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Bin mal kurz totBin mal kurz tot • Tot war ich gesternBin mal kurz tot

Bin mal kurz tot

Roman

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Bin mal kurz tot — Inhalt

Wie alle anderen auch kennt der 17-jährige Denton seinen genauen Todestag. In der Zeit davor, der Todeswoche, tun die Menschen traditionell alles, was sie schon immer tun wollten. Am Tag vor seinem Tod erwacht Denton aber im Bett eines Mädchens, das definitiv nicht seine Freundin ist, die ihn irgendwie letzte Nacht verlassen haben muss. Das kann er kurz vor seiner Beerdigungszeremonie am Nachmittag eigentlich nicht gebrauchen. Auf welche Weise Denton den Tod finden wird, das weiß er noch nicht. Ein mysteriöser Fleck auf seiner Haut gibt jedoch einen ersten Hinweis. Doch dann taucht ein merkwürdiger Fremder auf seiner Beerdigung auf und erzählt allerhand Dinge, die Dentons bevorstehendes Ableben in ein ganz neues Licht rücken. Etwas stimmt hier nicht. Doch kann er noch herausfinden, was?

€ 16,99 [D], € 17,50 [A]
Erschienen am 11.05.2015
Übersetzt von: Frauke Meier
352 Seiten, Klappenbroschur
ISBN 978-3-492-70334-5
€ 12,00 [D], € 12,40 [A]
Erscheint am 04.12.2018
Übersetzt von: Frauke Meier
720 Seiten, Broschur
ISBN 978-3-492-28114-0
€ 11,99 [D], € 11,99 [A]
Erschienen am 11.05.2015
Übersetzt von: Frauke Meier
352 Seiten, WMEPUB
ISBN 978-3-492-96829-4

Leseprobe zu »Bin mal kurz tot«

Kapitel 1

Ich glaube nicht, dass das mein Bett ist.
Genau kann ich es nicht sagen, weil ich quälende Kopfschmerzen habe, aber etwas an diesem Bett fühlt sich nicht nach mir an. Es wirkt so aufgeplustert.
Das ist enttäuschend. Vorher hatte ich eine sehr klare Vorstellung davon gehabt, wie der Tag meiner Beerdigungszeremonie anfangen sollte, und dazu gehörte auch, in meinem ­eigenen Bett aufzuwachen. Ich hätte gegähnt und mich wie eine gut ausgeruhte Comicfigur gestreckt, während von unten der Duft von gebratenem Speck heraufgezogen wäre. » Hier gibt’s jede [...]

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Kapitel 1

Ich glaube nicht, dass das mein Bett ist.
Genau kann ich es nicht sagen, weil ich quälende Kopfschmerzen habe, aber etwas an diesem Bett fühlt sich nicht nach mir an. Es wirkt so aufgeplustert.
Das ist enttäuschend. Vorher hatte ich eine sehr klare Vorstellung davon gehabt, wie der Tag meiner Beerdigungszeremonie anfangen sollte, und dazu gehörte auch, in meinem ­eigenen Bett aufzuwachen. Ich hätte gegähnt und mich wie eine gut ausgeruhte Comicfigur gestreckt, während von unten der Duft von gebratenem Speck heraufgezogen wäre. » Hier gibt’s jede Menge Bacon «, würde meine Stiefmutter hinauf­rufen.
Stattdessen taste ich mir über den Schädel, um mich zu ­vergewissern, dass keine Dolche drinstecken, während ich der Stimme einer Frau lausche, die nicht meine Stiefmutter ist und Worte spricht, die nichts mit Speck zu tun haben. » Noch nichts «, sagt sie irgendwo draußen vor dem Zimmer. » Ja, verlass dich auf mich. Ich weiß, dass das wichtig ist. «
Au. Da drückt was Hartes in meinen Rücken. Möglicherweise mein treuer alter Freund Blue Bronto. Vielleicht ist das also doch mein Bett !
Nope.
Es ist ein pinkfarbener Koala.
Ich habe nie einen pinkfarbenen Koala besessen.
» Na ja, ich tue, was ich kann «, sagt die Frau auf dem Korridor.
Natürlich. Das ist Paolos Mom. Ich bin bei Paolo.
Halbherzig versuche ich mich aufzusetzen, und während sich der Raum langsam um mich herum dreht, sehe ich mich um. Mein Blick fällt auf ein Poster der National Sarcasm So­ciety. » Als würden wir Ihre Hilfe brauchen « steht unter dem Logo.
Das ist nicht Paolos Zimmer.
Es ist ein Zimmer, das ich vorher schätzungsweise nur drei­mal betreten habe, das Zimmer von Paolos nicht viel älterer Schwester Veronica. Also: Ich bin gerade eben, am Tag meiner Zeremonie, im Bett der Schwester meines besten Freundes aufgewacht. Das war ganz bestimmt nicht Teil meines Plans.
» Denton … bist du wach ? «, fragt Paolos Mom direkt vor der Tür.
Ich lasse mich wieder zurückfallen und ziehe mir die Decke über den Kopf. Scheint ihr nichts auszumachen, dass ich im Zimmer ihrer Tochter bin, trotzdem ziehe ich es vor, mich zu verstecken.
» Nein, er ist immer noch mehr oder weniger bewusstlos «, sagt sie im Weggehen.
Ich schüttele die Decke ab und stelle fest, dass ein Pflaster auf meinem rechten Zeigefinger klebt. Keine Ahnung warum. Ich muss mir den Finger verletzt haben.
Wenigstens mein kritisches Denkvermögen läuft auf Hochtouren.
Zeit, sich aufzuraffen. Ich drehe mich auf den Bauch, mein Gesicht drückt sich tief in das Kissen und bekommt eine volle Ladung Mädchengeruch ab. Der Geruch – eine geheimnisvolle Mischung aus Seife, Pfirsich und … Minze ? – bahnt sich seinen Weg durch meine Nasengänge und schlägt donnernd in meinem Gehirn auf.
Moment mal.
Veronicas Gesicht taucht vor meinem geistigen Auge auf und spricht in Kussdistanz zu mir. » Es ist nur, weil du mir leidtust. «
Und da erinnere ich mich. Ich habe letzte Nacht mit der Schwester meines besten Freundes im Bett der Schwester meines besten Freundes rumgemacht. Das ist äußerst bemerkenswert.
Aber Sekunde mal. Ich habe eine Freundin. Und das ist nicht Veronica.
Ich lüfte die Decke und schaue an mir herunter. Mein ­kariertes Hemd ist aufgeknöpft. Aber glücklicherweise trage ich immer noch Jeans. Doch Hose hin oder her, ich habe meine Freundin Taryn betrogen. Die ich wirklich gernhabe. Ihr Gesicht blitzt in meinem Hirn auf.
» Du bist wirklich cool und toll und lustig, aber ich glaube nicht, dass ich das kann. «
Halt.
Hat mich meine Freundin gestern Abend verlassen ? Ich schlage die Hände vor das Gesicht und schüttle den Kopf in der Hoffnung, ich könnte so vielleicht die Kopfschmerzen loswerden und meine Gedanken in eine logische Abfolge zwingen.
Und wie sie das hat.
Ich habe mit Veronica rumgemacht und bin von Taryn verlassen worden. Alles seit gestern Abend. Und hoffentlich nicht in dieser Reihenfolge.
Meine Kopfschmerzen pulsieren und mein Mund fühlt sich sandig an.
» Sei nicht albern «, höre ich Paolos Mom in scharfem Ton sagen. » Er wird es vermasseln. « Ihre eindring­liche Stimme ernüchtert mich. Aber nur für einen flüchtigen Moment.
Zeit, zu verschwinden. Ich rolle mich auf die andere Seite des Bettes. Ein Geruch von faulendem Obst kollidiert mit meiner Nase, und ich übergebe mich. Direkt auf Veronicas Kissen.
Oh, Mann. Durch die Tränen, die mir das Erbrechen in die Augen getrieben hat, sehe ich eine fast leere Flasche Pfirsichschnaps auf dem Teppich neben dem Bett liegen. Igitt.
Ein beängstigendes Brummen ertönt unter der Decke, und ich trete ruckartig in Aktion, zappele wild mit den Beinen und schiebe mich hastig die dünnen Metallstäbe von Veronicas Kopfende hinauf. Ungefähr zwei Sekunden später wird mir klar, dass das Brummen von meinem Telefon kommt, nicht von irgendeinem feindseligen Käfer.
Ich bin cool, ein echter Kerl.
» Hey schon wach ? «, steht in Paolos SMS.
» Ja. Bist du in deinem Zimmer ? «, antworte ich und frage mich, ob er mir von der anderen Seite des Korridors aus geschrieben hat. Während ich auf seine Antwort warte, werfe ich das vollgekotzte Kissen auf den Boden, wo es in einer kleinen Ansiedlung aus Taschen und Kisten landet, Abfallprodukten aus Veronicas erstem Jahr am College. Sie ist erst vor ein paar Tagen nach Hause gekommen.
» Hah nein wir haben heute Schule bro «, schreibt Paolo. » Haha okay du natürlich nicht. «
Genau. Ich natürlich nicht.
Weil meine Beerdigungszeremonie für zwei Uhr nachmittags angesetzt ist.
Zum ersten Mal, seit ich die Augen aufgeschlagen habe, denke ich nicht darüber nach, was ich in diesem Zimmer ­mache, was letzte Nacht passiert ist oder wann die Bauarbeiter in meinem Kopf mal Pause machen.
Stattdessen denke ich: Morgen ist der Tag, an dem ich sterben werde.

 

 

Kapitel 2


Ich will kein Drama daraus machen. Na ja, irgendwie doch, weil das lustig ist und die Leute in Verlegenheit bringt. Das ­gefällt mir schon, aber so dramatisch ist es wirklich nicht.
Seit ich geboren wurde, wissen die Leute, dass morgen der Tag meines Ablebens sein wird. So, wie jeder andere auf der Welt auch weiß, an welchem Tag er stirbt. Das ist der Verdienst einer Gruppe von Doktoren, Wissenschaftlern, Statistikern und Astrologen – angeführt von Herman Mortensky, dem in jedem nur denkbaren Lehrbuch aufgeführten Nobelpreisträger. Diese Leute haben auf dem Gebiet der Astro­ThanatoGenetik, kurz ATG, wahre Pionierleistungen vollbracht.
Ob es trotzdem noch bizarr und beängstigend ist, dass morgen mein Todestag sein wird ? Und wie ! Aber muss ich des­wegen so theatralisch klingen wie der Typ, der den nächsten Blockbuster aus dem Off ankündigt ? Eher nicht. Was nicht heißt, dass die Leute kein Mitleid mit mir haben dürfen, sofern sie denn wollen. In der Oberstufe an der MHS hat es insgesamt nur drei Leute gegeben, deren Todestag noch in die Highschoolzeit gefallen ist. Die beiden anderen sind Ashley Miller, die gleich im ersten Jahr an irgend so einer komischen Hirnsache gestorben ist, und dann Paolo, mein bester Freund, dessen Todestag sechsundzwanzig Tage nach meinem anbricht. Köstlicher Zufall, was ? Beste Freunde, die mit nicht mal einem Monat Abstand jung sterben ! So würde ich wohl auch denken, wüsste ich nicht, dass unsere dicht beisammenliegenden Todesdaten ein entscheidender Faktor dafür waren, dass wir uns überhaupt erst angefreundet hatten.
Während der ersten Woche im Kindergarten hatte ich mich in die Bücherecke verkrochen und eine Geschichte über einen Bären gelesen, der einen Geburtstagskuchen für den Mond backt, als mir plötzlich dieser etwas pummelige, immer gut gelaunte kleine Kerl über meine Schulter sah. (Schätze, ich war damals selbst ein kleiner Kerl, aber ihr versteht schon, was ich meine.) Erst war ich sauer und habe ihm gesagt, er soll mich in Ruhe lesen lassen, aber dann meinte er: » Der Bär kann doch dem Mond auch einen Kuchen für seinen Todestag machen. « Das kam mir auf vielen Ebenen komisch vor, und es waren die weisesten, einfühlsamsten Worte, die ich bis dahin gehört hatte. [(Rückblickend finde ich es nicht mehr ganz so spektakulär, aber für ein Kindergartenkind war es echt mörderisch.) Das Wortspiel könnte beabsichtigt sein.]
Wir haben uns kaputtgelacht, und dann haben wir ange­fangen, über unsere Todesdaten zu sprechen. » Meine Mom hat gesagt, du gehörst zu den Frühen «, erzählte mir Paolo. Ein Früher ist jemand, der vor seinem einundzwanzigsten ­Geburtstag stirbt. » Ja «, antwortete ich und musterte den Teppich. » Ich auch ! «, offenbarte mir Paolo. Ich war begeistert. Bisher war mir noch kein anderer Früher begegnet.
Und so lachten wir über die gleichen Dinge und waren beide auf dem Weg zu einem Tod, der uns ereilen sollte, noch ehe wir die Schulzeit hinter uns gebracht hätten. Wenn das keine solide Basis für eine Freundschaft ist, dann weiß ich auch nicht.
Mein Telefon summt schon wieder, aber diesmal schrecke ich nur für ein paar Millisekunden zurück.
» Alle reden über deine Beerdigungszeremonie «, schreibt Paolo. » Da wird die Hölle los sein Junge ! Hoffentlich gehts dir gut. Haha Mann du warst ja so FERTIG gestern Abend. Bin stolz auf dich .«
Also kann ich jetzt zweifelsfrei sagen, dass diese schreck­lichen Kopfschmerzen, der trockene Mund und das allgemeine Unwohlsein von einem Kater stammen. Meinem allerersten Kater. Na, wie aufregend. Und gerade noch rechtzeitig.
Letzte Woche hatte ich schulfrei. Natürlich hätte ich die Schule auch schon viel früher verlassen können, aber dann hätte ich nur allein oder mit meinen Eltern zu Hause rumgehangen, wenn die grade nicht bei der Arbeit waren. Nein, danke ! Während der letzten paar Tage hat wenigstens Paolo mit mir blaugemacht, einerseits weil er ein guter Freund ist, und andererseits in Erwartung seines eigenen irdischen Abgangs. (Jetzt fällt mir wieder ein, dass er gesagt hat, er wolle heute zur Schule gehen, um » gute Stimmung« für meine ­Zeremonie zu verbreiten.)
Die meisten Leute verbringen ihre Todeswoche mit den Dingen, die sie am liebsten tun. Bei Menschen meines Alters artet das oft in einen irren, unbekümmerten Partymarathon im Spring-Break-Stil aus. Nicht, dass ich was dagegen hätte, aber das ist nicht mein Stil, und Saufen hat mich nie son­derlich gereizt. Nur Paolos enorme Überzeugungsfähigkeit (» Willst du gar nicht wissen, wie sich das anfühlt ? «) hat mich am Ende dazu gebracht, unseren ursprünglichen Plan, uns ein paar Filme im Kino reinzuziehen (eine unserer Lieblings­beschäftigungen, der wir in meiner Todeswoche bereits nachgegangen sind), fallen zu lassen, um stattdessen bei Paolo rumzugammeln und mich mit dem nun verschwundenen Pfirsichschnaps zu vergnügen. (Und, wie es scheint, auch mit der nun verschwundenen Veronica.)
Ich weiß nicht, ob ich es als ermutigend empfinden soll, dass der größte Teil meiner Highschool bei meiner Beerdigungszeremonie erscheinen wird, oder ob es mich eher nervös macht oder was auch immer. Wenn wir brutal ehrlich sind, dann interessieren sich die meisten Leute vermutlich nur deswegen für die Zeremonie, weil sie sich freuen, dass sie um die achte Stunde herumkommen und der Schule frühzeitig den Rücken kehren können.
Und dann ist da noch diese ganze Veronica-Taryn-Geschichte. Wenn das der berühmte » Filmriss « sein soll, von dem die anderen Kids dauernd reden, dann bin ich wirklich kein Fan davon, denn ich fände es hilfreich zu wissen, mit wem ich rumgemacht und von wem ich mich getrennt und was ich sonst noch so Tolles oder Fürchterliches erlebt habe, wenn ich zu meiner Zeremonie gehe.
Also, was genau war letzte Nacht passiert ? Paolos Mom hatte mir früher am Abend gesagt, sie würde mich nach Hause bringen, damit ich die letzte Nacht, die mir bliebe, in meinem eigenen Bett verbringen kann. Ich hatte mir vorgenommen, den Tag meiner Beerdigungszeremonie – also heute – mit einem Morgenlauf anzufangen, um einen klaren Kopf zu bekommen. Das fällt schon mal flach. Ganz zu schweigen davon, dass meine Stiefmutter wahrscheinlich die Wände hochgeht, weil ich beschlossen hatte, nicht unter ihrem Dach zu nächtigen.
» Okay, Dent … bist du inzwischen wach ? «, fragt Paolos Mom gerade vor der Tür.
» Morgen «, sage ich. » Ich, äh, bin in einer Minute da. «
» Oh ! « Jetzt erst wird mir klar, dass sie mit der Tür zu Paolos Zimmer geredet hat, das direkt gegenüberliegt. Und zwar so lange, bis ich ihr aus Veronicas Zimmer geantwortet habe. Mein Fehler.
» Entschuldige, ich wusste nicht, dass du in Vs Zimmer bist ! «, fährt sie fort und hört sich dabei so quietschfidel und freundlich an wie eh und je. Ich habe keine Ahnung, warum sie sich bei mir dafür entschuldigt, dass ich im Bett ihrer ­Tochter liege. Bis mir der Gedanke kommt, dass mein morgiges Ableben manche Leute dazu anspornen könnte, mich heute gut zu behandeln.
» Kein Problem ! Will nur, äh … « Ich starre Veronicas halb­ ironischen Schlumpfkissenbezug an. Etwas von meinem Erbrochenen klebt in Papa Schlumpfs Bart. » … das Bett machen und so. «
» Hört sich gut an. Ich habe Paracetamol da, falls du was brauchst. «
» Okay, toll. Danke, Cynthia. «
Ich hinke aus dem Bett, schleppe mich ins Bad, schaue in den Spiegel, mag überhaupt nicht, was ich sehe, spritze mir Wasser ins Gesicht und versuche, noch ein bisschen ins Klo zu kotzen, schnappe mir Klopapier, feuchte es an und bemühe mich, Veronicas Kissen sauber zu kriegen – mit mäßigem Erfolg –, beschließe dann, stattdessen einfach den Bezug abzunehmen, werfe selbigen in den Schrank, lege das blanke Kissen zurück ins Bett, mache besagtes Bett und empfinde so etwas wie einen Triumph, als die Decke ganz bis über das Kissen reicht und es aussieht, als wäre ich nie da gewesen.
Während ich mein Werk begutachte, fällt mir ein Zettel auf Veronicas Nachttisch auf. » Bin zur Arbeit «, steht da in Veronicas herzig femininer und verrückter Handschrift. » Hat Spaß gemacht. Irgendwie. Mach bitte mein Bett. Wir sehen uns bei deiner Zeremonie. «
Die Nachricht entlockt mir ein Lächeln. Das sind die nettesten Worte, die Veronica je an mich gerichtet hat. Andererseits habe ich schon immer vermutet, dass unsere aggressiven Neckereien nur eine echte Zuneigung überdecken. Aber ich irre mich häufig. Die netten Worte und das Rummachen könnten auch schlicht aus Mitleid geboren worden sein.
Und warum auch nicht. Selbst ich bemitleide mich schließlich. Ich habe so viel Zeit meines Lebens mit dem Versuch verbracht, einer dieser Typen zu sein, die auf alles, was passiert, total entspannt und cool reagieren, die mit allem klarkommen, vor allem mit dem eigenen Tod. Ich war stolz darauf, den Leuten mit meiner reifen Haltung und gelassenen Akzeptanz im Hinblick auf meine Lage zu imponieren. (» Wow, du hast so eine tolle Einstellung dazu, das ist wirklich beeindruckend. «) Nach den vielen Stunden der Todesberatung hatte ich sogar angenommen, meine Akzeptanz würde, je näher mein Tod rückte, nur noch größer werden, und ich könnte mich bereitwillig meinem Schicksal ergeben. Aber in diesem Moment, wenige Stunden vor meiner eigenen Beerdigungszeremonie und mit Veronicas Nachricht in der Hand, fühle ich mich bei alldem gar nicht mehr so entspannt und cool. Allerlei Gefühle verbünden sich mit dem immer noch sehr lebendigen Kater und überfordern meinen Kreislauf. Ich übergebe mich auf Veronicas Decke.

Lance Rubin

Über Lance Rubin

Biografie

Lance Rubin ist Schauspieler, Comedian und Autor und lebt mit seiner Frau und seinem Sohn in Brooklyn, NYC. Seinem komödiantischen Talent lässt er mittlerweile bei einem Podcast und natürlich vor allem beim Schreiben freien Lauf. »Bin mal kurz tot« ist sein erster Roman.

 

Unser Blog zu Lance Rubin

Pressestimmen

WDR 1live

»Ich war total aufs Ende gespannt und habe das Buch in einem Rutsch durchgelesen. Das Beste ist, dass man wirklich darüber nachzudenken beginnt, wie es wäre, wenn wir wüssten, wann wir sterben und was wir noch erledigen würden. In diese Gedankenwelt bin ich sehr gern mal einen halben Tag eingetaucht...«

Börsenblatt Spezial Kinder- und Jugendbuch

»Urkomische und unvorhersehbare Unterhaltung, die die Themen Liebe, Freundschaft und die vielen ersten Male nachdenklich einwebt.«

www.mittelbayerische.de

»Bei allem Humor und jugendlich-naiven Charme werden dennoch tiefgründige Fragen aufgeworfen - und Antworten gesucht. Was passiert nach dem Tod? Was muss man erlebt haben, bevor man stirbt?«

books-and-cats.de

»...eine Geschichte, die so vieles beinhaltet: Krimi, Liebe, Schulleben, Pubertät, Geheimnisse und letztendlich eine Weisheit bereithält: ›Genieße das Leben - am besten jeden einzelnen Tag!‹«

Kommentare zum Buch

Der Tod in humorvoller Verpackung
Buchherz13 / LovelyBooks am 30.09.2015

Ich bin absolut begeistert von Bin mal kurz tot. Das Buch musste ich an einem Stück lesen, da ich unbedingt hinter das Geheimnis von Denton kommen musste. Der wirklich humorvolle Schreibstil und der quirlige, witzige Hauptprotagonist Denton haben mir sehr gut gefallen. Und das Beste: Das Buch regt zum Nachdenken an, über den eigenen Todestag und was man vorher noch erledigen möchte. Also ich fühle mich gerade ganz nach dem Motto “Carpe Diem – Genieße den Tag”.   Dieses Fazit ist ursprünglich auf www.lovelybooks.de erschienen.

Genial! Einfach nur genial!
Maerzling / LovelyBooks am 30.09.2015

Ich empfehle das Buch nur Leuten, die damit umgehen können, dass der Tod nicht ganz so ernst genommen wird. Ansonsten solltest du die Finger davon lassen - denn in dem Buch wird kaum etwas ernst genommen! Schwarzer Humor ist auch enthalten, also nochmal etwas, was nicht jedem gefällt. Doch wer eine rasante und spannende und insbesondere humorvolle Geschichte lesen möchte, die es in der Art noch nicht gibt, der wird sich bei diesem Buch gut aufgehoben fühlen!   Dieses Fazit ist ursprünglich auf www.lovelybooks.de erschienen.

Überraschend genial
normal-ist-langweilig am 16.06.2015

Bücher mit einem solchen Titel verdienen es, dass man sie in die Hand nimmt und sich den Inhalt durchliest!   Bücher mit diesem Inhalt verdienen es, dass man sie liest, lacht, staunt und sie nach einem solchen Ende schüttelt, ob nicht weitere Kapitel irgendwo versteckt sind!   Bücher, die so klasse sind, verdienen es, dass man für sie wirbt und sie dadurch bekannter macht!       Was spricht für dieses Buch?     eine neue, einzigartige Idee mit vielen Überraschungen und Wendungen zwei jugendliche Protagonisten, die authentischer und realistischer nicht sein könnten viel Humor, der mich sehr oft zum Lachen gebracht hat (ACHTUNG: auch Humor unter der Gürtellinie!) ein sehr flüssiger Schreibstil und eine moderne Sprache, die das Lesen sehr leicht machen eine Handlung, die einen roten Faden aufweist und es einem schwer macht, das Buch zwischendurch aus der Hand zu legen ein Ende, das mich ruhelos zurücklässt – ein Ende, das mehr als gemein ist eine Geschichte, die so vieles beinhaltet: Krimi, Liebe, Schulleben, Pubertät, Geheimnisse und letztendlich eine Weisheit bereithält: “Genieße das Leben - am besten jeden einzelnen Tag!”   Was spricht gegen das Buch?   Nichts! Ich bin völlig begeistert und brauche unbedingt Teil 2! Ich konnte nirgends etwas zu einer Reihe finden….ABER nach diesem Ende MUSS noch etwas kommen – das geht gar nicht anders! 

Vielleicht hatte ich zu viel erwartet...
Sternenstaub Buchblog am 18.05.2015

 Meine Rezension   Das Cover zeigt ja bereits, dass in diesem Buch der Tod nicht allzu ernst genommen wird. Oder besser gesagt, die Menschen haben sich in gewisser weise einfach damit abgefunden, da die Meißten ihr Todesdatum kennen. Mittlerweile wird die Beerdigung auch nicht mehr nach dem Tod, sondern vorher "gefeiert", damit sich der Sterbende von allen gebührend verabschieden kann. Und hier beginnt Denton Little's Leben aus den Fugen zu geraten - bei seiner Beerdigung. Denton passieren viele merkwürdige Dinge innerhalb seiner letzten Lebenstage, die ihn allerdings auch zum Nachdenken bringen. Hat er sein Leben vergeudet? Eine durchaus berechtigte Frage, die sich meiner Meinung nach, jeder ab und an einmal stellen sollte. Seine Freundin, sein bester Freund, dessen Schwester und sogar die Mutter der Beiden, sowie der Ex seiner Freundin, machen ihm die letzten beiden Tage alles andere als einfach. Auch dieser mysteriöse Fleck, der sich nicht nur auf ihm auszubreiten scheint, bereitet ihm Kopfzerbrechen. Kurz gesagt: Denton hatte noch nie so ein aufregendes Leben, wie unmittelbar vor seinem Tod.   Es ist alles ein bisschen chaotisch und geht teils etwas hektisch weiter, wodurch ich es stellenweise als anstrengend empfunden habe. Der Schreibstil hat sich immer wieder mal eher nach Drehbuch, als nach Roman gelesen, was schätzungsweise beabsichtigt, deswegen aber nicht unbedingt gut war. Es war auch viel Umgangssprache dabei, was ich eher erfrischend, denn störend fand. Ich muss gestehen, dass das Buch leider erst nach der Hälfe für mich interessant wurde, was ich sehr schade finde, da dieses Thema durchaus ausbaufähig wäre. Am Schluss dachte ich mir nur: Was hast du auch erwartet, wenn ein Autor, zwei Tage auf knapp 350 Seiten ausdehnt? Allerdings liest sich der Schluss ganz so, als ob es einen zweiten Teil geben wird...   Fazit   Ein Buch, welches einen durchaus auch einmal auflachen lässt. Allzu große Spannung sollte man allerdings nicht erwarten. Es ist stellenweise doch etwas Klischeehaft... leider. 

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