschen Raum geben …«

»Hey, mach dir keine Sorgen, ja? Ich werde vorerst auf keinen Fall umziehen.« Emily ließ den Blick durch die Wohnung schweifen, bis er an den aufeinandergestapelten Umzugskartons hängen blieb.

»Uff, aufs Auspacken habe ich gerade nicht die geringste Lust!«, sagte sie und nickte schwach in Richtung der Kisten.

»Morgen habe ich frei«, antwortete Olivia und schenkte sich das zweite Glas ein. »Dann kümmern wir uns drum … Und jetzt lass uns erst einmal richtig ausspannen!«

Und genau das taten sie in den nächsten Stunden. Keine Gespräche über Krebs oder den Tod oder die Anforderungen, die das Leben stellte. Stattdessen unterhielten sie sich einfach nur wie zwei enge Freundinnen, die sich eine Flasche Wein teilten. Und für eine von beiden begann ein völlig neues Kapitel.

*

Zwei Wochen später stand Emily vor der Tür eines italienischen Restaurants in Midtown Manhattan. Entschlossen stieß sie die Tür auf, die zu ihrem Sommerjob führte, und versuchte den Mann zu entdecken, der sie ein paar Tage zuvor eingestellt hatte: Antonio D’Dinato, ein gebürtiger New Yorker Ende zwanzig.

»Da bist du ja, Emily«, sage Antonio grinsend, als er auf sie zukam. »Bereit für den ersten Tag?«

Lächelnd blickte sie auf sein dunkles, schulterlanges Haar.

»Stehe schon in den Startlöchern!«

»Für ein Mädchen vom Land dürfte das hier im ersten Moment ziemlich überwältigend sein, aber ich bin mir sicher, dass du dich schnell zurechtfinden wirst.«

Sie folgte ihm in die Küche, wo er sie sämtlichen Köchen vorstellte. Auch wenn sie sie nett begrüßten, wusste Emily aufgrund ihrer Erfahrungen als Kellnerin zu Collegezeiten nur zu gut, dass es mit dieser Freundlichkeit schnell vorbei sein konnte.

Irgendwann würden sie ihr durch das kleine Fenster zubrüllen, dass sie gefälligst das Essen holen solle, und dann würden sie zweifellos weniger gut gelaunt aussehen.

Während Antonio sie zu einer anderen Kellnerin führte, die etwa so alt war wie sie, wickelte Emily sich schnell die schwarze Schürze um. Fasziniert musterte Emily das Haar ihrer neuen Kollegin. Ein regelrechtes Feuerwerk an Farben zog sich durch ihr blondiertes Haar.

»Hi, ich bin Emily«, sagte sie mit einem Lächeln. »Antonio hat gesagt, dass ich mich heute an deine Fersen heften soll.«

Das Mädchen erwiderte das Lächeln und reichte Emily das Bestellbuch und einen Stift.

»Aha, du bist also die Neue, ja? Ich bin Fallon. Schön, dich kennenzulernen!«

»Jepp, ganz genau. Freut mich auch!«

»Mach dir überhaupt keine Gedanken. Ich arbeite hier schon, seit ich aus dem Mutterleib gekrochen bin.« Sie sah sie aus ihren lachenden grauen Augen aufmerksam an. »Ich zeige dir, wie’s läuft, und bald beherrschst du hier alles im Schlaf …«

»Klingt super«, sagte Emily lachend.

»Ich habe gehört, du kommst aus Colorado?«

»Ja, aus Fort Collins genau genommen.«

»Trinkst du Kaffee?«, fragte Fallon und hielt ihr eine Tasse vor die Nase.

»Ich bin sogar ein richtiger Kaffee-Junkie.« Emily griff nach der Tasse. »Danke! Wohnst du denn schon immer in New York?«

»Ja, hier geboren und aufgewachsen.« Fallon setzte sich an die Kaffeebar und bedeutete Emily, sich zu ihr zu gesellen. »Ist ja noch früh. Der erste große Ansturm kommt in etwa einer Stunde.«

Emily ließ sich neben ihr nieder und nippte an ihrem Kaffee. Sie sah sich um und beobachtete, wie die Hilfskellner die Tische deckten. Antonio gab ihnen Anweisungen – auf Spanisch, wie Emily vermutete. Dabei deutete er mit einer Armbewegung hinaus auf die Straße und seine Stimme schwoll zornig an.

»Was führt dich denn quer durch das Land hierher in die Stadt, die niemals schläft?«, fragte Fallon. »Was von beidem bist du: Schauspielerin oder Model?«

»Ach, weder noch«, antwortete Emily und versuchte, den Schmerz zu ignorieren, der sich in ihrer Brust ausbreitete. Die noch frische Wunde brannte, als hätte jemand Salz hineingestreut. »Meine, ähm, Mutter … Sie ist im Januar gestorben. Danach gab es einfach keinen Grund, länger in der Heimat zu bleiben.«

Fallons Blick wurde weich. »Oh, das tut mir leid. Der Tod ist eine beschissene Erfindung, so viel steht fest. Mein Vater ist vor ein paar Jahren an einem Herzinfarkt gestorben, ich kann mir also vorstellen, wie es dir geht.« Fallon seufzte und sah einen Augenblick lang zur Seite. »Ganz egal, wie alt man ist, woher man kommt oder welchen sozialen Status man hat – früher oder später kriegen wir es alle mit dem Tod zu tun.«

Für ihr Alter fand Emily diesen Spruch ziemlich weise. Die Begegnung mit dem Tod veränderte die Sicht aufs Leben für immer.

»Ja, genau so ist es. Das mit deinem Vater tut mir auch sehr leid.«

»Danke. Es vergeht kein Tag, an dem ich nicht an ihn denke.« Fallon verstummte kurz. »Was ist denn mit deinem Dad? Ist er zusammen mit dir hierhergezogen?«

Das war ebenfalls ein heikles Thema. Aber davon gab es in Emilys Leben mittlerweile so viele, dass sie sich ohnehin nicht ganz vermeiden ließen.

»Nein. Ich habe von ihm und seiner Familie nichts mehr gehört, seit ich fünf bin. Eigentlich kann ich mich kaum an ihn erinnern.«

»Okay, Punkt für dich«, scherzte Fallon. »Sorry. Vielleicht sollten wir lieber über niedliche Hundewelpen sprechen oder so?«

Emily schüttelte grinsend den Kopf. »Macht nichts, ist schon in Ordnung. Außerdem habe ich keine Welpen, das würde uns also in eine Sackgasse führen.«

»Ich auch nicht. Sie sind ja ganz süß, aber dass sie überall hinscheißen müssen, finde ich nicht so prickelnd.« Fallon kicherte und band sich ihr Haar zu einem Pferdeschwanz zusammen.

»Was hat dich denn nun ausgerechnet nach New York gebracht? Leben hier andere Verwandte von dir?«

»Hier nicht, nein. Ich habe nur noch eine ältere Schwester, die in Kalifornien wohnt.« Emily nahm einen Schluck Kaffee. »Aber mein Freund Dillon ist hier zu Hause. Wir sind seit meinem letzten Collegejahr zusammen.«

Fallon grinste. »Eine Collegeliebe also?«

»Nein, eigentlich hat er schon hier gelebt, als wir uns kennengelernt haben. Der Bruder meiner Zimmermitbewohnerin kam mal ein Wochenende zu Besuch und Dillon hat ihn begleitet.«

»Ist es nicht immer wieder faszinierend, was die ­Menschen zusammenführt?« Fallon sah Emily tief in die Augen. »Ich meine – wenn Dillon nicht mitgekommen wäre, wärt ihr euch vielleicht nie begegnet … Das Leben kann schon ganz schön komisch sein.«

Emily hatte Fallon schon jetzt ins Herz geschlossen.

»Da stimme ich dir voll und ganz zu. Das Schicksal und all die Straßen, die vor uns liegen. Irgendwie ist das alles wie ein Haufen Puzzleteile, die letztlich ein großes Ganzes ergeben.«

»Ganz genau.« Fallon lächelte. »Was hast du denn eigentlich studiert?«

»Ich habe einen Lehramtsabschluss gemacht. Ein paar Bewerbungen habe ich schon herumgeschickt und hoffe jetzt, dass ich bis Herbst irgendwo unterkomme.«

Fallon runzelte die Stirn und ihr Lippenpiercing ­funkelte.

»Also verlässt du uns Ende des Sommers schon wieder?«

»Nee, ich werde dann wahrscheinlich Halbzeit arbeiten.«

»Geilomat.« Sie erhob sich und ihre schlanke, hochgewachsene Gestalt überragte Emilys. »Also, gehst du ­gerne feiern?«

Emily zog die Augenbrauen zusammen. »Feiern?«

»Na ja, in Clubs abhängen eben«, erwiderte Fallon und wackelte mit den Hüften.

»Ach, du meinst tanzen.« Emily lachte. »Ja, in Colorado habe ich das schon manchmal gemacht, aber hier bin ich noch nicht dazu gekommen.«

»Cool. Ich liebe es, Frischgemüse in die Clubszene einzuweisen.«

»Ich kann’s kaum erwarten! Gib einfach Bescheid.«

»Geht klar. Gerade date ich einen Typen Mitte vierzig und der bringt mich kostenlos in die angesagtesten Läden der Stadt.«

Emily nickte und trank aus ihrem Becher.

»Der Sex ist nur ein zusätzlicher Bonus«, fügte Fallon hinzu.

Emily verschluckte sich beinahe am Kaffee.

»Oh, das ist sicher ein netter Nebeneffekt.«

»Ja, das habe ich mir auch gedacht.« Sie lächelte. »Alles klar, Frischling. Legen wir los.«

Emily folgte Fallon den ganzen Tag auf Schritt und Tritt, die ihr zeigte, wie man den Computer bedient, und sie einigen Stammgästen vorstellte. Vom schnieken Anzugträger bis zum ganz gewöhnlichen Bauarbeiter war alles dabei. Mittags wurde das Lokal von einem ganzen Schwung ausgehungerter Gäste gestürmt und eine der Kellnerinnen meldete sich krank, also übernahm Emily ein paar Tische. Obwohl sie mit der Speisekarte noch nicht vertraut war und sich im Umgang mit dem Computer noch ein wenig zittrig fühlte, gelang ihr alles ohne größere Probleme. Am Ende der Schicht schwirrte Emily der Kopf von all den Informationen, die Fallon ihr zugeflüstert hatte – wer von den Gästen am meisten Trinkgeld gab und vor welchen anderen Kellnern sie sich besser in Acht nehmen sollte. Insgesamt, fand Emily, war der erste Tag ziemlich gut gelaufen.

Auf dem Weg zur Tür wurde sie von Antonio aufgehalten, der eine große Box in der Hand hielt.

»Emily, mein Auslieferer hat gekündigt«, sagte er mit besorgtem Blick. »Kommst du zufällig am Chrysler-Gebäude vorbei?«

»Eigentlich nicht, aber es ist ja nur ein paar Blocks entfernt, oder?«

»Genau, es ist auf der Lexington Avenue, Ecke 42. ­Straße.«

»Und du willst, dass ich das da abgebe?«, fragte sie und deutete auf die Box.

»Ja, das wäre großartig.«

Emily zuckte mit den Schultern. »Kein Problem. Ich bringe das Essen rüber und nehme dann von dort aus ein Taxi nach Hause.«

»Tausend Dank.« Er reichte ihr die Lieferung und seufzte erleichtert. »Nächste Woche lege ich bei deiner Bezahlung was drauf.«

»Nicht nötig, Antonio … Ein bisschen Sightseeing kann mir ja nicht schaden!«

»Nee nee, darauf bestehe ich. Bis morgen, Countrygirl.«

Emily schüttelte amüsiert den Kopf über ihren neuen Spitznamen.

Sie wirbelte auf den Absätzen ihrer Kellnerschuhe herum und trat hinaus in die heiße, feuchte Großstadtluft. Der Juni war in New York zweifellos wärmer als in Colorado. Mit großen Augen schlenderte sie durch die Stadt und war noch immer voller Ehrfurcht ob der Tatsache, dass sie nun tatsächlich hier lebte.

Die Luft vibrierte vom Verkehrslärm und war angefüllt mit den Gerüchen aus den Wagen der Essensverkäufer. New York gefiel ihr besser als erwartet. Von der U-Bahn, die unter ihren Füßen rumpelte, bis hin zu der gigantischen Vielfalt der Gesichter berauschte sie alles an dieser Stadt. Es war eine Überdosis an Sinneseindrücken, die auf sie einprasselten. Drei Blocks weiter traf sie völlig verschwitzt von dem kurzen Marsch an ihrem Ziel ein.

*

Obwohl sein Vater es nie müde geworden war, ihm Geschichten über die Liebe auf den ersten Blick zu erzählen, hatte Gavin Blake bis zu diesem schicksalsträchtigen Nachmittag nicht an deren Existenz geglaubt.

Er hatte die volle Aufmerksamkeit der Blondine am Empfangstresen, aber als Emily das Gebäude betrat, blieb sein Blick sofort an ihr hängen. Fasziniert beobachtete er, wie sie dem Sicherheitsbediensteten ein Lächeln zuwarf, und war auf einen Schlag geblendet von ihrer Schönheit. Aber noch stärker war das Gefühl, dass er von ihr wie magnetisch angezogen wurde. Als müsste er zu ihr. Sofort. Er blinzelte ein paar Mal und schüttelte verwundert den Kopf.

»Miss, kann ich Ihnen irgendwie behilflich sein?«, fragte der Sicherheitsbedienstete.

»Hi, ich soll hier etwas abgeben«, antwortete Emily und linste auf den Kassenzettel. »Im 62. Stock.«

Dem Wachmann zuvorkommend rief Gavin quer durch die Lobby: »Ich kann sie mit nach oben nehmen, Larry!«

Die blonde Empfangsdame zog einen Flunsch, als Gavin sie ohne mit der Wimper zu zucken stehen ließ.

Emily wandte den Kopf in die Richtung, aus der dieses Angebot gekommen war. Als sie den großen, unglaublich gut aussehenden Mann erblickte, der auf sie zusteuerte, stockte ihr der Atem. Ihr wurde so schwindlig, als hätte sich jeglicher Gleichgewichtssinn auf und davon gemacht … Sie betrachtete sein tiefschwarzes Haar, das ganz kurz geschnitten und eher nachlässig gestylt war. Seine Gesichtszüge waren wie gemeißelt; sein Mund wirkte, als hätte ihm ein Bildhauer in akribischer Feinarbeit den perfekten Schwung verliehen. Ihr Blick wanderte weiter nach unten über einen gestählten Körper, den der graue dreiteilige Anzug perfekt zur Geltung brachte.

»Sind Sie sicher, Mr. Blake? Ich kann sie auch nach oben führen.«

»Ganz sicher, Larry. Ich wollte sowieso gerade hinauf.« Gavin wandte sich an Emily. »Lassen Sie mich Ihnen das abnehmen.« Er deutete auf die Box.

Seine Stimme war weich wie Samt und machte Emily ganz flattrig. Verwirrt suchte sie nach Worten.

»Es ist schon okay, wirklich. Ist nicht schwer.«

»Ich bestehe aber darauf.« Gavin lächelte. »Ist so ein altes Pfadfinderding.«

Seine strahlend blauen Augen und sein Charme, der aus jeder seiner Poren zu sprühen schien, waren jedoch nichts gegen die Grübchen, die jetzt auf seinen Wangen erschienen. Allein schon deswegen ließen wahrscheinlich zahllose Frauen für ihn die Hüllen fallen. Jeden Tag.

Widerwillig überreichte sie ihm die Box und versuchte, gelassen zu wirken.

»Na schön, wenn Sie es so sehen, dann verleihe ich Ihnen hiermit die Ehrenmedaille für das Vollbringen guter Taten.«

»Wow, vielen Dank. Ist eine Weile her, seit ich die letzte eingesackt habe.«

Er lachte und vollführte eine geschmeidige Drehung, um sie zu den Aufzügen zu führen.

Emily folgte ihm und erhaschte auf den glänzenden Aluminiumtüren einen kurzen Blick auf sich selbst. Nach dem langen Arbeitstag musste sie einen ziemlich zerstörten Anblick bieten. Sie hätte sich am liebsten aus dem Staub ­gemacht. In diesem Moment öffneten sich die Aufzugtüren.

»Nach Ihnen«, sagte Gavin lächelnd.

Sie trat ein und Gavin betrachtete genüsslich ihr seidiges kastanienbraunes Haar, das ihr bis zur Taille reichte. Eigentlich stand er nicht auf diesen Pferdeschwanz-Look, noch dazu, wenn die dazugehörige Person aussah, als hätte sie sich gerade eine Essensschlacht geliefert. Aber diese Frau erschien ihm wie das wundersamste und bezauberndste Wesen, das er je gesehen hatte … In der Nähe ihres herzförmigen Gesichts und dieser zierlichen und zugleich kurvigen Gestalt, die von einem zarten Parfümduft umweht wurde, fiel es ihm schwer, regelmäßig zu atmen. Er trat in den Aufzug und bemühte sich verzweifelt darum, seine Erregung zu ignorieren – aber umsonst.

»Scheint, als wären Sie der Ersatz für Armando?«, erkundigte er sich und drückte auf den Knopf zum 62. Stock.

Emily versuchte, nicht zu erschauern, als ihre Blicke sich trafen. Jetzt, als sie so dicht bei ihm stand, fiel ihr erst richtig auf, wie absolut umwerfend er war. In der engen Fahrstuhlkabine war die Kraft, die von ihm ausging, umso deutlicher spürbar. Ihre Lippen öffneten sich und sie rang um Atem.

»Armando?«

»Ja, Armando.« Gavin warf ihr ein schiefes Grinsen zu und sah hinunter auf die Essensbox. »Bella Lucina. Mein Büro bestellt da beinahe wöchentlich und normalerweise wird das Essen von Armando gebracht.«

»Oh, na klar, aber ich bin nicht der neue … Lieferjunge. Also, ähm, ich arbeite schon dort. Ist ja logisch, schließlich trage ich ja auch ihre Uniform, und dass ich kein Junge, sondern ein Mädchen bin, ist ja auch offensichtlich …« Emily verstummte, als sie merkte, was für wirres Zeug sie da redete. Sie holte tief Luft und begann noch einmal von vorn.

»Ich arbeite dort als Kellnerin und mein Chef hat mich gebeten, das Essen hier vorbeizubringen, weil der Auslieferer gekündigt hat.« Emily war tiefrot angelaufen und wäre am liebsten auf der Stelle im Erdboden versunken. Im wahrsten Sinne des Wortes. Sofort. »Ehrlich, manchmal bringe ich auch ganze Sätze zustande!«

»War wohl ein langer Arbeitstag, oder? Kann ich gut nachvollziehen.« Gavin lachte leise und musterte ihr Gesicht. Sie hatte die grünsten Augen, die er je gesehen hatte. Ein winziger Leberfleck saß in perfekter Position über ihrer Oberlippe.

Sie lächelte. »O ja, ewig lang.«

Im 39. Stock ertönte ein leises Klingeln. Die Türen schoben sich auseinander und eine Frau trat ein. Sie war etwa so groß wie Gavin, trug schwarze Stilettos und einen Hosenanzug und hatte ihr feuerrotes Haar zu einem Knoten zusammengedreht.

»Hallihallo, Mr. Blake«, hauchte sie und drückte auf den Knopf zum 42. Stock. Ein verführerisches Lächeln huschte über ihre Lippen, die sich Gavins Ohr näherten.

»Ich hoffe, wir können bald da weitermachen, wo wir letztes Mal aufgehört haben …«

Gavin trat einen kleinen Schritt zurück und sein Gesicht nahm einen schwer lesbaren, gleichgültigen Ausdruck an. Er nickte schlicht. Die Frau wiederum lächelte und wandte ihren Blick der Aufzugtür zu.

Gavin sah zurück zu Emily, peinlich berührt, dass sein One-Night-Stand plötzlich erschienen war.

»Arbeiten Sie denn schon länger für Bella Lucina?«

Emily biss sich auf die Unterlippe und lächelte.

»Nein, das war heute mein allererster Tag.«

»Ein neuer Job also. Kann anstrengend sein.« Gavin erwiderte das Lächeln und trat von einem Fuß auf den anderen. »Ich hoffe, es ist gut gelaufen?«

»Im Grunde ja, danke.«

Als die Aufzugtüren sich abermals öffneten, stieg die Frau aus. »Ruf mich an, Baby«, flüsterte sie.

Er nickte ihr kurz zu und sie verschwand.

»Das war übrigens nicht meine Freundin, falls Sie sich das gerade gefragt haben sollten.«

Emily warf ihm einen erstaunten Blick zu. »Wer behauptet denn, dass mich das interessiert?«

Ihre unerwartete Keckheit brachte seine Haut zum Kribbeln. Er zuckte unverbindlich mit den Schultern und versuchte zu ergründen, wie diese Frau tickte.

»Und wer sagt, dass es Ihnen egal ist?«

»Sie kennen mich jedenfalls nicht gut genug, um irgendwelche Vermutungen über mich anzustellen«, neckte sie ihn lachend.

»Vollkommen richtig.« Er grinste und trat näher zu ihr. »Daran würde ich aber sehr gern was ändern.«

Na großartig. Er sah in seinem perfekten, superteuren Anzug nicht nur extrem heiß aus, er war noch dazu absolut eingebildet. Emily blinzelte, um sich aus dem vernebelten Zustand zu befreien, in dem sie sich befand. Sie hatte Mühe, sich von seinem betörenden Duft nicht beeindrucken zu lassen.

»Nun, das geht leider nicht. Tut mir leid.« Sie schob sich entschlossen eine Haarsträhne hinters Ohr.

Ehe er antworten konnte, waren sie bereits im 62. Stock angekommen und die Türen des Fahrstuhls öffneten sich.

»Ich muss hier raus.« Emily wandte sich ihm zu, um ihm die Kiste abzunehmen. »Vielen Dank fürs Tragen.«

»Keine Ursache. Ich muss übrigens auch hier aussteigen.«

»Arbeiten Sie denn in dieser Etage?«, fragte Emily, offensichtlich verwirrt.

Da er ihr nicht auf die Nase binden wollte, dass ihm das ganze Unternehmen in diesem Stockwerk gehörte, entschied er sich für eine Teilwahrheit und grinste spitzbübisch.

»Ja. Ich bin sogar verantwortlich für diese Bestellung.«

Emilys Blick blieb an seinen vollen Lippen hängen.

»Sie wussten also schon, als ich in die Lobby kam, dass ich hier hoch muss?«

»Ich hatte ohnehin gerade ein paar Minuten übrig, also habe ich gleich unten auf Sie gewartet. Das heißt – eigentlich auf Armando. Und stattdessen stand da diese bildhübsche Frau vor mir. Da habe ich beschlossen, den Gentleman zu geben und Ihnen behilflich zu sein.« Er trat beschwingt aus dem Fahrstuhl. »Haben Sie vielleicht Lust, mir beim Dinner Gesellschaft zu leisten? Es wäre mehr als genug für uns beide da.«

»Ich … Ich kann nicht. Tut mir leid«, entgegnete Emily und drückte auf den Knopf für die Lobby.

»Warten Sie!« Eilig lehnte Gavin sich nach vorn und hielt die Tür auf. Verdammt. Er hatte sich wohl zu weit vorgewagt.

»Das war frech von mir, bitte entschuldigen Sie. Eigentlich sollte man meinen, meine Mutter hätte mich besser erzogen.«

Nervös fuhr er sich mit der Hand durchs Haar. »Ich würde Sie liebend gern irgendwann zum Dinner ausführen. Mir ist schon klar, dass so eine Büroatmosphäre kein bisschen romantisch ist – ich arbeite einfach wahnsinnig viel. Aber wie gesagt: Ich fände es phantastisch, wenn wir mal zusammen ausgingen.«

Ehe Emily etwas erwidern konnte, meldete sich eine anmutige dunkelhaarige Frau hinter einem Schreibtisch zu Wort.

»Mr. Blake, Sie haben einen Anruf in Leitung zwei.«

Lächelnd wandte er sich der Frau zu. »Der Anrufer soll bitte einfach eine Nachricht hinterlassen, Natalie.«

Mit zittrigen Fingern drückte Emily wieder auf den Knopf. Die Türen schlossen sich, bevor er es verhindern konnte, und der Aufzug fuhr an. Sie lehnte sich an die kühle Wand, griff nach dem Messinggeländer und versuchte sich zu sammeln. Die Wirkung, die dieser Fremde auf sie gehabt hatte, beunruhigte sie. Hätte sie sich doch nur nicht zu dieser Lieferung überreden lassen! Verwirrt verließ sie das Gebäude und machte sich auf den Heimweg.

*

»Und er sah wirklich so unfassbar gut aus?«, fragte Olivia, die am Küchentisch saß.

Emily legte einen Finger vor ihren Mund. »Himmel, Olivia, Dillon ist in meinem Zimmer! Reiß dich ein bisschen zusammen, ja?«

Sie sah nervös Richtung Tür und dann zurück zu Olivia.

»Ja, er sah unfassbar gut aus. Atemberaubend, umwerfend gut. Zum Klamotten-vom-Leib-reißen-und-mit-Haut-und-Haar-Verschlingen gut. Eine waschechte Augenweide, könnte man sagen.«

Olivia kicherte und hielt sich dann rasch die Hand vor den Mund.

»Klingt ziemlich scharf«, flüsterte sie. Emily nickte und gluckste.

»Vielleicht solltest du der neue Lieferjunge werden!«

»Ich weiß auch nicht … Ich habe einfach noch nie so merkwürdig auf jemanden reagiert. Und ich habe mich derart peinlich benommen … Ein Kindergartenkind hätte das besser hinbekommen, ehrlich!«

Olivia grinste und nahm mit funkelnden Augen einen Schluck Wein.

»Könnte immerhin zu verflucht gutem Sex mit Dillgürkchen führen, wenn du dabei ein bisschen von Mr. Groß-dunkelhaarig-und-atemberaubend-sexy träumst.«

Emily gab ihr einen Klaps auf den Arm. »Pst. Hör auf! Ich will jetzt nichts mehr davon hören.«

Emily löste ihren Pferdeschwanz. »Außerdem liebe ich Dillon. Mr. Atemberaubend wird eben irgendeine andere Frau glücklich machen.«

»Okay, okay«, lachte Olivia leise. »Aber zumindest hast du jetzt jemanden auf Reserve.«

Ehe Emily noch weiter über die waschechte Augenweide diskutieren konnte, kam Dillon in seinem feinsten ­Anzug und einer schicken Krawatte in den Raum geschlendert. Als ihr Blick an seinem feuchten blonden Haar und dem schönen Gesicht hängen blieb, vergaß sie den gut aussehenden Fremden beinahe sofort. Mehr als diesen hinreißenden Mann brauchte sie nicht.

»Ich dachte, wir bleiben heute Abend daheim?«, erkundigte sich Emily, ging zu ihm und schlang ihre Arme um seine Taille. »Ich hab uns einen Film ausgeliehen.«

Dillon legte seiner zierlichen Freundin, die er um ein gutes Stück überragte, die Hände auf die Schultern.

»Ich habe heute ein Geschäftsessen mit einem potenziellen Kunden.« Er schlenderte zum Kühlschrank und schnappte sich eine Flasche Wasser. »Der Anruf kam ganz überraschend. Wir schauen den Film einfach ein anderes Mal …«

Emily zuckte bei seinem unbekümmerten Tonfall leicht zusammen.

»Wie viele vollkommen unerwartete Geschäftsessen kann ein Mann pro Woche haben, Dillon?«

Olivia stieß einen demonstrativen Seufzer aus und verließ das Zimmer.

Dillon stöhnte leise auf. »Du weißt doch, dass das an meiner Branche liegt, Em. Ich bin Börsenmakler, da muss ich die Kunden nun mal bei Wein und Essen ein bisschen umgarnen, um sie für mich zu gewinnen.«

»Ich verstehe das ja, ehrlich.« Emily drückte sich an ihn. »Aber ich bin noch nicht mal einen Monat hier und werde von dir konsequent für diese Meetings sitzen gelassen.« Spielerisch zog sie an seiner Krawatte. »Als ich noch in Colorado gelebt habe, habe ich dich öfter gesehen als jetzt.«

Er wich zurück und runzelte finster die Stirn. »Du klingst wirklich wie irgendeine weinerliche Studentengöre.« Er schraubte den Deckel von der Flasche ab und nahm einen Schluck. »Entspann dich einfach. Wird nicht spät werden.«

Eine tiefe Falte erschien zwischen Emilys Augenbrauen.

»Eine weinerliche Studentengöre? Was soll das bitte heißen? Und warum bist du eigentlich extra hergekommen, wenn du ohnehin nur duschen wolltest?«

»Ich habe den Anruf erst bekommen, als ich schon hier war – deswegen.«

»Vielleicht solltest du heute besser bei dir schlafen.« Sie nahm ihre Schürze ab und schleuderte sie auf den Tisch. »Du betüddelst deine sogenannten Kunden mittlerweile fünf Abende pro Woche.«

»Was willst du mir damit sagen, Emily? Denkst du etwa, ich lüge dich an?« Dillon hatte die Stimme erhoben und funkelte sie wütend an.

»Keine Ahnung. Ich dachte einfach, ich hätte ein bisschen mehr von dir, als es jetzt der Fall ist«, erwiderte sie und fuhr sich mit der Hand durchs Haar. »Dass du mir vielleicht ein bisschen bei der Eingewöhnung hilfst, weißt du?«

Dillon nahm einen weiteren tiefen Schluck und legte den Kopf schief. »Ich habe dich auf meine Kosten hierhergeholt. Was willst du denn noch?«

»Das war schwach von dir, Dillon«, fauchte sie, die grünen Augen zu schmalen Schlitzen zusammengezogen. »Ich habe dich nicht darum gebeten. Ich hätte genauso gut in Colorado bleiben und die Fernbeziehung mit dir fortführen können.«

Dillon trat näher, hob eine Hand und strich ihr sanft über die Wange.

»Nein, hättest du nicht. Du liebst mich und musstest hier sein, nach allem, was passiert ist.« Er schob den Daumen unter ihr Kinn. »Und ich liebe dich ebenfalls und will, dass du bei mir bist. Also hör mit dem Blödsinn auf, lass mich den Kunden versorgen und im Handumdrehen bin ich wieder da, okay?«

Emily schätzte die Situation blitzschnell ab, stellte sich auf die Zehenspitzen und drückte ihre Lippen auf seine. Eifrig ging er auf ihren Vorstoß ein und stöhnte während des Kusses genüsslich auf, ehe er sie am Haar packte und an seine Brust zog.

»Alles klar. Bring es hinter dich und wir sehen uns später«, hauchte Emily.

»Ich muss also heute Nacht nicht in meine einsame, kalte Wohnung zurück?«, fragte er lächelnd. »Wenn du darauf bestehst, kann ich das natürlich machen.«

»Hör auf, so ein kleiner Rechthaber zu sein, Dillon. Ich warte hier auf dich.«

»Ich verspreche dir, dass du dann meine ungeteilte Aufmerksamkeit haben wirst, Süße …«

Dillon verflocht seine Finger mit ihren und sie brachte ihn zur Tür. Sie gab ihm einen letzten Kuss und sah ihn dann verschwinden.

Als sie die Tür schloss, tauchte Olivia wieder aus ihrem Zimmer auf. Sie ließ sich aufs Sofa plumpsen und klopfte neben sich aufs Polster.

»Na los, spuck’s schon aus. Was ist los, meine Liebe?«

»Ach, er wirkt irgendwie so abwesend, weißt du?«, antwortete Emily und setzte sich neben sie.

»Sieh mal, du weißt ja, dass ich Dillon nicht leiden kann.« Olivia hielt einen Moment inne und tippte nachdenklich mit dem Zeigefinger an ihr Kinn. »Eigentlich hasse ich ihn sogar richtig.« Emily verdrehte die Augen und Olivia lachte. »Aber zu seiner Verteidigung muss ich – weil mein Bruder ja im selben Büro arbeitet – sagen, dass sie sich tatsächlich um potenzielle Kunden und deren Konten kümmern müssen.«

»Kann ja sein, aber ist Trevor denn auch fünf Abende pro Woche mit diesen Leuten beschäftigt?«

»Nein, aber nimm mal an, dass Dillon einfach als Makler angriffslustiger ist als Trevor. Würde mich jedenfalls nicht überraschen, wo er doch so ein Arschloch ist.«

»Okay, Süße, jetzt hast du ihn genug schlechtgemacht«, sagte Emily und schüttelte den Kopf. Olivia lachte und Emily bereute bereits, was sie über Dillon gesagt hatte.

»Ich weiß nicht, vielleicht reagiere ich ja auch über. Mein Hirn neigt nach Moms Tod und dem Umzug momentan einfach zu üblen Kurzschlüssen.«

Olivia legte Emily eine Hand auf die Schulter und sah sie voller Mitgefühl an. »Es ist auch ganz schön viel auf einmal, was du da verkraften musst. Ich würde das nicht so einfach wegstecken.« Sie zog ihre Freundin an sich und umarmte sie. »Du bist eine starke Frau und wirst das schaffen. Das weiß ich.«

»Danke, Olivia … Ich weiß wirklich nicht, was ich ohne dich tun würde. Erst wurde ich im College mit so einer tollen Zimmergenossin gesegnet und jetzt darf ich auch noch mit ihr zusammenleben. Ich schulde dir was, ehrlich.«

Olivia lachte. »Werd nicht melodramatisch, Mädchen.«

Sie stand auf, schnappte sich den Film, den Emily ausgeliehen hatte, und schob ihn in den DVD-Player.

»Heute ist jedenfalls offizieller Mädelsabend«, verkündete sie und machte es sich neben Emily auf dem Sofa gemütlich.

Gail McHugh

Über Gail McHugh

Biografie

Gail McHugh wuchs in San Antonio (Texas) und Long Island (New York) auf. Sie ist nicht nur Mutter von drei bezaubernden Kindern und seit über fünfzehn Jahren mit ihrem Mann verheiratet, sondern auch die Autorin der »New York Times«- Bestseller »Collide« und »Pulse«.

Weitere Titel der Serie »Collide«

Nach dem College zieht Emily Cooper nach New York. Dann begegnet sie Gavin Blake. Emily versucht, die knisternde Spannung zwischen ihr und dem millionenschweren Playboy zu ignorieren, aber Gavin hat nicht vor, sie einfach so gehen zu lassen.

Kommentare zum Buch

Piper Verlag am 27.04.2016

Hallo Miri23,   leider gibt es von denen beiden keinen dritten Band. Aber Gail McHugh hat mit »Amber to Ashes« noch eine weitere Reihe gestartet! Wir müssen dich allerdings vorwarnen: bisher gibt es nur einen Band und wir wissen leider selbst noch nicht, wann der zweite Teil erscheint.

Unwiderstehlich
Miri23 am 18.04.2016

Gibts noch einen 3Teil von emily und gavin??? Echt super

Henrike @ WatchedStuff am 18.03.2016

Ich brauchte länger als gewöhnlich, um mich an dieses Buch und seinen Stil zu gewöhnen. Das lag hauptsächlich daran, dass der Erzähler unkoordiniert von Emily zu Gavin und zurück springt. In vielen zeitgenössischen Roman ist es so, dass kapitelweise der Erzähler wechselt, meistens sind die Kapitel dann auch mit dem Namen überschrieben, sodass man als Leser weiß, in wessen Kopf man momentan steckt (was aber meist gar nicht nötig ist). Hier ist es so, dass innerhalb der Kapitel zwar nicht der Erzähler wechselt, aber der Erzähler schaut abwechselnd in verschiedene Köpfe. Ich hoffe, ihr versteht, was ich mit meinem Gestammel hier meine… Das ist zunächst verwirrend und ich habe eben eine Weile gebraucht, um da mitzukommen. Auch werden anfangs Zeiträume übersprungen: Das Buch beginnt damit, wie Emily und Dillon nach New York fliegen, dann ist es plötzlich einen Monat später, Emily hat einen Job und trifft Gavin. Diese Stelle musste ich tatsächlich zweimal lesen, um mitzubekommen, dass ein Monat zwischen der Landung des Fliegers und dem Jobbeginn liegt. Okay. Genug der Verwirrung. Als ich dann erst einmal begriffen hatte, wie der Schreibstil und damit die Geschichte funktioniert, habe ich schnell alles um mich herum vergessen und bin in das Buch abgetaucht. Emily ist ein Mädchen, das viel hinter sich hat, inklusive einer harten Familiengeschichte. Dillon ist ihr sicherer Hafen. Jedenfalls bis sie ihm nach New York folgt und bei ihrer besten Freundin einzieht. [SPOILER] Dillon ist ein Kontrollfreak, der sie unterdrückt und ihr das Leben wirklich schwer macht. Eine Zeit lang habe ich fast erwartet, dass er ihr einredet, sie müsse sich umbringen, weil sie ihm das Leben zur Hölle machen würde; er schiebt ihr einfach immer die Schuld zu. Das macht Emily, die eigentlich recht stark ist, sehr schwach und verletzlich. [SPOILER ENDE] In der Großstadt begegnet sie Gavin Blake, und von da an geht es hin und her und hin und her und hin und … Na, ihr kennt das ja. Allerdings gibt es in Collide Momente, die einfach nicht normal sind. Und diese machen aus dem Buch etwas besonderes. Es ist etwas schwierig zu beschrieben. Ich fand das Buch jetzt nicht soo toll. Aber es war fesselnd und doch ganz gut.   FAZIT Ganz okay, sehr verwirrend am Anfang, danach besser. Aber nicht wirklich super. “Nur” sehr fesselnd.

Ein Lesehighlight
Julia Gutenberg (Blonderschatten's Welt der Bücher) am 25.11.2014

Cover:   Das schwarz-weis Bild gefällt mir. Die Personen wirken vermögender als der Durchschnitt und ihre Haltung, inklusive dem halb aufgeknöpftem Hemd, wirken sehr sinnlich. Der kleine Farbklecks in Form des Sechsecks mit dem Buchtitel setzt ein kleines Highlight und schafft insgesamt ein tolles Cover.     Meinung:   Den ersten Eindruck den ich von Dillon bekommen habe, kam durch die Erzählungen von Emily. Wie er sich um Em und ihre krebskranke Mutter gekümmert hat, fand ich einfach toll. Emily hingegen hat anfangs eher ein paar Minuspunkte bei mir gesammelt. Wie kann sie so schnell für einen anderen Mann schwärmen, wo Dillon doch so viel für sie getan hat. Meine Meinung über die beiden hat sich jedoch ganz schnell um 180 Grad gewendet.   >>Hat dir eigentlich mal jemand gesagt, dass du ziemlich schmexy bist?<< >>Schmexy?<< Er lachte. >>Meinst du nicht vielleicht sexy?<< >>O nein, 's gibt sexy und schmexy. Und du, mein Freund, bis schmexy.<<   Hoffnungen und Wünsche eines Menschen, den man liebt, vergisst man nicht so schnell, doch wenn diese Hoffnungen und Wünsche das letzte sind, was dieser Mensch an einen richtet, versucht man diese zu erfüllen. So auch Emily. Ihre Mutter hat nur die guten Seiten von Dillon kennen gelernt und sich deshalb gewünscht, dass die beiden immer füreinander da sein würden. Verständlich war es da für mich, dass sie ihm allerhand Dinge durchgehen lässt nicht allein wegen dem Wunsch ihrer Mutter, sondern auch weil er sich während ihrer Krankheit so liebevoll um sie gekümmert hat. Doch man merkt schnell wie Dillon sich zusehends verändert. Von Treue hält er nicht viel, bevormundet Emily und zwingt ihr seinen Willen auf. Ich kann mir gar nicht vorstellen, wie es sich für Emily angefühlt haben muss, mit einem Menschen zusammen zu sein, der nichts mehr mit der Person gleich hat, in die man sich verliebt hat.   Emily verschließt die Augen vor der Wahrheit und hat Angst den Schritt zu gehen, zu dem ihr Herz rät. Denn als Gavin in ihr Leben tritt ist nichts mehr so, wie es einmal war. Er steht zwischen den Stühlen, zumal Dillon ein guter Freund von ihm ist. Doch auch er merkt bald, dass er sich verändert hat und Freundschaft hin oder her kann er sein Verhalten nicht länger dulden. Er kämpft für seine Liebe und gibt Emily alles was sie sich so sehr wünscht, dass Gefühl der Geborgenheit, des Vertrauens und das wichtigste eine Liebe mit geben und nehmen gleichermaßen.   >>Ach, und wenn ich mich recht erinnere, habe ich dir ja schon mal gesagt, dass du meine Aufmerksamkeit nicht auf deine hübschen Lippen ziehen sollst. Nimm diesen Lippenstift weg oder ich zerre dich sofort wieder in diesen Raum und ändere deine Meinung mit aller Macht!<<   Wie gesagt, Emilys Zwiespalt was die Beziehung zu Dillon in Anbetracht des Wunsches ihrer Mutter betrifft, kann ich gut verstehen. Doch so oft wie sie die Augen vor der Realität verschließt, hätte ich sie am liebsten ordentlich durchgeschüttelt. Liv hingegen finde ich klasse. Ihre beste Freundin hat schon Anfang an eine Abneigung gegen ihren Freund (okay so etwas sollte natürlich unter besten Freundinnen nicht vorkommen, hier war es aber definitiv genau richtig) und lässt das Dillon auch ordentlich spüren. Sie ist es, die Emily immer zur Seite steht und ihr wertvolle Ratschläge gibt.   Die Zeit eine Entscheidung zu treffen, ob für Dillon oder Gavin wird immer knapper und auch der Kampfgeist von Gavin schwindet langsam. Wie wird sich Em entscheiden? Ich bin gespannt auf die Fortsetzung, die das wahre Ausmaß ihrer Entscheidung zu Tage fördern wird.     Charaktere:   Emily hat mit ihrer Mutter einen wichtigen Halt im Leben verloren. Nur ihr Freund Dillon und ihre beste Freundin Olivia stehen ihr bei. Hinzu kommt ihr Umzug in eine völlig fremde Stadt. Gavin stellt ihr Leben noch zusätzlich auf dem Kopf und obwohl ihr Herz weiß was sie will, hält ihr Kopf sie davon ab zu leben.   Gavin ist ein Millionär und obwohl man sagt "Geld verdirbt den Charakter" trifft das auf ihn überhaupt nicht zu. Ganz im Gegenteil, weil es schlecht um seine Firma stand, wurde er von seiner Freundin verlassen. Er befürchtete niemals wieder jemandem so vertrauen oder lieben zu können wie Gina, doch da hat er nicht mit Emily gerechnet.     Schreibstil:   Den Einstig in die Geschichte fand ich etwas holprig, da mich die Erzählperspektive viel mehr an einen Deutschaufsatz aus der sechsten Klasse erinnert hat. Froh war ich, als sich das zur Mitte des Buches hin verflüchtigt hat und ich mich noch mehr in die spannende Welt von Em und Gavin entführen lassen konnte. Interessant war für mich besonders der Charakter von Dillon, den die Autorin sehr gut verkörpert hat. Er liebt Emily und ist ihr dennoch nicht treu, sie zu verlieren bereitet ihm den größten Schmerz und trotzdem verliert er immer wieder die Beherrschung und geht überhaupt nicht auf ihre Wünsche oder Äußerungen ein. Auch den Konflikt zwischen den Freunden Dillon und Gavin habe ich mit Spannung verfolgt. Alles in einem eine tolle Geschichte, bei der ich mich sehr auf die Fortsetzung freue.

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