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Am Herd daheim

Am Herd daheim

Elisabeth Gilbert präsentiert das Koch- und Hausbuch ihrer Urgroßmutter Margret Yardley Potter

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Am Herd daheim — Inhalt

Als Elizabeth Gilbert das Kochbuch ihrer Urgroßmutter fand, war ihr sofort klar, dass sie es einem größeren Publikum zugängig machen sollte. Aus einer anderen Zeit und doch aktuell, wird Am Herd daheim Leser auf der ganzen Welt begeistern.

 

Als Elizabeth Gilbert nach ihrem letzten Umzug die Kisten auspackte, entdeckte sie ein altes verstaubtes Kochbuch, das ihre Urgroßmutter in den 1940er Jahren geschrieben hatte. „Ich sprang auf und rannte durch das Haus, auf der Suche nach meinem Mann: ‚Hör dir das an! Wie witzig! Und klug!' Dann folgte ich ihm in die Küche, während er begann, unser Abendessen zu kochen (Lammkottelets), und las auch während des Essens weiter vor. Am Ende saßen wir zu dritt am Tisch, Gima hatte sich zu uns gesetzt, sie war wundervoll und ich verliebt." Das Kochbuch von Margaret Yardley Potter war seiner Zeit weit voraus. Während die Mehrheit der Amerikaner gerade ihre Liebe zu Konservierungsmitteln, Dosennahrung und Küchenmaschinen entdeckte, betont Potter die Bedeutung von frischen Lebensmitteln und fordert immer wieder zu kulinarischen Abenteuern auf: etwas Neues ausprobieren, und das mit den eigenen Händen. Ganz offensichtlich hat Elizabeth Gilbert von ihr die Liebe zum Essen und ihren warmherzigen, humorvollen Erzählstil geerbt. Am Herd daheim ist ein faszinierendes, ebenso unterhaltsames wie nützliches Kochbuch aus der guten alten Zeit.

€ 16,99 [D], € 16,99 [A]
Erschienen am 08.10.2012
Übersetzt von: Maria Mill
288 Seiten, WMEPUB
EAN 978-3-8270-7581-9

Leseprobe zu »Am Herd daheim«

Einleitung von Margaret Yardley Potter
Dies ist ein Buch für die einfache Küche und die unkomplizierte Bewirtung
von Gästen; Dinge, die zu lernen mich ziemlich viel Lehrgeld
kosteten, da ich meinen ersten Haushalt in den glorreichen 1920ern
führte, als Bedienstete und Lebensmittel reichlich vorhanden und billig zu
haben waren. Ein Abendessen war damals – auch wenn nur vier Personen
speisten – stets förmlich; sobald sich aber mehr als sechs Gäste versammelten,
um eine Mahlzeit einzunehmen – wenn auch nicht immer zu genießen –, wurden
beste Platzteller mit [...]

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Einleitung von Margaret Yardley Potter
Dies ist ein Buch für die einfache Küche und die unkomplizierte Bewirtung
von Gästen; Dinge, die zu lernen mich ziemlich viel Lehrgeld
kosteten, da ich meinen ersten Haushalt in den glorreichen 1920ern
führte, als Bedienstete und Lebensmittel reichlich vorhanden und billig zu
haben waren. Ein Abendessen war damals – auch wenn nur vier Personen
speisten – stets förmlich; sobald sich aber mehr als sechs Gäste versammelten,
um eine Mahlzeit einzunehmen – wenn auch nicht immer zu genießen –, wurden
beste Platzteller mit Goldrand, Serviermädchen mit weißen Häubchen
und ein Fischgang erwartet.
Meine eigene Phase förmlicher Einladungen war nur von kurzer Dauer
und endete noch ehe die ersten drei Jahre meiner Ehekarriere vorüber waren.
Um die Dinge zu komplizieren, waren mittlerweile ein kleiner Sohn und eine
noch in den Windeln liegende Tochter dazugekommen sowie Kindermädchen,
die regelmäßig einsprangen, da Serviererinnen immer schwerer zu finden waren.
Dennoch bemühte ich mich beharrlich um jene Förmlichkeit, die mir meine
Mutter gepredigt hatte, und tat mein Bestes, ihren großartigen Maßstäben
zu genügen. Bis dann jener verhängnisvolle Tag herannahte, an dem ich zu
Ehren eines sehr wichtigen und würdigen Gastes ein Essen vorbereitete, nicht
ahnend, dass dies meine letzte derartige Veranstaltung werden sollte.
Es begann mit den üblichen Telefonaten und Mutters Versprechen, ihren
Butler zur Verfügung zu stellen. Mit ihrer Hilfe wurde schließlich dieses Menü
entwickelt – das uns überdies sehr einfach erschien:
Cocktails Kaviar
Austern auf der halben Schale mit Cocktailsauce
Klare grüne Schildkrötensuppe
Gegrillter Alsenrogen mit Sauce tartare in Zitronenkörbchen
Neue Kartoffeln mit Petersilienbutter
Kleine Graubrot-Sandwiches
Gurkenscheiben in French Dressing
Sellerie Radieschen Oliven
Gegrilltes Huhn Junge Erbsen
Warme Brötchen
Frischer Ananassalat – in der ganzen Frucht serviert
Frischkäse Warme Cracker Bar-le-Duc
Beschlossen wurde das Ganze von einer jener wundervollen dreistöckigen
Baisertorten, für die die Gastronomen Philadelphias bis zum heutigen Tag
berühmt sind – gefolgt selbstverständlich von Kaffee und Brandy im Wohnzimmer
sowie drei beschaulichen Bridge-Runden im Anschluss.
Der Tag der Einladung war gekommen, ebenso wie die bestellten Lebensmittel;
um die Mittagszeit herum allerdings auch die Nachricht, dass der
geliehene Butler sich wieder einmal seinem halbjährlichen Alkoholexzess
hingab und gänzlich außerstande war, seinen Butlerpflichten nachzukommen
– während die kleine Missetäterin, mein gedankenloses Töchterlein,
erste Anzeichen eines Krupps zeigte und sehr viel mehr als den ihr zustehenden
Teil an Zuwendung von der Kinderfrau beanspruchte. Unverdrossen
krempelte ich die Ärmel hoch und machte mich Schulter an Schulter mit der
Köchin ans Werk. Sie bereitete die Sauce tartare zu, während ich mich um
die Zitronenkörbchen kümmerte, deren Ränder aussahen, als habe man sie
angebissen statt gezackt. Ich schnitt Gurken und Graubrot in Scheiben; sie
bereitete Huhn und Alsenrogen zu und hülste Unmengen von Erbsen aus.
(Kochfertige Tiefkühlerbsen waren jener unaufgeklärten Ära noch fremd!)
Ich gab jeden Gedanken an den Salat- und Suppengang auf und dankte dem
Himmel für den verlässlichen Caterer und seine hoch aufragende Baisertorte,
die, so dachte ich, meinem amputierten Dinner das abschließende Glanzlicht
von Pracht und Förmlichkeit aufsetzen würde. Um fünf Uhr Nachmittag war
alles geschafft – der mit Spitze gedeckte Tisch erstrahlte in Kristall und Silber,
das beste Geschirr stand in Reihen bereit, und die Köchin und ich zogen uns
zurück, sie, um noch ein wenig zu ruhen, ehe ihre weitere Arbeit begann, ich,
um zu verschönern, was von mir übrig war.
Gegen sechs traf meine hübsche jüngere Schwester, der zweite Ehrengast,
mit Sack und Pack bei uns ein, lauschte mit aufrichtigem Mitgefühl meiner
Leidensgeschichte, schwor, sie werde, sobald sie sich umgezogen habe, wie
ein Ochse schuften, ging auf ihr Zimmer, steckte ihr elektrisches Massagegerät
in die Steckdose … und ffft gingen sämtliche Lichter im Haus aus, und,
was noch schlimmer war, blieben es auch den restlichen Abend über. Was
dazu führte, dass wir eine weitere halbe Stunde benötigten, um zwei unserer
Gäste einzusammeln, die, nachdem sie pünktlich vor unserer Tür gestanden
und unsere dunklen Fenster gesehen hatten, ohne zu klingeln wieder nach
Hause gegangen waren, überzeugt, sie hätten sich im Datum geirrt – während
die Kerzen in der Küche die düsteren Schatten, aus denen die Stimme der
Köchin von einem anziehenden nervösen Kopfschmerz murmelte, nur noch
zu vertiefen schienen. Das Kindermädchen, das noch immer einen leichten
Eukalyptusgeruch vom Inhaliertopf verströmte, kündigte nach den hastigen
Cocktails das Abendessen an, und meine eigenen Nerven beruhigten sich erst,
als die Reste des saftigen Hühnchens, das den feisten Salzaustern und dem
perfekt gegrillten Alsenrogen gefolgt war, abgetragen wurden. Ach, es lief
einfach alles zu glatt! Gerade als das Dessert fällig war, veranlasste ein Klagelaut
aus dem Kinderzimmer das »Serviermädchen«, zu verschwinden wie
Aschenputtel um Mitternacht, wobei sie mir noch zuflüsterte, dass die Köchin
sicher übernehmen und den Abschlussgang servieren könne. Resigniert, aber
zuversichtlich drückte ich auf die Küchenklingel, wartete, drückte erneut auf
den Knopf, wartete wieder, drückte auf den Knopf und stöckelte dann in die
Küche. Dort hockte die Köchin, stützte inmitten von wild durcheinanderstehendem
Geschirr und flackernden Kerzen ihren Kopf in die Hände und
starrte aus tränenfeuchten Augen auf eine halb ausgepackte Baisertorte. Die
angedrohte Migräne war inzwischen grimmige Realität geworden, und das
arme Geschöpf schaffte es kaum mehr die Stiege hinauf. Tapfer versuchte ich,
einen Rest jener Förmlichkeit zu wahren, die ich immer noch für notwendig
erachtete, und wollte gerade die Torte an den Tisch bringen, als der Ehrengast
in der Küche erschien und mir mit einem ermutigenden Klaps auf den Rücken
die Eispyramide aus den Händen nahm und zur Anrichte trug, wo er sich
unter Hochrufen zum neuen Butler erklärte und sich anschickte, das Dessert
zu servieren sowie den Anwesenden mit all dem Selbstvertrauen eines Bühnen-
»Jeems« zweite und dritte Portionen aufzudrängen. Kaffee und Brandy,
denen Silbertablett und Kristallkrug immer noch Würde verliehen, wurden
von meinem Ehegatten ins Wohnzimmer eskortiert, mittlerweile jedoch war
alle Förmlichkeit dahin und meine Gäste setzten den ihrer Meinung nach seit
Jahren amüsantesten Abend fort, indem sie beim Licht der noch verbliebenen
Kerzen auf dem Fußboden würfelten und wetteten. Als um halb zwölf
schließlich der Elektriker eintraf, um die durchgebrannte Hauptsicherung
zu reparieren, wurde er eingeladen, ein paar »Brötchen« zu probieren, ehe
er den Rest der Torte verputzte; zu seinem nächsten Termin zog er beträchtlich
reicher von dannen. Unser bedeutender Gast genoss tatsächlich seinen
späten Küchenimbiss aus Bier und selbst gebauten Zwiebelsandwiches, und
als er anschließend im Flur an einem Softballspiel teilnahm und dabei eins
der Stofftiere des Babys mit einer Gummi-Saugglocke statt des Schlagholzes
durch die Luft schleuderte, waren sowohl seine Würde als auch mein Versagen
als förmliche Gastgeberin endgültig vergessen, und ich erkannte, dass
aufwendige Bewirtung mit unzureichendem Personal weder überzeugend ist
noch all den Stress und die Mühe wert.
Seither bin ich sowohl finanziell im übertragenen Sinne als auch ganz
konkret zwischen einem Zwölfzimmerhaus in einem Vorort, einer Vierzimmerbehausung
auf dem Land, mehreren Sommerhäuschen und einer kleinen
Stadtwohnung hin und her gependelt. Während der Kriegsjahre war ich auf
einer abgeschiedenen und unbeheizbaren Farm an der Ostküste Marylands
daheim. In all diesen Domizilen aber habe ich festgestellt, dass ein wirklich
herzlicher Willkommensgruß und einfaches und reichliches Essen jeder Gastgeberin
einen Vorteil verschafft – vor jenem berühmten Mann, der die bessere
Mausefalle konstruierte. Denn Ihre Freunde werden Ihnen die Tür einrennen.

Über Margaret Yardley Potter

Biografie

Margaret Yardley Potter wurde Ende des 19. Jahrhunderts in Philadelphia geboren. Obwohl sie aus einer reichen Familie stammte, musste sie später lernen, genau zu haushalten, um mit ihrem Mann, einem das Geld verprassenden Anwalt, über die Runden zu kommen. Sie starb 1955.

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