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Bloodmage

Tage des Krieges 2

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Bloodmage — Inhalt

Der irre König Taikon wurde besiegt und der Westen befreit. Doch das Reich hat sich noch lange nicht vom Krieg erholt. Furcht und Misstrauen spalten die Völker; Magier werden aus Angst vor ihren Kräften ausgestoßen und verachtet. Die junge Königin Talandra steht vor der scheinbar unmöglichen Aufgabe, die Völker zu vereinen und das Reich zusammenzuhalten. Als die Stadt Perizzi von einer grausamen Mordserie erschüttert wird, prallen Wächter, Spione und Mörder aufeinander und drohen, die Stadt in einem Blutbad versinken zu lassen ... Voller Intrigen, blutiger Schlachten und kraftvoller Magieausbrüche wird das epische Abenteuer um die Tage des Krieges in »Bloodmage« fortgesetzt.

€ 12,99 [D], € 13,40 [A]
Erschienen am 01.08.2017
Übersetzt von: Andreas Decker
528 Seiten, Broschur
EAN 978-3-492-28044-0
€ 9,99 [D], € 9,99 [A]
Erschienen am 01.08.2017
Übersetzt von: Andreas Decker
528 Seiten, WMEPUB
EAN 978-3-492-96576-7

Leseprobe zu »Bloodmage«

Kapitel 1


Als Byrne den Schauplatz des Mordes erreichte, hatte sich eine Menschenmenge auf der Straße versammelt.
»Ich bin der Friedenswächter, lasst mich durch?«, rief er und schob die Leute zur Seite. »Also gut, der Spaß ist vorbei. Geht nach Hause.«
Er hielt nicht in seiner Litanei der Plattitüden inne und bemühte sich weiter, die störrische Menge zu vertreiben, obwohl er natürlich wusste, dass es etwas zu sehen gab. Für Straßentheater waren die Bürger von Perizzi immer zu haben.
Von allen Seiten umgaben ihn besorgte und verängstigte Gesichter. Leute, [...]

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Kapitel 1


Als Byrne den Schauplatz des Mordes erreichte, hatte sich eine Menschenmenge auf der Straße versammelt.
»Ich bin der Friedenswächter, lasst mich durch?«, rief er und schob die Leute zur Seite. »Also gut, der Spaß ist vorbei. Geht nach Hause.«
Er hielt nicht in seiner Litanei der Plattitüden inne und bemühte sich weiter, die störrische Menge zu vertreiben, obwohl er natürlich wusste, dass es etwas zu sehen gab. Für Straßentheater waren die Bürger von Perizzi immer zu haben.
Von allen Seiten umgaben ihn besorgte und verängstigte Gesichter. Leute, die aus den umliegenden Schenken gekommen waren. Eine große Gruppe von Fischern, die nach einem langen Tag auf dem Meer auf dem Heimweg waren. Ein paar betrunkene Morrin, deren gehörnte Köpfe die Menge überragten. Kaufleute aus der Nachbarschaft. Zwei hochgewachsene Händler aus Seveldrom. Ein unbedeutender Adliger, der von zwei Drassi-Leibwächtern flankiert wurde. Und sogar ein schwarzäugiger Zecorrianer. Er blieb am Rand der Menge stehen und teilte seine Aufmerksamkeit nervös zwischen den Zuschauern und dem Toten. Zwar wurde so mancher finstere Blick in seine Richtung geworfen, aber bis jetzt war noch nichts Drastischeres geschehen.
Es war etwas mehr als ein Jahr vergangen, seit sich der vom Wahnsinnigen König von Zecorria vereinte Westen Sevel­­drom ergeben hatte. Perizzi, die Hauptstadt von Yerskania, hatte sich in den letzten Tagen des Schlachtens aus eigener Kraft befreit, aber die Narben des Krieges waren noch immer deutlich sichtbar. Unmittelbar nach dem Kampf gingen die Menschen wieder ihrem Alltag nach und taten so, als hätte sich nichts verändert und sie könnten einfach mit ihrem Le­­ben weitermachen: Handel treiben, mit ihrer Arbeit fortfahren, trinken und spielen, lieben und kämpfen. Aber das war nur Lug und Trug. Ein Schattenspiel, bei dem jeder seine Rolle kannte.
Niemand war verschont geblieben. Jeder hatte irgendwelche Narben davongetragen, ob nun innerlich oder äußerlich. Nachdem die Gewalt zunächst wochen- und dann monatelang nicht noch einmal aufgeflammt war, entspannten sich die Bürger von Perizzi endlich wieder. Sie reagierten nicht länger übertrieben heftig auf kleine Feindseligkeiten. Starrten nicht länger jeden Fremden misstrauisch an. Schließlich kehrte ein neuer Rhythmus ein. Man richtete die Aufmerksamkeit auf die Dinge, die wiederaufgebaut werden mussten. Und bei denen es besser war, dass sie geändert wurden. Als man begriff, dass der nächste Konflikt nicht hinter der nächsten Ecke lauerte, fing man endlich wieder an zu leben.
Mehr als ein Jahr war vergangen, und erst jetzt war Byrne der Ansicht, dass das Leben auf der Straße allmälich wieder den Anschein von Normalität annahm. Das bedeutete allerdings auch, dass eine gewisse Zahl an Verbrechen gemeldet wurde. Aber auch damit hatte man rechnen müssen.
Der Handel, das Lebensblut der Stadt, floss weiter. Während des Krieges war er ins Stocken geraten, aber jetzt hatte auch er wieder ein vertrautes Niveau erreicht. Aus ihm gingen Lärm, Chaos, Verkehr und Verbrechen hervor. Die Grenzen waren wieder geöffnet, und Yerskania handelte mit Menschen aller Nationen, selbst mit den wilden Vorga. Aber noch immer gaben viele Zecorria die Schuld dafür, dass es einen verrückten König auf den Thron gelassen und jeden in einen sinnlosen Krieg gezerrt hatte. Die Menschen brauchten eben jemanden, dem sie die Schuld an allem, was geschehen war, geben konnten, und die Zecorrianer hatten den kurzen Strohhalm gezogen.
Byrne erreichte die vordere Reihe der Gaffer und musterte die Menge. Sein Instinkt sagte ihm, dass der Mörder nicht zu­­rückgekehrt war, damit er alles noch einmal erleben oder über die Unfähigkeit der Wächter des Friedens, ihn jemals zu er­­wischen, spotten konnte.
Neben der Leiche stand eine weitere Wächterin. Tammy Baker war eine Blondine, die jeden auf der Straße überragte. Unterstützt von einem weiteren Wächter versuchte sie die Menge zurückzuhalten, aber damit hatten die beiden Schwierigkeiten, denn schließlich wollte doch jeder einen Blick auf das tote Opfer werfen. Zwar hatte jemand die Leiche mit einem Umhang verhüllt, aber eine geschrumpfte Klaue ragte dennoch unter dem Saum hervor.
Byrne seufzte. Er hatte bereits zwei ähnliche Opfer gesehen. Das war kein gewöhnlicher Mord. Es war etwas anderes, dieses Mal war es schmutzig und allzu gewagt. Dieses Mal hatte sich der Mörder kaum die Mühe gemacht, die Leiche zu verbergen. Eine Abteilung aus sechs weiteren Friedenswächtern traf ein und fing an, die Menge von dem Opfer wegzudrängen.
»Also gut, Zeit nach Hause zu gehen«, verkündete Byrne. »Bewegt euch. Macht schon.«
Die Wächter rückten auf die Menge zu und ein paar Leute verdrückten sich. Byrne nahm einen der Männer beiseite und zeigte auf den nervösen Zecorrianer.
»Findet heraus, wo er wohnt, und geht ein Stück mit. Wenn Ihr Euch davon überzeugt habt, dass Euch keiner folgt, kommt Ihr zurück.«
»Ja, Herr.«
Die Mehrheit der Zuschauer blieb beharrlich stehen.
»Sergeant! Die Leute sollen sich verziehen.«
Die Männer fingen an, die Gaffer einfach umzudrehen und ihnen Stöße zu versetzen, sie ein paar Schritte zurückzuzwingen. Byrne stand lediglich mit verschränkten Armen da und tat nichts, beobachtete bloß in aller Ruhe die Menge. Schließlich begriffen die Zuschauer, dass nichts passieren würde, so­­lange sie hier herumlungerten. Bis auf die Stursten unter ih­­nen sahen es endlich alle ein und gingen weiter. Erst als sich die Mehrheit in Bewegung gesetzt hatte, wandte sich Byrne der Leiche zu und hob eine Ecke des Umhangs an. Er ging in die Hocke und versuchte, jede Einzelheit in sich aufzunehmen. Und nicht daran zu denken, dass dieses … Ding da einst ein Mensch gewesen war. Die Untersuchung fiel tatsächlich um einiges leichter, wenn er es in Gedanken zu einem Ding machte.
Was Tote anging, sah dieser da besonders unerfreulich aus. Der Länge und den Händen und Füßen nach zu urteilen war es früher mal ein Mann gewesen. Mehr zu sagen fiel wegen des Zustands allerdings schwer. Obwohl die Leiche weniger als eine Stunde auf dem Boden gelegen hatte, sah sie aus, als wäre sie bereits vor Jahrzehnten verwest. Die Haut spannte sich über die Knochen. Die Augen lagen wie zwei schwarze Rosinen in den großen Höhlen. Die Zunge ähnelte nur noch einem geschrumpften Stück schwarzer Spitze. Der Mund klaffte zu einem stummen Schrei auf, aber Byrne wäre jede Wette eingegangen, dass hier niemand auch nur einen Ton gehört hatte.
Sichtbare Verletzungen waren nämlich nicht zu erkennen. Auf dem Boden lag kein Blut, der Schädel war nicht eingeschlagen oder sonstwie beeinträchtigt.
»Das ist der Dritte in drei Wochen«, sagte Baker. Sie biss die Zähne zusammen. Ihre Fäuste waren mit alten Narben übersät, eine Hinterlassenschaft ihrer vorherigen Stellung als Vollstreckerin einer der Verbrecherfamilien der Stadt. Ihre un­­gewöhnliche Größe hatte sie von ihrem Vater, einem Sevel, und ohne die helle Haut, das blonde Haar und die blauen Augen hätte man sie leicht für eine Ausländerin halten können. Byrne unterzog andere Menschen ständig einer genauen Musterung und versuchte ihre Geschichten zu ergründen. Das war heute nicht anders, aber er konnte den Gegenstand seines Interesses nicht befragen, also musste er auf andere Weise Antworten finden.
»Wieder die gleiche Geschichte?« Er studierte den Ort und die umliegenden Gebäude. Die Leiche lag mitten auf einer ziemlich belebten Seitenstraße. Kein halbes Dutzend Schritte entfernt trafen drei Straßen zusammen. Der Weg wurde ständig als Abkürzung zum Hafen und zu den dortigen billigen Schenken und schmierigen Bordellen benutzt. Das war nicht gerade ein abgelegener Ort. Allmählich wurde der Mörder dreist. Oder er war verzweifelt.
»Niemand hat etwas von dem Mord gehört oder gesehen.« Baker schüttelte den Kopf. »Ich habe mit ein paar Zechern unten vom Hafen gesprochen. Sie haben ein helles Licht am Himmel beobachtet. Beschrieben es als orange oder rot. Sie nahmen an, ein Haus stünde in Flammen.«
Byrne sparte sich jeden Kommentar, denn sie wussten alle, was das bedeutete. Magie.
Er starrte die Leiche an und versuchte sich jede Einzelheit zu merken, bevor man die Beweise fortschaffte. Das Opfer trug einen silbernen Ring an einem Finger und der Geldbeutel in der Tasche war zur Hälfte gefüllt. Aber hier war es niemals um einen Raub gegangen.
Der Klang von Stiefeln, die sich im Gleichschritt näherten, riss Byrne aus seinen Gedanken.
»Was will denn der Alte hier?«, raunte Baker, während die Wächter Haltung annahmen.
»Drei in drei Wochen«, sagte der Khevassar. Sein Schatten fiel auf Byrne.
»Ja, Herr.«
Byrne stand auf und überragte seinen Vorgesetzten. Im Gegensatz zu allen anderen war die rote Uniform des Khevassar mit Silber statt mit Schwarz abgesetzt und er trug keine Waffen. Der alte Mann bot keinen sonderlich beeindruckenden Anblick. Er war ziemlich schmal, hatte weißes Haar und blaue Augen. Aber er war einer der klügsten und gefährlichsten Männer von Perizzi.
Soweit die Erinnerung reichte, benutzte er den Ehrentitel, aber sonst hatte es nichts damit auf sich. Ein paar Wächter hielten ihn für einen Thronerben aus der hintersten Reihe, der seine Stellung für den Dienst am Allgemeinwohl aufgegeben hatte. Andere hatten noch abstrusere Ideen, aber Byrne hatte sich lange mit dem Mann beschäftigt und wusste, dass das nichts als Geschichten waren. Es gab kein Geheimnis. Und es war auch nicht wichtig, wer er zuvor gewesen war. Er definierte sich durch seine Taten und nicht durch seine frühere Stellung.
Der Khevassar wurde von sechs weiteren Angehörigen der Friedenswächter flankiert. Hinten stand ein dicker Wundarzt, der durch das gnadenlose Tempo, das der Alte vorgegeben hatte, noch immer nach Luft schnappte.
»Das Gleiche wie bei den anderen?«, fragte der Khevassar.
»Ausgesaugt. Kein Tropfen Flüssigkeit übrig.« Byrne zeigte auf die Leiche und dann auf die Straße. »Der Mörder kann aus jeder der sechs Richtungen gekommen sein. In dem Straßengewirr fällt es leicht unterzutauchen.«
Vor Jahrhunderten war die Stadt ein Fischerdorf gewesen, dann ein Handelsposten. Im Laufe der Jahre waren die schlichten Holzgebäude am Hafen durch Steinbauten ersetzt worden. Das Dorf war größer und zu einer Kleinstadt geworden, der ersten an der Flussmündung. Die hatte sich weiter landeinwärts ausgebreitet und schließlich zur Großstadt entwickelt. Die ältesten Gebäude befanden sich am Meer und waren immer wieder neu erbaut worden, was die ganze Gegend zu einem Labyrinth hatte werden lassen. Hier ähnelten sich keine zwei Häuser; das Alte stand neben dem Neuen, heruntergekommene Gebäude wurden abgerissen und größer und höher neu gebaut. Es gab viele Gründe, warum die Banden und Rauschgifthändler gerade diese Gegend frequentierten. Hier fand man immer eine dunkle Gasse oder eine Hintertür, falls die Stadtwache einem zu nahe kam.
»Zeugen?«
»Keine«, sagte Baker.
Der Khevassar schürzte die Lippen und bedeutete den beiden Wächtern, ihm zu folgen. Sie gingen ein kurzes Stück zur Seite und gaben dem Wundarzt den nötigen Platz, damit er die Leiche untersuchen und seine Erkenntnisse dokumen­tieren konnte. Byrne ging davon aus, dass es – genauso wie bei den anderen Toten – auch keine Spuren geben würde, die einen Hinweis auf den Mörder lieferten. Aber schließlich musste man sich an das Protokoll halten.
»Wie war die Stimmung der Schaulustigen?«, fragte der Alte, als sie außer Hörweite waren.
»Nervös, ängstlich«, sagte Baker.
»Gab es Gewalt?«
»Nein, aber wenn das so weitergeht, wird sie unvermeidlich sein.«
Der Khevassar grunzte. »Wir müssen diesen Mörder finden. Schnell und leise.«
»Ich kenne jemanden, der uns bei einer derartigen Sache helfen könnte. Einen Spezialisten«, meinte Byrne.
»Einen Außenseiter?«
»Nein, er kommt schon von hier, aber ist kein Wächter des Friedens und auch kein Angehöriger der Stadtwache.«
Traurig schüttelte der Khevassar den Kopf. »Ein Spezialist? Nennen wir sie jetzt so?«
Baker trat von einem Fuß auf den anderen. Offensichtlich war ihr unbehaglich zumute, aber sie enthielt sich jeder Be­­merkung.
Byrne zuckte mit den Schultern. »Die Leute fürchten sich vor Magie, und so etwas ist da nicht gerade hilfreich«, meinte er und zeigte auf den Ermordeten.
»Wie schnell die Leute doch vergessen. Magie hat den Krieg gewonnen.«
»Es gibt viele Bürger mit gefallenen Angehörigen, die das anders sehen würden«, sagte Byrne.
»Dann haben sie ein kurzes Gedächtnis.«
Byrne widersprach nicht. Auf dem Schlachtfeld in Sevel­drom waren Tausende Krieger gestorben, mit scharfem Stahl in Stücke gehackt oder von hinterhältigen Fallen zerrissen worden. Am Ende hatte Magie eine große Rolle gespielt, denn der Hexer war durch Balfruss’ Hand gestorben. Aber darüber sprach niemand gern. Oder über den Kriegsmagier. Sein Name hatte einen schlimmeren Klang als jeder Fluch angenommen. Niemand wagte es, ihn laut auszusprechen. Man hatte Angst, er könnte es hören und würde zurückkehren.
Seit jenem Tag hatten die wenigen noch verbliebenen Sucher aufgehört, in Dörfern und Städten nach Kindern Ausschau zu halten, die mit der Fähigkeit geboren worden waren, die Quelle zu spüren. Wer Anzeichen magischer Fähigkeiten zeigte, wurde gemieden, vertrieben und in extremen Fällen auch ermordet. Byrne hatte eine Geschichte über ein Mädchen gehört, das im Fluss ertränkt worden war. Seine Eltern hatten dem Mob angehört. In den Städten hielt man sich gern für zivilisierter, aber auf dem Land, wo die Wache nicht hinkam, da war alles möglich.
Der Hexer hatte die Welt an den Rand der Vernichtung ge­­bracht, und nun betrachtete man jeden, der magische Fähigkeiten besaß, als Bedrohung. Niemand verlor ein Wort über die Kriegsmagier, die im Krieg gestorben waren, weil sie unschuldige Leben beschützt hatten.
Vier Fuß Stahl im Leib waren tödlich, aber das konnte man wenigstens nachvollziehen. Ein Schwert konnte man anfassen und es wog schwer. Jemanden brennen zu lassen, nur indem man ihn ansah, das war etwas Unnatürliches. Das ließ sich nicht durch Logik erklären.
»Wer ist dieser Spezialist?«, fragte der Khevassar. Bei dem Begriff verzog er seine Miene. »Kenne ich ihn?«
»Ja, Herr.«
Der Alte fuhr sich durch das schütter werdende Haar und seufzte. »Können wir ihm vertrauen?«
Byrne zögerte. »Es ist Fray«, sagte er dann.
Baker riss die Augen auf, der Khevassar hob eine Braue. »Ernsthaft?«
»Er ist der richtige Mann für diese Aufgabe.«
»Da habe ich nicht den geringsten Zweifel, aber das müsst Ihr ganz offiziell machen. Nehmt ihn als Wächter des Friedens auf. Ernennt ihn zum Kadetten in der Ausbildung, der Euch begleitet.«
»Was ist mit den nötigen Voraussetzungen und dem Papierkram?«, fragte Byrne.
Der Khevassar winkte ab. »Darum kümmere ich mich. Das ist die geringste meiner Sorgen. Wenn das noch lange so weitergeht, zitiert man mich in den Palast.«
»Ich beneide Euch nicht.«
»Ich wollte gerade das Gleiche sagen«, erwiderte der Khevassar.
Es war nicht schwergefallen, die richtige Person zu finden, die einen Mord mit Magie aufklären konnte. Jetzt musste Byrne Fray nur noch davon überzeugen, Wächter zu werden. Das war der Beruf, dem sein Vater zum Opfer gefallen war.

Stephen Aryan

Über Stephen Aryan

Biografie

Stephen Aryan ist im Nordosten Englands aufgewachsen und lebt heute in Yorkshire, wo er im Marketing einer Softwarefirma arbeitet. Schon seit seiner frühesten Kindheit ist er begeisterter Fantasyleser. Er hat sich als Buchblogger ebenso betätigt wie als Kolumnist bei Tor.com und als Podcaster....

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