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Blutlohn

Krieger des Nordens 2

Taschenbuch
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Blutlohn — Inhalt

Nach der vernichtenden Niederlage seiner Truppen sinnt der Kaiser Thebans auf Rache an den Matavern. Selbst seinen Neffen bezichtigt er des Hochverrats, weil sich Derik für eine friedliche Lösung einsetzt. Während der Kaiser mit einem neuen Heer gen Norden zieht, versucht Seran, die eigenwilligen Stämme zu vereinen. Sogar seine geliebte Kara fällt ihm in den Rücken. Mit einem eigenen Heer! Und in Theban kommt Serans Ziehbruder Baleos grausamen Dämonenbeschwörern auf die Spur, denen das Reich seine triumphalen Siege zu verdanken hat. Kann Seran gegen diese übermächtigen Gegner bestehen?

€ 14,00 [D], € 14,40 [A]
Erschienen am 01.10.2019
448 Seiten, Broschur
EAN 978-3-492-28161-4
€ 10,99 [D], € 10,99 [A]
Erschienen am 01.10.2019
448 Seiten, WMEPUB
EAN 978-3-492-99073-8

Leseprobe zu „Blutlohn“

Prolog
Stammesgebiet der Jukaner, 25. Jahr der Herrschaft Ermans

Trotz der Menschenmenge war es auf dem Dorfplatz totenstill. Wie ein Schleier verhüllte Hochnebel die Frühlings­sonne, als hätten sich selbst die Götter von dem bevorstehenden Anblick abgewandt. Grau quoll der Rauch aus den Feuerstellen der niedrigen, strohgedeckten Häuser, die mit den nackten Bäumen und dem Schlamm zu fahlem Braun verschwammen. Grün, gelb oder rot hoben sich die Tuniken einiger Dorfbewohner vom tristen Hintergrund ab, und doch schien auch über ­ihnen eine düstere Wolke zu [...]

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Prolog
Stammesgebiet der Jukaner, 25. Jahr der Herrschaft Ermans

Trotz der Menschenmenge war es auf dem Dorfplatz totenstill. Wie ein Schleier verhüllte Hochnebel die Frühlings­sonne, als hätten sich selbst die Götter von dem bevorstehenden Anblick abgewandt. Grau quoll der Rauch aus den Feuerstellen der niedrigen, strohgedeckten Häuser, die mit den nackten Bäumen und dem Schlamm zu fahlem Braun verschwammen. Grün, gelb oder rot hoben sich die Tuniken einiger Dorfbewohner vom tristen Hintergrund ab, und doch schien auch über ­ihnen eine düstere Wolke zu liegen. Eine Wolke aus grimmigem Misstrauen und Angst.
Derik wünschte, ihre Gefühle wären nicht berechtigt. Am liebsten hätte er sein Pferd gewendet, um nach Hause zu reiten. Stattdessen würde er ihre Befürchtungen wahr werden lassen. Er überbrachte den Zorn des Kaisers in Form von Feuer und Schwert. Bei ihnen lag nur noch, wie schlimm er wüten würde.
Stumm beobachteten sie, wie ein Ochsenkarren aus dem Tross des Sewenischen Drachen an Derik vorbei auf den Dorfplatz fuhr. Obwohl die Jukaner angesichts der aufmarschierten Übermacht aus Drakonen und Reiterkriegern sicher keinen Angriff wagen würden, hielten die Sklaven das Fuhrwerk an, bevor sie ihnen zu nahe kamen. Scheinbar ohne den Feind zu beachten, schlugen sie die Plane über der Ladung zurück und zogen aufklappbare Holzböcke hervor.
Aus dem Augenwinkel sah Derik, wie Alechans Pferd stampfte und mit dem Kopf schlug. Die Unruhe des Reiters übertrug sich auf das Tier. Derik nickte Alechan zu. Es wird Zeit.
Mit undeutbarer Miene zog der Dezen die schwarzen ­Brauen zusammen. Entschlossen, aber betont langsam ritt er zum Karren hinüber. Verglichen mit Matavern mochte er nicht groß sein, aber er war ein stämmiger Mann mit breiten Schultern, was seine Rüstung noch unterstrich. Gold und Silber schimmerten an Helm und Gürtel, Zaumzeug und Waffen, und sein blutroter Umhang wallte bis über die Kruppe des grauen Hengsts herab. Aufseiten der Jukaner konnte es keinen Zweifel daran geben, dass sie einen mächtigen Thebanerhäuptling vor sich hatten.
Derik kam nicht umhin, Alechans Haltung zu bewundern. Aus der Menge konnte jederzeit ein Speer geschleudert werden. Die wenigen Krieger des Dorfs waren bewaffnet erschienen. Wie ein kümmerlicher Schutzwall, in dem breite Lücken klafften, standen sie vor ihren Familien. Dennoch sprang Alechan ungerührt vom Pferd, reichte Zügel und Lanze seinem Sklaven und schritt zu dem groben Tisch, den die Bediensteten ­neben dem Ochsenkarren errichtet hatten. Mit einer tiefen Ver­neigung übergab ihm einer der Sklaven etwas Blaues. Obwohl das Decken eines Tischs eine Verrichtung war, die kein Nobler je selbst tat, breitete Alechan das zusammengefaltete Tuch erstaunlich würdevoll aus. Aus Goldfäden gestickte Drachen glitzerten auf dem kaiserlichen Blau und verwandelten das Holzgestell in einen prunkvollen Altar.
Derik hörte die Jukaner raunen. Kaum einer von ihnen dürfte je so edlen Stoff gesehen haben.
Als Nächstes reichten die Sklaven dem Dezen zwei Statuetten an, deren Gewicht ihre Muskeln sichtlich anschwellen ließ. Die eine war aus purem Gold gefertigt und stellte Deiuthar, den Vater der Götter, auf seinem Himmelsthron dar. Als Zeichen seiner Macht hielt er einen Blitz in der emporgereckten Faust. Um ihn zu ehren, stellte ihn Alechan zuerst auf den Altar. Auf die linke Seite, die des Herzens, wo bei aufrechten Thebanern die Liebe zum Reich und den Göttern saß. Dann nahm er die zweite Statuette entgegen, eine Gestalt aus schwarzem Eisen, die mit Helm und Harnisch aus Silber zum Kampf gerüstet war. In den Händen trug sie Schild und Speer, wie es einem Kriegsgott zukam. Ehrfürchtig platzierte Alechan Saronns ­Abbild zur Rechten, denn mit der rechten Hand wurden die Waffen geschwungen.
Auch wenn den Jukanern der tiefere Sinn dieser Handlungen verborgen blieb, begriffen sie wohl, dass sie Thebans Götter vor sich hatten. Der eine oder andere von ihnen war vielleicht als Händler in Sevena oder gar als Geisel in Theban gewesen und hatte dort ähnliche Statuen in den Tempeln gesehen. Verstanden sie, warum nur ein Nobler, ein Mann von Macht und Rang, die Götterbilder aus den schützenden Tüchern nehmen und berühren durfte ? Derik hoffte, dass sie daran den hohen Wert erkannten, den das Volk seines Vaters den überlieferten Ritualen beimaß. Wer sie nicht genauestens befolgte, erregte den Zorn der Götter. Und der Kaiser ist der rachsüchtigste Gott von allen.
Derik erschrak über den Gedanken. Immerhin war Erman sein Onkel. Sein Verwandter hatte ihm nie Grund ge­geben, schlecht von ihm zu denken. Abgesehen von diesem einen Abend … Rasch verdrängte er die hässliche Erinnerung aus seiner kurzen Zeit in Theban.
Die Sklaven reichten Alechan ein schweres Bündel an. ­Unter der Umhüllung aus blauem Samt kam eine lebens­große Bronze­büste des Kaisers zum Vorschein. Vorsichtig stellte Alechan sie in die Mitte des Altars, ließ davor jedoch Platz für die silberne Opferschale, die ein Sklave schon bereithielt. Der Dezen verneigte sich vor dem Abbild seines Herrschers, legte die Opferschale vor ihm nieder und verbeugte sich erneut. Für die Sklaven war es das Zeichen, zum Tross zurückzukehren. Mit Stöcken und Zurufen trieben sie die Ochsen an, die trotzdem nur gemächlich davontrotteten.
Einen Moment lang sah Derik befremdet auf den seltsamen Anblick : ein prächtig gedeckter Tisch auf einem schlammigen, leeren Platz. Auf der einen Seite beäugt von barfüßigen Kindern und bärtigen Bauern. Auf der anderen Seite er selbst, der Heerführer des Kaisers, umringt von seiner Leibgarde, über der das goldene Feldzeichen glänzte. Erwartungsvoll sah ihm Alechan entgegen.
Bringen wir’s hinter uns.
Als Derik sein Pferd schweigend in Bewegung setzte, sprang auch Alechan wieder in den Sattel. Am Mahlen der Hufe in der feuchten Erde hörte Derik, dass seine Leibgarde ihm folgte. Je näher er kam, desto deutlicher konnte er die Gesichter der Dorfbewohner unterscheiden. Er las Furcht in ihren Blicken. In manchen Mienen stand blanker Hass. Sie wussten, was er den Menschen im ersten Dorf angetan hatte. Das gehörte zu seinem Plan. Absichtlich hatte er einige Leute entkommen lassen, um Angst und Schrecken zu verbreiten. Im zweiten Dorf hatte er deshalb niemanden angetroffen. Doch die Jukaner sollten begreifen, dass ihnen Flucht nicht half. Daher hatten Deriks Männer die Häuser niedergebrannt und die Gärten verwüstet, ihre Pferde die Wintersaat auf den Feldern gefressen. Jeder, der davonlief, sollte nichts mehr vorfinden, wohin es sich zurückzukehren lohnte. Nur Verzweiflung würde diese Sturschädel gefügig machen.
Kurz vor dem Altar hielt Derik an. Er glaubte, Erleichterung in Alechans dunklen Augen zu entdecken, aber sie lagen so tief unter Helm und Brauen verborgen, dass er sich auch täuschen konnte. Während sich der Dezen wieder neben ihm einordnete, ließ Derik den Blick erneut über die Versammelten schweifen. „ Hört mich an ! “, rief er auf Matavisch. Ihm war bewusst, dass jeder andere Heerführer Thebans einen Übersetzer benötigt hätte. Nur er hatte die Möglichkeit, direkt zu ihnen zu sprechen. Hoffentlich finde ich dieses Mal bessere Worte … » Ich bin Deriges aus dem Hause Themenor, Statthalter der Provinz ­Sevena – und Heerführer des Sewenischen Drachen. Aber ich bin auch Derik, Enkel König Wingurs vom Stamm der Sewenen. Unter seiner Führung hat sich das Volk meiner Mutter Kaiser Tharian unterworfen, und wie ihr seht, hat uns dieser Schritt großen Wohlstand gebracht. Unsere Krieger tragen Rüstungen und Waffen aus Eisen. Unsere Frauen und Kinder leben in Sicherheit. Und wenn wir hungern, sendet uns der Kaiser Schiffe mit Getreide aus dem Süden. «
Nach dem langen Winter schlich sich Sehnsucht in einige ausgemergelte Gesichter. Bis zur nächsten Ernte würden noch einige Monde vergehen. Und so mancher Junge musterte neidisch die Krieger auf ihren prächtig gezäumten Pferden.
» In seiner Weisheit hat der Kaiser beschlossen, dass auch das Volk der Jukaner am Frieden und Wohlstand seines Reichs teilhaben soll. Obwohl ihr im letzten Sommer die Waffen gegen Thebans Krieger erhoben habt, ist er bereit, euch dieses groß­zügige Geschenk zu gewähren. Was er von euch dafür erwartet, ist ein Zeichen eurer Reue. Kniet vor ihm nieder und opfert ihm, wie es den Göttern zusteht ! Dann wird er Gerechtigkeit und Gnade über euch walten lassen. «
Forschend musterte Derik die Familienoberhäupter. Er erkannte sie an den Fibeln aus Bronze und den feineren Stoffen in kräftigen Farben. Stumm starrten sie zurück. Ihr Schweigen dehnte sich aus, legte sich auf Deriks Schultern wie ein regennasser Umhang. Tut das nicht !, flehte er im Stillen. Schon ­konnte er es erneut hören. Das Wimmern. Die Schreie. Der Gestank nach Blut und Tod stieg ihm die Nase, obgleich sie sich noch wortlos gegenüberstanden. Ihr könnt das nicht wirklich wollen. Vermutlich rieben sich die Sklavenhändler im Tross bereits gierig die Hände. Wie konnte ein Ehemann, ein Vater in Kauf nehmen, dass sie seine Familie verschleppten ?
„ Verfluchte Hurenböcke “, murmelte Anteos hinter ihm. „ Bringt die eigentlich gar nichts zur Vernunft ? “
Derik widerstand dem Drang, sich nach seinem Freund und Leibwächter umzusehen. Als ob sein Blick die Jukaner zwingen könnte, sich für den Frieden zu entscheiden, wenn er nur lange genug durchhielt.
„ Wir sind freie Männer “, hatten sie ihm im ersten Dorf geantwortet. „ Wir sind bereit, mit deinem Kaiser Frieden zu schließen, aber niemals werden wir vor ihm im Staub kriechen. Er ist kein Gott. “
Jetzt waren sie tot. Der Kaiser hatte Derik nicht geschickt, um mit ihnen zu verhandeln. Dieses Mal gab es keine Bünd­nisse und Friedensverträge mehr, nur noch bedingungslose Unterwerfung. Wer sich weigerte, wurde ausgelöscht – wie alle Feinde des Reichs. Auch Derik hatte bereits ohne Zögern für Theban getötet : in Ortelanas und Alandura, wo er als blut­junger Dezen gedient hatte. Aber dort war er gegen Krieger und Piraten angetreten, in Kämpfen, die einem Mann Ruhm und Ehre einbrachten. Diese Bauern hier zu töten, wäre ein unwürdiges Gemetzel. Und sinnlos obendrein. Das Reich brauchte dringend neue Rekruten. Hatte Erman die drohenden Gefahren in seinem Brief nicht selbst erwähnt ? Allein in diesem Dorf wären mindestens zehn Männer infrage gekommen, die Derik gern für seinen Reiterflügel angeworben hätte. Stattdessen standen sie ihm nun feindlich gegenüber, dazu erpresst, zwischen ihrem Leben und ihrer Würde zu wählen.
Niemand sagte etwas. Keine Blicke wurden gewechselt. Ihre Entscheidung war längst getroffen. Vor Deriks Ankunft hatten sie genug Zeit gehabt, sich die Antwort zu überlegen. ­Derik ­atmete tief ein, um nicht die Geduld zu verlieren. Dieses Schweigen war eine Botschaft, und er musste sie anhören, um ihre Bedeutung zu verstehen.
Plötzlich rührte sich ein alter Mann. Sein grauer Bart war gepflegt, kaum länger als Deriks, und die Fibel, die seinen Woll­umhang an der Schulter zusammenhielt, war mit einer großen bronzenen Brosche geschmückt. Obwohl sein Körper bereits von der Last der Jahre gebeugt war, lugte das Heft eines the­banischen Schwerts unter seinem Mantel hervor. Er mochte nicht mehr die Kraft eines jüngeren Manns haben, aber er verstand sich noch als Krieger. Entschlossen trat er vor.
Unwillkürlich spannte sich Derik in Erwartung der stolzen Antwort. Mataver beugten das Knie weder vor Göttern noch Menschen. Und selbst ihm fiel es schwer zu glauben, dass sein Onkel eine Art Gottheit sein sollte.
„ Alle Jukaner sind Abkömmlinge Hagwirs, den Harass mit Afla zeugte “, verkündete der alte Krieger. Darauf hinzuweisen, dass das ganze Volk göttlicher Abstammung war, klang nicht nach Unterwerfung. „ Wenn der Kaiser glaubt, dass wir ihn anbeten, hat er zu lange in der südlichen Sonne gesessen. “
Aus der Menge ertönte Lachen, einige Leute grinsten. Deriks Finger krampften sich um die Zügel.
„ Für diese Spottrede stirbt er als Erster “, zischte Alechan neben ihm und hob bereits die Lanze.
„ Aber ich habe drei Kinder … “, rief der Alte.
Rasch gebot Derik dem empörten Dezen mit einer Geste Einhalt.
„ … und acht prachtvolle Enkel. Um ihretwillen beuge ich mich diesem Irrsinn. “ Mit verbissener Miene stapfte er vor den Altar, ließ aus der bis dahin geschlossenen Faust etwas in die Silberschale fallen, das klimperte wie eine Münze, und kniete vor Ermans Abbild nieder. „ Nimm dieses Opfer an zum Zeichen, dass ich mich deiner Macht unterwerfe. “
Missmutig brummte Alechan und sah Derik vorwurfsvoll an. „ Sollen wir uns das etwa gefallen lassen ? “
„ Mehr werden wir nicht bekommen. Der Kniefall zählt, sonst nichts. Du kannst aufstehen “, gestattete Derik dem ­Alten. „ Deine Enkel werden dir deine Einsicht danken. “
Der Jukaner sah nicht aus, als ob ihn Deriks Worte erfreuten. Mürrisch stapfte er zu den Seinen zurück.
Auffordernd deutete Derik zum Alter. „ Einer genügt nicht. Wer sich weigert, es eurem Ältesten gleichzutun, den muss ich als Feind des Reichs betrachten und töten. “
Erneut trafen ihn die hasserfüllten Blicke, aber niemand wagte zu widersprechen. Während die längst erwachsenen Kinder des Alten ihren Vater als Erste nachahmten, bildeten die anderen zögerlich eine Schlange vor dem Altar. Sogar die unfreien Knechte und Mägde legten kleine Opfergaben in die Schale. Sie konnten nicht ahnen, dass sie für den Kaiser nur Sklaven waren, deren Meinung nicht zählte. Als Thebaner hätte er auch die Nase über die freien Frauen gerümpft, die glaubten, dass er ihren Kniefall wünschte. Völlig umsonst verdreckten sie sich die Röcke im Schlamm, doch Derik ließ sie gewähren. Durch seine Mutter hatte er genug gelernt, um matavische Frauen nicht zu unterschätzen.
Ungeduldig beobachtete Alechan das unnötige Treiben, aber er fand sich damit ab, dass sein Heerführer nicht eingriff. Derik schwankte zwischen dem Wunsch, das Unvermeidliche ­hinter sich zu bringen oder es so lange wie möglich hinauszuzögern. Sie hassen uns jetzt schon. Schlimmer kann es nicht werden. Und doch ahnte er die Bestürzung auf ihren Gesichtern bereits ­voraus.
Einer nach dem anderen opferte eine Handvoll Getreide, einen verschrumpelten Apfel, eine erste Frühlingsblume oder geräucherten Speck. Jeder gab etwas von dem wenigen, das er um diese Jahreszeit noch hatte. Als sich immer mehr in der Schale anhäufte, kam sich Derik wie ein Dieb vor. Weder er noch der Kaiser brauchten diese lächerlichen Gaben. Gemäß thebanischem Brauch würde Alechan sie verbrennen und hier hungerten die Kinder der ärmeren Familien wie nach jedem langen Winter.
Als sich die Letzten in der Schlange dem Altar näherten, glaubten einige Jukaner wohl bereits, die Sache sei überstanden. Flüsternd standen sie in kleinen Gruppen beisammen, und erste Kinder streunten davon, um wieder ihren Spielen nachzugehen. Erneut nickte Derik Alechan zu, woraufhin sich der Dezen umwandte und einem der Bizene einen Wink gab. Derik hörte den Mann Befehle rufen, doch seine Aufmerksamkeit galt den Jukanern, die sich sogleich alarmiert umsahen. „ Bewohner dieses Dorfs “, rief er ihnen zu, „ ihr seid nun Untertanen des Kaisers ! Das Land, auf dem wir hier stehen, gehört zum Thebanischen Reich, und für alle Menschen, die hier leben, gilt jetzt thebanisches Recht. Als Statthalter des Kaisers bin ich beauftragt, in seinem Namen Recht zu sprechen. Ihr seid an-
geklagt, euch im letzten Sommer an einem Überfall auf ein Heer des Kaisers beteiligt zu haben, obwohl zwischen Jukanern und Theban ein Friedensvertrag bestand. Dabei wurden zahllose Krieger des Kaisers getötet und dem Reich ein großer Schaden verursacht. Trotzdem sollen eure Familien und Besitztümer verschont bleiben, weil ihr euch unterworfen habt. Aber für das Blut der Drakonen verlangen die Götter das Blut ihrer Mörder. Wer von euch an der Schlacht beteiligt war, soll vortreten, um seine gerechte Strafe zu empfangen. “
Die Jukaner starrten ihn so entsetzt an, wie er es erwartet hatte. Einerseits hatten sie den Vertrag gebrochen und verdienten Thebans Rache. Andererseits waren sie gerade ein neues Bündnis eingegangen. Derik verstand, dass sie sich über­rumpelt und betrogen fühlten, aber Befehl war Befehl. Unweiger­lich würde Erman erfahren, wenn er ihn nicht befolgte, denn der Kaiser hoffte, dass sie dabei wenigstens eines der drei verlorenen Feldzeichen zurückerlangten.
Erneut trat der alte Krieger als Sprecher der Versammelten auf. » Aus diesem Dorf hat niemand an jenem Heerzug teil­genommen. « Er sah Derik so trotzig und geradeheraus an, dass es ihm schwerfiel, dem Alten Falschheit zu unterstellen. Doch jeder Vater hätte gelogen, um seine Söhne zu schützen.
„ Wenn das wahr ist, werden meine Männer nichts finden “, befand Derik und sah Alechan auffordernd an.
„ Durchsucht die Häuser ! “, befahl der Dezen der vorgerückten Einheit Drakonen. Ihr Bizen wiederholte die Worte so laut, dass sie über den ganzen Platz schallten.
Sofort schwärmten die Soldaten in kleinen Gruppen aus, trabten in ihren schweren Rüstungen, mit Schild und Speer in den Fäusten voran, ohne auf die Frauen und Kinder zu achten, die ihnen im Weg standen. Erschrocken sprangen diese zur Seite. Einige Mädchen schrien auf, Kinder krallten sich an die Röcke ihrer Mütter. Säuglinge greinten, während die Erwachsenen teils fassungslos, teils empört das Geschehen verfolgten. Nur wenige wagten, ihrem Unmut Luft zu machen. Die meisten blickten verschreckt und drängten sich Schutz suchend zusammen.
„ Was soll das ? “, rief der Alte. „ Wollt ihr uns ausplündern ? “
„ Meine Männer stehlen nicht “, betonte Derik. „ Sie suchen Beutestücke, die beweisen, wer ihre Kameraden getötet hat. “ Vor Zorn presste sein Gegenüber die Zähne aufeinander und wandte sich ab. Stumm beobachteten sie, wie die Drakonen in die Häuser eindrangen. Aus manchen hörte Derik Hunde bellen und knurren – und kurz darauf jaulen, wenn sie ein Speer traf. Kinder schrien und weinten. In den Häusern ­polterte es von umgestoßenen Truhen und Bänken. Die Männer hatten Weisung, jeden Korb, jede Kiste zu leeren, Betten zu zerpflücken und in Heu und Stroh zu wühlen. Überall konnten ein thebanischer Helm, ein Kettenhemd oder sogar goldenes Prunkgeschirr der höchsten Offiziere versteckt sein.
„ So nebenbei “, sprach Derik den Alten erneut an, „ wo hast du eigentlich dein Schwert her ? “
Mit wütender Miene drehte sich der Jukaner wieder zu ihm um. Fragend deutete Derik auf die Waffe, die der Alte trug. Sie war zweifellos thebanischer Machart, ein Langschwert für die Reiterei. Der alte Krieger schloss die linke Hand um den etwas abgewetzten Griff. „ Das habe ich mir in zwanzig Jahren Dienst in Saskallas’ Sturm verdient ! Bezahlt vom eigenen Sold ! “ Unter den buschigen grauen Brauen funkelten seine Augen vor Zorn.
Das ist es, was wir hier tun. Wir säen Hass unter unseren Verbündeten. Wie kann man so dumm sein ?
„ Zwanzig Jahre für einen Kaiser, der uns mit Füßen tritt ! “, schimpfte der Alte. „ Ist das jetzt sein Dank ? Ich … “
Tumult unter den Jukanern lenkte Derik ab. Zwei Männer rannten plötzlich in unterschiedliche Richtungen davon. „ Lasst sie nicht entkommen ! “, rief Derik. Rasch suchte er den Blick des Stellvertretenden Reiterführers, der sofort Befehle bellte. Einige seiner Reiter jagten hinter den Flüchtenden her, dass Schlamm und Erdklumpen flogen. Jörundur selbst blieb reglos im Sattel sitzen und sah ihnen grimmig hinterher. Unter dem fahlblonden Hünen wirkte sein Pferd zu schmächtig, um ihn zu tragen. Er war Rutaver, aber auch Deriks sewenische Krieger sprachen mit großer Achtung von ihm.
Rasch sah Derik hin und her, um beide Fliehenden im Auge zu behalten. Die fehlenden Bärte verrieten, dass sie fast noch Kinder waren. Umso leichter hatten sie sich wohl zum Aufstand anstacheln lassen. Wie aufbrausend er selbst mit fünfzehn, sechzehn Jahren gewesen war … Mit den besten Kriegern hatte er sich angelegt, hitzig und furchtlos. Und doch musste er diese Jungen jetzt zur Rechenschaft ziehen. Niemand vergoss Thebanerblut, ohne dafür zu sühnen.
Im Galopp holten seine Reiter die Fliehenden rasch ein. Einer schrie auf, als er stürzte und unter die Hufe der ­Pferde geriet. Der andere riss im Laufen ein Haumesser hervor. Ungelenk schwang er es, um die Lanze des vordersten Verfolgers abzuwehren. Doch damit bot er dem nächsten Reiter seine ungeschützte Brust. Der Krieger stieß ihm die Lanzen­spitze mitten hinein. Die Wucht warf den Jungen rücklings zu ­Boden. Reglos blieb er dort liegen. Über die schreiende und fluchende Menge hinweg schoss Deriks Blick zurück zu dem Nieder­gerittenen. Zwei seiner Verfolger waren von den Pferden gesprungen und packten ihn an den Armen. Als sie ihn emporrissen, zuckten seine Beine wie bei einem waidwunden Tier, das sich ver­gebens mühte, dem Jäger zu entkommen. Ungerührt setzten die Männer an, ihn zurück auf den Dorfplatz zu schleifen. Als sie aufblickten, schüttelte Jörundur knapp den Kopf und führte die flache Hand über seine Kehle. Einer der Reiter zog seinen Dolch und bog den Kopf des Jungen zurück. Aus dessen weit aufgerissenen Augen sprach nackte Angst. Mit einem raschen Schnitt erlöste ihn der Krieger von den Qualen. Eine Frau in Deriks Nähe schlug die Hände vors Gesicht und schluchzte. Selbst seine Leibwächter murmelten Flüche. Gab es Grausameres, als ein Kind vor den Augen der Mutter zu töten ?
Derik presste die Lippen zusammen und verhärtete sein Herz. Aus Sicht des Kaisers konnten die Jukaner froh sein, dass sie nicht alle sterben mussten. Sie hatten die Jungen nicht davon abgehalten, in die Schlacht zu ziehen. Womöglich hatten sie sie sogar aufgehetzt und in den Kampf geschickt. Das machte sie ebenso schuldig wie die jungen Heißsporne selbst. „ In welchen Häusern finden wir ihre Beute ? “, fragte er betont barsch, obwohl es gnädig gemeint war.
Mit verbitterter Miene deutete der alte Krieger auf die beiden Gebäude.
„ Das heißt noch lange nicht, dass keine ihrer Verwandten beteiligt waren “, warf Alechan ein. „ Sie könnten ihren Vätern oder älteren Brüdern gefolgt sein. “
„ Möglich “, gab Derik widerstrebend zu. Musste Alechan unbedingt darauf hinweisen ? Der Dezen wusste ebenso gut wie er, dass sich diese Männer nicht freiwillig stellen würden. Aber nun war es ausgesprochen. Jeder in Hörweite würde Derik nun Schwäche und Ungehorsam gegen den Kaiser unterstellen, wenn er nicht nachhakte. „ Götterverdammt ! “, entfuhr es ihm. Er hatte niemanden foltern wollen. Wie tief sollten sie noch sinken ? „ Du hast den Dezen gehört ! “, fuhr er den Alten an. Wenn er zwanzig Jahre gedient hatte, verstand er sicher genug Thebanisch. „ Falls weitere Krieger aus diesen Familien auf dem Heerzug waren, sollen sie gestehen, sonst lasse ich ihre Kinder so lange schlagen, bis sie die Wahrheit herausschreien ! “
Bei der Vorstellung ballte sich sein Magen zu einem harten Klumpen zusammen. Genügte die Drohung, damit die Männer sofort gestanden ? Zwingt mich nicht, das wahr zu machen …
Drei Krieger traten vor und warfen ihre Schilde und Speere zu Boden. Frauen und Kinder starrten Derik an, manche entsetzt, wie versteinert, andere hoben flehend die Hände und bettelten um Gnade. Nur wenige reckten das Kinn in hass­erfülltem Stolz. Sie erkannten an, dass ihre Söhne und Ehemänner dieses Opfer bringen mussten, aber sie würden es Theban nicht vergeben, Tod nur mit Tod zu vergelten. Krieger töteten. Das war der Weg, auf dem sie nach Harass’ Willen gingen. Als matavischer Häuptling hätte Derik dafür Sühnegeld verlangt, und ihre Familien hätten es gezahlt, um blutiger Rache zu entgehen. Doch diese Wahl stand ihm nicht offen. Er war Statthalter des Kaisers und musste thebanisches Recht durchsetzen. Er wünschte, er hätte nichts anderes gekannt.
„ Hinknien ! “, befahl er. Ermans Abbild auf dem Altar schien das Geschehen mit strenger Miene zu verfolgen.
Alechan wies einen Bizen an, drei Henker auszuwählen.
„ Nein “, unterbrach ihn Derik und sprang vom Pferd. „ Ich werde es selbst tun. “ Wenn er diese Männer schon einem Gott opfern musste, den sie selbst nicht einmal kannten, wollte er ihnen wenigstens die Ehre erweisen, von der Hand eines Königs zu fallen. Vielleicht würde Harass sie dann trotzdem in seine Halle aufnehmen, obwohl sie nicht kämpfend gestorben waren.
„ Nicht ohne deine Leibwache “, ließ sich Anteos hinter Derik vernehmen.
Kurz wandte sich Derik seinem Freund aus Kindertagen zu. „ Du und Ogtrasir, ihr begleitet mich. Behaltet im Auge, was im Hintergrund vor sich geht ! “, wies er die anderen Mitglieder seiner Leibgarde an, während der schlanke Anteos und der sommersprossige Ogtrasir aus den Sätteln sprangen.
Derik Auge in Auge gegenüberzustehen, statt zu ihm auf­blicken zu müssen, ermutigte den alten Jukaner, sich ihm in den Weg zu stellen. „ Ist noch nicht genug Blut geflossen ? Ihr Thebaner habt den Frieden doch zuerst gebrochen ! Unsere größte Seherin wolltet ihr bei lebendigem Leib verbrennen ! “
Dann sind die Gerüchte also wahr, dass sie überlebt hat ? ­Derik hoffte es, aber er durfte sich nichts anmerken lassen. „ Sie war eine Mörderin, von drei Zeugen überführt. Wer gegen Theban in den Krieg zieht, um verurteilte Verbrecher zu rächen, kann keine Gnade erwarten. “ Dass es überhaupt so weit gekommen war, versetzte ihn in solche Wut, dass der Alte unwillkürlich zurückwich. Festen Schritts ging Derik an ihm vorüber, gefolgt von Ogtrasir und Anteos.
Tiefe Stille legte sich über den Platz. Es war so leise, dass Derik das Rascheln seines Umhangs hörte. Vor ihm knieten die drei Männer wenige Schritte voneinander. Der Älteste war wohl der Vater eines der beiden Jungen, die versucht hatten zu fliehen. Seine Kleidung wies ihn als Oberhaupt seiner Familie aus, doch jeder Stolz war aus ihm gewichen. Die Schande, als Krieger nicht mit der Waffe in der Hand zu sterben, beugte ihm das Haupt. Vielleicht hielt er den Blick jedoch auch gesenkt, um die Tränen zu verbergen, die er für seinen Sohn vergoss.
Zu Deriks Linker kniete ein jüngerer Mann, der nicht mit den Getöteten verwandt zu sein schien. Nahebei stand ein Drakone und hielt Derik ein thebanisches Kettenhemd entgegen. „ Das haben wir in seinem Haus gefunden. “
Derik nickte nur. Der junge Krieger rührte sich nicht und blickte starr zu Boden, doch Derik sah, dass seine Hände zitterten – ob nun vor Wut oder aus Angst. Ohne sich einen Gedanken zu erlauben, wandte sich Derik dem dritten Knien­den zu. Es musste ein Bruder oder Vetter der beiden Toten sein. Als Einziger sah er nicht den Schlamm, sondern Derik an. Sie waren etwa im gleichen Alter. Zwei junge Männer, die ihre ­ersten Bewährungsproben hinter sich hatten. Für die nach mata­vischer Sitte die Zeit kam, eine Familie zu gründen. ­Einen Moment lang starrten sie sich an. Der junge Krieger trotzig und hasserfüllt, Derik innerlich wie betäubt. Noch nie hatte er einen Wehrlosen getötet. Man brachte Menschen nicht einfach so um. Er brauchte die Hitze des Kampfs, in der es kein Zögern gab. Den Rausch der Schlacht, in der er töten ­musste, um selbst zu überleben. Langsam, als ob er sich in eisigem Wasser bewegte, zog Derik sein Schwert. Er hat gegen Thebaner gekämpft. Drakonenleichen gefleddert. Saronn fordert sein Blut – für künftige Siege.
Derik hob die Klinge und sah dem jungen Krieger dabei in die zornigen Augen. Er stellte sich vor, dass sie sich auf dem Schlachtfeld gegenüberstanden. Sofort dröhnten ihm wieder die Schläge von Waffen auf Schilde in den Ohren. Das Gebrüll kämpfender Männer, ihre qualvollen Schreie. Er roch Blut und Schweiß und spürte den Wüstensand zwischen seinen Zähnen knirschen. Töten oder getötet werden. Die Klinge fuhr herab. Ein kaum merklicher Widerstand, dann kippte das Gesicht des Enthaupteten weg, ihre Blicke lösten sich abrupt von­einander. Vor Deriks Augen spritzte Blut. Wie von einem Zwang getrieben, trat er sogleich zum nächsten Opfer, holte aus und ­köpfte den Älteren ohne Zaudern. Noch während er dessen Haupt dumpf auf die Erde fallen hörte, wandte er sich bereits ab und tötete den Jüngeren, dem zuvor noch ein leises Wimmern entfuhr.
Wie aus dem Nichts tauchte Deriks Pferdeknecht auf und reichte ihm ein Tuch, um die Schwertklinge zu säubern. ­Derik hob den Blick nicht von Mitaschs vernarbten Händen, dem Tuch und der blutigen Waffe. Sorgsam, aber zügig wischte er die Klinge ab und steckte sie weg. Alle sahen ihn an. Unterschwellig hatte er wahrgenommen, wie sie bei jedem Hieb scharf eingeatmet, geschluchzt oder aufgeschrien hatten. Jetzt hörte er nur noch leises Weinen.
Erst nachdem er Mitasch den besudelten Stoff zurück­gegeben hatte, blickte Derik wieder auf. Kriegerhände krampften sich um Speerschäfte, dass die Knöchel hervortraten. Kinder verbargen die Gesichter in den Röcken der Frauen. Auf etlichen Wangen glänzten Tränen, doch das Schlimmste waren die leeren Blicke. Er fand noch immer Feindseligkeit und Verzweiflung in ihren Mienen, aber viele starrten nur noch bestürzt vor sich hin. Was sie gesehen hatten, machte sie sprachlos, und sie wussten nicht mehr, wie ihnen geschah. Welche Gräuel noch folgen mochten. Wer als Nächster sterben würde.
Das ist alles falsch !, schrie eine Stimme in Derik. Sie klang verdächtig nach seiner Mutter. Erneut packte ihn Zorn auf Erman, seinen zum Gott erhobenen Onkel. Unwirsch ­wandte er sich ab, stürmte zu seinem Pferd zurück. Selbst der alte Krieger blieb nun stumm. Es gab nichts mehr zu sagen. Dabei ahnten sie nicht, wie viel Gnade ihnen Derik erwies. Bring sie selbst um !, fluchte er im Stillen und sprang in den Sattel. Den letzten Befehl des Kaisers würde er nicht erfüllen. Er würde diese Menschen nicht zwingen, auch noch ihre Zauberer und Priesterinnen auszuliefern. Wenn du sie tot sehen willst, zünde die Scheiterhaufen selbst an ! So hatte Derik es in seinem Brief an Erman zwar nicht formuliert, aber er hatte ihm dargelegt, ­warum er diese Strategie ablehnte und für eine friedliche Lösung plädierte. Waren seine Argumente nicht unwiderlegbar ? Der Kaiser musste einsehen, dass er einen großen Fehler beging. Aufgebracht klammerte sich Derik an diese Hoffnung.

Über David Falk

Biografie

David Falk, geboren 1972, ist Historiker, Bassist und paranoider Facebook-Verweigerer. Wenn er nicht gerade phantastische Welten baut oder seiner Computerspielsucht frönt, reist er am liebsten auf den Spuren seiner Vorfahren durch Europa – was ihn wieder zu neuen Romanwelten inspiriert ...

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