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Bound to YouBound to You

Bound to You

Requiem

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Bound to You — Inhalt

Nina ist im wahrsten Sinne des Wortes durch die Hölle gegangen, hat jedoch kaum Zeit, sich davon zu erholen, denn immer wiederkehrende Alpträume vom Tod ihres Vaters rauben ihr den Schlaf. Auch die Leitung der Firma ihres Vaters sowie das schlechte Gewissen Ryan gegenüber machen ihr zu schaffen. In Sorge über ihren schlechten Gesundheitszustand, beschließt Jared, Shax' Buch zurückzustehlen, um Antworten zu erhalten. Denn Ninas Alpträume stellen sich als Warnung heraus und diesmal kann Jared sie vielleicht nicht vor ihrem Schicksal beschützen …

€ 9,99 [D], € 10,30 [A]
Erschienen am 01.02.2017
Übersetzt von: Frauke Meier
320 Seiten, Broschur
EAN 978-3-492-28110-2
€ 9,99 [D], € 9,99 [A]
Erschienen am 09.03.2015
Übersetzt von: Frauke Meier
320 Seiten, WMEPUB
EAN 978-3-492-96984-0

Leseprobe zu »Bound to You«

Kapitel 1: Drei

 

Ich war zurück. In tiefer Dunkelheit kauerten zwei schemenhafte Gestalten vor einem offenen Safe, der hinter einem großen, drehbaren Bücherschrank verborgen war. Sie atmeten schwer und arbeiteten fiebrig daran, das zu finden, was sie schon seit Monaten suchten. Einer der Männer erstarrte, und jede Bewegung erstarb. Er lehnte sich tiefer in den Safe hinein und zog mit beiden Händen ein dickes, in Leder gebundenes Buch heraus.

»Das ist es. Lieber Gott, das ist es«, flüsterte Jack.

Jeder Winkel des Raums erschien wie eine Warnung. Antike [...]

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Kapitel 1: Drei

 

Ich war zurück. In tiefer Dunkelheit kauerten zwei schemenhafte Gestalten vor einem offenen Safe, der hinter einem großen, drehbaren Bücherschrank verborgen war. Sie atmeten schwer und arbeiteten fiebrig daran, das zu finden, was sie schon seit Monaten suchten. Einer der Männer erstarrte, und jede Bewegung erstarb. Er lehnte sich tiefer in den Safe hinein und zog mit beiden Händen ein dickes, in Leder gebundenes Buch heraus.

»Das ist es. Lieber Gott, das ist es«, flüsterte Jack.

Jeder Winkel des Raums erschien wie eine Warnung. Antike Schwerter und Äxte schimmerten im spärlichen Mondlicht, das durch die Ritzen der Läden vor dem einzigen Fenster hereinsickerte, zwischen den Waffen kündeten handgemalte Landschaften von Krieg und Tod. Die Luft roch sauer und abgestanden, als wäre sie nicht dazu geeignet, von einem menschlichen Wesen geatmet zu werden.

Ich war schon viele Male hier gewesen, trotzdem zitterten meine Hände in dem Wissen, dass die Panik bald einsetzen würde. Sie kam, und ich konnte nichts dagegen tun. Wieder und wieder lief alles genau gleich ab, als wäre ich in einer Zeitschleife gefangen, in einem bösen Traum – oder in der Hölle.

Jacks Finger glitten über das Siegel in der Mitte, und er sah seinen Freund an.

»Bist du sicher, dass du das tun willst, Jack?«

»Bist du sicher, dass sie diejenige ist, Gabe?«, gab Jack zurück. Gabe nickte zögernd, worauf Jack seufzend fortfuhr: »Dann kennst du die Antwort.«

Gabe, der hörte, was Jacks menschliche Ohren nicht wahrnehmen konnten, drehte ruckartig den Kopf zur Seite. »Es ist zu spät«, sagte er, und sein Blick huschte unstet hin und her, während er lauschte. »Sie sind hier.«

Sie warfen Dokumente, Artefakte und Juwelen zurück in den Safe, und der blonde Mann drückte das schwere Bücherregal mühelos zurück an die Wand, um jeden Hinweis auf ihre Anwesenheit zu vertuschen.

»Mach dir damit jetzt keine Mühe, Gabe! Lass uns verschwinden!«, knurrte Jack.

»Ich versuche, ein bisschen Zeit für uns herauszuschlagen!«

Ihre Schatten glitten über den Holzboden, als die Männer aus dem Raum flüchteten, und ich trat zur Seite, beobachtete sie stumm, wissend, welches Schicksal sie erwartete.

Gabe rannte mit der Waffe in der Hand voraus. Er war es gewohnt, dass Jack ihm folgte. Am Ende des Gangs wartete er auf seinen Freund, während er nach einem Fluchtweg suchte.

»Das Dach«, flüsterte ich ihm ins Ohr. »Ihr nehmt immer das Dach.«

Eine große, warme Hand schoss vor, und Jack wurde an die Mauer gepresst.

»Was hast du …?«, setzte Jack an.

Gabe hob einen Finger an die Lippen und zeigte zum Obergeschoss. Jack nickte knapp und stemmte seinen müden Körper von der Wand weg. Gemeinsam rannten sie einen Korridor entlang, liefen um eine Ecke und stürmten die Stufen hinauf. Die Männer nahmen zwei Stufen auf einmal und nutzten das Geländer, um sich bei jedem Satz ein Stück hinaufzuziehen.

»Das Dach!«, rief Gabe, während unter ihnen mehrere Stimmen ertönten, von denen keine menschlich war.

Jacks Augen weiteten sich, als ein beängstigendes Kreischen zu ihnen emporhallte. Mit immer größeren Schritten hastete er durch eine weitere Tür und eine zweite Treppe hinauf. Bald darauf atmete er erleichtert auf, denn die bröckelnden Betonwände zu beiden Seiten der schmalen Stiege verrieten ihm, dass das Dach nur noch wenige Schritte entfernt war.

Gabe, der bereits am Kopf der Treppe angelangt war, stieß mit der Schulter eine Außentür auf und rannte über das Dach bis an den Rand. Dort blickte er herab, vier Stockwerke bis zu der Straße unter ihnen, ehe er sich zu seinem Freund umwandte. »Wir haben immer noch zwei Minuten, Jack. Bist du sicher?«

»Sehe ich für dich unentschlossen aus?«, brüllte dieser und drückte das Buch fest an seine Brust. »Ich muss eine Möglichkeit finden, um dem ein Ende zu machen!«

Ich runzelte die Stirn. Früher hatte ich meinen Vater angefleht, das Buch zurückzulassen. Dutzende von Ausflügen zu diesem Ort hatten mich jedoch gelehrt, dass sich Jacks und Gabes Misere immer exakt auf die gleiche Weise abspielen würde. Und jedes Mal, wenn ich versucht hatte, den Ablauf zu verändern, war es mir nur noch schwerergefallen, das Geschehen zu ertragen.

Gabe seufzte ergeben, dann riss er den Kopf nach Norden und schätzte die Distanz zu ihrer nächsten Fluchtmöglichkeit. »Dann geht es jetzt los.«

Das Kreischen wurde lauter, und Jack schloss die Augen. »Ich muss sie retten«, sagte er mit leiser, kummervoller Stimme.

Jacks Körper stieß sich nach vorne ab. Seine Krawatte flatterte ihm um den Hals und der Wind heulte in seinen Ohren, als er über den Nachthimmel flog. Es verging kaum mehr als die Zeitspanne eines Wimpernschlags, da befand er sich bereits auf einem anderen Dach, vier Gebäude vom Absprungsort entfernt. Durch das abrupte Ende der Bewegung wurde sein Oberkörper nach vorn geschleudert, und er gab ein lautes, grunzendes Geräusch von sich, als die Wucht des Aufpralls ihm die Luft aus den Lungen trieb. Dann ließ Gabe ihn endlich los.

»Daran werde ich mich nie gewöhnen«, kommentierte Jack lächelnd und glättete Krawatte und Jackett mit seinen Händen.

»Ich hätte dich ja die Feuertreppe nehmen lassen können, Bruder, aber in Anbetracht der Bestien, die hinter dir her waren, hätten es nur ein paar Einzelteile von dir bis zur Straße geschafft«, gab Gabe grinsend zurück, doch als er aufblickte, wurde sein Gesicht wieder ernst. »Es zieht sie an. Wir müssen mehr Abstand zwischen sie und uns bringen.«

Jack nickte. Eine Tür, die genauso aussah wie die, durch die sie geflüchtet waren, befand sich nur wenige Meter entfernt. Er riss sie auf, und dann folgte Gabe ihm die Stufen hinab. Nach drei Treppenläufen wurde Jack langsamer; seine Brust hob und senkte sich unter schweren Atemzügen.

»Los, weiter!«, grollte Gabe.

»Ja, ja!«, blaffte Jack, atmete noch einmal tief durch und machte sich auf, um die letzten beiden Treppenläufe anzugehen.

Kurz bevor der Ausgang in Sicht kam, schwoll das Kreischen und Knurren wieder an. Jack sah über die Schulter und erkannte, dass Gabe zurückgeblieben war und die Waffe gezogen hatte.

»Wir werden es nicht schaffen. Sie sind uns zu dicht auf den Fersen«, hauchte er.

»GABRIEL!« Ein animalisches Zischen ertönte über ihnen. Es klang wie eine einzelne Stimme, und gleichzeitig auch wie mehrere.

Gabe entsicherte die Waffe und kniff die Augen zu schmalen Schlitzen zusammen. »Hau ab, Jack. Ich halte sie auf.«

»Gabe …«

»Wenn du deine Tochter retten willst, dann hau ab!«, schrie Gabe.

Jack presste das Buch an die Brust und lief zum Ausgang. Er stürmte zur Tür hinaus und stützte sich völlig außer Atem auf seine Knie. Dann lehnte er sich an die Tür, legte den Kopf in den Nacken und schloss die Augen.

»Gott, hilf mir«, flüsterte er.

Das Kreischen brach für einen Moment ab, nur um gleich darauf erneut die Luft zu zerreißen.

Zum ersten Mal sah Jack mir in die Augen. Er hatte Angst, was ich noch nie zuvor erlebt hatte. Zuerst fühlte es sich merkwürdig an, so, als dürfte er nicht in der Lage sein, mich anzuschauen. Ich sah zu, wie sich ein vertrauter Ausdruck der Entschlossenheit auf sein Gesicht legte. »Ich werde dich retten, Nina.«

Als hätte er nie zu mir gesprochen, huschten Jacks Augen im nächsten Moment nervös hin und her in dem Bemühen, den besten Fluchtweg zu finden.

Gerade, als er eine Entscheidung getroffen hatte, splitterte das Holz hinter ihm und Dutzende klauenbewehrter Hände schossen durch die Tür. Jacks Augen weiteten sich vor Entsetzen, als Dämonen nach seiner Brust, seinen Beinen, seinem Hals und seinem Gesicht griffen. Ihre scharfen Krallen zerfetzten sein Hemd und bohrten sich in seine Haut; Blut spritzte aus seinen offenen Wunden.

»Nina!«, schrie er. Sein Fleisch gab dem Druck der langen Klauen nach, die an ihm rissen.

Seine Arme und Beine wurden nach vorn gestoßen, dann klappte er in der Körpermitte zusammen und verschwand, verschlungen von der Hölle, die drinnen auf ihn wartete.

»Daddy«, heulte ich in die Finsternis.

Hände hielten meine ausgestreckten Arme fest, und ich schlug sie weg. »Nein! NEIN! Daddy!«, jammerte ich und versuchte, mich zu befreien, aber ich war nicht stark genug.

»Nina, hör auf! Ich bin’s!«

Als mir meine Umgebung bewusst wurde, hörte ich auf, mich zu wehren. Jared saß neben mir in unserem Bett und hielt meine Hände an seiner Brust fest.

»Nina?« Er beugte sich über mich, um die Lampe einzuschalten.

Ich kniff die Augen zu, verweigerte mich dem Licht. Schweiß tränkte mein Baumwollhemd, und das Haar klebte mir feucht an der Stirn. Mit zitternden Fingern wischte ich mir die nassen Strähnen aus dem Gesicht. Es dauerte immer einige Augenblicke, bis ich mich beruhigte, aber dieses Mal war nicht Angst der Grund dafür. Ich war wütend.

»Sie werden schlimmer«, stellte Jared voller Sorge fest.

Ich musste mich räuspern. »Sie sind so echt«, flüsterte ich. Noch immer konnte ich das Rasierwasser meines Vaters riechen, und das Kreischen hallte mir nach wie vor in den Ohren. Jede Nacht an denselben Ort zurückzukehren und zuzusehen, wie mein Vater stirbt, war die reinste Folter. Nun aber löste Groll die Furcht ab, und das war gut – ich fühlte mich besser gerüstet, mit Zorn umzugehen als mit der überwältigenden Hilflosigkeit, die mich normalerweise weckte.

»Nina?«

Ich leckte das Salz von meinen Lippen. »Ich bin okay.«

»Das ist der dritte in dieser Woche. Ich glaube nicht, dass du okay bist«, konterte Jared mit angespannter Miene. »Der gleiche Traum?«

Widerstrebend nickte ich. Jared machte sich jedes Mal, wenn er mich aus einem Albtraum wecken musste, fürchterliche Sorgen. Das Geschrei, das Zittern und der Umstand, dass er nichts dagegen tun konnte, peinigten ihn. Und die einzigartige Verbindung zwischen ihm und mir verstärkte den Frust und die Sorge zusätzlich. Jared war halb Mensch, halb Engel. Als Hybrid war er empfänglich für die kleinsten Veränderungen in meinem Körper wie Blutdruck, Hormonspiegel und Puls, und weil ich sein Taleh war – der Mensch, den zu schützen er beauftragt war –, nahm er meine Gefühle wahr, als wären es seine eigenen.

Er musterte mich noch einen Moment länger und zog mich dann auf seinen Schoß. »Vielleicht solltest du mit jemandem reden.«

»Ich brauche keinen Seelenklempner, Jared. Es sind nur Träume«, sagte ich mehr zu mir als zu ihm.

Er zog mich mit sich, als er sich mit dem Rücken an das Kopfende lehnte. Ich konzentrierte mich darauf, mich zu entspannen. In den Tagen, die ich im letzten Frühjahr ohne ihn verbracht hatte, hatte ich Übung darin bekommen, ihn nicht mit meinen albernen menschlichen Ängsten und Gefühlen zu belästigen. Dennoch hatte ich nach diesen Alpträumen schwer zu kämpfen, obwohl ich Monate damit zugebracht hatte, diese Fähigkeit zu perfektionieren.

Ich versuchte, an etwas anderes zu denken als an den schrecklichen Anblick, wie mein Vater in Stücke gerissen wurde, in der Hoffnung, dann vielleicht wieder schlafen zu können. Jareds heiße Brust fühlte sich tröstlich an meiner Wange an, und ich sog seinen unvergleichlichen Duft ein. Zu jeder anderen Gelegenheit hätte ich mich augenblicklich entspannt, aber nachdem ich den schlimmsten Alptraum meines ganzen Lebens nun dreimal in direkter Folge hatte erdulden müssen, funktionierte das nicht so einfach.

»Ich geh unter die Dusche«, verkündete ich und schälte mich aus der Decke, in die ich gewickelt war.

»Es ist drei Uhr morgens, Nina. In drei Stunden musst du sowieso aufstehen, um pünktlich zur Arbeit zu kommen. Warum versuchst du nicht, noch ein bisschen zu schlafen?«

Ich kehrte Jared den Rücken zu, rutschte ans Ende des Betts und setzte meine Füße auf den Boden. »Hast du geschlafen?«, fragte ich ihn.

Nach einer kurzen Pause seufzte er gereizt. »Ja.«

»Dann gibt es keinen Grund für mich, weiterzuschlafen. Ich will sowieso nicht mehr schlafen. Es ist jedes Mal dasselbe, wenn ich die Augen zumache.« Ich wartete einen Moment, und als Jared keine weiteren Einwände erhob, verließ ich das Bett und ging ins Bad.

Die Rohre jaulten auf, als ich die Duschhähne aufdrehte, und ich stand still in Gedanken versunken vor dem Waschbecken und wartete darauf, dass das Wasser warm genug war. Visionen aus meinem Traum blitzten grell vor meinem inneren Auge auf. Das Kreischen, das Geräusch der Schritte meines Vaters, als er die Stufen hinaufrannte – es wollte einfach nicht aufhören. Ich schloss die Augen, verdrängte die Erinnerung. War das überhaupt eine Erinnerung? Wenn es doch nur ein Traum war?

»Nina? Alles in Ordnung da drin?«, rief Jared.

Ich beugte mich vor, schöpfte Wasser aus dem Hahn des Waschbeckens und spritzte es mir ins Gesicht, ließ Tropfen über meine Nase und mein Kinn zurück in das Becken fallen und sah zu, wie sie nacheinander eine Spur zum Abfluss zogen. Ich konnte mich besser darauf konzentrieren, meine Gefühle zu verbergen, wenn ich meine Gedanken auf etwas Banales richtete.

»Mir geht es gut«, antwortete ich, als ich mich aufrichtete, um in den Spiegel zu sehen. Mein Gesicht hatte sich verändert, seit der Zeit, in der ich Jared kennengelernt hatte. Da ich einen großen Teil des Sommers drinnen zugebracht hatte, während mein Bein geheilt war, war meine Haut fahl und leblos, und ich trug ein passendes Paar purpurblauer Ringe unter meinen Augen.

Unsere Nahtoderfahrung im Restaurant schien ein ganzes Leben her zu sein. Abgesehen von den gelegentlichen Nachrichten über verdiente Polizisten, die durch bizarre Unfälle, die in keinerlei Zusammenhang zueinander standen, ein vorzeitiges Ende fanden, zogen unsere Tage dahin, als hätten Grahm und Shax und das Buch nie existiert.

Ich ließ mein Nachthemd zu Boden gleiten, trat in die Dusche und seufzte, als das Wasser auf mein Gesicht prasselte.

Jared kam herein, lehnte sich an das Waschbecken und verschränkte die Arme vor der Brust.

»Alles in Ordnung?«, fragte ich ihn.

Jared verlagerte unbehaglich das Gewicht von einem Fuß auf den anderen. »Du bist diejenige, um die ich mir Sorgen mache.«

»Das Herbstsemester fängt bald an. Ich habe mehr Seminare, und dann ist da noch mein Praktikum. Es ist bestimmt nur der Stress.«

»Ich versteh das einfach nicht«, bekundete Jared. »Es ist Monate her, seit irgendetwas von … denen gekommen ist. So rar haben die sich in meinem ganzen Leben noch nicht gemacht. Und trotzdem bist du …« Jared kratzte sich am Hals. »Es ergibt einfach keinen Sinn, dass du jetzt diese Träume hast.«

»Jared, die Leute haben ständig Albträume, auch ganz ohne irgendwelche Dämonen. Das hat nichts zu bedeuten«, gab ich zurück und massierte mir Shampoo ins Haar.

»Das meinst du.«

Ich verdrehte die Augen. »Ach, komm schon. Du bläst das Ganze unnötig auf. Wenn ich dir verspreche, nicht mehr so ein Zeug zu träumen, versprichst du mir dann, dich nicht mehr so darüber aufzuregen?«

»Du willst mir versprechen, nicht mehr zu träumen«, wiederholte Jared, und seine Stimme troff nur so vor Sarkasmus.

Ich steckte den shampoonierten Kopf durch den Duschvorhang. Schaum lief mir über das Gesicht. »Okay, das kann ich nicht versprechen, aber du verunsicherst mich. Ich werde noch paranoid. Wenn du nicht zufällig etwas weißt, das ich nicht weiß, sind das nur Träume.«

Jared wischte mir lächelnd den Schaum von der Stirn und küsste mich. »Okay. Es sind nur Träume.«

Mit einem zufriedenen Nicken zog ich den Vorhang wieder zu. »Ich muss heute kurz ins Büro. Einverstanden?«, fragte ich, wohl wissend, dass ihm gar nichts anderes übrig blieb.

»Du meinst, im Gegensatz zu all den anderen Tagen?«

Mich zu Titan Mercantile zu begleiten, war für Jared ganz normale Arbeit, doch nachdem ich ihn bereits so oft gebeten hatte, mit hineinzukommen, war daraus eine Art Insiderwitz geworden. Jeden Tag fragte ich ihn, und jeden Tag lehnte er höflich ab. Jahrelang war Jareds Vater Gabe in den Hallen von Titan Mercantile ein und aus gegangen. Jared redete nicht darüber, aber ich nahm an, dass seine Weigerung, die Firma zu betreten, etwas mit unverarbeiteten Gefühlen seinem Vater gegenüber zu tun hatte.

Die Stunden bis Tagesanbruch schlichen langsam dahin. Nach meiner Dusche verbrachten Jared und ich die verbliebenen Augenblicke der Dämmerung am Frühstückstisch. Als die Morgensonne schließlich durch die Fensterläden hereinlugte, entlockte mir der strahlende Lichtschein, der leuchtende Rechtecke an die Wände zeichnete, ein Lächeln. Ich hatte Stunden damit verbracht diese Wände anzustarren, während ich darauf gewartet hatte, dass mein Bein heilte. Beth hatte mich besucht, aber nur dann und wann, weil sie damit beschäftigt war, ihre neue Wohnung auszustatten. Kim war während der Sommerferien unterwegs gewesen, und Claire hatte sich unermüdlich darum gekümmert, jegliche Gefahr für uns zu eliminieren. Jared hatte einen Großteil seiner Zeit dafür geopfert, mir die Einsamkeit zu vertreiben und mich bei Laune zu halten. Wir waren enger zusammengerückt, und unser Leben war so normal verlaufen wie nie zuvor. Die einzige Erinnerung an jene Nacht, in der ich beinahe gestorben wäre, war die Narbe an meinem Oberschenkel.

Jared war in der Küche mit unserem Frühstück beschäftigt, und ich lauschte dem Zischen und Brutzeln des Essens in der Pfanne. Gleich darauf brachte er Omeletts zum Esstisch, zusammen mit einem kleinen Stapel Post.

»Irgendwas Interessantes?«, fragte ich, während er die Umschläge durchblätterte.

Jared hielt inne und kniff die Augen zusammen, während er eine von Hand geschriebene Adresse begutachtete.

»Was?«

»Ist für dich«, sagte er und schob mir den Umschlag rüber.

Die obere linke Ecke lieferte mir eine Erklärung für Jareds Gesichtsausdruck. Der Brief war von Ryan.

Und Jareds Miene verriet, dass es keine guten Neuigkeiten waren. »Du weißt schon, was drinsteht, richtig?«, fragte ich und zog einen einzelnen Bogen Papier aus einem Schulheft hervor.

»Ich habe eine Vorstellung.«

»Die du mir längst hättest mitteilen sollen«, bemerkte ich vorwurfsvoll und überflog rasch die Zeilen.

Liebe Nigh,

ich wollte, dass du es von mir erfährst, wusste aber nicht,
wie ich es dir sagen soll, also schreibe ich dir einfach.
Ich werde nicht an die Brown zurückkommen. Ich habe
mit einem Anwerber der Army gesprochen und glaube, das ist für mich zu diesem Zeitpunkt der beste Platz.
Ich kenne dich besser, als du ahnst, und gerade jetzt fühlst du dich schuldig. Das musst Du nicht. Du bist glücklich, das ist alles, was für mich zählt, und das ist die Wahrheit.
Tut mir leid, dass du das durch so einen blöden Brief erfahren musst, aber es ist alles irgendwie zu schnell gegangen, und ich hatte keine Zeit mehr anzurufen.
Pass auf dich auf Nigh. Ich werde jeden Tag an dich denken.

Ryan

Der Brief entglitt meinen Händen und fiel zu Boden, langsam und lautlos. Die Benommenheit, die mich befallen hatte, war überraschend, aber nicht unwillkommen, denn ich wusste, dass mich bald Schuldgefühle übermannen würden und die wären kaum auszuhalten.

»Er ist fort.«

Jared berührte meine Hand. »Claire hat angerufen. Es geht ihm gut.«

»Claire ist weg?«, rief ich und sprang auf. Auch wenn mich der Umschwung meiner Gefühle überraschte, war Ärger immer noch besser als Schmerz. Jared tat einen Schritt auf mich zu, aber ich wich zurück. »Du hast mir nicht einmal Gelegenheit gegeben, ihr auf Wiedersehen zu sagen. Oder ihm.«

Jareds Brauen rückten näher zusammen und schufen eine tiefe Furche in der Mitte seiner Stirn. »Er wollte das tun, Nina. Du hättest ihn sowieso nicht davon abbringen können.«

»Aber du hast gewusst, was los war«, erwiderte ich leise. »Du hättest es mir sagen sollen.« Der Schlafmangel zehrte schon jetzt an mir, und mein Körper fühlte sich furchtbar schwer an. Ich hatte gar nicht die Kraft, wütend zu sein.

Mein Blick glitt zu dem Brief auf dem Boden. »Es ist meine Schuld.«

»Nina, nein.«

Ich nickte. »Ich bin dafür verantwortlich. Ich habe ihm das Herz gebrochen, darum konnte er nicht bleiben.« Ich schüttelte den Kopf. »Ich hätte ihn in Ruhe lassen sollen. Jetzt wird er irgendwo da draußen sterben.«

»Ryan hat seine Wahl getroffen«, stellte Jared fest.

Sein nüchterner Ton klang nicht sonderlich überzeugend. Es war sein gutes Recht, verärgert zu sein, wenn er zusehen musste, wie seine Verlobte sich wegen des Mannes quälte, für den sie bestimmt war. Dass Ryan Claires Taleh war, hieß in Jareds Augen, dass ich einem anderen gehörte, und ich selbst hatte diesen Umstand dazu genutzt, ihn von mir fernzuhalten, als ich geglaubt hatte, mit ihm zusammen zu sein würde seine Familie in Gefahr bringen. Und nun hatte mein brillanter Plan Ryan dazu getrieben, sich in einen Krieg auf der anderen Seite der Welt zu stürzen. Ganz gleich, was Jared sagte oder wie sehr er es hasste, mich so traurig zu sehen, es tat ihm nicht leid, dass Ryan fort war.

Wütend, wie ich war, konnte ich dennoch niemand anderem als mir selbst die Schuld geben, und das wussten wir beide.

Ich schüttelte den Kopf. »Ich muss los. Ich muss diese Dokumente bis acht Uhr gefaxt haben.«

Jared seufzte. »Wenn ich es dir gesagt hätte, was hättest du dann getan, abgesehen davon, dir Sorgen zu machen?«

Ich schlang mir die Tasche über die Schulter. »Keine Ahnung«, entgegnete ich und zog mein Mobiltelefon hervor, ging die Kontakte durch, bis ich Ryans Nummer gefunden hatte, und hielt mir das Handy ans Ohr. Wie erwartet ging augenblicklich seine Mailbox dran.

Beim Klang seiner Stimme verkrampfte sich alles in mir, aber als ich vom Piepton zum Sprechen aufgefordert wurde, gewann mein Temperament die Oberhand.

»Ich muss dich sprechen. Ruf mich sofort zurück. Ich meine es ernst. Ich habe gerade deinen Brief bekommen, und das kannst du einfach nicht machen. Du musst mich anrufen, damit wir eine Lösung finden. Bitte.«

Jared nahm mir das Telefon aus der Hand und klappte es langsam zu. »Er wird die Botschaft nicht erhalten, Süße.«

»Ich musste es versuchen«, gab ich zurück und öffnete meine Tasche, damit er das Handy hineinwerfen konnte. »Jemand musste.«

Jared berührte sanft meinen Arm. »Er ist der wohl bestbeschützte Mann, den die Army je angeworben hat, Nina. Er hat Claire.«

»Und wie soll das funktionieren? Hat sich Claire auch bei der Army verpflichtet?«

Jared lächelte. »Nein. Wir haben uns darüber unterhalten. Claire wird Ryan auf die gleiche Weise im Auge behalten, wie es uns möglich war, unsere Ausbildung zu absolvieren. Wir haben Beziehungen.«

»Darum geht es nicht.«

»Ich weiß«, sagte Jared und öffnete die Tür.

Als ich über die Schwelle trat, küsste ich ihn nicht, und ich tat es auch nicht, als er mir wie immer die Beifahrertür aufhielt, und auch nicht, ehe er sich auf den Weg zur Fahrerseite machte. Er wiederum versuchte nicht, sich zu entschuldigen, was er nur tat, wenn er sich im Recht sah. Das zu wissen brachte mich nur noch mehr auf die Palme.

»Tut mir leid, dass du sauer bist«, sagte er.

Ich bedachte ihn mit einem finsteren Blick. »Das ist lahm, und das weißt du. Du hast mir nicht erzählt, dass Ryan sich verpflichtet hat! Du hast mir keine Gelegenheit gegeben, mich von Claire zu verabschieden! Tut mir leid, aber ich bin sauer …« Während ich die letzten Worte brummelte, verschränkte ich die Arme vor der Brust und ergab mich meiner miesen Stimmung. Als Jared nicht reagierte, schaute ich ihn aus dem Augenwinkel an. Er bemühte sich sichtlich, nicht zu lachen.

»Das ist nicht lustig, Jared!«

Sogleich sackten seine Mundwinkel herab. »Das habe ich auch nicht behauptet. Es ist nur …« Kopfschüttelnd steuerte er vor Titan Mercantile den Straßenrand an. »Du versuchst, wütend zu sein, indem du eine ganze Reihe entnervter Gesichtsausdrücke auf dein hübsches Gesicht zauberst; das ist einfach amüsant – entschuldige.«

»Hör auf, dich zu entschuldigen, und … ich weiß nicht! Entschuldige!«

Einer von Jareds Mundwinkeln rebellierte und kroch ein Stück empor, ehe er ihn wieder herabziehen konnte. »Ich wünsche dir einen schönen Tag!«

Jegliche Lust, mit ihm zu streiten, löste sich in Luft auf, als ich die Tür zuknallte. Manchmal war es zum Verrücktwerden, wie verliebt er in mich war.

Ich tat ein paar Schritte in Richtung des Gebäudes und blieb dann doch stehen, kehrte zu dem Escalade zurück und öffnete die Tür. »Kommst du mit rein?«, fragte ich verlegen.

»Heute nicht.« Er lächelte.

Jared hatte als Kind endlose Stunden bei Titan Mercantile verbracht, aber er hatte schon seinen Vater nur äußerst ungern hierherbegleitet. Da half es wenig, dass die anderen Mitarbeiter ihn anzustarren pflegten wie ein Tier im Zoo. Sie kamen nicht dahinter, in welcher Beziehung wir zueinander standen, auch wenn die meisten wussten, dass Jared Gabes Sohn und mein Leibwächter war.

Zu Zeiten meines Vaters war Gabes Anwesenheit nie etwas Besonderes gewesen. Vom ersten Tag meines Praktikums an war klar gewesen, dass auch ich Schutz benötigte, und der mir zugewiesene Leibwächter war zufälligerweise auch mein Verlobter. Dieser Umstand allein hatte mehr als nur ein Gerücht hinsichtlich meiner Familie in die Welt gesetzt.

Besonders eine meiner Mitpraktikantinnen hatte von Anfang an ein ganz spezielles Interesse an Jared gezeigt. Sasha vergeudete keine Zeit mit saccharinsüßen Höflichkeiten; im Gegenteil, sie war von Anfang an einfach nur gehässig.

»Also … Jared …«, begann sie, kaum dass ich das Büro betrat, das wir uns teilten, und starrte dabei durch das Fenster zu dem Escalade hinaus.

»Ich habe viel zu tun, Sasha.«

»Er beschützt dich?« Als ich nicht antwortete, baute sie sich vor meinem Schreibtisch auf und klopfte auf die Tischplatte, bis ich aufblickte. »Vor was?«, fragte sie argwöhnisch.

Verärgert beäugte ich die langen Fingernägel, die auf das Holz tippten, ehe ich ihr ins Gesicht schaute. »Ich bin beschäftigt.«

»Aber er ist dein Freund, nicht wahr?«

»Nein.«

»Nein?«, wiederholte sie, und ihre Stimme klang eine ganze Oktave höher.

»Wir sind verlobt.«

»Ist das nicht, du weißt schon, so was wie ein Interessenkonflikt?«

»Eigentlich nicht.« Ich blätterte in einem Stapel Papiere.

»Ich verstehe das einfach nicht. Ich meine …« Sie lachte lässig. »Mir ist ja klar, dass du die Prinzessin von Titan Mercantile bist, aber kommst du dir nicht auch ein bisschen albern vor, wenn du neben ihm stehst? Ihr seid wirklich ein komisches Pärchen.«

Als mir bewusst wurde, was sie meinte, riss ich den Kopf hoch und kniff die Augen zusammen. »Wie bitte?«

Nun zuckte Sasha mit den Schultern, strich mit dem Finger über meine Schreibtischkante und glitt dabei an mir vorbei. »Verunsichert dich das nicht? Dem müssen sich doch dauernd irgendwelche Frauen an den Hals werfen.«

»Eigentlich nicht, nein«, blaffte ich sie an, als sie sich in Richtung Tür davonmachte.

Sasha setzte ein spöttisches Grinsen auf, wich aber vor meinem bösen Blick zurück. »Hmm. Wirklich interessant.« Ihr langer, roter Pferdeschwanz flog durch die Luft, als sie um die Ecke entschwand, und ich spürte die Hitze, die von meinem Gesicht ausströmte.

Wie aufs Stichwort klingelte mein Telefon.

»Alles in Ordnung?«, fragte Jared am anderen Ende.

Ich schlug eine Hand vor die Augen und versuchte, mich zu beruhigen, ehe ich antwortete. »Alles bestens. Es ist nur … Sasha war gerade hier.«

»Ach, das erklärt alles. Hat sie wieder ihren Kaffeebecher auf deinen Papieren abgestellt?« Jared gluckste vergnügt. Aus irgendeinem unerfindlichen Grund amüsierte es ihn, dass diese Frau mir derart auf die Nerven fiel, dass ich nicht mehr klar denken konnte.

»Nein«, entgegnete ich seufzend. »Sie … ich kann nicht sagen, was ich sagen will, also lasse ich es einfach.«

»Der Laden gehört dir, weißt du? Du musst nicht mit ihr zusammenarbeiten.«

»Im Moment bin ich nur eine Praktikantin, Jared. Und …« Wieder seufzte ich und sah zu, wie Sasha mit dem Personalleiter flirtete, »… führe mich nicht in Versuchung.«

»Meinst du, du könntest dich heute mal ein bisschen früher rausschleichen?«, fragte Jared.

»Wahrscheinlich. Warum?«

»Morgen ist dein erster Tag zurück an der Brown. Ich dachte, wir könnten uns auf das Motorrad setzen, zu der Eiche fahren, zu Mittag essen …«

»Eiche?«

»Die Eiche, zu der ich dich bringen wollte … zu der mein Vater meine Mutter gebracht hat.«

Ich lächelte. »Hört sich toll an, aber ich habe noch ein Meeting.«

»Richtig«, sagte Jared und tat, als hätte er es vergessen.

 

Jamie McGuire

Über Jamie McGuire

Biografie

Jamie McGuire ist in Tulsa, Oklahoma, aufgewachsen und lebt mit ihrem Mann und ihren drei Kindern auf einer Farm in der Nähe ihrer Heimatstadt. Ihr erster Roman, »Beautiful Disaster«, war ein internationaler Erfolg, an den sich weitere New-York-Times-Bestseller anschlossen.

Kommentare zum Buch

Pageturner <3
Blonderschatten's Welt der Bücher am 06.04.2015

Cover:   Diese Augen strahlen wilde Entschlossenheit aus und durch die Haltung des Mannes wirkt der Beschützerinstinkt ebenso eindrucksvoll. In der oberen Hälfte schwärze und im unteren Bereich weiß, sehe ich hier die Konfrontation zwischen Himmel und Hölle in dessen Mittelpunkt die beiden Charaktere stehen. Eine beeindruckende Geschichte die wunderbar in diesem Cover verkörpert wird.     Meinung:   Nina plagen schreckliche Alpträume, die ihr den Schlaf rauben und ihren Körper immer weiter schwächen. Gabe und Jack - ehemaliger Schutzengel und sein Taleh - sind Hauptbestandteil der Träume und geben wichtige Hinweise um diese zu deuten. Das die Autorin durch Ninas Träume Gabe und Jack ein Stück weit lebendig gemacht hat, hat mir sehr gut gefallen. Aus dem ersten Band wissen wir, wie nahe sich Nina und ihr Vater standen, so dass wir als Leser ihr emotionales Tief gut nachvollziehen können, während sie Jack immer und immer wieder sterben sieht.   >>Kim und ich treffen uns auf einen Kaffee. Wieder mal, wie jeden Morgen. Und du bist herzlich eingeladen. Wieder mal, wie jeden Morgen. Lässt du uns hängen? Wieder mal, wie jeden Morgen?<<   Hinter den Träumen steckt natürlich weit mehr, als ihre Arbeit in der Firma ihres Vaters deren Stelle - CEO - sie jetzt übernimmt. Ich kann verstehen warum sie ihren Alptraum lieber daher begründen möchte, durch Erinnerungen ausgelöst worden zu sein, der Traum wäre dann immer noch schrecklich, jedoch nur eine Reproduktion ihres Gehirns um mit der neuen Konfrontation, den Platz ihres Vaters einzunehmen, fertig zu werden. Jeder andere Einfluss, wie sie in der Vergangenheit erfahren hat, hat meist schwerwiegendere Folgen.   Bex nickte knapp und zog eine pinkfarbene Sporttasche vom Rücksitz. Ich musterte die Tasche und lächelte Bex zu. Der verdreht die Augen. >>Ich habe versucht, sie zu überreden, eine Schwarze zu nehmen. Oder eine Braune oder Grüne. Aber sie will nicht.<< >>Ich mag eine mitleidlose Attentäterin sein, trotzdem bin ich ein Mädchen<<, bekundete sie [...]   Ryan war für mich schon im ersten Band ein Nebencharakter mit besonderem Stellenwert, was er auch hier wieder eindrucksvoll bewiesen hat. Psychisch und physisch musst er hier jede Menge einstecken, ihn zu verlieren wäre hart, doch hängt an seinem Leben als Taleh auch noch das seines Schutzengels. Claire, Bex und Jared wurden ihr Leben lang auf das vorbereitet, was sie jetzt sind. Freiheit ist für sie ein seltenes Gut und doch etwas, was sie sich von Herzen wünschen, sowie Jared diese mit seinem Taleh Nina erlangt hat.   Claire hat ein großes Mundwerk, was sie aber auch sehr liebenswert erscheinen lässt. Man weiß bei ihr immer wo man steht. Allerdings finde ich ihr Handeln des öfteren verwerflich. Ryans Partner hatte furchtbare Absichten, doch hätte man nicht versuchen können, ihn umzustimmen bzw. ihm Hilfe anzubieten wenn er vielleicht von Dritten erpresst wurde? So hat ein Mensch sein Leben gelassen der eine Frau und zwei kleine Kinder hatte.   >>Wäre es überflüssig zu sagen, dass ich es genieße, wenn du eifersüchtig und gemein bist?<< >>Ja, aber sag es trotzdem.<<   Eine große Überraschung war hier, dass nicht nur Nina ihren Freundinnen etwas verschwiegen hat, sondern, dass auch Katy ein nicht unwichtiges Geheimnis hütet. Ninas Reaktion bei der Enthüllung konnte ich nicht nachvollziehen, sie selbst hat zum Schutz derjenigen die sie liebt geschwiegen und ebend diese Absichten hatte auch Katy.   Das Geheimnis um Ninas Alptraum beinhaltete bei Weitem mehr als ich vermutet habe. Sie jedoch wie ein rohes Ei zu behandeln, dem man gar nichts zumuten kann, fand ich falsch. Nina hat oft bewiesen, wie stark sie ist, daher sollte man ihr die Möglichkeit geben, mit Einfluss zu nehmen. Die Fantasy die mit einem durchgeht, kann nämlich weitaus schlimmer sein, als die Realität.       Charaktere:   Nina hat an Stärke gewonnen und ist bei Weitem nicht so instabil, wie es die Schutzengel vermuten. Sie möchte selbst mit Einfluss nehmen und ihren eventuell bevorstehenden Tod nicht anderen überlassen.   Jared liebt Nina und riskiert alles für sie. Um sie zu schützen bringt er sich selber in Gefahr und stößt sie das ein um das andere mal vor den Kopf. Ihrem Drängen hin, gibt er ihr in einem schwachen Moment nach, mit gefährlichen Folgen die jedoch auch ihre einzige Rettung zu sein scheint.   Claire ist offen heraus, stark, lässt sich durch nichts abschrecken und nur selten stehen ihr, ihre Emotionen im Weg. Dadurch kann sie zwar in vielen Situationen einen kühlen Kopf bewahren, doch dadurch verliert sie auch ein Stück menschliches Einfühlungsvermögen.   Bex ist mit vierzehn Jahren immer noch ein Kind, doch durfte er sich nie so verhalten. Schon jetzt wirkt er wie ein Erwachsener und starker Mann, den so schnell nichts aus der Fassung bringt. Eine tolle Eigenschaft, jedoch nicht, wenn sie auf so einem Lebensstil begründet ist.   Ryan hat immer noch eine besondere Verbindung zu Nina. Obwohl er sie immer noch auf eine gewisse Art liebt und ebenso um ihre Sicherheit besorgt ist, will er sie nicht außen vor stehen lassen.     Schreibstil:   Nach "Bound to you - Providence" ist auch dieser zweite Band wieder ein wahrer Pageturner. Einmal angefangen zu lesen, war es mir unmöglich das Buch aus der Hand zu legen. Jamie McGuire schafft es auf verschiedenste Art und Weise Spannung aufzubauen und mit ihrem abwechslungsreichen Schreibstil zu überzeugen. Lediglich die Zeitsprünge in dem Band, fand ich zu weitläufig. Gerade ein Semester begonnen, war es schon wieder zu Ende und letztendlich wusste ich an manchen Stellen gar nicht mehr, wie viel Zeit jetzt eigentlich verstrichen ist. Das tut der Geschichte jedoch keinen Abbruch.   Leider habe ich im Internet noch nichts zum 3. Band finden können, hoffe jedoch sehr, dass es bald erscheint, denn ich kann euch sagen, es bleibt unglaublich spannend. Eine Buchreihe die ich jedem ans Herz legen kann =3

Nickis Bücherwelt am 05.11.2014

Ich lese gerade den ersten Teil, den ich von euch zur Rezension erhalten habe. Dafür nochmals vielen Dank. Die Rezension erscheint in wenigen Tagen auf meinem Blog. Als ich gesehen habe, dass es einen zweiten Teil gibt, habe ich mich total gefreut. Ich liebe dieses Buch, es ist sooo toll. Doch dann der Schock. Teil zwei erscheint IM MÄRZ?? Wie könnt ihr mir das antun? :(( Das ist ja noch sooo lange hin. Da muss ich jetzt wohl ganz stark bleiben!! :D   Aller liebste und buchige Grüße, Nickis Bücherwelt   nickisbuecherwelt.blogspot.de

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