Apollokalypse

Apollokalypse

Roman

€ 11,00 inkl. MwSt.

»Einer der großen deutschen Sprachzauberer« Gustav Seibt, Süddeutsche Zeitung

Georg Autenrieth ist eine zwielichtige Gestalt. Immer wieder taucht er auf in Berlin, hält Kontakt mit der Szene, durchsucht die Stadt und zelebriert Laster, Lebensgier und Liebeskunst. Wohin aber verschwindet er dann? Wer ist der »Glasmann«? Und welche Rolle spielen seine Verbindungen zur RAF? Gerhard Falkners »Apollokalypse« ist ein Epochenroman über die 80er und 90er Jahre. Dem Vergeuden von Jugend, der Ausschweifung und der Hypermobilität stellt er einen rauschhaften Rückverzauberungsversuch entgegen. Ein mythologischer Roman von unvergleichlicher Sprachmächtigkeit.

  • € 11,00 [D], € 11,40 [A]
  • Erscheint am 12.01.2018
  • 432 Seiten, Broschur
  • ISBN: 978-3-492-31186-1
 
 

Leseprobe zu »Apollokalypse«

Nach der Schlacht
Es könnte Ende der siebziger, Anfang der achtziger Jahre einen Mann gegeben haben, der auf der Oranienstraße, zwischen Moritzplatz und Mariannenstraße, einem Frühlingstag ins Auge geblickt hat, an den er sich später nicht mehr erinnert. Es mag ein schwach von der Braunkohle gesüßter Frühlingstag gewesen sein, April oder Anfang Mai, wie er für SO 36, wo es noch unzählige Wohnungen mit Kaminfeuerung gab, typisch war. Vielleicht kam die Süße der Braunkohle auch aus dem Osten, der jenseits der Mauer darauf wartete, vom Westen verheizt zu werden. Nirgends war der Osten so [...]

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Gerhard Falkner

Gerhard Falkner

Gerhard Falkner, geboren 1951, zählt zu den bedeutendsten Dichtern der Gegenwart. Er veröffentlichte zahlreiche Gedichtbände, u.a. »Hölderlin Reparatur«, für den er 2009 den Peter-Huchel-Preis erhielt, und zuletzt den Gedichtband »Ignatien« (2014), mit Bildern von Yves Netzhammer. Für seine Novelle mehr ...

Rezensionen und Pressestimmen

Münchner Merkur


»Falkner beschreibt lustvoll, mit Freude an Sprache und Sprachwitz. Die Ebenen, die sein kunstvoll verschachtelter Roman auffächert, verbindet er mühelos zu einem von Leidenschaft, Querverweisen und Zitaten strotzenden Ganzen.«    

dpa-Starline


»Gerhard Falkners Romandebüt im reifen Alter ist ein fantastisches Berlin-Porträt - vor allem der Vorwende-Zeit.«    

Der Freitag


»Gerhard Falkners lyrischer, grandioser, kaputter Roman ›Apollokalypse‹. (…) Noch nie, behauptet die Rezensentin einfach mal, ist ein manisches Krankheitsbild so dicht erzählt worden, als würde die Verzweiflung aus dem Buch direkt ins Herz springen.«    

Kommentare zum Buch
1. Der Piper-Buchtipp: »Apollokalypse« von Gerhard Falkner
Paul Völkl / Piper Verlag am 22.05.2017 - 10:39:22

Gerhard Falkners »Apollokalypse« ist ein exzessiver Roman, in dessen Zentrum eine nicht minder exzessive Stadt steht: Das Berlin der 80er und 90er Jahre. Den Ich-Erzähler Georg Autenrieth lässt die Stadt nicht aus ihrem Bann, denn trotz seiner Reisen um die ganze Welt, die mal im Nebensatz versteckt bleiben und mal über mehrere Kapitel ausgeführt werden, zieht es ihn immer wieder dorthin zurück. Dabei bleibt die Stadt aber auch der sicherste Bezugspunkt dieser Geschichte, denn Autenrieths Erzählungen sind selten linear und alles andere als zuverlässig. Zunehmend zweifelt er selbst am Erlebten: Er könnte Verbindungen zur RAF, zur Stasi, zum BND gehabt haben, er könnte sogar an einem Waffenschmuggel nach Westberlin beteiligt gewesen sein. Er kann es nicht genau sagen. Eine gewisse Sicherheit geben dem Leser die wiederkehrenden Personen, mit denen sich Autenrieth umgibt. So erzählt er von seinen Freunden aus Jugendtagen, die es mit ihm nach Berlin gezogen hat. Zum Beispiel Heinrich Büttner, der geniale, aber stark schizophrene Künstler, der in Berlin schließlich komplett überschnappt. Aber auch seine Liebschaften nehmen weite Teile der Erinnerung ein: Da sind Isabelle, die Kunststudentin und Femme fatale seines Freundeskreises oder Bilijana, die trinkfeste, nymphoman-veranlagte Bulgarin, die scheinbar enge Verbindungen zu Spitzen der Geheimdienste hat. Ich finde es großartig, wenn ich ein Buch nach dem Lesen nicht mehr aus dem Kopf bekomme. So war es bei »Apollokalypse«. Einen großen Teil der Faszination, die ich beim Lesen entwickelt habe, machten die Ungewissheiten in der Erzählung und die zunehmende Auflösung des Protagonisten aus. Als ich fertig war, hatte ich das Gefühl, ich könnte das Buch gleich ein zweites Mal lesen und unter ganz neuen Gesichtspunkten verstehen. Und wichtig – man muss keine besondere Beziehung zu Berlin haben, um das Buch großartig finden zu können. Ich selber kann meine Besuche in der Hauptstadt an einer Hand abzählen, aber Gerhard Falkner hat es mit seiner gewaltigen Sprache geschafft, aus Berlin einen mythischen Ort für mich zu machen.

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